Sonic the Hedgehog (2020)

Ein voller und anstrengender Tag liegt hinter uns. Zuerst bin ich einen Halbmarathon gelaufen, dann war ich mit den Kindern schwimmen. Da wir gestern bis nachts auf der Terrasse saßen, hat sich der Filmabend auf heute verschoben und der Zwergofant konnte endlich seinen Wunschfilm „Sonic the Hedgehog“ einlösen… 🦔

Sonic the Hedgehog (2020) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Sonic the Hedgehog (2020) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Deutlich besser als zu Beginn erwartet

Zuerst hatte ich von „Sonic the Hedgehog“ gehört als das erste Trailer mit dem ursprünglichen Design aufgetaucht ist und das Internet quasi implodierte. Das Kreativteam hat sich die Kritik zu Herzen (oder zum Geldbeutel) genommen und das Design des blauen Igels noch einmal überarbeitet. Auch ich fand den ursprünglichen Look befremdlich, war aber überrascht wie laut die Stimmen diesbezüglich waren. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich seit jeher ein Nintendo-Kind war und damals auch nie eine Sega-Konsole in der Hand hatte. Sonic kannte ich höchstens von Spielstationen im Kaufhaus und mir war das Gameplay stets zu hektisch. Dennoch bin ich mir der popkulturellen Bedeutung der Figur durchaus bewusst, auch wenn ich vermutet hätte, dass diese inzwischen bereits abgeflacht sei.

Nun aber zum Film: Zunächst einmal erinnert er mit seinem Mix aus Realfilm und animierten Charakteren ein wenig an „Die Schlümpfe“ oder auch „Hop: Osterhase oder Superstar?“, in dem James Marsden ebenfalls unfreiwillig einen animierten Partner an die Seite gestellt bekommt. Nicht sonderlich innovativ und eher auf die 08/15-Kinderfilmformel setzend, als eine wirkliche Adaption des Spiels zu sein. Ich muss aber zugeben, dass eine solche auch nicht umzusetzen gewesen wäre. Mit Dr. Robotnik (fantastisch gespielt von Jim Carrey) und den Ringen werden Kernelemente aber übernommen und geschickt mit unserer Welt kombiniert. Das Drehbuch ist zudem sympathisch und die Gags selbst in der Synchro gelungen.

Fazit

„Sonic the Hedgehog“ ist eine extrem unterhaltsame Actionkomödie, die mir erstaunlich viel Spaß gemacht hat. Die Kinder waren beide begeistert und ich freue mich jetzt schon auf den kommenden zweiten Teil. Das war doch wirklich einmal eine positive Überraschung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant:  10/10 Punkte.)

Army of the Dead (2021)

Nach einem recht entspannten Samstag, an dem ich nur mit den Kids eine Runde laufen war, habe ich mich abends schon sehr auf „Army of the Dead“ gefreut. Der Netflix-Prämiere des jüngsten Zack-Snyder-Films konnte man in Filmkreisen ja gar nicht entgehen. Da ich Snyders „Dawn of the Dead“-Remake sehr mag, war ich auf seine Rückkehr zum Genre gespannt… 💵

Army of the Dead (2021) | © Netflix

Army of the Dead (2021) | © Netflix

Unterhaltsame Zombie-Action und seltsamer Look

Zunächst einmal muss ich auf den Look des Films eingehen: Snyder, der hier ebenfalls als Director of Photography agierte, hat fast ausschließlich mit Teleoptiken und extrem offener Blende gearbeitet. Das führt zu einem super schmalen Schärfebereich, wodurch das ganze Bild unglaublich soft und zugleich unruhig wirkt. Teils hatte ich sogar das Gefühl, als hätte er zusätzlich digitale Unschärfefilter verwendet, so seltsam kam mir das Bokeh stellenweise vor. Was auch immer der Grund für diese künstlerische Entscheidung gewesen sein mag, so fand ich den Look über weite Strecken, wenn auch nicht störend, doch zumindest ablenkend. Damit sieht „Army of the Dead“ zwar nicht so überstilisiert aus, wie andere Filme des Regisseurs (z.B. „300“), doch mindestens genauso aufdringlich.

Vom Look einmal abgesehen, fand ich die Idee hinter „Army of the Dead“ wirklich nett: Ein Heist-Movie mitten in der Zombie-Apokalypse. So simpel und doch so genial. Auch mag ich normalerweise keine denkenden Zombies, sondern bevorzuge die klassischen Untoten (egal ob sie rennen oder nicht). Der Kniff hier mit König und Königin hat mir jedoch gut gefallen. Vielleicht auch, weil er mich an den Night King und seine White Walker aus „Game of Thrones“ erinnert hat. Nur eben in der Wüste. Dazu das Setting in Las Vegas, welches zwar begrenzt ist, jedoch genügend Spielraum für abwechslungsreiche Actionszenen bietet. Auch die einzelnen Figuren und ihre Schauspieler*innen (ja, auch Matthias Schweighöfer) mochte ich allesamt gerne. Wenn nur das Drehbuch nicht so flach gewesen wäre. Drei größere Dialogszenen, und somit knapp 20 Minuten Laufzeit weniger, und der Film wäre gleich noch einmal gelungener gewesen.

Fazit

Auch wenn „Army of the Dead“ etliche Schwächen besitzt, so sind die zweieinhalb Stunden für mich jedoch wie im Flug vergangen. Neben der schönen Zombie-Action ist bei mir vor allem der seltsame Look hängengeblieben. Macht aber alles nichts, denn letztendlich bekommt man damit genau das, was man vom ersten Trailer an hat erwarten dürfen. Zudem wissen wir nun, dass ein Blowjob Auslöser der Zombie-Apokalypse war. Wer hätte das gedacht? 7/10 Punkte.

Spider-Man: A New Universe – OT: Spider-Man: Into the Spider-Verse (2018)

Eine weitere volle Woche liegt hinter uns. Für den Rest der Familie war es der Endspurt vor den Pfingstferien. Nun also zwei Wochen frei. Das wird allen gut tun. Vor mir liegt zumindest ein langes Wochenende, welches wir heute natürlich mit einem Filmabend eingeläutet haben. Endlich stand mit „Spider-Man: A New Universe“ der Herzensfilm des Zwergofanten auf dem Programm. Auch ich habe mich schon sehr auf die Sichtung gefreut… 🕷🕸

Spider-Man: A New Universe (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: A New Universe (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Wahrlich der ultimative Comicfilm

Spider-Man ist für den Zwergofant wohl der wichtigste Superheld. Er spielt stundenlang mit seinem Cousin im Garten, bindet Seile an das Stelzenhaus und schwingt sich in lebensgefährlich wirkenden Stunts von Leiter und Rutsche. Da darf man immer gar nicht so genau hinsehen. Dabei sind seine einzigen bisherigen Berührungspunkte ein paar LEGO-Spielsets sowie das Xbox-Spiel „LEGO Marvel Super Heroes“. Für die Realfilme ist er noch etwas jung, doch seit „Spider-Man: A New Universe“ bei mir im Regal steht, schleicht er hartnäckig um den Film herum. Mit acht Jahren, und inzwischen reichhaltiger Filmerfahrung, ist er nun auch alt genug dafür.

Auch ich mag Spider-Man und die zugehörigen Verfilmungen sehr. Egal ob die Sam-Raimi-Filme der frühen 2000er Jahre, den kurzen Lauf mit Andrew Garfield oder den aktuellen Spider-Man im MCU. Auf das hier war ich jedoch nicht vorbereitet: Schon alleine der Stil des Films, der wie ein lebendig gewordener Comic wirkt, hat mir beständig ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Auch inhaltlich ist „Spider-Man: Into the Spider-Verse“, so der deutlich passendere Originaltitel, eine Wucht: Jede Figur bekommt ausreichend Raum und die emotionalen Szenen sind wirklich mitreißend. Definitiv kein (reiner) Kinderfilm. Da ist die bombastische Action beinahe schon Nebensache. Der Kniff mit dem Multiversum ist auch weit mehr als nur ein Gag und doch konzentriert sich der Film größtenteils auf Miles Morales und sein Erwachen als Superheld. Einfach stark und in seinem Ideenreichtum unglaublich beeindruckend. So und nicht anders sollte eine Comic-Verfilmung aussehen.

Fazit

Ihr seht wie begeistert ich bin. Das ist jedoch nur ein Bruchteil der Begeisterung, die der Zwergofant verspürt. Er ist nun komplett im Spider-Man-Fieber und wünschte sich, er wäre Miles Morales. Was für eine Begeisterung! Da werde ich mich mal nach einer guten Comic-Serie zum Einstieg umsehen müssen. Habt ihr einen Tipp? Momentan tendiere ich zu „Erste Abenteuer“ aus der Marvel-Action-Serie. Aber zurück zum Film, der uns alle einfach nur bestens unterhalten hat: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant:  10/10 Punkte.)

Faster (2010)

Was für ein aufregender Tag! Den Brückentag heute hatte ich mir freigenommen und gleich morgens wurde ich geimpft. Hurra! So euphorisch war ich schon lange nicht mehr. Bisher halten sich die Impfreaktionen auch in Grenzen: Mein Arm schmerzt und ich fühle mich ein wenig schlapper als sonst. Also auch nicht anders als nach einer Grippeimpfung. Abends hatte ich Lust auf einen Thriller und mit „Faster“ somit einen Film gewählt, den ich schon länger einmal sehen wollte. Nur dass ich eigentlich „Snitch: Ein riskanter Deal“ im Kopf hatte. Die Poster beider Filme sehen aber auch zu ähnlich aus. Ich schiebe es auf Impfverwirrung… 🙄

Faster (2010) | © Sony Pictures Home Entertainment

Faster (2010) | © Sony Pictures Home Entertainment

Ein (fast) schnörkelloser Action-Thriller

Als ich meinen Fehler feststellte, war ich schon eine Viertelstunde im Film und habe dann natürlich weitergeschaut. Ein Actionkracher mit Dwayne Johnson sollte doch so gut wie der nächste sein. Zu Beginn hat mir „Faster“ auch wirklich viel Spaß gemacht. Dreckige Bilder, harte Action und ein schweigsamer Antiheld. Ja, dafür bin ich durchaus zu haben. Dann Auftritt eines gelangweilten Killerpärchens, was den Grindhouse-Faktor gleich deutlich nach oben getrieben hat. Warum auch nicht? Hier hat der Film jedoch so langsam begonnen in zu viele Versatzstücke zu zerfasern. Immer noch sehr unterhaltsam, doch letztendlich eben nicht mehr so schön schnörkellos, wie noch zu Beginn gedacht.

Neben Dwayne Johnson sticht vor allem Billy Bob Thornton heraus, dessen Rolle sich mir leider viel zu früh offenbart hat. Gegen Ende wird „Faster“ dann plötzlich moralisch und ich hätte mir ein Beibehalten der kompromissloseren Gangart gewünscht. Das hat dann nicht mehr so wirklich zum Rest der Geschichte gepasst. Am Ende war der Film dann vorbei und ich beginne jetzt schon, ihn zu vergessen. So unterhaltsam er auch während der Sichtung gewesen sein mag.

Fazit

„Faster“ bietet harte und größtenteils schnörkellose Action, wie ich sie gerne sehe. Über seine Laufzeit leistet sich der Film jedoch so manche Spielerei und setzt auf gewollte Coolness. Das hätte es nicht gebraucht. Letztendlich dann doch nichts Besonderes. Kann man sich ruhig geben, wenn man sonst nichts zu schauen hat und mal wieder einen härtere Dwayne Johnson erleben will: 5/10 Punkte.

Godzilla II: King of the Monsters (2019)

Nachdem ich heute trotz akuten Schlafmangels einen Halbmarathon gelaufen bin, war ich zu Beginn unseres Filmabends schon ziemlich müde. Dennoch hatte ich Lust nach „Godzilla“ am letzten Samstag, heute „Godzilla II: King of the Monsters“ nachzuholen. Ob mich der Monster-Kracher vor dem Einschlafen bewahren konnte?

Godzilla II: King of the Monsters (2019) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Godzilla II: King of the Monsters (2019) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Der ultimative Monster-Porn-Action-Overkill

„Godzilla II: King of the Monsters“ macht seinem Namen alle Ehre. Hat Gareth Edwards im ersten Teil noch die „Der weiße Hai“-Formel angewandt, und das titelgebende Monster in der ersten Filmhälfte nur schemenhaft und in Andeutungen gezeigt, so pfeift der neue Regisseur (Michael Dougherty, bekannt für u.a. „Krampus“) komplett auf Subtilität. Die Monster-Action steht somit im Vordergrund und wird durch eine hauchdünne Geschichte zusammengehalten, die zudem nicht sonderlich viel Sinn macht und an jeder Ecke krankt, sei es die Motivation der Figuren, die Dialoge oder auch die Beziehungen zwischen den Charakteren. Schablonenhaft und einfallslos wäre fast noch zu viel des Lobs.

Dabei ist „Godzilla II: King of the Monsters“ mit Kyle Chandler („Friday Night Lights“), Vera Farmiga, Millie Bobby Brown („Stranger Things“), Bradley Whitford, Ken Watanabe, Sally Hawkins („The Shape of Water“) und Charles Dance wirklich gut besetzt. Doch leider stolpern die menschlichen Figuren nur durch den Film und können gegen die Präsenz der Titanen nicht ankommen. Diese sind wahrlich bombastisch und es macht viel Spaß, ihnen beim Kämpfen und einfach nur im Bild sein zuzusehen. Aber auch die unterirdischen MONARCH-Stützpunkte sind großartig gestaltet und die Welt rund um die Monster fühlt sich herrlich groß an. Inszenatorisch hat mir „Godzilla“ jedoch deutlich besser gefallen, da Edwards die eindringlicheren Bilder geschaffen hat und Dougherty leider zu sehr auf Wackelkamera und Dauer-Action setzt. Ein wenig mehr Ruhe hätte dem Film gut getan.

Fazit

Insgesamt hatte ich viel Spaß mit „Godzilla II: King of the Monsters“. Vielleicht war ich zu müde und die Dauer-Action hat mich ein wenig ans Limit meiner Aufnahmefähigkeit gebracht. Da ich Monsterfilme liebe, hat der Film jedoch etliche Knöpfe bei mir gedrückt und mit einem zugedrückten Auge gibt es gerade noch: 7/10 Punkte.

Die Mitchells gegen die Maschinen – OT: The Mitchells vs. the Machines (2021)

Heute war ich zum zweiten Mal in diesem Jahr im Büro. Ein wenig zum Arbeiten, aber hauptsächlich um ein paar Kolleg*innen zu sehen. Das hat richtig gut getan. Da es etwas später geworden ist, begrüßten mich die Kinder zu Hause sogleich mit der Frage: Welchen Film schauen wir heute? Klar, Freitag ist ja Filmabend! Natürlich war ich vorbereitet und habe den brandneuen „Die Mitchells gegen die Maschinen“ auf den Fernseher gezaubert. Eine gute Wahl? 🤖

Die Mitchells gegen die Maschinen (2021) | © Netflix

Die Mitchells gegen die Maschinen (2021) | © Netflix

Ein innovatives Action-Abenteuer mit viel Herz

Der vom Regie-Duo Phil Lord und Christopher Miller („Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen“ und „The LEGO Movie“) produzierte Film fällt zunächst durch seinen Render-Stil auf. Hintergründe und Figuren sind zwar eindeutig computeranimiert und doch wirken sie gezeichnet. Hinzu kommen etliche eingebaute 2D-Elemente, welche von animierten Zeichnungen bis hin zu Videoclips reichen. Der Film sprüht in seiner Inszenierung vor kreativer Energie, was jedoch nicht aufgesetzt wirkt, da man sich im Kopf von Katie, der älteren Tochter, wähnt, welche kurz davor steht, ein Filmstudium zu beginnen. Alleine der Stil des Films wirkt so unglaublich erfrischend, dass es eine wahre Freude ist.

Inhaltlich bekommen wir es mit einer kindgerechten Endzeitgeschichte zu tun, in der die Maschinen die Herrschaft über uns Menschen übernehmen. Die Kritik an der übertechnisierten Welt voller Smartphones und IoT-Geräte ist sehr plakativ und überzogen in ihrer Aussage. Dabei ist „Die Mitchells gegen die Maschinen“ keinesfalls technologiefeindlich, denn Katie nutzt diese um sich kreativ auszudrücken, wodurch sie letztendlich (Mini-Spoiler!) auch die Welt rettet. Das alles fügt sich so wunderbar zusammen und ist so herrlich kreativ und witzig umgesetzt, dass es gar nicht weiter schlimm ist, dass die eigentliche Geschichte auf einen Bierdeckel passt. Die Kinder haben teils geschrien vor Lachen und auch ich musste öfter mit den Tränen kämpfen. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

Fazit

Es ist sehr schade, dass „Die Mitchells gegen die Maschinen“ keine Kino-Auswertung erfahren konnte. Der Film hätte es verdient gehabt. Ich bin sehr begeistert und kann das kunterbunte Sci-Fi-Abenteuer allen von klein bis groß nur ans Herz legen: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Godzilla (2014) (WS1)

Nach einem wunderschönen Samstag, den ich beinahe komplett draußen verbracht habe, sind wir abends erst spät aufs Sofa gekommen. Dennoch hatte ich Lust auf einen Film und mit „Godzilla“ die Wahl auch schon im Vorfeld getroffen. Die Fortsetzung „Godzilla II: King of the Monsters“ steht schon viel zu lange ungesehen im Regal und somit war es an der Zeit, meine Erinnerungen an den ersten Teil aufzufrischen… 🎌

Godzilla (2014) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Godzilla (2014) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Extrem atmosphärische Monster-Action

Es ist kaum zu glauben, dass seit meinem damaligen Kinobesuch von „Godzilla“ bereits sieben Jahre vergangen sind. Wo ist die Zeit nur hin? Auf jeden Fall behielt ich den Film als ziemlich gut in Erinnerung, auch wenn mich damals ein paar Aspekte gestört hatten. Zur Einordnung meiner Beziehung zu Godzilla als Filmfigur, hier noch einmal ein Zitat aus meiner ersten Besprechung des Films:

Auch wenn ich zu Godzilla als Filmmonster keine besonders tiefe Beziehung habe, so erinnere ich mich doch noch gut an regnerische Sonntagnachmittage, an denen ich mich von den japanischen Originalfilmen habe berieseln lassen. An die Handlung der Filme kann ich mich nicht mehr erinnern, doch hatte ich Spaß an den Monstern und Effekten – zumindest bis ich 1993 „Jurassic Park“ im Kino sah. Auch mit Godzilla sollte ich 5 Jahre später noch eine Begegnung auf der großen Leinwand haben: Nachdem mich Roland Emmerichs „Independence Day“ 1996 in einen Actionrausch versetzte, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen 1998 auch seine stark amerikanisierte Interpretation von „Godzilla“ zu sehen. Auch wenn der Film viel Kritik einstecken musste, so hatte ich doch Spaß mit der großen, albernen Monsterhatz.

– Besprechung zu „Godzilla“ vom 24.05.2014

Bei der heutigen Sichtung hat mir erneut der langsame Spannungsaufbau am besten gefallen. Über den Großteil des Films sieht man die Monster nur schemenhaft und in Andeutungen. Wenn sie dann in Erscheinung treten, dann meist aus der Perspektive der menschlichen Protagonisten, sprich nur einmal ein Bein der einen Schwanz. Das wirkt sehr immersiv und unglaublich atmosphärisch. Überhaupt kann Gareth Edwards, der sein Talent zur Inszenierung von Monstern bereits 2010 in „Monsters“ gezeigt hat, durch ein unfassbares Gespür für Bilder überzeugen. Da gibt es keine Wackelkamera oder stakkatoartige Schnitte. Nein, Edwards lässt die Kamera verweilen, selbst wenn wir nur einen kurzen Blick auf Godzilla und die MUTOs erhaschen. Wenn sie dann im Finale in ihrer kompletten Pracht vor uns auftauchen, ist die Wucht des Kampfes umso beeindruckender.

Auch wenn mir die Schauspieler heute, vermutlich aufgrund der Originalfassung, nicht so negativ aufgefallen sind, so ist das Drehbuch zweifelsfrei ziemlich flach. Gerade die Dialoge sind manchmal schmerzhaft simpel. Doch auch das hat mich heute nicht sonderlich gestört und ich konnte mich voll uns ganz von der dichten Atmosphäre von „Godzilla“ mitreißen lassen. So darf das auch manchmal sein.

Fazit

„Godzilla vs. Kong“ ist momentan in aller Munde, meine Erinnerungen an „Kong: Skull Island“ sind noch relativ gut und durch die Auffrischung von „Godzilla“ habe ich nun enorm Lust auf „Godzilla II: King of the Monsters“ bekommen. Insofern hat Gareth Edwards alles richtig gemacht und ich war heute vermutlich genau in der richtigen Stimmung für atmosphärische Monster-Action: 8/10 Punkte.

The Boys – Season 2

Nach meiner Sichtung der ersten Staffel von „The Boys“ war ich mir sicher, auch in die zweite Staffel sofort reinzuschauen, wenn sie erscheint. Zumal ich Autor Garth Ennis durch seinen Comic „Preacher“ und die zugehörige Serienadaption sehr zu schätzen gelernt habe. Doch, wie es manchmal so ist, habe ich „The Boys – Season 2“ erst später nachgeholt. Jedoch besser spät als nie… 🦸‍♂️🦸‍♀️

The Boys – Season 2 | © Amazon Prime Video

The Boys – Season 2 | © Amazon Prime Video

Die wilde Superheldensaga geht in die 2. Runde

Die zweite Staffel setzt genau nach der ersten an. Die große Enthüllung an deren Ende wird jedoch nicht direkt aufgenommen und der Handlungsstrang rund um Karl Urbans Butcher erst später weiterverfolgt. Mit Stormfront gesellt sich eine neue Heldin zu den Seven, welche sich später (keine Überraschung an dieser Stelle) als Antagonistin herausstellen wird. Gerade in Kombination mit dem erneut ultrafiesen Homelander ist das eine gefährliche Kombination. Doch auch in der Führungsriege von Vought bewegt sich so einiges und Giancarlo Esposito als Vought-Boss ist, wie bereits in „Breaking Bad“, sehr erfrischend. Hinzu kommt eine an Scientology erinnernde Kirche, welche für weitere Turbulenzen zwischen den Supes und den Boys sorgt.

Am besten hat mir wohl gefallen, dass etliche Charaktere nun eine ausführlichere Hintergrundgeschichte verpasst bekommen, was es mir deutlich leichter gemacht hat, mit ihnen mitzufiebern. Gerade die Dreiecksbeziehung zwischen Butcher, Becca und Homelander war sehr emotional aufgeladen. Zwar gibt es immer noch etliche plakative und platte Schockeffekte, wie bereits in der ersten Staffel, doch insgesamt fühlt sich das zweite Jahr gesetzter und kraftvoller an. Wunderbar waren auch wieder die Bezüge zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, welche die satirische Grundstimmung der Serie unterstreichen. Wirklich extrem unterhaltsam.

Fazit

Auch im zweiten Jahr konnte mich „The Boys“ begeistern. Handlung und Figuren gewinnen mehr Tiefe, was jedoch nicht auf Kosten fieser Splattereffekte oder des irrsinnigen Humors geht. Auch im dritten Jahr werde ich bestimmt wieder mit dabei sein, wenn die Boys neue Supes jagen: 9/10 (8.8) Punkte.

BuyBust (2018)

Was für ein Tag. Morgens in die Schule für einen Corona-Test gefahren, für einen kurzen Moment ein falsches Ergebnis bekommen, Panik und Erleichterung innerhalb nur einer Minute. Laufen gewesen und später am Tag erschreckende Zahlen der Testungen vernommen. Was für ein Tag. Sagte ich das schon? Mit „BuyBust“ wollte ich abends dann nur noch unterhaltsame Action genießen. Ob der Plan aufgegangen ist?

BuyBust (2018) | © Alive

BuyBust (2018) | © Alive

Anstrengend und doch faszinierend und packend

Ich muss gestehen, dass mich vor allem das schöne Mediabook (siehe Foto unten) zum Kauf verleitet hat. Doch auch die Aussicht auf einen philippinischen Actionfilm, der keine Gefangenen macht, schien vielversprechend. Im Vorfeld wurde Erik Mattis Film oft mit „The Raid: Redemption“ verglichen, der ja mehr als ein Achtungserfolg war. Letztendlich haben beide Filme, bis auf ihre grobe Prämisse (eine detailliert erzählte Razzia bzw. Verhaftung), aber gar nicht so viel gemein. „BuyBust“ beginnt erstaunlich ruhig und baut während seiner ersten halben Stunde eine enorme Spannung auf. Man lernt die Figuren kennen und die Atmosphäre ist zum Schneiden dicht. Die Inszenierung wirkt recht naturalistisch, was ich zu diesem Zeitpunkt noch mochte.

Als es letztendlich in die Slums von Gracia geht, scheitert der zuvor gefasste Plan natürlich und die Einsatzkräfte müssen aus einem Schmelztiegel von Armut und Gewalt fliehen. Ab diesem Zeitpunkt reiht sich eine Actionszene an die nächste, was zunächst einmal großartig klingt. Allerdings zeigt sich hier, dass Regisseur Erik Matti zwar Atmosphäre wunderbar einfangen kann, er aber kein Action-Regisseur ist. Bis auf eine durchaus imposante Plansequenz gegen Ende des Films, ist jede Actionszene komplett verwackelt und durch unzählige sowie unnötige Schnitte zerteilt. Als Zuschauer habe ich schnell die Orientierung verloren und konnte dem Geschehen nur schwer folgen. Wirklich sehr schade, da der Film an anderer Stelle viel richtig macht. Selbst die harte Gewalt wirkt seltsam entrückt, da das Schnittgewitter nicht wirklich zur Action passen will.

Fazit

Auch wenn „BuyBust“ audiovisuell teils unangenehm anstrengend ist, so konnte mich seine dichte Atmosphäre dennoch begeistern. Auch seine Aussage besitzt durchaus mehr Substanz als man zunächst vermuten würde. Letztendlich war mir der Kern des Films, der zu einer guten Stunde aus Non-Stop-Action besteht, aber zu redundant und handwerklich zu schwach umgesetzt. Dennoch eine interessante Erfahrung abseits des klassischen Hollywood-Kinos: 6/10 Punkte.

The Hunt (2020)

Der heutige Tag ist wie Sand zwischen meinen Fingern zerronnen. Unfassbar. Da war der letzte Lauf des Monats noch das größte Highlight. Als es dann Zeit für den Filmabend war, hatte ich einmal wieder Lust auf etwas Härteres und habe deshalb „The Hunt“ in den Player geschoben. Im Vorfeld wusste ich nicht viel über den Film, weshalb er mich positiv zu überraschen wusste… 🐷

The Hunt (2020) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Hunt (2020) | © Universal Pictures Germany GmbH

Wendungsreich und auf seine Art unterhaltsam

„The Hunt“ macht wahrlich keine Gefangenen. Bereits im Prolog spritzt das Blut und es wird die Stimmung für die kommenden 90 Minuten gesetzt. Trotz aller Härte wahrt der Film eine ironische Distanz zur Gewalt, was ich in dieser Form zuletzt in „Scream“ so erlebt habe. Speziell das Finale hat mich in seiner Inszenierung stark an Wes Cravens Horror-Meilenstein erinnert. Auch inhaltlich besitzt „The Hunt“ mehrere Ebenen und es gibt etliche Wendungen, welche uns das bisher Erlebte reflektieren lassen. Dabei schießen sich Damon Lindelof und Nick Cuse (beide u.a. bekannt für „The Leftovers“) nicht auf eine Gruppe ein, sondern jeder bekommt sein Fett weg.

Die Mischung aus satirischen und sozialkritischen Elementen, wirklich harter Gewalt und einem unglaublichen Tempo, machen den Film unfassbar unterhaltsam. Zumindest wenn man sich darauf einlassen kann. Eine wirkliche Entdeckung ist auch Betty Gilpin, die ich zuvor noch überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Auch in „The Hunt“ muss sie sich erst ins Scheinwerferlicht kämpfen, denn alle anderen scheinbaren Hauptfiguren ergeht es wie Marion Crane und man muss sich als Zuschauer alle paar Minuten neu orientieren. Wie an vielen anderen Stellen, spielt der Film hier gekonnt mit den Erwartungen seines Publikums.

Fazit

Auch wenn „The Hunt“ vor allem dafür bekannt ist, dass er einer der ersten Filme war, die der ersten Corona-Welle zum Opfer gefallen sind, so lohnt sich eine Sichtung auch ein gutes Jahr nach dem kurzen Hype. Ob er beim zweiten Mal, wenn die Überraschungen bekannt sind, noch genauso gut funktioniert, vermag ich nicht zu sagen. Diese erste Sichtung war auf jeden Fall extrem unterhaltsam: 8/10 Punkte.