Bunny

Auf der zweiten DVD von „Ice Age“ befindet sich ein erstaunlicher Kurzfilm: „Bunny“. Dieser hat 1998 den Oscar für Best Short Film, Animated gewonnen und diesen Preis meiner Meinung nach auch wirklich verdient.

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Anders als die meisten Animationsfilme ist „Bunny“ eher traurig und melancholisch. Dennoch ein fantasievolles Märchen. Realistisch texturiert und animiert, fast an Stop-Motion erinnernd. Dazu das Thema Tod und ein Happy End. Ich hätte nicht gedacht, dass solch eine Kombination so gut funktioniert. Erstaunlich und ergreifend. Mir stellt sich nun die Frage ob solch erwachsene Animation auch jemals den Weg auf die Kinoleinwand finden wird oder ob diese Technik dem Genre des Kinderfilms vorbehalten bleibt: 9/10 Punkte.

Ice Age

Gestern Abend habe ich mir nach – für mein normales Sehverhalten – längerer Zeit einmal wieder einen Film angesehen: „Ice Age“. Ich erinnere mich noch genau daran, als ich das erste Mal den Teaser im Kino gesehen habe. Tränen. Ich habe wahrlich Tränen gelacht. Ebenso erinnere ich mich daran, wie unendlich enttäuscht ich nach dem Kinofilm war. Der Teaser hat sich als Scrats Eröffnungsabenteuer herausgestellt und auch sonst ist nicht mehr viel vom spritzigen Humor übrig geblieben. Da ich den zweiten Teil allerdings ziemlich unterhaltsam fand, wollte ich auch der ersten Eiszeit nochmal eine Chance geben. Und es hat sich gelohnt.

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Man darf „Ice Age“ einfach nicht mit den Filmen von Pixar vergleichen. Haben diese ausgefeilte Geschichten und Figuren mit wirklicher Tiefe, so ist „Ice Age“ eine simple Aneinanderreihung von Gags. Diese sind aber teils so gelungen und komisch, dass sie das Nichtvorhandensein einer Geschichte fast vergessen machen. Man kann es vielleicht so formulieren: Bei Pixar wird man in eine Welt hineingezogen, bei „Ice Age“ bleibt man nur Zuschauer. Aber das macht nichts. Manchmal ist Zuschauen eben auch amüsant.

Die drei Hauptfiguren sind nett anzusehen und sind eindeutig definiert. Allen voran Sid und Manfred. Der vorlaute Tollpatsch und das mürrische Mamut. Beide – wie es sich für einen Animationsfilm gehört – mit einem guten Herz ausgestattet. Diego, der dritte im Bunde, fällt dagegen schon etwas ab und muss zu oft als reines Mittel zum Zweck für die Geschichte herhalten. Ebenso das Kind. Überhaupt ist der gesamte Erzählstrang der die Menschen involviert unglaublich schwach: Die Modelle, die Animation, die Story. Alles nicht wirklich gelungen und trotz der kurzen Laufzeit des Films, wirken diese Stellen doch recht zäh. Glücklicherweise hat man im zweiten Teil komplett auf die Menschen verzichtet und sich ganz und gar den Urviechern gewidmet.

„Ice Age“ funktioniert am besten, wenn Slapstick ins Spiel kommt. Hier läuft die Animation zur Hochform auf. Ganz große Klasse. Man muss sich wirklich nur die ersten drei Minuten anschauen und schon weiß man, wo die Stärken liegen. Auch Sid hat einige solche Momente zu bieten. Auch die Macher scheinen sich dieser Stärken bewusst gewesen zu sein, denn in der Fortsetzung überwiegen solch körperbetonte Slapstickeinlagen.

Die Blue Sky Studios haben mit „Ice Age“ einen Film geschaffen, der sich Vergleiche mit Pixar gefallen lassen muss, diesen allerdings nicht standhalten kann. Die Geschichte ist einfach zu schwach und selbst die netten Charaktere wirken im Vergleich wie Abziehbilder. Die Animation hat zwar wirklich starke Momente, doch auch von der technischen Seite hinterlässt „Ice Age“ einen durchwachsenen Eindruck. Als kurzweiliger Slapstickfilm schaffen es Sid, Manni und ganz besonders Scrat dennoch bestens zu unterhalten: 7/10 Punkte.

Mögliche Idee: Erster Test

So langsam entwickelt sich eine Idee. Zwar noch sehr roh und verschwommen, aber dennoch. Mir schwebt so etwas wie die Konstruktion „unmöglicher Räume“ und eine Interaktion mit ihnen vor. Also z.B. jemand öffnet die Tür eines Küchenschranks und dahinter befindet sich dann ein Raum, in dem sich eine andere Person befindet. Oder jemand hebt einen Teppichboden an um darunter dann Abgrund vorzufinden. Oder jemand geht durch eine Tür und kommt in solch einem „unmöglichen Raum“ heraus. Oder so ähnlich.

Da mir die Idee selbst noch zu wage ist, habe ich erst einmal versucht, ob ich dies technisch überhaupt realisieren kann. Mangels größerem Blue- oder Greenscreen habe ich halt erst einmal ein – mehr oder weniger – grünes Blatt genommen und ganz simpel auf einer ebenen Fläche platziert. Ich habe versucht die Kamerabewegung so ruhig wie möglich zu gestalten, doch ohne Dolly wird das nichts. Da muss ich mir auf jeden Fall noch etwas einfallen lassen.

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 Clean Plate – Der unbearbeitete Hintergrund

Das Material hat sich trotzdem einigermaßen tracken lassen und somit konnte ich die 3D-Kameradaten weiterverarbeiten. Ich habe einfach eine Box gebaut und aus dieser einen Ball springen lassen. Die Schranktür musste ebenso nachmodelliert werden, da sie ja den Schatten der Kugel empfängt. Nach einigen Versuchen hat das auch ganz gut geklappt. Im Compositing habe ich noch etwas versucht das unterschiedliche Material anzupassen. Ich denke mit etwas Arbeit, einer ausgefeilten Geschichte, einem richtigen Greenscreen und viel Zeit lässt sich daraus durchaus etwas machen.

Für das Video (WMV, ca. 1 MB) bei Interesse einfach auf das Bild klicken.

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 Compositing mit 3D Elementen

ALIAS – Staffel 5

Gestern habe ich die letzte Folge von „ALIAS – Staffel 5“ gesehen. Kaum zu glauben. Vor einem halben Jahr habe ich noch gedacht, dass die Serie ein schwacher Mix aus „Lola rennt“ und „James Bond“ ist. Heute weiß ich es besser und ich werde die spannenden Geschichten um Sydney Bristow wahrlich vermissen.

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Die fünfte Staffel von J.J. Abrams Agentenserie beginnt erstmals ohne zeitlichen Abstand zur vorhergenden Episode. Dennoch muss man sich bald mit einer ungewohnten Situation abfinden. Bereits in der ersten Episode stirbt eine der Hauptfiguren. Ich war wirklich ziemlich geschockt, kam es doch bisher immer zu wundersamen Rettungen. Dennoch wird diese Storyline konsequent und logisch im Serienstil fortgesetzt und man gewöhnt sich als Zuschauer schneller an die neue Situation als einem lieb ist. Bald stoßen auch neue Verbündete zum Team, die eine willkommene Abwechslung darstellen. Schön ist auch, dass die alten Charaktere nicht vernachlässigt werden und in der letzten Staffel auch wirklich jede wichtige Figur der Serie noch mindestens einen Auftritt absolvieren darf. Das Serienuniversum wirkt dadurch äußerst schlüssig – etwas, was ich bei vielen anderen Serien vermisse. Insofern ist es vielleicht positiv zu bewerten, dass „ALIAS“ bereits nach der fünften Staffel eingestellt wurde.

Vom Stil her besinnt sich die fünfte Staffel wieder auf die Anfänge der Serie. Es gibt wieder vermehrt verdeckte Operationen und Doppelagenten. Auch die episodenübergreifende Haupthandlung tritt wieder stärker in den Vordergrund. Es kommt zu einigen spannenden Wendungen und Einsätzen – und gegen Ende wird sogar die Rambaldi-Geschichte zu einem überzeugenden Abschluss gebracht. Man mag sich hier teils spektakulärere Bilder gewünscht haben, doch mir hat das charakterbezogene Ende und die Frage nach Schicksal und Selbstbestimmung wirklich äußerst gut gefallen. Hier war dann auch eine deutliche inhaltliche Parallele zu J.J. Abrams zweitem Serienhit „Lost“ auszumachen. Als einzigen Kritikpunkt sehe ich hier allein die etwas überhetzte Handlung in den letzten Episoden, was wohl durch die Kürzung der Staffel von 22 auf 17 Folgen zu erklären ist. Schade, aber es wurde das Beste daraus gemacht.

Ich habe noch nicht viele Serien komplett gesehen. Bei den 40minütigen Shows ist mir bisher auch noch keine Serie untergekommen, bei der mich das Ende so mitgenommen hat. „Dawson’s Creek“ war mehr als schwach. „Ally McBeal“ hat gegen Ende auch nicht mehr überzeugt. Doch bei „ALIAS“ fällt der Abschied wirklich schwer. So ist es mir bisher nur nach dem Ende von „FRIENDS“ ergangen. J.J. Abrams hat wirklich eine tolle Serie mit grandiosen Schauspielern und einer durchgängig sehr guten Qualität geschaffen. Im Folgenden möchte ich noch ein Staffel-Ranking vornehmen. Objektiv gesehen lassen sich die Plätze zwei und drei wohl vertauschen, doch hat mich die fünfte Staffel emotional einfach mehr gepackt:

1. „ALIAS – Staffel 2“
2. „ALIAS – Staffel 5“
3. „ALIAS – Staffel 1“
4. „ALIAS – Staffel 3“
5. „ALIAS – Staffel 4“

„ALIAS“ ist wirklich eine Ausnahmeserie und ich kann sie auch Skeptikern nur ans Herz legen. Ich habe wirklich selten solch ein in sich stimmiges Serienuniversum gesehen. Die fünfte Staffel ist schließlich der krönende Abschluss einer (fast) perfekten Geschichte: 9/10 Punkte.

Es ist wie verhext…

Man stelle sich vor, dass man über zwei Monate auf eine Zusage wartet. Dann nach etlichen Abwägungen und einem Gespräch mit dem betreuenden Professor entschließt man sich schweren Herzens das Projekt zu kippen, da die Zeit zu knapp wird. Man sagt also von selbst ab und prompt kommt ein paar Stunden die verspätete Zusage, dass das Projekt doch klappen würde. ARGH!

Ich hasse solche Entscheidungen. Wäre ich mit dem Projekt besser gefahren? Hätte es am Ende tatsächlich nur das erwartete Chaos und die damit verbundenen Verzögerungen gegeben? Wäre alles glatt gegangen und hätte in einem Job resultiert? Manchmal wünschte ich mir wirklich, man könnte im Leben einfach einmal speichern und bei Bedarf den Spielstand wieder laden…

Nun gibt es allerdings kein zurück mehr und ich muss/darf mir selbst was einfallen lassen. Thema ist nach wie vor Matchmoving und Camera Tracking. Der praktische Teil steht mir nun jedoch frei. Wünschenswert wäre eine pfiffige kleine Geschichte mit einem AHA-Effekt am Ende. Wichtig ist einzig und allein, dass reale Aufnahmen mit bewegter Kamera mit 3D Objekten verknüpft werden. Grundlegende Idee: Eine Alltagssituation, die eine unerwartete Wendung nimmt. Wer Ideen in dieser Richtung hat – egal wie verrückt – bitte melden! Bin für jegliche Inspiration dankbar… 🙂

Der letzte Kuss – OT: The Last Kiss

Nach Zack Braffs überragendem „Garden State“ konnte ich kaum noch seinen nächten Film erwarten. Schließlich kam der Trailer zu „The Last Kiss“ und ich war ziemlich begeistert. Jedoch habe ich zugleich erfahren, dass Braff hier nur Darsteller ist, was die Vorfreude doch etwas getrübt hat. Glücklicherweise hat er sich zudem um den Soundtrack gekümmert, der bereits bei „Garden State“ ganz großes Kino gewesen ist – und auch in anderen Dingen kann „The Last Kiss“ an Braffs Regiedebut anknüpfen.

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„The Last Kiss“ ist das Remake eines italienischen Films. Normalerweise stehe ich Remakes eher skeptisch gegenüber, da sie nur selten Neues zu einer bekannten Thematik hinzufügen können (siehe „Vanilla Sky“ o.ä.) – doch ohne Kenntnis des Originals konnte ich „The Last Kiss“ gestern unbeschwert genießen. Betrachtet man „Garden State“ als Märchen über das Erwachsenwerden, so ist dieser Film eher die ungeschönte Realität. Es geht um Probleme, Beziehungsängste und Fehler die begangen werden. Trotz heiterer Momente ist der Grundton des Films eher ernst – aber nicht schwermütig.

Ich denke jeder, der so langsam aber sicher auf die 30 zugeht kann sich sehr gut mit Braffs Charakter identiffizieren. Das Leben wird plötzlich so ernst. So bedeutsam. Es müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden. Ich selbst kann diese Angst vor der eigenen Zukunft ziemlich gut nachvollziehen – und ich denke hier liegt die wahre Stärke des Films. Zumindest mir war ein verständnisvolles Mitfühlen möglich. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt.

Michael (Zack Braff) stürzt sich in ein Abenteuer, von dem er selbst weiß, dass es falsch ist. Hier wird auch kein Rückzieher gemacht: Im Film geschieht das, was man in der eigenen Realität wohl nicht so leichtfertig machen würde. Ich zumindest nicht. Auch wieder eine Stärke des Films. Es gibt bestimmt viele Menschen – vielleicht besonders Männer – die in einer solchen Situation ähnlich reagieren würden. Doch der Film funktioniert auch für Zuschauer, die nicht über die zweifelnden Gedanken hinauskommen. Der Film zeigt wie es weitergehen könnte. Dass nicht jede getroffene Entscheidung richtig ist. Dass es häufig kein zurück gibt, das Leben jedoch immer seinen Lauf nimmt. Diese Umstände zeigen sich nicht nur im Haupterzählstrang, sondern finden ihre Entsprechung auch in den Geschichten der besten Freunde.

Das Ende des Films lässt den Zuschauer schließlich selbst mit einer Entscheidung zurück: Wie wird es für Michael und Jenna weitergehen? Wird sie ihm verzeihen? Wenn ja, wird es wirklich sein letzter Fehltritt gewesen sein? Das Ende kommt plötzlich und ist dennoch die einzig konsequente Lösung, wie der Film enden kann.

„The Last Kiss“ ist ein schöner, lustiger und teils trauriger Film. Ich konnte mit den Figuren über große Teile wirklich mitfühlen und auch die Bereiche die mir fremd waren, konnten mich auf der Leinwand überzeugen. A propos überzeugen: Die Wahl der Darsteller – allen voran Zack Braff – fand ich ausgezeichnet. Sehr glaubwürdig und sympathisch. Der visuelle Stil ist zurückhaltend und doch effektiv und sehr passend. Der Soundtrack ist zudem wieder einmal mehr als gelungen. Eine wahrlich gelungene Auswahl!

Insgesamt ist „The Last Kiss“ ein wirklich interessanter und schöner Film über die dunklere, aber nicht hoffnungslose Seite von Beziehungen. Zwar nicht so magisch und 100%ig einen Nerv bei mir treffend wie „Garden State“, aber dennoch besser als die meisten anderen sogenannten romantischen Komödien: 8/10 Punkte.

5-25-77 Trailer

Nachdem ich herausgefunden habe, dass man hier auch YouTube-Videos einbetten kann, möchte ich einen der schönsten und von mir meistgesehensten Trailer des letzten Jahres präsentieren: „5-25-77“.

Selten habe ich mich so auf einen Film gefreut. Nicht nur eine „Star Wars“-Hommage, sondern ein Film für alle, denen die bewegten Bilder schon immer etwas mehr bedeutet haben, als allen anderen. Großes Kino, da gehe ich jede Wette ein!

Johnossi

Die (noch) kleine schwedische Band JOHNOSSI hat sich im Nachhinein als größte Überraschung des Münchner MANDO DIAO-Konzerts erwiesen – zumindest für mich. Besonders einer ihrer Songs hat sich bereits so in mein Gedächtnis gebrannt, dass ich das Gefühl habe ihn schon ewig kennen. Es gibt solche Songs und MAN MUST DANCE ist definitiv ein solcher.

Ich kann jedem, der sich auch nur etwas für echte Musik – mit echten Instrumenten, echten Menschen und so – interessiert, nur empfehlen einmal bei JOHNOSSI reinzuhören. Was die zwei Freunde mit ihrer Band auf die Beine gestellt haben ist wirklich unglaublich. Ihr seht, meine Begeisterung kennt keine Grenzen. 😀

Zu finden sind Songs von JOHNOSSI auf:

johnossi.com unter Music
und myspace.com/johnossi

Definitive Anpieltipps (in dieser Reihenfolge):

MAN MUST DANCE
THERE’S A LOT OF THINGS TO DO
EXECUTION SONG

…wenn man überhaupt über MAN MUST DANCE hinauskommt, bei dem selbst ich inzwischen anfange zu tanzen. 😉

Mando Diao – Ode to Ochrasy Tour 2006 – Zenith München

Gestern Abend war es endlich soweit: MANDO DIAO rocken in München. Nach einer ca. zweistündigen Anreise waren wir rechtzeitig in der Halle, um noch gemütlich unsere Jacken abzugeben – dazu später mehr – uns ein kaltes Bierchen zu genehmigen und uns einen guten Platz in der Menge zu suchen. Gesagt, getan.

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JOHNOSSI

Pünktlich um 20 Uhr hat die erste Vorgruppe – die mir bis dato unbekannten JOHNOSSI – angefangen eine ziemlich beeindruckende Vorstellung abzuliefern. Die Jungs waren nur zu zweit, haben aber Lärm für mindestens doppelt so viele Bandmitglieder gemacht. Ziemlich beeindruckend und launige Mucke, die stilistisch in eine Linie mit MANDO DIAO fällt. Kann was.

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RAZORLIGHT

Nach ca. einer halben Stunde Umbaupause haben dann RAZORLIGHT – die zweite Vorgruppe – die Bühne betreten. Die Londoner Jungs sind bereits eine bekannte Größe im Musikgeschäft und wissen mit eingängigen Melodien und einer sehr präsenten Bühnenperformance zu überzeugen. Würde mich doch sehr wundern, wenn sich der Bekannheitsgrad durch den MANDO DIAO-Support nicht noch einmal steigern würde. Ich werde RAZORLIGHT auf jeden Fall im Auge behalten.

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MANDO DIAO starten fulminant…

Nach einer viel zu langen, fast 40minütigen Umbaupause betreten schließlich MANDO DIAO die Bühne. Gestartet wird gleich mit einem Kracher: WELCOME HOME, LUC ROBITAILLE. Die Menge geht gut mit und nach und nach streuen die Jungs aus Schweden auch immer mehr ältere Songs in ihr Set ein. Die Liveperfomance ist wirklich genial, wenngleich sie mir teils auch etwas zu routiniert vorkam. Nach einer knappen Stunde hat dann bereits das Spielchen mit den Zugaben angefangen. Diese waren allerdings auch bitter nötig, da noch ein paar wirkliche Kracher aus dem Repertoire der Band gefehlt haben. Die Stimmung war hier auf dem Höhepunkt und ist nur als genial zu bezeichnen. Leider waren dann auch die Zugaben schneller vorbei, als gewünscht und Songs wie TO CHINA WITH LOVE oder IF I LEAVE YOU bleiben leider ungespielt. Insgesamt eine tolle Show, die leider viel zu schnell wieder vorbei war.

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…aber beenden die Show leider viel zu früh.

Insgesamt war das Konzert wirklich toll. Leider wurde die Stimmung etwas durch die mehr als schlechte Organisation der Garderobe getrübt. Sowas habe ich echt noch nicht erlebt. Die Jacken wurden nicht nach Nummern gehängt, sondern kreuz und quer. Die drei Hanseln bei der Jackenausgabe waren damit sichtlich überfordert und auch die Laune der Gäste war auf dem Nullpunkt. Als dann noch Securities um Ruhe sorgen wollten, war die Stimmung gefährlich am kippen. Wir haben das ganze mit Humor gesehen. Ging ja auch nicht anders. Ich hatte ja wenigstens noch etwas Überblick, aber die ca. 80% unter 1,70m haben mir fast etwas leid getan. Nach etwas Smalltalk mit einem Security hat uns dieser schließlich hinter die Absperrung und damit in den heiligen Bereich vor den Tresen gelassen. Nettigkeit zahlt sich eben doch manchmal aus. Nach fast zwei Stunden warten hatten wir schließlich unsere Jacken und konnten den Heimweg antreten. Um 3:30 Uhr bin ich schließlich müde, aber glücklich ins Bett gefallen – mit dem Wissen, dass im Zenith bestimmt noch einige Leute um ihre Garderobe kämpfen.

Curb Your Enthusiasm – Season 1 to 5

Über das letzte halbe Jahr verteilt habe ich mir die fünf bisher existierenden Staffeln von Larry Davids „Curb Your Enthusiasm“ angesehen. Nun ist es erst einmal vorbei und ich habe bereits Entzugserscheinungen. Für „Seinfeld“-Jünger ist Larry Davids autobiographische Fiktion wahrlich eine Offenbarung. Einfach pretty, pretty good!

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Anfangs war ich noch eher skeptisch. Dokukamera und fast nur auf Larry David zentriert. Kann das gut gehen? Oh ja, es kann! Die Geschichten sind genauso komplex konstruiert wie in „Seinfeld“. Zudem kann man nun deutlich erkennen, dass Larry wirklich das Vorbild für George war und teils hat er mich in seinem Verhalten gar an Jerry Seinfelds Seriencharakter erinnert. Durch den Dokustil wirkt alles noch viel unmittelbarer und ist, denke ich, nochmal eine Stufe näher am echten Larry David dran.

Auch die Nebenfiguren passen wie die Faust aufs Auge. In den ersten Folgen war ich sogar noch unsicher, ob nicht auch diese Figuren von ihren realen Vorbildern gespielt werden. Werden sie nicht – doch die Schauspieler sind so perfekt gewählt, dass sie sich nahtlos in Larry Davids Universum einfügen. Auch mit Gaststars – die sich alle selbst spielen – wird nicht gegeizt: Ted Danson, Jason Alexander, Julia Louis-Dreyfus, Ben Stiller, David Schwimmer, Mel Brooks und noch viele mehr. Hier hat Larry David ein glückliches Händchen bewiesen und seine Bedeutung in der Branche wird mehr als deutlich. Eine Tatsache, die bis ins ferne Deutschland anscheinend noch nicht vorgedrungen ist…

Das größte Kapital von „Curb Your Enthusiasm“ sind – neben Larry David – die erzählten Geschichten. In jeder Staffel gibt es eine Rahmenhandlung, die meist in der letzten Folge ihren Höhepunkt findet und vollständig aufgelöst wird. Daneben gibt es in jeder einzelnen Folge einen Subplot, der mindestens ebenso aberwitzig ist. Seit „Seindfeld“ habe ich keine so intelligenten Drehbücher mehr in einer Comedysendung gesehen. Teils abgrundtief böse und manchmal haarscharf am Rande des guten Geschmacks und doch immer sympathisch. Wirklich ganz groß!

Ich hoffe nun, dass es tatsächlich noch zur geplanten sechsten Staffel kommt. Der deutsche Abklatsch „Pastewka“ ist leider kein würdiger Ersatz. Ich habe zwar einige Folgen über mich ergehen lassen, doch Begeisterung wollte sich nicht einstellen. Zwar kein Totalreinfall, aber einfach zu plump und gewollt inszeniert und gespielt. Von den Drehbüchern einmal ganz zu schweigen. Mit deutscher Comedy werde ich einfach nicht warm. Umso bedauerlicher finde ich es, dass Sendungen, die humormäßig 100%ig auf meiner Wellenlänge liegen, hierzulande einfach keinen Anklang finden. Die Leute wissen einfach nicht, was ihnen entgeht: 10/10 Punkte.