Die Goonies – OT: The Goonies

Es gibt Filme, die entwickeln sich über einen gewissen Zeitraum zu den persönlichen Klassikern. Zu dieser Kategorie gehört bei mir „Die Goonies“. Einer der besten – wenn nicht der beste – Kinder- bzw. Jugendfilm, der je gedreht wurde.

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Ich kenne keinen anderen Film, der die unbeschwerte Abenteuerlust, die man als Kind verspürt hat, besser zu transportieren weiß. Früher, als man sich mit den Freunden durch das engste Gestrüpp in die dunkelsten Ecken des Waldes vorgekämpft hat. Als man mit dem Rad querfeldein holperte. Als man hinter jeder Ecke, hinter jedem Stein das große Abenteuer vermutet, es aber doch nur in der Fantasie ausgelebt hat. Genau ein solches Abenteuer erleben die Goonies tatsächlich. Der Film geht in jedem Bereich weiter als die Realität, es schwingt eine fast schon magische Atmosphäre mit – doch die Atmosphäre, die kindlich unbedarfte Abenteuerlust, die Erinnerungen an dieses Gefühl sind echt.

Es ist wirklich erstaunlich wie glaubhaft Chris Columbus seine Charaktere zeichnet und wie gekonnt diese von Richard Donner in Szene gesetzt werden. Hinter all dem schwebt zudem unverkennbar Spielbergs Geist, der dieses unbeschwerte Abenteuergefühl bereits in „E.T.“ heraufbeschwören konnte. Am aller erstaunlichsten ist es aber, wie gut der Film auch noch für Erwachsene funktioniert. Neben den hervorgerufenen Erinnerungen an die eigene Kindheit liegt dies vermutlich an der Ernsthaftigkeit der Erzählung. Sicher gibt es hier viel Unfug und Showeinlagen, doch werden die Charaktere und die Geschichte nie der Lächerlichkeit preisgegeben, wie dies bei Kinderfilmen leider häufig der Fall ist.

Neben dem liebevollen Setdesign, dem wunderbaren Score und der tollen Inszenierung können vor allem die Darsteller überzeugen. Allen voran Sean Austin, der erst viele Jahre später in seiner Rolle als Frodos treuer Begleiter Samwise Gamdschie zu größerem Ruhm kommen sollte.

„Die Goonies“ ist nicht nur ein Film für Kinder und Jugendliche. Diese würden sich heute vermutlich eher über die etwas angestaubten Effekte lustig machen. Vor allem ist er ein Film für Erwachsene, die sich gerne an ihre Kindheit zurück erinnern und sich etwas davon bewahren konnten: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

The Weakerthans – Fallow

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Oft sträube ich mich die Debutalben meiner Lieblingsbands zu kaufen. So geschehen bei JIMMY EAT WORLD, DEATH CAB FOR CUTIE und bisher auch bei THE WEAKERTHANS. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Vermutlich Angst enttäuscht zu werden. So wie es oft in die andere Richtung geschieht. Wenn man mit den Debutalben aufgewachsen ist und mit den Nachfolgern nichts mehr – oder nicht mehr so viel – anfangen kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist WEEZER. Das blaue Album bleibt einfach unerreicht.

Nun also FALLOW. Von diesem Erstlingswerk kannte ich bisher nur das wunderschöne THE LAST ONE, das man auf theweakerthans.org – so wie einige andere Tracks – als vollwertige MP3 herunterladen kann. Nach einigen Durchgängen hat sich nun herausgestellt, dass auch der Rest der Platte den Nachfolgern in nichts nachsteht. Schon bei FALLOW gibt es die unglaublich eingängigen Melodien. Rockige Nummern wechseln sich mit melancholischen Balladen ab. Ergänzt wird all das mit Texten von einer fast schon lyrischen Qualität, die man in der Popmusik wohl kein zweites Mal findet. Schon damals groß.

ANCHORLESS bildet schließlich die Brücke zur Zeit vor den WEAKERTHANS. Das Cover des PROPAGHANDI-Songs (die vorherige Band des WEAKERTHANS-Gründers) funktioniert auch in dieser ruhigen Form und darf wohl als Neuanfang betrachtet werden.

Älter… und kein bißchen Weise – Oder: Ein neues Spielzeug

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Gestern war es einmal wieder so weit: Geburtstag. Ein Jahr älter. Ein Jahr in dem sich viel getan hat. Doch auch ein Jahr, das im Vergleich zum kommenden wohl eher unspektakulär ausgefallen ist.

Neben einer schönen Feier und tollen Geschenken (u.a. Karten für die kommende MANDO DIAO-Tour), habe ich mich – mit Unterstützung von Familie und Freunden – auch selbst beschenkt:

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Nach langem – bzw. nach den Aussagen anderer sehr langem – Hin- und Herüberlegen, habe ich mir endlich einen Camcorder zugelegt. Letztendlich ist meine Wahl auf den Panasonic NV-GS 500 EG-S miniDV Camcorder gefallen. Zwar nicht ganz günstig und im Gegensatz zu preislich ähnlich angelegten Sony Camcordern nicht HDV fähig, aber qualitativ wohl der beste 3CCD-Camcorder im Consumerbereich mit hervorrgender Optik und bewährtem Bediencomfort.

Trotz optischem Bildstabilisator habe ich mir zudem das preiwerte Videostativ Velbon DV7000 gegönnt, das nach ersten Tests bereits voll zu überzeugen weiß: Ruckelfreie Schwenks sind dank des 2-Wege-Fluid-Kopfs uneingeschränkt möglich.

Auch die ersten Aufnahmen mit dem Camcorder haben mich begeistert. Dank des sogenannten ProCinema-Modus kann sogar der typische Videolook vermieden werden. Footage, das in diesem Modus gefilmt wurde, wird auf dem PC sogar progressiv dargestellt. So ganz genau kann ich mir die Vorgehensweise zwar noch nicht erklären, da eigentlich Halbbilder eingelesen werden, doch das typische Interlaced-Flimmern war nicht auszumachen. Schöne Sache das!

Falls die Diplomarbeit sich nun tatsächlich auch in Richtung Video/Film entwickelt, bin ich – zumindest was die technische Seite angeht – fürs erste gewappnet.

ALIAS – Staffel 2

Innerhalb eines knappen Monats habe ich nun auch „ALIAS – Staffel 2“ gesehen. Die Serie kann glücklicherweise ihr hohes Unterhaltungsniveau halten, wenngleich es doch zu vielen Veränderungen kommt. Ich war teils wirklich erstaunt wie mutig J.J. Abrams mit den Regeln seiner Serie umgegangen ist – besonders der Cliffhanger am Ende lässt bei mir große Hoffnungen aufkeimen.

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Mit Sydneys Mutter tritt eine wirklich interessante Figur ins Geschehen, die weit über den bloßen Klischeebösewicht hinwegreicht. Man ist sich als Zuschauer nie sicher, was für ein Spiel sie spielt. Wähnt man sich – und damit auch seine Identifikationsfiguren – auf der sicheren Seite, so kommt es häufig doch ganz anders. Trotz der starken Präsenz dieses neuen Charakters ist die erste Hälfte der zweiten Staffel der ersten noch relativ ähnlich. Als dann jedoch die Allianz – und mit ihr SD-6 – vernichtet wird, zieht das Tempo merklich an und die Struktur der Serie ändert sich. Zunächst ungewohnt, aber meiner Meinung nach der richtige Schritt, um Abnutzungserscheinungen vorzubeugen.

Der weitere Verlauf der Geschichte rückt wieder Rambaldi in den Mittelpunkt, nur um kurz vor Auflösung des Rätsels Sydney und den Zuschauer in eine beinahe schon absurde Situation zu werfen. Wirklich ein grandioser Cliffhanger und ich kann nur hoffen, dass die ditte Staffel in Bezug auf die dadurch geschaffenen Möglichkeiten nicht enttäuschend wird.

Die bekannte Figurenkonstellation bleibt – sieht man von Sydneys Mutter ab – nahezu unverändert. Zumindest anscheinend. Sydneys privates Umfeld wird nahezu schleichend vollkommen umstrukturiert. Dadurch fehlt der gemütliche Rückzugsort, der noch in der ersten Staffel einen Gegenpol zur actionreichen Agentenwelt geboten hat. Dieser Verlust macht sich für Sydney schmerzlich bemerkbar, die jedoch Kraft in der Beziehung zu Vaughn findet. Doch auch der Zuschauer bekommt weiterhin genügend ruhige Szenen zu sehen, so dass auch dieser Schritt als konsequente Weiterführung betrachtet werden kann.

Ansonsten sind mir die zahlreichen Gaststars, wie Ethan Hawke oder Danny Trejo aufgefallen. Auch auffällig war der hochwertigere Look der Actionszenen und der veränderte Score, der mich teils sehr an J.J. Abrams Nachfolgeprojekt „Lost“ erinnert hat.

Insgesamt kann sich „ALIAS“ mit der zweiten Staffel noch einmal steigern und macht weiterhin Lust auf mehr: 9/10 Punkte.

Meg (Steve Alten)

meg.jpgEntgegen vorher gehegter Hoffnungen habe ich im Urlaub doch nur ein Buch geschafft. Das Meer war dann einfach doch zu verlockend – und das trotz des Inhalts des Romans, den ich mir als Urlaubslektüre ausgesucht hatte: „Meg“ von Steve Alten.

Ausschlaggebend für mein Interesse an dem Buch war eine Konzeptskizze – in diesem interessanten Interview mit dem Autor zu finden – zu der kommenden Verfilmung, die allerdings gerade wieder ins Wanken gerät. Zudem hege ich seit jeher ein Interesse für das Meer und Meeresbiologie und bin auch Monstergeschichten nicht abgeneigt. Nach Frank Schätzings überragendem „Der Schwarm“ war es also wieder einmal Zeit sich auch per Buch in die Fluten zu stürzen.

Erwartet hatte ich einen bloßen Haischocker, der eher reißerisch mit der Thematik umgeht. Macht er auch – aber nur in gewissem Rahmen. Auf der anderen Seite stehen detaillierte Informationen, die von der Liebe des Autors für das Meer und das Tauchen zeugen. Selbst die unglaubwürdige Geschichte wird mit Fakten angereichert, die – bis zu einem gewissen Grad zumindest – mich als Leser überzeugen können das zu glauben, was ich lese. Die Grundvorraussetzung für ein Buch. Auch die Figuren kann Steve Alten mit Leben füllen. Zwar sind manche Dialoge nicht sonderlich ausgefeilt, manche Charaktere zu klischeehaft und manche Zufälle zu unglaubwürdig. Doch insgesamt wachsen einem die Figuren ans Herz – auch ein zwingendes Muss.

„Meg“ hat einen eher geringen Umfang von ca. 330 Seiten, wodurch es keine Längen besitzt und sich sehr flüssig lesen lässt. Beim Verschlingen der Buchstaben konnte ich mir bildhaft die Verfilmung vorstellen. Das Buch schreit geradezu danach und ich hoffe wirklich, dass New Line den Mut beweist das Projekt zu stemmen. Der Film könnte die Lücke zwischen Spielbergs „Der weiße Hai“ und Renny Harlins „Deep Blue Sea“ schließen.

Leider ist das Buch zur Zeit vergriffen. Wenn man es noch irgendwo findet und Interesse für das Thema zeigt lohnt sich das Zuschlagen: 7/10 Punkte.

Kalabrien 2006: Rückblick

Nach einer Woche Kalabrien bin ich nun wieder im Lande – inklusive Sonnenbrand, wie es sich für sieben Tage Sonne pur mit über 40° C im Schatten auch gehört. Die Region ist vom internationalen Tourismus noch nicht sonderlich erschlossen, was für sehr italienisch dominierte Verhätnisse gesorgt hat. Das war – sagen wir es einmal so – interessant, denn der Tagesrhythmus entspricht nicht im geringsten dem der Nordeuropäer.

Ruhe und Gelassenheit (zwischen 13:00 und 16:00 Uhr ließ sich kein Italiener am Strand oder sonstwo blicken – Siesta hat oberste Priorität) treffen auf Lebensfreude und Kontaktfreundlichkeit (jeder kommt ganz ohne Scheu mit jedem ins Gespräch) – hinzu kommt eine Vorliebe für Streitigkeiten und Lautstärke. So hat die italienische Animation bis 2:00 Uhr früh ihre Landleute animiert – und nicht nur die, da man selbst bei verriegelten Türen und Fenstern den Animateur direkt neben dem eigenen Bett gewähnt hat. Wenn danach die Zimmer aufgesucht wurden, haben die völlig übernächtigten Bambini (zurecht, denn für Kleinkinder ist das wahrlich keine Uhrzeit mehr) erst einmal eine halbe Stunde Rabatz gemacht – zur Freude der anderen Gäste. Ja die Italiener sind schon ein interessantes Volk. Einerseits bewundernswert in ihrer Art und wirklich sehr aufgeschlossen, andererseits allerdings auch egoistisch und herablassend der Minderheit ausländischer Gäste gegenüber.

Vermutlich hätte ich schon beim Prädikat Club-Urlaub skeptisch sein müssen. Einfach zu viel Animation. War die italienische zwar zu laut und ausdauernd, so hat sich hier jedoch wenigstens der südländische Charme bemerkbar gemacht. Ganz im Gegensatz zum deutschen Team, das krampfhaft und ohne jegliche Selbsironie irgendwelche Shows veranstaltet hat, die lächerlicher nicht hätten sein können – und das Schlimmste: Die Animateure waren unglaublich überzeugt von sich selbst. Glücklicherweise hat sich in der Nähe noch ein Café gefunden, das – wie alle italienischen Örtlichkeiten – Öffnungszeiten hatte, die die Möglichkeit zur Flucht boten. Soviel zum Negativen.

Der Strand und das Meer waren grandios. Kristallklares Wasser, friedliche Fische und angenehmer Wellengang. Hier konnte man sich wirklich entspannen. Anlass zur Freude hat auch die Landschaft gegeben: Im Gegensatz zu vielen Reiseberichten aus Kalabrien gibt es keine braune und verbrannte Erde, sondern grüne Hügel mit unzähligen Pflanzen, die in den unglaublichsten Farben blühen. Wirklich wunderschön. Ebenso famos war die mediterrane Küche: Leichtes und sehr vielfältiges Essen. Äußerst delikat und ansprechend zubereitet – zumindest bis eine Horde Einheimischer über das Buffet hergefallen ist und es in ein Schlachtfeld verwandelt hat.

Abschließend noch ein paar Impressionen aus dem sonnigen Kalabrien:

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 Der Blick aus dem Hotelzimmer

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 Das idyllisch Gelegene Nicotera

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 Der italienische Baustil

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 Santa Maria bei Nacht

Urlaub 2006

Bevor es ernst wird in Sachen Diplomarbeit, Job und den wichtigen Dingen des Lebens, werde ich die nächste Woche noch in wärmeren Gefilden verbringen. Darunter wird natürlich auch mein Medienkonsum und somit mein Blog „leiden“ – wobei ich doch stark hoffe, etwas Zeit zum entspannten Lesen zu finden.

Wie es danach weitergeht? Ich bin selbst schon sehr gespannt. Falls nichts dazwischen kommt (Verhaftung aufgrund von Flüssigkeitstransport o.ä.) werde ich mich auf jeden Fall in gut einer Woche wieder zurückmelden – dann hoffentlicht auch hier mit etwas angenehmerem Wetter!

Die Bourne Identität – OT: The Bourne Identity

Gestern Abend habe ich mir „Die Bourne Identität“ angeschaut. Der Film war zwar nie auf meiner Liste mit den Pflichtsichtungen gestanden, aber da ich vor einiger Zeit in einer Schnittvorlesung die Verfolgungsszene analysieren musste, war bei mir immer ein dezentes Interesse vorhanden. Zudem hat mit Doug Liman der Regisseur einer meiner Lieblingsfilme („Swingers“) Regie geführt.

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Besonders auffällig an „Die Bourne Identität“ ist das europäische Flair. Die Locations sind wirklich fantastisch gewählt und machen den Film realistischer, als die meisten anderen Agententhriller. Es gibt kaum Hochglanzbilder. Die Straßen wirken kalt, nass und dreckig. Einfach realistisch. Man bekommt als Zuschauer wirklich ein Gefühl für die Orte. Paris hat sich auch im Film angefühlt wie Paris. In amerikanischen Großproduktionen leider eine Seltenheit.

Auch die Schauspieler können überzeugen. Selbst Matt Damon nimmt man den CIA-Agenten ohne Gedächtnis ab. Franka Potente passt gut an seine Seite und weiß den weiblichen Part auszufüllen. Leider synchronisiert sie sich mehr schlecht als recht selbst, was sich zwar nicht ganz so desaströs anhört wie bei so manch anderem deutschen Schauspieler, aber die Figur leidet dennoch darunter. Leider sind sie Macher auch nicht um die anscheinend unvermeidbare Liebesgeschichte herumgekommen, die für mich etwas aufgesetzt wirkt und besonders das Ende ziemlich lächerlich wirken lässt.

Die Geschichte kann leider auch nicht so überzeugen, wie ich es mir gewünscht hätte. Da von Anfang an auch die Sicht der CIA gezeigt wird, gibt es keinerlei Überraschungen oder Wendungen in dem Film. Mit der Ausgangssituation mit dem Gedächtnisverlust hätte man viel mehr spielen müssen. Wirklich schade, dass hier gute Chancen verschenkt wurden. Nichts verschenkt wurde dagegen bei der Inszenierung, die erstaunlich flott und doch eher klassisch daherkommt. Wirklich eine Freude in den Zeiten von sinnlos eingesetzten CGIs und Schnittgewittern.

„Die Bourne Identität“ ist ein eher klassischer Agententhriller mit guten Schauspielern und einer fantastischen Atmosphäre, der leider ohne Überraschungen auskommen muss. Trotzdem sehenswert: 7/10 Punkte.

Extras – Staffel 1

Britische SitComs – oder BritComs, wie sie häufig bezeichnet werden – erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, was ich durchaus nachvollziehen kann. Nachdem ich „Coupling“ bereits amüsant und „Spaced“ überragend fand, habe ich mich an die Serie „Extras“ gewagt, die mich vor allem durch das Setting in der Filmbranche und die Gaststars angesprochen hat.

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Nach der Sichtung bin ich nun etwas unschlüssig. Die Serie ist zwar teils urkomisch, aber insgesamt eher im Drama anzusiedeln, denn in der Komödie. Die beiden Hauptcharaktere sind sehr bodenständig und machen auf mich einen relativ realistischen Eindruck. Besonders Rick Gervais‘ Charakter Andy ist ein Jedermann, der dadurch auch zum Sympathieträger und zur Identifikationsfigur der Serie wird. Maggie (Ashley Jensen) dagegen wird mir zu stereotyp gezeichnet. Zwar sympathisch, aber im Ganzen zu naiv. Insgesamt hatte ich auch etwas das Problem, dass nie wirkliche Nähe aufgekommen ist, da man die Figuren meist nur in ihrem Arbeitsumfeld oder in Situationen wahrgenommen hat, in denen sie sich selbst nicht wohlgefühlt haben. Es blieb – im Gegensatz zu „Spaced“ – immer eine gewisse Distanz.

Die Szenen mit den Gaststars sind einerseits eine große Stärke, andererseits aber auch eine große Schwäche der Serie. Die Folgen mit Ben Stiller, Kate Winslet und Patrick Stewart fand ich grandios. Die Schauspieler haben sich selbst prächtig auf die Schippe genommen und waren perfekt in die Geschichte mit eingearbeitet. Ross Kemp war mir ist mir zwar kein Begriff, aber er war gut integriert und nicht zu sehr im Vordergrund gestanden. Samual L. Jackson ist dagegen leider zum Schlussgag verkommen und hat zudem die Geschichte nicht weitergebracht. Schade. Les Dennis schließlich war mir wiederum auch nicht bekannt. Leider hat er in seiner Episode einen zu großen Platz eingenommen und den restlichen Plot etwas verdrängt. Sicher wären hier (bei Kenntnis des Komikers) auch einige witzige Szenen dabei gewesen – so hat mich die Episode leider ziemlich enttäuscht. Hier sehe ich auch die Gefahr bei „Extras“: Man sollte sich nicht zu sehr auf die Gaststars verlassen.

Gegen Ende hat mir die Serie wirklich gut gefallen, da auch eine Entwicklung im Story-Arc zu bemerken war. Ich hoffe, dass man sich in der zweiten Staffel mehr auf die Stärken konzentriert. Bis jetzt vergebe ich verdiente 7/10 Punkte und bin gespannt, welche BritCom als nächstes mein Interesse weckt…

Done the Impossible – The Fans‘ Tale of Firefly & Serenity

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Für alle Fans von „Firefly“ und/oder „Serenity“ gibt es nun eine Dokumentation, die sich mit der Entstehung und Absetzung der Serie und dem nachfolgenden Kinofilm auseinandersetzt. Das Besondere: Sie wird aus der Sicht der Fans erzählt.

Hier wird noch einmal deutlich, was für eine außergewöhnliche Serie Joss Whedon mit „Firefly“ geschaffen hat. Allerdings sieht man meiner Meinung nach, wie Grenzen überschritten werden: Wenn Vorschulkinder bereits den Titelsong mitsingen können, wenn Menschen ihr gesamtes Leben einer abgesetzten Serie widmen oder wenn gestandene Männer aufgrund der Absetzung in Tränen ausbrechen, dann übersteigt das meine Auffassung davon wieviel Platz eine TV-Serie im Leben einnehmen sollte. Andererseits ist soviel Begeisterungsfähigkeit, das Gemeinschaftsgefühl und der positive Grundgedanke in der heutigen Zeit auch bewundernswert.

Die Dokumentation ist professionell aufgezogen und es ist schön die Darsteller und Joss Whedon zu Wort kommen zu sehen. Es ist wirklich eine sympathische Truppe. Aufgrund Entscheidung von FOX bezüglich der Absetzung überwiegt bei mir immer noch Unverständnis. Umso erfreulicher, dass Joss Whedon mit Unterstützung der Fans UNIVERSAL zu einem Kinofilm bewegen konnte. Leider machen sich im Mittelteil der Doku einige Längen und Wiederholungen bemerkbar, aber wenn man bedenkt, dass man es hier mit einem reinen Fan-Projekt zu tun hat, dann kann man darüber hinwegsehen.

Herunterladen kann man die Dokumentation völlig legal über diverse P2P-Netzwerke, z.B. auf LegalTorrents.

Mehr Infos gibt es auf der offiziellen Seite: donetheimpossible.com