Iron Man

Nachdem der Film schon viel zu lange ungesehen im Regal steht, habe ich mich gestern Abend Jon Favreaus „Iron Man“ angenommen. Obwohl ich Comicverfilmungen generell mag, konnte ich mich zuvor nicht so recht zu einer Sichtung aufraffen. Warum auch immer. Nun bin ich aber froh, es getan zu haben.

„Iron Man“ ist das Musterbeispiel eines Superheldenfilms bzw. des ersten Films einer ganzen Reihe. Wie bereits in „Spider-Man“ oder „Batman Begins“ lernt die Hauptfigur ihre neu gewonnenen Fähigkeiten hier zunächst kennen und muss sich mit einer veränderten Lebenssituation auseinandersetzen. Dies geschieht hier einerseits in eher düsteren Szenarion (Tony Starks Gefangenschaft), andererseits in eher komödiantischen Gefilden (Tonys Privatlabor). Eine wahrlich unterhaltsame Mischung.

Die restliche Geschichte – abgesehen vom Erfinden und Zusammenschrauben des Anzugs – ist eher belanglos. Die Darstellung von Tony Starks Lebensstil macht dank eines grandiosen Robert Downey Jr. richtig Spaß, doch die Entstehung des Bösewichts sowie der obligatorische Endkampf stammen eher aus der Klischeekiste. Nett anzusehen, aber (noch) nicht wirklich sonderlich faszinierend. Immerhin musste ich anfangs zweimal hinschauen, um Jeff Bridges (mit Glatze und Vollbart) zu erkennen.

Mir hat der Film enorm viel Spaß gemacht und ich kann mir gut vorstellen, den zweiten Teil nun schneller zu sichten. Favreaus Interpretation des Marvel-Comics spielt für mich zwar nicht ganz oben unter den Comicverfilmungen mit, ist aber doch ein mehr als nur gelungener Beitrag. Als Genrefreund sollte man auf jeden Fall reinschauen: 7/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (056)

Die ersten Sonnenstrahlen. Temperaturen über 10 °C in der Sonne. Da kann man doch nicht den ganzen Tag am Rechner vergammeln. Gesagt, getan. Mein zweiter Lauf dieses Jahr war trotz idealer Laufbedingungen sehr anstrengend, was eindeutig meiner inzwischen wieder schlechten Kondition zuzuschreiben ist. Das muss sich wieder ändern!

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:29:00
kCal: 349
min/km: 6:54

Trotz kurzer Strecke war da wirklich nichts zu holen. Zwar bin ich gut durchgekommen und fühle mich auch nicht all zu kaputt, doch im Vergleich zum letzten Jahr gilt es da einiges aufzuholen. Wenn das Wetter (und die Arbeit) mitspielt möchte ich wieder auf durchschnittlich zwei Läufe bzw. mindestens 10 km pro Woche kommen.

Stöckchen: Blockbuster, Popcorn und Co.

Seit einer halben Ewigkeit habe ich einmal wieder ein Stöckchen erhalten. Konna möchte von mir wissen, ob ich tatsächlich alle der 100 erfolgreichsten Filme kenne. Eine durchaus interessante Frage, der ich mich – dank relativ freiem Wochenende – doch gleich einmal gewidmet habe. Wie Konna selbst habe ich ergänzt, auf welchem Medium die Erstsichtung des jeweiligen Films stattgefunden hat sowie vorhandene Filmkritiken von mir verlinkt. Das Resümee findet ihr am Ende der Liste. Viel Spaß damit!

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Titan A.E. (2000)

Manchmal ist es wunderbar persönliche, beinahe vergessene Filmklassiker hervorzuholen. So habe ich mich seit viel zu langer Zeit einmal wieder Don Bluths „Titan A.E.“ gewidmet. Bereits bei der ersten Sichtung im Kino hatte mich der Film unwahrscheinlich begeistert. Nerdkino in Perfektion. Darauf folgten unzählige Sichtungen auf DVD und die traurige Erkenntnis, dass der Film zu unrecht komplett in der Versenkung verschwunden ist.

Die Geschichte um den vaterlosen Cale Tucker, der sich auf die Suche nach einem verschollenen Raumschiff begibt, welches die Menschheit retten soll, ist simpel aber mitreißend. Überhaupt lebt der Film eher von seinen Animationssequenzen, welche – auf für heutige Augen gewöhnungsbedürftige Art und Weise – klassische 2D-Animation mit computergenerierten Grafiken verbinden. Heute (immerhin 10 Jahre später) mag das alles etwas angestaubt wirken, doch lässt man sich darauf ein, wird man mit teils wunderschönen Szenen belohnt.

Die Atmosphäre des Films ist ziemlich dicht und auch wenn sich die Inszenierung nicht eindeutig für ein Zielpublikum entscheiden kann, so dürfte man als Jugendlicher oder jung gebliebener Erwachsener am meisten Spaß mit „Titan A.E.“ haben. Die grafische Gestaltung und die zusammengewürfelte Crew erinnern mich heute tatsächlich etwas an den grandiosen Sci-Fi-Western „Firefly“, was durch die pointierten Dialoge unterstützt wird. Man merkt hier deutlich, dass Joss Whedon am Drehbuch mitgeschrieben hat.

Eine besondere Erwähnung verdient der Soundtrack, den ich damals rauf und runter gehört habe. Auch wenn sich mein Musikgeschmack seitdem doch weiterentwickelt hat, wurde ich bei der gestrigen Sichtung wieder davon mitgerissen. Da werden Erinnerungen wach.

Für mich zählt „Titan A.E.“ ganz klar zu den Geheimtipps zwischen den Genres. Ein Animationsfilm abseits von Disney und Anime, den man auch als Erwachsener mit viel Vergnügen schauen kann. Schade, dass von Don Bluth („In einem Land vor unserer Zeit“) in dieser Hinsicht nichts mehr kam. Einer meiner persönlichen Klassiker: 8/10 Punkte.

Kaufbefehl: Arrested Development (DVD)

Amazon UK bietet zurzeit die Komplettbox – sprich alle drei Staffeln – der grandiosen Serie „Arrested Development“ für äußerst schmale 17,97 £ (also knapp 24 €) an. Wer bereits Gast bei den Bluths war, der hat die DVDs sowieso schon im Schrank stehen. Wer dagegen unverzeihlicherweise noch nicht das Vergnügen mit der chaotischen Großfamilie hatte, der sollte schleunigst zuschlagen:

“Arrested Development” ist eine Ausnahmeserie und ich kann sie nur jedem ans Herz legen, der etwas für intelligente Geschichten und tolle Figuren übrig hat. Lachen sollte man auch gerne, denn das wird man bei der Sichtung zwangsläufig. Einfach grandios: 10/10 Punkte. (mehr)

In meinem Himmel – OT: The Lovely Bones

Gestern war ich endlich einmal wieder im Kino und habe mir Peter Jacksons Verfilmung von „In meinem Himmel“ angesehen. Bereits seit seiner Ankündigung habe ich mich auf den Film gefreut, wenngleich mir die Vorlage auch unbekannt ist. Ich mag Jacksons Stil und spätestens seit „Heavenly Creatures“ traue ich ihm auch ernstes Drama zu.

Die Bewertung des Films bringt mich in eine Zwickmühle. Einerseits hatte er grandiose Szenen zu bieten, welche mir auch immer im Gedächtnis bleiben werden, andererseits habe ich mich aber auch selten so über gewisse Szenen geärgert. Zu Beginn der Vorstellung war ich mir noch sicher einen der besten Filme des Jahres zu sehen, nach der Vorstellung war ich dagegen bitter enttäuscht. Heute Nacht jedoch hat mich die Geschichte selbst bis in meine Träume verfolgt, was wiederum für die emotionale Kraft des Films spricht. Doch was hat Jacksons Werk nüchtern betrachtet zu bieten?

Der Anfang des Films hat mir ausgezeichnet gefallen. Toll inszeniert, geschrieben und gespielt. Der grausame Höhepunkt war schließlich die Szene in der Susie Salmon auf ihren Mörder trifft. Ich glaube solch einen Kloß hatte ich im Kino nur selten im Hals. Wirklisch erschreckend gut gemacht. Auch die weiteren Szenen in der realen Welt haben bei mir Eindruck hinterlassen. Besonders die Spannungsszenen sind Peter Jackson famos gelungen, was wohl auch Stanley Tuccis beängstigendem Portrait des Serienkillers George Harvey zu verdanken ist.

Neben den wirklich spannenden und emotional ergreifenden Szenen gibt es allerdings noch die Szenen in Susie Salmons persönlicher Zwischenwelt. Die Szenen, die den Film eigentlich hervorheben sollten. Szenen, wie man sie noch nie gesehen hat. Leider jedoch sind gerade diese überflüssig, kitschig und mehr als nur holprig in die Gesamthandlung eingebunden. Ab und zu gibt es ein paar schöne Bilder zu sehen, doch der Rest verkommt zu brachialem CGI-Kitsch. Wirklich enttäuschend. Da hätte ich lieber nur Susies Voice-over gelauscht. Eine Erzählform, die bereits in „American Beauty“ tadellos funktioniert hat.

Neben den enttäuschenden Zwischenwelt-Szenen hat sich die Handlung auch noch einige Ausreißer erlaubt, welche für mich einfach nur unpassend wirkten. Das beste Beispiel ist hier der Kuss. Ich habe ja nichts gegen Kitsch, doch muss dieser auch angemessen in eine Geschichte integriert werden. Überhaupt hatte der Film teils das Problem die Waage zwischen Drama, Humor und Thriller zu halten. Hier hätten Peter Jackson, Fran Walsh und Philippa Boyens etwas mehr Fingerspitzengefühl beweisen müssen. Das Ende des Films war für mich schließlich auch unbefriedigend. Zwar weiß ich, dass es aus der Vorlage übernommen wurde, doch schien mir der CGI-lastige Absturz einfach nur platt und aufgesetzt. Wirklich schade.

Letztendlich hat mich „In meinem Himmel“ wirklich enttäuscht, besonders nach der wunderbar intensiven Eröffnung. Ich bereue die Sichtung jedoch nicht, denn in seinen besten Momenten liefert der Film famoses Drama sowie beklemmende Spannung. Dazwischen wirkt der Film jedoch wie eine billige Kopie von Vincent Wards „Hinter dem Horizont“, was leider nicht als Kompliment zu verstehen ist. Schade, dass man hier das Potential der Geschichte nur ansatzweise genutzt hat: 6/10 Punkte.

The War at Home – Season 1

Zu Weihnachten bekam ich mit „The War at Home – Season 1“ eine mir bis dahin unbekannte Sitcom geschenkt. Obwohl mein Interesse an typischen Familiensitcoms in den letzten Jahren deutlich nachgelassen hat, war ich dennoch höchst erfreut über einen erneuten Ausflug in dieses Subgenre.

Die Freude hielt jedoch nicht sonderlich lange an. Wäre die Serie kein Geschenk gewesen, wäre ich wohl bereits nach den ersten Episoden ausgestiegen. Der Humor rangiert irgendwo zwischen zynisch und einfach nur platt. Hinzu kommen seltsam oberflächliche und unsympathische Charaktere, was für mich in dieser Konstellation einfach nicht so recht funktionieren will. Die Show legt es ganz klar darauf an zu provozieren und anders zu sein, als andere Familiensitcoms, doch leider mag ihr das auch nicht wirklich gelingen.

Nachdem ich mich durch ungefähr 10 Episoden gequält hatte, war ich jedoch erstaunt wie flüssig sich die weiteren Folgen wegschauen ließen. Es gab mehr Schmunzler und man wusste bereits im Vorfeld, welche Gags man zu erwarten hatte. Der typische Sitcom-Gewöhnungseffekt eben. Abgesehen von angestaubten Storylines à la Hilfe, meine Frau will nicht eifersüchtig werden! und unzähligen Klischees hatte ich somit durchaus meinen Spaß mit der Serie. Die direkt in die Kamera gesprochenen Kommentare fand ich zudem durchaus nett anzusehen.

Auch wenn „The War at Home“ nicht der befürchtete Totalausfall war, so gibt es aufgrund der starken Konkurrenz in diesem Genre jedoch keinen guten Grund die Serie weiterzuverfolgen. Im allerbesten Fall durchschnittliche Unterhaltung und mal ehrlich: Braucht man das wirklich? 5/10 Punkte.

In die Wildnis: Allein nach Alaska (Jon Krakauer)

Nachdem ich von Sean Penns Verfilmung mehr als nur begeistert war, habe ich direkt im Anschluss Jon Krakauers Vorlage „In die Wildnis: Allein nach Alaska gelesen. Auffällig beim Lesen war, wie genau sich Penn doch an die Struktur von Krakauers Tatsachenbericht gehalten hat. Einzig Auslassungen und Straffungen sind mir aufgefallen, welche dem Film jedoch zugute kamen.

Die Person des Christopher McCandless wird von Krakauer sehr genau beschrieben. Sowohl seine Herkunft, als auch seine Vorstellungen und Ideale. In meinen Augen entsteht dadurch ein recht realistisches Bild des jungen Abenteurers, welches seine Handlungen für den Leser – aufgrund von McCandless‘ Charakter – durchaus nachvollziehbar macht. Ebenso fand ich nicht, dass Krakauer McCandless – so wie es ihm häufig vorgeworfen wird – zum tragischen Helden stilisiert. Natürlich wird er sympathisch gezeichnet, doch ebenso stark wird darauf eingegangen, dass sich der Reisende nicht ausreichend auf sein Abenteuer vorbereitet sowie sich und seine Fähigkeiten maßlos überschätzt hat.

Der gute Gesamteindruck des Reiseberichts wird leider etwas durch Krakauers abschweifende Erzählweise getrübt. So zieht er nicht nur etliche weitere Abenteurer als Vergleich heran, sondern schweift besonders im Bezug auf seine eigene Wildniserfahrung leider ziemlich ab. Diese Vergleiche machen inhaltlich zwar durchaus Sinn, hätten aber durchaus kürzer erzählt und geschickter in McCandless‘ Odyssee eingeflochten werden können.

Am Ende bleibt ein beeindruckes Zeugnis eines außergewöhnlichen Menschen. Auch wenn ich persönlich etliche Charakterzüge und Handlungen McCandless‘ nicht nachvollziehen kann, so hat mich Krakauers Nacherzählung seiner Geschichte doch wirklich berührt. Beinahe ebenso sehr, wie die in meinen Augen noch gelungenere Verfilmung: 9/10 Punkte.

Bones – Season 3

Als kleinen Seriensnack zwischendurch habe ich in letzter Zeit immer mal wieder eine DVD von „Bones – Season 3“ in den Player geschoben. Auch wenn mich juliaL49 vorgewarnt hatte, erhoffte ich mir insgeheim doch eine fröhliche Serienkillerjagd. Doch gab es diese auch zu sehen?

Leider nein. Definitiv nicht. So vielversprechend die Staffel mit einem episodenübergreifenden Handlungsbogen um einen kannibalistischen, einem Geheimbund entsprungenen Serienkiller auch beginnt, als so enttäuschend entpuppt sich dieser Erzählstrang leider im weiteren Verlauf. Anfangs wirkt die Geschichte viel zu konstruiert, nur um nach einigen Episoden wieder komplett zu verschwinden und am Ende mit einer an den Haaren herbeigezogenen Auflösung ins Staffelfinale zu gehen.

Zwischen den leider enttäuschenden Episoden mit durchgehender Handlung gab es die übliche „Bones“-Serienkost: Unterhaltsame Fälle, nette Charaktere, einfach unterhaltsam. Daneben wurde jedoch wieder das große Familiendrama thematisiert, welches mir bereits in der vorangegangenen Staffel nicht sonderlich zusagte. Aufgrund des Autorenstreiks bietet die dritte Staffel auch nur 15 Episoden, was für einen mehr als nur holprigen Gesamteindruck sorgt.

Freunde der Serie können auch im dritten Jahr getrost reinschauen, man sollte seine Erwartungen nur deutlich herunterschrauben. Die Staffel wirkt unfertig und gehetzt, wofür ich jedoch auch den Autorenstreik verantwortlich mache. Ob es nun qualitativ wieder aufwärts geht? Ich hoffe es. Hierfür sind mehr als 6/10 Punkte jedoch leider nicht drin.