Die Insel – OT: The Island

Gestern Abend war einmal wieder Action angesagt. Action von Michael Bay. Dabei beginnt „Die Insel“ so vielversprechend. Wie schon damals bei der Sichtung im Kino war ich gestern einerseits positiv überrascht und gleichzeitig ziemlich enttäuscht – somit hat sich meine damalige Einschätzung voll und ganz bestätigt.

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In der ersten Stunde erinnert der Film äußerst positiv an die Sci-Fi-Klassiker der 70er Jahre. Der Geist von „THX 1138“ und „Logan’s Run“ schwingt sowohl in der Handlung, als auch in der Ausstattung eindeutig mit. Hier hat mich Michael Bay – obwohl ich seine Filme generell recht unterhaltsam finde – doch äußerst positiv überrascht. Die Geschichte ist relativ düster und es wird eine dichte Atmosphäre aufgebaut. So hätte es von mir aus bis zum Ende weitergehen können.

Leider kommt mit Beginn der Flucht die Wende zum 08/15-Actionkracher à la Michael Bay. Die Geschichte wird auf ein Minimum zurückgeschraubt, es fliegen wieder etliche Helikopter gen Sonnenuntergang und unzählige Fahrzeuge werden demoliert. All dies ist zwar recht spektakulär in Szene gesetzt, doch irgendwie hat man das schon zu oft gesehen und aufgrund der Anhäufung der Action bleiben Ermüdungserscheinungen nicht aus. Schade. Gegen Ende wird der Film zwar wieder etwas vielschichtiger, doch wird das hohe Niveau des ersten Drittels leider nicht mehr erreicht.

Positiv möchte ich auf jeden Fall noch Ewan McGregor und Scarlett Johansson hervorheben, die ein wirklich nettes Pärchen bilden und das beste aus ihrem eingeschränkten Handlungsspielraum machen. Auch Steve Buscemi überzeugt einmal wieder auf ganzer Linie. Auch inszenatorisch kann der Film voll und ganz überzeugen. Das muss man Michael Bay sowieso lassen: Er drückt jedem Film seinen Stempel auf. Er sollte nur etwas mehr auf Ausgewogenheit achten.

„Die Insel“ ist ein wahrlich netter Sci-Fi-Actioner, der mir besser gefällt als z.B. Bays „Transformers“ – allerdings wurde auch viel Potential verschenkt. Für den kleinen Actionhunger zwischendurch ist der Film auf jeden Fall eine Sichtung wert: 7/10 Punkte.

30 über Nacht – OT: 13 Going on 30

Ostermontag habe ich seit Urzeiten einmal wieder einen Film aus dem regulären TV-Programm gesehen: „30 über Nacht“. Anfangs nur nebenbei, doch mit dem Erscheinen von Jennifer Garner (Sydney Bristow, „Alias“) hatte der Film meine Aufmerksamkeit auf seiner Seite.

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Die Geschichte ist wirklich nicht neu. Bereit Tom Hans hatte 1988 in „Big“ mit dem spontanen Erwachsensein zu kämpfen – wenngleich die Prämisse auch nicht 100%ig identisch ist. Jenna unternimmt in „30 über Nacht“ eher eine Zeitreise in die Zukunft ihres Lebens und altert nicht einfach an Ort und Stelle. Probleme und skurrile Situationen finden sich jedoch auch in dieser Variante en masse.

Gary Winicks Film bietet lockerleichte Unterhaltung und läuft damit nicht Gefahr im Langzeitgedächtnis hängen zu bleiben. Der große Pluspunkt des Films ist auf jeden Fall seine Hauptdarstellerin. Jennifer Garner spielt so naiv und losgelöst, dass es eine wahre Freude ist. Ohne sie hätte der Film leicht zu einer simplen Lachnummer werden können.

Leider setzt das Ende des Films so sehr auf Kitsch und Schmalz, dass der positive Gesamteindrück etwas geschwächt wird. Warum hat man noch einmal in die Zukunft blicken müssen? Nein, das hätte wahrlich nicht sein müssen.

„30 über Nacht“ bleibt mir somit als nette Komödie mit toller Jennifer Garner und etwas dümmlichen Ende im Gedächtnis. Kann man sich durchaus anschauen: 6/10 Punkte.

Joyride: Spritztour – OT: Joy Ride (2001)

Es kommt selten vor, dass ich vor dem DVD-Regal stehe und plötzlich richtig Lust auf einen Film habe. Meist ist die Sache mit einem längeren Auswahlprozess verbunden, bei dem meine Wahl meist auf einen Klassiker oder ein bisher ungesehenes Werk fällt. Gestern jedoch hatte ich spontan Lust auf „Joyride: Spritztour“ von John Dahl. Ob das mit unserer kommenden USA-Reise zusammenhängt?

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„Joyride“ ist ein typischer Roadmovie. Ein Roadmovie, wie er nur nach Steven Spielbergs „Duell“ entstehen konnte. Er ist relativ klassisch inszeniert und bietet nur Variationen bereits bekannter Themen. Das gelingt dem Film allerdings äußerst effektiv. Die Geschichte um zwei Brüder, die einem schlecht gelaunten Trucker via CB-Funkanglage einen Streich spielen steigert sich vom harmlosen Geplänkel zu einer spannungsgeladenen Achterbahnfahrt. Selbst bei der Zweitsichtung hatte ich teils schweißnasse Hände.

Als äußerst angenehm sind mir die Charaktere aufgefallen. Obwohl sie vom Alter her eher den typischen Teenie- bzw. Twenfiguren diverser Horrorfilme zuzuschreiben sind, verhalten sie sich erstaunlich nachvollziehbar und sind weit davon entfernt nur klischeebeladene Abziehbilder ihrer Generation zu sein. Auch die Darsteller – Paul Walker, Steve Zahn und Leelee Sobieski – machen ihre Sache erstaunlich gut.

Gut gefällt mir auch, dass der Film nicht zu sehr in typische Horrorklischees investiert. Ich mag gar nicht daran denken, was für ein sinnloses Blutbad aus dem Film geworde wäre, hätte man ihn heute in Zeiten von „Saw IV“ und „Hostel“ gedreht. „Joyride“ erinnert eher an Filme, wie „Hitcher: Der Highway Killer“ oder „Breakdown“ und ist somit einer der gelungeneren Horrorthriller – bei stereotypen Szenen wie im Maisfeld muss man eben einmal ein Auge zudrücken.

Für Freunde düsterer Roadmovies ist „Joyride“ trotz jugendlicher Darsteller auf jeden Fall eine Empfehlung wert: 8/10 Punkte. Auch ich würde mich über Empfehlungen, die in eine ähnliche Richtung gehen freuen!

Jennas Kuchen – OT: Waitress (2007)

Da unser lokales Fremdsprachenkino leider immer mehr dazu tendiert nur Blockbuster zu  (zeigen, mussten wir bis zur DVD-Veröffentlichung von „Jennas Kuchen“ (bzw. „Waitress“) warten, um in den Genuss des Films zu kommen. Beim Einstandspreis von nicht einmal zehn Euro soll mich das aber auch nicht weiter stören.

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„Waitress“ ist einmal wieder ein Film, der mir nur aufgrund der mitwirkenden Schauspieler aufgefallen ist. In der Hauptrolle ist die bezaubernde Keri Russell zu sehen, die mir bereits in der TV-Serie „Felicity“ ans Herz gewachsen ist. Auch hier kann sie wieder voll und ganz überzeugen, wenngleich es anfangs etwas ungewohnt ist sie mit südlichem Akzent zu erleben. Die männliche Hauptrolle wird von Nathan Fillion übernommen, der seit seiner Darstellung von Capt. Mel Reynolds in „Firefly“ zu meinen Lieblingsschauspielern zählt. In einer wichtigen Nebenrolle tritt zudem noch Cheryl Hines auf, die mir als geduldige Ehefrau von Larry David in „Curb Your Enthusiasm“ schon unzählige Lacher beschert hat.

An grandiosen Schauspielern mangelt es „Waitress“ schon einmal nicht. Doch was bietet der Rest des Films? Man sollte keine reine Komödie erwarten, auch kein reines Drama. Der Film von Adrienne Shelly reiht sich am ehesten in die leisen Töne von „Nobody’s Fool“ oder auch „Grüne Tomaten“ ein und besitzt doch einen ganz eigenen Charme. Die Geschichte ist dabei so einfach wie die Charaktere und überzeugt vor allem durch Situationen, Atmosphäre und die Schauspieler. Nicht unbedingt ein Feel-Good-Movie, aber auf jeden Fall ein Film mit optimistischer Grundhaltung – und gerade das macht ihn so sympathisch.

Tragisch ist wohl das Schicksal von Autorin, Regisseurin und Darstellerin Adrienne Shelly, die noch vor der Uraufführung ihres Films ermordet wurde. Sie hinterlässt einen Mann und eine Tochter, die in der letzten Einstellung auch als Jennas Tochter zu sehen ist. Mit „Waitress“ hat sie ihr filmisches Vermächtnis hinterlassen und wird nicht nur als Autorin und Regisseurin, sondern auch mit ihrer bezaubernden Darstellung der eigenwilligen Dawn in Erinnerung bleiben.

„Waitress“ ist einer jener besonderen kleinen Filme, die wohl an den meisten Leuten vorbeiziehen, aber doch mehr als einen Blick wert sind. Anrührend und bezaubernd. Die grandiosen Darsteller und die gekonnte Inszenierung lassen über leichte Drehbuchschwächen hinwegsehen: 9/10 Punkte.

Risk (Scott Frost)

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Es ist schon faszinierend, wie schnell man sich durch ein Buch frisst, wenn man nur ans Bett gefesselt ist. Scott Frosts  „Risk“ kam eindeutig die Grippe zugute, mit der ich in den letzten Tagen zu kämpfen hatte. Trotz Kopfschmerzen und beständiger Müdigkeit habe ich den Thriller verschlungen, wie schon lange nichts mehr.

Die Geschichte ist an sich recht konventionell. Konventionell erzählt, konventionelle Figuren, konventionelle Handlung. Im Grunde nichts besonderes. Doch irgendwas hat die Geschichte um den bombenlegenden Serienkiller, der eine Polizistin aus L.A. an ihrer verwundbarsten Stelle trifft. Die ersten 100 Seiten lesen sich noch recht schleppend, doch sobald sich die ersten Puzzleteile zusammenfügen, entwickelt die Geschichte eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Allein das Ende fällt wieder etwas ab. Hier hätte ich mir mehr – bzw. weniger – gewünscht.

Anzukreiden ist dem Roman zudem der plumpe Twist, den ich bereits bei nach einigen Seiten durchschaut hatte. Ansich zwar eine nette Idee, doch viel zu offensichtlich und breitgetreten beschrieben. Vermutlich bin ich auch einfach schon zu sehr darauf bedacht solche Wendungen zu entlarfen – vielleicht ist dieser Punkt aus Scott Frosts Geschichte aber auch zu sehr nach Schema F geschrieben. Man merkt hier deutlich seine Wurzeln als Drehbuchautor (u.a. „Twin Peaks“), die er nicht abschütteln kann.

Alles in allem bietet „Risk“ gute Unterhaltung für lange Nachmittage. Zwar kein Überflieger, aber teils äußerst spannende Thrillerkost, die zudem noch gut geschrieben ist: 7/10 Punkte.

Terminator: The Sarah Connor Chronicles – Season 1

Dank Grippe und damit verbundenem Sofa-Aufenthalt hatte ich in den letzten Tagen mehr als genug Zeit zu schlafen, zu lesen und Serien zu schauen. So habe ich meine Wachphasen genutzt, um „Terminator: The Sarah Connor Chronicles – Season 1“ zu sichten. Die perfekte Unterhaltung, auch bzw. besonders dann wenn man nicht allzu aufnahmefähig ist.

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Ich mag „Terminator“. Sehr sogar. Besonders der zweite Teil hat es mir angetan. Eine düstere Zukunft mit unzähligen Möglichkeiten, tollen Figuren und grandioser Action. Was will man mehr? Umso gespannter war ich, als ich das erste Mal von der Serienfortsetzung hörte. Gespannt, erfreut und skeptisch. Die Geschichte um Sarah und John Connor setzt ziemlich nahtlos nach „Terminator 2“ an und nimmt dann eine Entwicklung, die nicht mehr konform zur Handlung des dritten Kinofilms läuft – nicht unbedingt ein Nachteil.

Hat man sich erst einmal an die neuen Darsteller der beiden Hauptfiguren gewöhnt, kann man sich als Zuschauer der tollen Atmosphäre erfreuen, die der der Filme schon recht nahe kommt. Besonders die Auftritte der titelgebenden Terminatoren sind immer wieder schön anzusehen. Hier möchte ich natürlich Cameron Phillips – den guten Cyborg – hervorheben, der grandios von Summer Glau (River Tam, „Firefly“) verkörpert wird.

Die Handlung selbst ist nicht sonderlich tiefschürfend. „Terminator“ eben. Doch das macht nichts. Es gibt Einblicke in die Welt nach dem Judgement Day und einige bekannte Charaktere tauchen wieder auf. Weiterhin gibt es neue Figuren, die sich ganz gut in diesem Universum machen. Ingsesamt also eine runde Sache, wenngleich man immer im Hinterkopf behalten sollte, dass dies eben nur eine TV-Serie ist – und eben kein millionenschwerer Kinofilm.

Für Freunde von „Terminator“ (insbesondere dem zweiten Teil) bieten die neun Episoden der ersten Staffel von „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ beste Unterhaltung. Ich freue mich jedenfalls schon mächtig auf die Fortsetzung – dann hoffentlich ohne Grippe: 8/10 Punkte.

Species II

Da mich die Grippe ereilt hat und ich mich ohne pochende Kopfschmerzen nur sehr beschränkt am Rechner aufhalten kann, habe ich mir heute einen Film ausgesucht, über den es nicht viel zu sagen gibt: „Species II“ – der übertrieben trashige Nachfolger eines ohnehin nicht herausragenden 90er Jahre „ALIEN“-Klons.

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Was es über den Vorgänger zu sagen gab, gilt auch für diese typische Fortsetzung. Nur angereichert mit mehr Sex und Gore. Die Story bleibt nahezu unverändert und selbst einige Darsteller haben den Sprung in den zweiten Teil geschafft. Eine zweifehafte Leistung. So stolpern Michael Madsen und Marge Helgenberger von einem Logikfehler zum nächsten. Allein die Auftritte von Natasha Henstridge sorgen für einige – zumindest optische – Highlights.

Verwundert war ich über einige neue Gesichter: So geben James Cromwell (George Sibley, „Six Feet Under“) und Peter Boyle (Frank Barone, „Everybody Loves Raymond“) ihr Stelldichein. Was sie zu dieser Rollenwahl bewegt hat? Hoffentlich nur das leicht verdiente Geld.

Mehr zu schreiben wäre „Species II“ nicht wert und würde nur meinem Kopf schaden. Absolut trashiges Sci-Fi-Kino mit zuviel Blut, einem schlecht geschriebenen Drehbuch und mangelnder Selbstironie. In manchen Teilen recht unterhaltsam, aber auch nur dann, wenn man etwas für dieses Genre übrig hat: 3/10 Punkte.

Joey – Staffel 2

Irgendwann geht alles zu Ende. Auch die Ära „Friends“ – und dazu zähle ich dieses Spin-off. Den ungeliebten Stiefbruder, der mit „Joey – Staffel 2“ sein unrühmliches Ende fand.

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Ich selbst kann das grandiose Scheitern der Sitcom immer noch nicht so ganz nachvollziehen. Joey ist und bleibt eine unglaublich sympathische Figur und auch der Support-Cast wächst einem mit der Zeit ans Herz. Vermutlich waren die Erwartungen nach dem Riesenerfolg der Vorgängerserie einfach zu hoch. An diesem Punkt sehe ich auch deutlich verschenktes Potential.

Ich kann immer noch nicht verstehen, warum man Joeys Vergangenheit einfach so weggeworfen hat. Der Großteil der Zuschauer dürfte wohl aus „Friends“-Kreisen stammen und genau diesen dürfte die völlige Missachtung von Joeys Vergangenheit übel aufgestoßen sein. Ich rede hier gar nicht von Gastauftritten o.ä., sondern von simplen Bezugnahmen. Ich denke besonders zu Beginn der ersten Staffel wurden dadurch viele potientielle Zuschauer vergrault.

Davon abgesehen macht die zweite – und leider letzte – Staffel der kurzlebigen Sitcom immer noch viel Spaß. Leider merkt man in den letzten Folgen allerdings deutlich, dass Drehbücher umgeschrieben wurden und die Serie auf wackligen Beinen stand. Sehr schade.

Ich blicke auf „Joey“ mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Als Langzeitfreund werde ich jedoch auch das Spin-off in guter Erinnerung behalten: 8/10 Punkte.

The King of Queens: IPS Superbox

Wieder einmal konnte ich bei einer kompletten Serienbox nicht nein sagen. Auch wenn mich die letzten Staffeln von „The King of Queens“ nicht mehr so begeistert haben wie die ersten, hat die Show doch ihren Platz in meinem Serienherzen gefunden. Zudem ist die „The King of Queens – IPS Superbox“ auch wirklich ein kleines Schmuckstück im Regal – zumindest für DVD-Freunde, die sich ja bekanntlich sehr an schön designter Pappe erfreuen können.

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Der IPS-Truck enthält alle neun Staffeln der Serie auf insgesamt 36 DVDs. Zudem ein dickes Booklet mit Infos zur Show, den Darstellern und einem ausführlichen Episodenführer. Die Bonus-DVD der neunten Staffel ist sogar exklusive in der IPS Superbox enthalten. Da hat sich das Warten auch für mich einmal ausgezahlt. Ich freue mich jetzt schon auf wiederholte Abenteuer mit dem lustigen Dicken, seiner Frau und natürlich Arthur – bei dem ich mich nach „Seinfeld“ ganz besonders freue, ihn im O-Ton hören zu können.