Army of the Dead (2021)

Nach einem recht entspannten Samstag, an dem ich nur mit den Kids eine Runde laufen war, habe ich mich abends schon sehr auf „Army of the Dead“ gefreut. Der Netflix-Prämiere des jüngsten Zack-Snyder-Films konnte man in Filmkreisen ja gar nicht entgehen. Da ich Snyders „Dawn of the Dead“-Remake sehr mag, war ich auf seine Rückkehr zum Genre gespannt… 💵

Army of the Dead (2021) | © Netflix

Army of the Dead (2021) | © Netflix

Unterhaltsame Zombie-Action und seltsamer Look

Zunächst einmal muss ich auf den Look des Films eingehen: Snyder, der hier ebenfalls als Director of Photography agierte, hat fast ausschließlich mit Teleoptiken und extrem offener Blende gearbeitet. Das führt zu einem super schmalen Schärfebereich, wodurch das ganze Bild unglaublich soft und zugleich unruhig wirkt. Teils hatte ich sogar das Gefühl, als hätte er zusätzlich digitale Unschärfefilter verwendet, so seltsam kam mir das Bokeh stellenweise vor. Was auch immer der Grund für diese künstlerische Entscheidung gewesen sein mag, so fand ich den Look über weite Strecken, wenn auch nicht störend, doch zumindest ablenkend. Damit sieht „Army of the Dead“ zwar nicht so überstilisiert aus, wie andere Filme des Regisseurs (z.B. „300“), doch mindestens genauso aufdringlich.

Vom Look einmal abgesehen, fand ich die Idee hinter „Army of the Dead“ wirklich nett: Ein Heist-Movie mitten in der Zombie-Apokalypse. So simpel und doch so genial. Auch mag ich normalerweise keine denkenden Zombies, sondern bevorzuge die klassischen Untoten (egal ob sie rennen oder nicht). Der Kniff hier mit König und Königin hat mir jedoch gut gefallen. Vielleicht auch, weil er mich an den Night King und seine White Walker aus „Game of Thrones“ erinnert hat. Nur eben in der Wüste. Dazu das Setting in Las Vegas, welches zwar begrenzt ist, jedoch genügend Spielraum für abwechslungsreiche Actionszenen bietet. Auch die einzelnen Figuren und ihre Schauspieler*innen (ja, auch Matthias Schweighöfer) mochte ich allesamt gerne. Wenn nur das Drehbuch nicht so flach gewesen wäre. Drei größere Dialogszenen, und somit knapp 20 Minuten Laufzeit weniger, und der Film wäre gleich noch einmal gelungener gewesen.

Fazit

Auch wenn „Army of the Dead“ etliche Schwächen besitzt, so sind die zweieinhalb Stunden für mich jedoch wie im Flug vergangen. Neben der schönen Zombie-Action ist bei mir vor allem der seltsame Look hängengeblieben. Macht aber alles nichts, denn letztendlich bekommt man damit genau das, was man vom ersten Trailer an hat erwarten dürfen. Zudem wissen wir nun, dass ein Blowjob Auslöser der Zombie-Apokalypse war. Wer hätte das gedacht? 7/10 Punkte.

12 Gedanken zu “Army of the Dead (2021)

  1. Finde, „Heist“ ist hier schon stark überstrapaziert als Beschreibung: Sie spazieren einfach in die Hotellobby, gehen runter zum Tresor und Lil‘ Schweiger öffnet den Safe.

    Den Film selbst fand ich erwartungsgemäß langweilig, viel zu wenig Zombies in diesem Zombie-Film bzw. zu wenig interessante Interaktionen mit den menschlichen Figuren. Und im Finale wurde sich von jeglichem Versuch von Logik dann gänzlich verabschiedet. Aber der Zombie-Löwe war ganz nett.

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    • Ja, klar, war jetzt kein übermäßig komplexer Heist. Ich fand den Kniff mit dem Kopf noch ganz nett, auch wenn man da bestimmt hätte mehr draus machen können.

      Ich war eigentlich ganz angenehm überrascht von der Härte und dem Zombieaufkommen. Das hat wirklich Spaß gemacht. Die pseudotiefen Dialoge dagegen waren ganz schön zum fremdschämen. Die rausgekürzt und ich wäre noch zufriedener gewesen. Hatte aber auch so meinen Spaß damit.

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  3. Kriegt von mir das Prädikat „Puh, ging so“. Wie du richtig schreibst, war der um einiges zu lang, da hätte ich auch die große Dialogschnippelschere angesetzt und niemand hätte etwas verpasst. Darüber hinaus fand ich den für die Laufzeit von 2 1/2 Stunden eher unspektakulär. Als der Plan für den großen Heist dargelegt wurde, rieb ich mir innerlich die Hände und dachte: „Hui, da wird sooo viel schiefgehen, da freue ich mich drauf“. Aber eigentlich klappte alles ganz ordentlich und nur durch den Drehbuchkniff mit der Vorverlegung des Angriffs (das Drehbuch wurde definitiv zwischen 2016 und 2020 geschrieben) kam Spannung auf.

    Die aus GoT importierten White Walker samt Anführer haben mich nicht gekriegt und zogen den Film spätestens mit dem Baby endgültig in tiefe Trashgefilde. Was war noch? Ach ja, in einem Interview erzählte Tig Notaro (Peters), dass sie keine Sekunde mit Bautista in einem Raum war. Da habe ich auch ständig drauf geachtet und mir vorgestellt, wer da noch wie reingeklebt worden ist. Goreszenen waren mir zu wenig, da hätte man noch einiges, was die Story und Dialoge verbrochen haben, reparieren können. Und natürlich zum Ende meine persönliche Schweighöfer-Nerv-Faktor-Bewertung: zu Beginn erheblich, drehte dann aber erfreulicherweise nicht auf schwer, sondern auf doch weniger.

    Insgesamt halt eine Netflix-Produktion. Kann man gucken, ist kein kompletter Reinfall, aber anders als den von mir weiterhin heißgeliebten Dawn of the Dead werde ich mir diesen Snyder allein schon wegen des geringen Wiederschauwerts nie als Blu-ray ins Regal stellen. .

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    • Ja, was das maue Drehbuch angeht, gebe ich dir recht. Mir waren durch die Zombies, die unbekannten Fallen und die Eigenmotivation (Stichwort Kopf) des Begleiters jedoch genügend Elemente vorhanden, die das Scheitern forciert haben.

      Das Zombie-Baby ist so ein Snyder-Ding oder? Gab es ja auch schon in seinem „Dawn of the Dead“. Hätte ich nicht gebraucht, fand ich nun aber auch nicht sonderlich störend. Die zusammengebastelten Schauspieler sind mir auch aufgefallen, wurde wohl versucht durch den Unschärfe-Look zu vertuschen. Interessant, dass Snyder die Optik-Entscheidung schon vor dem Dreh getroffen hatte.

      Mir hat der Film insgesamt jedoch wohl deutlich besser gefallen als dir. Klar, ans „Dawn of the Dead“-Remake kam er nicht ran, aber als reiner Spaßfilm, den es mal eben so auf Netflix gibt, fand ich ihn prima.

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  4. Habe ihn gestern abend gesehen und fand ihn auch ganz unterhaltsam. Wobei die ersten 20 Minuten das Highlight des Films sind, danach flacht es doch etwas ab. Schweighöfer passte gut auf die Rolle und ja, der Film hätte durchaus etwas mehr gestrafft sein dürfen – und das Heist Potential etwas mehr ausbauen dürfen.

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