Das perfekte Heimkino: Das solltest du wissen!

Schon seit meiner Jugend ist es mein Traum Filme zu Hause wie in einem echten Kino sehen zu können. Damals gab es den Begriff Heimkino noch nicht. Ich hatte nie einen eigenen Fernseher in meinem Zimmer und als ein Freund einen unfassbar großen 28-Zoll-Röhrenfernseher (damals noch im 4:3-Format) kaufte, dachte ich die Zukunft gesehen zu haben. Der Traum von einem Heimkino sollte sich jedoch erst Jahre später erfüllen. Was hat es also mit dem perfekten Heimkino auf sich? Lest weiter…

Die Evolution meines Heimkinos

2002-2008: Der Kampf mit der Röhre

Mein erster Fernseher: ein 26-Zoll-Gerät von PhilipsMeinen ersten eigenen Fernseher habe ich erst nach dem Umzug in die eigene Wohnung gekauft. Mein Traum war damals ein 32-Zoll-TV von Philips im 16:9-Format (Kostenpunkt: 799 Euro). Natürlich noch ein Röhrenfernseher. Also gekauft und in die Wohnwand gestellt. Geschoben, gerückt, gezetert. Ja, der Fernseher war zu groß (sprich: zu tief) für die Standfläche. Also im örtlichen Elektro-Fröschl mit Engelszungen geredet, um den zu großen Fernseher gegen das kleinere 26-Zoll-Modell (Kostenpunkt: 849 Euro) auszutauschen. Nach dem vielen Hin und Her hat es lange gedauert, bis ich glücklich damit wurde. Dennoch habe ich viele schöne Erinnerungen an wunderbare Filmabende vor diesem Gerät.

An der Audio-Front hatte ich zumindest meine alte Stereoanlage an den DVD-Player angeschlossen, so dass ein durchaus brauchbarer Stereoton herauskam. Von einer 5.1-Anlage konnte ich damals allerdings nur träumen.

2008-2017: Oh, du wunderbarer Flatscreen!

Nach fünf Jahren war es dann endlich soweit ich ich habe mir einen damals schier unfassbar riesigen 42-Zoll-LCD-Fernseher von Toshiba (Kostenpunkt: 849 Euro) zugelegt. Mit nur wenig Schnickschnack, aber einem möglichst großen Bild, hat mir der Fernseher über 9 Jahre lang gute Dienste geleistet. Ein Jahr später hielt dann mit einem Blu-ray-Player auch Filmgenuss in Full HD Einzug in unsere kleine Wohnung.

Mein zweiter Fernseher: ein 42-Zoll-Gerät von Toshiba

Kurz darauf erfüllte ich mir zumindest einen Teiltraum und legte mir ein kleines 2.1-System von Onkyo (Kostenpunkt: 290 Euro) zu, das seitdem treu seine Aufgabe erfüllt. Richtig spannend wurde es im Audio-Bereich mit unserem Umzug im Jahr 2015. Eigenhändig habe ich die Kupferleitungen verlegt, die endlich Zugang zu 5.1-Genuss bringen sollten. Dabei habe ich einfach drei weitere Boxen an die alte Anlage angeschlossen, was auch den finanziellen Aufwand direkt nach dem Hausbau (Kostenpunkt: 149 Euro) in Grenzen hielt.

ab 2017: Kinogefühl in 4K, HDR und 3D auf 151 cm

Seit dem Umzug ins neue Haus habe ich verstärkt gemerkt, dass mir der alte Fernseher zu klein ist. Mein Wunsch war ja stets ein echtes Heimkino in den Keller zu bauen, doch – wer hätte es gedacht? – bringt so ein Hausbau doch einiges an Kosten mit sich. Folglich habe ich diesen Traum erst einmal auf Eis gelegt. Also musste eine Alternative her, weshalb ich das letzte halbe Jahr damit zugebracht habe, mich nach einem möglichst großen (und dabei gut zu verargumentierenden) Fernseher umzusehen.

Mein aktuelles Heimkino: ein LG 60UH8509

Mein aktuelles Heimkino: ein LG 60UH8509

Letztendlich ist die Wahl auf einen 60-Zoll-TV von LG gefallen. Mit 4K, HDR und 3D. Das volle Programm also. Als LED-Vorjahresmodell bin ich auch relativ günstig (Kostenpunkt: 1299 Euro) an das Gerät gekommen. Es ist eines der letzten, das 3D (passiv in 1080p) bietet und nicht zur OLED-Premium-Reihe gehört, bei der man gut und gern das dreifache auf den Tisch legen darf. Somit muss ich zwar mit den Einschränkungen der Edge-LED-Technik (DSE, Clouding, Schwarzwert) leben, die allerdings nur bei ganz bestimmten Voraussetzungen auffallen, bin aber insgesamt sehr zufrieden. Auch was die Smart-TV-Funktionen angeht, reagiert der Fernseher ungleich schneller als der Fire-TV-Stick von Amazon. Man merkt in vielerlei Hinsicht die knapp 10 Jahre, die zwischen den beiden Fernsehern liegen. Ein tolles Erlebnis!

Und was solltest du nun wissen?

Ach, stimmt. Als aufmerksamer Leser hast du natürlich die Überschrift im Kopf, mit der ich dich auf diesen Blogartikel gelockt habe. Worauf kommt es nun also beim perfekten Heimkino an? Das Geheimnis liegt in der Freude am Film. Ich hatte genauso viel Spaß als ich auf meinem ersten Röhrenfernseher in großer Runde „Der der Herr der Ringe“ gesehen habe, wie ich heute mit dem mehr als doppelt so großen Bildschirm habe.

Sicher, das klingt nun ziemlich unglaubwürdig, habe ich mir doch erst einen großen, neuen Fernseher gekauft und begeistert über meine 5.1-Anlage geschrieben. Aber es ist tatsächlich so: Man braucht kein Heimkino im Keller (auch wenn es toll wäre), man braucht die Lust am Film (bei Filmen auf dem Smartphone stellt sich diese aber auch nur bedingt ein). Für mich ist dieses Blog und der Austausch mit euch ein wichtiges Element. Ebenso wichtig ist der richtige Film zum richtigen Zeitpunkt, die Atmosphäre und das bewusste Eintauchen, meine Filmsammlung und meine Filmpartnerin. Die Technik kommt erst an zweiter Stelle – und wie ihr seht, kann sich da über einen Zeitraum von 15 Jahren so einiges entwickeln… 🙂

Wie schaut ihr Filme? Was ist euch wichtig? Die Technik? Die Rahmenbedingungen oder etwa doch die Filme selbst? Lasst es mich wissen und zeigt mir eure Heimkinos!

30 Gedanken zu “Das perfekte Heimkino: Das solltest du wissen!

  1. Pingback: The Fall (2006) | moviescape.blog

  2. Putzig zu lesen, dass es wirklich mal eine Zeit gegeben haben soll, in der ein Fernseher zu groß sein konnte 😉
    Nochmal Glückwunsch zum 60’er. Ich kündige aber jetzt schon an, fürchterlich zurückzuschlagen, wenn sich die Erbengemeinschaft, in der ich zur Zeit stecke, erfolgreich aufgelöst hat. Kann allerdings noch ein, zwei Jährchen dauern. Bis dahin hat Onkel Cameron vielleicht schon die Technologie für brillenloses 3D auf den Fernseher übertragen.

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    • Hehe, ja, die Röhrengeräte damals waren aber auch unglaublich tief von der Bauweise her. Zumal 32 Zoll da schon die absoluten Riesen von der Bilddiagonale her waren. Unfassbar.

      Brillenloses 3D wäre schon toll. Allerdings muss ich sagen, dass die Passiv-Technik zu Hause qualitativ schon seeeehr hochwertig ist. Gefällt mir besser als im Kino, einzig das Bild könnte noch größer sein… 😉

      Was die Kosten angeht, so bin ich mit dem 60-Zoller noch relativ günstig gefahren. Ist aber natürlich auch ein Auslaufmodell mit der schlechtesten Display-Technik. Da inzwischen jeder Hersteller 3D abgeschworen hat, mir das wichtig war und OLED unbezahlbar, war es ein guter Kompromiss zum richtigen Zeitpunkt. Und in weiteren 10 Jahren schauen wir dann bestimmt eh nur noch alles mit unseren VR-Brillen… 😆

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      • Ah, dann wären wir auch bei SimSinn, wie wir es aus „Shadowrun“ kennen. Und natürlich den illegalen BTL-Chips (Better Than Life), die uns abhängig machen und völlig zerstören. It’s a brave new world! 😀

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  3. Bin ja selbst seit Monaten am hadern. Eigentlich sollte es wenn, dann OLED sein, aber der Preis schlägt hier halt derb zu Buche. Da zahlt man locker 1.000€ extra drauf. Zumal OLED sich ja die letzten Jahre ohnehin nicht wirklich so durchgesetzt hat, wie man denken sollte, vielmehr jetzt QLED durch die Reihen geistert (genauso teuer). Also wäre es dann wohl auch ein Produkt mit Edge-LED bei mir, allerdings nur in „55 weil mehr passt nicht auf meinen TV-Tisch bzw. in die dazugehörige Ecke zwischen Schlafzimmertür und Wand. 3D brauch ich nicht. Dennoch tue ich mich mit einer Investition von ca. 1.200€ noch schwer, hinzu kämen ja nochmals rund 300€ für einen UHD-Player. Viel Geld und ich bin Schwabe – das verträgt sich nicht so gut 😀 Vorerst also weiterhin nur 1080p auf meinem „42er 😦

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    • Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, habe ich doch ähnliche Überlegungen angestellt. Letztendlich bin ich ja bei Edge-LED hängen geblieben. Auch die Größe hat eine Rolle gespielt: Ich wollte auf jeden Fall, dass das Cinemascope-Bild die gleiche Höhe (oder größer) haben wird als das 16:9-Bild beim 42-Zoll-Gerät. Somit mussten es mindestens 58 Zoll sein. Mein Traum von 65 Zoll wäre meiner Frau zu groß gewesen und hätte wohl auch nicht so gut in unsere Wohnwand gepasst. Die 60 Zoll sind somit ein guter Kompromiss. Übrigens gibt es meinen TV auch als 2D-Version, die dann UH7709 heißt. Die 55-Zoll-Variante kostet knapp 1.000 Euro, doch in der Größe ist die Auswahl dann auch größer. Bei 58 oder 60 Zoll war ich schon recht eingeschränkt.

      Den UHD-Player verkneife ich mir noch etwas, da bei meinen 3 Meter Entfernung selbst das Blu-ray-Bild wunderbar detailliert wirkt. Die 4K-Streaming-Tests bringen kaum Mehrwert. Irgendwann ist aber auch das fällig… 😉

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  4. Pingback: Media Monday #321 | moviescape.blog

    • Ist das also schon Clickbaiting? 😋

      Ernsthaft: Ich habe festgestellt, dass so ein Technik-Update kurzfristig zwar schon sehr nett, langfristig die Freude am Film aber doch wichtiger ist. Da ist das Blog mehr wert als jedes noch so eindrucksvolle Heimkino. Siehst du das anders?

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    • Fällt im alltäglichen Gebrauch nicht auf. Zumindest wenn der restliche Raum nicht komplett abgedunkelt ist. Und dann auch höchstens bei letterboxed Filmen. Störender ist der DSE, den man selten aber dennoch wahrnimmt. Da ich kein Fußball schaue, komme ich damit aber gut klar… 😁

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  11. Pingback: Media Monday #325 | moviescape.blog

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