Spider-Man 3 (2007)

Nachdem sich in den letzten zwei Wochen kein Termin finden ließ, habe ich den gestrigen Kinotag endlich für einen Besuch von „Spider-Man 3“ genutzt. Aufgrund der kürzlichen Sichtung des Vorgängers, sowie diverser größtenteils doch recht positiver Berichte, war die Vorfreude mehr als groß. Da der Film noch aktuell in den Kinos läuft, werde ich einmal wieder eine Spoilerwarnung aussprechen: Weiterlesen demzufolge auf eigene Gefahr.

spiderman3.jpg

Peter Parker ist zurück – und mit ihm Spider-Man. Zu Beginn des Films befindet sich die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft – sowohl privat, als auch beruflich – auf einem Hoch. Wurde ja auch einmal Zeit, zudem die ganze Sache nicht allzu lange anhält. Neben privaten Problemen tauchen neue Bösewichte auf, die Spidey das Leben schwer machen. Doch damit nicht genug. Unser Held sieht sich plötzlich mit seiner dunklen Seite konfrontiert, was nicht nur sein Superheldensasein auf den Kopf stellt, sondern auch – bzw. besonders – Einfluss auf sein Privatleben hat.

Wie man sieht gibt es auch in „Spider-Man 3“ die bekannten Zutaten: Der allzu menschliche Held kämpft nicht nur gegen neue Feinde, sondern hat mit Alltagsproblemen, seiner Vergangenheit und sich selbst zu kämpfen. All das wirkt – besonders in Bezug auf die Vorgänger – nicht mehr sonderlich neu und innovativ. Glücklicherweise lebt der Film – meiner Meinung nach – eher von den kleinen, charakterbezogenen Szenen, die mir immer noch ein Lächeln auf das Gesicht zaubern können. Peter Parkers Wechsel zur dunklen Seite ist wirklich urkomisch und herrlich übertrieben inszeniert. Der Auftritt von Bruce Campbell ist göttlich und viele andere Details (z.B. Marschkapelle spielt Theme der TV-Serie) machen den Film wieder einmal wirklich sehenswert.

Die Haupthandlung hat dieses Mal mit drei Bösewichtern zu kämpfen. Meiner Meinung nach wäre hier weniger mehr gewesen. Zwar gibt es einige spektakuläre Kampfszenen zu bewundern, doch fühlt sich der Film hier zu vollgestopft an. Die Vorgänger wirken in der Haupthandlung somit um einiges harmonischer. Ein weiterer Kritipunkt ist die übertriebene Rührseligkeit, welche mir zumindest zuvor nicht so negativ aufgefallen ist. Allerdings habe ich hier etwas die Synchro im Verdacht, die – besonders in gefühlvollen Szenen – öfters einmal zu versagen scheint.

Alles in Allem ist „Spider-Man 3“ ein wirklich gelungener Abschluss. Tolles Popcornkino, das sich – und seinen Helden – selbst nicht zu ernst nimmt. Die Geschichte wirkt nun abgeschlossen und ich weiß nicht, inwiefern ein vierter Teil neue Aspekte zum Spinnendasein beitragen könnte. Sam Raimi hat mit den drei Teilen – meiner Meinung nach – die bisher unterhaltsamste Superheldentrilogie der Filmgeschichte geschaffen. Allen Freunden von Spidey sei der dritte Teil hiermit noch einmal ausdrücklich ans Herz gelegt: 8/10 Punkte.

14 Gedanken zu “Spider-Man 3 (2007)

  1. Also, ich muß sagen, daß mir der dritte Teil nicht so gut gefallen hat. Es war solide Unterhaltung, aber die von Dir angesprochene Überfrachtung des Films hat mich auch ziemlich gestört. Die Mutation von Peter zum Möchtegern-Coolie sollte natürlich irgendwie peinlich wirken, aber mir war das ganze ein wenig zu plump. Ist das denn wirklich seine dunkle Seite, daß er sich die Haare nicht mehr wäscht und blöd auf der Straße rumtanzt? An einigen Stellen ist außerdem vollkommen mangelndes Schauspiel von Tobey Maguire zutage gekommen: Z.B. als er sich bei Harry ausheulen will und dieser ihm erzählt, daß er jetzt bei M.J. gelandet ist. Peters Kulleraugen schauen genau so treudoof wie sonst, dabei sollte er an dieser Stelle doch vielleicht ein bißchen wütend auf seinen „feinen“ Freun sein.
    Wie auch bei den anderen beiden Teilen stört mich weniger das Pathos als der nervige US-Patriotismus. Die Schlußszene von Teil 1 war eigentlich unerträglich und warum er bei rumspidern in Teil 3 auf einmal vor ener riesigen US-Flagge durchschwingt, wird immer ein Rätsel bleiben.

    Weitere Anmerkung: Wurde am Samstag im Cinemaxx gesehen, das (an sich: löblich) keine Pause vorsah. Das scheint den normalen (durchaus erwachsenen) Zuschauer aber zu überfordern. In den etwas „lahmeren“ Szenen, z.B. als M.J. mit Peter im Park Schluß macht, wurde es richtig unruhig und laut im Saal.

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  2. Die Wandlungssequenz fand ich wirklich herrlich. Sicherlich nicht sonderlich tiefschürfend, aber in Anbetracht einer Comicverfilmung einfach herrlich albern und unglaublich unterhaltsam.

    Das mangelnde Spiel Tobey Maguires ist mir auch teils aufgefallen. Meist habe ich es auf die Synchro geschoben, doch du hast schon recht: An seine Glanzleistungen „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ oder „Wonder Boys“ kommt er als Spidey nicht annähernd ran. Liegt vielleicht auch etwas an der Vorlage.

    Der latente Patriotismus hat mich auch gestört. Doch wirkt er auf mich hier eher harmlos und vernachlässigbar. Anders als in diversen Anti-Kriegsfilmen, die dadurch eher wie Propagandawerke wirken.

    Das unruhige Kinopublikum gab es auch in Nürnberg. Umöglich. Schlimm besonders bei solchen Mainstreamfilmen, in die wirklich jeder zu rennen scheint. Manche Leute scheinen sich keine 5 Minuten mehr konzentrieren zu können, wenn es nicht aus allen Lautsprechern kracht. Übrigens habe ich gestern gelernt, dass es noch einen schlimmeren Typ Kinobesucher gibt, als den ewig quasselnden: Den Stinker.

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  3. Ach, da bin ich ja froh, dass ich nicht die einzige bin, die den Film nicht total verrissen hat. Mit den Kritikpunkten stimme ich überein, allerdings haben mich die rührseligen Szenen nicht so gestört. Dafür fand ich die Tanzszene auf der Straße eher peinlich (es gibt davon auch ein paar witzige Tubenvideos). 😉

    Über die berüchtigte Fahnenszene habe ich online auch schon einiges gelesen – das ist mir überhaupt nicht aufgefallen. Könnte daran liegen, dass ich mich bei langen Actionsequenzen innerlich manchmal ausklinke. Bei Spider-Man 3 ist das öfter passiert als in Teil 1 oder 2, wo ich die Actionszenen herrlich und absolut mitreißend fand.

    Mir wird im Nachhinein immer mehr klar, was den Film für mich nicht so gelungen macht (kommt davon, wenn man zuerst bloggt und dann denkt). Ich fand zum Beispiel, dass Peter das ‚Schwarze Ich‘ viel zu schnell abgestreift hat. Den Konflikt hätte man noch vertiefen können, statt ihn rumtanzen zu lassen. Es kam mir vor, als müsse man das alles schnell beenden, um noch irgendwie Venom reinzuquetschen. Und den ganzen Venom-Subplot hätte man mit der Szene in der Kirche enden lassen können, als dieser Typ sein Gebet spricht. Als Cliffhanger für den nächsten Teil.

    Komischerweise habe ich schon mehrfach gute Vorschläge gelesen, wie das Ganze runder geworden wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, wieso das Raimi und Co nicht aufgefallen ist (für so unintelligent halte ich Raimi auch nicht).

    BTW: Was mir im Nachhinein auch noch klar wurde: Mir hat Danny Elfmans Musik gefehlt. Ich könnte mir vorstellen, dass die sentimentaleren und pathetischen Passagen der ersten Teile dadurch nämlich besser beim Zuschauer angekommen sind. Ich bekomme beim zweiten Teil schon im Vorspann Gänsehaut, wenn das Main Theme gespielt wird …

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  4. Oh ja, Danny Elfmans Score habe ich auch vermisst. Wirklich schade, dass es da zu Querelen mit Raimi gekommen ist.

    Venom kam mir auch etwas zu kurz. Er ist in diesem Getümmel irgendwie untergegangen und war nicht der Gegner, den man sich gewünscht hätte. In einem eigenständigen Teil hätte man die Geschichte bestimmt besser vertiefen können. Allerdings gibt es im Labor des Profs ja noch eine kleine Probe der außerirdischen Masse, insofern ist eine Rückkehr – sollte es eine Fortsetzung geben – nicht ganz unwahrscheinlich.

    Im Vorfeld kursierten ja einige Gerüchte bzgl. der Lauflänge und gedrehter Szenen. So sollen für die Kinoversion ca. 15 Minuten der Schere zum Opfer gefallen sein. Nächstes Jahr steht uns – ähnlich wie beim Vorgänger – bestimmt „Spider-Man 3.1“ ins Haus. Kann sein, dass da einige Stolpersteine etwas ausgebügelt werden.

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  5. Ich habe mir fest vorgenommen, diesen Film erst dann endgültig zu bewerten, wenn ich ihn ein zweites Mal gesehen habe. (Immerhin scheint es der bisher teuerste Film zu sein, was immer das bedeutet.)

    Aber bei Deinem Satz „Peter Parkers Wechsel zur dunklen Seite ist wirklich urkomisch und herrlich übertrieben inszeniert“ würde ich auf der Stelle das Wort „übertrieben“ doppelt unterstreichen, während ich die Wörter „urkomisch“ und „herrlich“ streichen würde. Für mich war das tatsächlich einer der unpassendsten Momente des Films, dieser „Emo-Peter“, der dann auch noch tanzt … nein, das mochte ich nicht.

    Aber sprechen wir uns wieder, wenn ich endlich meinen kompletten Kommentar online habe, okay? 🙂

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  6. Hiermit nominiere ich „Emo-Spidey“ oder „Emo-Peter“ zum Unwort des Jahres 2007. 😉

    Wie oft ich das in den letzten Tagen gelesen habe … und ich dachte, auf den deutschen Seiten sei man davor sicher. 😉

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  7. Ich könnte immer noch schmunzeln, wenn ich an die Szene denke. Bei „Spider-Man“ war es ja schon immer so, dass bestimmte Charaktereigenschaften sehr klischeehaft dargestellt wurden. Sei es Streber-Spidey, Helden-Spidey oder nun eben Emo-Spidey (@ fernseherin: Würde auch meine Stimme zum Unwort der Jahres bekommen). Diese Szene hat sich für mich nahtlos in den Film eingefügt. Genauso übertrieben dargestellt, wie z.B. die Auftritte von J. Jonah Jameson und – zumindest für mich – mindestens ebenso spaßig.

    @ Tom: Auf deinen endgültigen Kommentar bin ich schon gespannt! 🙂

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