Ein Plädoyer für physische Medien oder was Mel Gibson mit „Good Will Hunting“ zu tun hat

Wer diesen Blog schon länger verfolgt, weiß dass ich dem Medium Streaming anfangs eher skeptisch gegenüber stand und mein Herz stets für physische Medien geschlagen hat und (Spoiler!) bis heute schlägt:

Und 2021? Ich bin inzwischen bei drei Streaming-Diensten angemeldet und genieße die große Auswahl an Filmen und vor allem Serien. Teils ist dies aus der Not geboren, da z.B. Disney etliche Klassiker nur auf seiner Plattform veröffentlicht. Natürlich gibt es auch etliche exklusive Filme auf anderen Diensten und von Serien ganz zu schweigen. Also alles ganz wunderbar im schönen Streaming-Land? 📺😍

Was ist mit Filmen, die gerade nirgends laufen?

Erinnert ihr euch noch an die Zeiten, in denen ihr auf TV-Ausstrahlungen angewiesen wart? Am besten noch vor dem Erfolg der VHS-Rekorder? Als man TV-Zeitschriften wälzte und sogar Freizeitaktivitäten um das 20:15-Uhr-Event herumplante. Heute unvorstellbar. Filme, die nicht im Fernsehen ausgestrahlt wurden, sah man eben einfach nicht. Wie schön war dann der Siegeszug der DVD, der es uns Filmfreund*innen erlaubte, seine Lieblingsfilme immer dann zu sehen, wann man wollte. Heute ist dies natürlich alles via Stream möglich… doch ist es das wirklich?

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und wir sind unglaublich bequem. Wie oft habe ich schon gehört, dass es Serienfans zu viel ist, nach vier Episoden ihrer Lieblingsserie die Blu-ray zu wechseln? Oder überhaupt einen Film einzulegen? Klar, dass man lieber das schaut, was ohnehin angeboten wird. ‚Hey, da gibt es schon wieder eine neue Netflix-Eigenproduktion und ein Amazon-Exclusive! Also schnell mal reingeklickt. Was wollte ich eigentlich schauen? Ach, nicht so wichtig.‘

Neulich habe ich mit ein paar weiteren Filmfreunden eine Liste mit sehenswerten Filmen zusammengestellt. Filmen, die man gesehen haben sollte. Darauf landeten dann unter anderem Werke wie „Before Sunrise“, „Lost in Translation“ und eben auch „Good Will Hunting“. Da wir die Liste auch dazu nutzen wollten, um zum Schauen dieser Filme zu animieren, haben wir kurzerhand werstreamt.es bemüht und den einfachen Zugang geprüft – und siehe da: Keiner der Filme ist in einer Flatrate vorhanden. „Lost in Translation“ kann man sogar nur über Microsoft kaufen oder leihen. Für mich war das ein deutliches Zeichen, dass die Vielfalt auf Streaming-Diensten nur eine Illusion ist. Es wird eben der Content gepusht, der gerade da ist oder zum Geschäftsmodell passt. Alles andere kann man sich dann leihen oder digital kaufen, wenn es denn verfügbar ist. Doch wer macht das schon? ‚Ach, es läuft ja auch der neue Film, über den ich schon so viel gehört habe und im Paket ist er auch! Das ist ja viel einfacher…‘

Der Mehrwert einer Blu-ray am Beispiel von „Good Will Hunting“

Spannende Extras auf der Blu-ray

Spannende Extras auf der Blu-ray

Aus der oben erwähnten Diskussion rund um unsere Filmliste, musste ich auch feststellen, dass mir „Good Will Hunting“ noch in der Sammlung fehlt. Also schnell bestellt… doch Moment, wieso gibt es die Blu-ray nicht bei den großen Online-Händlern? Nach längerer Suche wurde ich dann doch fündig und habe bei einem anderen Verkäufer bestellt. Vermutlich haben die Rechte gerade gewechselt, denn inzwischen kann man eine andere Ausgabe des Films zumindest vorbestellen. Immerhin. Es zeigt sich jedoch: Einfach zu bekommen sind nicht mehr alle Filme. Auch „Lost in Translation“ ist solch ein Fall, der auf Blu-ray nicht immer einfach zu finden ist. Kein Stream, keine physische Ausgabe. Bleiben noch Importe, doch das wird, speziell nach dem Brexit, irgendwann auch mir zu aufwändig. Vom Streamenden, der/die einfach nur den Film sehen will, einmal ganz zu schweigen. Auf jeden Fall hatte ich kürzlich das Glück, „Good Will Hunting“ noch einmal in voller Pracht auf Blu-ray zu erleben.

Ben Affleck und Matt Damon erzählen Anekdoten | © STUDIOCANAL

Ben Affleck und Matt Damon erzählen Anekdoten | © STUDIOCANAL

Selbst wenn ich den Film im Stream hätte sehen können, wäre das Erlebnis nur halb so großartig gewesen. Auf der Blu-ray befindet sich eine gut einstündige Dokumentation mit dem Titel „Reflektionen über eine Reise – ‚Good Will Hunting‘ 15 Jahre später“. In dieser wird die fantastische Entstehungsgeschichte des Films erzählt: Wie Ben Affleck und Matt Damon in ihren frühen 20ern das Drehbuch geschrieben haben, weil sie arbeitslose Schauspieler waren und die Zeit sinnvoll nutzen wollten. Wie sie das Drehbuch zunächst an Castle Rock verkauften, doch dann einen neuen Käufer suchen mussten, weil sie selbst die Hauptrollen spielen wollten. Wie sie über Kevin Smith neue Kontakte in die Industrie knüpften. Wie es zum Meeting mit Mel Gibson kam, der tatsächlich Regie führen sollte. Auch Robin Williams kam zwei Jahre vor seinem Tod  noch zu Wort. Während seiner Interview-Passagen hatte ich einen dicken Kloß im Hals. Diese wundervolle Geschichte rund um die Entstehung des Films hätte ich ohne die Blu-ray nicht gesehen. Heute würde man wohl weniger über Harvey Weinsteins  Involvierung sprechen, doch davon abgesehen ist die dieser Rückblick mindestens ebenso spannend wie der Film selbst. Ein Zeitdokument.

Auch Kevin Smith weiß einiges beizutragen | © STUDIOCANAL

Auch Kevin Smith weiß einiges beizutragen | © STUDIOCANAL

Ich finde es schade, dass in Zukunft wohl nicht einmal mehr Filmfreund*innen diesen Wissensschatz (auch wenn es nur Trivia ist) heben werden können. Dann zählt nur noch der Klick im Streaming-Portal. Und manchmal reicht das ja auch, denn es gibt auch viele Werbe-Featurettes, die man sich getrost sparen kann. Doch die Retrospektiven der großen Klassiker, wie z.B. die großartige Dokumentation der Dreharbeiten zu „Der weiße Hai“ oder George Lucas erste Schritte im New-Hollywood-Kino mit „THX 1138“ bis hin zu der minutiösen Dokumentation der Dreharbeiten von Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“. All das wird über kurz oder lang verloren gehen (bei Interesse an dem Thema, gibt es hier eine Liste der besten Making-of-Dokumentationen). Positiv bei den Streaming-Diensten sei hier Disney+ erwähnt, die zumindest das Bonusmaterial ihrer neueren Filme zur Verfügung stellen. Immerhin ein Anfang.

Bei Robin Williams kamen mir fast die Tränen | © STUDIOCANAL

Bei Robin Williams kamen mir fast die Tränen | © STUDIOCANAL

Wie sehr ihr das? Kauft ihr überhaupt noch DVDs, Blu-ray oder sogar Ultra HD Blu-rays? Und schaut ihr das Bonusmaterial auf den Scheiben? Oder seid ihr komplett beim Streaming angekommen und euch reicht der Film an sich? Schließlich kann man die meisten Informationen auch nachlesen. Und wer hat schon die Zeit, all das Material zu konsumieren? Lasst dazu gerne einen Kommentar da! Auch wenn ihr Tipps für besonders sehenswerte Making-of-Dokumentationen habt…

19 Gedanken zu “Ein Plädoyer für physische Medien oder was Mel Gibson mit „Good Will Hunting“ zu tun hat

  1. Ich besitze mittlerweile keine einzige DVD mehr (hab nie mit blurays angefangen) und ich werde wohl nie wieder physische Medien besitzen.
    Es ist teilweise gut, dass manche Filme nicht mehr verfügbar sind – du erwähntest Weinstein. Es gibt so viele tolle neue Dinge zu entdecken (insbesondere wenn man die Algorithmen ignoriert). Ok, iPlayer und 4oD ist für dich keine Option, aber mit 3 Streaming Diensten solltest du genug abdecken.

    Weiterer Punkt: warum muss es unbedingt immer genau ein bestimmter Film sein? Es gibt mehr als genug Auswahl, die gut genug ist. Du wirst es nicht schaffen, alles zu sehen. Einfach mal ausprobieren! Gegen die Empfehlung gehen. Etwas anschauen, das außerhalb deiner Twitter/Blog bubble ist – speziell etwas raussuchen, das nicht deine typische Kost ist, etwas das nicht auf einer Best of Liste von weißen, heterosexuellen, reichen, westlichen Männern geschaffen wurde. Das ist meistens nicht auf DVD verfügbar, weil die Strukturen immer noch dieselben Leute bevorzugen.

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    • Das ist eine interessante Perspektive. Ich habe eher das Gefühl, dass mit Streaming-Diensten alles zum Einheitsbrei verkommt. Wenn man eben nicht dediziert einen Film rauspickt, den man sehen will. Da wird einem oft nur eine x-beliebige Eigenproduktion vorgesetzt. Selbst im Streaming würde ich mich immer bewusst für genau diesen einen Film entscheiden.

      Zurück zu meinem Beispiel: „Lost in Translation“ ist ein Film einer damals jungen Regisseurin – und der läuft nirgends. Wenn jemand jetzt nicht gerade Filmfan ist und sich auf die Suche nach der DVD bzw. Blu-ray macht (oder ihn beim Microsoft-Service kauft), dann wird der Film irgendwann untergehen. Ganz egal, wie gut er ist. Und das ist nur ein Beispiel. Aber wir kommen aus zwei gänzlich verschiedenen Richtungen. Und das ist ja auch okay. Ich finde es auf jeden Fall sehr spannend, wie unterschiedlich heutzutage mit dem Filmkonsum umgegangen wird.

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  2. Mein Bruder hat immer noch die Fernsehzeitschrift „GONG“ abonniert, womit ich ihn immer wieder gerne aufziehe, weil wir schon ewig kein lineares Fernsehen mehr gucken bzw. das, was wir sehen, zeitpunktmäßig fest eingespeichert ist (Sportschau, heute show, Nachrichten). Aber als Klolektüre kommt er wohl nicht davon runter…

    Ich bin ein alter Mann und oldschool, was Filme angeht. Unzählige DVDs, Blu-rays, ein paar HD DVDs und zwei UHDs füllen mittlerweile diverse Regale und eher baue ich mühselig weitere spanplattengestützte Aufbewahrungskonstruktionen zusammen, als mich von meinen Lieblingen zu trennen und komplett auf Streams zu wechseln. Zumal es da ja einige Geschichten gibt, wo später einzelne Episoden (wie z.B. die Folge von The Office US mit dem „Diversity Day“), plötzlich aus dem Streamdienst entfernt werden, weil nicht mehr politisch korrekt.

    In den letzten zwei Jahren hat mein Bruder gebrauchte DVDs für sich entdeckt und holt sich da alles, was ihn ansatzweise interessiert, für einen schmalen Taler. Was gut klappt, da ihn die neueren Filme immer öfter enttäuschen. Ich steige da gerne mit ein paar Blu-rays für 3-5 Euro ein und habe meine Freude daran.

    Ganz ohne Streaming geht es halt leider nun mal nicht, weshalb ich auch diverse Angebote nutze bzw. auf amazon einige Sachen als Stream gekauft habe („What We Do In The Shadows“ als Beispiel), weil es eben keinen physikalischen Release mehr gibt. Wegen des Kaufs erwarte ich dann aber auch, dass ich die weiter komplett gucken kann, solange der Laden noch am Netz hängt (was ja -siehe Facebook- durchaus mal längere Zeit nicht der Fall sein kann).

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    • Mit dem nachträglichen Verändern von Filmen/Serien sprichst du einen wichtigen Punkt an: Das können so kleine Dinge sein, wie das Verschleiern eines Pos durch CGI-Haare auf Disney+ (eher zum Lachen) oder das Löschen ganzer TV-Episoden, wie von dir angesprochen mit „The Office“ oder die Dungeons-and-Dragons-Episode in „Community“.

      Ich habe inzwischen auch schon ein paar Mal gebraucht gekauft. Auch weil viele Sachen (gerade 3D-Scheiben) OOP sind und auch nicht mehr nachkommen werden. Ob Disney über kurz oder lang Filme erneut auf DVD/Blu-ray auflegt, steht auch in den Sternen. Da kann der Gebrauchtmarkt ganz hilfreich sein.

      Klar, ohne Streaming geht nicht. Das möchte ich mit dem Artikel auch gar nicht sagen. Nutze ich ja selbst ausführlich und möchte keinenfalls zurück. Doch finde ich, dass man den Wert von Scheiben eben nicht unterschätzen darf. Gerade was den Filmgenuss (mit Betonung auf Genuss) angeht. Und was den Ausfall von Serverstrukturen angeht? (Da reicht ja oft schon wackeliges Internet.) Mit Scheibe und Player ist man da relativ autark.

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  3. Ich habe fast keine DVDs oder BluRay. Davon war ich tatsächlich nie ein großer Fan, weil ich die meisten Filme lediglich ein Mal sehe. Wenn, dann hatte ich mir Filme oder Serien physisch zugelegt, von denen ich wußte, dass sie mir gefallen (wie meine Zurück in die Zukunft Box oder die Ultimate Twin Peaks Box, die mittlerweile nicht mehr so ultimativ ist). Ich hatte sogar mal einen Arbeitgeber, bei dem wir regelmäßig DVDs als Zugabe erhalten haben. Die habe ich auch nur ein einziges Mal gesehen und dann verschenkt oder verkauft. Das Zusatzmaterial interessiert mich meistens nicht.

    Eine TV-Zeitschrift habe ich übrigens auch noch und die habe ich wirklich laufend in der Hand. Dabei schaue ich bis auf Live-Sport und Nachrichten so gut wie nichts „live“, aber programmiere mir alles ein. Das ist ja mittlerweile zum Glück nicht mehr so kompliziert wie in den 1990ern 😉 Aber ohne meinen Sky-Recorder wäre ich echt aufgeschmissen.

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    • Oh, was ist das denn für ein Arbeitgeber, bei dem man in DVDs bezahlt wird? Wäre für mich ja reizvoll… 😅

      Du hast da einen ganz anderen Ansatz als ich. TV war für mich spätestens ab dem Zeitpunkt tot als ich angefangen hatte, englischsprachige Filme und Serien nur im O-Ton zu schauen. Da gab es dann kein zurück mehr. Und mit Sky hatte ich nie angefangen. Da haben wir grundsätzlich andere Wege, um interessante Werke zu konsumieren, aber kommen doch zum Ziel. Ist doch schön! 🙂

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  5. Du hast zwei gute Punkte angebracht, die in der Diskussion zu kurz kommen und die dazu beitragen, dass ich immer noch Filme sammel:
    1. Die Contentillusion
    Ja es gibt viel, aber gerade bei den älteren Sachen muss man fast immer zahlen oder findet es nicht. Deswegen habe ich auch noch ein Blu Ray Verleih Abo bei Videobuster, das mich vorwiegend mit Klassikern versorgt, auch wenn es da auch nicht alles gibt, aber besser als im Stream ist das Angebot allemal.
    2. Das Bonusmaterial
    Gerade bei den Filmen, die ich liebe, schaue ich es mir gerne an, um mehr über den Film zu erfahren.

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    • Freut mich, dass du das ähnlich siehst. Content-Illusion ist ein gutes Schlagwort. Ist ja wirklich so: Meist gibt es nur die aktuellen Sachen, die ganz großen Franchises oder eben Eigenproduktionen. Da geht über kurz oder lang die Vielfalt verloren. Und ich dachte schon, ich wäre der einzige, der noch Bonus-Material schaut. Liebe das sehr, wenn es entsprechend hochwertig produziert ist und auf die jeweilige Produktionsgeschichte zurückblickt. Gerade eben bei älteren Filmen spannend.

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      • Selbst die Bondfilme sind immer nur temporär in einem Streamingabo, von anderen älteren Filmen will ich gar nicht erst anfangen. Die gibt es nur bei Verleiherbasierten Diensten und dann kann man sich die Scheibe auch kaufen.

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      • Ja, da fühlt man sich teils in TV-Zeiten versetzt: Wenn ein Film nicht lief, konnte man ihn nicht sehen. Da war die DVD-Hochzeit schon ein Befreiungsschlag, in der man an nahezu jeden Film in jeder Schnittfassung drankam. Im Streaming werden halt wieder Monopole aufgebaut, da bin ich weiterhin sehr gespannt, wie sich die Filmlandschaft verändern wird. Ob im positiven oder im negativen Sinne.

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  7. Ich fühle den Schmerz 😉 Insbesondere für das Werkschauen-schauen in „7ème art“ habe ich unverschämt oft den Fall, dass ich nun mal einen Teil der Filme nicht auf Streamingplattformen finde. Zu alt, zu Nische, etc. Den zweiten Aspekt der „Content-Illusion“ wie es hier schon in den Kommentaren genannt wurde, empfinde ich im Gespräch mit Arbeitskolleg*innen oder Bekannten, die an und für sich auch gerne Serien schauen, aber ein Sehverhalten haben, was sehr einheitlich ist (und sich nicht mit meinem deckt). Sie schauen halt immer das, was auf Netflix, Amazon und Konsorten gerade hinzugefügt wurde. Und ihr sofortiges Auseinandernehmen des „neuesten Hits“ sorgt regelmäßig dafür, dass ich auf den „neuesten Hit“ keinen Bock habe, weil ich schon mit der Hälfte gespoilert wurde.

    An der Stelle muss ich aber wohl sagen, dass ich kein Streaming-Hater bin. Ich habe es sehr gefeiert als die ersten Plattformen starteten und schaue zu bestimmt 75% auf Streamingplattformen (Filme und Serien, Serien fast nur noch im Streaming). Aber ich mag auch meine Disc-Sammlung. Die habe ich mir mit Lieblingsfilmen und Zufalls-Neugiergriffen in 3 zum Preis von Zwei Aktionen über zwanzig jahre zusammengesammelt und mit einigen Boxen und Special Editions aufgewertet. Aber hier kaufe ich längst nicht mehr so bulimisch wie noch vor zehn Jahren. Sondern nur noch ausgewählt. Der Grund ist für mich … Platz. Und der sich doch verändernde Geschmack & Wert. Inzwischen habe ich auch einfach einen Teil verkauft, an dem ich dann doch nicht so hänge. Die Dokus und Extras sind für mich nur noch mäßig ein Kaufargument, weil ich den Informationsgehalt oftmals gering finde. Häufig gibt es auch keine außer auf teureren Special Editions oder dieselben Clips findet man auf Youtube.

    Für mich bleibt aus oben genannten Gründen das Optimum ein Mix aus Streaming und Disc. Disc hat zwar keinen so hohen Stellenwert für mich mehr wie früher, aber wegdenken kann ich sie mir nicht. Erstens wegen der Lieblings und zweitens wegen der Contentblase. Ich habe immer noch einen DVD-verleih der tatsächlich Discs verschickt abonniert, damit man mal an die Filme rankommt, die nirgends gestreamt werden. Und auch der ist mir nicht wegzudenken.

    Was mich doch aber wundert ist, dass sich in die Kommentare hier so wenige verirrt haben, die eine Disc-Sammlung haben oder allgemein Discs schauen. Ich dachte der Anteil wäre größer. Aber andererseits haben diejenigen vielleicht nur noch nicht kommentiert.

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    • Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Und das über zwei Wochen nach Veröffentlichung des Artikels. Darf ich aus Interesse am Leser*innen-Verhalten fragen, wie dieser noch bei dir gelandet ist? Hast du ihn dir im Feed-Reader gespeichert oder bewusst aufgehoben?

      Ja, das mit den neuesten Hits merke ich auch. Ganz frei machen kann ich mich davon selbst auch nicht immer. Doch da ich es bevorzuge, abgeschlossene Serien zu schauen, hänge ich meist ohnehin ein paar Jahre hinterher. Ganz schlimm wird es dann bei HBO-Serien, die es bei uns (außer bei Sky) gar nicht im Rahmen einer einer Subscription gibt. Positiv muss ich aber erwähnen, dass sich ein befreundeter Kollege gerade meine „The Wire“-Blu-rays ausgeliehen hat, um diese Lücke zu schließen.

      Ich bin auch kein Streaming-Hater. Vielleicht eher Skeptiker oder eben einfach Sammler und Liebhaber haptischer Medien. Gerade Serien habe ich seit dem Siegeszug der Streaming-Plattformen gar nicht mehr auf Scheibe gekauft (HBO-Produktionen ausgenommen). Das Platzproblem kann ich auch gut nachvollziehen. Allerdings verkaufe ich auch regelmäßig Filme, die ich nicht mehr sehen werde, weil sich der Geschmack verändert hat oder eben doch mal ein Fehlkauf dabei war. Insgesamt wird es bei mir wohl auch ein Mix bleiben. Ich brauche bei weitem nicht mehr alles auf Scheibe, aber die besonderen Filme, Nische oder Lieblinge eben doch. 😅

      Ich hatte mir auch mehr Kommentare von Sammler*innen erwartet/erhofft, doch hat sich die Diskussion auch in großen Teilen auf Twitter verlagert, was ich so gar nicht gewöhnt bin:

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      • Danke für die Rückmeldung! Finde es immer interessant, wie Leser*innen nach längerer Zeit noch auf Artikel stoßen. Bei dir hatte ich schon den Feedreader vermutet (und finde es klasse, dass du noch einen solchen nutzt). Meist passiert kaum noch Engagement auf Artikeln, die älter als eine Woche sind. Leider!

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