Media Monday #44

Der heutige Brückentag lässt mir beinahe noch weniger Zeit, als normale Arbeitsmontage, weshalb die Antworten auf die Fragen des Medienjournals heute etwas auf sich warten ließen.

  1. Der beste Film mit Guy Pearce ist für mich „The Road“.
  2. Paul Thomas Anderson hat mit „Magnolia“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der Film für mich jedes Mal ein tief emotionales Erlebnis mit einem fantastischen Soundtrack ist.
  3. Der beste Film mit Mila Kunis ist für mich „Nie wieder Sex mit der Ex“ – allerdings kenne ich auch „Black Swan“ noch nicht.
  4. Gibt es einen Film, der geplant und bereits im Gespräch war, letztlich – oder bisher – noch nicht produziert worden ist, auf den ihr euch aber sehr gefreut hättet?
    Hier kann ich auf jeden Fall Terry Gilliams „The Man Who Killed Don Quixote“ nennen, dessen Nicht-Entstehungsgeschichte in der Doku „Lost in La Mancha“ auf beeindruckende Weise festgehalten wurde. Noch heute bin ich mir sicher, dass der Film fantastisch geworden wäre. Die Doku ist auch eine der gelungensten ihrer Art und man sollte sie als Filmfreund auf jeden Fall einmal gesehen haben. 
  5. In sich abgeschlossene Miniserien sind ein Medium, das noch viel zu selten genutzt wird. Besonders Romanverfilmungen könnten davon profitieren. Leider jedoch wird hier meist nur auf zeitlich knapp bemessene Filme oder – zumindest bei Erfolg – endlose Serien gesetzt.
  6. Filme mit mehreren Episoden und Erzählsträngen sehe ich sehr gerne (z.B. „Magnolia“, „Smoke“ oder „Shortcuts“), da sie oft ein wunderbar skurriles Kaleidoskop des Lebens zeichnen.
  7. Mein zuletzt gelesenes Buch war „A Clash of Kings“ und das war wirklich mitreißend, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Handlungsstränge der diversen Parteien in Westeros weitergehen.

Zu guter Letzt noch eine Bitte an alle Leser und Gelegenheitsleser meines Blog, die durch den Media Monday hier vorbeischauen: Wie findet ihr das neue Blog-Design? Einfach kurz den zugehörigen Eintrag lesen und abstimmen. Vielen Dank!

Terra Nova – Season 1

Eine der mit am meisten Spannung erwarteten Serien des vergangenen Jahres dürfte wohl „Terra Nova – Season 1“ gewesen sein. Die – wie bereits „Falling Skies“ – von Steven Spielberg produzierte Serie versprache kinoreife Unterhaltung und fantastische Spezialeffekte. Doch bereits für die Pilotfolge hagelte es größtenteils schlechte Kritiken und mit zunehmender Laufzeit kristallisierte sich heraus, dass der Serie wohl nicht der erhoffte Erfolg beschieden werden sollte. Wie ist Spielbergs Sci-Fi-Saga jedoch bei mir angekommen?

Ich habe jede Minute genossen. Als Kind hätte ich die Serie sogar geliebt. Dinosaurier, Zeitreisen, Science-Fiction und Mystery. Erwähnte ich schon Dinosaurier? Der Stoff aus dem meine Träume gemacht waren. Auch heute noch verfalle ich diesen Elementen erstaunlich leicht. Hinzu kommt eine Bilderbuchfamilie à la Spielberg, was bei mir stets funktioniert. Man sieht: Auch wenn die Serie alles andere als perfekt ist, so drückt sie bei mir doch nahezu alle Knöpfe, um als nahezu perfekte Unterhalung wahrgenommen zu werden – es ist schon beinahe unheimlich.

Inhaltlich wandelt die Serie auf bekannten Pfaden. Handlungselemente und Anmutung erinnern an „Avatar“ (inklusive dem großartigen Stephen Lang als Commander Taylor), die Dinos sind „Jurassic Park“ entsprungen, mysteriöse Ereignisse und geheimnisvolle Andere hat man aus „Lost“ entliehen, und der Look der Zukunft ist eine Nachahmung des „Blade Runner“-Produktionsdesigns. Nicht innovativ, aber es funktioniert. Zumindest für mich. Die Charaktere wachsen einem zudem recht schnell ans Herz, die Handlung ist seicht aber lädt zum Dranbleiben an – und auch wenn die Effekte mehr nach TV, denn Kino aussehen, so gefiel mir der exotische Look doch ausgesprochen gut.

Ich kann durchaus verstehen, wenn man so sein Problem mit der Serie hat. Wie bereits „Falling Skies“ erinnert auch die Handlungsstruktur von „Terra Nova“ eher an 90er Jahre TV-Serien, als an komplexe Geschichten, wie man sie heute in Serien findet. Dennoch funktioniert die Serie für mich noch um einiges besser, als die ähnlich gelagerte Alienhatz. Es ist wie eine Rückkehr in die Sonntagnachmittage der eigenen Kindheit. Dinos, Sci-Fi, Mystery und dennoch eine heile Welt. Spätestens seit der Absetzung der Serie weiß ich, dass ich mit dieser Meinung ziemlich alleine dastehe – doch ich fand die nostalgische Zeitreise ziemlich gut: 8/10 (7.7) Punkte.

Veränderung vs. Gewohnheit

Seit ich Mitte 2006 mit dem Bloggen angefangen habe, begleitet mich das Neat!-Theme und leistete mir stets gute Dienste. Da ich ein Gewohnheitstier bin, sah ich nie den Grund für eine Veränderung des Themes gegeben. Dennoch habe ich mir stets die Neuzugänge im stets wachsenden Theme Showcase von WordPress.com auf dem Radar – und das Ari-Theme hat mich aufgrund seiner Schlichtheit von Anfang an begeistert.

Nach wochenlangem Hin und Her, habe ich mich nach 6 Jahren endlich dafür entschieden, der Veränderung eine Chance zu geben. Da ich mich jedoch auch gerne um Entscheidungen drücke, überlasse ich euch die Wahl:

Falls ihr nicht mehr wisst, wie das Blog mit Neat!-Theme aussah, findet ihr anbei zwei Screenshots, um euch die Wahl zu erleichtern (Klick für große Version):

 

Ich werde die Umfrage voraussichtlich ca. eine Woche laufen lassen. Ihr wisst also was zu tun ist! 🙂

The Lost Boys (WS1)

Heute ist es mir einmal wieder sehr schwer gefallen die richtige Wahl zu treffen. Nach einem Tag voller Spiel, Spaß und Sonnenschein konnte jeder Film im Vergleich auch nur verlieren. Also bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe zum ersten Mal seit sechs Jahren „The Lost Boys“ aus dem Regal genommen. Erstmals durfte ich Joel Schumacher Mix aus Horrorkomödie und Jugendabenteuer auf Blu-ray bewundern, was das Vergnügen noch einmal steigerte und dem Filmerlebnis zugute kam.

„The Lost Boys“ ist wohl einer dieser Filme, die man – sollte man nicht mit ihnen aufgewachsen sein – nur schwer ertragen kann. Die 80er Jahre durchdringen Schumachers Werk, wie kaum einen zweiten Film: Frisuren, Kleidung, Musik, Kameraeinstellungen und Montage. Man fühlt sich nicht nur einmal in ein 80er Jahre Synth-Pop-Musikvideo versetzt. Schumacher zieht seinen Stil jedoch so konsequent durch, dass der Film absolut homogen und in sich geschlossen wirkt. Auch in der Handlung spiegelt sich das Jahrzehnt wider und klassische Teenage Angst- und Coming of Age-Elemente bilden das Grundgerüst dieses Vampirfilms – und das 10 Jahre vor der ersten Staffel von „Buffy: The Vampire Slayer“.

Neben den teils sehr artifiziell wirkenden Bildern und der im Grunde düsteren Geschichte, gibt es viel Humor und abgedrehte Charaktere zu sehen. Die Frog Brothers dürften schon längst in die Popkultur eingegangen sein und das Auftreten von Schauspielern, wie Kiefer Sutherland, hat bestimmt dazu beigetragen den Kultstatus des Films zu untermauern. Wirklich schade, dass die Karriere der zwei Coreys so typisch für Kinderstars in Hollywood verlaufen ist.

Wer den Film noch nie gesehen hat, der sollte ihn wohl auch wirklich sehen wollen, um heute noch viel Freude mit „The Lost Boys“ zu haben. Wir anderen haben ihn ja sowieso schon längst ins Herz geschlossen und somit hatte ich auch heute wieder enorm viel Spaß mit dieser seltsam düsterbunten Vampirjagd. Einer meiner großen Jugendfilmklassiker, die ich mir immer wieder anschauen kann: 9/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (196)

Beim vorletzten Lauf war ich noch mit Mütze unterwegs, die Winterjacke wurde auch erst vor zwei Tagen verbannt und heute hatte es über 30 °C im Schatten – und da soll man nicht verwirrt sein! Auf jeden Fall hatte ich mich voller Elan und Vorfreude aufgemacht, um einmal wieder die 10 km mit über 10 km/h anzugehen. Doch ich unterschätzte die Hitze und so ging ab der Hälfte nichts, aber auch rein gar nichts mehr.

Distance: 8.96 km
Duration: 00:58:28
Avg Speed: 9.19 km/h
Avg Pace: 6:31 min/km
Energy: 724 kcal

So habe ich weder die 10 km noch einen 10 km/h-Schnitt geschafft. Der Lauf war sogar der langsamste seit einem knappen Jahr (Lauf 139 um genau zu sein). Kein Wunder, denn nach beinahe einer Stunde bei gut 42 °C in der Sonne war ich auch am Ende. Letztendlich habe ich die Situation falsch eingeschätzt und werde mich nun wohl wieder auf Läufe am Abend oder frühen Morgen beschränken. Das heute war einfach nur dumm…

Im ersten Ohr: Celluleute Folge #41: Round Up mit Jacob, AGAIN!
Im zweiten Ohr: Nerdtalk Episode 251

Run, Fatboy, Run (195)

Da ich es letztes Wochenende aufgrund Faulheit des regnerischen Aprilwetters nicht geschafft habe zu laufen, waren die ersten Sonnenstrahlen natürlich besonders verlockend. Da zu Beginn jedoch ein kalter Wind ging, habe ich dennoch lieber noch einmal die warmen Klamotten angezogen, was sich als großer Fehler herausstellen sollte – so eine Hitze!

Distance: 8.23 km
Duration: 00:49:14
Avg Speed: 10.0 km/h
Avg Pace: 5:59 min/km
Energy: 665 kcal

Für die Zeit musste ich gegen Ende ziemlich kämpfen, doch immerhin habe ich so noch knapp die 10 km/h erreicht. Ansonsten war es wirklich nett einmal nicht über große Pfützen springen zu müssen oder mit 3 kg Matsch an der Hose nach Hause zu kommen. Für das Wochenende erhoffe ich mir einen Lauf jenseits der 10 km – dafür muss nun nur noch die Motivation stimmen… 😉

Im ersten Ohr: Fortsetzung folgt S02E20 – Ladies Night
Im zweiten Ohr:
Cocktailpodcast #S2 – Bob in Japan

The Mentalist – Season 1

Nachdem die Serie im Fortsetzung folgt-Podcast jede Folge gefühlte zwölfeinhalbmal lobend erwähnt wird, habe ich mir die ersten zwei Staffeln gegönnt und „The Mentalist – Season 1“ inzwischen auch komplett gesehen. Da es sich um ein Krimi-Procedural handelt, hat sich die Sichtung über etliche Wochen hingezogen, doch so ein- bis zweimal pro Woche war es durchaus ein Vergnügen mit Patrick Jane die Untiefen des menschlichen Verhaltens zu erforschen…

Im Prinzip ist „The Mentalist“ nur ein weiteres Crime Procedural wie dutzend andere, die unsere TV-Bildschirme bevölkern. Nicht mein bevorzugtes Genre, doch ab und zu ist es tatsächlich auch ganz angenehm eine Episode ohne großes Vorwissen sehen zu können – und sei es nur, damit man sich nicht ärgert nach einem wieder mal viel zu langen Tag bereits bei der Hälfte eingeschlafen zu sein. So haben sich über die letzten Jahre ein paar solcher Procedurals in mein Serienprogramm geschlichen, von denen „Castle“ wohl das Highlight darstellen dürfte. An dieses reicht auch „The Mentalist“ nicht heran, Spaß hatte ich dennoch damit.

Die Stärke der Serie ist wohl eindeutig die unkonventionelle Art und Weise der Ermittlung und die sympathische Darstellung des Hauptcharakters durch Schauspieler Simon Baker. Hier tritt – trotz tragischem Hintergrund der Figur – der humoristische Aspekt der Ermittlungsarbeit deutlich zutage, was dem Unterhaltungswert der doch recht konventionellen Fälle auf jeden Fall zugute kommt. Die anderen Mitglieder des CBI-Teams bleiben für meinen Geschmack jedoch noch etwas blass.

Inzenatorisch sieht „The Mentalist“ auch wirklich nach TV-Serie aus, d.h. relativ gleichmäßige Ausleuchtung, kaum dramatische Effekte und klassische Kameraführung ohne Spielereien. Dies alles lässt die Serie recht altmodisch erscheinen und kann keinesfalls mit der kinoreifen Inszenierung mithalten, die man heute von anderen Serien gewohnt ist. Technisch sauber, aber insgesamt eben zu glatt und langweilig.

Auch wenn ich kein Fan der Serie wurde, so hatte ich größtenteils doch wirklich Spaß mit Patrick Jane und Co. Da die zweite Staffel bereits bereit liegt, werde ich auch diese noch schauen, doch ob ich danach am Ball bleibe? Vielleicht wenn der Haupthandlungsstrang um Red John mehr ins Zentrum rückt und sich die Gruppendynamik im Team interessanter gestaltet. Bis dahin bleibt „The Mentalist“ nette Krimiunterhaltung ohne große Stärken und Schwächen: 7/10 (6.7) Punkte.

Media Monday #43

Nach einem herrlich entspannten Wochenende samt Kinobesuch, kommt der Montag natürlich wieder recht ungelegen. Aber was will man machen? Richtig, erst einmal die Fragen des Medienjournals zur bunten Filmwelt beantworten und sich danach um den Rest kümmern…

  1. Der beste Film mit Forest Whitaker ist für mich „Smoke“.
  2. Gore Verbinski hat mit „Fluch der Karibik“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der Film die perfekte Mischung aus Schauwerten, Humor und Action bietet und Verbinski damit zudem ein totgesagtes Genre wiederbeleben konnte.
  3. Der beste Film mit Amy Adams ist für mich „Catch Me If You Can“.
  4. Nach einem durchzechten Wochenende findet man sich oftmals Sonntagnachmittags auf der Couch wieder. Welchen Film würdet ihr für diesen Fall empfehlen?
    Hier bietet sich natürlich „Hangover“ an, doch wahrscheinlich würde ich mich eher mit guten alten Bekannten, sprich „The Goonies“, auf Abenteuer begeben. Allerdings ist dies ein völlig fiktives Szenario, denn selbst nach einer durchzechten Nacht, würde ich so oder so von unserem Zappelinchen beansprucht werden – Kater hin oder her…
  5. Der schlechteste Film, den Martin Scorsese je gemacht hat, ist – zumindest unter den von mir bereits gesehenen – „Aviator“, der allerdings auch weit davon entfernt ist schlecht zu sein. Bei Scorsese ist das wahrlich Kritik auf hohem Niveau.
  6. Von den zahlreichen Buch-Reihen, die im Laufe der letzten Jahre verfilmt worden sind, gefällt mir „Game of Thrones“ am besten, denn aufgrund des Serienformats ist es gelungen der komplexen Geschichte und ihren Figuren ausreichend Raum zu geben und zudem die Atmosphäre der Vorlage ziemlich perfekt einzufangen.
  7. Mein zuletzt gesehener Film war “Die Tribute von Panem: The Hunger Games” und der war ein überraschend gelungenes Filmerlebnis, weil er für mich der erste Film seit 9 Monaten Kinoabstinenz war und auch abgesehen davon exzellent zu unterhalten wusste.

Die Tribute von Panem – OT: The Hunger Games

Gestern Abend war ich zum ersten Mal seit 9 Monaten wieder im Kino, was wohl einen neuen Negativrekord darstellen dürfte. Wir hatten dieses Ereignis schon lange geplant und mit einem leckeren Essen (viel zu viele Tapas) kombiniert. Leider jedoch liefen die Wunschfilme („Hugo Cabret“ oder „The Grey“) nicht zu einer mit Kind bzw. Babysitter zu vereinbarenden Zeit, weshalb die Wahl letztendlich auf „Die Tribute von Panem: The Hunger Games“ fiel. Ehrlich gesagt fühlte ich mich zu Beginn der Vorstellung aufgrund der hohen Teenagerquote im Publikum schon etwas fehl am Platz, doch sollten sich diese Befürchtungen letztendlich recht schnell verstreuen…

Im Vorfeld hatte ich mich nicht groß mit dem Film bzw. der Vorlage auseinandergesetzt. Da eine Kollegin jedoch erst kürzlich die Trilogie verschlungen hat, war mir die grobe Rahmenhandlung allerdings ebenso bekannt, wie die Tatsache, dass „Die Tribute von Panem“ wohl das nächste große Ding unter den Jugendbüchern darstellt. Da ich durchaus empfänglich für Jugendliteratur bin und sich die Prämisse recht vielversprechend anhörte, erhoffte ich mir im Idealfall eine für mich interessante Begegnung mit einem neuen fiktionalen Universum und im schlimmsten Fall eine Art von „Twilight“-Nonsense. Letztendlich hat mir es die Geschichte auf jeden Fall angetan, obwohl die Prämisse nur aus populären Sci-Fi-Versatzstücken besteht: Jeder Genrefreund dürfte sich an „Running Man“, „Battle Royale“ oder „Das Millionenspiel“ erinnert fühlen. Die Atmosphäre und gewisse Elemente abseits der Hungerspiele erinnerten mich zudem sehr an John Christophers „Die dreibeinigen Monster“-Trilogie sowie George Orwells „1984“.

Es ist wahrlich kein Wunder, warum Suzanne Collins Romanreihe weltweit große Erfolge feiert. In Zeiten von Casting-Shows und Vorführfernsehen à la Dschungelcamp und Co. ist es nur naheliegend diese Thematik gerade für die Zielgruppe von „Germany’s Next Topmodel“ usw. entsprechend dramatisiert aufzubereiten. Natürlich sind die sozial- und medienkritischen Elemente äußerst plakativ und werden mit dem Holzhammer präsentiert, doch wenn diese auch nur einen Bruchteil der Zielgruppe zum Nachdenken abregen, ist dieser Ansatz in meinen Augen durchaus legitim und begrüßenswert. Insofern kann ich die oberflächliche Kritik einiger konservativer Feuilletonisten und Hobbykritiker an der ach so verwerflichen Thematik und Gewaltdarstellung nicht nachvollziehen.

Ich muss zugeben, dass ich nach anfänglicher Skepsis wirklich viel Spaß mit dem Film hatte. Man wird schnell in diese Welt hineingezogen und auch wenn ich durchaus einige Kritikpunkte habe, so war das Gesamterlebnis doch durchwegs positiv: Ich sollte wahrlich wieder öfter ins Kino gehen. Der Aufbau der Handlung ist angenehm bedächtig und gibt den Figuren genug Raum, um sie für den Zuschauer interessant zu machen. Der Einstieg in die Hungerspiele war überraschend hart und mitreißend. Die Liebesgeschichte reduzierte sich zudem glücklicherweise auf den letzten Akt und wirkte dabei dennoch etwas aufgesetzt. Ich bin mir sicher, dass die Vorlage diese weit behutsamer vorbereitet. Insgesamt konnte ich der Handlung des Films jedoch gut folgen und hatte nicht den Eindruck, dass etwas Wichtiges weggelassen wurde.

Es mag am positiven Gesamteindruck des gestrigen Abends liegen oder an den Entzugserscheinungen, die mich aufgrund der langen Abwesenheit von der großen Leinwand plagten, doch „Die Tribute von Panem“ haben mich äußerst positiv gestimmt. Würde ich zurzeit nicht einer anderen Romanreihe verfallen sein, würde ich vermutlich sogar einmal in die Vorlage reinlesen. Auch wenn der Film nur ein – aufgrund so mancher Kostüme auch durchaus zu – bunter Genremix ist und gewisse Elemente durchaus besser herausgearbeitet hätten werden können, so hat mich der Film über knapp zweieinhalb Stunden jedoch exzellent unterhalten. Ich gebe es nur ungern zu, doch I am hooked: 8/10 Punkte.

Alcatraz – Season 1

Eine der größen Serienhoffnungen der vergangenen TV-Saison war für mich „Alcatraz – Season 1“ von J.J. Abrams. Doch schon bald sollte sich herausstellen, dass es die Serie nicht nur bei den Kritikern, sondern auch bei der geneigten Fangemeinde schwer haben sollte. Dabei bekam man genau das zu sehen, was die Trailer versprachen: Mystery, eine Geschichte auf mehreren Zeitebenen und mit Jorge Garcia einen „Lost“-Alumni. Wo liegt also das Problem?

Die Serie funktioniert sowohl als Procedural, als auch als Serial – und das dürfte wohl auch gleichzeitig das große Problem darstellen: Wie bereits die erste Staffel von „Fringe“ stützt sich auch „Alcatraz“ größtenteils auf Einzelepisoden nach dem Fall der Woche- bzw. Gefangener der Woche-Prinzip. Dieser Ansatz sorgte auch im ersten Jahr von „Fringe“ für Enttäuschung, doch wurde man dort mit interessanteren Charakteren belohnt. Ein anderer und durchaus wichtiger Aspekt der Serie ist, dass die Handlung auf zwei Zeitebenen spielt – Abrams‘ Mysterserie „Lost“ lässt grüßen. Schon alleine die Art der Inszenierung erinnert verdächtig an den Serienhit, nur dass die Flashbacks auf das Gefängnissetting reduziert sind, was auch nicht allen Zuschauern gefallen dürfte.

Nachdem ich nun die Schwachpunkte der Serie aufgeführt habe, sollte ich auch auf ihre Stärken eingehen – und davon hat sie meiner Meinung nach eine ganze Menge. So fand ich das Ermittlerduo Detective Madsen und Dr. Soto sehr sympathisch und perfekt besetzt. Sarah Jones (very cute, by the way) und Jorge Garcia ergänzen sich wirklich gut und heben ihre Figuren somit erfrischend von den typischen TV-Ermittlern ab. Auch Sam Neils Charakter mochte ich recht gerne, wenngleich ich mir für ihn eine ausführlichere Hintergrundgeschichte gewünscht hätte. Leider jedoch werden dem Zuschauer in dieser Hinsicht wieder nur kleine Häppchen serviert, was erschreckend an „Lost“ erinnert. Da hätte ich eher die Anzahl der Gefangenen reduziert, bei denen ich nach ein paar Episoden ehrlich gesagt auch schon völlig den Überblick verloren hatte.

Letztendlich ist „Alcatraz“ nicht der große Mysteryhit, den ich mir erhofft hatte. Dennoch bin ich weit nicht so enttäuscht, wie viele andere Zuschauer. Ich mochte die Atmosphäre in den Rückblenden und die teils ziemlich überzeichneten Figuren (z.B. Warden James) sehr gerne. Auch die Geschichte birgt Potential, was leider nur sehr rudimentär ausgeschöpft wird. Die Zukunft der Serie steht noch in den Sternen und auch wenn sie nicht ohne Fehler war, so würde ich mich doch sehr über eine Fortführung der Geschichte freuen – schon alleine aufgrund des ziemlich fiesen Cliffhangers: 7/10 (7.4) Punkte.