Mein Filmjahr 2014

Nachdem ich vor über einem Jahr eine ausführliche Analyse meiner Sehgewohnheiten präsentiert habe, war der Plan auch eine jährliche Statistik zu erstellen. Diese basiert ebenso auf den Einträgen der Finde (d)einen Film-Seite und zeigt somit, wie sich mein Filmjahr 2014 gestaltet hat: Insgesamt habe ich exakt 60 Filme gesehen, was in Anbetracht der sonstigen Ereignisse in meinem Leben doch ganz beachtlich ist. Gerne hätte ich noch mehr gesehen, doch dafür hätte ich auf einige liebgewonnene Serien verzichten müssen, für die glücklicherweise keine gesonderte Statistik existiert… 😉

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Auch dieses Jahr kommt der Großteil der gesehenen Filme aus dem FSK 12/FSK 16-Segment (80%). FSK 0/FSK 6 (12%) und FSK 18 (8%) halten sich dagegen beinahe die Waage: ∅ = FSK 12 und 8 Monate

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Invasion vom Mars – OT: Invaders from Mars (1986)

Eigentlich wäre heute „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ auf dem Programm gestanden, doch dank Ausfall des Babysitters musste ein Alternativprogramm improvisiert werden. Als letzten Film des Jahres habe ich mich für eine Reise in die Vergangenheit entschieden, genauer gesagt für Tobe Hoopers „Invasion vom Mars“ aus dem Jahr 1986. Mit dem Film verbindet mich eine lange Geschichte, doch ob er auch heute noch überzeugen kann?

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Es gibt Filme, die haben einen starken Einfluss auf die persönliche Entwicklung als Rezipient. Auch wenn das 1986er Remake von „Invasion vom Mars“ nicht sonderlich bekannt ist, so muss ich es doch unzweifelhaft als wichtig für meine Entwicklung als Filmfreund einordnen. Ich kann mich gar nicht mehr an die genauen Umstände der diversen Sichtungen erinnern, doch muss ich den ungewöhnlichen Genremix in den späten 80ern bzw. frühen 90ern unzählige Male gesehen haben. Mit ihm habe ich unzählige filmische erste Male erlebt, die meine Genrevorlieben stark geprägt haben: der erste Sci-Fi-Horror, das erste Mal Splatter, die ersten Monster, die ersten Bodysnatcher, das erste Jugendabenteuer, usw.

Manche Bilder haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt (z.B. die Biologielehrerin, die einen Frosch verspeist, oder die Löcher in der Sandgrube), an andere Szenen konnte ich mich dagegen überhaupt nicht mehr erinnern (z.B. alles in der Militärbasis). Aus heutiger Sicht ist der Film wohl mehr als lächerlich, die Effekte schlecht und die Handlung weder angsteinflößend noch spannend. Vermutlich war der Film all dies auch 1986 nicht, doch erlebt man ihn durch die Augen eines Kindes, dann steckt er noch voller Spannung und Abenteuer. Selbst die heutige Sichtung konnte dieses Gefühl teils noch bei mir heraufbeschwören – und das erstmals gesehene US-Ende hätte mir als Kind wohl den Rest gegeben. Toll!

Nachdem ich jahrelang auf der Suche nach einer würdigen DVD-Veröffentlichung war, hat KOCH MEDIA nun sogar eine qualitativ gute Blu-ray auf den Markt gebracht. Diese kann ich nur empfehlen – das doppelt so teure Mediabook könnt ihr euch aufgrund der schlechten Verarbeitungsqualität aber sparen. Mit „Invasion vom Mars“ habe ich heute einen wichtigen Teil meiner Kindheit aufleben lassen. Zusammen mit „Howard: Ein tierischer Held“ aus dem gleichen Jahr dürfte dies ein tolles bzw. interessantes Double Feature geben. Aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt: 8/10 Punkte.

Media Monday #183 – Silvester-Special

Bei der Beantwortung des letzten Media Mondays lagen die Weihnachtstage noch vor uns – nun, nur eine Woche später, ist die besinnliche Zeit auch schon wieder vorbei. Es ist wirklich unglaublich, wie die Zeit rennt. In einer weiteren Woche schreiben wir das Jahr 2015. Folglich macht es nur Sinn, dass uns die aktuellen Fragen des Medienjournals auf das vergangene Jahr zurückblicken lassen…

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  1. Der beste Film in 2014 war für mich „Guardians of the Galaxy“.
  2. Mein liebstes Buch in 2014 war für mich „Cabinet of Curiosities: My Notebooks, Collections, and Other Obsessions“ – ein Sachbuch, das den Leser einen detaillierten Blick auf das filmische Schaffen Guillermo del Toros werfen lässt.
  3. Größte Serienneuentdeckung in 2014 war zweifelsohne „True Detective“ – am meisten beeindruckt hatte mich aber das Finale der Serie „Friday Night Lights“ aus dem Jahr 2010.
  4. Die größte Enttäuschung hingegen war für mich ganz klar der Film „The Secret Life of Walter Mitty“, der mich emotional einfach nicht packen konnte.
  5. Im nächsten Jahr freue ich mich ganz besonders auf den Einzug ins neue Haus.
  6. Spannend wird 2015 vor allem, weil es vor dem Einzug ins neue Haus eben noch dieses fertigzustellen gilt.
  7. Und ganz im Vertrauen, meine Vorsätze fürs kommende Jahr sind weiterhin Job, Familie und Hausbau sinnvoll auszubalancieren, gesünder zu Essen und mehr Sport zu treiben und – erneut ganz egoistisch – ein wenig Zeit für meine Hobbies, im Speziellen Filme und dieses Blog, zu finden.

In diesem Sinne: Kommt gut rüber, wir lesen uns spätestens 2015! 🙂

Escape Plan (2013)

Nachdem man als Freund des 80er Jahre Actionkinos jahrelang auf eine Rückkehr der damaligen Helden auf die Leinwand warten musste, gibt es inzwischen eine regelrechte Schwemme an sogenannten Retro-Actionern. Mit Stallones „The Expendables“ konnte ich eher weniger anfangen, Schwarzeneggers „The Last Stand“ hatte mir dagegen recht gut gefallen. Und wie schneidet „Escape Plan“ als erstes großes Treffen der beiden Action-Giganten ab?

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Ich erinnere mich dunkel an recht positive Kritiken. Allerdings mag ich den Film da auch mit einem anderen Retro-Actioner verwechseln. Schon beim ersten Auftritt Sylvester Stallones hatte ich so meine Zweifel – zu gewollt, zu angestrengt, zu schlecht gespielt. Als dann noch Curtis ’50 Cent‘ Jackson ins Bild stolpert und mit Mühe und Not halbwegs glaubhaft ein paar Sätze stammelt, waren meine Erwartungen komplett im Keller. Zu diesem Zeitpunkt war meine größte Sorge, was denn nur aus Privat Paula Vincent D’Onofrio geworden ist. Eigentlich hatte ich den Film hier schon abgeschrieben, doch er sollte ja erst noch richtig losgehen…

Und das tat er dann auch: Mit dem Auftritt Arnold Schwarzeneggers keimte plötzlich Hoffnung auf. Nein, auch er ist kein guter Schauspieler, doch blitzte hier und da wenigstens ein wenig Selbstironie durch. Auch Stallone gewann im Zusammenspiel mit Schwarzenegger – und als Arnie während des ersten Ausbruchsversuchs plötzlich auf 5 Minuten lang auf Deutsch flucht, war das schon ein kleines Highlight. Auch im weiteren Verlauf weiß die Dynamik zwischen den beiden Schauspielern zu gefallen, was tatsächlich auch das einzig wirklich Sehenswerte an „Escape Plan“ ist.

Zu den oben genannten Schauspielern gesellen sich noch Jim Caviezel und Sam Neill. Kaum zu glauben. Immerhin schafft es Caviezel noch einen völlig überdrehten Bösewicht zu kreieren, der allerdings im „Austin Powers“-Universum besser aufgehoben wäre, während Sam Neill spielt, als müsse er mit der Gage die nächste Stromrechnung bezahlen. Oder eben auch nicht. „Escape Plan“ einen B-Movie zu nennen würde es nicht direkt treffen. Er wirkt oft unglaublich trashig, das Drehbuch strotzt nur so vor Dämlichkeiten, doch wirkt die Inszenierung zu kompetent und kalkulierend.

Auch wenn „Escape Plan“ wahrlich kein guter Film ist, so hatte ich doch meinen Spaß damit. Speziell das Aufeinandertreffen von Stallone und Schwarzenegger ist für Kinofreunde wahrlich nett anzusehen. Daneben sollte man sich allerdings nicht viel erwarten, denn sowohl die Nebendarsteller als auch die Handlung wirken meist wie aus der Klamottenkiste. In größerem Kreis mit einem Bier in der Hand dürfte der Spaßfaktor zudem weitaus höher liegen, als zwischen den Jahren alleine auf dem Sofa: 5/10 Punkte.

Konsumrausch 2014

Hatte ich vor einem Jahr – exakt eine Woche bevor wir den Zuschlag für unser Grundstück bekommen haben – noch überlegt, ob wir überhaupt ein Haus bauen würden, so sind wir während der letzten 12 Monate doch ein ganzes Stück weitergekommen. Das war auch bitter nötig, denn es hat sich im vergangenen Jahr wieder so einiges angesammelt. Auch das Christkind hat es wieder extrem gut mit uns gemeint: so langsam aber sicher ist kein Platz mehr im bislang noch einzigen Kinderzimmer. Unter uns Erwachsenen hatten wir die Schenkerei zwar schon eingeschränkt, doch lagen dennoch wieder etliche Pakete unter dem Weihnachtsbaum:

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Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren gab es erstmals keine Filme, Bücher oder CDs (dafür solltet ihr einmal beim geschätzten Kollegen Inishmore vorbeischauen), sondern eine Gitarre und eine neue Uhr – nachdem sich das Uhrwerk meiner geliebten Fossil Blue, die ich zu meinem 18. Geburtstag geschenkt bekam, nun endgültig verabschiedet hat. Das Topfset für unseren neuen Induktionsherd ist nicht vergessen, hätte aber ohnehin keinen Platz mehr auf dem Bild gehabt. In den kommenden Tagen werde ich also endlich einmal wieder ein wenig Klampfen (im Moment beiße ich mir an Bright Eyes‘ „First Day of My Life“ die Zähne aus) und viel auf die Uhr schauen – und das an den Tagen des Jahres, an denen die Zeit ohnehin viel zu schnell verrinnt. Immerhin schneit es nun. Auch irgendwie schön… 🙂

Edge of Tomorrow (2014)

Nach zwei Tagen Weihnachtstrubel bin ich, ehrlich gesagt, ziemlich geschafft. Noch drei Tage (ja, auch das Wochenende) liegen vor uns. Da muss man bereit sein – wie Tom Cruises Charakter Cage in Doug Limans „Edge of Tomorrow“ eindrucksvoll beweist. Tag für Tag. Deshalb hat sich Warner Bros. wohl auch gedacht es wäre eine gute Idee, den Film für den Heimkinomarkt nur noch mit der Tagline „Live. Die. Repeat.“ zu vermarkten. Glücklicherweise ist damit schon der negativste Aspekt des Films abgehandelt…

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Mit „Swingers“ hat Doug Liman einen der Filme geschaffen, die mich in meiner Jugend stark beeindruckten. Danach hatte ich den Regisseur irgendwie aus den Augen verloren: „Die Bourne Identität“ fand ich nur ganz gut, „Mr. und Mrs. Smith“ ist an mir vorbeigegangen und „Jumper“ hatte zwar eine nette Prämisse, sonst aber nur wenig zu bieten. Mit „Edge of Tomorrow“ hat es Doug Liman zurück auf meinen Radar geschafft. Dabei sieht der Film in so manchen Momenten wie ein generischer Sci-Fi-Actioner aus. Doch wie so oft schafft es der Kniff der Zeitmanipulation den Unterhaltungswert des Films enorm zu steigern. Macht euch also bereit für „Und täglich grüßt das Murmeltier“ auf Speed!

Harold Ramis‘ „Groundhog Day“ ist wohl der bekannteste Film, der eine Zeitschleife ins Zentrum stellt. Doch auch die Sci-Fi-Thriller „12:01“, „Déjà Vu: Wettlauf gegen die Zeit“ oder „Source Code“ spielen mit dieser famosen Grundidee. Die meiner Meinung nach beste Zeitschleifengeschichte, Ken Grimwoods Roman „Replay: Das zweite Spiel“, wurde bisher leider noch nicht verfilmt – bis es einmal soweit sein sollte, bietet „Edge of Tomorrow“ auf jeden Fall beste Unterhaltung.

Doug Liman schafft es erstaunlicherweise die knallharte Kriegsaction mit enorm viel Humor aufzubrechen. Teils wähnt man sich mehr in einer Komödie, als in einem Alien-Kriegsfilm. Obwohl die Struktur des Films aus den oben genannten Werken bekannt ist, gelingt es Liman stets einen besonderen Kniff zu finden, der uns Zuschauer jedes Mal aufs Neue überrascht. Großartig! Das Gefühl, das ein Videospieler beim Erkunden neuer Level hat, wird hier gekonnt eingefangen – und nein, dieser Vergleich ist ausnahmsweise einmal nicht abwertend gemeint.

Das Finale ist leider ein wenig konventionell geraten; hier sieht man tatsächlich nur noch einen recht unterhaltsamen Sci-Fi-Actioner. Alles davor ist ein großer Spaß und ich kann „Edge of Tomorrow“ jedem nur ans Herz legen, der auch nur ein wenig mit Sci-Fi anfangen kann. Für die Hater noch der Hinweis: Ja, Tom Cruise ist abermals exzellent. Und es war eine Freude Bill Paxton zu sehen. Emily Blunt als Überheldin macht ebenso eine gute Figur. Selbst wenn der Film nicht ewig in Erinnerung bleiben wird, so ist er doch weit unterhaltsamer als die meisten anderen Sci-Fi-Streifen der letzten Jahre: 8/10 Punkte.

Hannibal – Season 1

Nachdem ich in den letzten Monaten viel Zeit mit „One Tree Hill“ verbracht habe, musste einmal wieder ein Ausgleich her – und abseits von „Hannibal – Season 1“ könnte es kaum ein größeres Kontrastprogramm zu dem Teenie-Drama geben. Nachdem die Serie überall in den höchsten Tönen gelobt wurde und ich Thomas Harris‘ „Roter Drache“ sehr lesenswert fand, war ich sehr gespannt auf dieses mögliche Serien-Highlight. Die Besprechung gibt es nun passend zu den besinnlichen Tagen

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Während der ersten fünf Episoden war ich beinahe enttäuscht. Das sollte diese hochgelobte Serie sein? Ich mochte den Look (eben typisch Bryan Fuller) sehr gerne und die düstere Atmosphäre hat mich sofort überzeugt. Allerdings bleibt, wenn man sich die blutigen Morde und stimmungsvollen Bilder wegdenkt, doch nur ein weiteres Krimi-Procedural übrig. Das klingt nun hart, ist aber – zumindest zu Beginn der Serie – wirklich so. Der rote Faden wird nur sehr bedingt vorangetrieben und jede Woche steht ein neuer Serienkiller auf dem Plan. Hier merkt man eben, dass es sich letztendlich doch nur um eine Network-Serie handelt, die versucht sich in Richtung HBO und Co. zu strecken. Wenn man sich speziell „True Detective“ aus dem vergangenen Jahr ansieht, merkt man, dass dieser Anspruch noch lange nicht erreicht wird.

Als der Fokus ab der sechsten Episode immer mehr auf den titelgebenden Hannibal Lecter (toll gespielt von Mads Mikkelsen) gelenkt wird, wächst auch die gesamte Serie. Zwar gibt es immer noch den Killer-of-the-Week, doch steht dann zweifellos die Beziehung zwischen Lecter und Will Graham im Mittelpunkt. Die Länge der Staffel von nur 13 Episoden kommt der Serie auch klar zugute. Hätte man versucht die Handlung auf die üblichen 22 Episoden zu strecken, wäre wohl noch mehr verloren gegangen. Eine sehr sinnvolle Entscheidung der Showrunner bzw. des Senders!

Letztendlich lässt mich „Hannibal“ in Serienform ein wenig zwiespältig zurück. Einerseits sieht die Serie fantastisch aus und weiß durch famose Schauspieler zu überzeugen. Andererseits ist sie in vielen Bereichen noch viel zu formelhaft erzählt und kann sich nicht vom Fall-der-Woche lösen. Wenn die Autoren konsequent dort weitermachen, wo sie mit der letzten Episode aufgehört haben, dann kann die Serie noch gut 1 bis 2 Staffeln exzellent funktionieren – einer längeren Laufzeit würde ich zu diesem Zeitpunkt noch skeptisch gegenüberstehen: 8/10 (8.2) Punkte.

Frohe Weihnachten! (2014)

Der Weihnachtsbaum ist aufgestellt, alle Geschenke eingepackt und „Schöne Bescherung“ gesichtet. Was fehlt also noch, um die Feierlichkeiten beginnen lassen zu können? Natürlich der offizielle Weihnachtsgruß auf meinem Blog! Nicht dass dies nach dem Media Monday Christmas-Special noch nötig gewesen wäre, doch Tradition wären nicht Tradition, wenn man sie bei der erstbesten Gelegenheit – im neunten(!) Jahr – einfach so fallen lassen würde…

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Wir ihr auf dem Foto erkennt, zeichnet sich im Hintergrund des Weihnachtsbaums undeutlich mein Filmregal ab, was zwischen den Jahren wohl auch eine große Rolle spielen wird. Vor ca. 10 Jahren habe ich während der Weihnachtszeit stets das Bonusmaterial der Extended Editions der „Der Herr der Ringe“-Trilogie verschlungen – und dieses Jahr lasse ich diese Tradition, da haben wir es wieder, mit den ersten beiden erweiterten Fassungen von „Der Hobbit“ wieder aufleben. Zumindest wenn Zeit zwischen den festlichen Gelagen, den großen Geschenkeorgien und dem Kinderbespaßen ist.

An dieser Stelle möchte ich euch, liebe Leser, gar wundervolle Weihnachtstage mit vielen Kalorien sowie einen großartigen Start ins neue Jahr wünschen! Genießt die paar ruhigen Momente, die sich euch bieten, und seid gewiss: Wir lesen uns auch im Jahr 2015 wieder…

Euer bullion

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS5)

Es war knapp dieses Jahr, doch können die Feierlichkeiten unmöglich beginnen, bevor nicht „Schöne Bescherung“ gesichtet wurde. Wie bereits im letzten Jahr habe ich erneut die englische Originalfassung der Blu-ray bevorzugt, was abermals ein großes Vergnügen war. Nachdem unser Baum inzwischen steht, macht sich somit auch langsam die nötige Weihnachtsstimmung breit…

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Wie jedes Jahr stellt sich mir nun die Frage, was ich noch über diesen Film sagen kann, das ich noch nicht in den letzten fünf Besprechungen untergebracht habe. Vielleicht einmal ganz analytisch meine Einschätzung, warum „Christmas Vacation“ so ausgezeichnet funktioniert: John Hughes‘ Drehbuch strotzt nur so vor ganz genauen Beobachtungen der Vorweihnachtszeit. Jeder kennt den dargestellten Konsumwahn, die Familienstreitigkeiten und berufliche Katastrophen. Es wäre leicht gewesen den Film in eine reine Satire abrutschen zu lassen, doch er besitzt erstaunlicherweise auch unglaublich viel Herz und transportiert echte Weihnachtsstimmung.

Man kommt einfach nicht umhin mit Clark Griswold mitzufühlen. Er will ein old-fashioned family Christmas, wie er es selbst aus Kindertagen kennt. Die Szene auf dem Dachboden spricht Bände – und solche Erinnerungen an scheinbar magische Weihnachtsfeste haben wir alle. Ganz am Ende offenbart sich im Gespräch mit seinem Vater, dass es auch damals schon so chaotisch und nervenzehrend war. Jedoch verdrängen wir diese Erinnerungen, den Konsumwahn und die nervige Verwandtschaft. Was bleibt, ist die Hoffnung auf ein magisches Weihnachtsfest – und spätestens wenn man selbst Kinder hat, möchte man diese Erinnerungen für sie aufleben lassen. Alle Jahre wieder.

Auch wenn unsere Feierlichkeiten nicht annähernd den Grad an Chaos erreichen werden, so gibt es doch immer wieder eben diese Momente, die einen kurzfristig die Sinnhaftigkeit des ganzen Weihnachtstrubels in Frage stellen lassen. Dann denkt man an die Griswolds und weiß: egal was kommt, es gibt immer ein Happy End. Und ja, ich freue mich jetzt schon wieder auf die Sichtung im kommenden Jahr: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Media Monday #182 – Christmas-Special

Mit der Sichtung von „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ in der erweiterten Fassung liegt bereits ein langer Filmabend hinter mir. Doch auch Müdigkeit und das Klingeln des Weckers in knapp sechs Stunden können meinen ersten Media Monday im Weihnachtsurlaub nicht verzögern. Somit viel Spaß mit meinen Antworten auf die weihnachtlichen Fragen des Medienjournals – und sollten wir uns davor nicht mehr lesen: schöne Feiertage und einen guten Rutsch!

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  1. Was glaubst du, liegt bei dir etwas in Richtung Film/Buch/etc. unter dem Weihnachtsbaum?
    Im Gegensatz zu vielen bereits vergangenen Weihnachtsfesten habe ich dieses Jahr nicht die geringste Vorahnung. Am ehesten wohl noch ein Buch. Ich werde es euch wissen lassen!
  2. Wirst du selbst auch etwas in der Richtung verschenken und wenn ja, was (sofern du es an dieser Stelle verraten kannst)?
    Natürlich sind ein paar Geschenke dieser Art dabei, z.B. die „Asterix Collection“ auf Blu-ray, das „What If?“-Buch von Randall Munroe, ein Buch zum Thema Fotografie usw.
  3. Gibt es etwas, dass du dir nach den Weihnachtstagen noch unbedingt wirst kaufen müssen, sofern niemand es dir schenkt?
    Nein, da gibt es zurzeit keine Lücke. Und mit Möbeln für das neue Haus fange ich jetzt lieber nicht an… 😉
  4. Der beste Weihnachtsfilm, den ich in diesem Jahr gesehen habe noch sehen werde, ob zum ersten oder wiederholten Male, war ist „Schöne Bescherung“ – was auch sonst?
  5. Besonders freue ich mich zur Weihnachtszeit immer über viel Zeit für und mit der erweiterten Familie.
  6. Wohingegen mich der Geschenkewahnsinn zu Weihnachten einfach nur noch nervt, weil das – speziell für die Kinder – immer der absolute Overkill ist.
  7. Die freien Tage werde ich nutzen, um mich endlich der Familie, gutem Essen, etlichen Filmen, liegengebliebenen Blogartikeln und ein paar sonstigen Hobbies zu widmen.