Hangover – OT: The Hangover (2009) (WS1)

Nach einem mehr oder weniger anstrengenden Tag fiel die abendliche Filmwahl auf einen alten Bekannten, der den erkältungsgebeutelten Kopf möglichst wenig anstrengen sollte. So kam es dann auch und ich konnte Todd Phillips‘ Erfolgskomödie „Hangover“ ohne größere Beschwerden genießen. Im Player lag übrigens der Extended Cut, der jedoch keiner besonderen Erwähnung bedarf, da die relativ belanglosen Erweiterungen wohl nur Hardcore-Fans auffallen dürften, die den Film öfter als dreimal im Jahr zu ihrem Pflichtprogramm zählen.

Wirklich erstaunt und positiv überrascht war ich, wie gut der Film auch bei einer wiederholten Sichtung noch funktioniert. Das hätte ich nach meinem Kinobesuch vor gut zwei Jahren so nicht erwartet. Die Geschichte ist nun zwar bekannt, doch gewinnen manche Szenen tatsächlich dadurch, dass man bereits weiß was auf die Charaktere zukommt. Hinzu kommt, dass mein filmisches Gedächtnis so schlecht bzw. „The Hangover“ gerade so oberflächlich ist, dass ich mich an viele Details schon gar nicht mehr erinnern konnte. Somit hatte ich bei der gestrigen Sichtung beinahe ebenso viel Spaß, wie bei der Erstsichtung damals im Kino.

Besonders gut funktioniert in dem Film das Ensemble. Hier hat man wirklich ein gutes Händchen für die Wahl der Darsteller bewiesen. Neben Bradley Cooper (Eddie Morra, „Ohne Limit“) und Ed Helms (Andy Bernard, „The Office“) wissen besonders Zach Galifianakis (Ray, „Bored to Death“) und Ken Jeong (Señor Chang, „Community“) zu überzeugen, die ein wahres Feuerwerk an Absurdität abfeuern. Sicher völlig übertrieben und selbstzweckhaft, doch unglaublich unterhaltsam und erfrischend. Für mich ein Grund, warum auch der zweite Teil so gut funktioniert hat, dessen Wiederholungssichtung die nächsten Tage bestimmt auch noch ansteht.

Ansonsten gilt es abermals die famose audiovisuelle Gestaltung zu loben. Man hat wirklich das Gefühl mit den Jungs auf Streifzug durch Las Vegas zu sein. Auch wenn die musikalische Untermalung normalerweise nicht mein Geschmack ist, so weckt sie doch gewisse Erwartungen und unterstreicht das Gefühl der schier unendlichen Möglichkeiten. Der Film hat gewiss seine Schwächen, doch insgesamt stellt „The Hangover“ eine Ausnahmekomödie dar, die auch beim wiederholten Anschauen zu überzeugen weiß: 8/10 Punkte.

Bolt: Ein Hund für alle Fälle – OT: Bolt (2008)

Gestern Abend wanderte das zweite meiner filmischen Weihnachtsgeschenke in den dazugehörigen Player. Auf Disneys „Bolt: Ein Hund für alle Fälle“ hatte ich mich schon lange gefreut, war aber gleichzeitig skeptisch, da es sich um einen Alleingang des Animationsgiganten ohne ihren langjährigen Partner Pixar handelt. Der letzte große Disney-Animationsfilm „Tangled“ gefiel mir jedoch ausgezeichnet und so war ich guter Dinge, dass mich auch „Bolt“ nicht enttäuschen würde…

Um es kurz zu machen: Ich wurde nicht enttäuscht. Ich wurde sogar außergewöhnlich gut unterhalten. Bereits der Prolog des Films feuert solch ein Actionfeuerwerk ab, dass es eine wahre Freude ist. Völlig übertrieben und zügellos gibt man sich sämtlichen Klischees und Unarten hin, die sich im jüngeren Actionkino Hollywoods etabliert haben. Herrlich! Man bekommt folglich eine überzeichnete Persiflage des Genres zu sehen, die gleichzeitig als Hintergrund für die nun folgende Geschichte dient. Die Prämisse ist dabei so einfach, wie genial: Ein tierischer Filmstar, dem nicht bewusst ist, dass er stets nur eine Rolle gespielt hat, muss sich durch eine Welt mit ihm unbekannten Regeln kämpfen. Eine herrliche Fish-Out-of-Water-Geschichte, die nicht nur manchmal an die Abenteuer von Don Quijote (oder Buzz Lightyear) erinnert.

Im Gegensatz zu „Tangled“, der eher an die großen Disneyklassiker anschließt, erinnert „Bolt“ mehr an die Pixar-Filme der jüngeren Zeit. Oft legt der Film ein unglaubliches Tempo vor, nur um in der nächsten Sekunde wieder mit ruhigen Charaktermomenten zu glänzen. Besonders die Nebenfiguren Mittens und Rhino treiben die Geschichte wunderbar komisch voran, ohne jedoch nur als Stichwortgeber zu fungieren. Die Balance stimmt hier einfach, was besonders den Drehbuchschreibern hoch anzurechnen ist.

Neben der kurzweiligen Handlung, hat mich vor allem die Inszenierung überzeugt. Detailreiche Charaktermodelle und ein zum Teil herzerweichender Animationsstil sind das Grundgerüst für einen visuellen Genuss erster Güte. Hinzu kommen teils gezeichnet wirkende Hintergründe, welche dem Film einen handgemachten Eindruck verleihen. Einzig die Darstellung der menschlichen Charaktere wirkt teils etwas befremdlich, doch das ist bei den meisten Animationsfilmen der Fall und wirkt hier keineswegs störend.

Ich bin wahrlich begeistert und kann „Bolt“ allen Animationsfreunden nur ans Herz legen. Eine nette und kurzweilige Geschichte, starke Sprecher (u.a. John Travolta und Susie Essman) und eine mitreißende Inszenierung machen den Film für nahezu jede Altersklasse sehenswert. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass der Film bei kommenden Sichtungen noch wachsen wird: 9/10 Punkte.

Breaking Bad – Season 4

Das Kind schläft, die Frau ist unterwegs und ich sitze mit einer Tasse Tee auf dem Sofa und schaue die letzten Episoden von „Breaking Bad – Season 4“. Auch wenn ich mir meinen Urlaub anders vorgestellt hatte, so gibt es doch weit schlechtere Alternativen seine Nachmittage zu verbringen. Nun bin auch ich auf dem aktuellen Stand der Serie und kann verstehen, warum gerade die vierte Staffel so gelobt wird. Das Finale ist wirklich Spannungskino par excellence.

Zu Beginn der Staffel wird zunächst der Cliffhanger des letzten Jahres aufgelöst, weshalb mir der Übergang sehr fließend erschien und sich beide Staffeln kaum voneinander trennen lassen. Nach dem temporeichen Auftakt wird zunächst ein paar Gänge heruntergeschaltet und es werden die Voraussetzungen für das große Finale geschaffen. Besonders Jesse muss erst einmal ganz unten ankommen, um von Walters Nemesis Gustavo ‚Gus‘ Fring (grandios gespielt von Giancarlo Esposito) wieder aufgebaut werden zu können. Doch auch in Walters Familie gibt es so einiges zu überwinden und neu zu verhandeln. Nach einem emotionalen Zusammenbruch gelingt es sogar Mr. White höchstpersönlich gegen Ende stärker denn je aus dem Chaos aufzusteigen.

Nach einem etwas schleppenden Mittelteil sind die letzten vier Episoden als großes Finale zu sehen, das in jeder Hinsicht eine wahre Freude ist. Perfekter Spannungsaufbau, herrliche Charaktermomente und eine dichte Inszenierung runden die Staffel zum Ende hinaus ab. Die geläufige Meinung ist, dass das Finale sogar wunderbar als Abschluss der Serie funktioniert hätte. Ich jedoch kann mich dem nicht anschließen. Es ist zu sauber, zu perfekt und – trotz des zweideutigen Endbilds – zu harmonisch. Gerade für Jesse und Walter würde ich mir mehr wünschen – wie auch immer das aussehen mag.

Was mag nun also die fünfte Staffel für Überraschungen bereithalten? Tritt Walter die Nachfolge von Gus Fring an? Kommt es endlich zu Konfrantation zwischen Walter und Hank? Wird Jesse ein glückliches Leben führen können? Es ist wieder alles offen und ich wünsche mir für die Serie ein ähnlich packendes Finale, wie es David Chase für „The Sopranos“ gelungen ist. Bis dahin bildet das vierte Jahr die bisher gelungenste Staffel der Serie: 9/10 (8.9) Punkte.

Der Plan – OT: The Adjustment Bureau (2011)

Manche Filmen sieht man sich aufgrund von großen Namen an, andere wegen ihrer Auszeichnungen oder herausragender Kritiken – und dann gibt es noch Filme, deren Prämisse ist Grund genug für eine Sichtung. Wie bei so vielen anderen Filme dieser Art steckt auch hinter „Der Plan“ eine Kurzgeschichte des berühmten Sci-Fi-Autors Philip K. Dick, der uns u.a. auch die Vorlagen zu „Blade Runner“ oder „Minority Report“ bescherte. Ist es Regisseur George Nolfi gelungen an die großen Genreklassiker anzuschließen?

Interessanterweise schlägt „The Adjustment Bureau“ einen anderen Weg ein, als man zunächst erwarten würde. Es wäre vermutlich naheliegender gewesen aus der Grundidee einen astreinen Sci-Fi-Thriller zu machen, einen Actionfilm oder ein Politdrama – doch man hat sich für eine Romanze entschieden. Die titelgebende Regulierungsbehörde tritt meist in den Hintergrund und räumt dem zentralen Liebespaar viel Freiraum ein, was einerseits die Glaubwürdigkeit der aufkeimenden Beziehung unterstützt, andererseits jedoch viele Fragen offen lässt. Glücklicherweise gelingt es George Nolfi die Geschichte in den kritischen Momenten stets mit so hohem Tempo voranzutreiben, dass man als Zuschauer über gewisse Logikfehler gerne hinwegsieht.

Vorbestimmung oder Entscheidungsfreiheit? Schicksal oder freier Wille? Themen wie diese sind nicht neu im Kino. Ja, selbst das TV-Phänomen „Lost“ drehte sich einzig und allein um diese entscheidende Frage. Auch „Der Plan“ hält keine Antwort parat. Er entlässt uns Zuschauer mit der Hoffnung, dass unser freier Wille zählt und dass unser Schicksal – wenn man nur stark genug kämpft – nicht unausweichlich ist. Ein hoffnungsvolles Ende, das jedoch nur zu leicht davon ablenkt, dass man sich um eine echte Auflösung gedrückt hat. Zumindest ein wenig. Doch wäre eine solche befriedigender gewesen?

George Nolfi ist mit „The Adjustment Bureau“ ein wunderbar klassisch inszenierte Mysteryromanze gelungen, die zwar zum Nachdenken anregt, letztendlich aber auf reinem Unterhaltungsniveau bleibt. Das Schicksal als graue Behörde zu inszenieren, deren Beamte sich schon einmal nach dem nächsten Urlaub sehnen, lässt übrigens noch ein weiteres Genre offen, das passend für die Prämisse gewesen wäre: die Komödie. Philip K. Dicks Idee funktioniert jedoch auch als Romanze tadellos: 7/10 Punkte.

Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte – OT: The Chronicles of Narnia: The Voyage of the Dawn Treader

Gestern Abend habe ich mir mit „Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte“ gleich das erste meiner filmischen Weinachtsgeschenke zu Gemüte geführt. Besonders da ich dieses Jahr nicht dazu gekommen bin auch nur einen meiner persönlichen Weihnachtsfilmklassiker zu sehen, habe ich mich sehr auf den Film gefreut – zumal ich auch mit dieser Filmreihe die eher stillen Tage des Jahres verbinde. Ist es dem „The Voyage of the Dawn Treader“ gelungen an seine Vorgänger anzuknüpfen?

Zunächst einmal muss ich auf die unverschämte Veröffentlichungstaktik von 20th Century Fox eingehen: Bis vor ein paar Wochen war der Film in Deutschland nur gekürzt erhältlich, da man wohl auf eine größere Zielgruppe geschielt hat. Diese Kürzungen betreffen sowohl die ursprüngliche Kinofassung, die DVD- und die Blu-ray-Veröffentlichung des Films. Einzig die 3D-Blu-ray ist ungekürzt erschienen und wird unverschämt teuer vertrieben. Wenn man einmal davon absieht, dass die Kürzungen so oder so keinen Sinn machen, da sich der Film auch um ein paar Minuten erleichtert keineswegs für 6-jährige Kinder eignet, ist diese Veröffentlichungspolitik ein Schlag ins Gesicht aller Filmfreunde. Interessenten sei deshalb lieber gleich zur UK-Fassung geraten.

Nun jedoch zum Inhalt des Films: Im Gegensatz zu „Der König von Narnia“ und „Prinz Kaspian von Narnia“ lässt der dritte Teil der Reihe die epische Breite vermissen, die seinen noch Vorgängern innewohnte. „Die Reise auf der Morgenröte“ erzählt eine eher kleine Geschichte mit einer überschaubaren Anzahl an Charakteren sowie teils sehr persönlichen Momenten. Für mich wäre dies eigentlich kein Kritikpunkt, hätte man sich wirklich auf diese Aspekte konzentriert und nicht versucht möglichst jeden Zuschauertyp zu bedienen. Die Handlung wird holprig erzählt, doch gibt es viele kleine Abenteuer zu erleben, die sowohl Schauwerte bieten als auch Unterhaltungswert besitzen. An die Vorgänger gelingt es der Geschichte jedoch nicht anzuknüpfen.

Am meisten hat mich jedoch wohl die technische Umsetzung gestört. Zum einen hat 20th Century Fox das Format bei der Heimkinoauswertung von Cinemascope auf 16:9 geöffnet, was die Bildkomposition oft leider komplett zerstört. Hinzu kommt eine bzw. fehlt eine entsprechende Farbkorrektur, was den Film unglaublich flach und glattgebügelt erscheinen lässt. Selbst wenn der Film auf Video gedreht wurde, hätte man ihn mehr nach Kino aussehen lassen müssen. All diese Aspekte lassen „Die Reise auf der Morgenröte“ über weite Strecken wie einen Fernsehfilm aussehen, dessen Regisseur nur ein erstaunlich hohes Budget zur Verfügung hatte.

Auch wenn sich meine Kritik nun sehr negativ liest, so wurde ich über die knapp zwei Stunden Laufzeit ziemlich gut unterhalten. Inhaltliche Schwächen verzeihe ich dem Film dabei eher, als inszenatorische. Technisch ist Heimkinoauswertung – wenn man wirklich einen Film sehen möchte – eine kleine Katastrophe, doch ich bewerte hier schließlich nicht die Blu-ray, sondern den Film an sich – und der ist mit 6/10 Punkten noch gut bedient.

Konsumrausch 2011

Das Weihnachtsfest ist beinahe schon wieder nur eine blasse Erinnerung. Unglaublich wie schnell das immer geht. Drei Tage lang Trubel, Schmausen, Spielen und natürlich Geschenke auspacken. Wie bereits in den letzten Jahren hier eine kleine Bestandsaufnahme, über welche materiellen Dinge ich mich dieses Jahr freuen durfte – dabei wäre ein Blick ins Kinderzimmer so viel interessanter…

Wie zu erwarten ist der Stapel der ungesehenen Blu-rays noch einmal angewachsen und auch die ungelesenen Bücher haben Zuwachs bekommen. Weiterhin gab es Gutscheine und hochwertige Laufsocken, doch um diese zu testen muss ich erst einmal wieder fit werden, denn pünktlich zum Urlaub hat mich – als braver Arbeitnehmer – natürlich eine fiese Erkältung erwischt. Um meine anderen Geschenke werde ich mich dafür aber mit Vorliebe kümmern. Gar keine Frage! 😉

Frohe Weihnachten! (2011)

Ist morgen tatsächlich schon Weihnachten? Das kann nicht sein. Die Welt muss sich täuschen. Ich bin noch nicht soweit!

Dies liegt allerdings nicht daran, dass ich noch keine Geschenke hätte oder keinen Weihnachtsbaum. Es liegt an mir. Dieses Jahr ging es wirklich ungebremst auf den 24. Dezember zu. Keinerlei Entschleunigung. Würden nicht mehr Kerzen brennen und mehr Plätzchen verzehrt werden als im restlichen Jahr, würde ich mich noch Anfang November wähnen.

Doch auch wenn mich mein Zeitgefühl trügt, so ist morgen tatsächlich Weihnachten, weshalb ich euch – meinen stets treuen Lesern – ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und erholsame Feiertage wünschen möchte. Vielleicht gelingt es mir zwischen den Jahren auch meinen Filmkonsum einmal wieder zu steigern. Im Moment glaube ich allerdings noch nicht daran. So oder so wird man sich garantiert auch im neuen Jahr lesen. Bis dahin bleibt mir nur zu sagen: Frohe Weihnachten!

Euer bullion

Eureka – Season 4

Wie jedes Jahr habe ich die Sichtung von „Eureka – Season 4“ nicht sonderlich herbeigesehnt, wurde jedoch von der herrlich skurrilen Kleinstadtatmosphäre sofort wieder in den Bann gezogen. Inzwischen steht auch fest, dass die kommende Staffel die letzte sein wird, was ich im Moment als ziemlich schweren Verlust für mein persönliches TV-Programm empfinde. Ob sich SyFy das auch wirklich gut überlegt hat? Ich weiß ja nicht…

In ihrem vierten Jahr erlebte die Serie einen kleinen Reboot. Wie? Durch eine Zeitreise und den daraus resultierenden alternativen Zeitstrang. Was kann es für eine dedizierte Nerd-Serie Besseres geben? Das haben sich wohl auch die Autoren gedacht und einen – zumindest in meinen Augen – herrlich unterhaltsamen Handlungsbogen geschaffen. In der zweiten Staffelhälfte wird zudem noch eine epische Weltraumreise vorbereitet, was mir ebenso durchaus zugesagt hat. Auch wenn ich bei „Eureka“ immer noch Einzelepisoden bevorzuge, so konnten mich die großen Handlungsstränge dieses Mal wirklich begeistern.

Neben den bekannten und lieb gewonnenen Charakteren, gibt es auch Frischfleisch zu begrüßen: So bewerben sich u.a. Felicia Day und Will Wheaton, bzw. ihre herrlich nerdigen Figuren, um mit auf die Astreus-Mission zu gehen. Humor wird auch in diesem Jahr wieder groß geschrieben, was die Autoren jedoch nicht davon abhält die Staffel besonders mitreißend und aufwühlend zum Finale zu führen. Da kann ich zum ersten Mal die kommenden Abenteuer der Eurekaner kaum erwarten.

Ich bin gespannt, wie SyFy die Lücke füllen will, die „Eureka“ ohne Zweifel in ihrem Programm hinterlassen wird. Das im gleichen Universum spielende „Warehouse 13“ hat es meiner Meinung nach schon einmal nicht geschafft. Doch bevor es Abschied nehmen heißt, freue ich mich erst einmal auf das große Finale. Es war mir erneut ein großes Vergnügen: 8/10 (7.7) Punkte.

New York für Anfänger – OT: How to Lose Friends & Alienate People

Nach einer äußerst fordernden Arbeitswoche habe ich mir gestern Abend Robert B. Weides „New York für Anfänger“ angesehen. Die Komödie schien mir genau die richtige Wahl zu sein, um den grauen Alltag zu vergessen. Leider ist es mir nicht gelungen abzuschalten, was sich auch negativ auf das Filmerlebnis ausgewirkt hat. Trotz Simon Pegg konnte der Film meine Erwartungen somit nicht komplett erfüllen.

Nach „Run, Fatboy, Run“ wartete ich 2008 voller Hoffnung auf Simon Peggs zweiten kömodiantischen Alleingang ohne seine sonstigen Partner Nick Frost und Edgar Wright. Jedoch hat es „How to Lose Friends & Alienate People“ nie ins örtliche Kino geschafft, woraufhin ich den Film auch schnell wieder vergessen hatte. Erst kürzlich ist er mir wieder in die Hände gefallen und trotz durchwachsener Kritiken erwartete ich mir eine bissige Lifestyle-Satire mit einem meiner Lieblingsschauspieler.

Von Bissigkeit ist in „New York für Anfänger“ leider nicht viel zu spüren. Es gibt zwar formidable Ansätze, doch leider verfängt sich die Buchverfilmung immer mehr in typischen RomCom-Strukturen. Glücklicherweise gibt es den nicht zu bremsenden Simon Pegg zu bewundern, der herrlich die Balance zwischen nervtötender Penetranz und herzerweichender Trotteligkeit zu spielen weiß. Auch die meisten anderen Darsteller (u.a. Jeff Bridges, Kirsten Dunst, Gillian Anderson und Megan Fox) wissen zu überzeugen, können jedoch das unfertig wirkende Drehbuch nicht ausgleichen.

Letztendlich ist „How to Lose Friends & Alienate People“ eine etwas unausgewogene Mischung aus Lifestyle-Satire und RomCom, die aufgrund ihrer gut aufgelegten Darstellern zu unterhalten weiß. Leider jedoch hat man den Film aufgrund seiner Formelhaftigkeit bestimmt auch schon bald wieder vergessen. Für einen netten Abend aber durchaus empfehlenswert – besonders für Fans von Simon Pegg: 6/10 Punkte.

A Song of Ice and Fire, Book 1: A Game of Thrones (George R. R. Martin)

Ich habe den ersten Teil des Mammutwerks „A Song of Ice and Fire“ abgeschlossen. Unglaublich. Dabei musste ich ihn – im Gegensatz zu Autor George R. R. Martin – ja nur lesen. Der Mann muss wirklich in der von ihm geschaffenen Welt leben. Beneidenswert und erschreckend zugleich. Mit „A Game of Thrones“ habe ich den Einstieg geschafft und bin immer noch überwältigt, wie detailreich Martin sein Universum ausgestattet hat. Wenn ich Anfang des Jahres nicht die Serienadaption dieses ersten Buches gesehen hätte, wäre ich von den unzähligen Namen und Verflechtungen wohl völlig erschlagen worden. Man kann sich wirklich kaum vorstellen, dass hier keine tatsächliche, real existierende Welt beschrieben wird.

Auch wenn der Einstieg in die Geschichte mit gut 800 Seiten doch recht lang geraten ist, so kam bei mir – trotz Kenntnis der Handlung – nie Langeweile auf. Der Kniff jedes Kapitel durch eine andere personale Perspektive zu erzählen, lässt den Leser an der Gedankenwelt aller wichtigen Figuren teilhaben, was den Eindruck einer lebendigen Welt noch verstärkt. Gut und böse sind nie klar getrennt, kein Charakter ist vor dem Tod sicher und Rechtschaffenheit und Ehre sind keine Eigenschaften, welche in der düsteren Welt von „A Song of Ice and Fire“ ans Ziel führen. Sympathien werden ebenso schnell verteilt, wie wieder eingerissen. Vorurteile selten bestätigt und Andeutungen sind oft so subtil, dass man schon genau aufpassen muss, um nichts zu verpassen.

Auch wenn „A Game of Thrones“ dem Fantasygenre zuzuorden ist, so sollte man kein zweites „Der Herr der Ringe“ erwarten. Über weite Strecken erinnert die Geschichte mehr an eine Familientragödie mit Politthriller-Einschlag, die sich in einem fernen mittelalterlichen Land zuträgt. Dennoch gibt es auch genügend mysteriöse Andeutungen und die Magie scheint stets kurz davor wieder zu erwachen. Foreshadowing scheint sowieso eines der beliebtesten Stilmittel Martins zu sein. Mir soll es recht sein, wird dadurch doch nur die Vorfreude auf die Dinge, die da kommen mögen geweckt. Winter is coming. So einfach und doch so genial.

Wer sich von der unglaublichen Figurenvielfalt nicht abschrecken lässt und Durchhaltevermögen beweist, dem wird diese epische Fantasysaga schnell ans Herz wachsen. Ich freue mich nun schon unglaublich auf „A Clash of Kings“, das ich hoffentlich bis zum Start der zweiten Serienstaffel ausgelesen habe. Der erste Teil der Romanreihe wird seinem Ruf auf jeden Fall gerecht. Ein wahrhaft königliches Lesevergnügen: 10/10 Punkte.