Don’t Breathe (2016)

Heute war ein herrlicher Frühlingstag samt Musikschulfest und einem Nachmittag voll Kettcar-, Fahrrad- und Rollerfahren. Herrlich! Wenn ich zurzeit nur laufen könnte, wäre der Tag perfekt gewesen. Zum abends draußen Sitzen ist es noch nicht warm genug. Folglich haben wir mit „Don’t Breathe“ einen Film in den Player geschoben, der intensiver kaum hätte sein können…

Don't Breathe (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

Don’t Breathe (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

Blindekuh auf 11 gedreht

Ich habe schon länger keinen echten Horrorfilm mehr gesehen. Mit echt meine ich Filme, die nicht auch noch in anderen Genres, speziell der Komödie, wildern. Auch „Don’t Breathe“ ist kein klassischer Horrofilm, sondern inhaltlich mehr ein Thriller. Allerdings bedient sich Fede Álvarez großzügig dem formalen Repertoire des Genres, wenngleich er auch auf drastische Gewaltexzesse verzichtet und die Spannung stets das dominierende Element ist. Noch bevor es nervenaufreibend wird, bekommen wir die drei Hauptfiguren jedoch erstaunlich ausführlich vorgestellt. Auch wenn hier keine große Charaktertiefe zu erwarten ist, so hatte ich doch das Gefühl, um ihre Motivation zu wissen und die äußeren Umstände zu kennen, in denen sie aufwachsen. Eigentlich eine Grundvoraussetzung für das kommende Mitfiebern, aber leider gerade in diesem Genre eher eine Seltenheit.

Ab dem Betreten des Hauses, wird die Spannungsschraube beständig nach oben geschraubt. Auch wenn mir von Anfang an klar war, dass der blinde Mann (intensiv gespielt von Stephen Lang) zurückschlagen wird, so wurde ich vom Einfallsreichtum des Drehbuchs und der Inszenierung doch stets am Ball gehalten. Im Grunde bekommen wir einen auf den Kopf gestellten Home-Invasion-Thriller zu sehen, der von seinem, mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gesegneten, Kontrahenten lebt. Ansonsten bleibt die Geschichte ziemlich geradlinig und nimmt so ziemlich den Verlauf, den ich mir auch erwartet hätte. Für mich ist dies durchaus positiv zu bewerten, da der Horror-Thriller somit wunderbar kompakt, klein und dreckig wirkt.

Fazit

Ich kann den Hype, der rund um den Film entstanden ist, durchaus nachvollziehen und blicke jetzt schon mit Sorge der geplanten Fortsetzung entgegen. Der blinde Mann als zweiter Michael Myers? Das ist dann doch zu viel Horror für meinen Geschmack. Wer einen extrem spannenden und kurzweilig inszenierten Horror-Thriller sehen möchte, der sollte „Don’t Breathe“ eine Chance geben: 8/10 Punkte.

Downsizing (2017)

Unfassbar, wie schnell diese Woche vorübergegangen ist. Viel Arbeit, viele Termine. Aufgrund des schönen Wetters habe ich heute früher Feierabend gemacht und war noch eine Runde Radfahren. Danach war ich eigentlich viel zu müde für einen Film und dennoch will keine Möglichkeit verschenkt werden. Somit ist „Downsizing“ in den Player gewandert, dessen High-Concept-Prämisse mich sehr gereizt hat…

Downsizing (2017) | © Paramount (Universal Pictures)

Downsizing (2017) | © Paramount (Universal Pictures)

Kleine Menschen, große Probleme?

Es ist wirklich erstaunlich. Wenn man sich so umsieht, findet man beinahe nur glühende Besprechungen des Films. Zumindest von den Kritikern. Das Publikum jedoch hat kaum gute Worte für Alexander Paynes „Downsizing“ übrig. Ein echter Kritikerliebling also? Verkopftes Arthouse-Kino, mit dem das gemeine Volk nichts anzufangen weiß? Vielleicht. Aber nur ein bisschen. Die Prämisse, Menschen zu schrumpfen, um der Überbevölkerung und der damit einhergehenden Probleme Herr zu werden, finde ich nach wie vor großartig. Im Film wird diese scheinbar abstruse Idee auch völlig glaubwürdig durchgezogen. Ohne schlechte Witze oder naheliegende Actionszenen. Nein, da gibt es keine riesigen Katzen oder Vögel, die den kleinen Menschen gefährlich werden. Definitiv kein zweiter „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“. Wer solch einen Film erwartet, ist hier an der falschen Adresse.

Das erste Drittel von „Downsizing“ fand ich großartig. Eine perfekte Einführung in diese Welt, wunderbare satirische Spitzen und toll umgesetzt. Fantastisch! Das zweite Drittel, in dem unsere von Matt Damon gespielte Hauptfigur seinen Nachbarn Dušan (einfach herrlich: Christoph Waltz) kennenlernt und durch ihn von der ehemaligen, vietnamesischen Freiheitskämpferin Ngoc Lan Tran, die ihr Geld inzwischen als Reinigungskraft verdingen muss, einen neuen Sinn im Leben bekommt, war teils ein wenig forciert, hat aber schön die ebenfalls geschrumpften Probleme dieser neuen Welt aufgezeigt. Das esoterisch angehauchte letzte Drittel samt unnötiger Liebesgeschichte war mir dann zu plump und dröge. Hier hat sich Alexander Payne in meinen Augen tatsächlich übernommen und zu viel in seinen Film stecken wollen.

Fazit

„Downsizing“ ist leider nicht das proklamierte Meisterwerk, aber bei weitem auch kein schlechter Film. Die spannende Grundidee wird bis zum Ende konsequent durchgezogen und trotz satirischer Elemente, bleibt die Welt stets glaubhaft. Ein Fest für Sci-Fi-Freunde. Die Aussage und Geschichte im weiteren Verlauf können leider jedoch nicht mit der tollen Prämisse mithalten. Somit bleibt am Ende ein äußerst sehenswerter Film, dem es jedoch an Stringenz mangelt: 7/10 Punkte.

Tremors 3: Die neue Brut – OT: Tremors 3: Back to Perfection (2001)

Da die Damen des Hauses heute auf einem Konzert von LEA weilen, haben der Zwergofant und ich einen Fernsehabend veranstaltet. Nein, natürlich habe ich nicht mit ihm zusammen „Tremors 3: Die neue Brut“ gesehen, sondern eine harmlose Tierdokumentation. Zu den Raketenwürmern bin ich erst danach zurückgekehrt…

Tremors 3: Die neue Brut (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Tremors 3: Die neue Brut (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Von Graboiden, Kreischern und Arschknallern

Auch wenn viele Fans der Reihe das anders sehen, so habe ich eine Schwäche für diesen dritten Teil. Einer der gelungensten Aspekte von „Tremors: Im Land der Raketenwürmer“ war für mich stets die Kleinstadtatmosphäre von Perfection. Das eher generische Setting des zweiten Teils kam für mich nicht dagegen an. Insofern liebe ich es, dass es zurück in die Kleinstadt geht, die von einigen uns bereits bekannten Charakteren bevölkert wird. Auch die Wirkungsstätte der Graboiden als große Touristenattraktion samt Merchandise und Geländetour aufzuziehen, ist für mich eine Idee, die wunderbar funktioniert. In diesen Momenten macht der Film für mich (fast) alles richtig.

Der Kampf gegen die unweigerlich wieder auftauchenden Graboiden ist erneut ein großes Vergnügen. Leider jedoch wurden die tollen Modelle in „Tremors 3: Die neue Brut“ immer häufiger gegen CGI-Würmer ausgetauscht – und die sehen leider äußerst bescheiden aus. Neben den Kreischern gibt es mit den Arschknallern eine weitere Entwicklungsstufe der Graboiden zu bewundern, die zwar ein wenig albern wirkt, für mich aber inzwischen fest zur Mythologie der Reihe gehört. Bei diesen ist das CGI auch nicht ganz so störend, wie bei den Würmern selbst. Dennoch mag ich, kein Wunder, die klassischen Modellszenen nach wie vor am liebsten.

Fazit

Der von Fans häufig verschmähte „Tremors 3: Die neue Brut“ steht für mich der ersten Fortsetzung in fast nichts nach, auch wenn Michael Gross den Film dieses Mal alleine und ohne großen Co-Star tragen muss. Das kommende Prequel ist mir als deutlich schwächer in Erinnerung, doch immerhin geht es auch darin wieder nach Perfection: 7/10 Punkte.

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks – OT: Astérix: Le secret de la potion magique (2018)

Beim Teutates! Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Aufmerksamen Lesern meines Blogs dürfte nicht entgangen sein, dass der Zwergofant oftmals ein rechter Angsthase ist, wenn es um Filme geht. Mit der bewährten Asterix-Methode™ habe ich ihn jedoch über die letzten Monate für seinen ersten Kinobesuch fit gemacht. Heute war es endlich soweit: Wir haben „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ im Kino gesehen – und ja, der Zwergofant hat bis zum Ende durchgehalten… 😀

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks (2018) | © Universum Film GmbH

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks (2018) | © Universum Film GmbH

Funktioniert Asterix in 3D und ohne Vorlage?

Normalerweise achte ich ja sehr darauf, Filmreihen in der richtigen Reihenfolge zu sehen. Obwohl uns noch „Asterix in Amerika“, „Asterix und die Wikinger“ und „Asterix im Land der Götter“ (der erste 3D-animierte Asterix-Film) fehlen, wollte ich die einmalige Gelegenheit eines Kinobesuchs nicht verstreichen lassen. Für uns war es somit auch das erste Mal Asterix und Obelix in moderner 3D-Technik. Ob der Sprung in die 3D-Welt gelungen ist? Oh ja! Ich bin wirklich ziemlich begeistert, wie gut der Film in der zusätzlichen Dimension funktioniert. Alle Charaktere sind noch eindeutig erkennbar, das gallische Dorf fühlt sich immer noch so an, wie man es kennt, und doch wirkt die Welt noch viel lebendiger. Einfach toll! Und das schreibe ich in dem vollen Bewusstsein, dass der Charme der klassisch animierten Filme ein wenig fehlt.

Auch inhaltlich konnte mich „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ wirklich überzeugen, auch wenn er keine klassische Comic-Vorlage hat. Interessanterweise haben mich einige Elemente der Geschichte (Miraculix hat einen Unfall, Experimente mit dem Zaubertrank und eine düstere Gestalt, die mit den Römern kollaboriert) stark an den erst jüngst von uns gesehenen „Asterix: Operation Hinkelstein“ erinnert. Allerdings finde ich, dass die Elemente hier noch einmal besser funktionieren. Einzig das Finale mit den übergroßen Kontrahenten fand ich ein wenig übertrieben. Jedoch hat gerade dieses den Kindern ausgezeichnet gefallen.

Fazit

Nun liegt er also hinter uns, der erste Kinobesuch mit der ganzen Familie. Der Zwergofant hatte viel Spaß und hat sich kein einziges Mal gefürchtet. Die Asterix-Methode™ hat perfekt funktioniert! Ich muss allerdings zugeben, dass der erste Kinobesuch mit dem Zappelinchen noch ein wenig magischer war, was vielleicht auch dem gewählten Film zuzuschreiben ist. Für den Zwergofant war „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ jedoch die perfekte Wahl und auch ich kann den Film kaum objektiv bewerten, was ich hier glücklicherweise auch nicht muss: 8/10 Punkte.

Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer – OT: Tremors II: Aftershocks (1996)

Eine weitere Woche geht zu Ende. Eine Woche mit viel Arbeit, unbefriedigenden Neuigkeiten und zu viel Schmerzmittel. Eine Woche, die geradezu nach einem entspannten filmischen Abschluss schreit: Nachdem es erst letzte Woche den grandiosen Vorgänger gab, hat heute natürlich „Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer“ den Weg in den Blu-ray-Player gefunden…

Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer (1996) | © Universal Pictures Germany GmbH

Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer (1996) | © Universal Pictures Germany GmbH

Als die Graboiden laufen lernten

Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich damals gefreut habe, als ich erfuhr, dass es eine Fortsetzung von „Tremors: Im Land der Raketenwürmer“ gibt. Tatsächlich habe ich die Nachfolger des Kultfilms erst mit ihrem DVD-Release kennengelernt, doch war ich schon damals positiv überrascht von ihnen. Für eine Direct-to-Video-Produktion konnte „Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer“ wunderbar an den Vorgänger anschließen und hat sogar ganz eigene Elemente in die Reihe eingebracht. Für mich war es damals eine große Überraschung, die nächste Entwicklungsstufe der Graboiden zu sehen – und wie wir heute wissen, sollte dies nicht die letzte gewesen sein.

Auch wenn Kevin Bacon nicht mehr mit von der Partie ist, gelingt es Fred Ward erneut, seiner Figur des ersten Teils ihren typischen rauen Charme zu verleihen. Christopher Gartin als neuer Sidekick nervt zu Beginn ein wenig, jedoch entwickelt sich zwischen den beiden Graboiden-Jägern durchaus eine unterhaltsame Dynamik. Auch Michael Gross ist als Burt Gummer wieder mit von der Partie und legt mit seinem überzogenen Auftritt den Grundstein für seine wiederkehrende Paraderolle.

Fazit

Auch wenn „Tremors II: Aftershocks“ weit nicht mehr der perfekte Monsterfilm ist, wie es der Vorgänger war, so ist er eine wirklich gelungene Fortsetzung. Gerade in diesem Genre ist das wahrlich nicht selbstverständlich. Ich hatte erneut sehr viel Spaß mit der bunten Monsterhatz und freue mich jetzt schon auf die bald anstehende Rückkehr nach Perfection: 7/10 Punkte.

Alita: Battle Angel (2019)

Gestern hat sich für uns Eltern spontan ein freier Abend ergeben. Diese Gelegenheit haben wir natürlich sofort am Schopf gepackt und sind zum ersten Mal seit knapp einem Jahr ins Kino gegangen. Die Wahl ist auf „Alita: Battle Angel“ gefallen, der bei mir früher als James Camerons Traumprojekt durchaus auf dem Schirm war. Seit bekannt wurde, dass Cameron nicht die Regie übernehmen wird, habe ich das Thema nicht mehr weiter verfolgt. Ob sich der spontane Kinobesuch gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Alita: Battle Angel (2019) | © Twentieth Century Fox

Alita: Battle Angel (2019) | © Twentieth Century Fox

„Ghost in the Shell“ trifft auf „Rollerball“

Da sich die Gelegenheit für den Kinobesuch so spontan ergeben hat, habe ich im Vorfeld nicht einmal den Trailer des Films gesehen. Ein paar Stimmen, die ich auf Twitter mitbekommen habe, waren durchaus positiv und ich liebe Sci-Fi-Filme, die große Welten aufmachen. Nicht von ungefähr erinnert „Alita: Battle Angel“ ein wenig an die letzte große Anime- bzw. Manga-Verfilmung „Ghost in the Shell“, die eine ähnliche Thematik hat und ebenfalls mit großem Budget von einem westlichen Studio umgesetzt wurde. Dabei macht die von Robert Rodriguez inszenierte Adaption deutlich weniger philosophische Fragen auf und betont klar die beinahe schon phantastischen Aspekte dieser zukünftigen Welt. Auch die Action kommt nicht zu kurz, was sich speziell in den Sportsequenzen rund um Motorball manifestiert, welche doch sehr an „Rollerball“ erinnern.

Neben der vielfältigen Action, ist der Film in seiner ersten Hälfte erstaunlich ruhig inszeniert und legt einen großen Fokus auf die Beziehung zwischen Alita und ihrem Ziehvater Dr. Ido (Christoph Waltz in einer für ihn ungewohnten Rolle). Wir Zuschauer lernen diese unbekannte Welt durch Alitas große Augen kennen. Der von ihr erlebte Sense-of-Wonder überträgt sich dabei 1:1 auf uns Zuschauer. Zumindest mir ging es so und ich kann guten Gewissens behaupten, dass mich schon lange kein neuer Film mehr so intensiv in seine Welt gezogen hat. Die 122 Minuten sind wie im Flug vergangen und ich war danach hungrig nach mehr. Perfekter Eskapismus.

CGI auf dem nächsten Level

Auch wenn James Cameron die Regie an Robert Rodriguez übertragen hat, so hat er vermutlich das technische Zepter nicht ganz aus Hand gegeben. Die Welt von Iron City wird großartig und extrem lebendig dargestellt. Auch wenn viele Charaktere Cyborgs sind oder zumindest biomechanische Erweiterungen besitzen, so wirken sie doch nicht wie CGI-Figuren. Besonders fällt dies natürlich bei Alita auf bzw. eben auch nicht, denn dieser sehr menschliche CGI-Charakter ist trotz der großen Augen und des mechanischen Körpers einfach eine echte Person. Kein Uncanny-Valley-Effekt, kein seltsam unwirkliches Gefühl. Alita ist ein echter Charakter. Für mich der nächste Schritt in Sachen CGI, denn im Gegensatz zu Gollum und Co. ist Alita sehr nahe an einer menschlichen Figur dran – und dennoch absolut glaubhaft. Die hohe Qualität trifft übrigens auch auf die toll gestaltete Umgebung und die anderen Charaktere zu. Ein wahrer Augenschmaus.

Fazit

Auch wenn „Alita: Battle Angel“ vielleicht keine hohe Kinokunst ist, so hat mich doch schon lange kein aktueller Film mehr so begeistert. Ich würde gerne noch tiefer in diese Welt eintauchen und überlege mir sogar, den Manga zu lesen. Ich hoffe, Cameron und Rodriguez schaffen es die Fortsetzung in kürzerer Zeit umzusetzen, als sie für diesen ersten Teil der Adaption benötigt haben. Für solche Filme gehe ich gerne ins Kino. Ein echtes Erlebnis: 8/10 Punkte.

Tremors: Im Land der Raketenwürmer (1990)

Da heute der letzte Ferientag war, haben wir mit den Kindern noch einen spontanen Spieleabend veranstaltet. Auch wenn deshalb recht spät Ruhe eingekehrt ist, wollte ich nicht auf den Film am Freitagabend verzichten. Die Wahl ist aus Gründen, die ich weiter unten erörtern werde, auf „Tremors: Im Land der Raketenwürmer“ gefallen. Was, ihr kennt den Film nicht? Dann schleunigst weiterlesen…

Tremors: Im Land der Raketenwürmer (1990) | © Universal Pictures Germany GmbH

Tremors: Im Land der Raketenwürmer (1990) | © Universal Pictures Germany GmbH

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Asterix: Operation Hinkelstein – OT: Astérix et le Coup du menhir (1989)

Da meine bessere Hälfte einmal wieder strawanzen ist, haben die Kinder und ich es uns vor dem Fernseher gemütlich gemacht und bereits den zweiten Asterix-Film innerhalb einer Woche gesehen: Mit „Asterix: Operation Hinkelstein“ beginnt für mich die Ära der Filmreihe, zu der ich keinen großen Bezug mehr habe und die nostalgischen Gefühle größtenteils ausbleiben. Wie sich das auf die Bewertung auswirkt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Asterix: Operation Hinkelstein (1989) | © STUDIOCANAL

Asterix: Operation Hinkelstein (1989) | © STUDIOCANAL

Der Film kommt nicht gegen die Vorlage an

„Der Seher“ gehört für mich zu den großen „Asterix & Obelix“-Bänden. Ich habe den Comic damals unzählige Male gelesen und vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum „Asterix: Operation Hinkelstein“ für mich nicht so gut funktioniert, wie die vorhergehenden Filme. Obwohl „Asterix bei den Briten“ drei Jahre zuvor entstanden ist, wirkt die Animation und auch die musikalische Untermalung hier ein wenig wie ein Rückschritt. Vielleicht liegt es an der geballten Ladung psychedelischer Sequenzen und dem poppigen 80er-Jahre-Soundtrack, aber für mich besitzt der Film nicht mehr so viel Charme. Auch die Geschichte wirkt kleiner: Es gibt kein großes Abenteuer, keine Reise, keine exotischen Länder und Figuren.

Fast wirkt „Asterix: Operation Hinkelstein“ wie eine Rückbesinnung auf „Asterix der Gallier“, nur dass es in diesem noch keine weiblichen Figuren gab, während hier die Frauen in der finalen Schlacht eigenhändig das römische Lager in Schutt und Asche legen. Zumindest auf dieser Ebene ein deutlicher Fortschritt. Ansonsten mag ich immer noch die Geschichte rund um den Seher, wenngleich sie für mich in der Vorlage deutlich besser funktioniert hat. Ansonsten gibt es viele Albernheiten und visuelle Spielereien zu sehen, was zwar nett anzusehen ist, die Handlung aber nicht wirklich weiterbringt.

Fazit

Insgesamt ist „Asterix: Operation Hinkelstein“ keinesfalls ein schlechter Film, aber für mich doch ein deutlicher Rückschritt, was auch an meiner fehlenden Beziehung zu ihm liegen mag. Und doch hatte ich meinen Spaß damit. Auch den Kindern hat er, gerade in der actionreicheren zweiten Hälfte, sehr gut gefallen, was meiner unentschlossenen Wertung den nötigen Ausschlag nach oben gegeben hat: 7/10 Punkte.

Shameless (US) – Season 8

Jedes Jahr steht ein neuer Besuch bei der Familie Gallagher an. Jedes Jahr erwarte ich, dass die Qualität einbricht. Jedes Jahr werde ich aufs Neue positiv überrascht, was sich die Autoren haben einfallen lassen. Auch „Shameless – Season 8“ bricht nicht aus dem gewohnten Muster aus, was schon jetzt die Vorfreude auf das nächste Jahr steigert…

Shameless – Season 8 | © Warner Home Video

Shameless – Season 8 | © Warner Home Video

Sex, Drugs & the Church of Gay Jesus

Schon nach ein paar Minuten war ich wieder voll drin in der absurd komischen und doch auch tragischen Welt der Gallaghers. Die in der siebten Staffel begonnenen Handlungsstränge werden konsequent weitergeführt und ich war wieder einmal erstaunt, wie viele unterschiedliche Geschichten die Autoren in den einzelnen Episoden unterbringen. Andere Serien würden damit ganze Staffeln füllen.

Der große Vorteil an dieser Vielfalt ist der enorme Unterhaltungswert. Auch wenn nicht jeder Handlungsstrang perfekt ausgearbeitet ist, und nicht jede Figur eine enorme Entwicklung durchmacht, so ist jeder doch zumindest maximal unterhaltsam:

  • Frank, der eine Turbo-Karriere in der Arbeitswelt durchläuft, dann den Job verliert und über einen Umweg als Schleuser bzw. Fluchthelfer wieder dort ankommt, wo man ihn kennt.
  • Fiona, die ihr neues Leben als Vermieterin genießt und dabei mit ganz speziellen Herausforderungen klarkommen muss.
  • Debbie, die ihre Ausbildung als Schweißerin abschließt und durch einen unglücklichen Job drei Zehen verliert (fachmännisch entfernt durch Frank).
  • Carl, der Junkies entführt, von ihren Familien Geld erpresst, dadurch seine zukünftige Frau kennenlernt, die sich als komplett verrück entpuppt.
  • Lip, der alle wichtigen Personen (außerhalb seiner Familie) verliert und sich dabei selbst findet.
  • Ian, der als YouTube-Star die Church of Gay Jesus ins Leben ruft und damit für enormes Aufsehen sorgt.
  • Kev, der gegen Brustkrebs kämpft und dadurch indirekt mit seiner Hillbilly-Familie wiedervereint wird.

…und das waren weit noch nicht alle Geschichten aus der inzwischen bereits achten Staffel von „Shameless“. Auch wenn es am Ende keinen großen Cliffhanger gibt, so verlasse ich die Gallaghers nur sehr wehmütig und freue mich jetzt bereits auf das neunte(!) Jahr mit dieser chaotischen und doch irgendwie liebenswerten Familie.

Fazit

So schnell ich wieder im Chaos der Gallaghers versunken bin, so schnell sind die 12 Episoden auch schon wieder vorbei. Das ist weiterhin ein extrem gutes Zeichen, haben sich selbst im achten Jahr immer noch keine Abnutzungserscheinungen gezeigt. Die jährliche Frequenz ist vermutlich auch genau die richtige Dosis. Also werte Serienfans, dann packt eure Koffer und quartiert euch bei den Gallaghers ein: 9/10 (9.4) Punkte.

Back to the Future: The Ultimate Visual History (Michael Klastorin)

In den letzten Wochen habe ich endlich einmal wieder ein Filmbuch gelesen. Tatsächlich ist „Back to the Future: The Ultimate Visual History“ genau das, was man bei dem Titel auch erwarten darf: Die ultimative Entstehungsgeschichte dieser wunderbaren Trilogie. Seit ich das Buch letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, konnte ich es bisher nur ein paar Mal durchblättern, was an sich auch schon ein tolles Erlebnis ist. Das Buch enthält unzählige Extras, wie Filmposter, Replika von Requisiten (z.B. das Foto in dem Martys Geschwister sich langsam auflösen als Wackelbild), doch auch inhaltlich hat es einiges zu bieten…

Eine unglaubliche Geschichte

Da ich mich schon länger mit Film beschäftige und „Zurück in die Zukunft“ samt seinen Nachfolgern auch zu meinen Lieblingsfilmen zählt, habe ich mich schon mehrfach mit der Entstehungsgeschichte der Trilogie beschäftigt. Somit war es für mich keine Überraschung, dass zunächst Eric Stoltz unseren zeitreisenden Jugendlichen spielen sollte oder wie aufwändig die Motion-Control-Aufnahmen des zweiten Teils waren. Dennoch war es unfassbar unterhaltsam, die Entstehungsgeschichte noch einmal in geballter Form nachzulesen. Gerade die Entwicklung der Drehbücher samt ihrer unzähligen Iterationen war unglaublich spannend und mir in diesem Detailgrad bisher noch nicht bekannt. Es grenzt aus heutiger Sicht fast schon an ein Wunder, dass Bob Gale und Robert Zemeckis der ersten Teil der Trilogie überhaupt produziert bekommen haben. Ich kann jedem Fan der Filme nur empfehlen, sich ausführlich mit der Produktionsgeschichte auseinanderzusetzen – und besser als mit „Back to the Future: The Ultimate Visual History“ geht das nicht.

Weit mehr als ein Coffee-Table-Book

Auch wenn das großformatige Buch viele Bilder enthält, so ist es doch keinesfalls nur ein Bildband. Die Texte sind nicht nur inhaltlich wertvoll, sondern auch gut geschrieben und wirklich unterhaltsam. Im Kern steht die tatsächliche Produktionsgeschichte, die Drehwoche für Drehwoche minutiös wiedergegeben wird. Aufgelockert werden diese langen Textpassagen durch aktuelle Interviews mit Bob Gale, Robert Zemeckis, Lea Thompson, Michael J. Fox, Christopher Lloyd und noch mehr beteiligten Personen. Autor von „Back to the Future: The Ultimate Visual History“ ist übrigens Michael Klastorin, der die Produktion der Filme damals auch als Pressekontakt begleitet hat. Diese Rolle hat ihm fundierte Einblicke samt wertvoller Kontakte gegeben, auf die er beim Schreiben des Buches zurückgreifen konnte. Diesen qualitativen Unterbau merkt man auf jeder einzelnen Seite.

Fazit

Wer Filme und speziell „Zurück in die Zukunft“ liebt, der darf sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Selten habe ich ein so liebevoll aufbereitetes Filmbuch gelesen – und zwar sowohl inhaltlich als auch was die Aufmachung angeht. Aus der Reihe gibt es übrigens noch weitere Bücher, die u.a. „Ghostbusters“ zum Thema haben. Also liebe Filmfreunde, dann lest einmal wieder ein Buch: 10/10 Punkte.