Pirates of the Caribbean: Salazars Rache – OT: Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales (2017) (WS1)

Die zweite Schulwoche ist zu Ende, die ersten Elternabende wurden besucht und so langsam habe ich das Gefühl, dass sich wieder etwas Normalität einstellen könnte. Zum Wochenabschluss gab es natürlich einen Filmabend und wir haben uns mit „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ den letzten Teil der übernatürlichen Piratenfilmreihe angeschaut. Wie er uns gefallen hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… ☠

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache (2017) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache (2017) | © Walt Disney

Ein unnötiger und recht unterhaltsamer Abschluss

Meine letzte Sichtung von „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ liegt inzwischen schon wieder über vier Jahre zurück. Verrückt. Kommt mir noch gar nicht so lange vor. Bei der heutigen Sichtung wollte der Funke nicht so recht überspringen. Alles hat sich zu sehr nach am Reißbrett entworfen angefühlt. Da fühlte sich selbst der ohnehin schon generische vierte Teil frischer an. Vielleicht gerade weil man krampfhaft versucht hat, an Gore Verbinskis Trilogie anzuschließen? Jedoch hat der Charme gefehlt. Das CGI war viel zu viel und in etlichen Szenen hat „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ ausgesehen, wie jeder x-beliebige Blockbuster der 2010er Jahre.

Trotz der Beliebigkeit macht der Film Spaß und ja, auch der Fanservice wirkt. Das Finale, als sich Elizabeth und Will wieder in den Armen liegen. Hach, schon irgendwie schön. Auch wenn die wunderbare Tragik des dritten Teils dadurch gemindert wird. Insgesamt ein wirklich unnötiger Film, der nur wenig Neues zu den Figuren beitragen kann und mir somit auch nicht sonderlich im Gedächtnis bleiben wird. Der Film gehört halt irgendwie dazu. Ich bin schon gespannt, wann Disney auf die Idee kommen wird und doch noch einen sechsten Teil bzw. eine Serie auf Disney+ in dieser Piratenwelt nachschiebt. Zuzutrauen wäre es ihnen. Für mich leider der schwächste Teil der Reihe:

  1. „Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2“ (9 Punkte)
  2. „Fluch der Karibik“ (9 Punkte)
  3. „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ (8 Punkte)
  4. „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ (7 Punkte)
  5. „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ (6 Punkte)

Fazit

Habe ich den Film bei der letzten Sichtung noch wohlwollender wahrgenommen, so haben sich seine Schwächen dieses Mal stärker in den Vordergrund gespielt. Auch die Kids waren nicht mehr so begeistert und somit ist es auch gut, dass wir uns bei den nächsten Filmabenden wieder anderen Welten zuwenden. Nett, mehr nicht: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten – OT: Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides (2011) (WS1)

Diese Woche hat sich der Filmabend, aufgrund eines Geburtstags am Freitag, auf den Samstag verschoben. Nach ein paar Diskussionen bezüglich der Filmwahl landete schließlich „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ in 3D im Blu-ray-Player. Obwohl ich den Film bereits einmal gesehen habe, waren meine Erinnerungen daran schon sehr verblasst. Ein schlechtes Zeichen? 🏴‍☠️

Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten (2011) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten (2011) | © Walt Disney

Ein einfach gestrickter Abenteuerspaß

Nachdem der Vorgänger „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ ein durchaus komplexes und düsteres Finale der ursprünglichen Trilogie war, ist „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ eher ein Gegenentwurf: Hier erleben wir ein von der Rahmenhandlung völlig losgelöstes Abenteuer mit Captain Jack Sparrow, das deutlich leichter und unbedeutender wirkt. Eben wie eine klassische Fortsetzung. Hier fällt deutlich auf, wie gut die ursprüngliche Trilogie eigentlich war und was Gore Verbinski und sein Team damit aufgebaut haben. Rob Marshalls Film wirkt dagegen ziemlich von der Stange. Durchaus unterhaltsam mit all den typischen Elementen, doch auch ohne Überraschungen oder sonderlich viel Mut.

Hatte die Reihe mit Barbossa und Davy Jones bisher stets imposante Bösewichte zu bieten, so bleibt Blackbeard leider eher blass. Deutlich besser gefallen hat mir erneut Penélope Cruz als Johnny Depps Gegenspielerin. Ansonsten wirkt alles ein wenig nach Schema F erzählt. Schön fand ich Jack Sparrows Flucht in London und so manchen, exotischen Schauplatz, besonders in 3D. Das unfassbar hohe Budget sieht man „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ durchaus an, sprich keine Szene wirkt billig, doch wirkliche Aha-Momente, wie in den beiden Vorgängern, waren für mich nicht dabei.

Fazit

Ich hatte viel Spaß mit „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ und den Kindern ging es ebenso. Doch bin ich mir sicher, dass ich mich auch bei der nächsten Sichtung nicht mehr wirklich an die Handlung erinnern können werde. Nötig wäre dieser vierte Teil also nicht gewesen, doch habe ich ihn erneut recht gerne gesehen. Ich kann mich insofern nur wiederholen und vergebe knappe 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Fresh Off the Boat – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 6)

Nach dem Finale von „Superstore“ war ich auf der Suche nach einer neuen Comedy-Serie, welche man abends noch schnell einschieben kann. Aufgrund diverser Empfehlungen bin ich letztendlich auf „Fresh Off the Boat“ gestoßen, was mir auch inhaltlich eine gute Wahl zu sein schien. Nachdem „The Goldbergs“ hier nicht greifbar ist, war ich froh, eine neue Familien-Comedy entdeckt zu haben. 👲🥟

Fresh Off the Boat | © ABC

Fresh Off the Boat | © ABC

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Obi-Wan Kenobi – Die komplette Miniserie (2022)

Die nächste „Star Wars“-Serie von Disney. Tatsächlich hatte ich für „Obi-Wan Kenobi“ wohl die größten Hoffnungen aller bisherigen Serien aus dem beliebten Franchise. Eben weil ich Ewan McGregor in der Rolle sehr gerne sehe und ich annahm, dass in seiner Figur noch viel Potenzial steckt. Letztendlich sollte alles ein wenig anders kommen, doch dazu mehr in der folgenden Besprechung… ✨

Obi-Wan Kenobi | © Walt Disney

Obi-Wan Kenobi | © Walt Disney

Inhaltlich leider ziemlich dünn und unnötig

Die Serie beginnt mit einem langen Zusammenschnitt der Ereignisse aus „Die dunkle Bedrohung“, „Angriff der Klonkrieger“ und speziell „Die Rache der Sith“. Für mich recht unnötig, da ich die Filme kurz davor erneut gesehen hatte. Für jede(n) andere(n) Zuschauer*in vermutlich auch, denn wer wird sich die Serie „Obi-Wan Kenobi“ ohne Kenntnis der Filmreihe anschauen? Aber sei es drum. Danach begegnen wir der Titelfigur und es war zu Beginn wirklich eine Freude, Ewan McGregor in dieser Rolle wiederzusehen. Teils erinnerte er schon mehr an Ben Kenobi, wie wir ihn aus dem allerersten „Star Wars“-Film kennen. Dann geht es weiter nach Alderaan und wir begegnen der jungen Leia. Damit haben für mich dann auch die Probleme angefangen, denn ich habe sie nicht mit der Leia aus den Filmen zusammenbekommen. Viel zu altklug und zu wenig Kind. Als hätte diese Rolle jemand geschrieben, der noch nie mit Kindern zu tun gehabt hat.

Im weiteren Verlauf der Serie dreht sich alles um einen einzigen Auftrag, der so simpel wie generisch ist: Leia wird entführt und von Obi-Wan gerettet. Dabei muss er in eine Basis des Imperiums eindringen und trifft im weiteren Verlauf natürlich auch auf Darth Vader. Mit den Inquisitoren gibt es auch neue Bösewicht*innen, welche seltsam comichaft überzeichnet wirken. Kein Wunder, entstammen sie doch ursprünglich den animierten Serien. Gerade die Motivation der Third Sister wird so fahrig und plump erzählt, dass es einfach nur bitter ist. In der Geschichte wäre viel Potenzial gewesen, welches leider kaum genutzt wird. Sehr, sehr schade.

Viel „Star Wars“-Look, kaum „Star Wars“-Gefühl

Es ist erstaunlich, wie gut die Serie teils den Look der „Star Wars“-Filme trifft. Gerade die Sets sehen toll aus und auch Vader im Sternenzerstörer weckt Erinnerungen an die Original-Trilogie. Toll anzusehen! Doch irgendetwas stimmt nicht: Die Welt wirkt kleiner, die richtige Stimmung kommt nicht auf. Die Geschichte scheint unbedeutend und selbst die bekannten Figuren kommen nicht an ihren Ursprung heran. Als würde eine unsichtbare Lücke klaffen, welche sich jedoch stark auf das Seherlebnis auswirkt. Somit saß ich größtenteils recht unbeteiligt vor dem Fernseher, habe die teils schönen Bilder bewundert und hätte mir insgesamt einen feingeschliffeneren Film rund um die Figuren gewünscht. Oder eben auch nicht, denn die Geschichte selbst füllt keine Lücke, an der man sich seit „Episode III“ gerieben hätte.

Fazit

Das liest sich nun alles so, als hätte ich gar keinen Spaß mit der Serie gehabt. Das stimmt so nicht, doch für „Star Wars“ war ich seltsam wenig mitgerissen. „The Mandalorian“ spielt da auf einem anderen Level und selbst mit dem ebenso unnötigen „The Book of Boba Fett“ hatte ich mehr Spaß. „Obi-Wan Kenobi“ tut nicht weh und hat ein paar schöne Bilder, doch ist das der Anspruch, den wir an solch eine Produktion haben wollen? Irgendwie nett, aber mehr auch nicht: 7/10 (6.7) Punkte.

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt – OT: Pirates of the Caribbean: At World’s End (2007) (WS2)

Auf den heutigen Filmabend habe ich mich schon seit Anfang der Woche gefreut. Das große Ziel nach den ersten fünf Arbeitstagen nach dem Sommerurlaub. Endlich entspannt durchschnaufen. Natürlich stand „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ auf dem Programm, nachdem uns zuletzt der erste Teil und der zweite Teil der Reihe zu begeistern wussten. Konnte das Finale der ursprünglichen Piraten-Trilogie auch für den erwarteten Entspannungseffekt sorgen? ☠

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Ein bittersüßer Abschluss der Piraten-Trilogie

Heute habe ich „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ nach der ersten Sichtung im Kino sowie der Wiederholungssichtung 2011 bereits zum dritten Mal gesehen. Nach den ersten beiden Begegnungen war ich nicht so begeistert, wie von den ersten beiden Teilen. Heute jedoch konnte ich dem Abschluss der Trilogie mehr abgewinnen. Schon ab den ersten Minuten eröffnet sich uns Zuschauer*innen der unglaubliche Bombast, mit dem Gore Verbinski sein Abenteuer inszeniert hat: Viele gebaute Sets, handgemachte Explosionen und aufwändige Kostüme. Auch heute noch herrlich anzusehen. Auch die VFX haben nichts von ihrer Qualität eingebüßt. Wenn ich alleine an den Endkampf im Strudel denke mit unzähligen CGI-Figuren im Regen, dann bin ich immer noch beeindruckt.

Die Geschichte ist deutlich düsterer als in den beiden Vorgängern. Zwar blitzt hier und da noch das bunte Piratenabenteuer rund um Captain Jack Sparrow auf, doch überwiegen die dramatischen und auch tragischen Elemente. Speziell das Finale der Liebesgeschichte zwischen Elizabeth Swan und Will Turner ist unerwartet bittersüß für einen Hollywood-Blockbuster dieser Größenordnung. Bei den letzten Sichtungen mochte ich diese Tragik nicht, doch heute hat sie mir gefallen. Es ist auch das Element, warum mir der dritte Teil bisher doch immer im Gedächtnis geblieben ist. Insgesamt bin ich ohnehin erstaunt, was die Drehbuchautoren aus der simplen Grundidee gestrickt haben. Eine eigene Welt mit ganz eigenen Regeln. Den Kindern waren die unzähligen Wendungen und Beziehungen der Figuren untereinander fast schon zu viel und ich musste während des Films einiges erklären. Dennoch hat sie die Düsternis erstaunlich wenig gestört. Das hatte ich nicht so erwartet. Aber das zeigt auch, dass „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ durchaus Humor besitzt, der eben nur gezielter eingesetzt wird. Ein Mix, der nicht immer rund wirkt, am Ende aber doch erstaunlich gut funktioniert. Damit definitiv einer der ungewöhnlichsten und interessantesten der großen Franchise-Filme.

Fazit

So gut wie heute hat mir „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ bisher noch nie gefallen. Dennoch bleibt es für mich der schwächste Teil der originalen Trilogie. Die ausbleibenden Fortsetzungen sind für mich ohnehin nur nette Zugaben. Die Kinder freuen sich dennoch bereits darauf. Ein beeindruckend stimmungsvoller Abschluss der Kerngeschichte: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Prey (2022)

Das letzte Urlaubswochenende, die Kinder sind aus dem Haus. So richtig aufraffen, etwas zu unternehmen (das hatten wir schon am Freitag mit einem Live-Escape-Room), konnte ich mich nicht. Also ein Filmabend und „Prey“ wollte ich schon seit Wochen sehen. Somit habe ich mich ins Jahr 1719 gestürzt und endlich das „Predator“-Prequel gesichtet. 🪓

Prey (2022) | © 20th Century Studios

Prey (2022) | © 20th Century Studios

Stilsicher, geradlinig und unterhaltsam

Als ich den Trailer sah, war ich zunächst skeptisch, ob das Konzept aufgeht. Der Clou bei den bisherigen Filmen war ja stets, dass der Predator gegen extrem bewaffnete Sonderkommandos usw. angetreten ist und selbst diese nichts gegen ihn ausrichten konnten. Nun also junge Komantschin, bewaffnet mit einem Beil? Doch meine Vorbehalte sollten sich schnell zerstreuen, denn Dan Trachtenberg (bekannt u.a. für „10 Cloverfield Lane“) baut eine schlüssige Welt auf und nimmt sich Zeit, die Figuren zu etablieren. So gibt es wunderschöne Landschaftsbilder zu sehen und wir lernen Narus Leben und ihr Bestreben, eine Jägerin zu werden, bis ins Detail kennen.

Der Predator wirkt zu Beginn wie ein Fremdkörper in dieser Welt, doch das ist er ja auch. Am stärksten ist „Prey“ immer dann, wenn er zuvor eingeführte Elemente aufgreift und sie im weiteren Verlauf der Geschichte aufgreift. Setup und Payoff weiß Trachtenberg wahrlich gekonnt einzusetzen. Das liebe ich sehr. Da fällt es auch gar nicht groß ins Gewicht, dass die Handlung natürlich sehr geradlinig ist und es auch keine inhaltlichen Überraschungen gibt. Damit ist „Prey“ quasi die Antithese zu Shane Blacks „The Predator“ aus dem Jahr 2018, der versucht hat, die Machismen aus dem Original wieder aufleben zu lassen und mit unzähligen Wendungen zu verknüpfen. Hier gibt es nur den geradlinigen Überlebenskampf einer jungen Frau. Obwohl ich Shane Blacks vielgescholtenen Film durchaus auf trashige Art und Weise unterhaltsam fand, so funktioniert „Prey“ doch so viel besser. In meinem Ranking (ohne die „Alien vs. Predator“-Filme) steht er somit gar an zweiter Stelle:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  4. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  5. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Fast schon schade, dass „Prey“ nur eine weitere Streaming-Veröffentlichung ist. Andererseits hätte ich ihn wohl auch nicht im Kino gesehen. Schade eigentlich. Auf jeden Fall hatte ich extrem viel Spaß mit dem Film und kann noch ergänzen, dass er Gewalt so zelebriert, wie man es von einem „Predator“-Film erwarten würde. Fans des Franchises sollten definitiv reinschauen: 8/10 Punkte.

Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2 – OT: Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest (2006) (WS2)

Da die restlichen Urlaubsabende bereits anderweitig verplant sind, gab es heute einen spontanen Filmabend. Natürlich haben wir „Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2“ eingelegt, der ganz hoch auf der Wunschliste der Kinder stand. Schließlich war „Fluch der Karibik“ vor ein paar Tagen ein monumentaler Erfolg. Auch ich hatte mich sehr auf die Fortsetzung gefreut, fand ich sie doch bei den beiden bisherigen Sichtungen ebenso gelungen, wie den ersten Teil. Und heute? ☠🦜

Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2 (2006) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2 (2006) | © Walt Disney

Eine herrlich überdrehtes und schlüssiges Sequel

„Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2“ macht genau dort weiter, wo der erste Teil aufgehört hat und das inhaltlich, was die Charaktere angeht und auch in Bezug auf Ton und Atmosphäre. Mit weitermachen meine ich nicht, dass eine reine Steigerung in Action- und Effektszenen stattfindet, sondern eine tatsächliche Weiterentwicklung. Mit Davy Jones und seiner Flying Dutchman stößt ein großer Teil der Mythologie dazu, ohne den die Trilogie nicht die wäre, als die wir sie kennen. So überdreht und spaßig die Slapstick-Elemente auf der Kannibaleninsel sind oder so herrlich der Schwertkampf auf dem Mühlrad inszeniert wurde, so düster sind bereits die Anleihen, welche sich im dritten Teil noch stärker manifestieren werden. Auch die Kinder haben diese Zweiteilung wahrgenommen und teils schallend gelacht, nur um sich im nächsten Moment vor Davy Jones‘ Crew zu gruseln.

Auch für den zweiten Teil muss ich wieder eine Lanze brechen, wie fantastisch die Effekte auch heute noch wirken. Speziell Davy Jones (sowohl nachts im Regen als auch im strahlenden Sonnenschein) ist nach wie vor ein Meilenstein der VFX-Kunst. Doch auch die Kombination aus praktischen Sets bzw. Requisiten und CGI in den Action-Szenen trägt viel zur Glaubwürdigkeit bei. Da sehen viele reine CGI-Sequenzen in modernen Filmen deutlich künstlicher aus. Gore Verbinski entwickelt somit nicht nur die Geschichte und ihre Figuren weiter, sondern auch die Welt mit all ihren audiovisuellen Eindrücken. Das ist immer noch ein riesengroßer Spaß.

Fazit

Für mich steht „Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2“ seinem Vorgänger in fast nichts nach. Das Setting und Captain Jack Sparrow mögen nicht mehr so originell erscheinen, doch das machen die neu eingeführten Elemente und Figuren fast schon komplett wett. Für mich immer noch eine der stärksten Fortsetzungen in solch einem großen Franchise: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

The Expanse, Book 1: Leviathan Wakes (James S. A. Corey)

The Expanse, Book 1: Leviathan Wakes (James S. A. Corey)Nach Abschluss der Sci-Fi-Serie „The Expanse“ war für mich schnell klar, dass ich mich unbedingt der Vorlage widmen müssen würde. Immerhin wurden nur die ersten sechs Bücher adaptiert und selbst diese nicht immer in vollem Umfang. „The Expanse“ besteht aus insgesamt neun Büchern sowie einer Umfangreichen Sammlung an Kurzgeschichten, die in diesem Universum spielen. Reichlich Material also. Für mich stellte sich die Frage dennoch nicht, ob ich ganz am Anfang mit „Leviathan Wakes“ einsteigen sollte oder mit dem an die Serie anschließenden Band. Ich wollte das gesamte Erlebnis und habe ich mich sehr auf meine Rückkehr auf die Rocinante gefreut… 🚀

“Stars are better off without us.”

Ziemlich genau drei Monate habe ich mit „Leviathan Wakes“ verbracht, was für mich wirklich schnell ist. Die Corona-Infektion im Urlaub hat mir hier in die Karten gespielt, denn die Hälfte des Buches habe ich während der letzten Woche in Quarantäne gelesen. Ty Franck und Daniel Abraham, die beiden Autoren hinter dem Pseudonym James S. A. Corey, haben mich somit durch meine Infektion gerettet:

Auch von den äußeren Umständen abgesehen war „Leviathan Wakes“ ein Vergnügen zu lesen. Äußerst flüssig geschrieben und die Geschichte ist einfach mitreißend, selbst wenn man sie bereits aus der Serienadaption „The Expanse“ kennt.

„Everyone too busy trying to survive to spend any time creating something new.“

Inhaltlich gibt es durchaus ein paar Unterschiede, so folgt der erste Roman nur James Holden und seiner Crew sowie Detective Miller. Zeitlich endet „Leviathan Wakes“ ungefähr in der Mitte der zweiten Staffel der Serie. Dafür führt er noch keine Figuren auf der Erde ein, welche in der Adaption bereits in der ersten Staffel auftauchen. Chrisjen Avasarala lernen wir z.B. überhaupt noch nicht kennen. Das fand ich sehr interessant, wie unterschiedlich Romanvorlage und Adaption strukturell aufgebaut sind. Trotz dieser Unterschiede muss ich sagen, dass die Adaption bis hier absolut werkstreu ist und sowohl Atmosphäre als auch Charaktere gekonnt einfängt. Ich habe  während des Lesens richtig Lust bekommen, die Serie noch einmal zu sehen.

Fazit

„Leviathan Wakes“ ist ein extrem gelungener Einstieg in die Welt von „The Expanse“. Ich freue mich nun schon unglaublich darauf, mit den weiteren Romanen sowie den Kurzgeschichten weiterzumachen. Damit dürfte ich, wenn mir nicht wieder eine Krankheit weiterhilft, wohl die nächsten Jahre beschäftigt sein. Das sind doch famose Aussichten. Eine dicke Empfehlung für alle Sci-Fi-Fans: 9/10 Punkte.

Fluch der Karibik – OT: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl (2003) (WS1)

Nach unserem beinahe zweiwöchigen Urlaub, der leider komplett von Corona geprägt war, sind wir wieder zurück im heimischen Hafen. Da das Wetter auch eher bescheiden war (und mein Test leider immer noch positiv ist) stand heute ein Filmabend auf dem Programm. Wie immer, wenn ich am Meer bin, habe ich auch Lust auf Filme, die rund um das Meer spielen und somit habe ich die Familie heute an „Fluch der Karibik“ herangeführt. Immer noch ein großer Spaß? 🏴‍☠️

Fluch der Karibik (2003) | © Walt Disney

Fluch der Karibik (2003) | © Walt Disney

Ein unwahrscheinliches Piratenabenteuer

Ich kann meine inzwischen beinahe 11 Jahre alte Besprechung des ersten Teils dieses unglaublich erfolgreichen Walt-Disney-Franchises nur zitieren:

Nachem Renny Harlins „Die Piratenbraut“ im Jahr 1995 so gnadenlos gefloppt ist, darf man es schon beinahe als Wunder betrachten, dass Disney das Multi-Millionen-Dollar-Projekt überhaupt in Auftrag gegeben hat. Dazu noch eine Idee, die auf einer Freizeitparkattraktion beruht. Insofern also nicht sonderlich erstaunlich, dass „Fluch der Karibik“ darauf getrimmt wurde für nahezu jede Zielgruppe als perfekter Unterhaltungsfilm zu funktionieren – und noch erstaunlicher: Es ist ihm tatsächlich gelungen. Abenteuer, Humor, Action, Romantik, angenehmer Grusel und eine neue Kultfigur. Ein Traum made in Hollywood – und das sowohl für die Produzenten als auch die Zuschauer.

Nach beinahe 20 Jahren ist der Glanz dieses Blockbusters ein wenig angestaubt, so wie die verfluchten Münzen aus dem Piratenschatz. Auch wenn der fünfte Teil immer noch unterhaltsam war, so kann man sich heute kaum noch vorstellen, wie frisch „Fluch der Karibik“ damals gewirkt hat. Damals, als es noch keinen öffentlich ausgetragenen Amber-Heard-/Johnny-Depp-Prozess gab, als Disney noch nicht alle anderen großen Unterhaltungsmarken geschluckt hatte und Gore Verbinski eher durch das gelungene Horror-Remake „Ring“ bekannt war. Selten wurde ich im Kino besser unterhalten als 2003 bei „Fluch der Karibik“ und dieses Gefühl sollte sich bis heute halten.

Auch für junge Pirat*innen ein großer Spaß

Natürlich hatte ich mich im Vorfeld der Sichtung gefragt, ob „Fluch der Karibik“ schon etwas für die Kinder sei, doch nach den düstereren „Star Wars“-Teilen war ich mir eigentlich recht sicher, dass es funktionieren wird. Das Zappelinchen hat zudem einen besonderen Bezug zum Film, denn sie hat erst dieses Jahr das Stück „He’s a Pirate“ aus Klaus Badelts bombastischem Score auf der Querflöte gelernt. Nach meinen Erzählungen war auch der Zwergofant heiß auf die Geschichte und somit waren die Voraussetzungen bestens. Wie zu erwarten hatten wir alle viel Spaß mit „Fluch der Karibik“, was an der Kombination aus vielen Elementen lag, die hier einfach perfekt zusammenkommen: Johnny Depp ist immer noch grandios in dieser ersten Iteration von Captain Jack Sparrow. Klaus Badelts Score mag heute totgenudelt wirken, doch funktioniert er immer noch fantastisch. Die Effekte wissen auch heute noch zu überzeugen: Speziell der Übergang zu den Skeletten im Mondlicht ist nach wie vor so herausragend, dass dieser sogar dem Zwergofant aufgefallen ist. Doch nicht nur die digitalen Effekte sind großartig, auch die tatsächlich gebauten Sets und praktischen Effekte zeugen vom Millionenbudget. Einfach eine (fast schon zu) runde Sache.

„Ich finde es toll, dass es hier auch kämpfende Piratinnen gibt und nicht nur Männer. Normalerweise wird das immer hintenangestellt, doch hier ist das nicht so.“
– Das Zappelinchen nach dem Film

Fazit

Ja, auch beinahe 20 Jahre nach seinem Entstehen, kann der erste „Fluch der Karibik“ immer noch überzeugen. Trotz seiner Laufzeit von knapp zweieinhalb Stunden ist er stets unterhaltsam und bombastisch inszeniert. Die Kinder waren noch begeisterter als ich vermutet hatte und nun freuen wir uns alle schon auf den zweiten Teil9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Star Wars: Die Rache der Sith – OT: Star Wars: Revenge of the Sith (2005)

Endlich ist der Sommerurlaub auch bei mir angekommen. Da der eigentlich geplante Spieleabend mit einer Freundin ins Wasser gefallen ist (danke DB), haben wir uns mit einem Filmabend und „Star Wars: Die Rache der Sith“ ein Alternativprogramm gesucht. Eigentlich war es schon zu spät für solch einen langen Film, doch die Kids waren natürlich sofort Feuer und Flamme. Da die Sichtung von „Star Wars: Angriff der Klonkrieger“ schon gut eineinhalb Monate zurückliegt, sind wir es angegangen und haben das Projekt Prequel-Trilogie damit abgeschlossen. 🔥

Star Wars: Die Rache der Sith (2005) | © Lucasfilm & Walt Disney

Star Wars: Die Rache der Sith (2005) | © Lucasfilm & Walt Disney

Zu traumatisch für einen Neunjährigen?

„Star Wars: Die Rache der Sith“ ist der einzige Film der Prequel-Trilogie, den ich bisher nur einmal gesehen hatte. Damals im Kino fand ich ihn ziemlich großartig und definitiv den besten der Vorgängerfilme. Auch weil er so düster war. Darüber hatte ich mir im Vorfeld, wie bei meinem Podcast-Auftritt im Sneakpod angesprochen, auch schon Gedanken gemacht: Es geht schon ziemlich zur Sache und Anakins Wandlung zu Darth Vader wird recht schonungslos gezeigt. Zu hart für den Zwergofanten? Tatsächlich war seine Anspannung mit zunehmender Laufzeit deutlich spürbar: Das Abmetzeln der Jedi-Jünglinge, das Ausrufen der Order 66, die finale Konfrontation zwischen Anakin und Obi-Wan oder der Tod Padmés – all das hat ihn ziemlich mitgenommen. Dennoch haben wir teils während und speziell nach dem Film darüber gesprochen und ich denke, er wird auch diesen Teil gut verarbeiten können.

Durchwachsen mit starkem Finale

In meinen Augen ist der Film nicht mehr so gelungen, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Dies liegt vor allem an den teils wirklich schlechten Dialogen sowie an mancher Charakterentwickung: War Padmé im zweiten Teil noch eine Kämpferin, so verhält sie sich in „Star Wars: Episode III“ völlig passiv und gibt sich ihrem Herzschmerz hin. Einfach eine schlechte Drehbuchentscheidung. Auch so manche Actionszene wirkt aus heutiger Sicht eher lächerlich (z.B. Obi-Wan auf seinem Drachen), wenngleich ich jedoch zugeben muss, dass viele Effekte immer noch extrem beeindruckend sind und George Lucas das moderne Kino mit diesem inzwischen 17 Jahre alten Film schon vorweggenommen hat. Ziemlich großartig fand ich das Finale: Die Duel-of-the-Fates-Szene zwischen Anakin und Obi-Wan, der Kampf zwischen Yoda und dem Imperator, Darth Vaders Rüstung. Da gab es schon so einige Gänsehautmomente.

Gerade am Ende hat sich auch gezeigt, dass Lucas den Look der alten Filme perfekt hätte kopieren können: Sowohl das Schiff von Bail Organa als auch der Sternenzerstörer samt Interieur sehen einfach 1:1 aus wie in der Ur-Trilogie. Lucas hätte somit ein leichtes Spiel gehabt, diesen Look zu reproduzieren, doch es war eine bewusste Entscheidung, neue Welten zu kreieren und ein anderes Zeitalter dieses Universums darzustellen. In dieser Hinsicht hat die Prequel-Trilogie den jüngsten drei Episoden einiges voraus.

Fazit

Insgesamt fand ich „Star Wars: Die Rache der Sith“ ein gelungenes Finale der Prequel-Trilogie, jedoch nicht mehr ganz so stark wie damals. Der Zwergofant war ziemlich begeistert und es wird morgen noch Gesprächsbedarf geben. Das Zappelinchen, das den Vorgänger z.B. sehr mochte, konnte mit diesem Abschluss nicht so viel anfangen. Durchwachsen eben, wie die gesamte Prequel-Trilogie, für die ich dennoch einen großen Platz in meinem Filmherzen habe: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)