The Nice Guys (2016)

Nach einem frühlingshaften Tag, den ich nahezu komplett draußen verbracht habe, stand mir der Sinn nach leichter Unterhaltung. Meine Wahl ist vor allem deshalb auf „The Nice Guys“ gefallen, da ich im Sneakpod schon mindestens drei Besprechungen des Films gehört habe. Somit ging es zurück ins Los Angeles der 70er Jahre… 🧔

The Nice Guys (2016) | © Concorde Video DVD

The Nice Guys (2016) | © Concorde Video DVD

Der schlechteste Detektiv der Welt

„The Nice Guys“ ist der letzte Film von Shane Black, bevor er sich seinen guten Ruf mit „Predator: Upgrade“ kaputt gemacht hat (ich mochte den Film ja ganz gerne). Hier besinnt er sich noch einmal auf alte Stärken und kehrt zu dem Genre zurück, das er geprägt hat, wie kein zweiter. Somit ist „The Nice Guys“ eine Buddy-Komödie, die von einem ungleichen Paar profitiert, gespielt von Russell Crowe und Ryan Gosling. Mindestens ebenso wichtig, wie das titelgebende Duo, ist das Setting: Shane Black fängt das Los Angeles der Siebziger Jahre wahrlich gekonnt ein und der Film bekommt dadurch eine ganz eigene Atmosphäre. Hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Inhaltlich verfolgen wir eine typische Kriminalgeschichte, die dadurch gewinnt, dass unsere ungleichen Helden von einer absurden Situation in die nächste stolpern. Unterstützt werden sie dabei von Holland Marchs (Ryan Gosling) Tochter, was ich zu Beginn für einen ungewöhnlichen Einfall hielt, letztendlich aber doch sehr gut funktioniert. Die Geschichte ist recht atemlos erzählt, hält sich bis zum großen Finale aber angenehm zurück, was große Action angeht. Und selbst diese ist dann wunderbar handgemacht. Wirklich modern wirkt in „The Nice Guys“ nur das Thema Abgasskandal und CO2-Ausstoß. Das fand ich einen interessanten Aspekt an diesem sonst so aus der Zeit gefallen wirkenden Film.

Fazit

Nein, wirklich neu ist an „The Nice Guys“ nichts. Wer sich aber gerne einmal wieder eine altmodische Buddy-Komödie anschauen möchte, der kann fast keinen besseren Film erwischen. Ich wurde für knapp zwei Stunden wahrlich bestens unterhalten und das ist genau das, was ich momentan brauchen kann: 8/10 Punkte.

Paddington 2 (2017)

Gestern erst habe ich darüber geschrieben, dass Eskapismus in Zeiten der Corona-Krise extrem wichtig ist. Somit war heute natürlich ein Filmabend angesagt und die Wahl der Kinder ist auf „Paddington 2“ gefallen. Nachdem der Zwergofant bei der Sichtung des ersten Teils noch ziemlich viel Angst hatte, verblieb die Fortsetzung sehr lange ungesehen im Regal. Im letzten Jahr ist der Zwergofant jedoch viel mutiger geworden. Somit stand einem bärigen Filmabend nichts im Wege… 🐻

Paddington 2 (2017) | © STUDIOCANAL

Paddington 2 (2017) | © STUDIOCANAL

„Paddington 2“ ist der perfekte Kinderfilm

Schon nach nur wenigen Minuten waren wir wieder komplett drin in der bunten Welt von Paddington. Paul King hat den Film so wundervoll verspielt, voll kindlicher Freude und Naivität inszeniert, dass es ein großes Vergnügen ist. Dabei ist die Geschichte nie lächerlich oder der Humor zotig, nein, „Paddington 2“ nimmt sich und seine Figuren im besten Sinne ernst und bleibt dabei doch herrlich augenzwinkernd. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt so herzhaft gelacht habe, wie bei den Slapstick-Einlagen als Paddington Fenster putzt oder sich als Friseur versucht. Daneben stehen Augenblicke, die zutiefst emotional sind und wirklich ans Herz gehen. Getragen wird der Film zudem von famosen Schauspielern wie Sally Hawkins („The Shape of Water“)  oder Hugh Bonneville, den ich gerade in „Downton Abbey“ sehe. Die Show stielt hier jedoch eindeutig Hugh Grant als herrlich überzogener Bösewicht.

All das würde den Film schon sehr gut machen. Was „Paddington 2“ jedoch zu einem herausragenden Film macht, ist seine makellose Struktur. Es werden etliche Szenen eingestreut, die man zunächst als nette Anekdote (z.B. wie sich die Eltern kennenlernen) wahrnimmt, am Ende sind diese jedoch stets handlungsrelevant und werden mit einem Payoff aufgelöst. Das gibt es mehrfach im Film. Kein noch so kleines Detail ist unbedeutend und wird doch so locker-leicht eingestreut, als wäre es reiner Zufall. Davon können sich die meisten anderen Filme eine Scheibe abschneiden. Und damit meine ich nicht nur andere Kinderfilme.

Fazit

Mit „Paddington 2“ konnte sich die Geschichte um den sympathischen Bären noch einmal steigern. Für die ganze Familie war es ein famoses Filmerlebnis und ich hoffe sehr, dass wir dieses magische London noch für ein drittes Mal besuchen dürfen. Eine dicke Empfehlung für alle Kinder, Eltern und den ganzen Rest: 9/10 Punkte.

No Way Out: Gegen die Flammen – OT: Only the Brave (2017)

Heute morgen war ich so platt, dass ich bis 10 Uhr geschlafen habe. Das ist mir schon ewig nicht mehr passiert. So langsam macht sich der emotionale Stress doch bemerkbar. Danach war ich aber durchaus produktiv und wir haben die Steuer 2019 bearbeitet und abgegeben. Ansonsten haben wir uns, aufgrund des miesen Wetters und der Ausgangsbeschränkungen, nur drinnen aufgehalten. Somit schien mir das Outdoor-Drama „No Way Out: Gegen die Flammen“ eine recht gute Wahl… 🔥👨‍🚒

No Way Out: Gegen die Flammen (2017) | © STUDIOCANAL

No Way Out: Gegen die Flammen (2017) | © STUDIOCANAL

Ein ungewöhnlich kraftvolles Katastrophendrama

Katastrophenfilme, die auf wahren Begebenheiten beruhen, gibt es ja einige. Auch bei „No Way Out: Gegen die Flammen“ hatte ich gedacht, dass ich die Formel schon kenne. Doch Regisseur Joseph Kosinski, der zuvor die effektlastigen Filme „TRON: Legacy“ und „Oblivion“ gedreht hatte, ist bei der Ausgestaltung der Geschichte einen frischen Weg gegangen. Die große Katastrophe rund um das Yarnell Hill Fire nimmt nur einen winzigen Teil des Films ein. Dafür nimmt sich Kosinski extrem viel Zeit, uns davor die einzelnen Figuren und ihre Geschichte näher zu bringen. Es dauert gut 45 Minuten bis wir überhaupt ein wenig Feuer und Action zu sehen bekommen. Doch selbst danach erzählt uns „Only the Brave“, so der Originaltitel, keinen großen Kampf gegen das Feuer, sondern die sehr persönliche Geschichte der Granite Mountain Hotshots.

Ich hatte mich zuvor nicht mit der Katastrophe beschäftigt, die in den letzten zwanzig Minuten auf uns einprasseln sollte. Wie bereits zuvor wälzt Kosinski die Action nicht groß aus, sondern bleibt in seiner Inszenierung glaubhaft und authentisch. Ich kannte den Ausgang nicht und war am Ende wirklich schockiert und ergriffen. Auch wegen der unprätentiösen Inszenierung. Hier konnte der Film wahrlich die Früchte seiner zuvor detailliert aufgebauten Figuren und ihrer Beziehungen untereinander ernten. Das fand ich sehr beeindruckend, da man diese Geschichte auch ganz anders hätte erzählen können. Für mich eine unerwartete Struktur für dieses Genre.

Fazit

Auch wenn „Only the Brave“ auf den ersten Blick wie ein 08/15-Katastrophenfilm erscheinen mag, so bin ich doch sehr froh, ihm eine Chance gegeben zu haben. Joseph Kosinski beweist bei der Inszenierung wirklich viel Feingefühl und ich war froh, für zwei Stunden in diese völlig andere Welt abgetaucht zu sein. Das Finale wird mir bestimmt noch ein wenig nachgehen: 8/10 Punkte.

The LEGO Batman Movie (2017)

Nach einer harten Woche, die ganz im Zeichen des neuartigen Coronavirus stand, waren wir abends nur noch platt. Da auch für die Kinder zurzeit wenig Normalität und viel Unsicherheit herrscht, sind wir ihrem Wunsch nach einem Filmabend gerne nachgekommen. Heute durfte sich der Zwergofant einen Film aussuchen und die Wahl ist auf „The LEGO Batman Movie“ gefallen… 🦇🦸‍♂️

The LEGO Batman Movie (2017) | © Warner Home Video

The LEGO Batman Movie (2017) | © Warner Home Video

Ein kunterbunter Action-Spaß für Kids

Ich liebe sowohl den ersten „The LEGO Movie“ als auch seine Fortsetzung. Beide Filme versprühen einen fast schon anarchischen Charme, der gerade in Kombination mit der zweiten Ebene ungeheuerlich gut funktioniert. Auch vom erst am Anfang des Jahres gesehenen „The LEGO Ninjago Movie“ war ich durchaus angetan, selbst wenn dieser viel mehr ein geradliniges Action-Fantasy-Abenteuer war. Nun also „The LEGO Batman Movie“, der eine der beliebtesten Figuren des ursprünglichen Films ins Zentrum der Handlung stellt. Ich war ein wenig skeptisch, ob es dem völlig übertrieben gezeichneten Batman gelingen würde, den gesamten Film zu tragen. Meiner Meinung nach funktioniert das durchaus, wenngleich die Figuren oder Handlung auch nie die Tiefe der beiden ursprünglichen Filme erreicht.

Für die Kinder war es ein großes Vergnügen all die Superhelden und Monster in einem Film zu sehen. Auch ich habe an vielen Stellen gelacht, doch insgesamt schien mir alles ein wenig zu gewollt. Die Geschichte ist durchaus nett, wenngleich ich mir weniger von den redundanten Action-Szenen und mehr Witz durch die Handlung gewünscht hätte. Der Humor ist recht typisch für LEGO und somit wirklich gelungen. Allerdings hatte ich auch hier das Gefühl, dass zu viel auf Batmans breiten Schultern lastet.

Fazit

Ja, die LEGO-Formel funktioniert auch in diesem Film. Der komplette Fokus auf Batman hat für mich nicht ganz so gut funktioniert, was dem Unterhaltungswert aber nur wenig Abbruch getan hat. Insgesamt deutlich einfacher gestrickt als die beiden Hauptfilme. Die Kinder, insbesondere der Zwergofant, waren auf jeden Fall mehr als begeistert: 7/10 Punkte.

BFG: Sophie & der Riese – OT: The BFG (2016) (WS1)

Zunächst ein kurzer Bericht aus der Quasi-Quarantäne: Die Läden sind auch bei uns ziemlich ausgeräubert, der Zwergofant und ich sind heute dennoch zum Friseur geradelt und die Kids haben den Großteil des Tages draußen verbracht. Ansonsten hatten wir keine näheren Kontakte zu Freunden oder Nachbarn und die Stimmung ist durchaus angespannt. Umso wichtiger war es uns, den Kindern mit einem Filmabend weitere Normalität zu bieten. Die Wahl ist auf „BFG: Sophie & der Riese“ gefallen, auf den sich speziell das Zappelinchen sehr gefreut hatte. Der Zwergofant war dagegen mehr als skeptisch. Ob ihm der Film dennoch gefallen hat?

BFG: Sophie & der Riese (2016) | © Constantin Film

BFG: Sophie & der Riese (2016) | © Constantin Film

Für mich auf ewig ein ganz besonderer Film

Wenn ihr Stammleser meines Blogs seid, könnt ihr euch vielleicht daran erinnern, dass „BFG: Big Friendly Giant“ der erste Film war, den ich mit dem Zappelinchen zusammen im Kino gesehen habe. Das war vor ziemlich genau vier Jahren. Seitdem folgten weitere Kinobesuche, doch dieser erste wird mir immer als etwas ganz Besonderes im Gedächtnis bleiben. Seitdem habe ich mit den Kindern zusammen auch Roald Dahls Vorlage „Sophiechen und der Riese“ gelesen und war somit für ein paar Abende selbst der BFG bzw. GuRie, wie er im Buch genannt wird. Der Zwergofant fand das Buch mit den menschenfressenden Riesen damals schon ein wenig unheimlich und hatte sich zunächst gegen den Film gesträubt. Mit zunehmender Laufzeit wurde er jedoch immer begeisterter und spätestens ab der Majonäse war jede Skepsis vergessen.

Auch mir hat „The BFG“ erneut ausgezeichnet gefallen. Vielleicht noch ein wenig besser als beim ersten Mal. Nachdem ich damals beim Kinobesuch noch auf 3D verzichtet hatte, haben wir die Geschichte heute mit der zusätzlichen Dimension gesehen, was das Eintauchen in die Welt der Riesen noch einmal intensiviert hat. Überhaupt ist der Film technisch nach wie vor extrem beeindruckend, gerade was die Ausdruckskraft der titelgebenden CGI-Figur angeht. Wirklich sehr gelungen. Auch inhaltlich mochte ich die Geschichte wieder sehr und habe mich erneut gefreut, wie gut dieses Abenteuer doch bei den Kindern ankommt.

Fazit

Nach dem damaligen Kinobesuch hatte ich noch befürchtet, dass ich „BFG: Sophie & der Riese“ nur aufgrund dieses besonderen Ereignisses so mochte. Die heutige Sichtung hat jedoch gezeigt, dass es tatsächlich ein großartiger Kinderfilm ist, der zurecht einen so wichtigen Platz in unserer persönlichen Filmgeschichte einnimmt. Wundervoller Unterhaltung für die ganze Familie: 8/10 Punkte.

Greatest Showman – OT: The Greatest Showman (2017)

Heute war irgendwie ein unbefriedigender Tag. Fast die ganze Familie ist erkältet und somit haben wir schweren Herzens die Sonntagspläne gestrichen. Um überhaupt etwas zu machen, haben wir mit den Kindern einen Film geschaut und ein Brettspiel gespielt. Auf „The Greatest Showman“ war das Zappelinchen schon lange heiß, da sie und der Zwergofant „A Million Dreams“ bereits mit ihrem Chor gesungen haben. Ob der restliche Film mit dem Hit mithalten konnte?

Greatest Showman (2017) | © Twentieth Century Fox Home Entertainment

Greatest Showman (2017) | © Twentieth Century Fox Home Entertainment

A million dreams is all it’s gonna take

Was für ein Publikumsliebling! „The Greatest Showman“ bietet die perfekte Show. Ziemlich passend für den Film. Da sitzt jede Note, jede Choreografie ist bis ins Detail perfekt und die Songs besitzen alle Ohrwurmqualität. Natürlich sollte man Musicals mögen, um dem Film etwas abgewinnen zu können. Aber dann zaubert er eine bombastische Show nach der anderen hervor. Unfassbar. Die Schauwerte stimmen also schon einmal und nein, man sollte nicht die Annahme treffen, hier einer realistischen Biografie von P. T. Barnum beizuwohnen. Das hier ist eindeutig ein Märchen. Eine kunterbunte Show, die einfach nur Freude machen soll. Als solche bleibt sie, wie die Zirkus-Show im Film, aber auch recht oberflächlich.

Hinter der schönen Fassade steckt leider nicht allzu viel. Einzig die fiktionalisierte Version von P. T. Barnum (toll gespielt von Hugh Jackman) besitzt ein wenig Profil. Die restlichen Figuren bleiben leider ziemlich blass. Gerade die außergewöhnlichen Akrobaten und Artisten sind nur Schmuckwerk und der Film hätte enorm gewonnen, wenn er eine gewissen Interaktion zwischen ihnen erlaubt hätte. Dafür hätte man gerne auf eine der Musical-Nummern verzichten können. Somit ist „The Greatest Showman“ letztendlich mehr Schein als Sein.

Fazit

Mir hat „The Greatest Showman“ wirklich ziemlich gut gefallen. Leider werde ich ihn schon bald wieder größtenteils vergessen haben und nur die mitreißenden Songs werden bleiben. Der Rest der heutigen Zuschauerschaft war noch ein wenig begeisterter als ich, doch von mir gibt es vorerst zurückhaltende 7/10 Punkte.

Vier Fäuste gegen Rio – OT: Non c’è due senza quattro (1984)

Nach einer wirklich anstrengenden Woche (zu den Details habe ich mich an anderer Stelle bereits geäußert) stand uns heute der Sinn nach einem entspannten Filmabend. Zudem war Frau bullion einmal wieder strawanzen, weshalb die Wahl auf einen Spencer/Hill-Film gefallen ist. Mit „Vier Fäuste gegen Rio“ ist einer der großen Klassiker in den Player gewandert. Ob der Film so gut war, wie in meiner Erinnerung?

Vier Fäuste gegen Rio (1984) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Vier Fäuste gegen Rio (1984) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„Hör mal du Kalkleiste, sag deinem Boss er soll sich beeilen, sonst fang ich an zu dampfen!“

Es ist wirklich kaum zu glauben, dass „Vier Fäuste gegen Rio“ nur ein Jahr vor dem eher drögen „Die Miami Cops“ entstanden ist. Die beiden Filme wirken wie aus anderen Epochen. Hier zeigen sich sowohl Bud Spencer als auch Terence Hill extrem spielfreudig und es fliegen nicht nur die Fäuste, sondern vor allem auch die Sprüche. Hinzu kommt, dass es sich bei „Vier Fäuste gegen Rio“ (für Spencer/Hill-Verhältnisse) fast schon um eine High-Concept-Komödie handelt, die oft tatsächlich den doppelten Spaß bietet. Natürlich wird das Verwechslungselement, und die damit verbundene Albernheit, ziemlich vorhersehbar ausgespielt, doch ist es einfach herrlich, den beiden Schauspielern in ihren gänzlich unterschiedlichen Rollen zuzusehen. Und die Sprüche wirken, vielleicht durch den gegebenen Kontrast, noch einmal derber als sonst.

„Ich bekomme gleich ‘nen Krampf im Vorderflügel!“

Für mich gehört „Vier Fäuste gegen Rio“ auch zu den Filmen des Prügelduos, an die ich mich noch am besten erinnern konnte. Er bietet noch mehr Comedy und hat doch einige wunderbare Prügelsequenzen zu bieten. Dadurch wirkt der Film auch heute noch recht frisch und die Alterserscheinungen zeigen sich eher in, aus heutiger Sicht, unmöglich plumpen und anzüglichen Anspielungen. Davon abgesehen hatte ich wieder enorm viel Spaß mit dem doppelten Duo. Auch die Kinder waren begeistert und haben teils geschrien vor lachen, was ich stets als gutes Zeichen werte.

Fazit

„Vier Fäuste gegen Rio“ ist für mich einer der großen Spencer/Hill-Klassiker, der durch seine ungewöhnliche Prämisse unter den anderen Filmen heraussticht. In vielerlei Hinsicht einfach doppelter Spaß und somit immer wieder gerne gesehen: 8/10 Punkte.

Upgrade (2018)

Was für eine Woche. Geprägt von hoher Arbeitslast, Schulbesichtigungen, Auto mit Totalschaden und einem damit verbundenen spontanen Autokauf… meine Energie ist sowas von am Ende. Einiges hat sich glücklicherweise heute geklärt und somit bin ich nur noch müde aufs Sofa gefallen. Mit „Upgrade“ ist dann auch ein Film in den Player gewandert, den ich schon lange sehen wollte. Also ab damit… 🧔🤖

Upgrade (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Upgrade (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Cyberpunk meets Rache-Action

Ich springe direkt in meine Kritik: In seinen besten Momenten habe ich den Film geliebt, in seinen schlechtesten war ich entweder gelangweilt oder habe die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Ich liebe die Zukunftsvision und die Cyberpunk-Atmosphäre, die in ein paar Szenen durchscheint. Erinnerungen an längst vergangene „Shadowrun“-Spielrunden oder auch „Alita: Battle Angel“ wurden in diesen geweckt. Leider jedoch vermengt seine Höhepunkte mit einer 08/15-Rache-Geschichte, die am Ende noch einen Ausflug Richtung HAL 9000 oder „Ex Machina“ macht, dabei aber viel zu oberflächlich und plump in der Umsetzung bleibt.

Vermutlich hätte mir der Film besser gefallen, wenn er nur mehr von der Welt gezeigt und sich nicht nur im Kreis gedreht hätte. Rachegeschichten dieser Art habe ich schon viel zu häufig gesehen. Der Twist mit STEM war ja ganz nett, aber auch hier hätte man weit mehr aus der Idee machen können. Letztendlich verpufft zu viel Potenzial, was den zu Beginn durchaus beeindruckenden Action-Sequenzen geopfert wird.

Fazit

Alles in allem ist „Upgrade“ ein unterhaltsamer Sci-Fi-Actioner, der zu wenig aus seiner Idee und seiner Welt macht. Immerhin wagt er den Vorstoß Richtung Cyberpunk, was ohnehin ein gnadenlos vernachlässigtes Genre ist. Insgesamt leider nur 6/10 Punkte.

Shameless (US) – Season 9

Lange habe ich darauf gewartet, wieder in die verrückte Welt der Gallaghers zurückzukehren. Genau genommen war es nur ein knappes Jahr und dennoch habe ich gemerkt, dass die Zeit für „Shameless – Season 9“ nun gekommen war. Ein wichtiges Jahr für die Serie, die mit Fiona eine ihrer wichtigsten Figuren hinter sich lässt. Wie der Abschied gelingt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Shameless – Season 9 | © Warner Home Video

Shameless – Season 9 | © Warner Home Video

I want more out of life than this

Im Gegensatz zu den vorherigen Staffeln hat es dieses Jahr ein wenig gedauert, bis ich wirklich drin war. Gerade die erste Episode fühlte sich ein wenig wie ein Fremdkörper an, da sie eine sehr isoliert und zotig wirkende Geschichten erzählt. Danach hat sich die Serie wieder in vertrautere Gewässer begeben – und das sowohl inhaltlich als auch insbesondere von der Stimmung her: Die Mischung aus sehr ernsthaften und emotionalen Momenten und völlig absurder Eskalation ist es, was die Serie für mich selbst nach neun Jahren noch auszeichnet. Und natürlich all die wunderbar miteinander verwobenen Erzählstränge:

  • Frank wird Wahlkampfmanager für einen vorbestraften Politiker, befruchtet durch seine eine Samenspende sechs Eizellen seiner nervenkranken Freundin (gespielt von Katey Sagal, „Sons of Anarchy“) und nimmt an einer menschenverachtenden Marketing-Aktion teil.
  • Fiona macht in dieser Staffel wohl die größte Wandlung durch: Sie fällt unglaublich tief, was wirklich schmerzhaft anzusehen ist, nur um am Ende endlich ihr Leben ganz konsequent selbst in die Hand zu nehmen.
  • Bei Lip dreht sich alles um Verantwortung und Vaterschaft, sowohl was seine Ziehtochter Xan angeht als auch seine Rolle als Sponsor bei den Anonymen Alkoholikern.
  • Debbie und Carl haben Liebeskummer wegen der gleichen jungen Frau. Dies sorgt für allerlei Komplikationen.
  • Ian verbringt die Hälfte der Staffel im Gefängnis und hat in dieser Staffel insgesamt wohl am wenigsten zu tun.
  • Kev und Veronica haben unterschiedliche Ansichten zur Familienplanung und erleben auch sonst haarsträubende Abenteuer.
  • Liam bekommt endlich mehr zu tun, fliegt (dank Frank) von der Schule und zieht kurzzeitig aus.

Wie ihr seht, ist auch die neunte Staffel wieder vollgepackt mit verrückten und emotionalen Geschichten. Gerade Fionas Handlungsbogen ist mir sehr nahe gegangen und ihr Abschied, so unprätentiös dieser auch inszeniert war, hat mich doch bewegt. Ich bin gespannt, wie die Serie diese Lücke im kommenden Jahr füllen will. Ihre Rolle innerhalb der Familie übernehmen zwar schon länger Lip und Debbie, doch ihre Figur samt aller Stärken und Schwächen wird definitiv fehlen.

Fazit

Auch wenn „Shameless“ im neunten Jahr durchaus ein paar kleinere Schwierigkeiten hatte, so ist die Serie nach wie vor beeindruckend unterhaltsam. Neun Jahre. Unglaublich. Inzwischen wurde die Serie um zwei weitere Staffeln verlängert und danach ist Schluss. Diese werden wohl auch entscheidend, da wichtige Figuren fehlen werden. Ich freue mich zu sehen, wie es weitergeht: 9/10 (8.5) Punkte.

Die Miami Cops – OT: Poliziotti dell’ottava strada (1985)

Nach einem freien Abend samt Kinobesuch, haben wir die Kids heute zurückerwartet. Letztendlich ist nur der Zwergofant zurückgekehrt, während das Zappelinchen ihren Kurzurlaub spontan um eine Nacht verlängert hat. Dafür durfte sich der Junior das Abendprogramm aussuchen und die Wahl ist natürlich auf einen Spencer/Hill-Film gefallen. Nachdem wir es zunächst mit „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ versucht hatten, der ihm dann doch zu ernsthaft war, ist mit „Die Miami Cops“ einer der letzten Filme des Prügelduos in den Player gewandert… 👮‍♂️🚔🔫

Die Miami Cops (1985) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Die Miami Cops (1985) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„Sein Oberstübchen ist schlecht möbliert.“

Schon während des Intros ist uns aufgefallen, dass der Ton des Films beständig zwischen Mono und Mehrkanal hin- und herwechselt. Sehr nervig. Auch die Bildqualität schwankt, wenngleich ich doch überrascht war, wie viel man aus der wohl nicht optimalen Kopie herausgeholt hat. Auch von den technischen Einschränkungen einmal abgesehen, ist „Die Miami Cops“ zweifellos einer der schwächsten Filme des Duos. Ich konnte mich selbst nur noch an wenige Szenen erinnern und man merkt deutlich, dass die beiden Haudegen doch schon ziemlich in die Jahre gekommen sind. Dabei wurde der Film auch nur zwei Jahre später produziert als der wesentlich gelungenere „Zwei bärenstarke Typen“. Konkret zeichnet sich dies durch weniger Schlägereien und mehr Feuergefechte aus, was ich sehr schade fand.

„Wir sind halbausgebildete Sanitöter.“

Im direkten Vergleich zu „Zwei außer Rand und Band“, dem anderen Cop-Film des Prügelduos, stinkt dieser erneute Aufguss der Thematik dann so richtig ab. Weder die verwirrende Geschichte, die einfallslose Inszenierung, noch die mangelnde Spielfreude oder die nervige musikalische Untermalung können auch nur im geringsten mit dem großen Hit aus dem Jahr 1977 mithalten. Der Zwergofant war dennoch begeistert und speziell die letzte große Schießerei/Prügelei hatte es ihm angetan.

Fazit

Leider reicht „Die Miami Cops“ nicht mehr an die Hochphase von Bud Spencer und Terence Hill heran. Dennoch hatte ich durchaus Spaß mit dem Film und muss auch zugeben, dass ich schon vor der Sichtung ziemlich müde war. Die bessere Besprechung hätte wohl ohnehin der Zwergofant schreiben können. Von mir gibt es 5/10 Punkte.