Kick-Ass (2010)

Was hatte ich mich auf diesen Film gefreut: Matthew Vaughns „Kick-Ass“ versprach ein großer, bunter Spaß zu werden. Eine Comicverfilmung, die dem Superheldengerne neue Aspekte entlocken könnte. Dank sich teils überschlagender Kritiken war ich auch guter Dinge, dass sich meine Erwartungen erfüllen werden – und so sollte es dann auch kommen…

Selten zuvor hat ein Film so exakt meine Erwartungshaltung abgebildet. „Kick-Ass“ ist bunt, laut und kocht nur so über vor seltsamem Humor. Das Konzept erinnert – und ja, dieser Vergleich ist sehr weit hergeholt – in Grundzügen an Alan Moores „Watchmen“ mit seinen kostümierten Helden. Vigilantismus in Strumpfhosen. In Matthew Vaughns Film gibt es jedoch keine ausgefeilten Charakterstudien, sondern vor allem überdrehte Comic-Action, eingebettet in absurde Handlungsstränge.

„Kick-Ass“ beginnt als Teenie-Komödie und streift leicht das Coming-of-Age-Genre, nur um im nächsten Moment in surreale Gewalt zu explorieren. Beim ersten Auftritt von Hit Girl konnte ich kaum glauben, was sich da auf dem Bildschirm abspielt: Zu BANANA SPLITS der von mir sehr geschätzten THE DICKIES gab es plötzlich ein Feuerwerk aus Blut und Gewalt – und all dies ausgeführt von einem 11-jährigen Mädchen. Moralisch natürlich fragwürdig, doch in diesem Kontext einfach nur äußerst unterhaltsam. Wahnsinn.

Nach der schön erzählten Entstehung des titelgebenden Möchtegernhelden sowie des oben genannten Auftritts von Hit Girl schleicht sich die Normalität in den Film ein. Es gibt weitere überdrehte Actionszenen, charakterbildende Momente und durchaus auch Längen. Immer noch sehr unterhaltsam, aber man hat sich in meinen Augen zu sehr auf den bereits eingeführten Elementen ausgeruht und zu wenig Feinschliff ins Drehbuch gesteckt. Dadurch bleiben die Charaktere leider auch nur das, was sie letztendlich sind: Zweidimensionale Comicfiguren.

„Kick-Ass“ wird mir bestimmt nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben. Dazu mangelt es sowohl der Geschichte, als auch den Charakteren an Tiefe. Dafür bin ich mir sicher, dass ich bei jeder weiteren Sichtung wieder enorm viel Spaß mit dem Film haben werde: Die flotte Inszenierung, der tolle Soundtrack und die überdrehte Action haben die Comicverfilmung garantiert nicht zum letzten Mal in meinen Blu-ray-Player wandern lassen. Auf jeden Fall sehenswert: 8/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (117)

Eigentlich möchte ich gar nicht viel über den heutigen Lauf schreiben. Es war ein Frustlauf. Manche Tage haben es einfach in sich. Mehr kann ich leider nicht dazu sagen. Ist vermutlich auch besser so. Vielleicht sollte ich einfach auf eine einsame Hütte ziehen und Schäfer werden. Kann auch nicht anstrengender sein, als mit bestimmten Menschen zu arbeiten.

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:24:00
kCal: 357
min/km: 5:42

Die Zeit ist soweit ganz okay, ich hatte aber nur Energie für die kurze Strecke. Wie so oft in letzter Zeit. War ja auch schon wieder dunkel und sonderlich motiviert war ich auch nicht. Bis mich dann beinahe ein älterer, joggender Herr überholt hätte – das hat dann fast an meiner Läuferehre gekratzt. Eingeholt hat er mich nicht. Aber es war knapp. Meinen Respekt hat er sich auf jeden Fall erlaufen.

Run, Fatboy, Run (116)

Nachdem ich mich am Wochenende doch nicht aufraffen konnte, habe ich – wie nahezu jeden Montag – meine Woche mit einem kurzen Lauf begonnen. Es war wolkig, frisch (aber nicht kalt) und wieder einmal sehr dämmrig. Wann werde ich mich wohl daran gewöhnen?

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:24:30
kCal: 357
min/km: 5:49

Heute war ich etwas langsamer unterwegs, doch wollte ich einfach nicht schneller. Aufgrund der Dunkelheit hatte ich mich auch für die kurze Nachtstrecke entschieden. Letztendlich ging es sowieso nur um ausgleichende Bewegung nach einem ziemlich frustrierenden Arbeitstag.

Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010)

Wenn es um Animationsfilme geht, dann geht für mich nichts über Pixar. Die Filme anderer Studios sind meist nett anzusehen, doch bleiben sie meist nicht wirklich lange im Gedächtnis. Mit „Drachenzähmen leicht gemacht“ hat DreamWorks Animation jedoch einen ziemlich heißen Kandidaten ins Rennen geschickt, um Pixar die Stirn zu bieten.

Die Geschichte ist simpel: Ein Stamm von Wikingern muss sich gegen die örtliche Plage – die titelgebenden Drachen – zur Wehr setzen. Der Sohn des Häuptlings ist jedoch nicht aus dem Holz geschnitzt, aus dem Drachentöter gemacht sind. Doch gerade dieser wird im Kampf gegen die Drachen die entscheidende Wendung herbeiführen. Entscheidend ist weniger was erzählt wird, als wie die Geschichte umgesetzt wurde. Mit viel Herz, Humor und noch mehr mitreißender Action.

„How to Train Your Dragon“ ist wohl der actionreichste Animationsfilm, der mir bisher untergekommen ist. Es kracht und scheppert an jeder Ecke, das Tempo ist unglaublich hoch und man weiß oft gar nicht an welche Stelle des Bildschirms man zuerst schauen soll. Diesen Film hätte ich wahrlich gerne in der 3D-Fassung gesehen. Doch glücklicherweise funktioniert er ebenso auf dem heimischen Fernseher, da man sich mit selbstzweckhaften 3D-Szenen glücklicherweise zurückgehalten hat.

Die Charaktere sind liebenswert trottelig, die Drachen feurig skurril und die computergenerierte Landschaft eine Augenweide. Hinzu kommt ein stimmungsvoller Score, der den Film auch emotional auf die richtigen Bahnen lenkt. Ein rundum stimmiges Paket. Stößt DreamWorks Animation damit Pixar vom Thron? Soweit ist es noch nicht, doch ist „Drachenzähmen leicht gemacht“ endlich einmal ein Film, der nicht auf allzu ausgetretenen Animationspfaden wandelt. Einfach nur ein großer, actionreicher Spaß für die ganze Familie (wenn auch nicht die ganz Kleinen).

Anfangs dachte ich noch, dass hiermit ein neues Franchise aufgebaut werden sollte, doch letztendlich wirkt die Geschichte des Films sehr abgeschlossen. Vielleicht ist das auch besser so. Dies würde zumindest die Sonderstellung des Films unter seinen Genrekollegen kräftigen. Bravo, DreamWorks Animation! Bitte weiter so: 8/10 Punkte.

Abenteuer Kind #6: Schlaflos im Kinderzimmer

Ich war stets eher ein Nachtmensch. Lange aufbleiben, lange ausschlafen. Einfach wunderbar! Mit dem Eintritt ins Berufsleben hatte sich mein Schlafrhythmus allerdings notgedrungen an die äußeren Umstände angepasst. Inzwischen war selbst am Wochenende meist um 8:00 Uhr die Nacht vorbei. Dennoch kam ich stets auf ca. 7 Stunden Schlaf und war rundum zufrieden. Dann zog das Zappelinchen in unser Schlafzimmer ein.

Vorweg möchte ich festhalten, dass ich mich nicht beschweren möchte. Es gibt wohl kaum ein zweites Kind, das so ausgeglichen ist und nahezu perfekt durchschläft, wie unser Zappelinchen. Dennoch ist der Schlaf nicht mehr so tief und fest, wie früher und spätestens zwischen 5:00 und 6:00 Uhr wird der Nacht abrupt ein Ende gesetzt. Die Folge ist, dass die 7 Stunden Schlaf auf meist nicht mehr als 5 Stunden geschrumpft sind.

Inzwischen gibt es durchaus Abende, an denen ich vor 21:00 Uhr auf dem Sofa eingedöse. Dazu sollte man wissen, dass mir dies zuvor nie – ungelogen: nie! – passiert ist. Am Wochenende ist es beinahe noch schlimmer. Um die knappe Freizeit entsprechend zu nutzen bleibe ich an freien Tagen meist länger wach, als gut für mich ist. Das Resultat? Noch weniger Schlaf.

Aber wie gesagt: Ich möchte mich nicht beschweren. Wenn ich am Morgen angelächelt werde, ist die Müdigkeit wie weggeblasen und wenn dann keine 10+ Stunden Arbeitstage folgen würden, wäre ich wohl der glücklichste Mensch der Welt…

Also liebe Leser, wie lautet die Moral der Geschichte?

Teilt euch eure Kräfte gut ein. Ihr werdet sie brauchen.

Watchmen (Alan Moore)

Nachdem ich Zack Snyders Verfilmung in der Kinoversion ja eher nur durchschnittlich fand, habe ich mich endlich daran gemacht Alan Moores Mammutwerk „Watchmen“ in seiner ursprünglichen Form zu verinnerlichen. Eine gute Entscheidung, denn das Comic wird seinem Ruf absolut gerecht. Selten wurde ich in diesem Medium von einer Geschichte so mitgerissen.

Die epochale Superhelden-Saga umfasst zwölf Kapitel, welche meist einen Charakter prominent in den Vordergrund stellen, sich jedoch ebenso lückenlos zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Moore hat hier wahrlich ein Meisterstück der – zugegebenermaßen teils etwas geschwätzigen – Erzählkunst geschaffen, welches die Paranoia der 80er Jahre perfekt einfängt und den Leser hypnotisch in seine fremde und doch so bekannte Welt zieht.

Was macht eigentlich die Faszination von „Watchmen“ aus? Für mich wohl die unglaubliche Detailtreue mit der die beiden kreativen Köpfe Alan Moore und Dave Gibbons dieses Paralleluniversum, in denen Superhelden zum Alltag gehör(t)en, auf die Seiten zaubern. Bei manchen Panels könnte man ewig verweilen, doch treibt die mitreißende Geschichte die Handlung beständig voran. Als Verschnaufpause bleiben somit oft nur die Einschübe am Ende jedes Kapitels, welche Fragmente aus der alternativen Realität der costumed adventurers abbilden.

Für mich war „Watchmen“ ein wirklich exquisites Lesevergnügen und ich musste oft darüber nachdenken, warum denn die Verfilmung nicht so wirklich funktionieren mag. Einerseits gibt es natürlich etliche Kürzungen, andererseits hat Zack Snyder seine Adaption unnötig auf cool getrimmt, was ich Moores Vorlage so nicht entnommen hätte. Vielleicht funktioniert die Geschichte aber tatsächlich auch nur als Comic? Wie man es auch dreht und wendet, Moore ist mit „Watchmen“ ein wichtiges und zudem äußerst unterhaltsames Stück Popkultur gelungen: 9/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (115)

Da mich heute die Arbeit recht lange im Griff hatte und ich prompt in einen der zurzeit überall anzutreffenden Staus gefahren bin, konnte ich meinen geplanten Lauf in der untergehenden Sonne leider nicht verwirklichen. So wurde daraus mein erster Nachtlauf in diesem Jahr.

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:24:00
kCal: 357
min/km: 5:42

Gelaufen bin ich dann auch nur die kurze Runde. Nachts zu laufen macht einfach nicht so viel Spaß. Es ist zu kalt, man sieht zu wenig und irgendwie will man nur noch nach Hause. Alles Faktoren, die der Motivation nicht wirklich zuträglich sind. Immerhin habe ich bereits meine zwei Läufe diese Woche absolviert und wer weiß, wie sich das Wetter so am Wochenende gibt. Gestern Abend hatte es ja schon kurzzeitig geschneit…

Run, Fatboy, Run (114)

Jetzt ist es amtlich. Der Winter ist da. War das kalt! Heute musste ich auch zum ersten Mal meine LED-Leuchte auspacken, damit ich a) auf dem Weg bleibe und mich b) etwaige Radfahrer und/oder Autofahrer auch wahrnehmen. Soweit ist es also schon gekommen.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:34:45
kCal: 516
min/km: 5:43

Mit der Zeit bin ich zufrieden, doch bei den Temperaturen kann man auch nicht recht viel langsamer laufen. Ich könnte jetzt noch über das Bitzeln der kalten Luft in der Nase, den schneidenden Wind oder Ähnliches schreiben – doch will ich meine gesamte Munition ja nicht schon zu Beginn der kalten Jahreszeit verfeuern… 😉

Vergebung – OT: Luftslottet som sprängdes

Nachdem ich mich nun schon seit einem dreiviertel Jahr immer wieder mit Stieg Larssons „Millennium“-Triliogie beschäftige, habe ich diese mit der Sichtung von „Vergebung“ nun auch filmisch erst einmal abgeschlossen. Es war ein rundum lohnenswerter Ausflug in die düstere Schattenwelt Schwedens, der mir wohl noch länger im Gedächtnis bleiben wird.

Die Verfilmung des finalen Teils erinnert in seiner Inszenierung stark an den Vorgänger „Verdammnis“, was auch kein Wunder ist, wurden beide Teile doch vom selben Regisseur ursprünglich für das Fernsehen umgesetzt. Insofern leidet auch der Abschluss der Trilogie unter dem TV-Look, der bereits den Vorgänger visuell bestimmte. Dies ist wirklich schade, denn die Geschichte hätte durchaus das Potential für größere Bilder.

Inhaltlich konzentriert sich der Film auf die wesentlichen Elemente der Romanvorlage. Natürlich gibt es Kürzungen, welchen ich in diesem Fall auch nicht abgeneigt war. So wurde der gesamte Nebenhandlungsstrang um Erika Bergers Weggang von Millennium gestrichen und auch die Verschwörung wurde auf ein Minimum reduziert. Da mir diese Elemente bereits im Buch zu ausschweifend waren, empfand ich die inhaltlichen Anpassungen hier als weniger schwerwiegend, als in den Vorgängern.

Nach dem Ende dieses Films komme ich nicht umhin zu glauben, dass eine stringter erzählte Version der Geschichte dem Filmerlebnis gut getan hätte. Diese hätte selbstverständlich aufwendiger inszeniert werden müssen, was mit dem Budget aber wohl nicht möglich gewesen ist. Insofern habe ich durchaus große Hoffnungen für David Finchers Remake.  Andererseits bietet der Stoff auch genug Material für eine ausschweifendere, gemächlichere Erzählweise in Form einer TV-Serie. In Schweden hat man dies durch die jeweils 90-minütige, sechsteilige TV-Fassung der Kinofilme auch umgesetzt, was für die Geschichte wiederum nur gut sein kann.

Wenn man sich die geplanten bzw. bereits produzierten Umsetzungen des Stoffs ansieht, kommt man nicht umhin den Hype hinter der Trilogie zu sehen. Lässt man diesen außen vor, bleibt eine äußerst spannend erzählte Geschichte, die in ihrer ursprünglichen Form auf jeden Fall lesenswert ist und auch auf der Leinwand zu überzeugen weiß. Das Finale bekommt von mir 7/10 Punkte und ich bin tatsächlich gespannt, wie sich die anderen Auswertungen der Geschichte im Vergleich schlagen werden.

Run, Fatboy, Run (113)

Verdammt ist das kalt! Somit bin ich heute zum ersten Mal mit Mütze und drei Schichten Klamotten gelaufen. Noch während meines Laufes wurde es auch schon finster. Jetzt beginnt sie wirklich, die dunkle Jahreszeit.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:35:00
kCal: 516
min/km: 5:45

Die Zeit ist völlig in Ordnung, wenngleich ich auch nur die mittlere Strecke angegangen bin. Mit den kalten Temperaturen ist auch wieder das Kribbeln in den Beinen da, wenn man ins Warme kommt. Mal sehen, wie eisern ich meine winterlichen Laufversuche dieses Jahr durchhalte.