Spontaner Branchenwechsel

Der Boulevardpresse entgeht aber auch nichts. Meine neue Kollektion wird im Herbst unter dem Label El Bullion erscheinen und die Wintermode beherrschen. In der Modewelt reißen sich die Topmodels schon jetzt um meine neuesten Kreationen.

Wundert euch also nicht, wenn mein Blog demnächst folgenden neuen Claim erhält: My fashion is gonna be a large one. Die nächste Filmbesprechung wird natürlich „The Devil Wears Prada“ behandeln – und das ist erst der Anfang in einer Reihe schmerzvoller Veränderungen…

Buffy: The Vampire Slayer – Season 2

Genau drei Wochen sind seit meiner Sichtung der ersten Staffel vergangen und schon steht die Besprechung von „Buffy: The Vampire Slayer – Season 2“ auf dem Programm. Hatte ich bei meinem letzten Eintrag noch kleinere Zweifel, was die Qualität der Serie und ihren Stellenwert in der TV-Welt angeht, so bin ich Joss Whedons Buffyverse inzwischen mit Haut und Haaren verfallen.

Anfangs noch eher auf Niveau von Season 1, entfaltet die Serie spätestens mit dem Auftauchen von Spike und Drusilla eine ganz neue Sogwirkung. Plötzlich sind auch die Bösewichte interessant. Sehr sogar. Hier hat mich die Serie teils stark an J. J. Abrams Agentenserie „ALIAS“ erinnert, bei der Julian Sark stets als mächtiger und individueller Gegenspieler in Erscheinung getreten ist. Wie Sark ist auch Spike nie um einen flotten Spruch verlegen und im Eifer des Gefechts werden schon einmal grenzüberschreitende Allianzen geschlossen. Ein echter Gewinn für das Serienuniversum!

Neben den neuen Figuren gewinnt vor allem Angel an Substanz. Der Twist zum Halbstaffelfinale ist grandios und katapultiert David Boreanaz Charakter in ganz neue Dimensionen. Durch diese Wendung gewinnt auch Buffy an Tiefe, was konsequenterweise auch ihre Freunde beeinflusst. Ein höchst interessanter, spannender und unterhaltsamer Handlungsbogen. Neben der Haupthandlung geben sich die Monster bei Buffy wöchentlich immer noch die Klinke in die Hand. Wenngleich hier auch nicht jede Episode zu überzeugen weiß, so sind die abgeschlossenen Geschichten doch meist ein echter Zugewinn für die Weiterentwicklung der Figuren.

Schauspielerisch und inszenatorisch macht die Serie in ihrem zweiten Jahr einen großen Schritt nach vorne. Der Trashfaktor konnte noch nicht ganz eliminiert werden, was dem Charme der Serie aber wohl eher zugute kommt. Gaststars wie Wentworth Miller (Michael Scoflield, „Prison Break“) stellen für US-Serienfreunde zudem eine gelungene Abwechslung dar. Insgesamt eine mehr als nur positive Entwicklung.

Die zweite Staffel von „Buffy: The Vampire Slayer“ überzeugt auf nahezu ganzer Linie und macht großen Appetit auf die folgenden Seasons, sowie das Spin-off „Angel“ – ihren guten Ruf in der Serienwelt hat sich Joss Whedons Vampirsaga bereits jetzt schon verdient: 9/10 Punkte.

Beste Zeit

Schon lange steht Marcus H. Rosenmüllers „Beste Zeit“ auf meiner To-Watch-Liste und heute habe ich es endlich geschafft den Film zu sehen. Nach langen Stunden des Hochzeitsvideo-Schneidens war die sympathische Coming-of-Age-Geschichte der perfekte Tagesabschluss.

Anders als in Rosenmüllers Kinohit „Wer früher stirbt, ist länger tot“ überwiegen in „Beste Zeit“ ernstere Themen. Es geht – wie so oft – um die Widrigkeiten des Erwachsenwerdens. Die Autorin Karin Michalke verarbeitete in ihren Drehbuch eigene Jugenderfahrungen, was zur Authentizität des Films beiträgt. Die Verwendung von Dialekt und der Dreh an Originalschauplätzen vertärken diesen Eindruck. Jeder der im ländlichen Bayern aufgewachsen ist, wird sich somit zumindest in einigen Szene an die eigene Jugend erinnert fühlen.

Die Geschichte erfindet dabei das das Genre nicht neu. Klassische Themen wie Freundschaft, die erste Liebe, Probleme mit den Eltern, Zukunftspläne und -sorgen sowie Enttäuschung und der Verlust von Unschuld spielen eine große Rolle. Was den Film – neben dem authentischen Drehbuch – so besonders macht, sind die sympathische Inszenierung und die Schauspieler. Mit Anna Maria Sturm, Rosalie Thomass und Ferdinand Schmidt-Modrow hat Regisseur Marcus H. Rosenmüller wirklich großartige Jungdarsteller vor die Kamera geholt. Von der älteren Garde einmal gar nicht zu reden.

„Beste Zeit“ ist einer jener Filme, die man mit Sentimentalität ansieht. Die einen an vergangene Zeiten denken lassen. Nicht mit einem weinenden, sondern mit einem lachenden Auge. Ein kleiner, feiner und ehrlicher Film, von deren Sorte es gerne mehr geben dürfte. Ich freue mich nun auf „Beste Gegend“ und „Beste Chance“ – und damit auf die Vollendung dieser sympathischen, bayerischen Coming-of-Age-Trilogie: 8/10 Punkte.

Schwächeanfall

Wenn man sein Auto nur noch mit großer Kraftanstrengung um die nächste Kurve bringt und das Ein- bzw. Ausparken plötzlich zur Tortur wird, dann steht man wohl kurz vor einem Schwächeanfall – oder es hat die Servopumpe zerlegt. Letzteres ist bei mir der Fall. Mein Konto freut sich jetzt schon.

Just Married

Gestern noch hat dieses Schild den Wagen geschmückt, der uns durch einen ereignisreichen Tag gebracht hat. Heute liegt es – zusammen mit unzähligen tollen Geschenken – in unserer Wohnung. Irgendwie surreal.

Nun ist das Ereignis vorbei, auf das wir beinahe ein Jahr hingearbeitet hatten – und es war toll! Ein wirklich rundum gelungener Tag. Ich möchte heute gar nicht so viel dazu schreiben, da die Erlebnisse noch zu frisch sind und ich bestimmt noch eine gute Woche benötigen werde, bis ich alles auch nur annähernd verarbeitet habe. Zudem war ich gestern gute 20 Stunden auf den Beinen und nach nur knapp drei Stunden Schlaf fordern die letzten Tage langsam aber sicher ihren Tribut.

Nun freue ich mich erst einmal auf unzählige Fotos und Videoaufnahmen – und dass wieder etwas Ruhe einkehrt, bevor es dann im August erst einmal auf Hochzeitsreise geht! 🙂

Die ausführliche Schilderung mit Bebilderung (© 2008 Paul) folgt dann demnächst…

Aufessen & Daumen drücken!

Das kommende Wochenende wird wieder einmal äußerst bedeutsam. Nach ca. einem Jahr der Planung werden wir morgen endlich vor den Altar treten, um anschließend in großer Runde ausgelassen zu feiern.

Damit auch alles ebenso gut klappt, wie im Mai bei meiner Schwester, bitte ich euch, uns ganz feste die Daumen zu drücken – und um den Wettergott gnädig zu stimmen, kann aufessen auch nicht schaden!

In diesem Sinn melde ich mich für das Wochenende ab und hoffe, dass größere Katastrophen ausbleiben… ICH BIN JA SO AUFGEREGT! 😀

Dr. Horrible’s Sing-Along Blog

Nachdem die gesamte Blogosphäre bereits über Joss Whedons Musical „Dr. Horrible’s Sing-Along Blog“ geschrieben hat, muss ich – nachdem nun die ersten beiden Episoden live sind – auch meinen Senf dazu abgeben: Grandios, einfach grandios!

Wie man durch obigen Teaser schon erahnen kann, ist das Web-Projekt ein recht skurriles Werk mit toller Musik und – wie es sich für Joss Whedon gehört – fantastischen Texten. Neil Patrick Harris („How I Met Your Mother“) und Nathan Fillion („Firefly“) tragen natürlich ihren Teil zum Gelingen bei und überzeugen durch eine völlig überzogene Performance.

Nach den ersten beiden Episoden bin ich schwer begeistert. Die dritte gibt es ab Samstag bei Dr. Horrible zu sehen. Wer es bis jetzt noch nicht getan hat: Reinschauen – die Episoden sind nur bis 20. Juli frei zugänglich!

Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon

Von Scott Glossermans außergewöhnlichem Genrefilm „Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon“ las ich bereits vor einigen Jahren, doch habe ich erst heute Zeit für eine Sichtung gefunden. Umso schöner natürlich, dass sich die lange Vorfreude ausgezahlt hat.

Ich bin mit dem Slasherfilm aufgewachsen. Freddy Krueger, Jason Voorhees und besonders Michael Myers waren immer gerne gesehene Gäste auf Videoabenden. Ihren Höhepunkt erreichte die Slasherwelle für mich mit Wes Cravens „Scream“, von dem ich damals im Kino komplett umgehauen wurde. Heute dagegen empfinde ich die meisten Slasher – „Scream“ bildet hier immer noch die rühmliche Ausnahme – als vorhersehbar und irgendwie redundant. Aus Nostalgiegründen lohnt sich dennoch ab und an ein Blick auf das Genre.

„Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon“ ist glücklicherweise kein simpler Slasher. Er fällt eher in eine Reihe mit Wes Cravens Meisterstück und ist somit als Genreparodie zu sehen. Als unglaublich witzige Genreparodie. So gelacht wie während der ersten Stunde des Films habe ich schon lange nicht mehr. Für Slasherkenner ist es eine wahre Freude, wie hier mit den Versatzstücken des Genres gespielt wird. Einfach genial!

Im letzten Drittel nimmt der Film die Wendung zum tatsächlichen, klischeebehafteten Slasherfilm – und das ist auch nur konsequent. Alle Regeln, die zuvor aufgestellt wurden, werden eingehalten. Das mag auf den ersten Blick abgedroschen und repetitiv wirken, doch zeigt der Film hier genau die Mechanismen auf, nach denen das Genre funktioniert und verlangt.

Die Inszenierung in Form von Mockumentary auf der einen und Slasherfilm auf der anderen Seite kann man nur als gelungen bezeichnen. Scott Glosserman zieht in seinem Debütfilm wirklich alle Register. Auch die Darsteller – allen voran Nathan Baesel als Leslie Vernon – heben den Film weit über Genrestandard hinaus.

„Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon“ ist eine wunderbare Genreparodie, die den Vergleich zu „Scream“ nicht zu scheuen braucht. Man muss als Zuschauer allerdings wirklich Verständnis für den Slasherfilm mitbringen, um seine Freude mit Leslie Vernon zu haben – wenn man es hat, dann zündet die Idee wirklich: 8/10 Punkte.

Eragon

Ich liebe Fantasy – sowohl in der Literatur, als auch im Film. Es war folglich nur eine Frage der Zeit, bis ich über „Eragon“ stolperte. Den Roman hatte ich damals nur angelesen und war nicht wirklich überzeugt. Zu simpel schienen mir die Figuren und vermutlich war ich zu diesem Zeitpunkt nicht in der richtigen Stimmung für solch eine Fantasy-Saga. Der Film hatte mich aufgrund der vernichtenden Kritiken auch nie sonderlich interessiert. Gestern habe ich ihm auf DVD dennoch seine verdiente Chance gegeben.

Um es kurz zu machen: Der Film ist nicht so schlecht, wie man überall hört. Der größte Fehler ist wohl, dass man versucht hat auf der „Der Herr der Ringe“-Welle mitzuschwimmen. Um dies erfolgreich zu gestalten hätte man den Figuren und der Geschichte jedoch Zeit zum entfalten geben müssen – man hat es nicht. Somit wirkt der gesamte Film wie ein Trailer zu einer großen Saga, deren epische Breite jedoch nie zum Tragen kommen kann. Charaktere werden nur angerissen, zeitliche und örtliche Beziehungen werden völlig ignoriert und man stolpert als Zuschauer mehr schlecht als recht durch diese wunderbar anzusehende Welt. Das passiert eben, wenn man versucht einen 600-seitigen Roman in 90 Minuten zu pressen.

Auf der Habenseite stehen eindeutig tolle VFX-Szenen, die tatkräftig die berufliche Herkunft des Regisseurs Stefen Fangmeier belegen. Auch die generelle Optik kann sich wirklich sehen lassen. Kräftige Farben, schönes Setdesign und imposante Kameraflüge versetzen einen recht gut in diese – inhaltlich leider nur oberflächlich angekratzte – fremde Welt. Alles in den Schatten stellt natürlich der Drache Saphira. Alleine er bzw. sie ist ein guter Grund sich den Film anzusehen – überhaupt: Es gibt viel zu wenig gute Filme mit Drachen. Drachen sind toll!

Schauspielerisch ist der Film äußerst durchwachsen. Bei Jeremy Irons haben sich bei mir anfangs die Nackenhaare nach oben gestellt, da ich an seine grottenschlechte Performance aus „Dungeons & Dragons“ denken musste – doch glücklicherweise spart er sich in „Eragon“ das Overacting und liefert so eine ziemlich überzeugende Darbietung ab. Wunderbar fand ich auch Robert Carlyle, der einen fiesen schwarzen Magier mimen darf. Recht verschenkt war dagegen John Malkovich, der nichts darf außer ein paar Mal grimmig zu schauen. Am schwersten wiegen jedoch die darstellerischen Defizite von Ted Speleers, der die Hauptfigur spielt. Ein Schönling, wie er im Buche steht – leider ohne jegliche Ausstrahlung.

„Eragon“ ist ein kurzweiliger Fantasy-Snack für Zwischendurch. Fans der Bücher werden den Film vermutlich zu recht verfluchen, doch als unbeeinflusster Fantasyfreund kann man durchaus einen unterhaltsamen Abend verbringen. Einen Abend mit einem Drachen. Alleine das ist doch grandios! Erwähnen sollte ich auch noch den schönen Score, der die Atmosphäre meisterlich zu unterstützen weiß. Kann man sich durchaus ansehen, wenn man „Der Herr der Ringe“, „Willow“ und Co. überdrüssig ist: 6/10 Punkte.

Death Cab for Cutie – Narrow Stairs

Nachdem neue Musik bei mir in letzter Zeit etwas kurz gekommen ist, habe ich mir endlich einmal wieder ein Album zugelegt – und mit NARROW STAIRS von DEATH CAB FOR CUTIE war das eine ziemlich sichere Sache.

Mit den ersten beiden Tracks BIXBY CANYON BRIDGE und I WILL POSSESS YOUR HEART spielen sich Ben Gibbard und Co. direkt ins Ohr des geneigten Zuhörers. Wirklich wunderschöne Stücke, die sich vor allem durch einen großen Anteil an rein instrumentalen Passagen auszeichnen und dadurch beinahe schon eine epische Wirkung erzielen.

Mit NO SUNLIGHT folgt ein recht poppiger Song, der sofort zum Mitsummen einlädt. Im Mittelteil des Albums bleibt vor allem noch YOU CAN DO BETTER THAN ME und LONG DIVISION im Gedächtnis. Doch auch die anderen Songs haben durchaus Potential sich in den kommenden Durchgängen zu kleinen Favoriten zu entwickeln.

Schließlich beenden DEATH CAB FOR CUTIE ihren neuen Longplayer auf wunderschöne Art und Weise mit einem Track, der frappierend an THE WEAKERTHANS erinnert, was in jeder Hinsicht als Kompliment zu verstehen ist.

Auch wenn einige Kritiker anderer Meinung sind: Mit NARROW STAIRS ist den Indie-Ikonen ein ganz großes Werk gelungen. Absolut hörenswert!