The Expanse, Book 1: Leviathan Wakes (James S. A. Corey)

The Expanse, Book 1: Leviathan Wakes (James S. A. Corey)Nach Abschluss der Sci-Fi-Serie „The Expanse“ war für mich schnell klar, dass ich mich unbedingt der Vorlage widmen müssen würde. Immerhin wurden nur die ersten sechs Bücher adaptiert und selbst diese nicht immer in vollem Umfang. „The Expanse“ besteht aus insgesamt neun Büchern sowie einer Umfangreichen Sammlung an Kurzgeschichten, die in diesem Universum spielen. Reichlich Material also. Für mich stellte sich die Frage dennoch nicht, ob ich ganz am Anfang mit „Leviathan Wakes“ einsteigen sollte oder mit dem an die Serie anschließenden Band. Ich wollte das gesamte Erlebnis und habe ich mich sehr auf meine Rückkehr auf die Rocinante gefreut… 🚀

“Stars are better off without us.”

Ziemlich genau drei Monate habe ich mit „Leviathan Wakes“ verbracht, was für mich wirklich schnell ist. Die Corona-Infektion im Urlaub hat mir hier in die Karten gespielt, denn die Hälfte des Buches habe ich während der letzten Woche in Quarantäne gelesen. Ty Franck und Daniel Abraham, die beiden Autoren hinter dem Pseudonym James S. A. Corey, haben mich somit durch meine Infektion gerettet:

Auch von den äußeren Umständen abgesehen war „Leviathan Wakes“ ein Vergnügen zu lesen. Äußerst flüssig geschrieben und die Geschichte ist einfach mitreißend, selbst wenn man sie bereits aus der Serienadaption „The Expanse“ kennt.

„Everyone too busy trying to survive to spend any time creating something new.“

Inhaltlich gibt es durchaus ein paar Unterschiede, so folgt der erste Roman nur James Holden und seiner Crew sowie Detective Miller. Zeitlich endet „Leviathan Wakes“ ungefähr in der Mitte der zweiten Staffel der Serie. Dafür führt er noch keine Figuren auf der Erde ein, welche in der Adaption bereits in der ersten Staffel auftauchen. Chrisjen Avasarala lernen wir z.B. überhaupt noch nicht kennen. Das fand ich sehr interessant, wie unterschiedlich Romanvorlage und Adaption strukturell aufgebaut sind. Trotz dieser Unterschiede muss ich sagen, dass die Adaption bis hier absolut werkstreu ist und sowohl Atmosphäre als auch Charaktere gekonnt einfängt. Ich habe  während des Lesens richtig Lust bekommen, die Serie noch einmal zu sehen.

Fazit

„Leviathan Wakes“ ist ein extrem gelungener Einstieg in die Welt von „The Expanse“. Ich freue mich nun schon unglaublich darauf, mit den weiteren Romanen sowie den Kurzgeschichten weiterzumachen. Damit dürfte ich, wenn mir nicht wieder eine Krankheit weiterhilft, wohl die nächsten Jahre beschäftigt sein. Das sind doch famose Aussichten. Eine dicke Empfehlung für alle Sci-Fi-Fans: 9/10 Punkte.

DUNE (Frank Herbert)

DUNE (Frank Herbert)Noch bevor ich letztes Jahr Denis Villeneuves Verfilmung von „DUNE“ im Kino gesehen habe, war ich heiß darauf, auch endlich einmal die Vorlage zu lesen. Zunächst einmal musste ich jedoch wählen, welche der unzähligen Ausgaben von Frank Herberts „DUNE“ ich mir denn zulegen wollte. Auch wenn mich die Deluxe-Hardcover-Ausgabe gelockt hat, so habe ich letztendlich doch zur günstigsten Variante gegriffen, da diese zum Lesen einfach bequemer ist, und ich auch nicht zu viel Geld ausgeben wollte. Bücher sind neben Filmen auf Scheibe dann eben doch meine Leidenschaft. Aber ich bin stark geblieben. 😅

“A beginning is a very delicate time.”

Ungefähr acht Monate habe ich für die knapp 900 Seiten des Romans (inklusive Anhänge und Nachwort) gebraucht. Das ist selbst für mich eine ziemlich lange Zeit. Woran das lag? Einerseits ist Frank Herberts Stil durchaus ausufernd, was dem Worldbuilding zwar zu Gute kommt, aber den Lesefluss (zumindest für mich) teils auch behindert hat. Auf der Handlungsebene geschieht, gerade in der zweiten Hälfte des Romans, nämlich gar nicht mehr so viel. Der zweite Punkt ist, dass ich mir kaum Zeit zum dedizierten Lesen genommen habe. Meist waren es nur ein paar Seiten vor dem Einschlafen. Die Tage, an denen ich auf der Terrasse saß und ganze Kapitel verschlungen habe, lassen sich an einer Hand abzählen. Wenn überhaupt. Trotz all dem war „DUNE“ für mich ein Leseerlebnis, da ich die Welt großartig ausgearbeitet und die Mythologie rund um Arrakis wirklich faszinierend finde.

„Fear is the mind-killer.“

Am meisten Spaß hatte ich mit der ersten Hälfte des Romans, welche die Handlung der neuen Verfilmung umfasst. Vielleicht auch, weil ich eine konkrete Vorstellung damit verbinden konnte. Die zweite Hälfte fasert inhaltlich eher ein wenig aus, ohne einen konkreten Abschluss zu bieten. Natürlich wäre es nun der logische nächste Schritt, mich jetzt an „DUNE Messiah“ zu machen, doch ist mir das momentan zu anstrengend. Vielleicht gehe ich das an, wenn ich durch Denis Villeneuves nächste Verfilmung wieder angefixt bin? Überhaupt habe ich nun Lust, mich erst einmal wieder mit den Adaptionen zuzuwenden, auch der Lynch-Fassung sowie der Jodorowsky-Doku.

Fazit

Ich hatte durchaus Spaß mit Frank Herberts „DUNE“. Vermutlich hätte ich einen längeren Leseurlaub gebraucht, um schneller voranzukommen. So hat es sich teils nach Arbeit angefühlt. So oder so ist der Roman zweifellos eines der großen Sci-Fi-Werke, welche die Popkultur maßgeblich beeinflusst haben: 8/10 Punkte.

Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben (Dr. Eckart von Hirschhausen)

Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben (Dr. Eckart von Hirschhausen)Als ich das Buch an meinem Geburtstag ausgepackt hatte, konnte ich es nicht richtig einordnen. Meine Mutter hat es mir auf Verdacht geschenkt, da wir in letzter Zeit immer häufiger über Politik und Klimathemen diskutieren. Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn eher skeptisch war, kenne ich den Autoren Dr. Eckart von Hirschhausen doch eher von etwas angestaubt wirkenden, öffentlich-rechtlichen Unterhaltungsshows. Wobei kennen der falsche Begriff ist. Da mir die Themen Klima und Umwelt am Herzen liegen, habe ich noch während meines Urlaubs in „Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“ reingelesen. Seitdem sind nun knapp vier Wochen vergangen und die 520 Seiten liegen hinter mir. Wenn man weiß, wie wenig ich normalerweise zum Lesen komme, ist das ein eindeutiges und wirklich positives Signal… 🌍

„Wir müssen nicht die Erde retten – sondern uns.“

Die Klimakrise ist zweifellos das beherrschende Thema unserer Zeit. Ja, noch vor Corona. Mein Großvater war Förster und ich bin dem Verständnis aufgewachsen, stets Respekt vor der Natur zu haben. Auch meine Mutter war schon immer engagiert, was Umweltthemen angeht. Allerdings war die Bedrohung in den 1980ern immer noch eher abstrakt, sprich ich bin mit Fleisch (Leberkäse, Fleischküchle usw.) zu jedem Essen aufgewachsen und Recycling war schon das Höchste der Gefühle, was man eben so im Alltag gemacht hat. Ausnahme war eine Protestaktion gegen eine Mülldeponie, die in der Nähe gebaut werden sollte, doch das war eher ein Sonderfall (die Aktion war am Ende übrigens erfolgreich). Heute weiß ich viel mehr über die Zusammenhänge, lebe seit über zwei Jahren vegetarisch (immer öfter auch vegan) und nutze das Auto nur noch, wenn es gar nicht anders geht. Tatsächlich war die Corona-Pandemie in dieser Hinsicht fast schon ein Segen (Stichwort Home Office). Auch beschäftige ich mich seit ein paar Jahren privat und teils auch beruflich mit dem Themenfeld, sprich Dr. Eckart von Hirschhausen hat mit seinem Buch „Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“ bei mir voll ins Schwarze getroffen.

Was den Inhalt angeht, so würde ich behaupten ca. 2/3 der genannten Fakten bereits an anderer Stelle gelesen oder gehört zu haben. Der Neuigkeitswert war für mich somit nicht sonderlich hoch. Die Verknüpfung der Zusammenhänge, was Klimakrise, Gesundheit, Artensterben, Kipppunkte usw. angeht, wurde mir jedoch nie zuvor so deutlich gemacht. Deutlich auf unterhaltsame Art und Weise. Denn obwohl der Autor stets auf wissenschaftliche Studien bzw. Interviews mit Wissenschaftler*innen Bezug nimmt, ist das Buch doch so geschrieben, dass es jede(r) verstehen kann. Und ja, das Buch ist komplett gegendert, was sich absolut konsequent und natürlich anfühlt.

„Jeder Schritt in die richtige Richtung zieht andere hinterher.“

Sehr gut gefallen hat mir, dass von Hirschhausen sowohl Politik als auch Wirtschaft in die Pflicht nimmt, aber auch klar sagt, dass jede(r) Einzelne etwas tun kann. Das ist bei vielen noch nicht angekommen. Es lohnt sich auch darüber zu reden und andere mitzureißen. Ich weiß selbst, wie schwierig das ist. Schon alleine die Tatsache, dass ich mich nun vegetarisch ernähre war für viele Bekannte und Verwandte im tiefsten Mittelfranken, wo Schweinebraten, Schnitzel, Schäufele und Bratwürste die Grundnahrung darstellen, nur schwer zu begreifen. Letztendlich geht es nur gemeinsam und das ist auch eine wichtige Aussage des Buches. Nun habe ich viel zu viel über mich und die Klimakrise an sich geschrieben und zu wenig über das Buch: Wenn ihr auch nur geringfügig das Gefühl habt, dazu noch nicht genug zu wissen (was völlig okay ist!) und auf unterhaltsame Art und Weise tiefer in das Thema einsteigen wollt, dann ist dieses Buch ein wunderbarer Einstieg.

Fazit

„Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“ hat mich gepackt, wie schon lange kein Sachbuch mehr. Es ist wunderschön gestaltet und verpackt komplexe Zusammenhänge in leicht verständliche und humorvoll geschriebene Kapitel, welche mit etlichen Fotos und Schaubildern angereichert sind. Wenn ihr einen Gesamtblick auf das komplexe Thema haben wollt, Wissenslücken schließen oder auch, um einfach mal zu schauen, was denn so dramatisch sein soll an diesem Klimawandel, dann lest bitte einmal rein: 10/10 Punkte.

The End of the World Survivors Club (Adrian J Walker)

The End of the World Survivors Club (Adrian J Walker)Es folgt endlich einmal wieder eine Buchbesprechung: Nach Adrian J Walkers „The End of the World Running Club“ habe ich mich sofort an die Fortsetzung „The End of the World Survivors Club“ gemacht. Leider war der Sommer nicht sehr lesefreundlich und entspannte Nachmittage auf der Terrasse sind wettertechnisch leider größtenteils weggefallen. Sehr schade, denn so kam ich meist nur abends zum lesen. Somit habe ich gut vier Monate für das Buch gebraucht, was schade ist, denn es liest sich äußerst flott weg. Auch wenn es, im Gegensatz zum Vorgänger, nicht mehr um das Laufen geht… ⛵

„There was something wrong with my heart, you see. It wasn’t working properly.“

Im Gegensatz zu „The End of the World Running Club“ ändert sich die Erzählperspektive: Wir begleiten nicht mehr Ed als Ich-Erzähler, sondern seine Frau Beth, welche sich in der postapokalyptischen Welt auf die Suche nach ihren Kindern macht. Was mit Ed passiert, erfahren wir zunächst überhaupt nicht. Das ist eine ungewöhnliche Entscheidung und doch eine, die absolut Sinn macht. Autor Adrian J Walker erklärt im Nachwort, dass Eds Geschichte auserzählt sei und er die der anderen Figuren noch zu Ende bringen wollte. Somit begleiten wir nicht nur Beth, sondern auch Bryce und Richard bei ihrer weiteren Reise. Im Gegensatz zum ersten Teil wird jedoch nicht mehr gelaufen, sondern gesegelt und dies bringt für unsere Charaktere ganz eigene Herausforderungen mit sich.

„We had arrived at Fresh Kills in silence, but we left it to the sound of gunshots and screams.“

Über den Verlauf des Buches macht sich Beth einen Feind, der sie beständig verfolgt. Diese stets präsente Bedrohung macht viel von der Spannung aus, jedoch gibt es auch die typische postapokalyptischen Elemente, wie Hunger, Durst, Krankheit und Tod. Alles in allem hat das Buch ein gutes Tempo und mir hat es gerade nach hinten raus immer besser gefallen. Im Gegensatz zum ersten Teil bestimmt nicht mehr so innovativ und mitreißend, doch wird die Geschichte hier erfrischend anders weitererzählt.

Fazit

Mir hat „The End of the World Survivors Club“ viel Freude bereitet, auch wenn es nicht mehr ums Laufen geht. Ob es noch einen dritten Teil geben wird? Ich vermute nicht, schließe es aber nicht aus. Vermutlich würden dann Bryce oder Richard im Zentrum stehen. Auf jeden Fall eine Empfehlung für Freunde des Vorgängers: 8/10 Punkte.

The End of the World Running Club (Adrian J Walker)

Die zweite Buchbesprechung des Jahres. Tatsächlich habe ich über die Hälfte des Romans noch während des Weihnachtsurlaubs gelesen, denn in diesem hatte ich tatsächlich Zeit dafür. Doch auch im Corona-Alltag habe ich mich jeden Abend auf ein paar Seiten „The End of the World Running Club“ gefreut. Einzig „Teenage Mutant Ninja Turtles: The Ultimate Visual History“ hat mich von einem schnelleren Lesetempo abgehalten. Adrian J Walkers postapokalyptischer Roman kommt glücklicherweise (fast) ohne tödliches Virus aus und nimmt uns mit auf eine packende Reise durch das durch Meteoriteneinschläge zerstörte Schottland. Mich hat an dem Buch natürlich vor allem die Fortbewegungsform gereizt. Laufen durch die Postapokalypse? Welch großartige Idee! 🏃‍♂️

„So the world ends, and you lot start a running club.“

Zunächst einmal fällt auf, dass der Ich-Erzähler nicht sonderlich sympathisch ist und über den Verlauf der Handlung eine positive Entwicklung durchmacht. Gerade zu Beginn des Romans ist seine Beschreibung der Vaterrolle oft irritierend. Die eigentliche Katastrophe wird eindringlich erzählt, auch wenn eine große Portion Suspension-of-Disbelief nötig ist, um die vorherige Ignoranz der Regierung und Bevölkerung zu glauben. Dachte ich zumindest vor der aktuellen Corona-Phase. Vielleicht würde es auch bei uns genauso ablaufen? Ein erschreckender und leider gar nicht mehr so unrealistischer Gedanke. Die nun kommenden Stationen bis zur Rettung der Familie und der Gründung des „The End of the World Running Club“ durch die zurückgebliebene, zusammengewürfelte Truppe werden flott erzählt. Dann beginnt auch endlich der große Lauf zu den rettenden Booten.

„You don’t run thirty miles; you run a single step many times over.“

Ich hatte wirklich sehr viel Spaß mit der Geschichte. Klar, die Begegnungen auf der Strecke hätten auch in jedem x-beliebigen postapokalyptischen Roman stattfinden können, doch der Aspekt des Laufens und der körperlichen Erschöpfung inmitten des Endes der Welt, waren für mich ein Alleinstellungsmerkmal. Adrian J Walkers Roman ist gut und leicht verständlich geschrieben, die Figuren eindeutig motiviert und die Dynamik zwischen den Läufer*innen hat mir sehr gut gefallen. Es schmerzt, wenn man sich von liebgewonnenen Figuren verabschieden muss, was stets ein gutes Zeichen ist. Das Ende des Romans ist offen, poetisch, frustrierend und doch hoffnungsvoll. Ich mochte es und bin gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

Fazit

Mich hat „The End of the World Running Club“ wirklich mitgerissen. Der Roman erzählt eine kleine Geschichte inmitten einer großen Katastrophe. Als Läufer war für mich natürlich der Running-Aspekt das herausstechende Merkmal der Handlung. Zudem hat mich die Welt so sehr für sich eingenommen, dass ich die Fortsetzung „The End of the World Survivors Club“ als nächstes lesen werde: 9/10 Punkte.

Teenage Mutant Ninja Turtles: The Ultimate Visual History (Andrew Farago)

Cowabunga! Wie in den letzten Wochen immer wieder geschrieben, bin ich komplett im Turtles-Fieber. Wieder einmal. Auslöser waren die Sichtungen der drei Golden-Harvest-Verfilmungen sowie der Einstieg in die 2012er Nickelodeon-Serie zusammen mit meinen Kindern. Da ich von „Back to the Future: The Ultimate Visual History“ schon so begeistert war, habe ich mir „Teenage Mutant Ninja Turtles: The Ultimate Visual History“ zugelegt und in nahezu einem Durchgang verschlungen. Was das Buch für alte und neue Turtles-Fans zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🐢

I Love Being a Turtle!

Die Origin-Geschichte der Turtles bzw. ihrer Erfinder Kevin Eastman und Peter Laird war mir bereits vor dem Buch bekannt. Zuletzt habe ich sie in der dritten Staffel der wunderbaren Netflix-Dokuserie „The Toys That Made Us“ erlebt, welche bereits viel des Inhalts des Buches vorwegnimmt. Das ist aber nicht schlimm, denn „Teenage Mutant Ninja Turtles: The Ultimate Visual History“ geht noch einmal mehr in die Tiefe, gerade was die Entwicklung des Franchise nach der initialen Erfindung angeht. Andrew Faragos Recherchen gehen sehr in die Tiefe und ich habe so ziemlich alles über die Turtles erfahren, was ich jemals zu träumen gewagt hätte. Nur das Thema Videospiele wird leider etwas stiefmütterlich behandelt und auch die neueste Serie „Rise of the Teenage Mutant Ninja Turtles“ hat, alleine aufgrund des Veröffentlichungszeitpunkts, keinen Platz mehr im Buch gefunden.

Go Ninja, Go Ninja, Go!

Wie auch die anderen „The Ultimate Visual History“-Bücher ist dieser Band gespickt mit großartigen Illustrationen und Fotos. Ebenso gibt es etliche Extras, wie etwa alte Werbeflyer usw., welche dem Buch beiliegen. Am meisten jedoch habe ich mich über einen Nachdruck des ersten „Teenage Mutant Ninja Turtles“-Comics gefreut und dabei richtig Lust bekommen, in die Comic-Welt der vier Schildkröten einzusteigen. Das Poster mit dem schönen Cover-Artwork ist eine weitere Zugabe:

Das famos gestaltete Buch mit dem ersten TMNT-Comic und einem Poster als Bonus | © Insight Editions

Das famos gestaltete Buch mit dem ersten TMNT-Comic und einem Poster als Bonus | © Insight Editions

Fazit

Wenn eure Jugend auch nur annähernd von den TMNT geprägt war, dann kann ich euch das Buch nur ans Herz legen. Es ist wunderschön gestaltet und kann auch inhaltlich überzeugen. Es ist schon eine grandiose Geschichte, wie aus dieser verrückten Idee zweier talentierten Comic-Zeichner ein solch großes Franchise werden konnte. Eine dicke Empfehlung für Andrew Faragos Buch: 10/10 Punkte.

The Broken Earth, Book 3: The Stone Sky (N. K. Jemisin)

Zwei schöne freie Tage, an denen ich tatsächlich ein wenig Zeit zum Lesen gefunden habe, haben mich bei „The Stone Sky“ deutlich nach vorne katapultiert. Es ist wirklich eine Schande, wenn ich daran denke, dass ich einen Großteil der fantastischen „The Broken Earth“-Trilogie nur sehr kleinteilig abends im Bett gelesen habe. Umso mehr habe ich mein Lesevergnügen auf den letzten ca. 100 Seiten genossen, die ich nahezu in einem Rutsch verschlingen konnte. Nun bin ich ziemlich wehmütig und blicke auf die epische Geschichte und ihre vielen tollen Figuren mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück…

„If you love someone, you don’t get to choose how they love you back.“

Nachdem der zweite Teil der Reihe „The Obelisk Gate“ eher konventionell erzählt war, macht „The Stone Sky“ die ganz große erzählerische Klammer auf. Wir begeben uns nach Syl Anagist und damit in die Vergangenheit der Erde. Dort begegnen wir neuen Figuren, die eigentlich alte Bekannt sind, und vieles wird klarer. Dennoch hatte ich stets das Gefühl, zu wenig Zeit in Syl Anagist und Corepoint verbracht zu haben. Viele Informationen wirken unglaublich gedrängt und es hätte der Reihe vermutlich gut getan, wenn die Saat für die große Klammer bereits im zweiten Band gesät worden wäre. Damit wäre dieser aufgelockert worden und das Finale hätte mehr Zeit zum Atmen gehabt. Allerdings kann ich so etwas nun leicht schreiben, denn ich bin mir der Komplexität, solch eine epische Geschichte zu erzählen, überhaupt nicht bewusst. Wie man im Nachwort lesen kann, hatte N. K. Jemisin auch eine schwere Zeit, als sie den Abschluss der Trilogie geschrieben hat. Umso beeindruckender ist letztendlich das mitreißende Ergebnis.

„Don’t be patient. Don’t ever be. This is the way a new world begins.“

Der erste Band „The Ffith Season“ war für mich nahezu perfekt. Auch wenn der Einstieg schwierig war, so war es doch unglaublich erfüllend, die Puzzle-Teile zusammenzufügen. „The Stone Sky“ fühlt sich ähnlich an, ist dabei jedoch fast noch emotionaler. Auf den letzten dreißig Seiten ist mir klar geworden, dass die Geschichte nun ihr Ende finden wird. Ich wollte nicht loslassen. Auch wenn es ein gutes und nur konsequentes Ende ist. Gerne wäre ich weiter in diese fremde Welt eingedrungen und hätte mehr über die Hintergründe erfahren. Aber vielleicht braucht es diese Details auch gar nicht. N. K. Jemisin ist eine beeindruckende Parabel über Rassismus, die Ausbeutung der Erde und viele andere wichtige Themen gelungen – und das ohne belehrend oder aufgesetzt zu wirken. Einfach nur großartig.

Fazit

Auch wenn „The Stone Sky“ fast schon zu viele Informationen bietet, so gelingt es der wunderbaren Autorin N. K. Jemisin alle Fäden geschickt miteinander zu verweben und zu einem gelungenen Abschluss zu bringen. Neben der offensichtlichen Geschichte sind es jedoch eher die darunterliegenden Themen, welche die „The Broken Earth“-Trilogie so wichtig und bemerkenswert machen: 9/10 Punkte.

The Broken Earth, Book 2: The Obelisk Gate (N. K. Jemisin)

Es ist ein Trauerspiel. Wenn ich daran denke, wie schnell ich früher Bücher verschlungen habe. Und nun habe ich an „The Obelisk Gate“ beinahe ein halbes Jahr gelesen. Dabei habe ich den ersten Band der „The Broken Earth“-Trilogie geliebt. Glücklicherweise liegt es nicht an der eventuell abfallenden Qualität der Reihe, sondern alleine an meiner ablenkenden Freizeitgestaltung. Normalerweise finde ich alle paar Wochen tagsüber ein paar Stunden zum Lesen, doch im letzten halben Jahr bin ich nur nachts vor dem Schlafengehen dazu gekommen. Immer ein paar Seiten. Mühsam und dem Buch nicht würdig… 😞

„Being useful to others is not the same thing as being equal.“

Nachdem ich mit „The Fifth Season“ so meine Anlaufschwierigkeiten hatte, bin ich in „The Obelisk Gate“ sehr gut reingekommen. Kein Wunder, ist mir The Stillness doch inzwischen gut bekannt. Auch was die Erzählstruktur angeht, gibt sich die Fortsetzung eher klassisch und setzt auf bereits etablierte Charaktere. N. K. Jemisin führt die Handlung konsequent weiter und wir erleben den Kampf zweier Frauen in einer unsteten Zeit und in einer Welt, die sie missachtet und ihre Fähigkeiten unterschätzt: Essun scheint vorerst angekommen, sieht sich aber schon bald erneut mit Rassismus und weiteren Gefahren konfrontiert. Sie trifft auf alte Verbündete und lernt, dass es neben der bereits etablierten Orogeny auch Magie gibt, welche eine ergänzende Kraft in dieser faszinierenden Welt darstellt. Das titelgebende Obelisk Gate führt ebenfalls bereits etablierte Elemente zusammen und ist von großer Bedeutung für Essun und den gesamten Kontinent.

„Relationships chisel the final shape of one’s being.“

Neben Essuns Geschichte, erleben wir was ihre Tochter Nassun nach der Flucht mit ihrem Vater erlebt hat. Die Geschichte schreitet hier noch nicht weit voran, legt aber vermutlich die Grundsteine für das, was im Finale „The Stone Sky“ ausformuliert werden wird. Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es somit keine großen erzählerischen Kniffe und Überraschungen, was aber nicht weiter schlimm ist. Dafür wird es teils sehr emotional und ich habe wirklich mit den Figuren mitgefiebert. Auch die Stone Eater bekommen endlich ein wenig mehr Hintergrund. Es bleiben jedoch noch genug Geheimnisse ungeklärt, um die Spannung für das große Finale aufrecht zu erhalten.

Fazit

Im Grunde ist „The Obelisk Gate“ ein typischer Mittelteil einer Trilogie. Der große Neuigkeitswert ist nicht mehr vorhanden und viele spannende Elemente werden nur angerissen. Auch wenn ich aufgrund der äußeren Umstände nicht so schnell mit dem Buch vorangekommen bin, wie ich gehofft hatte, so habe ich jede Minute mit Essun und Nassun doch genossen und freue mich nun auf das Finale der Saga: 8/10 Punkte.

The Broken Earth, Book 1: The Fifth Season (N. K. Jemisin)

In den letzten Wochen habe ich tatsächlich ab und zu Zeit gefunden, ein wenig zu lesen. So hat es sich ergeben, dass ich nun endlich mit meinem Weihnachtsgeschenk durch bin. Dabei hatten „The Fifth Season“ und ich durchaus so unsere Anlaufschwierigkeiten. Warum der erste Teil der „The Broken Earth“-Reihe der Autorin N. K. Jemisin dennoch eines der beeindruckendsten Leseerlebnisse war, das ich bisher haben durfte, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung. Und natürlich habe inzwischen den zweiten Teil namens „The Obelisk Gate“ (übrigens auch ein Geschenk) schon begonnen… 📖

„This is the way the world ends. For the last time.“

Nach den ersten ca. 20 Seiten hätte ich das Buch beinahe aufgegeben. Ich habe stark an mir und meinem Sprachverständnis gezweifelt. Wovon schreibt Frau Jemisin da bitte? Ich habe inzwischen schon einige englischsprachige Romane gelesen, die auch durchaus komplexer waren. Doch dieser hier? Unzählige Wörter, die ich nicht kannte. Keine Erklärungen zu Hintergründen oder Zusammenhängen dieser Welt, die The Stillness genannt wird. Kurz gesagt: Ich war ziemlich überfordert. Aber ich habe mich durchgebissen (kleiner Tipp am Rande: Im Anhang werden etliche Begriffe erklärt, was ich aber erst im Nachhinein festgestellt habe). Nach ca. 50 Seiten habe ich verstanden, dass dies der Stil der Autorin ist. Sie nimmt uns nicht an die Hand, um dieses fremdartige Land zu erkunden. Sie führt uns nicht langsam an die unterschiedlichen Parteien und Regeln heran, die hier vorherrschen. Nein, sie wirft uns mitten ins Geschehen. Dies beinhaltet ganz eigene Begriffe und Ausdrucksweisen, welche sich perfekt mit den Regeln der Welt ergänzen. Man lernt mit der Zeit, sich darin zurechtzufinden. Das ist zu Beginn nicht einfach, aber letztendlich doch eine tolle und intensive Erfahrung.

Womit hat man es bei „The Fifth Season“ also letztendlich zu tun? Ist es Fantasy oder Science-Fiction? Oder ganz etwas Anderes? Kurz (und sehr vereinfacht) gesagt: The Stillness ist eine Welt, die großen Veränderungen unterworfen ist, welche sich durch Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis usw. manifestieren. Dies hat dafür gesorgt, dass ein Teil der Menschen, die sogenannten Orogenes, die Fähigkeit entwickelt haben, die erdgebundene Naturgewalt zu beeinflussen. Sie können z.B. Erdbeben abschwächen, aber auch verstärken oder sogar auslösen. Dies macht sie in weiten Teilen des Landes zu Aussätzigen, die in einer Art von Hardcore-Hogwarts, genannt The Fulcrum, ausgebildet werden, um der Menschheit zu dienen. Im restlichen Land werden freie Orogenes oft gejagt und getötet. Sie sind Menschen zweiter Klasse, die für ihre Selbstbestimmung kämpfen müssen. Man kann diese Geschichte klar als Kommentar auf unsere Gesellschaft lesen und N. K. Jemisin ist gut darin, den Finger in die Wunde zu legen. Drei dieser Orogenes stehen im Zentrum der Geschichte und man lernt die Welt samt ihrer Seasons durch ihre Augen kennen.

„Winter, Spring, Summer, Fall; Death is the fifth and master of all.“

Liegt „The Fifth Season“ nun ein Fantasy-Setting zugrunde? Auch damit hatte ich am Anfang ziemlich zu kämpfen: Wie soll ich mir The Stillness nun vorstellen? Oft wirken die Beschreibungen eher wie klassische Fantasy, dann jedoch gibt es Elektrizität und moderne Elemente. Letztendlich ist es eine Welt, die beständigen Veränderungen unterworfen ist. Beinahe schon postapokalyptisch. Und mit dieser Vorstellung findet man vermutlich den passenden Zugang. Lebensfeindlich trifft es auch ziemlich gut, denn unsere Heldinnen werden mit so manchem Schicksalsschlag konfrontiert. Es ist eine grausame Welt, jedoch nicht ohne Hoffnung. Ich war wirklich fasziniert von dieser Fremdartigkeit, in der jedoch viele Analogien zu Themen aufmacht werden, die sich leider auch in unserer Welt wiederfinden: Fremdenhass, Unterdrückung, Klimawandel sind nur ein paar Beispiele, die Jemisin mal mehr, mal weniger subtil zum Thema ihres Buches macht. Daneben ist „The Fifth Season“ jedoch ein waschechter, wenngleich auch ungewöhnlicher, Fantasy-Roman, der mit starken Wendungen und vielen mitreißenden Szenen sowie großartigen Charakteren aufwartet. ❤

Fazit

Selten wurde ich so dafür belohnt, mich durch die ersten Seiten eines Buches gekämpft zu haben. N. K. Jemisin ist eine fantastische Autorin, die mit ihrerer Sprache eine völlig fremdartige Welt beeindruckend zum Leben erweckt. Ich freue mich jetzt schon sehr auf die beiden Fortsetzungen und kann nur eine dicke Empfehlung aussprechen. Unbedingt reinlesen: 10/10 Punkte.

Back to the Future: The Ultimate Visual History (Michael Klastorin)

In den letzten Wochen habe ich endlich einmal wieder ein Filmbuch gelesen. Tatsächlich ist „Back to the Future: The Ultimate Visual History“ genau das, was man bei dem Titel auch erwarten darf: Die ultimative Entstehungsgeschichte dieser wunderbaren Trilogie. Seit ich das Buch letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, konnte ich es bisher nur ein paar Mal durchblättern, was an sich auch schon ein tolles Erlebnis ist. Das Buch enthält unzählige Extras, wie Filmposter, Replika von Requisiten (z.B. das Foto in dem Martys Geschwister sich langsam auflösen als Wackelbild), doch auch inhaltlich hat es einiges zu bieten…

Eine unglaubliche Geschichte

Da ich mich schon länger mit Film beschäftige und „Zurück in die Zukunft“ samt seinen Nachfolgern auch zu meinen Lieblingsfilmen zählt, habe ich mich schon mehrfach mit der Entstehungsgeschichte der Trilogie beschäftigt. Somit war es für mich keine Überraschung, dass zunächst Eric Stoltz unseren zeitreisenden Jugendlichen spielen sollte oder wie aufwändig die Motion-Control-Aufnahmen des zweiten Teils waren. Dennoch war es unfassbar unterhaltsam, die Entstehungsgeschichte noch einmal in geballter Form nachzulesen. Gerade die Entwicklung der Drehbücher samt ihrer unzähligen Iterationen war unglaublich spannend und mir in diesem Detailgrad bisher noch nicht bekannt. Es grenzt aus heutiger Sicht fast schon an ein Wunder, dass Bob Gale und Robert Zemeckis der ersten Teil der Trilogie überhaupt produziert bekommen haben. Ich kann jedem Fan der Filme nur empfehlen, sich ausführlich mit der Produktionsgeschichte auseinanderzusetzen – und besser als mit „Back to the Future: The Ultimate Visual History“ geht das nicht.

Weit mehr als ein Coffee-Table-Book

Auch wenn das großformatige Buch viele Bilder enthält, so ist es doch keinesfalls nur ein Bildband. Die Texte sind nicht nur inhaltlich wertvoll, sondern auch gut geschrieben und wirklich unterhaltsam. Im Kern steht die tatsächliche Produktionsgeschichte, die Drehwoche für Drehwoche minutiös wiedergegeben wird. Aufgelockert werden diese langen Textpassagen durch aktuelle Interviews mit Bob Gale, Robert Zemeckis, Lea Thompson, Michael J. Fox, Christopher Lloyd und noch mehr beteiligten Personen. Autor von „Back to the Future: The Ultimate Visual History“ ist übrigens Michael Klastorin, der die Produktion der Filme damals auch als Pressekontakt begleitet hat. Diese Rolle hat ihm fundierte Einblicke samt wertvoller Kontakte gegeben, auf die er beim Schreiben des Buches zurückgreifen konnte. Diesen qualitativen Unterbau merkt man auf jeder einzelnen Seite.

Fazit

Wer Filme und speziell „Zurück in die Zukunft“ liebt, der darf sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Selten habe ich ein so liebevoll aufbereitetes Filmbuch gelesen – und zwar sowohl inhaltlich als auch was die Aufmachung angeht. Aus der Reihe gibt es übrigens noch weitere Bücher, die u.a. „Ghostbusters“ zum Thema haben. Also liebe Filmfreunde, dann lest einmal wieder ein Buch: 10/10 Punkte.