Es ist vorbei! Ich kann es noch gar nicht glauben. Die Reise, die ich vor vier Jahren mit „Leviathan Wakes“ angefangen habe, nimmt nun nach neun Büchern mit „Leviathan Falls“ ihr Ende. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wie meine Leseabende ohne die Crew der Rocinante aussehen werden. Muss ich glücklicherweise auch nicht, denn es gibt ja noch Kurzgeschichten aus der Welt von „The Expanse“. Schon lange habe ich auch kein Buch mehr so schnell gelesen. Für die anderen Bände habe ich teils doppelt so lange gebraucht, doch die Fortsetzung von „Tiamat’s Wrath“ war so packend, dass ich das Buch oft nicht aus der Hand legen konnte bzw. die lesende Zeit einfach vor Serien oder YouTube priorisiert habe. Eine schöne Entwicklung! 📖
„I absolutely believe that people are more good on balance than bad.“
Nachdem sich „Tiamat’s Wrath“ wie die Vorbereitung zum großen Finale angefühlt hat, wird dieser Aufbau in „Leviathan Falls“ auch eingelöst. Die Bedrohung durch Laconia nimmt langsam ab, der Widerstand, angeführt durch Naomi Nagata, wird stärker. Die größte Gefahr geht jedoch von den Wesen aus, die bereits für die Auslöschung der Ringbauer sorgten und nun die Menschheit vernichten wollen. Um dies zu verhindern, macht sich eine Forschungsmission rund um Dr. Elvi Okoye auf den Weg, um mehr über die Ringbauer herauszufinden. Diese eingeschobenen Kapitel lesen sich etwas seltsam und ich musste bei ihnen mehrfach an „Area X – The Southern Reach Trilogy“ von Jeff Vandermeer denken. Trotz der genaueren Untersuchungen bleibt das Eintauchen in die Vergangenheit der Ringbauer eher vage. Dies mag teils frustrierend wirken, doch ich fand es gut, dass Daniel Abraham und Ty Franck nicht alles bis ins letzte Detail aufgedröselt haben. Auch die Bedrohung hinter unserem Universum bleibt ungreifbar und zugleich unglaublich bedrohlich.
„The stars are still there. We’ll find our own way back to them.“
Mit Aliana Tanaka gibt es eine neue Gegenspielerin, die sehr packend geschrieben ist. Gerade das Spannungsfeld zwischen ihr, James Holden und dem Rest von Laconia war eines meiner Highlights. Die Hive-Mind-Idee ist sicherlich nicht neu, doch schaffen es die Autoren diese so erschreckend greifbar zu beschreiben, dass es eine Freude ist. Lange wirkt es so, als könnte die Geschichte unmöglich noch zu Ende geführt werden, doch auf den letzten 50 Seiten ziehen Daniel Abraham und Ty Franck das Tempo noch einmal ordentlich an. Wie ich das Finale nun finde? Ich fand es schön, dass Miller noch einmal zurückkehrt. Die Zerstörung des Ring Space war nur konsequent und die Auflösung unserer Gruppe schmerzhaft. Ich fand all das inklusive, Jim Holdens Opfer, höchst emotional und hätte mir teils gewünscht, dass auch die Autoren dies anerkennen. Aber viele Abschiede bleiben sehr nüchtern und pragmatisch. Irgendwie auch passend für diese Serie und vermutlich hätte ich mir einfach noch mehr Zeit mit allen liebgewonnenen Figuren gewünscht. Der Epilog ist einerseits witzig, andererseits zeigt er auch, dass die Menschheit ihren Weg zu den Sternen zurückfindet. Ein passendes Finale, das mir insgesamt wirklich viel Freude bereitet hat:
Meine Rangfolge der neunteiligen Reihe ergibt sich folgendermaßen, auch wenn die Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Büchern so gering sind, dass ich die gesamte Serie als fantastisch abgespeichert habe:
- „The Expanse, Book 4: Cibola Burn“ | 10 Punkte
- „The Expanse, Book 7: Persepolis Rising“ | 10 Punkte
- „The Expanse, Book 9: Leviathan Falls“ | 10 Punkte
- „The Expanse, Book 2: Caliban’s War“ | 9 Punkte
- „The Expanse, Book 3: Abaddon’s Gate“ | 9 Punkte
- „The Expanse, Book 1: Leviathan Wakes“ | 9 Punkte
- „The Expanse, Book 5: Nemesis Games“ | 9 Punkte
- „The Expanse, Book 8: Tiamat’s Wrath“ | 9 Punkte
- „The Expanse, Book 6: Babylon’s Ashes“ | 8 Punkte
Fazit
„Leviathan Falls“ ist ein passender Abschluss der Reise der Rocinante. Das Loslassen fällt mir nun schwer und am liebsten würde ich direkt noch einmal die Serie schauen, auch wenn dort die letzten drei Bücher fehlen. Nun freue ich mich erst einmal auf die Kurzgeschichtensammlung „Memory’s Legion“ und werde irgendwann bestimmt wieder meinen Weg zu den Sternen zurückfinden: 10/10 Punkte.
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