Kampf der Titanen – OT: Clash of the Titans (2010) (WS2)

Der Tag heute ist einfach viel zu lang. Ich habe schon vor 7 Uhr morgens zu arbeiten angefangen und mein letzter Termin war erst gegen 18 Uhr vorbei. Danach bin ich mit dem Zwergofanten zum Karate-Training geradelt, war eine Stunde spazieren und danach ging es wieder nach Hause. Als wir für den Filmabend vor den Fernseher kamen, war es schon fast 21 Uhr. In den Blu-ray-Player wanderte schon zum dritten Mal der mittelmäßige „Kampf der Titanen“ aus dem Jahr 2010. Warum und wieso? Das lest ihr in der folgenden Besprechung… 🦂

Kampf der Titanen (2010) | © Warner Home Video

Kampf der Titanen (2010) | © Warner Home Video

Die Antithese zu Nolans „Die Odyssee“

Nachdem der Zwergofant und ich Christopher Nolans „Die Odyssee“ im Kino gesehen hatten, war der Junior heiß auf weitere Filme über die Antike. Da es schon spät war, habe ich mich einfach für den kürzesten entschieden und bin somit einmal mehr bei „Kampf der Titanen“ gelandet. Obwohl ich diesen schon zweimal gesehen habe und ihn schon beim ersten Mal nur mittelmäßig fand, hatte ich irgendwie wieder Lust auf den eher albernen Fantasy-Action-Streifen. Auch heute haben wieder einige Sachen wunderbar für mich funktioniert, andere dagegen ließen mich eher laut auflachen. Dem Zwergofanten ging es übrigens ganz ähnlich und er hat die gleichen Kritikpunkte und Stärken identifiziert. Mein Sohn eben.

„Kampf der Titanen“ hetzt viel zu schnell durch seine Geschichte. Obwohl alles episch und groß sein soll, nimmt sich Louis Leterrier keine Zeit, um die Welt und ihre Figuren atmen zu lassen. Wie in einem reinen Actionfilm wird von Schauplatz zu Schauplatz gesprungen und alles Weitere geht in der Hektik unter. Wirklich schade, denn der Film und seine Schauplätze sehen auch nach 16 Jahren noch beeindruckend gut aus. Man merkt, dass Leterrier aus dem Actionfach kommt und das tut dieser epischen Geschichte nicht immer gut. Der Kampf gegen die Skorpione hat mir erneut sehr gut gefallen und auch bei Medusa kommt durchaus Spannung auf. Die Götter wirken dagegen wie Fremdkörper im Film und dies zeigt schön auf, wie gut Nolans Entscheidung war, diese in „Die Odyssee“ nur indirekt auftreten zu lassen. Hier entspringen sie natürlich dem Originalfilm von 1981. Wüsste man es nicht besser, könnte man Liam Neeson und Ralph Fiennes danach kaum noch für ernsthafte Schauspieler halten. Welch grandioses Overacting!

Fazit

Nein, auch bei der dritten Sichtung ist „Kampf der Titanen“ nicht plötzlich zu einem guten Film mutiert. Aber er ist nach wie vor unterhaltsam. Leider leidet er ziemlich unter seinem viel zu hohen Tempo und der dadurch gehetzten Erzählweise. Die Action funktioniert recht gut und die Götterszenen sind einfach nur absurd. Großer Fantasy-Action-Quatsch im fiktiven, antiken Griechenland: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: war mit einer Freundin im Ballett; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

A Star Is Born (2018)

Während unseres Urlaubs haben wir regelmäßig das Musikspiel Hitster gespielt und der Song „Shallow“ kam zur großen Begeisterung des Zappelinchens an die Reihe. Sie liebt dieses Lied und da wir „A Star Is Born“ noch nicht gesehen hatten, habe ich noch im Urlaub kurzerhand die Blu-ray bestellt. Da der Zwergofant heute bei seiner Patin übernachtet, war dies eine gute Gelegenheit, den Film einzulegen… 🎸🎹

A Star is Born (2018) | © Warner Bros (Plaion Pictures)

A Star is Born (2018) | © Warner Bros (Plaion Pictures)

Ein packende Drama mit fantastischer Musik

Ich muss sagen, dass ich die vorhergehenden drei(!) Verfilmungen des gleichen Stoffs  sowie das Original noch nicht gesehen habe. Auch Bradley Coopers Adaption hat es nur aufgrund von „Shallow“ in unser Programm geschafft. Dennoch war ich sehr gespannt darauf und hätte zu Beginn nicht erwartet, wie sehr mich „A Star Is Born“ packen sollte. Zunächst einmal hat Bradley Cooper den Film nicht nur inszeniert und produziert, nein er spielt auch noch die männliche Hauptrolle. Sehr beeindruckend. Ihm zur Seite steht Lady Gaga, die ich bisher nur von ihren Pop-Songs kenne und die hier wirklich eine herausragende Schauspielleistung bietet. Ansonsten hat es mich sehr gefreut, Sam Elliot und Andrew Dice Clay in weiteren Rollen zu sehen. Neben all den fantastischen Schauspieler:innen spielt die Musik die Hauptrolle. Gerade „Shallow“ ist schon wirklich ein großartiger Song, der auch bei mir Gänsehaut auslöst.

Inhaltlich bekommen wir eine recht typische Geschichte über Aufstieg und Fall in der Musikindustrie zu sehen. Die Liebesgeschichte zwischen Jackson Maine (Bradley Cooper) und Ally Campana (Lady Gaga) wirkt authentisch und auf schmerzhafte Art und Weise nachvollziehbar. Ich habe einige Besprechungen gelesen, in denen die Beziehung als unfassbar toxisch angeprangert und der gesamte Film deshalb verdammt wird, doch das finde ich zu kurz gegriffen. Ja, Jackson verhält sich toxisch und Ally wird teils in die Rolle der Retterin gedrängt, doch sind die Figuren und ihre Beziehung zueinander komplexer als nur dieser Aspekt. Es entsteht eine ungesunde gegenseitige Abhängigkeit, welche leider nicht zum Happy End führt und, aufgrund der  Geister der Vergangenheit und der Drogen, auch nicht führen kann. Das Finale wirkt gerade deshalb umso stärker nach.

Fazit

„A Star Is Born“ erzählt zwar keine sonderlich originelle Geschichte, doch wie Bradley Cooper sie inszeniert und wie stark er sich in sie einbringt (er spielt und singt selbst nach monatelangem Training), ist absolut beeindruckend. Auch wenn einige tolle Songs in dem Film vorkommen, so sticht „Shallow“ doch eindeutig heraus. Das Zappelinchen war begeistert und wir drei saßen nach dem Film geplättet auf dem Sofa: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: hat bei seiner Patin übernachtet.)

Die Odyssee – OT: The Odyssey (2026)

Ich habe beschlossen, meine letzten Urlaubstage noch zu genießen und jeden Tag etwas Besonderes zu unternehmen. Denn zuletzt haben mich meine eigenen Gedanken schon wieder in den Wahnsinn getrieben. Also habe ich heute kurzerhand beschlossen, mir „Die Odyssee“ im Kino anzuschauen. Der Zwergofant war sofort Feuer und Flamme, wenngleich der Rest der Familie eher verhalten reagiert hat. Also sind wir zu zweit ins Kino aufgebrochen und haben davor noch etwas bei meiner Mama vorbeigefahren. Wie uns Christopher Nolans Epos gefallen hat? 🐴

Die Odyssee (2026) | © Universal Pictures

Die Odyssee (2026) | © Universal Pictures

Bildgewaltiges Fantasy-Kino im Historiengewand

Ich war erstaunt, wie präsent mir „Die Odyssee“ als Geschichte doch war. Homers Original habe ich vermutlich nie gelesen, doch waren mir Nacherzählungen in Comic-Form und anderen popkulturellen Erzeugnissen bekannt. Ich hatte alle Aufgaben Odysseus‘ parat und auch die Rahmenhandlung kam mir wieder in den Kopf. Auch Wolfgang Petersens „Troja“ habe ich natürlich gesehen. Insofern konnte mir diese Interpretation von „Die Odyssee“ inhaltlich nichts Neues bieten. Spannend ist auch eher, wie Christopher Nolan Homers Werk umgesetzt hat. Gerade das IMAX-Format war natürlich in aller Munde. Auch ich hätte den Film gerne auf einer solchen Leinwand gesehen, doch letztendlich hat auch das 2,39:1-Bild der digitalen Aufführung wunderbar funktioniert. Im IMAX haben die Bilder aber bestimmt noch mächtiger gewirkt. Überhaupt beschreibt das Wort mächtig den Film schon ganz gut: Er wirkt mächtig und teils auch erdrückend. Danach waren wir erst einmal platt und in den Kinosessel gedrückt. Ein gutes Gefühl oder doch eher nicht?

Sind die IMAX-Kameras nur ein teures Gimmick?

Tatsächlich hat uns der Film und seine mächtige Wucht wirklich gut gefallen. Trotz knapp drei Stunden Laufzeit, kam mir „Die Odyssee“ eher kurz vor. Wie so oft bei Nolan ist der Film nicht chronologisch erzählt, sondern springt in den Zeitebenen hin und her. Das hat die doch recht formelhafte Aufgabensammlung des Odysseus recht gut aufgebrochen. Mochte ich. Auch inszenatorisch ist „Die Odyssee“ schon meisterhaft, zumindest solange einem klar ist, dass man es hier mit Fantasy-Kino und keinem Historienstreifen zu tun hat. Und die IMAX-Kameras? „Die Odyssee“ hat durch diese auf jeden Fall einen besonderen Look. Ich jedoch hätte teils gerne mehr Tiefenschärfe gehabt. Und mehr Weitwinkel. In den schlimmsten Szenen hat mich die geringe Schärfenebene an „Army of the Dead“ erinnert (bewusste Übertreibung) und ich wäre teils wirklich lieber nicht ganz so nahe am Geschehen dran gewesen. Aber es war Nolans Entscheidung so zu drehen und der Film hat dadurch etwas Besonderes, was im IMAX vermutlich noch mehr zur Geltung kommt.

Auch die Schauspieler:innen fand ich allesamt gelungen besetzt. Allen voran Matt Damon, der seine Sache wirklich fantastisch macht. Witzig fand ich nach „Spider-Man: Brand New Day“ das erneute Aufeinandertreffen von Tom Holland und Jon Bernthal. Auch der restliche Cast ist wunderbar und reflektiert eher den Fantasy-Kino-Aspekt als das lose umherflatternde Historiengewand. Selbst emotional hat mich „Die Odyssee“ an der einen oder anderen Stelle gepackt und ich fand Nolans nüchterne Inszenierung von Odysseus Aufgaben sehr spannend. Nicht unbedingt so, wie ich es umgesetzt hätte, aber auf jeden Fall spannend und typisch für Nolan.

Fazit

Ich bin wirklich froh, es noch zu „Die Odyssee“ ins Kino geschafft zu haben. Der Film hat mich durchaus begeistert und ich fand vieles an ihm sehr beeindruckend. Der Zwergofant war noch begeisterter als ich und hatte eine richtig gute Zeit. Ich glaube, er ist nun auf den Geschmack für großes Schlachtenkino gekommen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass meine Wertung im Originalton und eventuell 16:9-Vollbild, sollte es das auf die 4K Ultra HD Blu-ray schaffen, noch einen Punkt nach oben schnellt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: hatte kein Interesse an dem Film; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

22 Bahnen (2025)

Heute stand ein besonderer Filmabend auf dem Programm. Das Zappelinchen hatte Frau bullion den Film „22 Bahnen“ auf Blu-ray zum Geburtstag geschenkt und mit einem Drei-Gänge-Menü (siehe Foto unten) verknüpft. Heute sollte es endlich soweit sein und entsprechend stand das Zappelinchen den Großteil des Tages in der Küche, um Essen und Snacks vorzubereiten. Der Zwergofant hat ihr dabei geholfen und nach dem mehr als leckeren Essen haben wir alle uns gemeinsam den Film angeschaut. Wie uns dieser gefallen hat? 🏊‍♀️

22 Bahnen (2025) | © LEONINE

22 Bahnen (2025) | © LEONINE

Eine wirklich gelungene Romanverfilmung

Frau bullion mochte Caroline Wahls Roman „22 Bahnen“ sehr gerne. Entsprechend war sie auf die Verfilmung gespannt. Das Zappelinchen hat das Buch in der Schule gelesen und dort auch bereits den Film gesehen. Nur der Zwergofant und ich hatten noch keine Berührungspunkte mit der Geschichte bzw. wusste ich bereits worum es geht und mir waren auch einige der lauteren Kritikpunkte bekannt. Die Handlung ist eher schwermütig und zeigt die Herausforderungen einer jungen Frau, die sich um ihre jüngere Schwester kümmern muss, weil ihre Mutter Alkoholikerin ist. Weiterhin gilt es einen Schicksalsschlag aus der Vergangenheit zu verarbeiten und eine Perspektive für die eigene Zukunft zu finden. Der Titel „22 Bahnen“ hat den Ursprung in der einzigen freien Zeit, die unsere Protagonistin während des Tages hat.

Auch wenn der Film keine bahnbrechende (Wortspiel unbeabsichtigt) Geschichte erzählt, so mochte ich ihn doch wirklich sehr gerne. Sowohl die stimmungsvolle Inszenierung als auch das Schauspiel, allen voran Luna Wedler als Tilda. Inhaltlich wird die Darstellung von Armut oft kritisiert, was für mich kein großer Punkt war. Armut wird im Film eigentlich nicht so sehr zum Thema gemacht. Der Alkoholismus der Mutter und die daraus resultierende Verantwortung, die Tilda übernehmen muss, steht im Zentrum der Geschichte. Hier ist bei Weitem nicht alles elegant oder perfekt erzählt, doch für mich hat die emotionale Kraft der Geschichte dennoch funktioniert. Vielleicht war ich auch einfach nur platt vom vielen, leckeren Essen:

Fazit

Sowohl den Kennerinnen der Vorlage als auch den Nichtkennern hat „22 Bahnen“ sehr gut gefallen. Das Buch scheint ausführlicher und noch packender zu sein, doch für mich hat auch die Verfilmung wirklich gut funktioniert. Inhaltlich vielleicht zu einfach gedacht, doch emotional haben mich die fantastischen Schauspielleistungen und die durchdachte Inszenierung auf jeden Fall abgeholt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022)

Was für ein Tag. Er hat sich nicht angefühlt wie Urlaub. Der Krankenhausbesuch mit meiner Mama ist mir noch nachgehangen und auch nachmittags gab es zu viel Input für das Kopfkino. Abends habe ich mich wie nach einem zehnstündigen Arbeitstag gefühlt. Dennoch wollten wir endlich einmal wieder einen Film schauen und haben uns „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ zugewandt. Wie uns, nach „Spider-Man: Brand New Day“, die Rückkehr zur Phase 4 des MCU gefallen hat? 🪄

Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022) | © Walt Disney

Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022) | © Walt Disney

Standard-Marvel-Action trifft auf Sam Raimi light

Ich muss sagen, dass Doctor Strange nicht mein liebster Avenger ist. Schon den ersten Teil fand ich beim zweiten Durchgang nur ganz unterhaltsam. Zuletzt habe ich ihn in „Spider-Man: No Way Home“ gesehen, wo er eine nicht unwesentliche Rolle spielte. „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ beginnt mit nicht nur einer, nein, sogar gleich zwei äußerst generischen Action-Sequenzen, die nur so vor CGI strotzen. Der Look ist wirklich übel und die Figuren wirken wie Fremdkörper in einer Computerwelt. Hier hatte ich den Film schon fast abgeschrieben. Dann jedoch kommt die Enthüllung von Scarlet Witch, worüber ich mich nach „WandaVision“ durchaus gefreut hatte. Die Geschichte besitzt auch Potenzial, zumal ich die Idee, dass Träume Einblicke in Paralleldimensionen sind, auch schon hatte. Tja, damit war ich wohl nicht allein. Wieder eine Romanidee, die ich einpacken kann.

In der zweiten Hälfte dreht der Film ordentlich auf und Sam Raimi kommt tatsächlich zum Vorschein. Das hätte ich zu diesem Zeitpunkt fast schon nicht mehr erwartet. Ob ihn der Gastauftritt von Bruce Campbell entfesselt hat? Auf jeden Fall bekommen wir Horror light à la Sam Raimi zu sehen, inklusive einer Zombie-Version von Doctor Strange, besessenen Körperteilen und Dämonen. Herrlich! Da hatte ich wieder richtig viel Spaß mit „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“. Auch die Chemie der Figuren fand ich in der zweiten Hälfte gelungener. Schön, wenn sich Filme über ihre Laufzeit so positiv entwickeln.

Fazit

„Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ schafft es, seine Stärken erst in der zweiten Filmhälfte auszuspielen. Alles davor ist ziemlich generisch und mau. Das Zappelinchen und Frau bullion sind direkt eingeschlafen und der Zwergofant sieht den Film ähnlich wie ich. Natürlich musste ich ihm den Hintergrund von Sam Raimi erklären und zumindest hatte er einen Bezug durch Raimis „Spider-Man“-Trilogie. Gegen Ende ein großer Spaß, das bleibt unbenommen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: ist leider während des Films eingeschlafen und wollte nicht bewerten; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Spider-Man: Brand New Day (2026)

Der letzte Arbeitstag vor meinem Urlaub ist fast schon angenehm unspektakulär verlaufen. Danach hatten wir noch einen Zwischenfall mit einer verwirrten Person, der wir helfen mussten, bevor wir zu meiner Mama aufgebrochen sind. Da sie sich heute nicht so gut gefühlt hat, sind wir nach dem Besuch nur zu viert ins Kino gegangen, wo wir uns „Spider-Man: Brand New Day“ angeschaut haben. 🕸️

Spider-Man: Brand New Day (2026) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: Brand New Day (2026) | © Sony Pictures Home Entertainment

Wunderbar sympathisch erzählte kleine Kartoffeln

Ich hätte ja nicht gedacht, dass wir es nach „Toy Story 5“ noch einmal so bald ins Kino schaffen würden. Nur mit „Die Odyssee“ wird das wohl nichts mehr. Doch ich bin auch sehr froh, „Spider-Man: Brand New Day“ auf der großen Leinwand gesehen zu haben. Ich kann schon einmal vorwegnehmen, dass der Film ein Erlebnis war, speziell in 3D. Die Handlung setzt direkt nach den Ereignissen von „Spider-Man: No Way Home“ ein und wir erleben einen einsamen Peter Parker. Hier hat mich der Film von der Stimmung etwas an Sam Raimis „Spider-Man 2“ erinnert. Danach folgen Sequenzen, welche an die Origin-Stories aus „Spider-Man“ und „The Amazing Spider-Man“ erinnern, sprich Peter Parker erlernt den Umgang mit seinen (in diesem Fall erweiterten) Kräften. Das alles fühlt sich wunderbar organisch an und wie eine echte Weiterentwicklung der Figur. Weniger oberflächlicher Fanservice, als noch im Vorgänger, und mehr echtes Drama. Das hat mir wirklich ausgezeichnet gefallen.

Es gibt eine wunderbare Szene, in der beschreibt Black Widow (Florence Pugh), dass sich Spider-Man ja nur um kleine Kartoffeln kümmern würde. Und genauso ist es auch: Die Geschichte des Films fühlt sich wie ein fast schon intimes Drama an. Selbst die Action bleibt angenehm geerdet. Der Auftritt des Punishers unterstreicht dieses Gefühl noch einmal. Auch die Bösewichtin ist nicht klischeehaft böse, sondern besitzt eine ganz eigene Geschichte und entpuppt sich als Überraschung, welche für den weiteren Verlauf des MCU wohl noch von Bedeutung sein dürfte. Davon abgesehen hatte ich nicht das Gefühl durch das Überspringen der MCU-Filme nach „Spider-Man: No Way Home“ irgendetwas verpasst zu haben. Auch sehr angenehm. Die Geschichte steht für sich und dreht sich im Kern um Peter Parkers Einsamkeit und seinem Umgang damit. Auch MJ und Ned sind wunderbar eingeflochten. Hier gibt es kein einfaches Happy End. All das ist so wunderbar emotional, dass ich in manchen Szenen Tränen in den Augen hatte. Kein Wunder also, dass „Spider-Man: Brand New Day“ für mich der bisher beste Film mit der aktuellen Besetzung ist:

  1. „Spider-Man: Brand New Day“ (2026) | 9/10 Punkte
  2. „Spider-Man: Far From Home“ (2019) | 8/10 Punkte
  3. „Spider-Man: Homecoming“ (2017) | 8/10 Punkte
  4. „Spider-Man: No Way Home“ (2021) | 8/10 Punkte

Ein überaus lohnender Kinobesuch:

Fazit

Ich hätte es nicht erwartet, dass mich „Spider-Man: Brand New Day“ so begeistern würde. Bereits die drei vorherigen Filme mit Tom Holland als freundliche Spinne aus der Nachbarschaft waren beste Unterhaltung. Dieser vierte Teil besitzt jedoch mehr Tiefe und weiß noch mehr aus seinen Figuren rauszuholen. Die Kinder waren begeistert, Frau bullion war extrem angetan und auch mir hat der Film ausgezeichnet gefallen. Der perfekte Start in den Urlaub: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Toy Story 5 (2026)

Nachdem wir momentan nicht so recht planen können, habe ich erst heute Morgen recht spontan Kinokarten für „Toy Story 5“ gekauft. Der Zwergofant wollte den Film ohnehin sehen und auch ich habe mich darauf gefreut. Da auch meine Mama heute einen guten Tag hatte, und der Rest der Familie ausgeflogen war, sind wir zu dritt ins Kino gegangen. In eine Kindervorstellung am Nachmittag. Warum das durchaus lohnenswert war, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🐎

Toy Story 5 (2026) | © Walt Disney

Toy Story 5 (2026) | © Walt Disney

Mit drei Generationen zu „Toy Story 5“ ins Kino

Normalerweise hätte ich die Nachmittagsvorstellung gemieden, doch es war gar nicht so schlimm. Natürlich waren die jungen Zuschauer:innen etwas laut, aber auch nicht nerviger als ein lautes Erwachsenenpublikum. So saßen wir nun also zu dritt in der Kindervorstellung von „Toy Story 5“ mit einer Altersspanne von 13 bis 80 Jahren. Das Schöne dabei war: Jeder von uns hatte Spaß mit dem Film. Meine Mama hatte bisher noch keinen Teil der Reihe gesehen, doch wir hatten ihr davor einen kurzen Abriss gegeben. „Toy Story 5“ funktioniert durchaus auch für sich genommen. In Teilen bestimmt schlechter, in anderen aber auch bestimmt besser, denn Andrew Stantons Fortsetzung wirkt in manchem Momenten eher schon wie ein Best-of der bisherigen Filme. Sowohl was Action-Szenen als auch was Emotionen angeht.

Mit Lilypad als Versinnbildlichung des Vormarschs digitaler Spielzeuge greift „Toy Story 5“ ein durchaus relevantes Thema auf und erweitert die Welt sinnvoll. Das hat mir besser gefallen als beim direkten Vorgänger. Dennoch wird der Konflikt zwischen klassischem Spielzeug bzw. der digitalen Welt bisweilen schon eher platt dargestellt. Gerade Bonnie fand ich zu passiv und fast schon negativ gezeichnet. Natürlich hat das die Geschichte einfacher gemacht, aber mehr Nuancen hätte mir besser gefallen. Auch die Buzz-Lightyear-Armee hätte ich nicht gebraucht. Das hat mich zu sehr an „Toy Story 2“ erinnert, war damals jedoch charmanter inszeniert. Das Ende ist dann auch übertrieben glatt. Insgesamt hatte ich ein ähnliches Gefühl wie bei „Toy Story 4“: Ich hatte Spaß mit dieser Fortsetzung, doch nötig war sie nicht. Die Magie der Andy-Trilogie hat gefehlt und doch bin ich froh, den Film in dieser Konstellation im Kino gesehen zu haben. Spaß für drei Generationen. Das schaffen auch nicht alle Filme. Hier mein aktuelles Ranking der bisherigen „Toy Story“-Filme:

  1. „Toy Story 3“ (2010) | 10/10 Punkte
  2. „Toy Story 2“ (1999) | 10/10 Punkte
  3. „Toy Story“ (1995) | 10/10 Punkte
  4. „Toy Story 5“ (2026) | 8/10 Punkte
  5. „Toy Story 4“ (2019) | 8/10 Punkte

Der Kinobesuch hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt:

Fazit

Ich habe es sehr genossen, „Toy Story 5“ mit zwei meiner liebsten Menschen im Kino zu sehen. Das gemeinsame Erlebnis wertet den Film für mich unbedingt auf. Doch auch für sich genommen erzählt er eine sehenswerte Geschichte. Nötig wäre diese nicht unbedingt gewesen, doch macht Disney/Pixar wohl das Beste draus. Ich mochte die neuen Figuren und habe mich über den Jessie-Fokus gefreut. Vielleicht nicht der Sommerblockbuster, aber allemal sehenswerte Unterhaltung: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war mit einer Freundin im Schwimmbad; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Spider-Man: No Way Home (2021)

Heute war die Vorfreude auf den Filmabend sehr groß. Schon den ganzen Tag redete der Zwergofant davon, endlich „Spider-Man: No Way Home“ sehen zu wollen. Da wir morgen sehr früh aufstehen müssen, wollten wir nicht zu spät anfangen und waren beinahe pünktlich um 19:00 Uhr vor dem Fernseher. Es ist schon toll, wenn Filme solch ein Ereignis sind. Ob der dritte Spider-Man-Film mit Tom Holland die an ihn gestellten Erwartungen auch erfüllen konnte? 🕷️🕷️🕷️

Spider-Man: No Way Home (2021) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: No Way Home (2021) | © Sony Pictures Home Entertainment

Ins Multiversum des sympathischen Fanservice

Damals war der Hype um „Spider-Man: No Way Home“ enorm. Spoiler drangen schnell nach draußen und uns war im Vorfeld natürlich klar, worum es gehen sollte. Falls man es damals ohne diese Informationen ins Kino geschafft hatte, war das bestimmt ein unglaubliches Erlebnis. Doch auch mit Vorkenntnis der Ereignisse sollten wir gut unterhalten werden. Für mich persönlich war es jedoch nicht das große popkulturelle Ereignis, das ich vielleicht erwartet hatte. Die Zusammenführung der ikonischen Bösewichte samt der drei Spider-Man-Varianten wirkte auf mich ein wenig wie hochwertig produzierte Fanfiction. Das soll nicht abwertend klingen, doch war die gesamte Geschichte schon ziemlich konstruiert und auch so manche Interaktion wirkte so geschrieben, dass sich Fans darüber freuen. Fanservice eben.

Ich liebe Sam Raimis erste „Spider-Man“-Trilogie und davon speziell den zweiten Teil. Auch „The Amazing Spider-Man“ hatte durchaus Aspekte, die ich sehr mochte. Nun alle zusammen zu sehen? Das war wirklich ein großer Spaß! Was jedoch die eigentliche Geschichte rund um den MCU-Peter-Parker angeht, so fand ich „Spider-Man: Far From Home“ fast noch interessanter. Somit reiht sich auch „Spider-Man: No Way Home“ in die unfassbar unterhaltsame Tom-Holland-Reihe ein. Er ist jedoch nicht so überragend bahnbrechend, wie ich im Vorfeld teils gelesen hatte. Das macht ihn jedoch nicht weniger unterhaltsam und ich hatte wirklich viel Spaß mit dem Film. Da juckt es mich fast in den Fingern, „Spider-Man: Brand New Day“ einen Besuch im Kino abzustatten, auch wenn wir mit dem MCU noch weit nicht dort angekommen sind.

Fazit

„Spider-Man: No Way Home“ ist ein extrem unterhaltsamer Film, der sich in den schwächsten Momentan anfühlt wie Fanfiction, die als Fanservice umgesetzt wurde. In seinen stärksten Szenen ist er unfassbar unterhaltsam, witzig und besitzt viel Herz. Die Kinder schätzen das recht ähnlich ein und ich bin nun gespannt, wie es mit dem MCU weitergeht. Dann gerne auch wieder mit nur einer freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Twisters (2024)

Die letzte Filmbesprechung auf diesem Blog liegt bereits einen Monat zurück, kaum zu glauben. Momentan ist aber auch irre viel los und das Wetter war stets zu gut, um sich nach drinnen vor den Fernseher zurückzuziehen. Heute jedoch ist das Wetter umgeschlagen und es hat gestürmt und geregnet. Die perfekte Gelegenheit also, um endlich „Twisters“ nachzuholen. Heute quasi mit doppeltem Surround-Sound. 🌪️

Twisters (2024) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Twisters (2024) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Leider mehr Remake als Legacy Sequel

Zunächst einmal muss ich „Twisters“ attestieren, dass es die Stimmung des Originals aus dem Jahr 1996 schon recht gut einfängt. Gerade in der ersten Hälfte hat mir das wirklich gut gefallen. Auch mochte ich, dass sich nicht zu plump auf „Twister“ bezogen wird. Ein paar konkretere Anhaltspunkte wären jedoch nett gewesen und sei es nur die Erwähnung von Dr. Thornton-Harding als ehemalige Professorin o.ä. So wirkt alles nur seltsam vertraut und die Geschichte erzählt die Story-Beats des Originals einfach nur  nahezu identisch nach. Als die Mutter unserer Hauptfigur Kate enthüllt wird, tritt diese dramatisch aus dem Schatten, doch auch hier keine Helen Hunt, sondern Maura Tierney. Das war eine seltsame Szene. Ob Hunt die Rolle abgelehnt hatte?

In der zweiten Hälfte verzettelt sich der Film dann auch in zu großer CGI-Action. Ja, der Subwoofer scheppert ganz schön, doch sah vieles für mich künstlicher aus als im 1996er Original. In diesem hatte der Sturm mehr Charakter und wurde fast wie ein übernatürlicher Bösewicht inszeniert. Hier jedoch nur eine weitere Katastrophe. Dafür mochte ich die Schauspieler:innen gerne: Daisy Edgar-Jones und Glen Powell harmonieren gut zusammen. Der restliche Cast bleibt leider etwas blass. Insgesamt kann man das leider über den gesamten Film sagen: Er ist etwas blass und wird im Gegensatz zu „Twister“ wohl nicht im Gedächtnis bleiben.

Fazit

Mir hat „Twisters“ für 120 Minuten durchaus Spaß gemacht. Im Zweifel würde ich aber wieder zum Original greifen. Dem Zappelinchen hat die Modernisierung dagegen doch deutlich besser gefallen. Etwas mehr Feinschliff am Drehbuch und weniger Bombast hätte dem Film gut getan. Nicht wirklich ärgerlich, aber er hätte doch deutlich besser werden können. Ein eher laues Lüftchen: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Eternals (2021)

Heute war endlich einmal wieder gutes Wetter, weshalb wir den Tag größtenteils draußen verbracht haben. Natürlich war ich eine Runde laufen, dann habe ich ungefähr fünf Tonnen rasengemäht (teils hätte ich eine Machete brauchen können) und war noch am Skatepark. Sogar mein Buch konnte ich danach noch fertig lesen. Trotz all dem haben wir uns abends noch für „Eternals“ vor dem Fernseher versammelt. Ein MCU-Film, der eigentlich nirgends gut wegkommt. Wie er uns gefallen hat? 🏛️

Eternals (2021) | © Walt Disney

Eternals (2021) | © Walt Disney

Trotz Götter-Action angenehm bodenständig

Nach „Black Widow“ und „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ war ich fast schon etwas müde, ob der stets gleichen Marvel-Formel. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich beide Filme schon kannte. Nun also „Eternals“ und damit eine Gruppe von Göttern, sprich zehn(!) neue Figuren. Puh, das kann ja etwas werden. Regisseurin Chloé Zhao gelingt das Unglaubliche und sie schafft es innerhalb von zweieinhalb Stunden, uns die neuen Held:innen ans Herz wachsen zu lassen (plus noch ein paar menschliche Figuren), eine komplett neue Mythologie zu erklären, existenzielle Fragen aufzuwerfen und nebenbei noch ein paar imposante Actionszenen zu inszenieren. Das alleine ist schon ein Kunststück, doch dass dies alles noch wunderbar ineinandergreift und funktioniert? Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

„Eternals“ ist kunterbunt besetzt, von Hollywood-Starts, wie Angelina Jolie oder Salma Hayek (witzigerweise erst gestern in „The Faculty“ gesehen), über prominente Serien-Schauspieler, wie Richard Madden oder Kit Harington (beide bekannt aus „Game of Thrones“) sowie Comedy-Schauspielern, wie Kumail Nanjiani (Dinesh aus „Silicon Valley“) oder Brian Tyree Henry (Alfred aus „Atlanta“), der Cast ist unfassbar. Am meisten hat mir wohl gefallen, dass Chloé Zhaos sich nicht einfach an die typische MCU-Formel klammert, sondern sich viel Zeit für ihre Figuren nimmt, wild durch die Zeit springt und Bilder auch einfach mal stehen lässt. Selbst die Actionszenen wirken geerdet, da die Kamera nicht stets um die Figuren kreist, sondern auf Augenhöhe bleibt. Die Verknüpfung zum restlichen MCU ist dabei eher lose und die Geschichte kann für sich alleine stehen. Diese wird mir bestimmt auch länger im Gedächtnis bleiben als viele andere aus dem Marvel-Kosmos. Chapeau, Frau Zhao.

Fazit

Erstaunlicherweise hat mir „Eternals“ ausgesprochen gut gefallen. Noch spannender fand ich, dass es den Kindern ganz genauso ging. Obwohl es plötzlich viele neue Figuren gab und keine bekannten Held:innen Gastauftritte hatten. Es wurde sofort die Frage nach einem zweiten Teil laut, doch diesen wird es ja wohl leider nicht geben. Schade drum, denn „Eternals“ tut der Phase 4 des MCU qualitativ richtig gut: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)