Game of Thrones – Season 8

Zurzeit habe ich einen Lauf: Erst sehe ich nach acht Monaten endlich „Avengers: Endgame“ ohne davor einen Spoiler gelesen zu haben, dann schaffe ich es tatsächlich zu „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ ins Kino und nun habe ich auch noch „Game of Thrones – Season 8“ abgeschlossen. Ebenfalls ohne Spoiler. Es ist unfassbar. Drei popkulturelle Großereignisse, die mehr oder weniger befriedigend zu Ende gegangen sind. Gerade die achte Staffel von „Game of Thrones“ hat viel Schelte abbekommen. Umso mehr freue ich mich, dass ich das Finale durchaus mochte… ⚔🐉🔥 Spoiler sind zu erwarten.

Game of Thrones – Season 8 | © Warner Home Video

Game of Thrones – Season 8 | © Warner Home Video

Eine Staffel mit beeindruckenden Höhepunkten

Was war das für ein Hype! Selbst bei mir auf der Arbeit gab es ein Tippspiel mit der Frage, wer denn am Ende auf dem Iron Throne sitzen würde. Als ich 2011 mit der ersten Staffel Westeros bereiste, war die Serie außerhalb von Fantasy- und Buch-Fans noch kein sonderlich großes Ding. Ende 2011 hatte ich dann auch George R. R. Martins Vorlage gelesen und der Veröffentlichung von „A Dance of Dragons“ entgegen gefiebert. In der Zwischenzeit ist die HBO-Serie durch die Decke gegangen und hat sogar ihre literarische Vorlage überholt. Ein wahres Phänomen, das inzwischen ein extrem breites Publikum erreicht hat. Für mich hat die Serie ihre Qualität bisher halten können. Umso erstaunter war ich, dass über das Finale kaum ein gutes Wort zu lesen war. Wobei ich auch zugeben muss, mich dem Thema, aufgrund der Angst vor Spoilern, bisher nur sehr vorsichtig genähert zu haben.

Vor dem Start der letzten Staffel, hatte ich mir noch einmal das Finale der siebten Staffel angesehen, um besser in die Geschichte reinzukommen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ich richtig heiß darauf, nach Westeros zurückzukehren. Und ja, die Begeisterung sollte anhalten: Die ersten beiden Episoden, noch in Standardlänge, haben wunderbar ruhig und mit vielen Charaktermomenten auf die große Schlacht hingeführt. Speziell die Atmosphäre direkt vor dem Kampf in „A Knight of the Seven Kingdoms“ mochte ich sehr. Dann bricht „The Long Night“ mit einer extremen Wucht auf uns Zuschauer und die Charaktere herein. Selten habe ich eine ausgewälzte Schlacht so gut inszeniert gesehen, ohne dass es langweilig wird. Auch das Ende fand ich befriedigend, denn schließlich wurde schon seit acht Staffeln darauf hingearbeitet. Das Gefühl der Bedrohung und Ausweglosigkeit war stets zu spüren. Zudem gibt es großartig gefilmte Drachenkämpfe. Fantasy-Herz, was willst du mehr? „The Last of the Starks“ stellt schließlich die Schachfiguren für das große Finale auf…

Ein konsequentes und interessantes Finale

Bevor es jedoch soweit ist, gibt es mit „The Bells“ wohl eine der anstrengendsten Episoden der ganzen Serie zu sehen. Alles fällt auseinander. Alle Hoffnungen und Pläne. Gespiegelt wird diese Erkenntnis, gerade bei Tyrion und Jon Snow, durch die tatsächliche Zerstörung, mit der Daenerys mit Drogon King’s Landing in Schutt und Asche legt. Das ist ziemlich bitter und geschieht vielleicht schneller als gedacht, doch wurde dieser Ausbruch an Gewalt bereits über die gesamte Staffel angekündigt. In „The Iron Throne“ liegt dann auch alles in Scherben: Nicht nur King’s Landing, sondern auch die Beziehungen der Charaktere untereinander.

Der Tod von Daenerys‘ kam für mich tatsächlich überraschend und ich hätte mir ein anderes Ende erwartet. Gewünscht sowieso, aber schließlich ist das „Game of Thrones“, so dass ein klassisches Happy End ohnehin undenkbar schien. Ich hätte erwartet, dass Daenerys am Ende tatsächlich auf dem Iron Throne sitzt und das Spiel um eben diesen einfach in die nächste Runde geht. Ein sehr offenes Ende also. Mit Bran the Broken als König von Westeros wirkt das Finale abgeschlossener und ein wenig positiver. Dennoch sitzt Jon Snow nicht als strahlender Held auf dem Thron und wirklich ein Erfolg ist der Tod von Daenerys auch nicht. Am Ende sehen wir die vier verbleibenden Starks in ihren neuen Rollen. Wer hätte das noch vor ein paar Staffeln gedacht? Kein perfektes Finale, doch irgendwie auch konsequent und interessant. Bestimmt hätte man sich mit so mancher Entwicklung mehr Zeit lassen können, doch mochte ich auch die Unausweichlichkeit, mit der die Geschichte in dieser Staffel vorangeschritten ist. Am Ende hat der zögerliche und harmoniebedürftige Jon Snow tatsächlich gehandelt.

Auch wenn ich das Gesehene noch ein wenig verarbeiten muss, so weiß ich jedoch bereits, dass ich auch die finale Staffel von „Game of Thrones“ sehr mochte. Ja, selbst das endgültige Finale:

  1. „Game of Thrones – Season 5“ (9.7 Punkte)
  2. „Game of Thrones – Season 6“ (9.7 Punkte)
  3. „Game of Thrones – Season 2“ (9.6 Punkte)
  4. „Game of Thrones – Season 7“ (9.6 Punkte)
  5. „Game of Thrones – Season 3“ (9.5 Punkte)
  6. „Game of Thrones – Season 4“ (9.5 Punkte)
  7. „Game of Thrones – Season 1“ (9.5 Punkte)
  8. „Game of Thrones – Season 8“ (9.2 Punkte)

Mein Fazit zu 8. Staffel von „Game of Thrones“

Für mich geht mit dieser finalen Staffel von „Game of Thrones“ eine zehnjährige Reise zu Ende. Zumindest so lange, bis George R. R. Martin endlich „The Winds of Winter“ fertig geschrieben hat. Acht Staffeln und fünf Bücher. Das ist eine lange Zeit, um in eine Welt einzutauchen. Auch wenn es nicht perfekt war und meinen Erwartungen im Detail entsprochen hat, so mochte ich das teils epische, teils ruhige Finale doch sehr. Für mich ein äußerst gelungener Abschluss dieser langen Reise: 9/10 (9.2) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

81 Gedanken zu “Game of Thrones – Season 8

    • Ja, ein bis zwei mehr Episoden hätten nicht geschadet. Allerdings mochte ich auch, dass sich die gesamte Staffel wie ein großes Finale angefühlt hat. Und „The Long Night“ war eine großartige Episode! Auf diese Schlacht hätte ich nicht verzichten wollen. Die Schlacht um King’s Landing habe ich in erster Linie als schmerzhaft und nötig empfunden, um die Motivation von Tyrion und auch Jon Snow zu erklären. Insgesamt wurde ich richtig gut abgeholt und bin nun wieder sehr im GoT-Fieber. Schon erstaunlich wie gut diese Welt ausgebaut ist samt Historie usw. (das Buch dazu ist auch super). Neben Tolkiens Mittelerde kenne ich keine Fantasy-Welt, die solch eine reiche Geschichte hat. Und das spürt man selbst in dieser Serie, die nur an der Oberfläche kratzt.

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  1. Danke. Noch jemand, der nicht über das Finale meckert. Klar, es ist nicht alles perfekt gelaufen, aber ich fand das Ende der Serie auch gut. Das Einzige was mich wirklich ärgert an Staffel 8, ist die Geschichte mit dem Nachtkönig und Azor Ahai… diese ganze Legende wurde so breit aufgebaut und am Ende wird daraus nichts gemacht…

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    • Für mich hat selbst dieser Aspekt im Rahmen der Serie gepasst. GRRM hat die Welt so reich aufgebaut, es gibt unzählige Legenden und solch eine große Hintergrundgeschichte zu alles und jedem, dass die Serie ohnehin nur an der Oberfläche kratzt. Man merkt aber stets die Substanz, die dahintersteckt. Da die Bedrohung durch den Night King samt seiner Armee der Untoten so prominent war, hat für mich auch dessen Ableben am Ende der dritten Episode völlig ausgereicht, zumal es ja noch genügend andere Konflikte zu bewältigen gab.

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      • Nee 😅 das hat mir die Serie zu prominent aufgebaut. Der Nachtkönig bekam seine eigene Origin, eine mysteriöse Verbindung zu Bran… nur um dann von Arya abgestochen zu werden? Das wirkte für mich wirklich alles zu gehetzt. Gerade auch Jons Geschichte, seine Wiedergeburt und diese ganze Legende von Azor Ahai. Alles, was Melissandre immer wieder erzählt hat, wird einfach unter den Teppich gekehrt. Da habe ich wirklich mehr erwartet…aber gut… lässt sich jetzt auch nicht mehr ändern

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      • Diese Fragen habe ich mir gar nicht mehr gestellt. Melissandre hat sich schon so oft getäuscht und nun hier Arya geholfen, was ihre ihr großer Beitrag war. Hat für mich durchaus funktioniert. Auch Beric Dondarrion hat in diesem Kontext seinen Sinn erfüllt. Ja, das mag alles ein wenig holprig sein, aber passt für mich schon. Auch die Verbindung des Night King zu Bran war ja vorhanden und für mich hat es auch gut gepasst, dass es eben Arya ist, die ihn vernichtet. Bran kann nun König werden. Spätestens mit den Büchern, sollten sie je erscheinen, wirst du ja noch mehr Backstory bekommen… 😉

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      • Das können wir jetzt wahrscheinlich ewig so weitermachen. In Bezug auf den Nachtkönig war das zu wenig. Die Weißen Wanderer wurden seit der ersten Folge angeteasert, der Nachtkönig war diese unheimliche Macht… und nur die große Legende Azor Ahai schien helfen zu können. So wie dieser Aspekt der Story in der Serie endet, hätten sie sich das auch so groß sparen können. Dann hätten mir die Wildlinge gereicht und das ganze politische Intrigenspiel plus Danys Eroberungsfeldzug.

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      • Das stimmt wohl. Vermutlich bin ich hier auch einfacher zufriedenzustellen, weil ich nicht mehr alle Details im Kopf habe. Ich habe es so interpretiert dass alles um den Lord of Light (also auch diese Legende) viel Rumgestochere und Ausprobiererei von Melissandre war. Am Ende hat sie und Beric dann etliche Elemente so positiv beeinflusst, dass Arya letztendlich zum Zug kommen und auch letztendlich Bran (durch Jons Wirken) zum König werden konnte. Für mein rudimentäres Verständnis der Welt macht das Sinn, aber mag durchaus auseinanderfallen, wenn man sich tiefer damit beschäftigt.

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  2. Game Of Thrones bleibt eine Serie, die Maßstäbe im Bereich Fantasy gesetzt hat. Das habe ich erst neulich wieder gemerkt, als ich in „The Witcher“ reingeschaut und nach einer halben Stunde ausgeschaltet habe. Weil es eben nicht so kickt wie GoT zu Glanzzeiten.

    Freut mich, dass dir die finale Staffel gefallen hat. Ich finde die immer noch ärgerlich, da zu überhastet und mit Entscheidungen und Charakterentwicklungen (naja, eher Charaktersprunghaftigkeit), die für mich viel kaputt gemacht haben von der Magie der Serie. Selbst jetzt nach diversen Monaten mag ich mir keine Folge nochmal ansehen. Weil es weiterhin schmerzt, wie es ausgegangen ist.

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    • Ich habe die letzten sechs Episoden glücklicherweise ganz anders wahrgenommen: Für mich waren sie ein einziges, großes Finale. Und ich bin bei dir, dass man sich mit so mancher Charakterentwicklung mehr Zeit hätte lassen können. Allerdings hat mich keine so sehr überrascht, da ab der ersten Episode Andeutungen zu finden waren. Ich hätte am Ende sofort wieder mit der ersten Staffel starten können – und vielleicht mache ich das irgendwann auch noch. Nicht perfekt, aber für mich doch nahe dran, gerade auch wenn man die immense Erwartungshaltung mit einbezieht, welche der Serie entgegengebracht wurde.

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  3. „Dann bricht „The Long Night“ mit einer extremen Wucht auf uns Zuschauer und die Charaktere herein. Selten habe ich eine ausgewälzte Schlacht so gut inszeniert gesehen, ohne dass es langweilig wird. Auch das Ende fand ich befriedigend, denn schließlich wurde schon seit acht Staffeln darauf hingearbeitet.“

    Sorry, aber ganz bestimmt hat die Serie nicht acht Jahre darauf hingearbeitet, den Night King und seine Eiszombies wie die hinterletzten, unfähigen Lappen abtreten zu lassen, deren Ende zudem 30 Minuten später absolut keine Sau in der Serie mehr interessiert. Die Episode ist der Wendepunkt, ab dem die ganze Nummer extrem den Bach runter geht, weil die Autoren Stoff für 20 Folgen in 3 quetschen wollten, um STAR WARS machen zu können. Die einzige Genugtuung, die das ganze ergeben hat, ist die Tatsache, dass Benioff und Weiss STAR WARS auch nicht mehr haben und wenn ich an sowas glauben würde, würde ich es Kharma nennen.

    Ansonsten ist da Ende okay (wenn man von den ganzen saudämlichen Charakterbrüchen absieht, die aufzuzählen hier den Rahmen sprengen würde). Wo die Charaktere (allen voran die Starks) am Ende landen, passt, nur der Weg dahin war zuletzt nicht nur holprig, sondern ein einziges Schlagloch.

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    • Das habe ich wirklich anders wahrgenommen. Der Night King war eine mehr als ernsthafte Bedrohung und hätten nicht verschiedenste Zufälle und Kräfte (u.a. Melisandre und Beric) zusammengespielt, dann hätte Arya nicht zum tödlichen Stoß ausholen können. Solch eine Ausweglosigkeit hatte ich schon lange nicht mehr in einer Schlacht erlebt. Für mich eine meisterhaft inszenierte Episode. Und das, was danach kam, mit „Star Wars“ zu vergleichen ist eine Beleidigung für „Game of Thrones“. Da klaffen Welten was die inhaltliche Qualität angeht.

      Wie gesagt, ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung innerhalb der finalen Staffel und auch dem Finale selbst. Aber du bist mit deiner Einschätzung ja nicht alleine, denn die meisten „Fans“ hassen ja das Ende.

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      • Du hast das Stichwort genannt: Zufälle. Der Spannungskiller jeder Geschichte. Der Night King und seine angeblich unaufhaltsame Armee müssten eigentlich Winterfell so nebenbei niederwalzen. Stattdessen nutzt man zwei Klischeeplotpoints, um ALLE wichtigen Charaktere komplett unbeschadet aus der Nummer rauszuholen. Erstens drückt der Night King nie den Trigger, wenn er es könnte und zweitens hat man natürlich die zuvor schon etablierte (und extrem ausgelutschte) „Töte einen, töte alle“-Karte. Im Nachspiel hat dann aber vor allem nichts, was der Night King getan hat eine Bewandnis. Man springt direkt in den nächsten Krieg und alles, was der Night King getan hat (und das war wahrlich nicht viel, denn im Verlauf der Serie sind dem streng genommen nicht mehr als 3 mehr oder weniger wichtige Leute zum Opfer gefallen), spielt keine Rolle mehr. Der Night King war keine Bedrohung, sondern eine Beschäftigungsmaßnahme und der größte Red Herring der Seriengeschichte.

        Ich vergleiche die Serie nicht mit STAR WARS. Benioff und Weiss sollten die nächste STAR WARS Trilogie für Disney machen und haben deshalb bei GoT auf Vollgas getreten, um damit fertig zu werden. Und das merkt man an jeder Ecke. Die Entwicklung von Daenerys beschleunigt man plötzlich auf 180, Charaktere wechseln die Gesinnung, so wie es die Story gerade braucht, ohne ersichtlichen Grund, Handlungsstränge laufen ins Nichts, weil keine Zeit mehr bleibt und insgesamt wird alles, was man zuvor jahrelang aufgebaut hat, durch drei Stunden gepeitscht, um irgendwie zu einem Ende zu kommen.

        Das Ende hasse ich nebenbei nicht, nur den viel zu sehr übers Knie gebrochenen Weg dorthin.

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      • Ich war ja tatsächlich ganz froh, dass die Bedrohung durch den Night King nach der dritten Episode keine Rolle mehr gespielt hat, denn der Konflikt zwischen Dany, Jon und Cercei schien mir ohnehin spannender. Dennoch war die Konfrontation wichtig, da die Armee der Königin deutlich dezimiert war (auch wenn nur wenige Hauptpersonen gestorben sind). Dadurch war das Mächteverhältnis, sieht man einmal vom Drachen ab, der im Grunde ja auch nur die Bewandtnis hatte, Danys erbarmungslose Seite herauszustellen, deutlich verschoben.

        Ich bin völlig bei dir, dass danach alles zu schnell ging, auch wenn ich insgesamt zufriedener damit war. Die Episode „The Long Night“ fand ich dennoch fantastisch, da die Bedrohung durch die White Walkers für mich ohnehin „nur“ das Mystery-Element der Serie war.

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      • Versteh mich nicht falsch: Die Episode selbst war großartig inszeniert und ich sehe da auch problemlos über taktischen Käse wie die Dothraki sinnlos in den Tod reiten zu lassen und ähnliches hinweg. Aber wenn man 8 Jahre lang den „Winter“ als die ultimative Bedrohung hervorhebt, kann man dann nicht einfach so wieder zum Frühling übergehen. Die Schlacht mit den Toten plus die Nachwirkungen hätten eine ganze Staffel gehen müssen und dann eben noch eine Staffel die Schlacht um Kings Landing inklusive den ganzen Charakterbeziehungen, die dabei auseinanderbrechen oder in bestimmte Richtungen driften. Das kann man nicht in die paar Episoden quetschen, wenn man zuvor einen ganz anderen Anspruch an die Serie erhoben hat. Und das haben die Autoren selbst getan. Wenn sich eine Serie von einer dialoglastigen Dramageschichte mit leichtem Fantasyanteil und Actioneinschüben am Ende zu einem verhätnismäßig guten Blockbuster entwickelt, kann man sich nicht beschweren, wenn ein Großteil der langjährigen Zuschauer das kacke findet.

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      • Ach, ich finde durchaus, dass man das differenzierter betrachten kann. Bis auf die zwei Schlachtepisoden war die Staffel auch eher ruhig erzählt, was mir sehr gefallen hat. Selbst das Finale hat sich Zeit für einzelne Figuren genommen. Versteh mich auch nicht falsch, ich hätte gerne auch deine vorgeschlagene Variante gesehen und noch mehr Zeit in Westeros und mit den Figuren verbracht. Nachdem es zunächst hieß es würde nur 7 Staffeln, dann 7 Staffeln plus abschließendem Kinofilm geben, bin ich doch froh, dass es letztendlich zumindest eine kompaktere 8. Staffel gab. Das ist das, was wir nun bekommen haben. Sicher nicht perfekt, doch für mich so gelungen, dass über so manche Auslassung hinwegsehen kann bzw. diese in meinem Kopf zu füllen vermag (denn auf die noch ausstehenden Bücher möchte ich mich da nicht verlassen). Für mich ist die große Unzufriedenheit eher ein Ausdruck des übergroßen Hypes. Sowas ist einfach nie gut.

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      • Keine Frage, aber die Entwicklung in der Serie ist nun mal unverkennbar. Ich selbst hatte nicht mal mehr so richtig Bock auf die letzte Staffel, weil es in der davor schon haarsträubend dämlichen Mumpitz gab, der nun mal zuvor nicht so zu finden war. Ich habe immer mehr festgestellt, dass die Autoren nur noch fertig werden wollen und diesen Vorwurf müssen sie sich nun mal gefallen lassen. Nur weil Disney mit STAR WARS lockt, muss man nicht so ein groß angelegtes Projekt gegen die Wand fahren. Sie hätten es ja auch einfach abgeben können an jemand anderen, dem die Geschichte noch am Herzen liegt. Aus Autorensicht sind die beiden für mich halt gestorben. Und mich quasi zu enttäuschen, obwohl ich schon kaum noch was erwartet habe, spricht zusätzlich gegen die beiden.

        Und bis auf die ersten beiden Episoden war da nun mal gar nichts wirklich ruhig. In 3 die Night King Action, nächste Episode wird der erste Drache weggeballert und es geht vor die Tore von Kings Landing, nächste wird die Stadt abgefackelt und dann eben die letzte Episode mit Queenkill. Erst dann nimmt man wieder das Tempo raus, darf dann aber besser auch nicht über die ersten Nachwehen des Mords an der Königin nachdenken, weil man sonst direkt Kopfschmerzen kriegt. Die Liebe zum Detail, die die Serie einst ausgemacht hat (und sicher auch an der vorhandenen Vorlage hing), wurde hier einfach komplett weggeschmissen für eine Actionaneinanderreihung ohne Atempause. So kann dann auch alles überhaupt nicht wirken, weil man als Zuschauer, aber vor allem die Charaktere, überhaupt keine Zeit hat, das Geschehen zu verarbeiten. Und da sind wir dann doch wieder näher am Blockbuster, als an einer gut geschriebenen Fantasy-Serie.
        Den Hype generiert sowas halt auch selbst und man sollte sich dann als Autor vielleicht fragen, woher der Hype kommt. Und der bestand hier nicht darin, dass die Leute pausenlose Action und Gemetzel sehen wollten, sondern die Charaktere und deren Geschichten spannend fanden. So einen gehetzten Abschluss zu liefern, stößt auch ohne Hype auf Gegenwind, weil es teils sauschlecht geschrieben ist.

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      • Ich finde weder, dass Benioff und Weiss die Staffel gegen die Wand gefahren haben, noch dass man merken würde, dass sie es haben schleifen lassen. Schau dir nur mal die Making-ofs an: Die beiden sind mit Feuereifer dabei und man merkt ihren Enthusiasmus. Klar weiß auch ich nicht um die Rahmenbedingungen, aber ich würde ihnen nicht unterstellen, dass sie auf halber Flamme gekocht haben. Vielleicht gab es zeitliche Einschränkungen (oder auch nicht), doch haben sie bestimmt das Beste aus den Gegebenheiten herausgeholt.

        Was Action vs. ruhige Szenen angeht: Für mich waren nur die 3. und die 5. Episode voller Action. Dazwischen gab es einzelne actiongeladene Momente, doch die Handlung wurde eher ruhig erzählt. Das habe ich wirklich ganz anders wahrgenommen als du. Wie anscheinend überhaupt die gesamte letzte Staffel. Wie gesagt fand ich sie auch nicht perfekt, aber doch weit weg von „sauschlecht geschrieben“.

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      • Ich habe die Making Offs zum Teil gesehen und die Erklärungen, die sie für bestimmte Szenen geben, sind der eindeutige Beweis dafür, dass sie es haben schleifen lassen. Bestes Beispiel: „Daenerys hat ganz vergessen, dass Eurons Flotte auf sie wartet und deshalb verliert sie ihren Drachen.“ Mehr muss ich zu dem beschissenen und unbedachten Writing nicht wissen.
        Sie haben nebenbei selbst zugegeben, nicht mehr voll bei der Sache gewesen zu sein und sich mit dem Projekt überhoben zu haben. Sie haben sogar zugegeben, die Charaktere bewusst so zu schreiben, dass diese so schnell wie möglich zu dem gewünschten Endpunkt gelangen, ohne Rücksicht darauf, ob das ins Gesamtbild passt oder nicht. Bestes Beispiel hier Jamie, der hin und her springt wie er lustig ist und seine komplette Entwicklung auf Null setzt. Die zeitlichen Einschränkungen gingen ebenfalls von ihnen selbst aus, weil sie wie gesagt STAR WARS in der Pipeline hatten. HBO hätte mit Kusshand mehr Staffeln genommen. Die Quoten waren immerhin absolut fantastisch und sogar noch steigend. Also ja, Benioff und Weiss haben hier vergleichsweise einen schlechten Job gemacht und geben das auch offen zu. Immerhin dafür haben sie ein wenig Respekt bei mir behalten. Ich werde nur nichts mehr von ihnen gucken. Man könnte sagen, GoT ist bei mir das, was bei vielen Leuten früher LOST war, wo ich die Aufregung nie so ganz nachvollziehen konnte.

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      • Hast du mal einen Link zu ihren Äußerungen? Würde mich nämlich sehr interessieren. Aus dem was ich bisher gesehen habe, konnte ich das nicht rauslesen. Auch glaube ich nicht, dass die Qualität der Serie zwangsweise gestiegen wäre, wenn sie mehr Staffeln bekommen hätte. Ich hatte eh schon das Gefühl, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Ende war.

        Übrigens mochte ich das Finale von „Lost“ auch nicht und finde dennoch fantastisch, was Lindelof sonst geschrieben hat. Alleine „The Leftovers“. Großartig! Und seine „Watchmen“-Serie soll ja auch fantastisch sein.

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      • Ein paar mehr Episoden hätten halt geholfen, die Entwicklungen sinnvoll zu vollziehen und nicht alles mal schnell hinzurotzen. 20 Staffeln wollte ich auch nicht, aber zur Not hätte es zum Beispiel schon geholfen, die letzten Staffeln nicht zu kürzen, sondern bei den üblichen 10 Episoden zu bleiben. Dann die letzten Folgen wie es jetzt ist mit der Überläge und man hätte einiges an Spielraum gehabt.

        Ich habe das nebenbei hinterher nur am Rande verfolgt, weil mir die beiden wumpe sind, aber bin kürzlich zum Beispiel hier drüber gestolpert, wo die beiden quasi erzählen, von Beginn an keinen Plan gehabt zu haben: https://serienfuchs.de/neuigkeiten/game-of-thrones-neues-interview-der-showrunner-erzuernt-die-fans-37023/

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      • Ich wäre auch glücklicher gewesen mit einer vollen Staffel von 10 Episoden, gar keine Frage. Damit hätte sich alles bestimmt runder angefühlt. Dennoch bin ich ganz persönlich sehr zufrieden mit der finalen Staffel.

        Was den verlinkten Artikel angeht, so sind da ein paar interessante und unerwartete Aussagen drin. Allerdings zitiert er zu 99% Fans und wie sie diese Aussagen aufgenommen haben. Neben den beiden Showrunnern habe ja auch viele andere Leute an der Serie mitgewirkt und gerade das von mwj empfohlene Making-of gibt einen guten Eindruck in die Produktion.

        Die Wahrheit liegt bestimmt irgendwo dazwischen. Letztendlich ist es aber wohl einfach so: Ich war zufrieden mit dem Finale, du nicht. 🙂

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      • So ist es wohl. Mir reichen halt Aussagen wie „Themes are for bookreports“ oder „why would we hire someone who understands the story to help us write it?“ um zu wissen, dass ich von denen keine Geschichten mehr brauche. Immerhin sind sie einigermaßen selbstreflektiert. Das halte ich ihnen zugute. Als nächstes machen sie übrigens irgendwas für Netflix, die auch dafür bekannt sind, die Leute einfach machen zu lassen. Ich ahne schreckliches.

        Wie stehst du eigentlich zu dem angekündigten Spin-Off von GoT? Lust drauf oder eher erst mal genug von Westeros?

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      • Ich werde sie weiterhin im Auge behalten und bin gespannt, was sie in Zukunft so machen. Auch wenn sie den Großteil von GoT geschrieben haben, waren ja auch viele anderen Autoren beteiligt. Auch in der finalen Staffel. Aber ja, das letzte Wort hatten wohl sie. Insofern mal sehen. Dass sie GoT als ihre Filmschule bezeichnet haben, finde ich durchaus sympathisch. Jeder, der sich aus seiner Komfortzone (auch professionell) herausbewegt macht Fehler und lernt aus diesen. Warum sollte es im Filmgeschäft anders sein?

        Auf das Spin-off freue ich mich. Ich lese gerade immer mal wieder in der Geschichte von Westeros und was da bei den Targaryens los war, könnte noch einmal acht Staffeln füllen… 😉

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      • Ich bin in dem Zusammenhang auch froh, dass man sich für die Targaeryans entschieden hat. Ursprünglich wollte man ja die Long Night mit dem ersten Auftreten der Eistoten nehmen. Das hätte mich jetzt überhaupt nicht mehr interessiert.

        Filmschule nebenbei schön und gut, aber diese Engstirnigkeit in Bezug auf das Verständnis der Story ist aus Autorensicht nicht so,leicht verzeihbar. Wenn ich eine Geschichte nicht verstehe ist das okay, selbst, wenn ich daraus dann eine Serie machen soll. Aber dann hole ich mir jemanden zur Hilfe, der diese Welt versteht. Bei dieser Vorgehensweise ist es ja auch kein Wunder mehr, dass die Serie gerade dann langsam in der Qualität abfiel, als ihnen die Vorlage fehlte. Fehler sind kein Problem. Sich selbst über ein Projekt zu stellen, in meinen Augen schon. Nebenbei weißt du ja, dass ich selber nichts von Shitstorms und ähnlichem Quark halte und ich verlange auch nicht von HBO, dass sie die letzte Staffel neu drehen (wie es manch anderer tut). Das ist mir alles zu banane. Das Ding ist jetzt durch und es ist, was es ist. Ich glaube allerdings, der Rückzug von STAR WARS kommt nicht von ungefähr. Was glaubst du, was ihnen da bevorgestanden hätte, wenn sie das versaut hätten (und wenn ich nicht falsch liege, lassen sich die SW-Fans generell gar nicht mehr zufrieden stellen)? Danach hätten die vermutlich kein Bein mehr an die Erde gekriegt.

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      • Nee, die White Walkers sind durch. Für die Targaeryans sprechen zudem noch mehr Drachen. Man kann nie genug gut gemachte Drachen in Serien oder Filmen haben. 🐲

        Diese Arroganz bzw. Ignoranz, die ihnen hier teils (durch Interview-Schnipsel oder schnell dahingesagte Antworten in Q&As) attestiert wird, mag ich auch nicht so unreflektiert glauben. Sicher mag etwas dran sein, aber auch hier glaube ich, dass die Geschichte mehrere Seiten hat.

        Was „Star Wars“ angeht, mag der Rückzug davon sogar das Beste sein, was ihrer Karriere hätte passieren können. Das Drehbuch des letzten Teils war gegen GoT ein Witz. Dennoch hat man dafür genau den Typen rangeholt, der bereits das DC Extended Universe gegen die Wand gefahren hat. Aber dieses Fass will ich jetzt gar nicht aufmachen, zudem TROS ja vielen „Star Wars“-Fans gefallen hat (es sei ihnen vergönnt).

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      • Ich habe weder mit SW noch mit dem DCEU viel am Hut glücklicherweise. Aber ja, die dürfen immer erst so zwei bis dreimal komplette Grütze verzapfen, bevor dann die Karriere ins Straucheln gerät.

        Ich weiß nicht, ob Arroganz generell richtig ist. Vielleicht ist es auch einfach leichtsinnig gewesen, dass alles ohne das nötige Wissen selbst stemmen zu wollen. Nur bleibt es eben so, dass sie hätten wissen müssen, dass sie so am Ende nur verlieren können. Nehmen wir mal an, die Serie wäre zum Schluss nicht diese mittlere Katastrophe gewesen, die ich und viele andere darin sehen. Was wäre der Ausweg gewesen? Die Hardcores hast du heute immer an der Backe, weil die alles verreißen, was nicht ihren Vorstellungen entspricht. Dazu kommen in diesem Fall Millionen von Zuschauern, die mit den Büchern nichts am Hut haben, aber eine andere Serie gewöhnt sind. Zudem beendet man hier eine Geschichte, deren Vorlage noch nicht fertig ist und alle sind gespannt, worauf das denn jetzt alles hinausläuft. Da muss mir als Showrunner doch klar sein, dass ich da nicht irgendwas hinschludern kann, sondern das bestmögliche Ergebnis innerhalb dieser Welt abliefern MUSS, um hinterher nicht von allen Seiten zerlegt zu werden. Und dann entscheiden sie trotzdem, dass sie trotz ihrer Ahnungslosigkeit keine Hilfe wollen? Es mag Arroganz sein. Es mag Leichtsinn sein. Vor allem ist es in meinen Augen aber Dummheit, denn das konnte nur nach hinten losgehen. In diesem Ausmaß jetzt zwar einmalig, aber so ein Mammutprojekt kann ich eben nicht so lapidar behandeln, ohne dafür die Quittung zu kriegen. Die Fanlager heutzuage sind unverzeihlich.

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      • Aber das ist ja genau der Punkt: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie so blauäugig gewesen sind (zumal ich die gesamte Staffel von ihrer Qualität her durchaus mochte). Auch wenn Benioff und Weiss die kreativen Köpfe waren und meinetwegen auch einiges verbockt haben, so gab es doch unzählige Produzenten, die direkt am Projekt mitgearbeitet haben. Da würde ich mich nicht auf ein paar Tweets oder Q&A-Zitate als Quellen verlassen, dass dem wirklich so war. Aber diese Wahrnehmung entspricht ja auch unserer Haltung zur Serie: Du fühlst dich in deiner Empfindung bestätigt, dass hier blauäugige Stümper am Werk waren und ich bin mir sicher, dass jeder Beteiligte das bestmögliche Ergebnis abliefern wollte.

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      • Am Ende ist immer alles die Summe seiner Teile, keine Frage. Vielleicht tue ich ihnen Unrecht (ich denke nicht). Vielleicht hätte auch einfach mal jemand am Set das Maul aufmachen und sagen sollen, dass denen das so um die Ohren fliegen wird. Die Sache ist halt, dass ich mich bei sowas immer frage, ob die Showrunner/Autoren/Regisseure/Produzenten etc. ihr Publikum überhaupt noch kennen bzw. sich überhaupt dafür interessieren.
        Jetzt mal ganz unabhängig von GoT, lässt sich ja durchaus feststellen, dass wir uns zwar im Zeitalter der Franchises befinden, das aber größtenteils daraus besteht, dass große Franchises zerstört werden, weil die Macher nicht verstehen, was diese mal so gut gemacht hat. Meine Sichtweise auf die Dinge liegt vermutlich auch daran, dass ich mich nun mal viel mit Plotstrukturen, Charakterentwicklung, Spannungsbögen und dem ganzen Kram befasse (und dann in meinen eigenen Geschichten ebenfalls verkacke), aber ich kann in den meisten Fällen durchaus verstehen, wenn die Leute enttäuscht bis frustriert sind, wenn mal wieder eine ihrer geliebten Reihen für den schnöden Mammon zerlegt wird, weil es nun mal erkennbar ist, wenn da nur halbherziger Käse fabriziert wurde (unabhängig von den Gründen). Wir beide sind da ja generell lockerer: Du bist gnädiger in deiner Wertung, ich bin von nichts so sehr Fan, dass es mir die Nerven wert wäre, mich darüber aufzuregen, wenn es Hollywood mal wieder vergeigt. Aber mittlerweile müssten die doch mal kapiert haben, wie der Hase läuft und dass der Großteil der Fans weit weniger gnädig ist. Und irgendwann fliegt diese Einstellung vielleicht Hollywood selbst mal um die Ohren (wünschenswert), wenn die weiterhin jeder einst guten Filmreihe das letzte Leben aussaugen. Mir fehlt einfach jegliches Verständnis dafür, was die Macher für Reaktionen erwarten, wenn die sowas abliefern. Jetzt nicht auf Beniof und Weiss bezogen sondern generell, herrscht da einfach völlige Lernresistenz und das ist mir einfach unbegreiflich.

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      • Bei so manch anderem Franchise verstehe ich deine Punkte durchaus. Gerade wenn mal wieder eines hervorgezaubert wird und nach x Jahren das Reboot ansteht. Siehe z.B. „Stirb langsam“, „Ghostbusters“ und wie sie alle heißen. Für mich ist der Fall bei GoT etwas anders gelagert, aber ich verstehe deine Punkte. Aber ist ja auch gut so, wenn auch auf dem vernünftigen Spektrum der Skala hitzig diskutiert werden kann… 🙂

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      • Der Vergleich bezog sich ja darauf, dass sich die Serie (wohlgemerkt langsamer als es viele der Kritiker wahrhaben wollen) zu einem anderen Produkt entwickelt hat, als zu Beginn, was den Eindruck aufdrängt, dass auch hier die Autoren einfach ihr Publikum nicht verstanden haben. Und das zieht sich ja mittlerweile wirklich extrem durch Hollywood. Ich meine: Disney ist das Kunststück gelungen, einen STAR WARS Flop zu produzieren! Das muss man erstmal hinkriegen.

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      • Wobei das Publikum die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen hat. So war der „Star Wars“-Flop um mehrere Klassen besser als ROTS, den der Großteil des Publikums ja liebt und auch ein finanzieller Erfolg werden wird.

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      • Das ist eine andere Frage. Das Problem ist wohl eher dieses sinnlose Rausballern von Marken. Dabei bleiben dann natürlich nicht selten die falschen auf der Strecke, aber es zeigt trotzdem, dass sich das Publikum nicht jeden Kram aufzwängen lässt. SOLO mag bessser sein als zB EpisodeVIII, aber unnötig bleibt er trotzdem und während zumindest bei der neuen Trilogie ein gewisses Interesse im Vorfeld bestand, kann ich mich nicht erinnern, dass es eine große Lobby für ein Solo-Prequel gab. Das meine ich damit, dass die entweder ihr Publikum nicht kennen oder es ihnen völlig egal ist, weil sie glauben, dass ein Name alleine ohnehin Kasse macht. Und inzwischen sollte es genügend Beweise geben, dass das nicht der Fall ist.

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      • Ja, genau, das Rausballern von Marken. Dabei mag ich noch nicht einmal sagen, dass es an dem Thema von „Solo“ liegt. Das war bestimmt auch ein Faktor, doch Veröffentlichungszeitpunkt, Marketing usw. Mit Marvel bekommen sie es trotz Flut wunderbar hin (zumindest noch), doch für „Star Wars“ haben sie kein Händchen.

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      • Da zeigt sich aber auch der Unterschied: Hinter Marvel steht zumindest bisher ein Plan. Bei SW war das ja, soweit ich das mitbekommen habe, überhaupt nicht der Fall. Von den ganzen Remakes, Sequels, Reboots etc. ganz zu schweigen. Ich glaube zwar, dass bei Marvel jetzt auch ein Wendepunkt kommen könnte nach Ende der ersten Phase, aber immerhin haben sie es bis dahin geschafft. Die Russos (heißen die so?) wissen scheinbar, was das Publikum will.

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      • Genau das ist es: Hinter Marvel steht ein Plan und mit Kevin Feige jemand, der die Zügel in der Hand hält. Kathleen Kennedy bei „Star Wars“ scheint keinen Plan zu haben bzw. eine sehr seltsame Vorstellung davon. Aber nun gut. Bleibt zumindest spannend, wie Disney mit zwei großen Franchises umgeht: bei einem erflogreich, beim anderen nicht.

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      • Der Umstand, dass man ja bereits zurückrudert was neue Filme angeht zeigt zumindest, dass man wohl nicht mehr so überzeugt davon ist, dass alles ein Selbstläufer ist, nur weil der Name stimmt. Alles weitere wird die Zukunft zeigen.

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      • Yep, das war auf jeden Fall ein deutliches Signal. Mit ihrer „The Mandalorian“-Serie scheinen sie ja zumindest einen neuen Weg eingeschlagen zu haben, der funktioniert.

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      • Mir graut es jetzt schon davor. Wenn ich einen Tipp abgeben sollte, würde ich sagen, Marvel überdauert, weil es ein einzigartiges Mammutprojekt war, aber dann wird es schon eng. Viel zu viel Kopie und Aufgekoche, kaum eigenständige oder neue Stoffe. Und dazu kommt noch, dass ich ja der Meinung bin, dass man sich in 20 Jahren 99% der Produktionen wegen dem dann veralteten CGI kaum noch anschauen können wird. Aber warten wir mal ab. Wir sprechen uns genau hier in 20 Jahren …

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      • Da mache ich mir momentan wenig Sorgen. Ob den Kram von mir in 20 Jahren noch jemand liest, steht auf einem anderen Blatt. Andererseits: Tut jetzt schon kaum jemand, also macht es eh keinen Unterschied.

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      • Das denke ich mir auch immer bei den abnehmenden Zahlen. Im Grunde blogge ich doch für mich und für die Stammleser (alles auch Blogger) wie dich, wodurch dann doch spannende Diskussionen entstehen. 👍

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  4. Ich habe tatsächlich auch gerade erst die letzte Staffel von GoT angesehen. Es war gar nicht so einfach, sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht von den vielen Kommentaren auf diversen Kanälen spoilern zu lassen.
    Ich kann deine Meinung zur letzten Staffel unterschreiben. Auch ich war sehr zufrieden mit dem Ende,das ja einige Kritiken einstecken musste. Ich war allerdings auch schon vor Ende auf die Idee gekommen, dass letztlich Bram den Thron besteigen könnte. Es war einfach das einzig schlüssige Ende, wenn man denn eine überraschende Wendung einführen wollte. Die Lennisters waren viel zu lange auf dem Thron. Tyrion nebst Geschwister waren also schon mal raus. Jon und Daenerys wären am naheliegensten gewesen. Das wäre zu einfach gewesen. Wobei ich mich übrigens auch sehr darüber gefreut hätte, wenn letztlich Jon den Thron bestiegen hätte.
    Auch empfand ich das Ende entgegen einiger Meinungen nicht als zu gehetzt. Das Finale war grandios, spannend und brutal. Meiner Meinung nach war es das beste, was man aus der Geschichte mit der bereits entwickelten Storyline noch herausholen konnte.

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    • Freut mich, dass dir das Finale auch so gut gefallen hat. Ja, Spoilern zu entgehen war gar nicht leicht. Ich wundere mich immer noch, wie mir das so lange gelungen ist.

      Bran auf dem Thron war eine interessante Wahl. Macht auch wirklich Sinn. Jon wäre tatsächlich zu naheliegend gewesen. Vielleicht wird er ja der neue König hinter der Mauer? 😉

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  5. Haben dazu eine Podcast Folge aufgenommen, daher nur hier meine Kurzgedanken (ist auch schon länger her 😀 )
    Inhaltlich bin ich auch mehr als zufrieden und es gibt wahnsinnig gute und überraschende Momente wieder. Gerade die Schlacht um Winterfell mit der letzten Szene war der Hammer 🙂
    Leider war es auch immer ein Merkmal von Game of Thrones, die Geschichte langsam und ruhig zu erzählen. Dann war es umso besser wenn am Ende der Staffel alles Schlag auf Schlag ging. Hier wurde das Tempo enorm angezogen, was dann viel zu überhastet und abghetzt gewirkt hat. Manche Charaktere haben so keinen guten Abschluss gefunden und ich kann verstehen, wenn für manche das endgültige Ende viel zu abrupt und aus dem Nichts kam. Ingesamt für GoT Verhältnisse eine mittelmäßge Staffel, aber immernoch im Vergleich zu anderen Serien ziemlich gut

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    • Ich fand die Staffel gar nicht so überhetzt erzählt, auch wenn eine oder zwei Episoden mehr bestimmt gut getan hätten. Für mich hat sich die ganze Staffel schon angefühlt, wie das Finale. Es wurden Hinweise gestreut und die Figuren platziert. War für mich schlüssig. Am Ende hätte ich einfach gerne noch mehr Zeit in dieser Welt und mit diesen Figuren verbracht. Aber ich fand das Finale konsequent und typisch für die Serie. Es freut mich, dass ein sauberer Abschluss gefunden wurde. Hätte ja auch ganz anders ausgehen können…

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      • Naja, für mich fehlt da nicht nur ein oder zwei Folgen, sondern eine ganze Staffel. Allein der Night King hätte eine Staffel Aufbau und Tod verdient. Mir hat einfach das zwischendurch gefehlt. Eigentlich waren fast alle tot nach der Schlacht um Winterfell, nur um 2 Folgen später in hoher Mannzahl vor Kingslanding zu stehen. Auch Daenyris Wandel hätte einfach noch ein paar Folgen brodeln können. Genauso wie die Ereignisse nach dem Krieg, welche ja alle in einer Folge abgehandelt wurde. So ergeben sich dann auch Logiklöcher, die es zumindest kaum 6 Staffeln vorher gab.
        Eine epische Serie verdient einfach ein Finale in epischer Länge. Das Ende von Herr der Ringe 3 geht ja auch gut eine Stunde und wird nicht in 5 Minuten abgefrühstückt 😉

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      • Der Night King wurde aber schon in den vorhergehenden Staffeln aufgebaut. Ja, klar hätte man ihn noch ein wenig durch den Norden streifen und seine Armee der Untoten erweitern sehen können, aber wirklich nötig wäre das auch nicht gewesen. Danys Armee war nach Winterfell ja ordentlich reduziert und vor allem ausgelaugt. Das kam für mich auch gut rüber.

        Ursprünglich waren ja sogar nur 7 Staffeln im Gespräch und ein Kinofilm. Da bin ich schon froh, überhaupt ein Finale in dieser Länge bekommen zu haben. Noch eine oder zwei Staffeln mehr? Das hätte die Serie auch totgeritten, befürchte ich. Ein bis zwei Episoden mehr wäre vermutlich der Sweet-Spot gewesen. Aber das sieht vermutlich jeder anders… 😉

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      • Wie gesagt, ist schon länger her, aber ich erinnere mich an eine Szene wo Daenyris sagt, dass sie nach Winterfell noch die Hälfte von allem haben. Nachdem wir in der Folge davor vielleich noch 30 Leute haben rennen sehen und die Reiter komplett abgeschlachtet wurden sind. Solche Kleinigkeiten gabs leider dann doch ein paar.
        Na klar, man kann es nicht jedem Recht machen. Aber ich habe mir teilweise Videos zur Geschichte von Westeros angesehen, die länger gedauert haben als die letzte Staffel :D: 😀

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      • Das ist ja aber auch das Schöne an dieser Welt: GRRM hat eine extrem reiche Mythologie geschaffen. Da kratzt die gesamte Serie nur an der Oberfläche, die Bücher gehen schon deutlich tiefer, aber es steckt noch viel mehr dahinter. Das merkt man in der Geschichte und kommt den Figuren (auch in der Serie) zugute.

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      • Ja, wenn er es denn jemals schreibt. Überhaupt glaube ich, dass sich die Struktur grundsätzlich unterscheiden wird. War ja schon bei Buch 4 und 5 sowie den entsprechenden Staffeln so, dass Handlungselemente wild geschoben wurden. Und das teils in der Serie sogar besser funktioniert hat als in den Büchern… 😉

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