Ghost in the Shell (2017)

Da die Kinder noch bis morgen bei den Großeltern untergebracht sind, haben wir die Gunst der Stunde genutzt und sind einmal wieder ins Kino gegangen. Leider lief nicht der Film, den wir unbedingt sehen wollten. Letztendlich fiel meine unsere Wahl auf „Ghost in the Shell“ und speziell ich war durchaus gespannt, was die Realverfilmung des Animes denn so auf dem Kasten hat: Die Trailer sahen vielversprechend aus, die Kritiken waren jedoch durchwachsen…

Einmal Matrix und zurück

Speziell Fans des Animes scheinen so ihre Probleme mit der Realverfilmung zu haben. Auch ich kenne das Original, wenngleich meine Sichtung inzwischen mindestens 15 Jahre zurückliegt. Es muss irgendwann nach „The Matrix“ gewesen sein, als man alles aufgesogen hat, was für diesen bahnbrechenden Film Pate stand. Ich erinnere mich noch, dass ich die Geschichte faszinierend aber auch verwirrend fand. Heute dagegen, ziemlich genau 18 Jahre nach dem Blockbuster der Wachowski-Geschwister, wirkt die Geschichte doch schon ziemlich vertraut. Was 1995 unglaublich originell gewirkt haben musste, ist heute nur noch die gekonnte Inszenierung einer nur allzu bekannten Routine. Das kann man dem Film nur schwerlich als Fehler anlasten, trübt dessen Wirkung leider dennoch beträchtlich.

Whitewashing oder warum Scarlett Johansson?

Am meisten war „Ghost in the Shell“ im Vorfeld des Kinostarts wohl aufgrund des Whitewashing-Vorwurfs in aller Munde. Ich kann den Punkt durchaus verstehen, doch glaube ich auch, dass man sich bei Hollywood-Produktionen nicht zu viele Illusionen machen sollte: Es geht hier einfach ums Geschäft. Wären die Rechte an ein japanisches Filmstudio gegangen, hätte es die Diskussion ziemlich sicher nicht gegeben. Sind sie aber nicht. Mit Dreamworks steht ein amerikanisches Studio hinter der Produktion und als solches werden natürlich auch amerikanische Stars platziert, um den Erfolg im westlichen Markt zu garantieren. Das mag aus künstlerischer Sicht fragwürdig sein, doch ist es keinesfalls überraschend oder skandalös. Davon einmal abgesehen fand ich Scarlett Johansson tatsächlich gut besetzt und ich habe ihr die Rolle abgenommen.

Mit Pilou Asbæk, Takeshi Kitano, Juliette Binoche und Michael Pitt ist der restliche Cast durchaus international und die Schauspieler werden ihren Anime-Pendants auf jeden Fall gerecht. Auch wenn westliche Gesichter dominieren, so wirkt die Welt in „Ghost of the Shell“ dennoch wie ein Schmelztiegel und Erinnerungen an „Blade Runner“ werden wach, nur dass hier alles noch einmal bunter, lauter und leider auch sauberer wirkt. Dennoch hat mich die Gestaltung der nahen Zukunft auf jeden Fall überzeugt und ich hätte gerne noch mehr davon gesehen.

Fazit

Ohne „The Matrix“ oder auch „Blade Runner“ wäre die Realverfilmung von „Ghost in the Shell“ ein wirklich beeindruckendes Filmerlebnis gewesen, das bei mir noch lange nachgewirkt hätte. Mit Kenntnis der teils dem Original nacheifernden Vorbilder, lässt Rupert Sanders‘ Film jedoch Originalität vermissen. Die Actionszenen sind toll inszeniert (wenn auch ein wenig blutleer) und der Film sieht insgesamt schon ziemlich fantastisch aus. Leider jedoch wird die Handlung zu vereinfacht wiedergegeben und am Ende wirkt es, als wäre nur eine weitere Superheldin geboren worden. Trotz seiner Fehler auf jeden Fall sehenswert: 7/10 Punkte.

Deadpool (2016)

Was für ein Tag. Was für eine Woche. Doch egal, denn nun beginnt für mich nicht nur das lange Osterwochenende, sondern auch die wohlverdiente Urlaubswoche: Die Kinder sind bei den Großeltern, meine Frau und ich waren gemütlich etwas essen und haben inoffiziell die Fastenzeit beendet – was liegt also näher, als den Abend mit einem romantischen Film ausklingen zu lassen? Somit habe ich den erst aktuell erworbenen „Deadpool“ in den Player geschoben und auf ein stimmungsvolles Filmerlebnis gehofft. Vergebens oder berechtigt? Das erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Was macht Deadpool zu Deadpool?

Um es vorwegzunehmen: Meine bessere Hälfte ist nach kurzer Zeit eingeschlafen, ich habe mir (Fastenzeit beendet, ihr habt es oben gelesen) ein Glas Rum eingeschenkt und wurde bestens unterhalten. „Deadpool“ ist genau der Film, den man nach der ziemlich famosen Marketing-Kampagne erwarten durfte: Blutig, selbstreferentiell und oft unter der Gürtellinie. Nicht der typische Marvel-Film, aber letztendlich dann doch so poliert, dass es keine großen Überraschungen gibt. Beste R-Rated-Unterhaltung für die große Leinwand. Also ein Blockbuster für Erwachsene? Eher wohl für den Teenager im Manne. Und dennoch funktioniert die Comic-Verfilmung ausgezeichnet. Sie besitzt eine gewisse Leichtigkeit, die sich nur manchmal mit den Big-Budget-Bildern beißt. Perfekt besetzt und wunderbar temporeich geschrieben: ein großer Spaß.

Wie passt Deadpool zu den X-Men?

Bereits 2009 habe ich in „X-Men Origins: Wolverine“ dem ersten Auftritt von Ryan Reynolds als Deadpool beigewohnt, allerdings ist mir dieser nicht sonderlich in Erinnerung geblieben. Ryan Reynolds („Two Guys and a Girl“) allerdings schon, hat er doch sehr für einen eigenen Film des Antihelden gekämpft. Vermutlich ist dieser Aspekt auch der interessanteste der Produktionsgeschichte, denn 20th Century Fox hat erst einmal nicht an den Erfolg eines R-Rated-Comic-Films geglaubt. Aus heutiger Sicht natürlich unvorstellbar. Seitdem hat auch „Logan“ gezeigt, dass eine etwas härtere Gangart bei den Fans durchaus gut ankommt. Die Beziehung zu den „X-Men“ ist überhaupt ein interessanter Aspekt des Films, zeichnet sich „Deadpool“ doch durch unzählige Anspielungen auf das Franchise aus, ist wunderbar meta und erlaubt seinem Charakter beständig die vierte Wand zu durchbrechen. Ein wirklich großer Spaß. Hatte ich das schon erwähnt?

Fazit

Auch wenn „Deadpool“ nicht so subversiv ist, wie er gerne dargestellt wird, ist er einfach erfrischend unterhaltsam. Es gilt ausnahmsweise einmal nicht die gesamte Welt zu retten, sondern einen persönlichen Rachefeldzug zu beenden. Die Optik ist, typisch für Marvel, sehr auf Hochglanz poliert, was auch die unzähligen Blut-Effekte nicht ändern. Durch das Spiel mit der Meta-Ebene bleibt der Film stets sympathisch und man sieht allen Beteiligten an, dass sie wirklich für die Figur brennen. Speziell Ryan Reynolds ist die perfekte Besetzung und ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil: 8/10 Punkte.

5 Serien, die ich immer wieder empfohlen bekomme, aber bisher noch nicht gesehen habe

Auch in der aktuellen Ausgabe von Goranas Die 5 BESTEN am DONNERSTAG geht es mit bisher verschmähten Empfehlungen weiter. Die Serien sind mir dabei allerdings deutlich leichter gefallen, als die Bücher der letzten Woche. Sollte ich mir deshalb Gedanken darüber machen, dass ich mich zu sehr in der Welt der bewegten Bilder bewege? Auf jeden Fall bin ich schon gespannt auf eure Serien-Empfehlungen! 🙂

Das Thema für Ausgabe #40 lautet:

5 Serien, die ich immer wieder empfohlen bekomme, aber bisher noch nicht gesehen habe

  1. „Fargo“ (2014-heute) – Hier kann ich den Ursprung der Empfehlung nicht mehr rekonstruieren, jedoch wurde mir die Serie schon aus verschiedensten Richtungen ans Herz gelegt. Den Film der Coen-Brüder liebe ich ja sehr und ich bin mir sicher, dass mir auch die Serie zusagen würde.
  2. „Roswell“ (1999-2002) – Ich liebe die Serien, bei denen Jason Katims als Showrunner fungiert. Speziell „Friday Night Lights“ und „Parenthood“ sind mir unglaublich ans Herz gewachsen. Kein Wunder also, dass mir Flo Lieb mit „Roswell“ immer wieder eine der ersten Serien des Showrunners nahelegt.
  3. „Sons of Anarchy“ (2008-2014) – Die Serie steht bereits bei mir im Regal und bisher war die Sichtung nur eine Frage der Zeit und Priorisierung. Spätestens durch die Besprechungen auf neuesvomschreibtisch wäre die Serie aber ohnehin auf meinem Radar gelandet.
  4. „Suits“ (2011-heute) – Auch diese Anwaltsserie wird immer wieder auf neuesvomschreibtisch hervorgehoben und auch die Singende Lehrerin empfiehlt die Serie beständig weiter. Eigentlich dachte ich, dass ich seit „Ally McBeal“ mit Anwaltsserien durch bin, aber vielleicht schaue ich ja irgendwann doch noch einmal rein?
  5. „The Goldbergs“ (2013-heute) – Schon seit der gute Herr Inishmore zum ersten Mal über die Serie berichtete, war ich Feuer und Flamme. In letzter Zeit wurde „The Goldbergs“ auch immer wieder auf Sneakfilm erwähnt, so dass der Wunsch nach einer Sichtung wächst. Gerade wenn Vergleiche zu „Wunderbare Jahre“ gezogen werden und die Serie „The Goonies“ zitiert, sollte ich eigentlich schon längst reingeschaut haben…

Media Monday #302

Ein sommerlich-sonniges Wochenende geht zu Ende: Wir waren nahezu komplett draußen, ich habe mir bei einem Trainingslauf über die Halbmarathon-Distanz meinen ersten Sonnenbrand geholt und einen Film haben wir tatsächlich auch noch gesehen. Dennoch bleibt das ungute Gefühl die Zeit nicht sinnvoll genutzt zu haben, speziell weil die kommende Woche bestimmt wieder die eine oder andere Unwegsamkeit mit sich bringen wird. Daran versuche ich bei der Beantwortung der aktuellen Fragen des Medienjournals jedoch noch nicht zu denken. Morgen ist ja auch noch ein Tag…

  1. Animations- oder Zeichentrickserien waren eine meiner Obsessionen während der 80er: Erinnert ihr euch noch an Bim Bam Bino auf Tele 5?
  2. Das Familien-Drama „Parenthood“ habe ich regelrecht durchgesuchtet, weil es fantastische Charaktere bietet und trotz der Idealisierung von Familie stets glaubhaft bleibt.
  3. Wenn es um handfestes Drama geht ist „Mad Men“ immer noch die Serie der Wahl (wobei hier natürlich auch „Six Feet Under“ genannt werden müsste).
  4. „One Tree Hill“ oder „The O.C.“ erfüllt so ziemlich jedes Klischee, doch ich hatte tatsächlich meinen Spaß mit den beiden Teen-Dramen.
  5. Eine Serienstaffel, auf die ich mich richtiggehend freue ist die siebte Staffel von „Game of Thrones“.
  6. Martin Sheen hat mit seiner Rolle als Josiah Edward „Jed“ Bartlet mein Herz erobert, denn er spielt in „The West Wing“ einen amerikanischen Präsidenten, den man sich tatsächlich an der Macht wünscht.
  7. Zuletzt habe ich die dritte Staffel von „The Affair“ gesehen und das war packend erzähltes Drama, weil der Kniff mit den unterschiedlichen Erzählperspektiven immer noch erstaunlich gut funktioniert.

96 Hours: Taken 3 – OT: Taken 3 – Extended Cut (2014)

Nachdem ich heute im Training einen Halbmarathon gelaufen bin und mich danach nicht wirklich ausgeruht habe, stand zu befürchten, dass ich abends einmal mehr vor dem Fernseher einschlafe. Die Wahl ist mit „96 Hours: Taken 3“ folglich auf einen anspruchslosen Action-Film gefallen, von dem ich mir nicht sonderlich viel erwartet habe. Ich bin wach geblieben, doch ob das eher dem Film zuzuschreiben ist, oder meiner innerlichen Aufgekratztheit, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Ein Remake von „Auf der Flucht“?

Den ersten „Taken“ fand ich ganz famos und auch „Taken 2“ hat mir deutlich besser gefallen, als den meisten Kritikern – nun also ein drittes Mal mit Bryan Mills auf Gangsterjagd gehen. Was ist außer der Hauptperson geblieben? Nicht wirklich viel: Der dritte Teil des Action-Franchises wirkt eher als hätten die Autoren an einem modernen Remake von „Auf der Flucht“ gearbeitet bzw. das Drehbuch eines solchen für den B-Movie-Markt gedachten Films auf die „Taken“-Reihe übertragen. Es gibt folglich keine Entführung und Bryan Mills muss sich dieses Mal als gesuchter Mörder seiner Frau vor der Polizei verstecken und gleichzeitig den echten Mörder finden. Na, das kommt und doch tatsächlich bekannt vor.

Schwache Regie, schwächeres Drehbuch

Wie bereits beim zweiten Teil führt erneut Olivier Megaton Regie, was bedeutet, dass auch die Action-Szenen in „Taken 3“ unter einem extremen Schnittgewitter und Wackelkamera leiden. Wirklich nicht schön anzuschauen und häufig handwerklich einfach schlecht gemacht. Kann sich der Herr nicht einmal John Frankenheimers „Ronin“ ansehen? Dann wüsste er, wie man Verfolgungsjagden per Auto inszeniert. Tatsächlich mochte ich die ruhigen Szenen am liebsten, gerade der Einstieg in die Geschichte mit Mills, seiner Frau und seiner Tochter. Ja, das hat für mich funktioniert, macht aber natürlich nur einen geringen Teil des Films aus, selbst wenn dieser dritte Teil die bisher wenigsten Action-Szenen der Reihe bietet.

Den verfolgenden Ermittler gibt Forest Whitaker, den ich ja immer ganz gerne sehe. Leider jedoch ist seine Rolle so unfassbar dämlich geschrieben, dass er nach kurzer Zeit nur noch nervt. Sein Charakter ist die Inkompetenz in Person, der uns am Ende offenbart, dass er ja schon von Anfang von Mills Unschuld wusste. Ja, genau. Seine Briefing-Szenen sind schon fast Comedy, was leider ein Zeichen dafür ist, dass bei „Taken 3“ so einiges nicht funktioniert.

Fazit

Auch wenn der Film viele Schwächen besitzt, so hatte ich doch Spaß mit ihm. Die Zeit ist schnell vergangen und selbst die hektischen Action-Szenen sind unterhaltsam anzusehen. Das Zusammenspiel zwischen Mills und seiner Tochter mochte ich zudem weiterhin sehr. Schade nur, dass man nicht mehr aus der Geschichte gemacht hat. Wie erwartet anspruchsloser Action-Reißer, den man sich durchaus anschauen kann, aber auf keinen Fall gesehen haben muss: 5/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (424)

Eigentlich wollte ich heute gleich wieder früh morgens laufen gehen, doch meine Kinder haben gestreikt und wollten nicht mit einkaufen gehen. Somit bin ich dann doch erst zur Mittagszeit losgekommen, was mich jedoch nicht von meinem Plan abgehalten hat, zum ersten Mal in diesem Jahr die Halbmarathon-Distanz anzugehen.

Das Wetter war zu Beginn noch recht angenehm, doch spätestens ab der Hälfte wurde es so richtig heiß – auch wenn das Thermometer offiziell nur 16 °C anzeigte. Vielleicht lag es auch am Trinkrucksack, der meinen Rücken  zusätzlich erwärmte. Wie dem auch sei, die neu entdeckte Strecke war größtenteils wirklich schön und gut zu laufen:

Distance: 21.28 km
Duration: 02:11:58
Elevation: 182 m
Avg Pace: 6:12 min/km
Avg Speed: 9.68 km/h
Heart Rate: 171 bpm
Stride Frequency: 147 spm
Energy: 1893 kcal

Im Vergleich zu meinem letzten Halbmarathon im Wettkampf war ich nur geringfügig schneller. Wenn man die deutlich einfachere Strecke bedenkt, dann vermutlich sogar eher langsamer. Tatsächlich bin ich im Moment auch einfach nur froh, wieder zu Hause angekommen zu sein, denn alles ab dem sechzehnten Kilometer war einfach nur schmerzhaft. Schon faszinierend, was so läppische sechs Kilometer mehr doch ausmachen. Ich weiß nun, dass ich wieder mehr längere Distanzen laufen muss, um hier in Zukunft ein wenig Land zu sehen…

Im ersten Ohr: FatBoysRun – Episode 79: Utrecht 2017
Im zweiten Ohr: Second Unit #195: Harry Potter und der Stein der Weisen
Im drittem Ohr: Johnossi

Alien the Archive: The Ultimate Guide to the Classic Movies (Mark Salisbury)

Neben viel Fiktion und Bergsteiger-Literatur habe ich endlich einmal wieder ein richtiges Sachbuch in die Hand genommen. Und welches Thema liegt da näher als eine meiner liebsten Filmreihen? Mit „Alien the Archive: The Ultimate Guide to the Classic Movies“ habe ich mich in die Produktionsgeschichte der vier ursprünglichen Alien-Filme begeben und hatte enorm viel Spaß dabei. Da ich meist nur abends im Bett zum Lesen gekommen bin, sollte ich noch eine Warnung aussprechen: Man kann von dem großformatigen Wälzer leicht erschlagen werden…

Zunächst einmal muss ich die Aufmachung loben: Das Buch ist, wie schon erwähnt, wunderbar großformatig, was die unzähligen Fotos und Skizzen hervorragend zur Geltung bringt. Hinzu kommt eine sehr gute Verarbeitungsqualität und wenn man den Schutzeinband entfernt, wird man von einem geprägten Storyboard-Panel überrascht, das einen Alien-Angriff zeigt. Dadurch alleine lädt „Alien the Archive“ schon zum Schmökern ein und man könnte es wahrlich perfekt als Coffee-Table-Book verwenden, gäbe es nicht auf nahezu jeder Seite gruselige Monster und blutige Details. Besonders interessant fand ich hier Konzeptzeichnungen, die belegen wie viele Gedanken sich die Designer gemacht haben. Absolut großartig. Kein Wunder, dass die Reihe bis heute so wunderbar zeitlos ist.

Auch inhaltlich war es schön das Wissen um „Alien“ zu vertiefen bzw. noch einmal in gedruckter Form zu lesen, denn wirklich neu war für mich nicht viel. Gerade die Making-of-Dokumentationen auf der Blu-ray-Edition gehen unglaublich detailliert auf die Entstehungsgeschichte der vier Filme ein und klammern dabei auch kritische Passagen nicht aus. Wer diese kennt, wird von „Alien the Archive“ nur wenig Neues mitnehmen können. Dennoch ist das Buch gut geschrieben und wartet mit den wichtigsten Fakten rund um die „Alien“-Reihe auf. Es gibt ein paar neue Interviews und Informationen zu den alternativen Szenen und Schnittfassungen. Insgesamt also ein rundes Paket für Fans und solche, die es werden wollen.

Aufgrund seiner Aufmachung und den unzähligen Set-Fotos und Skizzen, ist das Buch ein Schmuckstück in jedem Regal. Man bekommt viel für sein Geld, sollte jedoch nicht erwarten neue Einsichten in die Produktionsgeschichte der Filme zu bekommen. Wer damit leben kann, erhält mit „Alien the Archive: The Ultimate Guide to the Classic Movies“ ein famoses Nachschlagewerk rund um das beste Sci-Fi-Horror-Franchise der Filmgeschichte: 9/10 Punkte.

5 Bücher, die ich immer wieder empfohlen bekomme, aber bisher noch nicht gelesen habe

In einer der bisher schwierigsten Aufgabenstellungen, möchte Gorana in dieser Ausgabe von Die 5 BESTEN am DONNERSTAG die fünf Bücher wissen, die ich immer wieder empfohlen bekomme, aber bisher noch nicht gelesen habe. Tatsächlich musste ich feststellen, dass mir nicht mehr sonderlich viele Bücher empfohlen werden. Ich suche selbst meist aktiv nach neuem Lesestoff. Dennoch habe ich fünf bisher ignorierte Empfehlungen identifizieren können…

Das Thema für Ausgabe #39 lautet:

5 Bücher, die ich immer wieder empfohlen bekomme, aber bisher noch nicht gelesen habe

  1. „Der Herr der Ringe“ (J. R. R. Tolkien, 1954) – Ich liebe die Verfilmungen und  „Der Hobbit“ zählt zu meinen Lieblingsbüchern – eigentlich müsste ich von der Roman-Trilogie begeistert sein. Bin ich bisher jedoch noch nicht. Trotz unzähligen Empfehlungen bin ich nie über die Hälfte von „Die zwei Türme“ hinausgekommen. Ob sich das noch einmal ändern wird?
  2. „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ (Walter Moers, 1999) – Das Buch wurde mir schon vor Jahren zum Geburtstag geschenkt. Es sei so phantasiereich und humorvoll. Tatsächlich habe ich es versucht, doch es zündet bei mir einfach nicht. Selbst beim entsprechenden Segment in „Die Sendung mit der Maus“ stöhne ich innerlich auf und sehne „Shaun das Schaf“ herbei.
  3. „Extrem laut und unglaublich nah“ (Jonathan Safran Foer, 2005) – Meine Frau liebt das Buch und war davon enorm begeistert. Auch ich wollte es unbedingt noch lesen, doch seitdem ich die Verfilmung nur ganz gut fand, ist es auf meiner Liste deutlich nach unten gerückt.
  4. „High Fidelity“ (Nick Hornby, 1995) – Ich liebe den Film, ich liebe Hornbys Roman „About a Boy“, das Buch wurde mir schon unzählige Male ans Herz gelegt und doch habe ich es nie gelesen. Das muss ich ändern!
  5. „The Name of the Wind“ (Patrick Rothfuss, 2007) – Nachdem ich das Buch bereits letztes Jahr in meiner Liste der Bücher für 2016 und auch dieses Jahr für 2017 erwähnt habe und es mir von meiner Frau und unzähligen Bloggern ans Herz gelegt wurde, wird es wirklich höchste Zeit. Ich plane es zumindest fest für den kommenden Winter ein…

Run, Fatboy, Run (423)

Was für ein beschissener Tag. Pardon. Aber ist eben so. Nicht nur, dass ich schon seit einer guten Woche spätestens ab 5 Uhr wach liege und sich das Gedankenkarussell dreht, nein, auch der Rest des Tages bot wieder ein Highlight nach dem anderen. Also habe ich mich trotz Müdigkeit aufgerafft, um eine Runde laufen zu gehen. Immerhin hat es nicht geregnet, das ist doch auch schon was. Mit knapp 10 °C war es angenehm frisch. Ich bin trotzdem in kurzer Hose gelaufen. So.

Distance: 10.17 km
Duration: 00:55:44
Elevation: 83 m
Avg Pace: 5:28 min/km
Avg Speed: 10.95 km/h
Heart Rate: 168 bpm
Stride Frequency: 151 spm
Energy: 857 kcal

Am Anfang haben sich meine Beine noch wie Blei angefühlt und ich hätte wetten können, dass ich mit Mühe und Not unter 6:00 min/km laufe. Dem war aber nicht so: Bei der Hälfte hatte ich einen Schnitt von 5:20 min/km, der sich bei der letzten Steigung jedoch wieder verschlechterte. Auf dem letzten Kilometer konnte ich dann sogar noch ein paar Sekunden wettmachen. Somit war das in diesem Jahr mein bisher schnellster Lauf über 10 Kilometer. Um genau zu sein war ich exakt 11 Sekunden pro Kilometer schneller als beim letztwöchigen Lauf auf der gleichen Strecke. Immerhin ein kleiner Erfolg an diesem wundervollen Tag.

Im ersten Ohr: FatBoysRun – Episode 78: Interview Florian Reichert
Im zweiten Ohr: Sneakpod #482 –The Beauty And The Beast
Im drittem Ohr: Mando Diao

The Affair – Season 3

Beinahe ein Jahr ist vergangen seit ich die zweite Staffel der Serie gesehen habe. Seit geraumer Zeit ist „The Affair – Season 3“ bereits auf Amazon Prime verfügbar und mit nur 10 Episoden schien mir die Fortführung der Geschichte eine gute Wahl, um an den Serien-Marathon mit „The O.C.“ anzuschließen. Ob mich die Serie nach einem Jahr Pause wieder packen konnten, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Zunächst ist mir deutlich aufgefallen, wie stark der Kontrast zu dem zuvor gesehenen Teen-Drama doch ist. Natürlich merkt man das Genre, doch auch Produktionsqualität von Inszenierung bis hin zu den Darstellern spielen in einer ganz anderen Liga. Das Fernsehen hat sich in den letzten 10 Jahren wirklich stark weiterentwickelt. Bevor nun jemand mit Äpfeln und Birnen um die Ecke kommt, sollte ich ergänzen, dass dies allein die formalen Merkmale betrifft und ich mit beiden Serien viel Spaß hatte. Wobei Spaß bei der dritten Staffel von „The Affair“ vielleicht das falsche Wort ist.

Bereits in ihrem ersten Jahr war die Serie nicht gerade eine Stimmungskanone, doch im Vergleich zu den düsteren und depressiv stimmenden Handlungsbögen der dritten Staffel wirkt sie rückblickend fast wie eine leichte Komödie. Inzwischen wirkt jede Figur nur noch verloren und speziell Helen und Noah sind an ihren Tiefpunkten angekommen. Teils hatte ich das Gefühl die Serie suhlt sich ein wenig zu sehr im Elend ihrer Charaktere, speziell im Mittelteil der Staffel war das manchmal nur schwer zu ertragen. In den letzten beiden Episoden ist der Knoten dann aber geplatzt und es gibt ein paar durchaus überraschende und emotional packende Entwicklungen, die mich nun tatsächlich neugierig auf das vierte Jahr machen.

Hat sich eigentlich einmal jemand von euch gefragt, was Brendan Fraser (bekannt u.a. aus der „Die Mumie“-Trilogie, „Tintenherz“ oder „Scrubs“) heute macht? Er spielt einen soziopathischen Gefängniswärter, der zu einer der zentralen Figuren in dieser Staffel wird. Wirklich erschreckend gut gespielt, speziell wenn man Fraser aus früheren Rollen kennt. Auch die anderen Schauspieler (gerade Dominic West aus „The Wire“) liefern wieder großartig ab und es ist eine Freude ihnen zuzusehen. Die Erzählperspektiven werden erneut erweitert, so dass sich das narrative Puzzle der Serie noch deutlich fragmentierter anfühlt als zuvor. Gerne hätte ich mehr Zeit mit gewissen Charakteren verbracht, andere dagegen werden zu sehr in den Mittelpunkt gerückt. Speziell Helens Handlungsstrang fand ich teils doch etwas redundant.

Insgesamt ist auch die dritte Staffel von „The Affair“ hochwertiges Serienkino, das man sich sehr gut anschauen kann. Mir waren die Entwicklungen teils zu gewollt auf düster getrimmt und ich hätte mir eine stärkere Fokussierung auf die eigentlichen Hauptfiguren gewünscht. So nett ich die neuen Charaktere (z.B. Juliette) fand, so sehr haben sie doch auch von der Kernhandlung abgelenkt. Vielleicht war dies aber auch nötig, um im vierten Jahr neue Akzente zu setzen. Ich bin gespannt: 8/10 (8.0) Punkte.