The Affair – Season 3

Beinahe ein Jahr ist vergangen seit ich die zweite Staffel der Serie gesehen habe. Seit geraumer Zeit ist „The Affair – Season 3“ bereits auf Amazon Prime verfügbar und mit nur 10 Episoden schien mir die Fortführung der Geschichte eine gute Wahl, um an den Serien-Marathon mit „The O.C.“ anzuschließen. Ob mich die Serie nach einem Jahr Pause wieder packen konnten, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Zunächst ist mir deutlich aufgefallen, wie stark der Kontrast zu dem zuvor gesehenen Teen-Drama doch ist. Natürlich merkt man das Genre, doch auch Produktionsqualität von Inszenierung bis hin zu den Darstellern spielen in einer ganz anderen Liga. Das Fernsehen hat sich in den letzten 10 Jahren wirklich stark weiterentwickelt. Bevor nun jemand mit Äpfeln und Birnen um die Ecke kommt, sollte ich ergänzen, dass dies allein die formalen Merkmale betrifft und ich mit beiden Serien viel Spaß hatte. Wobei Spaß bei der dritten Staffel von „The Affair“ vielleicht das falsche Wort ist.

Bereits in ihrem ersten Jahr war die Serie nicht gerade eine Stimmungskanone, doch im Vergleich zu den düsteren und depressiv stimmenden Handlungsbögen der dritten Staffel wirkt sie rückblickend fast wie eine leichte Komödie. Inzwischen wirkt jede Figur nur noch verloren und speziell Helen und Noah sind an ihren Tiefpunkten angekommen. Teils hatte ich das Gefühl die Serie suhlt sich ein wenig zu sehr im Elend ihrer Charaktere, speziell im Mittelteil der Staffel war das manchmal nur schwer zu ertragen. In den letzten beiden Episoden ist der Knoten dann aber geplatzt und es gibt ein paar durchaus überraschende und emotional packende Entwicklungen, die mich nun tatsächlich neugierig auf das vierte Jahr machen.

Hat sich eigentlich einmal jemand von euch gefragt, was Brendan Fraser (bekannt u.a. aus der „Die Mumie“-Trilogie, „Tintenherz“ oder „Scrubs“) heute macht? Er spielt einen soziopathischen Gefängniswärter, der zu einer der zentralen Figuren in dieser Staffel wird. Wirklich erschreckend gut gespielt, speziell wenn man Fraser aus früheren Rollen kennt. Auch die anderen Schauspieler (gerade Dominic West aus „The Wire“) liefern wieder großartig ab und es ist eine Freude ihnen zuzusehen. Die Erzählperspektiven werden erneut erweitert, so dass sich das narrative Puzzle der Serie noch deutlich fragmentierter anfühlt als zuvor. Gerne hätte ich mehr Zeit mit gewissen Charakteren verbracht, andere dagegen werden zu sehr in den Mittelpunkt gerückt. Speziell Helens Handlungsstrang fand ich teils doch etwas redundant.

Insgesamt ist auch die dritte Staffel von „The Affair“ hochwertiges Serienkino, das man sich sehr gut anschauen kann. Mir waren die Entwicklungen teils zu gewollt auf düster getrimmt und ich hätte mir eine stärkere Fokussierung auf die eigentlichen Hauptfiguren gewünscht. So nett ich die neuen Charaktere (z.B. Juliette) fand, so sehr haben sie doch auch von der Kernhandlung abgelenkt. Vielleicht war dies aber auch nötig, um im vierten Jahr neue Akzente zu setzen. Ich bin gespannt: 8/10 (8.0) Punkte.

19 Gedanken zu “The Affair – Season 3

    • Noah Solloway geht für seine Frau (die saß am Steuer) und Alison (die hat den Bruder auf die Straße geschubst) in den Knast. Die Staffel spielt nachdem er raus ist und nun mit den Dämonen der Vergangenheit (dargestellt durch Brendan Fraser) kämpft. Er hängt zwischen seinen zwei Frauen, die sich versuchen von ihm zu befreien (was mehr oder weniger gelingt) und dabei lernt er eine dritte Frau kennen. So ungefähr ohne alles zu verraten… 😉

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  1. Bin grade in der Mitte der Staffel. Brendan Fraser ist echt furchteinflößend als „Gunther“. Endlich mal eine ernste Rolle für diesen – sorry – „Komödien-Trottel“. Wobei ja sein Part in „Scrubs“ auch nicht ohne war.

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    • Ach, ich mochte Fraser auch in den komödiantischen Rollen recht gerne. Gerade für die ersten beiden „Die Mumie“-Filme habe ich eine Schwäche. Wenn ich dagegen an den Trailer des Reboots mit Tom Cruise denke… aber das ist eine andere Geschichte! 🙂

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  2. Da hast du aber schnell aufgeholt. 🙂 Stimme dir zu, gab ein paar Momente, in denen ich auch dachte, die Serie hätte irgendwie ihren Fokus verloren. Aber alles in allem nach wie vor große Klasse (wie OC zu seiner Zeit auch ;)). Ich war sehr froh über die Auflösung des Brendan Fraser Plots am Ende, da wirkte er ja wieder sympathischer, weil ich befürchtet hatte, er würde heute wirklich so übel aussehen.

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    • Ach, gut zwei Wochen habe ich an der Serie schon geschaut. Waren ja auch nur 10 Episoden… 🙂

      Die Auflösung der Brendan-Fraser-Storyline hat mich extrem gepackt. Zwar hatte ich etwas in der Art schon immer vermutet, doch eben auch nur halbherzig, weil seine Figur auch stets in den Rückblenden vorkam. Wahnsinnig toll und intensiv gespielt. Die vorletzte Episode war dann auch mein Highlight der Staffel.

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      • Unter der Woche schaffe ich abends meist genau eine Folge. Das passt ganz gut in den Zwei-Wochen-Rhythmus… 😉

        Ich bin auch sehr gespannt was noch kommt und hoffe die Autoren verrennen sich nicht in zu vielen Perspektiven.

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  3. Ich hab jetzt 9 der 10 Folgen von „The Affair – Season 3“ gesehen und finde die Staffel sollte den Untertitel „Back to the Ex“ haben. Scheinbar fängt jede Figur wieder etwas mit ihrem Ex-Partner an. Jetzt fehlt nur noch, dass sich die Ätz-Tochter Whitney umbringt, um bei ihrem geliebten Scotty zu sein.
    Abgesehen von diesem dicken Minuspunkt ist die Serie aber immer noch ganz gut, vor allem der Verfall Noahs und seine Traumata werden stark umgesetzt. Aber so langsam glaube ich, dass die Serie ihren Zenit überschritten hat.

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    • Ach, mit den diversen Ex hatten die Charaktere doch auch schon in der vorhergehenden Staffel etwas. Das ist eh so ein Element, was immer wieder auftaucht. Da gibt es keinen endgültigen Abschluss, alles ist fließend.

      Für mich war der Höhepunkt der Serie auch ganz klar die erste Staffel. Dennoch bietet sie weiterhin sehr gutes Drama, ohne sich komplett lächerlich zu machen, was ja gerade in dem Genre gerne mal passiert.

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  4. Pingback: Media Monday #302 | moviescape.blog

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