Run, Fatboy, Run (428)

Der letzte Urlaubstag, Zeit also einen weiteren Lauf einzuschieben. Wie bereits beim letzten Mal war ich mit dem Zappelinchen unterwegs, das mich erneut mit dem Rad begleitet hat. Das Wetter war heute leider sehr bescheiden, so dass ich wieder meine langen Laufklamotten ausgraben musste. Heute sind wir an meiner alten Schule vorbeigekommen, wo wir einen kurzen Abstecher zur Tartanbahn gemacht haben:

Distance: 10.70 km
Duration: 01:04:12
Elevation: 87 m
Avg Pace: 5:59 min/km
Avg Speed: 10.00 km/h
Heart Rate: 160 bpm
Stride Frequency: 151 spm
Energy: 959 kcal

Auch dieser Lauf war wieder gezeichnet von warten, hinterherrennen und anschieben, was für mich ein ungewohnter Rhythmus ist. Dennoch habe ich eine Punktlandung von ziemlich genau 6:00 min/km hingelegt. Das Zappelinchen hat heute mehr gejammert als beim letzten Mal, doch ab ca. der Hälfte hat sie ordentlich Tempo gemacht und ein Gespräch nach dem anderen eingeleitet. Leider habe ich nur die Hälfte verstanden und musste schon ziemlich rennen, um einigermaßen am Ball zu bleiben. Insgesamt also ein wirklich schöner Urlaubs- und Ferienausklang für uns beide.

Im Ohr: Unzählige Gespräche mit dem Zappelinchen und etwas Gejammere

The Big Bang Theory – Season 9

Wie jedes Jahr um diese Zeit ist „The Big Bang Theory – Season 9“ auch dieses Jahr Teil meines Serienprogramms. Inzwischen sind die Erwartungen nicht mehr sonderlich hoch und die meisten Fans der frühen Staffeln haben der Serie längst den Rücken gekehrt. Ich dagegen halte Leonard, Sheldon und Co. weiterhin die Treue, da die Serie nach wie vor als leichter Comedy-Happen perfekt in mein Programm passt…

Spagat zwischen Nerd-Humor und RomCom

Wie bereits in der achten Staffel entfernt sich die Serie immer weiter von ihren Wurzeln bzw. versucht diesen treu zu bleiben und gleichzeitig der Weiterentwicklung ihrer Figuren gerecht zu werden. Waren Leonard, Sheldon, Penny, Raj und Howard während der ersten Staffel noch die prototypischen Nerds, die sich in ihrer Welt bewegt haben, stehen nun Hochzeiten, Kinder und berufliche Weiterentwicklung auf der Agenda. Also alles, was man aus typischen RomCom-Sitcoms kennt. Somit bleibt nicht mehr viel vom Alleinstellungsmerkmal der Serie übrig. Dennoch ist es wichtig und richtig, dass sich die Charaktere weiterentwickeln, schließlich befinden sie sich nicht mehr in ihren sorglosen Zwanzigern, sondern bewegen sich zielstrebig auf die Vierzig zu. Insofern auf jeden Fall eine Herausforderung für die Autoren.

Vermutlich wäre es das Beste für die Serie, sie langsam ausschleichen zu lassen. Alle Geschichten sind bereits erzählt und neue Erzählstränge wirken nur wie aufgewärmt. Gerade die viel gescholtenen Weiterentwicklungen (Schwangerschaft usw.) sind noch die interessantesten Aspekte. Doch auch davon abgesehen mag ich die Figuren immer noch und konnte während jeder Episode auch ein paarmal lachen oder schmunzeln.

Fazit

Inzwischen völlig harmlos, aber damit immer noch um einiges gelungener als die vorherige Erfolgssitcom von Chuck Lorre, die in ihren letzten Jahren völlig den Boden unter ihren Füßen verloren hat. Als eine der letzten klassischen Sitcoms mit Laugh-Track hat „The Big Bang Theory“ weiterhin ihren Platz in meinem Programm sicher:  7/10 (7.3) Punkte.

Run, Fatboy, Run (427)

Heute haben meine Frau und ich zehnjährigen Hochzeitstag. Das ist für den Lauf zwar nicht relevant, doch ich wollte es einmal erwähnt haben. Bevor wir uns also heute Abend den Bauch vollschlagen, habe ich mich noch einmal zu einem Lauf aufgerafft. Im Gegensatz zum letzten Mal ohne Schnee, dafür mit dem Zappelinchen im Schlepptau. Das war ein ganz neues Lauferlebnis und hat wirklich Spaß gemacht. Viele Gespräche, viel Anschieben am Berg und Hinterherrennen auf den Geraden:

Distance: 14.25 km
Duration: 01:28:12
Elevation: 105 m
Avg Pace: 6:11 min/km
Avg Speed: 9.69 km/h
Heart Rate: 159 bpm
Stride Frequency: 148 spm
Energy: 1275 kcal

Die meiste Zeit konnte ich tatsächlich mein Tempo laufen, doch gerade in den Wohngebieten musste ich öfter mal warten bis das Zappelinchen wieder auf dem Gehsteig war oder sonstwie behilflich sein. Das alles hat dafür gesorgt, dass ich insgesamt mit dem niedrigsten Puls überhaupt gelaufen bin und ganz natürlich etliche Tempowechsel in den Lauf eingebaut habe. Auch wenn das Zappelinchen gegen Ende ein wenig gejammert hat (14 km sind doch ein ganz schönes Stück), werden wir das ganz sicher wiederholen. Ein ganz neue Art des Laufvergnügens! 🙂

Im Ohr: Unzählige Gespräche mit dem Zappelinchen

House of Cards – Season 1

Als vermutlich einer der letzten Serien-Fans unter der Sonne, habe ich mir endlich die Netflix-Produktion „House of Cards – Season 1“ angesehen. Dabei habe ich noch nicht einmal einen Netflix-Zugang, sondern ganz klassisch die Blu-rays in den Player geschoben. Meine Hoffnungen waren sehr hoch, sprechen doch schon die beteiligten Personen für allerbeste Serien-Unterhaltung. Ist die Serie von und mit David Fincher, Kevin Spacey und Co. also wirklich bahnbrechend für die Branche?

Das erste Aushängeschild für Netflix

Ja, „House of Cards“ ist wahrlich bahnbrechend und bedeutsam. Schon alleine das Bildformat (David Fincher hat sich für das ungewöhnliche Seitenverhältnis 2,00:1 entschieden) lässt die Serie wie Kino wirken. Ein scheinbar unbedeutendes Detail, das jedoch zusammen mit Inszenierung, Schauspielern und Erzählweise eine mehr als deutliche Sprache spricht. Die erste Episode hatte mich somit voll in ihren Bann gezogen und ich kam aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Netflix hat das Serien-Game wahrlich neu definiert. Ich habe mir zudem eingebildet David Finchers unterkühlten Stil zu erkennen, den er gerade in den letzten Jahren mit Filmen wie „Gone Girl“ geprägt hat. Audiovisuell ist die Serie ein Genuss und sie hat es bestimmt mit zu verantworten, dass Netflix als Serien-Produzent ernst genommen wird.

Das Gegenteil von „The West Wing“

Bekanntermaßen liebe ich Serien, die sich mit US-Politik beschäftigen. Speziell Aaron Sorkins „The West Wing“ zählt zu meinen absoluten Lieblingsserien. Darin wird die Amtszeit des sehr idealistischen Präsidenten Josiah Bartlet samt seiner Mitarbeiter gezeichnet. Ein Präsident, wie man ihn sich wünschen würde. Hier kann man noch guten Gewissens an die große Politik glauben. Eine zweite tolle Serie über US-Politik ist die HBO-Comedy „Veep“, in welcher der gesamte Polit-Zirkus durch den Kakao gezogen wird. Einfach herrlich! „House of Cards“ dagegen ist ein bitterböser Thriller, dessen schwarzer Humor so dunkel ist, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Teils erinnerte mich die Serie an den Film „The Ides of March“, der ein ähnlich bitteres Bild der Mächtigen zeichnet.

Serien mit Antihelden sind wahrlich nichts mehr Neues: seien es Tony Soprano, Dexter Morgan oder Walter White – all diese Charaktere machen eine Reise durch und es gibt Momente, in denen man mit ihnen fühlt bzw. fühlen soll. Frank Underwood jedoch, der von Kevin Spacey großartig gespielte Antiheld aus „House of Cards“, ist von Anfang an so verschlagen und berechnend, dass es schwer fällt eine Bindung zu ihm aufzubauen. Ihn die vierte Wand durchbrechen und direkt zu uns Zuschauern sprechen zu lassen, ist dabei ein geschickter Schachzug. Dennoch war er mir in seiner Machtversessenheit, bei der er wortwörtlich über Leichen geht, zu eindimensional dargestellt.

Fazit

Nach der ersten Staffel von „House of Cards“ bin ich nun wirklich beeindruckt ob der Qualität, die Netflix hier auf die Beine gestellt hat. Inhaltlich ist die Serie extrem mitreißend, wird jedoch den formalen Aspekten nicht ganz gerecht. Die Dramaturgie ist ein wenig holprig und ich hätte mir mehr Nähe zu den Figuren gewünscht. Ich werde nun erst einmal eine Pause einlegen, sollte ich mich aber doch noch einmal zu einem Netflix-Abo hinreißen lassen, dann werde ich in die kommenden Staffeln mit viel Freude zu den beängstigenden Underwoods zurückkehren: 8/10 (8.4) Punkte.

Die 5 (besten) Fakten über mich

Mit der aktuellen Ausgabe von Die 5 BESTEN am DONNERSTAG wird Gorana sehr persönlich und möchte fünf Fakten über mich wissen. Das hatte neulich schon die Singende Lehrerin versucht und ich nehme diese Herausforderung zum Anlass, um auch ihre Aufgabe mit abzuhaken. Geschickt, nicht wahr? Aber auch bitter nötig, denn es fällt mir unglaublich schwer interessante oder sogar noch beste Fakten über mich niederzuschreiben. Doch lest selbst…

Das Thema für Ausgabe #41 lautet:

Die 5 (besten) Fakten über mich

  1. Als Film-Blogger geboren – Okay, das ist vielleicht ein wenig übertrieben. Aber nur ein wenig, denn kaum konnte ich schreiben, habe ich mich an die Schreibmaschine meiner Mutter gesetzt, die gesehenen Filme dokumentiert und danach fein säuberlich mit einer Schwarzweißkopie des Szenenbilds aus der TV-Zeitschrift abgeheftet. Ordnung muss sein.
  2. Laufen war für mich das Schlimmste – Stammleser wissen, dass ich seit ich blogge schon 426 mal laufen war. Früher wäre das für mich undenkbar gewesen. Während meiner Schulzeit gab es für mich nichts Schlimmeres als Waldlauf oder Cooper-Test. Ich habe das Laufen gehasst. Aus vollstem Herzen. Daran sieht man gut, dass sich auch der größte Sportmuffel ändern kann.
  3. Wie aus dem Wu-Tang Clan die Foo Fighters wurden – In meiner musikalischen Selbstfindung war ich irgendwann beim Hip-Hop angekommen. Jemand empfahl mir damals den Wu-Tang Clan, ich hatte den Namen jedoch nicht mehr im Kopf und erinnerte mich nur noch an etwas asiatisch Klingendes. Als ich die Foo Fighters fand, dachte ich das müsse es gewesen sein. Der Song war „Monkey Wrench“, der Rest ist Geschichte. Ich hatte mich sofort unsterblich verliebt und seitdem ist Hip-Hop größtenteils Geschichte und ich bin dem Alternative-Rock verfallen.
  4. Small-Talk ist für mich Horror – Manche Leute haben ihn perfektioniert, für die meisten ist er das Natürlichste auf der Welt, für mich ist er ein wahrer Kraftakt. Die Rede ist von Small-Talk. Ich interessiere mich weder für Sport, der im Fernsehen übertragen wird, noch für Autos oder sonstige Themen, die im Gespräch häufig angeschnitten werden. Seit ich Kinder habe, ist es bedeutend einfacher geworden, doch oft bin ich immer noch raus. Nicht nur wegen der Themen, sondern weil mir oberflächliches Geplänkel einfach unfassbar schwer fällt. Bei anderen wirkt es dagegen meist unglaublich leicht und oft sogar charmant. Das beneide und bewundere ich sehr.
  5. (K)ein Praktikum bei Pixar – Mein Studienschwerpunkt war 3D-Animation und folglich habe ich mich auch in diesem Bereich nach Praktikumsplätzen umgesehen. Im Zuge dessen ist auch eine Bewerbung von mir bei Pixar eingegangen. Letztendlich hat es nicht geklappt, was mich auch nicht verwundert hat, doch warum nicht einfach einmal probieren? Inzwischen habe ich den Bereich 3D-Animation schon längst verlassen, da die Lebensplanung doch anders verlaufen ist als gedacht. Mit mehr Fokus auf die berufliche Laufbahn hätte jedoch auch dieser Weg einige Abenteuer bereithalten können.

Run, Fatboy, Run (426)

Endlich Urlaub, endlich wieder mehr Zeit zum Laufen: Mit 117 km war der April 2016 mein bester Laufmonat überhaupt und eine ähnliches Kilometerzahl erhoffte ich mir auch von diesen Osterferien. Als ich heute früh aus dem Fenster schaute, blickte ich auf eine weiße Schneedecke über Rasen und Blumen. Meine Motivation war ziemlich dahin, hatte ich mich doch schon an immerhin trockenes Frühlingswetter gewöhnt. So jedoch fühlte ich mich drei Monate zurückgeworfen. Dennoch habe ich mich aufgerafft und bin bei 0,5 °C zu einer kleinen Runde aufgebrochen:

Distance: 10.62 km
Duration: 01:01:45
Elevation: 80 m
Avg Pace: 5:48 min/km
Avg Speed: 10.32 km/h
Heart Rate: 164 bpm
Stride Frequency: 152 spm
Energy: 943 kcal

Es war wirklich ungemütlich. In weiser Voraussicht hatte ich schon keine Brille angezogen, was auch eine gute Entscheidung war, hätte ich aufgrund des starken Schneefalls sonst überhaupt nichts gesehen. Letztendlich habe ich es heute bei 10 km belassen und keine wirklich schnelle Zeit angepeilt. Dennoch war ich wieder deutlich flotter unterwegs als bei den letzten Läufen. Das Wetter soll erst einmal so bleiben, was mich nicht nur aufgrund meiner Laufbemühungen deprimiert. Auch alle für die Osterferien vorgenommenen Pläne drohen wortwörtlich ins Wasser zu fallen. Hmpf.

Im Ohr: FatBoysRun – Episode 81: Nach Utrecht ist vor…

Sing Street (2016)

Der Ostermontag war beinahe ein wenig anstrengend. Es hat den ganzen Tag geregnet, so dass Außenaktivitäten nicht drin waren. Umso tragischer, da zu den Geschenken ein Skateboard und Inline Skates gehörten. Also abends noch, für die gute Stimmung, ein Brettspiel gespielt, dann die Kinder ins Bett gebracht und mit „Sing Street“ den dritten Musikfilm von John Carney in den Blu-ray-Player geschoben. Es scheint so, als würde sich so langsam ein neuer Lieblingsregisseur bei mir herauskristallisieren…

Das Glück in der Traurigkeit

Das Setting im Irland der 1980er Jahre vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise hätte auch eine ganz andere Art von Film heraufbeschwören können: ein Sozialdrama, wie von Ken Loach inszeniert, das bestenfalls bittersüße Momente beinhaltet. John Carney jedoch wählt den Weg der Hoffnung. Er lässt seine Figuren wortwörtlich das Glück in der Traurigkeit finden. Und das ist ganz und gar wundervoll. In „Sing Street“ erzählt Carney eine klassische Coming-of-Age-Geschichte samt erster Liebe, der Abkapselung vom Elternhaus, Rebellion und Selbstverwirklichung. Diese Auflistung mag sich klischeehaft lesen, doch wurden diese Aspekte selten so erfrischend ehrlich, undramatisch und mit Musik inszeniert. Es ist eine wahre Freude!

Coming-of-Age als Spiegel der eigenen Jugend

Warum liebe ich Coming-of-Age-Filme? Natürlich weil sie immer ein Spiegelbild der eigenen Jugend darstellen. Ich war nie in einer Band, habe selten rebelliert und mein Elternhaus war größtenteils intakt. In „Sing Street“ inszeniert John Carney das Idealbild einer Jugend in den 80er Jahren. Conor (großartig: Ferdia Walsh-Peelo) findet sich über die Laufzeit des Films und erlebt bis dahin etliche Phasen, die stets durch Musik ausgedrückt werden. John Carney kennt die musikalischen Trends der 80er Jahre und legt sie wie eine Schablone über Conors Leben. Wunderbar, erfrischend und einfach nur mitreißend anzusehen. Dabei spart der Film ernste Themen nicht aus und ist in den entscheidenden Momenten dennoch so unglaublich positiv und lebensbejahend, dass man dies in der oft zynischen Kinolandschaft der 2010er Jahre kaum glauben mag.

Wenn Conor und Raphina (ebenso hinreißend: Lucy Boynton) am Ende in den bildhaften Sonnenuntergang fahren, hätte das in jedem anderen Film vermutlich unglaublich kitschig gewirkt. Hier jedoch habe ich mich einfach mit den beiden gefreut. Mit dieser Szene spiegelt „Sing Street“ auch die entsprechende Szene aus Carneys „Once“ wider, in der sich die Protagonisten entscheiden eben nicht zusammen nach England zu gehen. Der Kreis schließt sich.

Fazit

Nun habe ich mit „Once“, „Can a Song Save Your Life?“ und „Sing Street“ die drei großen Musik-Filme von John Carney gesehen. Alle drei haben mich auf ihre Art und Weise berührt. Man kann definitiv einen übergreifenden Stil erkennen und ich hoffe inständig, dass Carney mit dem Thema noch nicht durch ist. Für mich eine der schönsten, hoffnungsvollsten und mitreißendsten Coming-of-Age-Geschichten, die ich jedem Freund des Genres (und der Musik!) nur empfehlen kann: 9/10 Punkte.

Media Monday #303

Ostersonntag, dutzende Eier mussten schon daran glauben. Die Kinder liegen komatös im Bett und lauschen ihren neuen CDs. Die perfekte Gelegenheit also, die aktuellen Fragen des Medienjournals zu beantworten. Mir selbst steckt einerseits noch das Ende der Fastenzeit sowie der lange Lauf von gestern Vormittag in den Knochen. Morgen gilt es noch einmal unzählige Kalorien zu bezwingen und aufgeregte Kinder zu bändigen. Immerhin habe ich noch eine Woche Urlaub, um mich von den Feiertagen zu erholen. Und was steht bei euch so an?

  1. Wenn es um gemeinsame, „mediale“ Freizeitbeschäftigung geht, bevorzuge ich persönlich Filmabende mit meiner besseren Hälfte, so wie kürzlich mit der romantischen Komödie „Deadpool“.
  2. Und wenn Familie und/oder Freunde sich gemeinsam zum Spielen einfinden, landet derzeit meist das elektronische Brettspiel „Captain Black“ auf dem Tisch, denn der Osterhase hat es ganz brandneu geliefert.
  3. Ansonsten unterhalte ich mich ja gerne oft und ausgiebig über Serien, Filme, Schauspieler, Regisseure, Buchvorlagen und Musik, so wie ich es auch nach dem Kinobesuch von „Ghost in the Shell“ getan habe – ganz egal, ob ich mit meinem sinnlosen Wissen Gehör finde oder nicht.
  4. Hingegen bei meinem Faible für das „Alien“-Franchise würde ich mir ja oft wünschen, das würde sonst noch jemand interessieren, schließlich bin ich im echten Leben damit ziemlich allein, doch hier habe ich ja euch… 🙂
  5. Immerhin was die Vorliebe für serielles Erzählen angeht, existiert eine gemeinsame Interessen-Basis, denn inzwischen ist auch meine Frau ein regelrechter Serienjunkie.
  6. Im Gegensatz dazu bleibt das Bloggen wohl mein ganz persönliches Interesse/Hobby, aber dieses kann ich schließlich mit euch teilen.
  7. Zuletzt habe ich den Musikfilm „Once“ gesehen und das war ein großartiges Erlebnis, weil John Carney und Glen Hansard darin eine wundervolle Liebesgeschichte durch fantastische Songs erzählen.

Once (2006)

Schon seit über einem Jahr versuche ich diesen Film zu sehen und nun hat es endlich geklappt. Schon vor ein paar Monaten war ich aus dem Häuschen, dass es „Once“ endlich zu Amazon Prime geschafft hat, doch dann lief John Carneys Film dort nur in der synchronisierten Fassung. Wer macht denn bitte so etwas? Also war ich hoch erfreut kürzlich die Blu-ray-Box der drei bisherigen Musik-Filme des Regisseurs zu erstehen. Ob sein Debüt den hohen Erwartungen gerecht werden konnte?

„Fallen From The Sky“

Während der ersten paar Minuten hat mich die Video-Optik des Films doch ein wenig abgeschreckt. Kein Vergleich zum polierten Eindruck, den „Can a Song Save Your Life?“ hinterlassen hatte. Glücklicherweise ist dieses Gefühl schnell verflogen, unterstützt die rohe Art der Inszenierung doch tatsächlich die Geschichte. Man fühlt sich mit Glen Hansard auf den Straßen Dublins und bei mir wurden Erinnerungen an meine eigene Dublin-Reise im Jahr 2008 wach. Der Film wirkt dabei herrlich spontan und improvisiert, was wohl auch den beteiligten Personen zuzuschreiben ist, die alle einen gemeinsamen, musikalischen Hintergrund besitzen. Selbst Regisseur John Carney hat mit Hauptdarsteller Glen Hansard in seiner Band gespielt.

„When Your Mind’s Made Up“

Wie man es hätte erwarten können, spielt Musik die Hauptrolle in „Once“. Irischer Singer-Songwriter-Pop, wie er schöner nicht sein könnte. Das Wundervolle daran ist natürlich, dass die Songs eine Geschichte erzählen und somit fast schon ein Musical-Erlebnis heraufbeschwören. John Carney schwelgt dabei in langen Montagen, die in der Video-Optik ein wenig befremdlich aber vielleicht deshalb umso intensiver wirken. Man ist nahe dran an den Figuren und ich habe jeden Moment mit ihnen genossen. Die Lieder besitzen Ohrwurm-Qualitäten und sind dabei dennoch um einiges roher als ihre Pendants in John Carneys zweitem Film. Man merkt, dass die Handlung sehr nahe an der Lebensrealität der Schauspieler und des Regisseurs dran ist. Eine Qualität, die man vermutlich kaum planen kann, die den Film aber zu etwas ganz Besonderem macht.

„Once“ erzählt auch eine Liebesgeschichte. Eine herrlich unkonventionelle Liebesgeschichte. Es gibt ein Happy End – und das obwohl die beiden Protagonisten nicht zusammenfinden. Ihre Zuneigung wirkt wahrhaftig und nachvollziehbar und ich musste in so mancher Szene die eine oder andere Träne verdrücken. Daneben gibt es kein aufgesetztes Drama, nur unzählige wundervolle zwischenmenschliche Momente. Nicht nur zwischen den beiden Hauptfiguren, sondern auch darüber hinaus.

„Say It to Me Now“

Alle Befürchtungen, die ich noch während der ersten Einstellung hegte, sind schnell verflogen und ich habe jede der nur 86 Minuten genossen. Den Soundtrack werde ich in den kommenden Tagen wohl rauf und runter hören und John Carneys „Sing Street“ ist jetzt schon fest in meinem Programm eingeplant. Viele Filme bekommen ja das Label Feel-Good-Movie, doch dieser hier hat es wirklich verdient: 9/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (425): Spezialausgabe

Nachdem ich letztes Wochenende eine Halbmarathon-Distanz im Training gelaufen bin, war ich nicht mehr laufen. Montag und Dienstag waren meine Beine zu schwer, dann folgte eine Impfung und schon war die Woche vorbei. Also habe ich mich heute gleich früh morgens aufgemacht, um einen bewusst langsamen Lauf anzugehen. Mein Ziel war es, den Puls einmal deutlich unter 170 bpm zu halten, was tatsächlich gar nicht so einfach war. Letztendlich lag der Schnitt bei 164 bpm, wofür ich schon ganz schön auf die Bremse treten musste. Langsamer wäre schwierig geworden, aber vermutlich muss ich auch das einfach trainieren. Bisher bin ich immer alles gelaufen, was geht.

Distance: 15.08 km
Duration: 01:33:00
Elevation: 106 m
Avg Pace: 6:10 min/km
Avg Speed: 9.73 km/h
Heart Rate: 164 bpm
Stride Frequency: 150 spm
Energy: 1310 kcal

Für die letzten 25 Läufe habe ich ziemlich genau ein halbes Jahr benötigt, was deutlich die krankheitsbedingten Laufpausen des Winterhalbjahres aufzeigt. Dennoch bin ich ganz gut dabei und war dieses Jahr schon häufiger laufen als letztes Jahr um diese Zeit:

2008 2009 2010 2011 2012
Länge 130,60 143,53 382,31 426,62 291,15
Laufzeit 15:32:00 15:37:00 38:48:45 41:55:03 28:39:25
kCal 12.416 11.838 32.184 33.147 22.415
min/km 7:05 6:31 6:05 5:53 5:54
2013 2014 2015 2016 2017
Länge 388,03 319,01 243,70 670,52 198,73
Laufzeit 39:02:57 31:23:04 24:24:25 63:12:58 19:42:51
kCal 29.878 24.563 18.930 54.316 16.438
min/km 6:02 5:54 06:00 05:39 5:57
Gesamt
Länge 3.194,21
Laufzeit 318:18:27
kCal 256.125
min/km 5:58

Passend zum Ende der Fastenzeit kann ich festhalten, dass ich dieses Jahr bereis 30 Tafeln Schokolade bzw. 69 Flaschen Bier runtertrainiert habe. A propos Fastenzeit: In Ausgabe 415 schrieb ich ja, dass ich bei 86,1 kg (bei 1,92 m Körpergröße) gestartet bin und gerne auf 79 bis 81 kg runter wollte. Letztendlich bin ich durch den Verzicht auf Süßigkeiten, Alkohol und Fleisch bei 81,2 kg gelandet, sprich ich habe exakt 4,9 kg abgenommen. Das Ziel ist somit knapp verfehlt, doch werde ich jetzt ohnehin nicht wieder in die Vollen gehen, sondern versuchen insgesamt bewusster zu essen und speziell die gefährliche Schokolade abends vor dem Fernseher wegzulassen. So zumindest der Plan. Das erste Bier hat mir vorgestern (ja, wir haben die Fastenzeit vorzeitig beendet) auf jeden Fall ausgezeichnet geschmeckt… 🙂

Im ersten Ohr: FatBoysRun – Episode 80: Interview Steve Auch
Im zweiten Ohr: Nerdtalk Episode 473