Deadpool (2016)

Was für ein Tag. Was für eine Woche. Doch egal, denn nun beginnt für mich nicht nur das lange Osterwochenende, sondern auch die wohlverdiente Urlaubswoche: Die Kinder sind bei den Großeltern, meine Frau und ich waren gemütlich etwas essen und haben inoffiziell die Fastenzeit beendet – was liegt also näher, als den Abend mit einem romantischen Film ausklingen zu lassen? Somit habe ich den erst aktuell erworbenen „Deadpool“ in den Player geschoben und auf ein stimmungsvolles Filmerlebnis gehofft. Vergebens oder berechtigt? Das erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Was macht Deadpool zu Deadpool?

Um es vorwegzunehmen: Meine bessere Hälfte ist nach kurzer Zeit eingeschlafen, ich habe mir (Fastenzeit beendet, ihr habt es oben gelesen) ein Glas Rum eingeschenkt und wurde bestens unterhalten. „Deadpool“ ist genau der Film, den man nach der ziemlich famosen Marketing-Kampagne erwarten durfte: Blutig, selbstreferentiell und oft unter der Gürtellinie. Nicht der typische Marvel-Film, aber letztendlich dann doch so poliert, dass es keine großen Überraschungen gibt. Beste R-Rated-Unterhaltung für die große Leinwand. Also ein Blockbuster für Erwachsene? Eher wohl für den Teenager im Manne. Und dennoch funktioniert die Comic-Verfilmung ausgezeichnet. Sie besitzt eine gewisse Leichtigkeit, die sich nur manchmal mit den Big-Budget-Bildern beißt. Perfekt besetzt und wunderbar temporeich geschrieben: ein großer Spaß.

Wie passt Deadpool zu den X-Men?

Bereits 2009 habe ich in „X-Men Origins: Wolverine“ dem ersten Auftritt von Ryan Reynolds als Deadpool beigewohnt, allerdings ist mir dieser nicht sonderlich in Erinnerung geblieben. Ryan Reynolds („Two Guys and a Girl“) allerdings schon, hat er doch sehr für einen eigenen Film des Antihelden gekämpft. Vermutlich ist dieser Aspekt auch der interessanteste der Produktionsgeschichte, denn 20th Century Fox hat erst einmal nicht an den Erfolg eines R-Rated-Comic-Films geglaubt. Aus heutiger Sicht natürlich unvorstellbar. Seitdem hat auch „Logan“ gezeigt, dass eine etwas härtere Gangart bei den Fans durchaus gut ankommt. Die Beziehung zu den „X-Men“ ist überhaupt ein interessanter Aspekt des Films, zeichnet sich „Deadpool“ doch durch unzählige Anspielungen auf das Franchise aus, ist wunderbar meta und erlaubt seinem Charakter beständig die vierte Wand zu durchbrechen. Ein wirklich großer Spaß. Hatte ich das schon erwähnt?

Fazit

Auch wenn „Deadpool“ nicht so subversiv ist, wie er gerne dargestellt wird, ist er einfach erfrischend unterhaltsam. Es gilt ausnahmsweise einmal nicht die gesamte Welt zu retten, sondern einen persönlichen Rachefeldzug zu beenden. Die Optik ist, typisch für Marvel, sehr auf Hochglanz poliert, was auch die unzähligen Blut-Effekte nicht ändern. Durch das Spiel mit der Meta-Ebene bleibt der Film stets sympathisch und man sieht allen Beteiligten an, dass sie wirklich für die Figur brennen. Speziell Ryan Reynolds ist die perfekte Besetzung und ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil: 8/10 Punkte.

26 Gedanken zu “Deadpool (2016)

  1. Jau, da sind wir uns wieder einmal extrem einig! Und überhaupt, Daumen hoch allein für die Einleitung! 😉

    Ich bin auch schon sehr gespannt auf den zweiten Teil, muss ja aber auch sagen, dass der Herr Reynolds spätestens seit „The Voices“ einen Stein bei mir im Brett hat.

    Ich hätte mir den Streifen zeitweise auch gern noch subversiver gewünscht, aber das sind wohl Zugeständnisse die man machen muss und allein Morena wusste mich ja doch schnell immer wieder zu besänftigen 😉

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    • Ich mag Ryan Reynolds tatsächlich schon seit der leider nur kaum bekannten Sitcom „Two Guys and a Girl“ (übrigens auch mit Nathan Fillion). Definitiv einer der sympathischeren Stars und es ist schön zu sehen, wie er auch für die kreative Umsetzung seiner Ideen kämpft. „Deadpool“ dürfte das Tor zu R-Rated-Filmen weit aufgestoßen haben. „The Voices“ fehlt mir dagegen noch, will ich aber auch nachholen.

      Morena Baccarin habe ich ganz vergessen. Sie fand ich ja bereits in „Firefly“ toll! 🙂

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      • Okay, diese Sitcom sagt mir tatsächlich gar nichts muss ich gestehen, aber was nicht ist kann ja noch werden. Eben, ich finde ihn auch sehr sympathisch in dem was er tut, wobei mir auch spontan noch „Paper Man“ einfällt, wo er ja auch schon einen Superhelden gespielt hat – in der Beziehung ist seine Vita also durchaus lang.

        Und ja, Morena war in Firefly toll und ist auch hier toll, so als richtiges Badass-Girl 😉

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      • Tja, erst mal gucken wann ich dafür Zeit finde, Sitcom-mäßig nimmt mich derzeit „Modern Family“ ziemlich ein, denn nachdem du von der Serie ja schon was länger schwärmst bin ich nun auch auf den Zug aufgesprungen und habe noch eeeiiinige Folgen vor mir… 😉

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      • Dann viel Spaß mit „Modern Family“! Das ist wirklich eine tolle Serie, die unglaublich viel Spaß macht. Ich müsste auch einmal weiterschauen, bin ich doch über das vierte Jahr nie hinausgekommen…

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  2. Und ich war nach der Sichtung im Kino derjenige in der Gruppe, der den Nachspann-Gag erklären musste. Weil ich so alt bin, um „Ferris macht blau“ zu kennen. Fluch und Segen zugleich, das Alter.

    Aber zum Film: Im Kino hatte ich sehr viel Spaß, einfach weil Rynolds Figur in jeder Szene konsequent nur Quatsch von sich gibt. Einfach mal erfrischend gegenüber dem üblichen Superheldengehabe. Bin gespannt, wie der Film im Heimkino wirkt.

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    • Mensch, ja, natürlich! Ferris war das. Oh man, ist mir gestern völlig entgangen. Das wertet den Film doch gleich noch einmal auf… 😀

      Auch im Heimkino funktioniert der Film gut, wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass er im Kino in einer größeren Gruppe noch besser gewirkt hat.

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  3. Der Humor ist gelegentlich pubertär und zündet nicht immer aber Deadpool macht mMn eine ganz wichtige Sache richtig, die Superheldenfilme erstaunlich oft falsch machen. Die Motivation des Helden(?) ist tiefpersönlich. Der Bösewicht hat nicht 200 Wolkenkratzer umgeschmissen, Unvorstellbares angerichtet, was wir nie wirklich gesehen haben, sondern den Protagonisten und Menschen die er liebt verletzt. Das gibt dem Film eine weit persönlichere Note und machte zumindest für mich einen Gutteil des Interesses an dem Film aus. Möglicherweise ergibt sich die höhere Härt auch direkt aus diesem Aspekt. Logan hab ich zwar noch nicht gesehen aber anscheinend waren Fox klug genug diesem Pfad da noch konsequenter zu folgen.

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    • Sehr schön beobachtet, das war auch der Aspekt, der den Film in meinen Augen besonders sehenswert gemacht hat: Endlich mal keine Aliens oder ein Bösewicht, der die Welt unterjochen will, sondern eine kleine, persönliche Rachegeschichte. In der Inszenierung war das alles schon sehr typisch (sieht man einmal von den Gewaltspitzen ab), doch den selbstreferentiellen Humor mochte ich auch sehr. Auf „Logan“ bin ich auch sehr gespannt! 🙂

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  4. Im Kino hat natürlich das Flugzeugträgerding am Ende super funktioniert 😉
    Einfach ein geiler Film!
    Musste so lachen bei deiner Einleitung: Einen romantischen Film ansehen… Etwa die Selbstbefriedigung mit dem Kuscheltier? 😆

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  5. Ich bin nicht der größte Reynolds-Fan (auch wenn mir „Smokin‘ Aces“ und vor allem „Buried“ sehr gut gefallen haben), aber sein Engagement für den Film war echt sympathisch.
    Für den Film selbst hätte ich mir noch etwas mehr Spiel mit der Dritten Wand gewünscht, insgesamt aber ein echt unterhaltsamer und frecher Marvel-Film. Ich freu mich auf den zweiten Teil.

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    • Ich fand „Smokin‘ Aces“ nur durchschnittlich und „Buried“ auch hinter seinem Potenzial. Reynolds war in beiden aber gut, keine Frage.

      Mir hat das Durchbrechen der vierten Wand genügt. Zu viel kann auch schnell übertrieben wirken. Mal sehen, was ihnen für den zweiten Teil einfällt… 🙂

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