96 Hours: Taken 2 – OT: Taken 2 (2012)

Was wurde über diesen Film geschimpft. Die schlechteste Fortsetzung aller Zeiten, kein Vergleich zum grandiosen Original und vieles mehr gab es in diversen Kritiken zu lesen. Dennoch hatte ich Lust Bryan Mills noch einmal in Aktion zu sehen und somit schob ich „96 Hours: Taken 2“ ohne große Erwartungen, jedoch mit einer gewissen Vorfreude, in den Player. Ob diese Fortsetzung tatsächlich so stark abfällt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Der Vorgänger hatte mich damals – wie nahezu jeden seiner Zuschauer – wirklich begeistert. „Taken“ war ein geradliniger Actionfilm, der Liam Neeson in gehobenem Alter als Actionheld etablierte, und dabei eine angenehm erfrischende Härte an den Tag legte. Der zweite Teil beginnt, wie bereits sein Vorgänger, eher ruhig: Man lernt die aktuelle Lebenssituation der Charaktere kennen und wird auf das Setting vorbereitet. Ich fand diesen langsamen Einstieg erneut sehr gelungen, wenngleich es weder inhaltliche noch schauspielerische Offenbarungen zu sehen gibt. Für einen Actionfilm jedoch genau das richtige Quentchen an Charakterentwicklung und Spannungsaufbau.

Kaum in Istanbul angekommen, geht die Hatz auch schon los. Die Prämisse des Vorgängers wird auf den Kopf gestellt, die Regeln bleiben dabei jedoch die gleichen: Bryan Mills (Liam Neeson) hat erneut alles im Griff – und das obwohl er sich dieses Mal selbst in Gefangenschaft befindet. Per Mobiltelefon dirigiert er seine Tochter (Maggie Grace), bis er sich selbst wieder auf die Jagd machen kann. Viele Gegebenheiten sind hanebüchen, das gebe ich unumwunden zu. Angefangen bei den Fahrkünsten der Tochter, über örtliche Zusammenhänge, bis hin zur stereotypen Darstellung der Entführer: keineswegs logisch oder politisch korrekt, doch stets unterhaltsam.

Die Inszenierung der Actionszenen hat leider ein wenig gelitten. So gibt es zwar wunderschön anzusehende Totalen zu sehen, die einen guten Überblick geben, doch sobald die Kamera näher am Geschehen ist, verfällt Regisseur Olivier Megaton oftmals in krudes Schnittgewitter. Hart fand ich den Streifen dennoch, aber das mag auch daran liegen, dass ich den Extended Cut sah, der auch den Gewaltgrad im Vergleich zur Kinofassung etwas nach oben schraubte.

Letztendlich hat mich „Taken 2“ beinahe so gut unterhalten, wie der Vorgänger. Istanbul als Schauplatz fand ich toll und ernst nehmen darf man solch einen Film ohnehin nicht. Ich mochte die Charaktere nach wie vor und habe mich erneut an Liam Neesons körperlichem Einsatz erfreut. Sicher keineswegs originell und auch nicht so sauber ausgeführt, wie der Vorgänger, doch insgesamt für rund 90 Minuten erneut ein großer Actionspaß: 7/10 Punkte.

10 Gedanken zu “96 Hours: Taken 2 – OT: Taken 2 (2012)

  1. Pingback: 96 Hours – Taken 2 (2012) | Film-Blogosphäre

  2. Na den fand ich ja ausnahmsweise mal deutlich schlechter als du, aber es freut mich natürlich, dass er dich doch so gut unterhalten hat. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mich Teil 1 in den Sessel gedrückt und hat mitfiebern lassen, während im direkten Vergleich in Teil 2 nur ein laues Lüftchen zu wehen schien. In meinen Augen konnte er nicht so richtig an Fahrt aufnehmen, während ich den ruhigen Einstieg, der ja auch einige Parallelen zum ersten Teil hatte noch sehr gelungen fand, aber wenn Action dann Action und da hat „96 Hours“ deutlich mehr zu bieten gehabt in meinen Augen, Extended Cut hin oder her.

    Empfehlenswert in dem Zusammenhang der großartige Schnittbericht zum Extended Cut, in dem unter anderem ausführlich gezeigt wird, wie viel länger Mills durch die Gegend rennt: http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=272623

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    • Vielleicht war ich ja auch nur froh überhaupt mal wieder einen mitreißenden Film zu sehen, ohne Gefahr zu laufen einzuschlafen. Die Ansprüche werden da vielleicht geringer… 😉

      So oder so ist Teil eins natürlich der gelungenere Film, doch hatte ich das Gefühl die Fortsetzung ein wenig verteidigen zu müssen, denn so schlecht, wie sie oft gemacht wird, ist sie keinesfalls. Alleine das Setting ist fantastisch. Nichts sieht nach CGI aus und der Film wirkt weiterhin roh. Aber die Details sind hier natürlich Geschmackssache.

      Den Schnittbericht habe ich übrigens auch verlinkt… 🙂

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  3. Ich fand ja bereits – scheinbar als einer der wenigen – Teil 1 total bescheuert und grenzdebil. Und da der hier „nicht so brillant“ wie das Original sein soll – und auch bei dir ja schlechter abschneidet -, werde ich um diese vermeintliche filmische Vollkatastrophe einen weiten Bogen machen. Außer es steht irgendwann mal ein Trash-Abend an 😀

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    • Um den Film kannst du guten Gewissens einen großen Bogen machen. Scheint einfach nicht dein Ding zu sein. Auch mir ist bewusst, dass er nicht sonderlich intelligent ist und auf die niederen Instinkte setzt, doch für mich hat das in Kombination mit den schönen Bildern wunderbar funktioniert. Zudem mag ich Neeson und seinen Charakter in den Filmen.

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