96 Hours: Taken 3 – OT: Taken 3 – Extended Cut (2014)

Nachdem ich heute im Training einen Halbmarathon gelaufen bin und mich danach nicht wirklich ausgeruht habe, stand zu befürchten, dass ich abends einmal mehr vor dem Fernseher einschlafe. Die Wahl ist mit „96 Hours: Taken 3“ folglich auf einen anspruchslosen Action-Film gefallen, von dem ich mir nicht sonderlich viel erwartet habe. Ich bin wach geblieben, doch ob das eher dem Film zuzuschreiben ist, oder meiner innerlichen Aufgekratztheit, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Ein Remake von „Auf der Flucht“?

Den ersten „Taken“ fand ich ganz famos und auch „Taken 2“ hat mir deutlich besser gefallen, als den meisten Kritikern – nun also ein drittes Mal mit Bryan Mills auf Gangsterjagd gehen. Was ist außer der Hauptperson geblieben? Nicht wirklich viel: Der dritte Teil des Action-Franchises wirkt eher als hätten die Autoren an einem modernen Remake von „Auf der Flucht“ gearbeitet bzw. das Drehbuch eines solchen für den B-Movie-Markt gedachten Films auf die „Taken“-Reihe übertragen. Es gibt folglich keine Entführung und Bryan Mills muss sich dieses Mal als gesuchter Mörder seiner Frau vor der Polizei verstecken und gleichzeitig den echten Mörder finden. Na, das kommt und doch tatsächlich bekannt vor.

Schwache Regie, schwächeres Drehbuch

Wie bereits beim zweiten Teil führt erneut Olivier Megaton Regie, was bedeutet, dass auch die Action-Szenen in „Taken 3“ unter einem extremen Schnittgewitter und Wackelkamera leiden. Wirklich nicht schön anzuschauen und häufig handwerklich einfach schlecht gemacht. Kann sich der Herr nicht einmal John Frankenheimers „Ronin“ ansehen? Dann wüsste er, wie man Verfolgungsjagden per Auto inszeniert. Tatsächlich mochte ich die ruhigen Szenen am liebsten, gerade der Einstieg in die Geschichte mit Mills, seiner Frau und seiner Tochter. Ja, das hat für mich funktioniert, macht aber natürlich nur einen geringen Teil des Films aus, selbst wenn dieser dritte Teil die bisher wenigsten Action-Szenen der Reihe bietet.

Den verfolgenden Ermittler gibt Forest Whitaker, den ich ja immer ganz gerne sehe. Leider jedoch ist seine Rolle so unfassbar dämlich geschrieben, dass er nach kurzer Zeit nur noch nervt. Sein Charakter ist die Inkompetenz in Person, der uns am Ende offenbart, dass er ja schon von Anfang von Mills Unschuld wusste. Ja, genau. Seine Briefing-Szenen sind schon fast Comedy, was leider ein Zeichen dafür ist, dass bei „Taken 3“ so einiges nicht funktioniert.

Fazit

Auch wenn der Film viele Schwächen besitzt, so hatte ich doch Spaß mit ihm. Die Zeit ist schnell vergangen und selbst die hektischen Action-Szenen sind unterhaltsam anzusehen. Das Zusammenspiel zwischen Mills und seiner Tochter mochte ich zudem weiterhin sehr. Schade nur, dass man nicht mehr aus der Geschichte gemacht hat. Wie erwartet anspruchsloser Action-Reißer, den man sich durchaus anschauen kann, aber auf keinen Fall gesehen haben muss: 5/10 Punkte.

26 Gedanken zu “96 Hours: Taken 3 – OT: Taken 3 – Extended Cut (2014)

  1. WAAAAAS??? 5/10??? 😀
    Taken 3 gehört zu dem Schlechtesten, das ich die letzten Jahre gesehen habe. Ich verstehe wirklich nicht viel von Kamera- und Regiearbeit. Aber was hier geboten wird, ist wirklich erbärmlich. Mir fällt da beispielsweise die Szene ein, in der Mills auf der Flucht über einen Zaun springt. Ich sehe ja ein, dass Liam Neeson das in seinem Alter nicht mehr ganz so dynamisch hinbekommt. Aber 15 Schnitte in 3 Sekunden??? Das ist dann doch zu viel des Guten und einfach nur lächerlich.

    YouTube: Bryan Mills jumps a fence

    Von der Schnittgeschwindigkeit mal abgesehen lief z.B. auch die Verfolgungsjagd total vorhersehbar und langweilig ab: Mills Gesicht – Tacho – Außenaufnahme des Wagens – Verfolger Fahrzeug – Mills Gesicht – Tacho – Außenaufnahme des Wagens – Verfolger Fahrzeug … und das alles so regelmäig und gleichzeitig überdreht, dass man nicht weiß ob man einschlafen oder sich übergeben soll.

    YouTube: Taken 3 Car Chase Scene #2

    Das Drehbuch ist wie du schon sagtest auch nicht besser. Vor allem die Schlussszene, in der Forest Whitaker und Liam Neeson im Büro sitzen und scheinbar beste Freunde sind, obwohl Mills kurz zuvor unzählige Unschuldige (inklusive Polizisten) getötet hat, setzt dam Ganzen die Krone auf.

    Nachdem ich den Film gesehen hatte kam mir die Idee eine neue Kategorie ins Leben zu rufen „Pfui! Wer hat denn da auf die Leinwand geschissen?! Ach nein, das ist ja…“ Teil 1: Olivier Megaton – „Taken 3“ 🙂

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    • Ja, 5/10 Punkte, weil mich der Film tatsächlich größtenteils gut unterhalten hat. Seine formalen Fehler spreche ich ja auch an – und das sind eben genau die von dir genannten. Leider ein Trend an dem nicht nur „Taken 3“ krankt, sondern ganz viele moderne Actionfilme. Deshalb auch mein Hinweis auf „Ronin“, den ich für einen der besten Filme seiner Art halte. Solltest du ihn noch nicht kennen, schau ihn dir mal an! 🙂

      Ja, das Drehbuch war ziemlich Banane, auch da muss ich dir zustimmen. Allerdings hat doch Mills Polizisten und Unschuldige bewusst nicht getötet, sondern nur außer Gefecht gesetzt. Wird im Film sogar angesprochen.

      Die Kategorie klingt gut! Würde ich mir durchlesen… 😀

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  2. Pingback: Media Monday #302 | moviescape.blog

  3. Ich bin immer noch fasziniert, dass es überhaupt zu einer kompletten Trilogie gereicht hat… ich habe nur den ersten Teil gesehen (war auch eine meiner ersten Kritiken auf meinem Blog :D), aber danach hat mich an der Story nicht mehr wirklich viel gereizt. Es nahm ja – milde gesprochen – einfach nur noch weiter ab.

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