The Expanse – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 6)

In den vergangene zwei Monaten habe ich eine Serie gesehen, die schon ewig auf meiner Liste stand. Doch ich wollte warten, bis sie abgeschlossen ist. Das ist sie seit ein paar Wochen und somit habe ich endlich „The Expanse“ gesehen. Der Serie eilt der Ruf voraus, die Sci-Fi-Offenbarung der letzten Jahre zu sein. Nach der Sichtung kann ich dieser Einschätzung nur zustimmen und schon einmal vorwegnehmen, dass ich euch die Serie, selbst wenn ihr keine Hardcore-Sci-Fi-Fans seid, wirklich sehr ans Herz legen kann. 👩‍🚀🚀

The Expanse | © SyFy & Amazon Prime Video

The Expanse | © SyFy & Amazon Prime Video

Über „The Expanse“ wird auch gesagt, die Serie sei das „Game of Thrones“ im Weltraum. Ich kann dem zu einem gewissen Grad zustimmen, speziell was Politik und den Einsatz von Fantasy-Elementen angeht. „The Expanse“ ist jedoch viel optimistischer, gerade was die Entwicklung der Held*innen angeht. Doch lest selbst und begleitet mich auf auf die Reise durch unser Sonnensystem:

Staffel 1: Leviathan Wakes

Es hat ein paar Episoden gedauert, bis ich mich zurechtgefunden habe. „The Expanse“ besitzt ein sehr ausführliches Worldbuilding, was uns zwar wunderbar in die Geschichte hineinzieht, gerade am Anfang aber auch verwirrend sein kann. Nicht nur gib es drei parallel verlaufenden Handlungsstränge mit unterschiedlichen Protagonist*innen, jeder Schauplatz hat auch seine eigenen Regeln und es dauert zum letzten Drittel der Staffel, bis die verschiedenen Stränge zusammenlaufen. Auch wenn man teils merkt, dass nicht überaus viel Budget zur Verfügung stand, so sind die Effekte jedoch großartig. Diese Zukunft ist dreckig und düster. Man spürt förmlich, dass in dieser Welt gelebt wir. Auch die CGI-Effekte können überzeugen und haben mich stark an „Firefly“ und „Battlestar: Galactica“ erinnert, nur eben 10 Jahre weiter. Auch die Schauspieler*innen machen ihre Sache famos. Am meisten mochte ich Thomas Jane, der herrlich abgewrackt spielt, und Dominique Tipper, der man ihre ambivalente Rolle komplett abnimmt. Auch die Nebenrollen sind hochwertig besetzt. Hier konnte ich u.a. Jared Harris (George VI in „The Crown“) entdecken. Mein einziger Kritikpunkt bisher ist, dass sich bisher alles wie ein großer Prolog angefühlt hat. Aber ich mag es ja, wenn sich Serien Zeit nehmen und freue mich auf die weitere Reise: 8/10 (8.4) Punkte.

Staffel 2: Caliban’s War

Mit Start der zweiten Staffel hatte mich „The Expanse“ dann komplett für sich eingenommen. Inzwischen war mir die Welt mit ihren verschiedenen Parteien vertraut und ich konnte mich voll und ganz in die Handlung fallen lassen. Neben den bereits bekannten Figuren lernen wir das Militär des Mars näher kennen. Zudem wird der Handlungsstrang rund um das Protomolekül konsequent weitererzählt. Wir verlieren Charaktere und lernen neue kennen. Die Welt wird größer, komplexer und noch nachvollziehbarer. Teils konnte ich nicht abschalten und habe zwei bis drei Episoden pro Abend gesehen, was wirklich extrem selten vorkommt. Schon lange habe ich keine fiktive Welt mehr erlebt, die solch eine Faszination auf mich ausgeübt hat. Spätestens auf Ganymed zieht dann auch das Tempo deutlich an und es kommt zu ersten, kriegsähnlichen Auseinandersetzungen, was der Serie noch einmal eine ganz spezielle Atmosphäre verleiht. Die Staffel endet dann mit mehreren parallel verlaufenden Showdowns und ich freue mich schon enorm darauf zu sehen, wie diese in der dritten Staffel fortgeführt werden: 9/10 (9.1) Punkte.

Staffel 3: Abaddon’s Gate

In der dritten Staffel finden endlich Figuren zusammen, die wir bisher nur getrennt erlebt haben. Mit Ankunft von Chrisjen Avasarala auf der Rocinante kommt viel Dynamik und Spannung auf das Schiff, was ich gar wunderbar fand. Gerade auch weil der Krieg im Sonnensystem nun in vollem Gange ist, inklusive Meuterei und höchst spannenden Gefechten. Weniger jedoch von der Action her gesehen, als in dem, was zwischen den Figuren passiert. Parallel dazu bekommen wir einen genaueren Einblick in die Entstehung der Hybriden und dürfen auf Io der Wiedervereinigung von Prax und seiner Tochter beiwohnen. All das passiert nur in der ersten Hälfte der Staffel. Im zweiten Teil gibt es eine Entwicklung und das Protomolekül baut, einfach mal so, einen riesigen Ring mitten im Sonnensystem. Alle Parteien versuchen nun ihr Stück vom potenziellen Kuchen abzubekommen und reisen Richtung Ring. Die Handlung wird fantastischer, als man dies bisher von „The Expanse“ gewöhnt ist, und doch fügt sich alles wunderbar zu einem großen Ganzen zusammen. Das Finale eröffnet letztendlich so viele Möglichkeiten, dass ich mir gar nicht vorstellen mag, was passiert wäre, hätte Amazon nicht die Serie von SyFy übernommen: 9/10 (9.4) Punkte.

Staffel 4: Cibola Burn

Die erste von Amazon produzierte Staffel beginnt sogleich mit einem Paukenschlag: Wir begeben uns mit der Crew der Rocinante nach New Terra bzw. Illus und somit auf einen fremden Planeten, den sich einige Belter als neue Heimat auserkoren haben. Um diesen Handlungsstrang von den anderen (auf Erde und Mars) abzugrenzen, wird das Bildformat auf 2,40:1 gemattet, was die ganze Serie noch cineastischer erscheinen lässt, als sie ohnehin schon ist. Auch wenn dieser Erzählstrang teils ein wenig forciert  wirkt (eben eine typische New-Frontiers-Geschichte) und auch nicht immer logisch ist, so fand ich ihn doch enorm packend. Daneben gibt es ein paar kleinere Geschichte rund um Bobbie Draper auf dem Mars sowie die Jagd nach einem Belter-Terroristen (Naomis Ex-Mann), was durchaus unterhaltsam ist, aber nicht mehr so gekonnt mit dem Haupthandlungsstrang verwoben, wie noch in den vorangegangenen Staffeln. In der letzten Episode scheint sich dieser Aspekt wieder ein wenig zu verschieben und somit habe ich große Hoffnungen für die fünfte Staffel: 9/10 (8.8) Punkte.

Staffel 5: Nemesis Games

Es ist wirklich erstaunlich, wie unterschiedlich sich jede einzelne Staffel von „The Expanse“ anfühlt. Auch das fünfte Jahr bildet hier keine Ausnahme: Unsere Charaktere sind getrennt und erleben recht individuelle Abenteuer. Ein zu Beginn eher noch nebensächlich wirkender Handlungsstrang tritt plötzlich in den Fokus als Marco Inaros, Naomis Ex-Mann, einen Anschlag auf die Erde ausübt, der das Machtgefüge im Sonnensystem komplett auf den Kopf stellt. Speziell Naomis Geschichte ist mir sehr nahe gegangen. Sie steht in dieser Staffel zweifellos im Mittelpunkt, wenngleich wir auch Amos auf einen Ausflug in seine Vergangenheit begleiten, Alex und Bobbie Draper ein gemeinsames Abenteuer erleben und Holden seltsam machtlos wirkt, Einfluss auf die aufsteigende Bedrohung zu nehmen. Am Ende der Staffel gibt es zudem noch einen unerwarteten Todesfall innerhalb der Crew der Rocinante, welcher mich wirklich mitgenommen hat. Auch weil er beinahe beiläufig passiert. Das große Finale ist nun vorbereitet und ich kann gar nicht glauben, dass die Serie nur noch sechs Episoden laufen soll. Das wird ein harter Abschied: 9/10 (9.1) Punkte.

Staffel 6: Babylon’s Ashes

Die finale Staffel hat, im Gegensatz zu den 10 bis 13 Episoden der vorhergehenden Staffeln, nur sechs Folgen. Dadurch wirkt sie sehr komprimiert, aber auch auf den Punkt erzählt. Beinahe schon wie der zweite Teil der fünften Staffel, denn der Handlungsstrang rund um Marco Inaros steht weiterhin im Mittelpunkt. Der Unterschied ist jedoch, dass die Crew der Rocinante wieder vereint ist. Das war dringend nötig und sorgt für die nötigen Emotionen im Finale. Neben der Crew der Roci ist jedoch Camina Drummer der heimliche Star dieser letzten Staffel. Eine unfassbare Figur, deren Handlungsstrang großartig konsequent und befriedigend zu Ende gebracht wird. Zu Ende bringen ist auch ein gutes Stichwort, denn obwohl das Finale von „The Expanse“ nahezu alle wichtigen Erzählfäden auflöst, geht das Leben für die Charaktere jedoch weiter. Nur wir als Zuschauer*innen verlassen dieses Universum. Das ist so schön, wie auch schmerzhaft. Auch wenn der Staffel zwei bis vier Episoden mehr gut getan hätten, so bin ich doch mehr als zufrieden mit diesem großartigen Finale: 10/10 (9.5) Punkte.

Fazit

Schon lange hat mich keine Serie mehr so in ihre Welt gezogen, wie das „The Expanse“ gelungen ist. Ich habe, gerade als es auf das Ende zuging, im Kopf noch lange in diesem Universum gelebt. Der Abschied von den Figuren fällt mir extrem schwer. Einzig, dass eine Rückkehr durch die Bücher möglich ist, mildert den Schmerz etwas. Somit ist auch beschlossen, was ich als nächstes Großprojekt nach Frank Herberts „DUNE“ angehen werde. Es geht zurück auf die Rocinante: 9/10 (9.1) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

28 Gedanken zu “The Expanse – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 6)

  1. Schön, dass du diese Serie so siehst wie ich. 🙂
    Jetzt weißt du, warum ich immer so geschwärmt habe.
    Was mir eben besonders gut gefällt, ist das „Leben“ auf den Raumschiffen. Immer mit Magnetschuhen, wenn man kämpft immer mit Schutzanzug, falls Luft entweichen sollte und natürlich die Antriebe. Alles aus heutiger Sicht nachvollziehbar. Kein Warp 7 und so etwas… 😉

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  2. Hui. Kategorie Lieblingsserie. Da läuten bei mir ja die „Muss ich gucken“-Alarmsirenen. Deutsch oder Englisch gesehen? Habe gerade kein amazon prime, aber dafür könnte ich mir das 7 Tage Angebot holen, das mir amazon derzeit bei jeder Bestellung nachschmeißt…nee, wird zeitlich dann wohl zu eng… in jedem Fall danke für den Tipp..

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    • Auf Englisch und kann mir auch nicht vorstellen, wie das mit den Dialekten gut auf Deutsch funktionieren kann. Die ersten drei Staffeln gibt es ja sogar auf Blu-ray, doch die Amazon-Staffeln dann leider nicht mehr. Alleine für die Serie lohnt sich aber das Prime-Abo durchaus. Momentan schaue ich da eh wieder viel, weil neue Staffeln von „This Is Us“, „Shameless“ und „The Marvelous Mrs. Maisel“ starten.

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