4 Blocks – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Nach der Hochglanzserie „The Crown“ habe ich mich mit „4 Blocks“ in ganz andere Gefilde begeben. Eine deutsche Gangsterserie, welche gerade in der ersten Staffel noch ziemlich low budget wirkt, unfassbar dreckig und roh daherkommt und eine enorme Sogwirkung entfaltet. Ursprünglich von TNT Serie produziert, könnt ihr „4 Blocks“ übrigens komplett auf Prime Video schauen. 😎

4 Blocks | © TNT Serie

4 Blocks | © TNT Serie

Ich bin mit US-Gangsterfilmen aufgewachsen und kenne die übliche Struktur, die Tropes und die Figuren. Von „Der Pate“ über „Hexenkessel“ und „GoodFellas“ bis hin zu „Carlito’s Way“ oder „The Sopranos“. Ich liebe das Genre und war gespannt, was eine in Berlin-Neukölln verortete Serie dazu beitragen kann:

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F/X 2: Die tödliche Illusion – OT: F/X2 (1991)

Eigentlich waren wir heute Abend viel zu spät auf dem Sofa. Zudem hat mich der komplette Tag an der frischen Luft müde gemacht. Dennoch wollte ich auf einen Film nicht verzichten und habe somit „F/X 2: Die tödliche Illusion“ in den Player geschoben. Was die Fortsetzung von „F/X: Tödliche Tricks“ zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🤡

F/X 2: Die tödliche Illusion (1991) | © NSM Records

F/X 2: Die tödliche Illusion (1991) | © NSM Records

Die 1990er sind die fieseren 1980er Jahre

War der erste Teil bereits tief in den 1980er Jahren verwurzelt, setzt „F/X 2: Die tödliche Illusion“ fast noch einmal eine Schippe drauf: Der Score, in dem das Saxophon dominiert, die Klamotten, der Humor, der Machismo, all das wirkt unfassbar überholt. Da war ich fast schon verwundert, dass der Film aus den frühen 1990er Jahren stammt. Auch vom Look  und Sound abgesehen, fühlt sich „F/X2“ an, wie eine direkte Fortsetzung: All die Bestandteile des ersten Teils werden noch einmal aufgegriffen und oft bis ins Lächerliche übersteigert. Auch der seltsam schwankende Ton zwischen hartem Thriller und absurder Comedy ist wieder mit von der Partie.

In so mancher Szene konnte ich kaum glauben, dass der Film sein Ding wirklich so durchzieht. Alleine schon das Setup, um den Serienmörder zu fassen, ist völlig unfassbar in seiner elaborierten Selbstzweckhaftigkeit. Da wird wirklich alles hingebogen, um aus dem F/X-Mann einen Actionhelden zu machen. Unglaublich. Die aberwitzigste Szene ist dann wohl der Kampf zwischen Killer und Clown-Roboter, der die Bewegungen unseres Helden kopiert. Im Kontrast dazu stehen teils drastische Tötungsszenen, die jedoch rasch wieder in Vergessenheit geraten und auch unsere Figuren nicht weiter zu belasten scheinen. Wahrlich ein Unikum von einem Film. Man kann NSM wirklich dankbar sein, dass sie die Filme für die Nachwelt festgehalten haben; die Reihe wäre heute wohl kein Streaming-Erfolg mehr:

Fazit

War der erste Teil noch ein größtenteils funktionierender Thriller, driftet „F/X 2: Die tödliche Illusion“ teils komplett ins Phantastische ab. Der Film bleibt dabei dennoch erstaunlich unterhaltsam und sympathisch. Ernst nehmen kann und sollte man ihn wohl nicht, aber wer gut 100 Minuten Spaß der ungewöhnlichen Sorte haben möchte, der sollte unbedingt einmal reinschauen: 6/10 Punkte.

Faster (2010)

Was für ein aufregender Tag! Den Brückentag heute hatte ich mir freigenommen und gleich morgens wurde ich geimpft. Hurra! So euphorisch war ich schon lange nicht mehr. Bisher halten sich die Impfreaktionen auch in Grenzen: Mein Arm schmerzt und ich fühle mich ein wenig schlapper als sonst. Also auch nicht anders als nach einer Grippeimpfung. Abends hatte ich Lust auf einen Thriller und mit „Faster“ somit einen Film gewählt, den ich schon länger einmal sehen wollte. Nur dass ich eigentlich „Snitch: Ein riskanter Deal“ im Kopf hatte. Die Poster beider Filme sehen aber auch zu ähnlich aus. Ich schiebe es auf Impfverwirrung… 🙄

Faster (2010) | © Sony Pictures Home Entertainment

Faster (2010) | © Sony Pictures Home Entertainment

Ein (fast) schnörkelloser Action-Thriller

Als ich meinen Fehler feststellte, war ich schon eine Viertelstunde im Film und habe dann natürlich weitergeschaut. Ein Actionkracher mit Dwayne Johnson sollte doch so gut wie der nächste sein. Zu Beginn hat mir „Faster“ auch wirklich viel Spaß gemacht. Dreckige Bilder, harte Action und ein schweigsamer Antiheld. Ja, dafür bin ich durchaus zu haben. Dann Auftritt eines gelangweilten Killerpärchens, was den Grindhouse-Faktor gleich deutlich nach oben getrieben hat. Warum auch nicht? Hier hat der Film jedoch so langsam begonnen in zu viele Versatzstücke zu zerfasern. Immer noch sehr unterhaltsam, doch letztendlich eben nicht mehr so schön schnörkellos, wie noch zu Beginn gedacht.

Neben Dwayne Johnson sticht vor allem Billy Bob Thornton heraus, dessen Rolle sich mir leider viel zu früh offenbart hat. Gegen Ende wird „Faster“ dann plötzlich moralisch und ich hätte mir ein Beibehalten der kompromissloseren Gangart gewünscht. Das hat dann nicht mehr so wirklich zum Rest der Geschichte gepasst. Am Ende war der Film dann vorbei und ich beginne jetzt schon, ihn zu vergessen. So unterhaltsam er auch während der Sichtung gewesen sein mag.

Fazit

„Faster“ bietet harte und größtenteils schnörkellose Action, wie ich sie gerne sehe. Über seine Laufzeit leistet sich der Film jedoch so manche Spielerei und setzt auf gewollte Coolness. Das hätte es nicht gebraucht. Letztendlich dann doch nichts Besonderes. Kann man sich ruhig geben, wenn man sonst nichts zu schauen hat und mal wieder einen härtere Dwayne Johnson erleben will: 5/10 Punkte.

Hotel Mumbai (2018)

Meine Arbeitswoche ist bereits zu Ende und ich kann ein paar Tage off auch wirklich gebrauchen. Somit hat sich auch unter der Woche die Gelegenheit für einen Filmabend ergeben, bei dem die Wahl auf „Hotel Mumbai“ gefallen ist. Der Film stand schon länger im Regal und ich habe mich nie so richtig herangetraut. Wie schlimm es letztendlich war, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🏨🔥

Hotel Mumbai (2018) | © LEONINE

Hotel Mumbai (2018) | © LEONINE

Eine schmerzhafte Tour de Force

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich damals im Radio von den Terroranschlägen in Mumbai hörte. Auch an die Nachricht der Wiedereröffnung des Taj Mahal Palace habe ich Erinnerungen. Allerdings nur sehr blasse. Gedanken wie diese habe ich mir vor dem Einlegen der Blu-ray gemacht. Vermutlich auch um die Frage zu beantworten, warum man sich bzw. ich mir überhaupt solche Filme anschaue. Warum holt man sich diese Ereignisse zurück auf den Bildschirm? Ist es der Reiz des Morbiden? Der Schrecken als Unterhaltung? Ähnliche Gedanken hatte ich teils bereits bei „Zero Dark Thirty“ oder „Boston“. Komplett erklären kann ich es mir nicht, allerdings fühle ich mich dem historischen Ereignis nach Sichtung der dramatisierten Aufbereitung meist näher, recherchiere selbst und kann es besser einordnen.

Als Film betrachtet, ist „Hotel Mumbai“ wirklich extrem kompetent inszeniert. Die internationale Produktion weist famose Schauspieler*innen (allen voran Dev Patel, bekannt für „Lion: Der lange Weg nach Hause“) auf und zieht die Spannungsschraube zum Bersten an. Dabei ist Anthony Maras‘ Film stets mitreißend, schmerzhaft anzusehen und doch empathisch seinen Figuren gegenüber. Auch mochte ich, dass die meisten Charaktere tatsächlich Hindi sprechen und der Cast überhaupt sehr international ist. Ich hatte wirklich das Gefühlt, dass die Produktion nicht auf einen schnellen Dollar aus war, sondern die Geschichte so authentisch und gut wie möglich erzählen wollte.

Fazit

Ist „Hotel Mumbai“ nun also große Unterhaltung? Jein. Der Film ist spannender als so mancher Thriller, jedoch aufgrund der wahren Ereignisse auch schmerzhaft und verstörend anzusehen. Wenn ihr offen für diese Art von filmischer Aufarbeitung seid, dann kann ich euch den Film jedoch nur ans Herz legen: 8/10 Punkte.

F/X: Tödliche Tricks – OT: F/X: Murder by Illusion (1986)

Ein langer Tag liegt hinter uns, den ich mit Laufen, Rasenmähen und Inlineskaten größtenteils draußen verbracht habe. Das Highlight des Tages war jedoch ein Anruf meines Hausarztes und ein damit verbundener Impftermin. Juhu! Abends sind wir erst gegen 21 Uhr aufs Sofa gekommen und meine Filmwahl ist auf „F/X: Tödliche Tricks“ gefallen. Meine Mitseherin war nach ein paar Minuten im Land der Träume, doch mich konnte der wunderbar altmodische Thriller überzeugen… 👹

F/X: Tödliche Tricks (1986) | © NSM Records

F/X: Tödliche Tricks (1986) | © NSM Records

Ein Thriller aus den tiefsten 1980er Jahren

Für mich war die Sichtung von „F/X: Tödliche Tricks“ heute eine Prämiere. Die Filmreihe war mir zwar schon immer ein Begriff, doch irgendwie habe ich sie inhaltlich stets mit einem Bombenleger-Thriller zusammengebracht. Warum auch immer. Die DVDs hatte ich früher häufiger in der Hand oder im Warenkorb, doch zugegriffen habe ich nie. Dann habe ich vor ein paar Monaten herausgefunden, dass der Thriller im Spezialeffekte-Milieu spielt, was sofort mein Interesse geweckt hat. Inzwischen war der Film und sein Nachfolger gar nicht mehr so leicht zu bekommen und ich habe letztendlich zur wunderschönen Sonderausgabe von NSM (siehe unten) gegriffen.

Inhaltlich bekommen wir es mit einer Mischung aus Mafia-Thriller und Heist-Movie zu tun. Dabei wartet „F/X: Tödliche Tricks“ mit so einigen Wendungen auf, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Gerade auch was den Ton des Films angeht, der zu Beginn oft eher noch komödiantisch ist, dann in einen harten Thriller umschlägt, komplett in die Action-Richtung abdriftet und gegen Ende wieder zu seiner Leichtigkeit zurückfindet. Ungewöhnlich und doch funktioniert das alles wirklich gut. Vielleicht auch, weil der Film so sehr im Jahrzehnt seiner Entstehung verankert ist, dass er heute einfach nur noch charmant aus der Zeit gefallen wirkt. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Fazit

Ich habe es sehr genossen, „F/X: Tödliche Tricks“ nach all den Jahren für mich entdeckt zu haben. Gerade wenn man den filmischen 1980er Jahren etwas abgewinnen kann, dürfte man auch heute noch viel Spaß damit haben. Ich für meinen Teil bin nun schon gespannt auf die Fortsetzung: 8/10 Punkte.

BuyBust (2018)

Was für ein Tag. Morgens in die Schule für einen Corona-Test gefahren, für einen kurzen Moment ein falsches Ergebnis bekommen, Panik und Erleichterung innerhalb nur einer Minute. Laufen gewesen und später am Tag erschreckende Zahlen der Testungen vernommen. Was für ein Tag. Sagte ich das schon? Mit „BuyBust“ wollte ich abends dann nur noch unterhaltsame Action genießen. Ob der Plan aufgegangen ist?

BuyBust (2018) | © Alive

BuyBust (2018) | © Alive

Anstrengend und doch faszinierend und packend

Ich muss gestehen, dass mich vor allem das schöne Mediabook (siehe Foto unten) zum Kauf verleitet hat. Doch auch die Aussicht auf einen philippinischen Actionfilm, der keine Gefangenen macht, schien vielversprechend. Im Vorfeld wurde Erik Mattis Film oft mit „The Raid: Redemption“ verglichen, der ja mehr als ein Achtungserfolg war. Letztendlich haben beide Filme, bis auf ihre grobe Prämisse (eine detailliert erzählte Razzia bzw. Verhaftung), aber gar nicht so viel gemein. „BuyBust“ beginnt erstaunlich ruhig und baut während seiner ersten halben Stunde eine enorme Spannung auf. Man lernt die Figuren kennen und die Atmosphäre ist zum Schneiden dicht. Die Inszenierung wirkt recht naturalistisch, was ich zu diesem Zeitpunkt noch mochte.

Als es letztendlich in die Slums von Gracia geht, scheitert der zuvor gefasste Plan natürlich und die Einsatzkräfte müssen aus einem Schmelztiegel von Armut und Gewalt fliehen. Ab diesem Zeitpunkt reiht sich eine Actionszene an die nächste, was zunächst einmal großartig klingt. Allerdings zeigt sich hier, dass Regisseur Erik Matti zwar Atmosphäre wunderbar einfangen kann, er aber kein Action-Regisseur ist. Bis auf eine durchaus imposante Plansequenz gegen Ende des Films, ist jede Actionszene komplett verwackelt und durch unzählige sowie unnötige Schnitte zerteilt. Als Zuschauer habe ich schnell die Orientierung verloren und konnte dem Geschehen nur schwer folgen. Wirklich sehr schade, da der Film an anderer Stelle viel richtig macht. Selbst die harte Gewalt wirkt seltsam entrückt, da das Schnittgewitter nicht wirklich zur Action passen will.

Fazit

Auch wenn „BuyBust“ audiovisuell teils unangenehm anstrengend ist, so konnte mich seine dichte Atmosphäre dennoch begeistern. Auch seine Aussage besitzt durchaus mehr Substanz als man zunächst vermuten würde. Letztendlich war mir der Kern des Films, der zu einer guten Stunde aus Non-Stop-Action besteht, aber zu redundant und handwerklich zu schwach umgesetzt. Dennoch eine interessante Erfahrung abseits des klassischen Hollywood-Kinos: 6/10 Punkte.

Mindhunter – Staffel 1 und 2

Nach meiner Sichtung von „Making a Murderer“ bin ich dem kriminalistischen Thema treu geblieben. Trotz der inhaltlichen Parallelen ist David Finchers „Mindhunter“ eine ganz andere Serie. Sie wirkt extrem filmisch und man kann die Handschrift des Regisseurs erkennen. Leider war sie wohl zu sperrig, so dass der große Erfolg beim breiten Publikum ausblieb und die eigentlich auf fünf Staffeln angelegte Serie ihr Ende bereits nach zwei Staffeln fand. Warum sich das Reinschauen dennoch lohnt, lest ihr in der folgenden Besprechung… 👮‍♂️🔪

Mindhunter | © Netflix

Mindhunter | © Netflix

Der kreative Kopf hinter „Mindhunter“ ist David Fincher. Also der Regisseur, der das Serienmörder-Genre mit „Sieben“ und „Zodiac“ maßgeblich geprägt hat. Diese Serie ist zweifellos näher an dem sperrigeren der beiden Werke dran, was einem als Zuschauer am besten bereits im Vorfeld klar sein sollte. Es geht weniger um die bestialischen Taten der Serienmörder, als um die Psychologie hinter den Taten. Wenn man sich darauf einlässt, bietet „Mindhunter“ extrem spannendes und verstörendes Serienkino:

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The Hunt (2020)

Der heutige Tag ist wie Sand zwischen meinen Fingern zerronnen. Unfassbar. Da war der letzte Lauf des Monats noch das größte Highlight. Als es dann Zeit für den Filmabend war, hatte ich einmal wieder Lust auf etwas Härteres und habe deshalb „The Hunt“ in den Player geschoben. Im Vorfeld wusste ich nicht viel über den Film, weshalb er mich positiv zu überraschen wusste… 🐷

The Hunt (2020) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Hunt (2020) | © Universal Pictures Germany GmbH

Wendungsreich und auf seine Art unterhaltsam

„The Hunt“ macht wahrlich keine Gefangenen. Bereits im Prolog spritzt das Blut und es wird die Stimmung für die kommenden 90 Minuten gesetzt. Trotz aller Härte wahrt der Film eine ironische Distanz zur Gewalt, was ich in dieser Form zuletzt in „Scream“ so erlebt habe. Speziell das Finale hat mich in seiner Inszenierung stark an Wes Cravens Horror-Meilenstein erinnert. Auch inhaltlich besitzt „The Hunt“ mehrere Ebenen und es gibt etliche Wendungen, welche uns das bisher Erlebte reflektieren lassen. Dabei schießen sich Damon Lindelof und Nick Cuse (beide u.a. bekannt für „The Leftovers“) nicht auf eine Gruppe ein, sondern jeder bekommt sein Fett weg.

Die Mischung aus satirischen und sozialkritischen Elementen, wirklich harter Gewalt und einem unglaublichen Tempo, machen den Film unfassbar unterhaltsam. Zumindest wenn man sich darauf einlassen kann. Eine wirkliche Entdeckung ist auch Betty Gilpin, die ich zuvor noch überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Auch in „The Hunt“ muss sie sich erst ins Scheinwerferlicht kämpfen, denn alle anderen scheinbaren Hauptfiguren ergeht es wie Marion Crane und man muss sich als Zuschauer alle paar Minuten neu orientieren. Wie an vielen anderen Stellen, spielt der Film hier gekonnt mit den Erwartungen seines Publikums.

Fazit

Auch wenn „The Hunt“ vor allem dafür bekannt ist, dass er einer der ersten Filme war, die der ersten Corona-Welle zum Opfer gefallen sind, so lohnt sich eine Sichtung auch ein gutes Jahr nach dem kurzen Hype. Ob er beim zweiten Mal, wenn die Überraschungen bekannt sind, noch genauso gut funktioniert, vermag ich nicht zu sagen. Diese erste Sichtung war auf jeden Fall extrem unterhaltsam: 8/10 Punkte.

Designated Survivor – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Auch seit ich ein Netflix-Abo habe, hat sich mein Serienkonsum nicht verändert. Immer noch kein Binge-Watching, nur die Quelle ist eben eine andere geworden. Nachdem ich mit „Dark“ in die Welt der Netflix-Eigenproduktionen eingestiegen bin, stand mit „Designated Survivor“ eine (zumindest zunächst) klassische Network-Serie auf dem Programm. Das bedeutet auch deutlich längere Staffeln, weshalb sich die Sichtung beinahe zwei Monate hingezogen hat. Warum es sich durchaus lohnen kann, der Serie eine Chance zu geben, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🗳

Designated Survivor | © ABC & Netflix

Designated Survivor | © ABC & Netflix

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Verachtung – OT: Journal 64 (2018)

Nachdem ich heute Nachmittag das gute Wetter für einen Halbmarathon genutzt habe, war ich abends bereit fürs Sofa. Nachdem die Kinder recht spät ins Bett gekommen sind, hat sich dieses Vorhaben jedoch noch hingezogen. Danach stand mir der Sinn nach bekannter und doch frischer Unterhaltung, weshalb ich mich mit „Verachtung“ für die vierte Verfilmung eines Jussi-Adler-Olsen-Romans entschieden habe. Die Vorlage habe ich vor gut drei Jahren gelesen, weshalb meine Erinnerungen daran (zumindest zunächst) nicht mehr die besten waren…

Verachtung (2018) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Verachtung (2018) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ein routiniert und spannend erzählter Thriller

Bisher haben mir die Verfilmungen „Erbarmen“, „Schändung“ und „Erlösung“ ziemlich gut gefallen. Auch „Verachtung“ ist hier keine Ausnahme. Tatsächlich wird die dichte Atmosphäre der Vorlage ausgezeichnet getroffen, was auch den beiden Hauptdarstellern Nikolaj Lie Kaas und Fares Fares zu verdanken ist. Es macht wirklich Spaß dem Duo zuzusehen, welches wunderbar durch Johanne Louise Schmidt ergänzt wird. Auch der Fall ist hochbrisant und sehr spannend. Hier jedoch liegt auch die Schwäche der Adaption, denn der Schrecken der Vorlage ergibt sich aus der detaillierten Beschreibung der Verbrechen, die sich in der Anstalt zur Erziehung von Frauen auf der Insel Sprogø abgespielt hatten. Im Film wird dieser Handlungsstrang doch sehr verdichtet dargestellt.

Auch die Auflösung des plakativen Mordfalls rund um die mumifizierten Leichen am Esstisch fand ich ich ein wenig enttäuschend. Hier wird zu viel erzählt und zu wenig gezeigt. Eine Rückblende des Finales von Netes Geschichte hätte dem Film sehr gut getan. Abgesehen davon ist „Verachtung“ allerdings auch als Adaption sehr gelungen und der historische Kern der Geschichte lässt auch in dieser Form einen Kloß im Hals entstehen. Unfassbar bitter und unvorstellbar.

Fazit

Wie bereits die drei Vorgänger, bietet auch „Verachtung“ toll gespielte und sauber inszenierte Krimi-Kost. Kenner der Vorlage finden sich sofort zurecht und es ist ein Vergnügen, die Geschichte noch einmal audiovisuell zu erleben. An die erzählerische Dichte der Vorlage reicht die Adaption jedoch nicht heran. Ein weiterer spannender Fall des Sonderdezernat Q: 7/10 Punkte.