Battlestar Galactica – Season 4

Wieder einmal heißt es Abschied nehmen. Abschied von der Menschheit. Abschied von der Galactica. Abschied von den Zylonen. Die finale Episode von „Battlestar Galactica – Season 4“ hatte es wirklich in sich. Demzufolge wird sich der folgende Text auch hauptsächlich mit dem Serienfinale beschäftigen. Spoiler sind zu erwarten.

bsg_s4_1

Nachdem ich die dritte Staffel zwar nicht schlecht, aber dennoch als deutlichen Rückschritt empfand, konnte mich der Beginn der vierten Staffel wieder mehr begeistern. Leider hielt dieses Hochgefühl nicht sehr lange an und schon bald hat mich der hohe Seifenoperanteil dieser an sich epischen Saga genervt. Besonders gegen Ende dachte ich stets, dass da doch noch etwas kommen müsse. Etwas Besonderes. Etwas Episches. Etwas Herausragendes. Die letzte Episode hat dieses Versprechen – wenn auch nicht frei von Fehlern – glücklicherweise eingelöst.

Die Rückblenden zum Beginn der Reise sind zwar nicht sonderlich originell, schaffen aber eine emotionale Basis, um noch einmal so richtig mitfiebern zu können. Neben den charakterbezogenen Momenten kommt jedoch auch die Action nicht zu kurz und es darf einmal wieder festgehalten werden, dass das VFX-Team hinter „Battlestar Galactica“ wirklich großartige Arbeit leistet. Dreckig, roh und mittendrin. So und nicht anders haben Weltraumschlachten auszusehen. Perfekt!

Erstaunlicherweise ist es den Autoren gelungen nahezu alle unbeantworteten Fragen in den letzten 90 Minuten aufzulösen. Das hätte ich – besonders nach den vorhergehenden Episoden – nicht für möglich gehalten. Für meinen Geschmack sind die Erklärungen zwar alle etwas pseudoreligiös bzw. esoterisch angehaucht, doch wenn man darüber hinwegsieht, bieten die letzten Minuten emotionales Drama vom Feinsten. Schon alleine der Abschied von Admiral Adama ganz großes Kino. Wunderbar gespielt und inszeniert. Das körperlose Duo Baltar/Caprica dagegen… nun gut, gehört eben auch irgendwie zu der Serie. Insgesamt auf jeden Fall ein mehr als nur gelungenes Serienfinale!

Das Staffel-Ranking fällt mir nun – da so viel Zeit seit den vorhergehenden Sichtungen vergangen ist – etwas schwer. Ich möchte es aber dennoch versuchen. Hier unter Vorbehalt die Rangfolge aller bisherigen Inhalte der Saga:

1. „Battlestar Galactica – Season 2“
2. „Battlestar Galactica – Season 4“ & „Battlestar Galactica: Razor“
3. „Battlestar Galactica – Season 1“ & „Battlestar Galactica: Miniseries“
4. „Battlestar Galactica – Season 3“

Insgesamt gesehen gab es leider zu viele schwache Folgen in der dritten und vierten Staffel, als dass die Serie bei mir den Sci-Fi-Serienolymp erklimmen könnte. Dennoch führt für Genrefreunde absolut kein Weg an „Battlestar Galactica“ vorbei. Stilprägendes („Frak!“), großes Serienkino: 8/10 Punkte. Glücklicherweise kann man sich nun noch auf „Battlestar Galactica: The Plan“ und das Spin-off „Caprica“ freuen.

10 Gedanken zu “Battlestar Galactica – Season 4

  1. Hab das Finale gestern auch gesehen und fand es wirklich gut. Aber es hätte noch einen Tick besser sein können. Mit den religiösen Erklärungen bin ich auch nicht so ganz warm geworden und manche Szene hätte man sicher noch spannender machen können. Aber insgesamt bin ich zufrieden und die Serie ist es definitiv wert, noch ein paar mal angeschaut zu werden.

    Trotz Höhen und Tiefen seit der zweiten Hälfte von Season 2, wobei die Höhen überwiegen, ist es für mich aber die beste SF-Serie geworden. Nach BSG kann es kein Zurück mehr zu Star Trek, Stargate und Co. in deren nun altertümlichen Form geben.

    Werde auch noch was zum Finale schreiben, werde ich aber wohl (hoffentlich) erst am Wochenende schaffen.

    Liken

  2. Ich hoffe auch irgendwann – Rentenalter oder so – noch einmal Zeit für eine Komplettsichtung zu finden. Im Zusammenhang mögen so manch schwächere Episoden auch nicht allzu sehr ins Gewicht fallen.

    Für mich als alten Whedonite steht natürlich „Firefly“ an erster Stelle, doch „Battlestar Galactica“ darf sich über Platz zwei freuen. Nun wäre es mal an der Zeit für eine anständige „Wing Commander“-Serie! 🙂

    Liken

  3. Mit Firefly bin ich leider nicht warm geworden. Auch sonst sind Buffy und Angel eher nicht mein Fall gewesen, weshalb Josh Whedon bei mir leider ein schwarzes Tuch ist.

    In Sachen Wing Commander wünsche ich mir lieber eine Fortsetzung des letzten PC-Spiels „Prophecy“. Das war nämlich richtig cool. Ob eine Serie funktioniert, da bin ich skeptisch. Wenn ja, dann müsste sie sich im Aussehen und der Aufmachung schon krass von den Videosequenzen aus den Spielen unterscheiden und darf auch nicht nur Action sein, sondern muss ähnlich wie Star Trek oder BSG was teifschürfendes bieten.

    Liken

  4. Wie schon in Twitter geschrieben, habe ich doch dreimal Gnaaa vor mich hinmurmeln müssen (Gnaa im Sinne von „ich bin ein wenig enttäuscht jetzt“).

    1. Gnaa: Gottes Wille, die Head Six/Head Baltar als Engel/Dämonen wieauchimmer.
    2. Gnaa: die Auflösung von Kara Thrace (da hätte ich mir lieber eine Auflösung ihrer Story seit Entdeckung der alten Erde gewünscht.
    3. Gnaa: zu viele Rückblenden

    Highlights waren sicher die Kampfszenen, der rührende Abschied von Admiral Pockennarbe und der Schwenk zum Schluss mit All Along The Watchtower.

    Reservier mir einen Rollstuhl, wenn du die Komplettsichtung angehst 😉

    Liken

  5. @thwidra: Ja, dass du nicht Joss Whedon kompatibel bist war mir noch irgendwo im Hinterkopf… 😉

    Die „Wing Commander“-Spiele habe ich damals geliebt. Besonders den dritten Teil. Einfach famos! Da ich heute eher nicht mehr spiele, wäre mir eine TV-Serie sehr recht – besonders da Chris Roberts den Film so in den Sand gesetzt hat. Ich kann mir da durchaus etwas im Stil von „Battlestar Galactica“ vorstellen. Aber soweit wird es sowieso nicht kommen.

    @Inishmore: Da ich bei Twitter immer etwas hinterher hänge, lese ich deine Anmerkungen jetzt zum ersten Mal und kann ihnen nur zustimmen – bis auf die Rückblenden, die fand ich eigentlich recht passend.

    Karas wegploppen hat mich auch gestört, ebenso wie die beiden Head-Charaktere. Auch fand ich es seltsam, dass sich nahezu jede Hauptfigur alleine aufgemacht hat – da sind die Überlebenschancen bestimmt sehr gut!

    Doch für mich war die Hauptsache, dass die emotionale Wirkung des Abschieds angemessen war und das Finale geht mir – um es pathetisch auszudrücken – immer noch nach. Insofern darf man es durchaus als äußerst gelungen bezeichnen.

    Liken

  6. Dass Kara so plötzlich weg war, hat mir auch nicht so ganz gefallen. Je länger ich drüber nachdenke, desto stärker fällt mir eigentlich auf, dass das Finale sicher ein bißchen zu sehr „Happy Ending“ ist und das ist schon ein starker Umschnitt gegenüber dem depressiven Charakter des Rests der Serie. Ich glaube, wenn alle gestorben wären, hätte das einen noch viel krasseren Eindruck hinterlassen. Und ich bin mir sicher, dass sie das auch entsprechend hätten darstellen können. 😉

    Liken

  7. Naja, ich weiß nicht. Sicher wäre ein heftiger Eindruck entstanden, doch braucht man so etwas als Serienfinale? Es gab ja schon immer viel Geseiere, was Vorbestimmung und Visionen, Glauben und Auserwählung angeht. Insofern finde ich es schon irgendwie konsequent, dass ‚Der Plan‘ letztendlich aufgeht – und ganz ehrlich war das Ende für mich auch kein lockerleichtes happy ending, denn dafür ist im Vorfeld einfach zu viel passiert.

    Liken

  8. Pingback: Battlestar Galactica: The Plan « Tonight is gonna be a large one.

  9. Pingback: V – Season 1 « Tonight is gonna be a large one.

  10. Pingback: Media Monday #124 | Tonight is gonna be a large one.

Deine Meinung? (Indem du die Kommentarfunktion nutzt, erklärst du dich mit der Verarbeitung deiner angegebenen Daten durch Automattic, Inc. sowie den Dienst Gravatar einverstanden.)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.