Faculty: Trau keinem Lehrer! – OT: The Faculty (1998)

Da es heute in Strömen regnet, habe ich den Zwergofanten mit dem Auto vom Karate-Training abgeholt. Auf dem Rückweg schnappten wir uns noch etwas zu essen. Falafel war leider aus, also gab es nur zwei Döner für die Kids. Da Frau bullion ausgeflogen war, haben wir heute nicht mit dem MCU weitergemacht. Dafür habe ich die Kinder mit „The Faculty“ wieder mehr an meine Jugend und das Horror-Genre herangeführt. Wie das allen Beteiligten gefallen hat? 🧑‍🏫

The Faculty (1998) | © STUDIOCANAL

The Faculty (1998) | © STUDIOCANAL

Die Körperfresser an der High School

Schon wenn während einer der ersten Szenen „The Kids Aren’t Alright“ von The Offspring erklingt, fühlte ich mich so sehr in meine Jugend zurückversetzt, dass ich fast etwas nostalgisch wurde. „The Faculty“ ist eben komplett ein Werk dieser Zeit. Kurz nach „Scream“, ebenso von Kevin Williamson geschrieben und von Robert Rodriguez teils schön eklig inszeniert. Ein wahre Freude! Eine solche ist auch der Cast, denn es tummeln sich viele große Stars der späten 1990er und frühen 2000er Jahre: Elijah Wood (Frodo aus „Der Herr der Ringe“), Josh Hartnett (u.a. „Sin City“), Famke Janssen (u.a. die „X-Men“-Filme), Robert Patrick (T-1000 aus „Terminator 2“), Salma Hayek (u.a. „From Dusk Till Dawn“) Jon Stewart(!), Usher(?) und viele mehr. Aus heutiger Sicht eine beeindruckende und wilde Mischung, die wunderbar funktioniert.

Inhaltlich übersetzt Kevin Williamson die typische Körperfresser-Geschichte in eine High School. Das macht er mit solch einem Augenzwinkern, dass es eine wahre Freude ist. Hier bleibt kein Klischee aus und wird im besten Falle noch gebrochen. Robert Rodriguez inszeniert all das mit hohem Tempo und einem Gespür für seine Figuren. Auch die Actionszenen machen viel her. Kaum zu glauben, dass er zuletzt die teils vermurkste Action in „The Book of Boba Fett“ inszeniert hat. Gerade die Paranoia zwischen den High-School-Kids wird wunderbar eingefangen und es macht Spaß mit der ungleichen Gruppe unterwegs zu sein. Die Effekte sind zwar offensichtlich, doch besser gealtert, als ich dies in Erinnerung hatte. Und dass Rodriguez am Ende auf einen typischen Horrorfilm-Twist verzichtet, rechne ich ihm hoch an.

Fazit

Ich hatte wieder enorm viel Spaß mit „The Faculty“. Genau meine Zeit, genau mein Ding. Die Kinder fanden den Film nicht zu gruselig oder hart (da waren sie durch „Stranger Things“ schon gut vorbereitet), nur etwas eklig. Ansonsten mochten sie die Geschichte und speziell das High-School-Setting. Kann man sich auch nach knapp 30 Jahren immer noch sehr gut anschauen. Wer hätte das gedacht? 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) (WS2)

Das Zappelinchen ist heute Abend bei einer Freundin, Geburtstag feiern. Nachdem ich mit dem Zwergofanten vom Karate-Training zurück war, und wir Pizza gegessen hatten, gab es mit „Cliffhanger“ noch einen späten Filmabend. Nach unserem Urlaub in den Bergen hatten ich wieder Lust auf diesen Film. Zudem wollten wir ohnehin einmal testen, ob der Zwergofant, nach ersten Härten im Rahmen von „Stranger Things“, auch bereit für mehr filmische Gewalt ist. Wie das funktioniert hat? 🧗🏻

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) | © Studiocanal

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) | © Studiocanal

Ein irrwitziges Kletterabenteuer mit viel Action

Seit ich dieses Blog betreibe, ist das bereits meine dritte Sichtung von „Cliffhanger“. Die letzte liegt schon knapp 15 Jahre zurück. Auch der Film selbst hat bereits 33 Jahre auf dem Buckel. Von diesen stand er 20 Jahre lang auf dem Index. Inzwischen ist Renny Harlins Action-Kracher ab 16 Jahren freigegeben. Da ich den Film bereits sehr gut kenne, hatte ich bereits vermutet, dass auch der Zwergofant ihn mit dreizehneinhalb Jahren verkraften kann. Quasi die nächste Steigerung nach „James Bond“ und „Indiana Jones“. Dennoch habe ich im Vorfeld mit ihm über den gesteigerten Gewaltgrad gesprochen und es war klar, dass wir jederzeit abbrechen können. Aber was erzähle ich da? Auch ich habe damals zu früh 16er Filme gesehen, die ich niemals abgebrochen hätte und von denen ich ihm dennoch nicht jeden zumuten würde. Ich denke da nur an „Das Schweigen der Lämmer“, den ich eindeutig zu früh gesehen habe. Soviel zu den Rahmenbedingungen der Sichtung und nun endlich zum Film selbst:

Ich liebe Renny Harlins Actionfilme. Seine Werke wirken stets handgemacht und echt, auch wenn ich weiß, dass gerade in „Cliffhanger“ viel innovative Computertechnik eingesetzt wurde. Echte Schauplätze und fantastische Schauspieler machen für mich diesen Film aus. Ich habe erstmals die 4K-Restaurierung (allerdings nur auf Blu-ray) gesehen und der Film hat auch heute noch beeindruckende Bilder zu bieten. Einzig ein paar Studioaufnahmen gegen Ende fallen negativ auf. Dieser Umstand schmälert den Unterhaltungswert allerdings nicht, denn die Hatz durch die Berge ist ein großer Spaß, was auch an Sylvester Stallone, noch mehr aber an John Lithgow liegt, dessen Eric Qualen einer der besten Bösewichte des 80er/90er Actionkinos ist. Ein immer noch herrlich unterhaltsamer Film. Was sagt der Zwergofant? Wir haben ein paar Mal über die Gewalt des Films gesprochen, doch er ist sehr gut mit damit klargekommen. Die Figuren und die Jagd durch die Berge waren für ihn die dominierenderen Elemente.

Fazit

Auch heute noch macht mir „Cliffhanger“ unglaublich viel Spaß. Definitiv einer meiner liebsten Stallone-Filme. Der Schauplatz in den Bergen, John Lithgow als Bösewicht und das persönliche Drama zwischen den Figuren, all das überzeugt mich doch jedes Mal. Kann ich mir alle paar Jahre wunderbar anschauen. Nach diesem erfolgreichen Experiment sehe ich schon Sichtungen von „True Lies“ und „Stirb langsam“ in nicht allzu ferner Zukunft auf uns zukommen. Ein weiterer Kracher von Renny Harlin: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf einer Geburtstagsfeier; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Stranger Things – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 5)

Wir sind gerade erst am Bahnhof angekommen. Den Hype Train haben wir längst verpasst. Also warum nicht direkt in den Bummelzug einsteigen und noch einmal ganz gemächlich alle vorherigen Stationen abfahren? Genau das haben wir als Familie mit „Stranger Things“ gemacht. Wir sind zu viert nach Hawkins aufgebrochen und haben uns über die letzten gut drei Monate noch einmal die komplette Serie angeschaut. Das war ein unglaubliches Erlebnis und ich bin froh, dass wir uns für diesen Ansatz entschieden haben. Auch den Kindern wird diese Erfahrung wohl als eines der einprägsamsten popkulturellen Ereignisse ihrer Jugend im Gedächtnis bleiben. Begleitet mich nun also gerne bei unserer langen Reise durch das Upside Down… 👹

Stranger Things | © Netflix

Stranger Things | © Netflix

Den Duffer-Brüdern ist mit „Stranger Things“ etwas gelungen, was heute nicht mehr so häufig passiert: Ein neues, popkulturelles Phänomen. Etwas Originelles, das zum eigenen Franchise wird. Man kann diese Entwicklung über die fünf Staffeln wunderbar verfolgen. Gerade die erste Staffel steht ein wenig für sich und ist in vielen Dingen, sowohl inszenatorisch als auch handlungstechnisch, kaum mit der fünften Staffel vergleichbar. Dennoch fügen sich die unterschiedlichen Schwerpunkte erstaunlich gut zusammen und der emotionale Kern bleibt recht konsistent. Was genau ich meine? Das führe ich weiter in meinen Besprechungen der einzelnen Staffeln aus:

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Last Night in Soho (2021)

Nach einem Tag, den ich ich komplett draußen verbracht habe (Rasenmähen und etwas auf der Terrasse lesen) habe ich mich abends aufs Sofa gefreut. Der Zwergofant hatte seine Cousins zum „James Bond“-Schauen eingeladen, weshalb ich für Frau bullion, das Zappelinchen und mich „Last Night in Soho“ ausgesucht habe. Edgar Wrights Thriller stand schon lange auf meiner Liste und heute war es endlich soweit. 👗

Last Night in Soho (2021) | © Universal Pictures Germany GmbH

Last Night in Soho (2021) | © Universal Pictures Germany GmbH

Gefangen zwischen brillant und plump erzählt

Ich liebe Edgar Wrights Filme. Und seine Serie „Spaced“, die letztendlich die Blaupause für seine Cornetto-Trilogie war. Mit „Baby Driver“ konnte ich dagegen nicht so viel anfangen. Der Film hatte mich leider ziemlich kalt gelassen. Umso gespannter war ich also, was Wright aus einem ernsthaften Thriller-Stoff macht. Während der ersten Stunde hatte mich „Last Night in Soho“ komplett für sich eingenommen. Ich war mit Eloise (fantastisch gespielt von Thomasin McKenzie) auf der Reise und konnte mich wunderbar mit ihr identifizieren. Schon früh lässt der Film die Bedrohung durch Männer in den Vordergrund treten. In vielen kleinen Szenen, wie z.B. der Taxifahrt oder den unangenehm sexuell aufgeladenen Begegnungen im Wohnheim. Damit ist „Last Night in Soho“ aktueller denn je und ich war gespannt, wohin uns die Reise durchs nächtliche Soho führt. Zunächst einmal in die 1960er Jahre.

„Last Night in Soho“ besitzt eine fantastische Komponente: Eloise begegnet in ihren Träumen Sandie (ebenfalls großartig gespielt von Anya Taylor-Joy), welche zu Beginn all das zu verkörpern scheint, das Eloise verwehrt bleibt. Quasi „Lippels Traum“ in düster. Ab der Hälfte des Films wird „Last Night in Soho“ sehr plakativ und fast schon plump in seiner Aussage. Die Bilder sind weiterhin stark und Edgar Wright inszeniert die unausweichliche Bedrohung gekonnt. Inhaltlich mochte ich gerade die Entwicklung im letzten Drittel nicht so gerne: Ist Eloises Wahrnehmung nur so stark, weil sie an einer psychischen Erkrankung leidet? Nein, Männer verhalten sich einfach bedrohlich und übergriffig. Auch der finale Twist untergräbt die starke Botschaft des Films in meinen Augen etwas. Es gibt eine Szene, in denen die Männer als reine Opfer gezeigt werden, was mich für einen kurzen Moment wirklich geärgert hat. Glücklicherweise dreht Wright den Ausgang der Szene noch. Mit einem schlüssigeren und ja, auch konsequenteren Finale, hätte „Last Night in Soho“ ein herausragender Film werden können. So entscheide ich mich, ihn dennoch als meisterhaft inszenierten Thriller zu sehen, mit dessen inhaltlicher Ausrichtung ich nicht immer komplett einverstanden war. Muss ich aber auch nicht, denn am Ende verbleibt ein extrem spannender Psycho-Thriller mit interessanter Prämisse und tollen Figuren.

Fazit

Mir hat „Last Night in Soho“ wirklich viel Spaß gemacht. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass ich ihn beim zweiten Mal noch mehr genießen kann, da ich den Ausgang der Geschichte schon kenne. Auch meinen beiden Mitschauerinnen hat der Film sehr gut gefallen. Definitiv sehenswert. Edgar Wright kann also auch Thriller: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: hat mit seinen Cousins „James Bond 007: Spectre“ geschaut)

Weapons: Die Stunde des Verschwindens (2025)

Gestern waren die Kinder auf der Geburtstagsfeier ihrer Cousine, welche sich bis weit in den späten Abend gezogen hat. Uns hatte spontan eine Freundin besucht, die noch bis zum Abendessen geblieben ist. Danach hatten wir die Gelegenheit einmal wieder einen Film zu sehen, der für Kinder nicht geeignet ist. Meine Wahl fiel auf „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“, den ich schon ewig sehen wollte. Ob Zach Creggers Film seiner Prämisse gerecht werden konnte? 🤡

Weapons: Die Stunde des Verschwindens (2025) | © Warner Bros

Weapons: Die Stunde des Verschwindens (2025) | © Warner Bros

„Magnolia“ als Horror-Groteske

Die Prämisse kannte man bereits aus dem Trailer: In einer amerikanischen Kleinstadt verschwinden um Punkt 2:17 Uhr morgens alle Kinder aus einer einzelnen Schulklasse. Alle bis auf eines. Sie verlassen die Häuser und rennen (siehe Bild oben) in die Nacht und waren nicht mehr gesehen. Mehr erfährt man im Trailer nicht. Auch im Film wird dieser Teil der Geschichte innerhalb der ersten fünf Minuten abgehandelt. Doch was passiert danach? Dann geht der Film erst richtig los. Zach Cregger erzählt „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ wie „Magnolia“ oder auch „Pulp Fiction“, sprich als Episodenfilm, dessen Geschichten zusammenhängen und sich überschneiden. Dadurch entstehen teils absurde Szenen, die man zunächst überhaupt nicht einordnen kann. Am Ende wird alles zusammengeführt, so dass es inhaltlich überraschend viel Sinn ergibt und alles erstaunlich schlüssig erklärt wird.

Was „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ so interessant macht, ist der Ton des Films: Das Mysterium ist wirklich mysteriös und dramatisch. Die Kleinstadt wird dadurch komplett in Mitleidenschaft gezogen. Zugleich ist der Film sehr unheimlich. Cregger gelingt es, ein paar extrem stimmungsvolle und absurd gruselige Szenen aufzubauen. Dabei gibt es nur wenige Jump Scares, die jedoch sehr effektiv sind und eher durch existierende Elemente im Bild und weniger durch laute Soundeffekte ausgespielt werden. Auch als gegen Ende eigentlich klar wird, worauf alles hinaus läuft, bleibt der Film spannend und verstörend. Neben all dem ist „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ auch noch erstaunlich witzig. Ja, richtig gelesen. Cregger setzt Humor gekonnt ein und ließ mich teils laut auflachen (z.B. der Spritzenangriff im Zelt oder auch Teile des Finales). Solch eine Mischung sollte eigentlich nicht funktionieren, und ich bin mir sicher, dass sie auch nicht für jede:n Zuschauer:in funktioniert, doch mich hat der Film komplett abgeholt.

Mit den eigenen Waffen geschlagen

Heute leben viele Horrorfilme davon, möglichst nihilistisch zu sein. Happy End? Keine Chance. Umso erfrischender fand ich es, dass Creggers Film tatsächlich ein extrem befriedigendes Ende bietet. Nein, auch hier ist das Trauma nicht weggewischt und alle leben glücklich bis an ihr Lebensende. Aber dass das Böse so gekonnt von seinen eigenen Waffen, und das im wortwörtlichen Sinne, geschlagen wird, fand ich einfach nur grandios. Insgesamt ist „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ ein in jeder Hinsicht extrem überraschender Film, der famos erzählt ist und einfach nur Spaß macht. Die 4K-Version überzeugt durch ein knackiges Bild, das die stimmungsvolle Inszenierung zum Leben erweckt. Kann ich nur empfehlen:

Fazit

„Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ hat mich noch mehr begeistert, als ich das zuvor für möglich gehalten hätte. Genau mein Ding: Ich habe mich sehr gegruselt, die Geschichte hat mich in den Bann gezogen, die Figuren fand ich famos geschrieben, ich habe viel gelacht und wurde überrascht. Was will man mehr? So sollte Kino sein und ich freue mich jetzt schon darauf, den Film noch einmal zu sehen: 9/10 Punkte.

Fallout – Staffel 2 (2025)

Nach der zweiten Staffel von „The Last of Us“, ging es direkt mit der zweiten Staffel einer postapokalyptischen Videospielverfilmung weiter: Auf „Fallout – Staffel 2“ hatte ich mich durchaus gefreut, auch wenn meine ganz große Begeisterung, die direkt nach der Sichtung der ersten Staffel durchaus vorhanden war, etwas abgeklungen war. Knapp zwei Jahre Abstand waren vielleicht doch etwas lang… ☢️

Fallout – Staffel 2 | © Amazon Prime Video

Fallout – Staffel 2 | © Amazon Prime Video

Mehr Handlungsstränge und weniger Fokus

Ich komme direkt mit einem etwas seltsam anmutenden Vergleich: Die zweite Staffel von „Fallout“ verhält sich zur ersten Staffel, wie die zweite Staffel von „Wednesday“ zur deren erster Staffel. Für mich hat auch hier der Fokus gefehlt. Es gab zu viele Handlungsstränge ohne wirkliche Verbindung oder Weiterentwicklung. Da war die Balance im ersten Jahr deutlich gelungener. Durch das wilde Hin- und Herspringen habe ich als Zuschauer zu wenig Zeit mit einzelnen Figuren verbracht, bevor es schon wieder weiterging zu einem Handlungsstrang, den man zuletzt zwei Episoden zuvor verlassen hatte. Das fand ich sehr anstrengend. Disclaimer: Dieser Eindruck mag aber auch daran liegen, dass ich bei nahezu jeder Episode mit dem Schlaf zu kämpfen hatte und teils sogar für ein paar Minuten weggenickt bin. Inwiefern dies der Serie direkt anzukreiden ist, oder eher meinem momentanen Gesamtzustand, kann ich schwer sagen.

Auf der Habenseite steht weiterhin das famose Produktionsdesign und der generell stimmige audiovisuelle Gesamteindruck. Einzig die Songs der 1950er/60er Jahre wirken auf Dauer, so innovativ dieses Konterkarieren in der ersten Staffel auch gewesen sein mag, etwas ermüdend. Auch die Figuren mochte ich weiterhin, speziell Walton Goggins als Ghoul hat mir immer besser gefallen. Auch die Kapitalismus- und Militarismuskritik ist scharf und böse, blitzt aber zu selten in dieser Form auf bzw. wird von anderen, teils eher ermüdenden, Handlungssträngen überlagert. Am Ende der zweiten Staffel hat sich handlungstechnisch gar nicht so viel weiterentwickelt. Vielleicht habe ich aber auch wichtige Details verpasst? Das mag ich gar nicht ausschließen. Das Gefühl der Ermüdung kann ich jedoch nicht abschütteln.

Fazit

War ich von der ersten Staffel noch überaus begeistert, so hat mich die zweite Staffel doch etwas enttäuscht. Momentan bin ich mir noch nicht einmal sicher, ob ich in eine dritte Staffel überhaupt reinschauen würde. Trotz Müdigkeit kämpfe ich bei anderen Serien nicht so sehr mit dem Schlaf. Definitiv keine schlechte Staffel, aber das seltsame Pacing hat sie für mich zu anstrengend gemacht und das bei recht zielloser Geschichte: 7/10 (7.2) Punkte.

Predator: Badlands (2025)

Momentan befinden wir uns komplett im „Stranger Things“-Fieber und haben gestern die zweite Staffel abgeschlossen. Nach noch einer Episode „Scrubs“ ist der Rest der Familie ins Bett verschwunden. Ich war noch nicht müde. Was also tun? Dank Fastenzeit war es keine Option bei Whisky, Kartoffelchips und Schokolade vor YouTube zu versumpfen. Also habe ich kurz vor 22 Uhr noch „Predator: Badlands“ eingeschaltet. Ob auch ich lieber ins Bett hätte gehen sollen?

Predator: Badlands (2025) | © 20th Century Studios

Predator: Badlands (2025) | © 20th Century Studios

Der Predator zwischen „Star Wars“ und MCU

Nach meiner kürzlichen Sichtung von „Predator: Killer of Killers“ hatte ich mich sehr auf den jüngsten Realfilm des Franchises gefreut, zumal ich auch Dan Trachtenbergs „Prey“ fantastisch fand. Im Vorfeld hatte ich schon viele sehr positive Besprechungen gelesen, so dass auch meine Vorfreude groß war. Mit Dek steht erstmals ein Yautja (so wird die kämpferische Rasse seit dem Vorgängerfilm offiziell genannt) als Protagonist im Zentrum. Ich habe Vergleiche zu „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ gelesen, doch laufen diese für mich ins Leere, denn James Cameron hatte bewusst mit Erwartungen gespielt und diese überraschend gebrochen. In „Predator: Badlands“ war seit dem ersten Teaser klar, wohin die Reise geht. Ein frischer Ansatz, was ich grundsätzlich schon einmal begrüßenswert finde. Ob dieser jedoch zur „Predator“-Reihe passt?

Tatsächlich fand ich es schwierig noch tiefer in die Welt der Yautja einzusteigen. Beim animierten Vorgänger fand ich das interessant, doch hier war mir die Darstellung des Heimatplaneten ein wenig zu öde geraten. Wie diese Rasse jemals hochentwickelte Raumschiffe oder Waffen hat herstellen können? Aber nun gut, vermutlich auch nicht wichtig. Ab dem Besuch des Todesplaneten Genna macht der Film richtig Spaß. Der Ansatz, Dek mit Thia (toll gespielt von Elle Fanning) eine ungleiche Partnerin an die Seite zu stellen, wirkt frisch und ungewohnt. Auch die Monster-Action macht Spaß und hat mich am ehesten an „Predators“ oder „Kong: Skull Island“ erinnert. Auch den kleinen Twist rund um Bud und den Kalisk mochte ich. Leider läuft am Ende alles auf eine große Materialschlacht mit Weyland-Yutani-Synthetics hinaus, was ich ein wenig ermüdend fand. Auch der Kampf gegen den Loading-Mech hat sich eher anstrengend angefühlt. Am Ende schließt sich der Kreis auf dem Heimatplaneten der Yautja. Natürlich gibt es auch einen Schlussgag, bei dem ich nur eine verpasste Chance sehe: Warum man hier nicht die fliehenden Überlebenden aus „Predator: Killer of Killers“ eingeführt und somit eine Brücke geschlagen hat? Dafür gibt es nur einen mauen Mutter-Witz. Insgesamt ist „Predator: Badlands“ für mich einer der schwächeren Teile der Reihe. Hatte Shane Black zu sehr am Ausgangsmaterial geklebt, so entfernt sich Dan Trachtenberg fast schon eine Spur zu weit davon. Somit ergibt sich die folgende, neue Rangliste:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator: Killer of Killers“ (2025) | 8/10 Punkte
  4. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  5. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  6. „Predator: Badlands“ (2025) | 7/10 Punkte
  7. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Ich hatte viel Spaß mit „Predator: Badlands“ und mir dennoch mehr davon erhofft. Am gelungensten fand ich den Mittelteil, am schwächsten das Finale. Der Ton des Films ist ungewohnt für die Reihe, doch weiß ich noch gar nicht, wie ich das einordnen will. Auf jeden Fall ein spannender Beitrag, der mich jedoch nicht komplett abzuholen wusste. Was Dan Trachtenberg wohl als nächstes zaubert? 7/10 Punkte.

The Last of Us – Staffel 2 (2025)

Nach zwei Jahren Pause, geht es endlich weiter mit der Fortsetzung eines meiner Serien-Highlights aus dem Jahr 2024. Die erste Staffel von „The Last of Us“ hatte mich so gepackt, wie kaum eine zweite Serie in diesem Jahr. Zumindest bis zum strukturell und inhaltlich durchaus vergleichbaren „Sweet Tooth“. Die Vorfreude auf „The Last of Us – Staffel 2“ ließ ich mir auch von den teils vernichtenden Kritiken nicht nehmen. Wie mir die Rückkehr ins Pilzkönigreich gefallen hat? Spoiler sind zu erwarten. 🍄

The Last of Us – Staffel 2 | © HBO

The Last of Us – Staffel 2 | © HBO

Eine ungeschönte Fortsetzung mit Verlusten

Leider hatte ich mich damals, als der zweite Teil der Videospielvorlage erschienen ist, bereits gespoilert. Ich wusste also, dass Joel im Verlauf der zweiten Staffel stirbt. Wie genau es dazu kommt, war mir jedoch nicht bewusst. Auch dass dies bereits in der zweiten Episode passiert, hätte ich nicht erwartet. Speziell da Joel zuvor eher wenig Screentime hat und zwischen ihm und Ellie ein größerer Konflikt schwelt, der am Ende auch nicht aufgelöst wird. Umso härter ist der Verlust für Ellie. Auch ich als Zuschauer war hart getroffen. Was ich so mitbekommen habe, war dies auch einer der großen Kritikpunkte an der Vorlage und auch dieser zweiten Staffel von „The Last of Us“: Die Geschichte, die viele mit Joel und Ellie gleichsetzen, entwickelt sich komplett unerwartet weiter. Die Serie wird sowohl zu einer Rachegeschichte als auch einem lesbischen Liebesdrama. Das war wohl zu viel für manche Zuschauer (bewusst nicht gegendert). Das heißt nicht, dass ich keine Kritikpunkte habe oder zulasse, doch viele Kommentare zur zweiten Staffel (und auch dem zweiten Teil der Videospielvorlage) kann ich einfach nicht ernst nehmen.

So hart der Verlust des geliebten Charakters ist, so sehr muss ich die Showrunner doch auch bewundern, dass sie einen neuen Weg eingeschlagen haben. Was heißt neu? Schon bei „The Walking Dead“ gab es immer wieder schockierende Todesfälle von Hauptfiguren. Durch den bisherigen Fokus auf Joel und Ellie wirkt der Verlust hier nur umso stärker. Der nun folgende Rachefeldzug von Ellie und Dina ist packend inszeniert und wartet mit einigen nervenzerfetzenden Szenen auf. Dennoch bleibt das Gefühl, dass die wirklich herausragenden Episoden, wie sie noch in der ersten Staffel ihren Platz gefunden haben, fehlen. Das ändert sich bei der sechsten Episode „The Price“, in der wir all die verpassten Jahre in Jackson sehen und wie sich die Beziehung zwischen Ellie und Joel verändert hat. Obwohl oder gerade weil es in dieser Folge keinerlei Action oder Angriffe Infizierter gibt, besitzt sie eine emotionale Wucht, die am Ende kein Auge trocken lässt. Auch war es schön, die kürzlich verstorbene Catherine O’Hara (u.a. Moira Rose, „Schitt’s Creek“) noch einmal in einer tragenden Rolle zu sehen. Ein wahrer Verlust für die Film- und Serienwelt. Das eigentliche Finale endet letztendlich im spannendsten Moment auf einem Cliffhanger. Ziemlich unbefriedigend. Zudem deutet sich an, dass wir in der dritten Staffel Abbys Perspektive einnehmen werden, was in der Vorlage wohl bereits ähnlich gelöst wurde. Das könnte durchaus spannend werden. Momentan sieht es auch so aus, als würde die dritte Staffel die letzte werden. Der Plan, die Geschichte auf fünf Staffeln zu erweitern, ist anscheinend leider nicht aufgegangen. Ich freue mich auf alles, was noch kommt.

Fazit

Auch wenn mich die zweite Staffel von „The Last of Us“ nicht mehr so bedingungslos begeistern konnte, wie noch die erste Staffel, so haben mich die sieben Episoden doch erneut außergewöhnlich gut unterhalten. Ich liebe die Figuren und die Welt immer noch. Die Kombination aus Spannung und Drama funktioniert für mich nach wie vor perfekt und auch wenn die Entwicklung schmerzhaft ist, so führt sie die Geschichte für mich doch relevant fort. Nach wie vor exzellentes Endzeit-Drama: 9/10 (9.0) Punkte.

Dept. Q – Staffel 1 (2025)

Auf der Suche nach einer neuen Serie, bin ich letztendlich über „Dept. Q – Staffel 1“ gestolpert, wovon ich schon viel Gutes gehört hatte. Allerdings war ich mir zu Beginn nicht so sicher, ob sich das Reinschauen lohnt. Schließlich hatte ich mit „Erbarmen“ vor 15 Jahren bereits Jussi Adler-Olsen erfolgreiche Vorlage gelesen und vor 10 Jahren die gleichnamige Verfilmung geschaut. Ob sich die erneute Adaption als Serie dennoch gelohnt hat?

Dept. Q – Staffel 1 | © Netflix

Dept. Q – Staffel 1 | © Netflix

Das Sonderdezernat Q in Schottland

Am Auffälligsten ist, dass die Handlung von Dänemark nach Schottland verlegt wurde. Dies kam mir entgegen, da eine Sichtung im Originalton somit deutlich einfacher war. Den Film hatte ich damals nur in der Synchro gesehen. An der Geschichte ändert das aber nicht viel, denn die Landschaft ist ähnlich spröde und die Figuren nahe an ihren Romanvorbildern dran. Einzig bei Carl Morck hatte ich das Gefühl, dass Matthew Goode (bekannt u.a. aus „Downton Abbey“) ihm einen noch energischeren Stempel aufdrückt. Hat für mich wirklich gut funktioniert. Ansonsten wird die Geschichte sehr detailreich erzählt. Was mir bei der Verfilmung „Erbarmen“ zu kurz kam, wird in der Serie recht ausschweifend aufgebaut. Dabei bekommen Figuren, wie z.B. Rose, mehr Tiefe und auch gewisse Handlungselemente werden verändert. An die Details des Romans konnte ich mich nicht mehr hundertprozentig erinnern, weshalb das Finale für mich so oder so eine Überraschung war. Erst im Nachhinein habe ich die Änderungen zum Buch nachgelesen und mich auch an diese erinnert. Welche Auflösung tatsächlich gelungener ist, könnte ich gar nicht sagen.

Inszenatorisch ist „Dept. Q“ meist hochwertig. Ich mochte den Kniff, dass die Szenen im Druckbehälter auf 4:3 gemattet wurden, was das Gefühl der Klaustrophobie noch unterstützt hat. Einzig ein paar Fahrszenen sahen mir zu sehr nach Greenscreen aus. Insgesamt ist die erste Staffel von „Dept. Q“ eine wirklich runde Geschichte, bei der Zuschauer:innen, welche das Original weder gelesen noch gesehen haben, noch mehr Spaß haben dürften. Ob nun alle weiteren Fälle abgehandelt werden? Bei dem Erfolg der Serie würde mich das nicht wundern. Ich hoffe, dass sich die detailreiche Erzählung nicht totläuft und man eine gute Balance findet. Dem zweiten Band, mit seinen vielen Rückblenden, käme die Laufzeit im Vergleich zur Verfilmung durchaus zugute.

Fazit

Mir hat die erste Staffel von „Dept. Q“ wirklich gut gefallen. Hochwertige Krimi-Unterhaltung, welche auch durch ihre famosen Schauspieler:innen überzeugt. Der Fall ist nach wie vor spannend, mag sich aber für Kenner:innen der Vorlage und der ersten Verfilmung ein wenig ausgewalzt anfühlen. Ich hatte meinen Spaß damit und freue mich bereits auf die zweite Staffel: 8/10 (8.4) Punkte.

Havoc (2025)

Was macht man als Filmliebhaber, der in den letzten Jahren alle harten Filme verpasst hat, weil er nur noch Filme mit der Familie schaut (und das wohlgemerkt freiwillig und gerne), an einem freien Abend? Natürlich noch einen zweiten Film raussuchen. Nachdem ich bereits „Predator: Killer of Killers“ geschaut hatte, habe ich direkt noch Gareth Evans‘ „Havoc“ nachgeholt. Wie mir die Schlachtplatte gefallen hat? 🚔

Havoc (2025) | © Netflix

Havoc (2025) | © Netflix

Düstere und ultrabrutale Comic-Action

Mit „The Raid: Redemption“ hat Gareth Evans einen modernen Klassiker inszeniert und eine ganze Welle an beinharten Actionfilmen aus dem asiatischen Raum losgetreten. Der ultrabrutale Höhepunkt war bisher wohl „The Night Comes for Us“, welcher in verschiedenster Hinsicht Maßstäbe gesetzt hat. Mit „Havoc“, der sich jahrelang in der Produktionshölle befand, ist Gareth Evans wieder zu der Art Film zurückgekehrt, mit der er seinen ersten großen Erfolg feiern durfte. Dieses Mal befinden wir uns jedoch in einer nicht näher benannten amerikanischen Großstadt, die am ehesten an Gotham City erinnert. Kein Wunder, dass sich Tom Hardy hier wohlfühlt. Die Stadt wirkt wie ein überstilisierter Sündenpfuhl, was durch den übermäßigen CGI-Einsatz noch unterstrichen wird. Dabei muss ich allerdings sagen, dass ich diesen weit nicht so schlimm fand, wie man teils lesen kann. Die Künstlichkeit der Bilder passt irgendwie zur comichaft übertriebenen Atmosphäre.

Die Geschichte ist im Prinzip ein 08/15-Gangsterdrama mit korrupten Polizisten und ein paar jungen Erwachsenen, die zwischen die Fronten geraten. Im Grunde lebt „Havoc“ von zwei großen Actionszenen, welche atemlos und atemberaubend inszeniert sind. Das hat Gareth Evans wirklich drauf und wenn man Spaß an comichaft überzogener Gewalt hat, dann macht sowohl der Kampf im Nachtclub als auch das Finale in der Waldhütte enorm viel Spaß. Tom Hardy passt perfekt in diese Rolle und man merkt, dass er ein erfahrener Kampfsportler ist. Die Kämpfe sind wahrlich brachial und schmerzhaft anzusehen. Auch hier fällt das CGI-Blut in manchen Momenten auf, doch für mich war das nicht schlimm oder groß ablenkend. Geschmerzt hat mich eher so mancher Dialog oder wie sich die Geschichte teils entwickelt. Hier ist wenig Substanz vorhanden, was schade ist. Somit wird mir außer den ultrabrutalen Kampfszenen nur wenig in Erinnerung bleiben. Diese aber auf jeden Fall.

Fazit

„Havoc“ ist ein Film, bei dem der Name Programm ist. Lasst euch von den teils zu harten Kritiken nicht abschrecken. Der Film ist wahrlich nicht perfekt und hat so seine Probleme, doch darüber hinaus bietet er harte Action-Unterhaltung, wie man sie von Gareth Evans gewöhnt ist. Ich hatte meinen Spaß damit: 7/10 Punkte.