The Crown – Staffel 1 bis 4

Nach drei kurzen und individuellen Seriensichtungen (zuletzt „Behind Her Eyes“) wusste ich nicht so recht, was ich schauen soll. Definitiv eine Serie mit mehreren Staffeln und im Idealfall eine solche, die bereits abgeschlossen ist. Letztendlich haben wir zu „The Crown“ gegriffen, welche zwar das letzte Kriterium nicht erfüllt hat, aber immerhin bereits vier komplette Staffeln bieten konnte… 👑

The Crown | © Netflix

The Crown | © Netflix

Warum nun also ausgerechnet „The Crown“? Der Auslöser war vermutlich meine letztjährige Sichtung von „Downton Abbey“, welche mir extrem viel Spaß gemacht hat. Zudem habe ich schon viel Gutes über die Serie gehört, was auch am noch recht frischen Start der vierten Staffel gelegen haben mag. Die Hype-Welle rollt bei Netflix-Serien ja ganz gerne auf einen zu. Ob ich es letztendlich bereut habe, mich von ihr verschluckt haben zu lassen, lest ihr im Folgenden:

Staffel 1: Der Aufstieg von Queen Elizabeth II.

Ich muss vorausschicken, dass ich mich überhaupt nicht mit der Geschichte des britischen Königshauses auskenne. So gar nicht. Deshalb war es für mich auch nicht einfach, in die Serie reinzukommen. Andererseits hat das auch den Vorteil, dass ich mich von der Handlung überraschen lassen konnte. Und nach ein paar Episoden hat sich die Serie tatsächlich angefühlt wie ein größeres „Downton Abbey“, nur eben mit Fokus auf den Upstairs-Teil der Geschichte. Wie weiter oben bereits beschrieben, hatte ich so meine Sorge, ob mich diese gigantische Seifenoper bei der Stange halten können würde. Das hat jedoch erstaunlich gut funktioniert, was an der bombastischen Inszenierung und den famosen Schauspieler*innen liegt. Als besonders herausragend sind mir hier Claire Foy als Queen Elizabeth II. und John Lithgow (bekannt aus u.a. „Cliffhanger“ oder „3rd Rock from the Sun“) als Winston Churchill aufgefallen. Es ist eine Freude, ihnen bei ihrem teils gemeinsamen Spiel zuzusehen. Nach der ersten Staffel bin ich nun ziemlich begeistert von der unterhaltsamen Darbietung des dramatisierten, historischen Stoffes: 9/10 (8.5) Punkte.

Staffel 2: Beziehungsdramen der Monarchie

Die zweite Staffel konzentriert sich stark auf das Thema Beziehungen bzw. Ehe im Kontext der Monarchie. Die ersten drei Episoden stehen komplett im Zeichen der Beziehung zwischen Queen Elizabeth II. und ihrem Mann Philip. Die Geschichte, die rund um Philips Commonwealth-Tour angesiedelt ist, wird kunstvoll inszeniert und bietet einen detaillierten Blick auf die Figuren. Wahrlich großes Drama. Hat mir sehr gut gefallen. In London steht Prinzessin Margarete im Mittelpunkt. An ihrer Figur lässt sich wunderbar die Beziehungspolitik der Monarchie (und auch der Aristokratie) ablesen. Dies führt zu ein paar wunderbar inszenierten Episoden, welche den Schwerpunkt auf Margaretes Beziehung zu dem Fotografen Antony Armstrong-Jones  (gespielt von Matthew Goode, bekannt aus „Downton Abbey“) legen. Weiterhin wird das Spannungsfeld der Ehe ganz plakativ an der, aus den Augen der Monarchie,  skandalösen Beziehung des abgedankten Königs festgemacht. Die vierte große Beziehung der Staffel ist die zwischen John F. Kennedy und seiner Frau Jackie bzw. die daraus resultierende Begegnung zwischen Jackie und Queen Elizabeth II. All das mag recht fragmentiert klingen, ist doch ein kunstvoll miteinander verwobener Beziehungsreigen, der oberflächlich nach Seifenoper klingt, letztendlich aber doch mit etlichen persönlichen Dramen durchsetzt ist: 9/10 (9.3) Punkte.

Staffel 3: Eine komplett neue Besetzung

Zwar wusste ich bereits im Vorfeld, dass die Besetzung zum Start der dritten Staffel komplett ausgetauscht wurde, um dem fortgeschrittenen Alter der Protagonist*innen Rechnung zu tragen, doch welche Wirkung dies auf die Serie haben sollte, wurde mir erst ab dem Zeitpunkt des Wechsels bewusst. Es ist schon erstaunlich, wie schwer es mir gefallen ist, gerade die beiden Hauptrollen, welche nun durch Olivia Colman (habe ich durch „Peep Show“ kennengelernt) und Tobias Menzies interpretiert werden, zu akzeptieren. Beides sind famose Schauspieler*innen, doch haben Claire Foy und Matt Smith die königlichen Charaktere so stark geprägt, dass ich bestimmt drei bis vier Episoden gebraucht habe, um nicht stets zu vergleichen. Mit dem Wechsel der Besetzung ändert sich auch der Ton der Serie. Gerade Queen Elizabeth II. agiert deutlich erwachsener und abgeklärter als noch in jungen Jahren. Dies ermöglicht ganz neue Handlungsstränge und steht auch für den Verlust der Unschuld bzw. Naivität. Inhaltlich weiß „The Crown“ auch im dritten Jahr zu überzeugen und so langsam nähern wir uns dem Zeitraum, an den ich mich selbst durchaus noch erinnern kann: 9/10 (8.6) Punkte.

Staffel 4: Angekommen in der Gegenwart

Der Start in die vierte Staffel war für mich bedeutend einfacher, denn inzwischen habe ich mich komplett an Olivia Colman, Tobias Menzies und Co. gewöhnt. Spannend fand ich besonders, dass die Serie nun quasi den Sprung in die Gegenwart gemacht hat bzw. die Gegenwart meiner Kindheitserinnerungen. Auch wenn ich mich nie bewusst für die britische Monarchie interessiert habe, so sind mir Bilder, Filmschnipsel und Berichte über Lady Di und Prince Charles doch präsent gewesen. Besonders gut hat mir die Beziehung zwischen der Queen und der Iron Lady gefallen. Margret Thatcher wird famos durch Gillian Anderson (Dana Scully, „The X-Files“) verkörpert und die Dualität ihrer Beziehung zu Queen Elizabeth II. wird in mehreren Episoden großartig herausgearbeitet. In diesen Folgen war die Staffel für mich zweifellos am stärksten: 9/10 (9.2) Punkte.

Fazit

„The Crown“ hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Speziell die pompöse Inszenierung und das geschickte Storytelling werden mir positiv in Erinnerung bleiben. Dabei sollte man natürlich nicht vergessen, dass die Serie inhaltlich stark dramatisiert, was dem Unterhaltungswert jedoch zugute kommt. Wer hätte es gedacht? Ich bin nun voller Vorfreude auf die verbleibenden zwei Staffeln: 9/10 (8.9) Punkte.

15 Gedanken zu “The Crown – Staffel 1 bis 4

  1. 9 von 10 in allen vier Staffeln klingt absolut verlockend, zumal ich aktuell wenig Sehenswertes im Serienbereich finde – immerhin hat mich das Finale der 8. Staffel von den Goldbergs wieder ein paar Tränchen der Rührung zerdrücken lassen. Aber mit so königlichem Kram und High Class tue ich mich leider schwer – die ungesehene komplette Serie von Downtown Abbey schaut mich immer vorwurfsvoll an, wenn ich die iTunes-App starte. Danke aber für den Tipp!

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    • Mir ging es ja schon vor „Downton Abbey“ ganz genauso. Dachte mich interessiert das alles nicht, doch irgendwie wurde ich dann in diese Welt reingezogen. „The Crown“ ist da noch einmal anders und gerade die politische Komponente sehr spannend. Kannst ja mal reinschauen, denn schon die ersten Episoden sind wirklich sehenswert.

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  2. Tobias Menzies Darbietung fand ich famos. Den jungen Prinz Philip kenn ich weniger, womöglich hat Smith den gut getroffen, wirkte für mich dann aber doch eher wie eine eigene Darbietung, bei Menzies wiederum ist der Wiedererkennungsfaktor doch etwas größer. Anderson mag ich, ihre Thatcher wirkte aber stellenweise doch sehr karikiert, auch Emma Corrin holte mich nicht vollends ab als Diana.

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    • Ich muss gestehen, dass ich die Originale gar nicht so im Kopf habe. Jetzt erst zur Serie habe ich ein paar Clips geschaut und bin erstaunt, wie gut manche Vorbilder getroffen sind. Gerade auch Emma Corrin wirkt zum Verwechseln ähnlich, das stimmt.

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