Spider-Man: Far From Home (2019)

Während der Hype rund um „Spider-Man: No Way Home“ bereits am Abklingen ist, bin ich heute mit dem Vorgänger „Spider-Man: Far From Home“ einmal wieder ins Marvel Cinematic Universe (MCU) zurückgekehrt. Nach über zwei Jahren, denn so lange ist es für mich her, dass ich mit „Avengers: Endgame“ die große Schlacht gesehen habe. Ein guter Zeitpunkt für die Rückkehr… 🕷🕸

Spider-Man: Far From Home (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: Far From Home (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Hilfe, die Superhelden kommen

Mich konnten die Trailer damals nicht sonderlich begeistern. Das sollte der Film nach dem großen Finale sein? Ein Reiseabenteuer? Ich musste eher an die Griswolds und „Hilfe, die Amis kommen“ denken, als an den nächsten MCU-Film. Zudem war mir der großartige Animationsfilm „Spider-Man: A New Universe“ noch zu gut im Kopf, der die Figur für mich nahezu perfekt eingefangen hat. Dann aber habe ich nach dem Laufen zufällig zum Spider-Man-Shirt (siehe unten) gegriffen, was ich letztendlich als Zeichen für die Wahl des heutigen Films wertete. Also ab auf den Schultrip quer durch Europa!

Erstaunlicherweise haben mir gerade die entspannten Coming-of-Age-Szenen auf dem Schultrip besonders gut gefallen. Vielleicht weil ich selbst einmal wieder Urlaub nötig hätte. Das 3D entfaltete zudem seine Wirkung und ich wähnte mich beinahe in Venedig, den österreichischen Bergen oder Prag. Herrlich! Die großen Actionszenen hätte es für mich gar nicht so sehr gebraucht, doch gehören diese eben zum MCU dazu. Auf jeden Fall war die Effektschlacht beeindruckend, gerade was die Qualität der computergenerierten Bilder angeht. Extrem kurzweilige Unterhaltung. Mysterio als Bösewicht fand ich auch gelungen, zumal seine Fähigkeiten für einige interessante, visuelle Spielerein herhalten dürfen.

Marvel Cinematic Universe: Phase 3

Mit „Spider-Man: Far From Home“ habe ich nun die komplette dritte Phase des MCU gesehen. Auch wenn die meisten Sichtungen schon sehr lange zurückliegen, möchte ich mich dennoch an einem Ranking versuchen:

  1. „Avengers: Endgame“ (9 Punkte)
  2. „Avengers: Infinity War“ (8 Punkte)
  3. „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ (8 Punkte)
  4. „The First Avenger: Civil War“ (8 Punkte)
  5. „Thor: Tag der Entscheidung“ (8 Punkte)
  6. „Spider-Man: Far From Home“ (8 Punkte)
  7. „Doctor Strange“ (8 Punkte)
  8. „Black Panther“ (7 Punkte)
  9. „Spider-Man: Homecoming“ (7 Punkte)
  10. „Ant-Man and the Wasp“ (7 Punkte)
  11. „Captain Marvel“ (7 Punkte)

Fazit

„Spider-Man: Far From Home“ war für mich heute genau der richtige Film zur richtigen Zeit: extrem unterhaltsam, Urlaubsstimmung und mitreißende Action. Hat mir sogar noch besser gefallen als der Vorgänger. Jetzt habe ich auch wieder Blut geleckt und werde dank Disney+ vermutlich noch die nächsten Wochen im MCU verweilen. Perfekte Blockbuster-Unterhaltung: 8/10 Punkte.

Encanto (2021)

Heute dürfte, von einem weiteren Lauf abgesehen, wohl der gammeligste Urlaubstag bisher gewesen sein. Der Zwergofant war den ganzen Nachmittag ausgeflogen und das Zappelinchen hat sich selbst beschäftigt. Abends wurde dann jedoch der Wunsch nach einem Filmabend laut, bei dem wir mit „Encanto“ endlich den neuesten Disney-Film gesehen haben… 🕯

Encanto (2021) | © Walt Disney

Encanto (2021) | © Walt Disney

Ein großartiger, neuer Disney-Film

Als ich den ersten Trailer von „Encanto“ gesehen habe, war ich nicht sonderlich begeistert. Das schien mir alles zu bunt und zu schrill zu sein. Hinzu kam der Kniff mit den magischen Fähigkeiten der einzelnen Figuren, was mir doch recht abgedroschen erschien. Auch die ersten Besprechungen haben sich nicht überschlagen, weshalb ich auch keine großen Erwartungen hatte. Doch schon nach den ersten Minuten hatte mich der Film dann gepackt. Eben weil er so bunt, wild und aufbrausend ist. Weil wir, ähnlich wie in Pixars „Coco“, eine andere Kultur kennenlernen dürfen und die Charaktere nicht den üblichen Klischees entsprechen.

Es gibt hier keine Disney-Prinzessin und auch keine(n) Disney-Bösewicht*in. Im Zentrum steht die Familie und die Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit und wie sie ihre Zukunft gestalten wollen. Die Songs von Lin Manuel-Miranda („tick, tick… BOOM!“) sind schmissig und mitreißend, die Geschichte packend und durchaus wendungsreich. Hinzu kommt eine audiovisuelle Pracht, die oft einfach nur atemberaubend ist. Bei all dem ist „Encanto“ durchaus humorvoll, aber vor allem emotional. Ich hatte öfter Tränen in den Augen, auch weil sich die Figuren gegenseitig Vergeben, Fehler eingestehen und zusammen wachsen. Schöne Botschaften, die tatsächlich zeitgemäß sind und, ähnlich wie „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“, für einen modernen Disney-Film stehen, wie ich ihn gerne sehen möchte.

Fazit

Auch wenn ich es nicht erwartet hätte, so war „Encanto“ für mich doch das erste Filmhighlight des Jahres. Im Originalton hätte er mir vermutlich noch etwas besser gefallen, doch auch in der Synchro konnte er mich, und vor allem die Kids, restlos überzeugen. Ein großes, buntes Vergnügen: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Don’t Look Up (2021)

So langsam habe ich mich an den Urlaub gewöhnt: Lange ausschlafen, laufen, mit den Kids spielen, einen Film schauen, bloggen – und das Ganze von vorne. Auf Dauer vielleicht langweilig, doch noch ein paar Tage werde ich das locker durchhalten. Heute stand „Don’t Look Up“ auf dem Programm, von dem ich viel Gutes und Schlechtes gehört habe. Zeit also, mir eine eigene Meinung zu bilden… ☄

Don't Look Up (2021) | © Netflix

Don’t Look Up (2021) | © Netflix

Weit nicht perfekt, aber verdammt unterhaltsam

Normalerweise schaue ich lieber Filme von meinem physikalischen Stapel, als der neuesten Streaming-Produktion hinterherzurennen. Die Prämisse von „Don’t Look Up“ hat sich aber so aktuell und zeitgemäß angehört, dass mein Interesse geweckt war. Auch weil ich befürchtete, dass er in ein paar Jahren an Relevanz einbüßen wird bzw. man das nur hoffen kann. Bisher fand ich Adam McKays Filme („Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy“ und „The Big Short“) recht unterhaltsam, was für mich auch auf „Don’t Look Up“ zutrifft. Dabei ist er alles andere als ein perfekter Film, was für mich jedoch den Unterhaltungswert enorm gesteigert hat.

„Don’t Look Up“ ist sehr unausgewogen im Ton. Teils wirkt er völlig überzogen, wie ein „Saturday Night Live“-Sketch, teils ist er emotional und fast schon anrührend. Dies zeigt sich auch am Schauspiel, das oft eher dramatisch ist, andererseits auch absurd satirisch (z.B. Maryl Streep als Präsidentin). Auch ist der Film viel zu lang und hätte locker um 30 Minuten gekürzt werden können. Dennoch war ich zu keiner Sekunde gelangweilt. Am Ende haben es auch diese Holprigkeiten ausgemacht, dass ich „Don’t Look Up“ so unterhaltsam fand. Alleine die völlig alberne Mid-Credit-Szene (Stichwort: Bronteroc). Herrlich!

Auch wir schauen seit Jahren nicht hoch

Die Botschaft des Films ist überaus platt und wird mit dem Holzhammer vorgetragen. Bei mir hat sie jedoch Wirkung gezeigt. Mehr als noch vor zwei Jahren, als die Klimakrise uns auch schon bedroht hat, wir aber noch vor der Pandemie standen. Eben weil sich heute zeigt, wie ignorant, opportunistisch und dumm Politiker*innen, Geschäftsleute und die Bevölkerung in einer Krise agieren können. Das ist das eigentlich Bittere an dieser Satire: Sie ist näher an der Realität als man sich vor Trump, dem Sturm aufs Kapitol und der Corona-Pandemie hätte ausmalen wollen. Auch für die Klimakrise gibt es unzählige Beweise, doch opfern wir unsere Zukunft schon seit Jahren sehenden Auges für Rohstoffe, die Wirtschaft, Jobversprechungen und dem Wohlstand. Hauptsache das Steak brutzelt auf dem Weber-Grill und der Flug nach Mallorca ist schön günstig. Fotos gibt es dann mit dem jährlich neuen iPhone. Klick.

Fazit

Adam McKay hat mit „Don’t Look Up“ einen seltsamen Film geschaffen, der objektiv betrachtet viel zu viele Fehler hat, um funktionieren zu können. Aber für mich hat er wunderbar funktioniert. Ich wurde bestens unterhalten und mochte ihn auch trotz oder gerade wegen all seiner Unzulänglichkeiten: 8/10 Punkte.

Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal – OT: Night at the Museum: Secret of the Tomb (2014)

Neujahr 2022. Der Tag mit einem ersten Lauf, weiteren Jahresrückblicken (zum Filmjahr  2021 geht es hier), Switch spielen mit dem Zwergofanten und sonst nicht viel, ging mit einem Filmabend zu Ende: Auf dem Plan stand „Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal“, von dem ich mir nicht viel erwartete und vielleicht auch deshalb positiv überrascht wurde… ⚔🦖

Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal (2014) | © 20th Century Fox

Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal (2014) | © 20th Century Fox

Ein überraschend witziger und runder Abschluss

Den Vorgänger „Nachts im Museum 2“ fand ich ganz nett, doch insgesamt schwächer als den ersten Teil der Reihe. Umso erstaunter war ich, dass „Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal“ nicht nur ungemein witziger war, sondern auch eine recht schlüssige Geschichte erzählt. Schon alleine den Prolog fand ich schön anzusehen, hat er mich doch an „Jäger des verlorenen Schatzes“ und noch mehr an „Die Mumie“ erinnert. Das Highlight war für mich wohl Dan Stevens (bekannt aus „Downton Abbey“ und „The Guest“), der als Lancelot einen herrlichen Fish-out-of-Water-Charakter übernehmen darf. Im Originalton bestimmt noch witziger.

Neben all den Gags, und wieder einmal übertriebenen CGI-Effekten, mochte ich tatsächlich, dass die Geschichte zu einem finalen Abschluss kommt. Selbst die völlig überzeichneten Figuren hatten ihre emotionalen Momente und als dann im Abspann die Widmung an Robin Williams kommt, hat mich das wirklich erwischt. Mir war nicht bewusst, dass „Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal“ sein letzter Film (Sprechrollen ausgenommen) war.

Fazit

Auch wenn „Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal“ nichts neu erfindet, so war ich doch positiv überrascht, dass sich die Reihe gegen Ende noch einmal steigern konnte. Ich hatte viel Spaß mit dem Film und die Kids waren auch begeistert. Was will man mehr vom ersten Filmabend des Jahres? 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

A Quiet Place 2 – OT: A Quiet Place: Part II (2020)

Nachdem wir heute den zweiten Teil des Adventure-Games „Im Nebelreich“  gespielt haben, sind wir erst gegen 21:30 Uhr aufs Sofa gekommen. Eigentlich zu spät für einen Film, doch wollte ich unbedingt „A Quiet Place 2“ sehen, zumal der morgige Abend bereits verplant ist. Glücklicherweise war auch die Fortsetzung kein Film, bei dem die Müdigkeit durchschlägt. 🎙🤫

A Quiet Place 2 (2020) | © Paramount (Universal Pictures)

A Quiet Place 2 (2020) | © Paramount (Universal Pictures)

Eine gelungene und konsequente Fortsetzung

Gerade im Horrorgenre sind Fortsetzungen oft eher mit Vorsicht zu genießen. Auch der Überraschungshit „A Quiet Place“ war nie als Franchise geplant. Umso gespannter war ich, was sich John Krasinski für das Sequel hat einfallen lassen: Zunächst einmal beginnt es mit einem Rückblick zum ersten Tag des Monsterangriffs. Man begleitet erneut die Familie Abbott und lernt das Leben mit all seinen Geräuschen kennen. Diese ersten 10 Minuten wirken ein wenig unnötig, doch glücklicherweise platziert Krasinski hier bereits Elemente (Setup), welchen später in der Geschichte noch eine Bedeutung zukommt (Payoff). Dadurch wirkt auch diese Zeit nicht verschwendet und der Bruch vom lauten Alltag hin zur stillen Postapokalypse ist sehr wirkungsvoll.

War der erste Teil eher noch intimes Familiendrama, so macht „A Quiet Place 2“ seine Welt größer. Mit Cillian Murphy gesellt sich ein neuer Darsteller zum Cast, der sehr gut in diese Welt passt. Oft erleben wir drei parallele Handlungsstränge, welche stets durch eine dramaturgisch abgestimmte Parallelmontage inszeniert werden. Sehr effektvoll und mitreißend. Inhaltlich wird die Geschichte auch konsequent fortgeführt. Sie verläuft ziemlich genau so, wie man sich das nach dem ersten Teil hätte denken können. Es gibt kaum Überraschungen und auch wenn ich es schön fand, die Figuren bei ihrem weiteren Überlebenskampf zu begleiten, so habe ich mich doch gefragt, ob das denn überhaupt nötig war.

Fazit

Konnte mich „A Quiet Place“ durch seine Originalität uns sein intimes Familiendrama begeistern, so führt die Fortsetzung den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Dabei ist sie inhaltlich nicht mehr so auf den Punkt geschrieben, was jedoch der Struktur der Geschichte geschuldet ist. Vermutlich das beste Sequel, das man hätte umsetzen können, jedoch bleibt es fraglich, ob es überhaupt eines gebraucht hätte: 7/10 Punkte.

A Quiet Place (2018) (WS1)

Am Ende eines recht entspannten Tages, den wir größtenteils mit dem Adventure-Game „Im Nebelreich“ verbrachten, stand abends noch ein Film auf dem Programm. Vor der Fortsetzung, die unter dem Weihnachtsbaum lag, wollte ich noch einmal den ersten Teil von „A Quiet Place“ sehen. Gesagt, getan. 🌽🤫

A Quiet Place (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

A Quiet Place (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

Familiendrama und Monsterhorror in Perfektion

Ich mochte „A Quiet Place“ bereits während meiner ersten Sichtung. Der Film bietet ein innovatives Endzeitsetting, eine starke Inszenierung, glaubwürdige Effekte und vor allem sympathische Figuren, mit denen man mitfiebern kann. Es ist wahrlich unfassbar schmerzhaft mit anzusehen, wie die Abbotts den gesamten Film über mit dem Verlust ihres bis dato jüngsten Familienmitglieds kämpfen. Jede einzelne Figur hat hier ihre Bürde zu tragen und die Emotionen schlagen voll durch. Letztendlich ist es auch das Familiendrama, was „A Quiet Place“ von anderen Genrevertretern abhebt. Hier hat John Krasinski (bekannt aus „The Office“ und „Tom Clancy’s Jack Ryan“) wahrlich ein gutes Händchen bewiesen, wie überhaupt beim gesamten Film, für den er sich als Drehbuchautor, Regisseur und männlicher Hauptdarsteller verantwortlich zeichnet.

Mit seinen knapp 90 Minuten Laufzeit ist „A Quiet Place“ unglaublich effizient erzählt. Es ist wahrlich kein Gramm Fett zu viel an dem Film. Das Pacing ist somit unglaublich gut, was aber nicht bedeutet, dass keine Zeit für ruhige Momente ist. Wenn es jedoch intensiv wird, dann gibt es keine Verschnaufpause. Ein Filmerlebnis, das mich selbst bei der Zweitsichtung auf der Sofakante sitzen ließ. Wer hier mit Logiklöchern kommt, der/dem kann ich auch nicht helfen. Ich war zu keiner Sekunde in Versuchung, über mangelnden Realismus nachzudenken, denn für mich ist die Logik des Films in sich schlüssig und konsistent. Und er ist einfach unfassbar mitreißend.

Fazit

Mir hat „A Quiet Place“ heute noch besser gefallen als bei der ersten Sichtung vor drei Jahren. Nun freue ich mich schon unglaublich auf die Fortsetzung, für die ich tatsächlich die Hoffnung habe, dass Krasinski die Geschichte der verbleibenden Familie Abbott schlüssig weitererzählt. Ein wunderbarer Film: 9/10 Punkte.

Ron läuft schief – OT: Ron’s Gone Wrong (2021)

Nach einem entspannten zweiten Feiertag, an dem wir mit der Patin des Zwergofanten einem EXIT-Game entkommen sind, wollten die Kinder abends unbedingt noch einen Film schauen. Da ja Ferien sind, hatte ich dem wenig entgegenzusetzen und somit gab es heute mit „Ron läuft schief“ direkt den nächsten Filmabend. Der Animationsfilm aus dem Hause 20th Century Studios läuft momentan noch im Kino, aber auch bereits auf Disney+, was die Sichtung für uns deutlich einfacher macht… 🤖

Ron läuft schief (2021) | © Walt Disney

Ron läuft schief (2021) | © Walt Disney

Viele bekannte Elemente und doch charmant

Die Kinder hatten den Trailer zum Film bereits mehrfach gesehen. Ich dagegen wusste gar nichts von ihm. Nach ein paar Minuten wähnte ich mich in einer schlechteren Kopie von „Die Mitchells gegen die Maschinen“ – ein Gefühl, das mich über den gesamten Film nicht komplett verlassen hat. Weiterhin musste ich aufgrund der Freundschaft zwischen Jungen und Roboter sehr an „Baymax: Riesiges Robuwabohu“ und „Der Gigant aus dem All“ denken. Das Design von Ron erinnert dagegen sehr an EVE aus „WALL·E“. Ihr seht schon, in „Ron läuft schief“ stecken etliche Versatzstücke bekannter Animationsfilme und bis ca. zur Hälfte der Laufzeit hatte ich das Gefühl, dass er nicht viel aus diesen Ansätzen macht.

Am Ende ist die Botschaft durchaus eine schöne und ja, auch die Beziehung zwischen Barney und Ron konnte mein Herz erweichen. Davor ist jedoch zu viel Apple-Bling und Social-Media-Fanciness im Film, was ich recht anstrengend fand. Das hatte „Die Mitchells gegen die Maschinen“ für mich doch deutlich besser gelöst. Ich muss es „Ron läuft schief“ aber schon zugute halten, dass der Film gefühlt immer besser wird bzw. er und seine Figuren gegen Ende immer mehr Substanz bekommen. Das sieht man heutzutage nicht mehr so häufig, denn meist steigert sich nur der Actionanteil.

Fazit

„Ron läuft schief“ ist ein netter Animationsfilm, der zwar die Finesse von Pixar-Produktionen vermissen lässt, letztendlich aber doch gut zu unterhalten weiß. Ins Kino muss man dafür vielleicht nicht, doch für einen Filmabend in den Weihnachtsferien ist er schon durchaus gut geeignet: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant:  9/10 Punkte.)

Das letzte Einhorn – OT: The Last Unicorn (1982)

Der erste Weihnachtsfeiertag liegt hinter uns. Wieder einmal habe ich zu viel gegessen und mich, trotz Lauf am Morgen, zu wenig bewegt. Am späten Nachmittag haben sich die Kinder mit ihren Geschenken beschäftigt und ich Fotos bearbeitet. Danach war noch ein Filmabend geplant, bei dem ich „Das letzte Einhorn“ eingelegt habe. Einer der wichtigsten Filme meiner Kindheit und ich war gespannt, wie er heute noch funktionieren würde… 🦄

Das letzte Einhorn (1982) | © Concorde Video

Das letzte Einhorn (1982) | © Concorde Video

Ein Zeichentrickfilm wie kein zweiter

Ich kann nicht mehr sagen, wann ich „Das letzte Einhorn“ zum ersten Mal gesehen habe. Ich weiß nur noch, wie sehr mich der Film beeindruckt und auch geängstigt hat: Die Harpyie, der rote Stier oder das sprechende Skelett. All diese Elemente haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Ich hatte Albträume davon und selbst bei den späteren Sichtungen habe ich vor diesen Szenen, ganz ähnlich wie bei „Die unendliche Geschichte“, einen gesunden Respekt gehabt. Am meisten ist mir jedoch die magische bzw. traumartige Geschichte in Erinnerung geblieben. Es wird nicht alles auserzählt und Teile der Handlung und der Motivation der Figuren bleiben der Interpretation überlassen. Ungewöhnlich für einen kindgerechten Zeichentrickfilm.

Auch stilistisch ist „Das letzte Einhorn“ ein besonderer Film. Der Stil erinnert an Anime, was kein Wunder ist, wurde er doch von dem Studio animiert, aus dem später Studio Ghibli (u.a. „Chihiros Reise ins Zauberland“) hervorging. Dabei sind die Animationen eher hakelig und nicht sonderlich flüssig. Auch die Hintergründe strotzen nicht vor Details, besitzen jedoch einen ganz eigenen Charme. Alles wirkt sehr kunstvoll und eigen. Damit ergänzt der Stil wunderbar die einerseits spröde, andererseits aber auch höchst emotionale und fast schon kitschige Geschichte. Das habe ich in dieser Mischung noch kein zweites Mal gesehen. Erwähnt werden muss natürlich auch der Soundtrack von Jimmy Webb und America, der selbst großartiger Kitsch ist und heute vermutlich bekannter als der Film selbst.

Fazit

Für mich war die heutige Sichtung stark von Nostalgie geprägt. Mich konnte der Film jedoch auch bestimmt 20 Jahre nach der letzten Sichtung erneut abholen. Er ist einfach etwas Besonderes. Der Rest der Familie war nicht sonderlich begeistert. Am ehesten noch der Zwergofant, wobei ich auch bei ihn eher das Gefühl hatte, er wolle sich mir zuliebe auf den Film einlassen. Für mich ein großer Teil meiner persönlichen Filmgeschichte und immer noch ein Lieblingsfilm: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 5/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Narcos: Mexico – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Nach den zwei kürzeren und, für den Moment, abgeschlossenen Serien „Squid Game“ und „Midnight Mass“ habe ich mich mit „Narcos: Mexico“ einmal wieder an eine umfangreichere Serie herangewagt. Das Spin-off zu „Narcos“ wollte ich schon länger sehen und mit der erst kürzlich erschienenen dritten Staffel, welche zugleich das Finale der Serie bildet, war der perfekte Zeitpunkt gekommen… ✈

Narcos: Mexico | © Netflix

Narcos: Mexico | © Netflix

Im Gegensatz zur Geschichte rund um Pablo Escobar war mein Vorwissen zu den Geschehnissen in „Narcos: Mexico“ doch eher gering bis nicht vorhanden. Umso spannender fand ich dieses Mal die weltpolitischen Verwicklungen, welche besonders in der finalen Staffel stärker in den Vordergrund treten. Doch von Anfang an:

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Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS12)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Auch wenn heute nur das Ende einer normalen Arbeitswoche war, und ich noch vier Tage vor mir habe, so hat es sich doch schon sehr nach Abschied angefühlt. Vermutlich war ich auch zum letzten Mal in diesem Jahr im Büro. Wehmütig? Vielleicht ein wenig. Nachdem ich den Film letztes Jahr eher spät gesehen habe, stand die Sichtung von „Schöne Bescherung“ dieses Jahr bereits heute auf dem Programm. Ob das für Weihnachtsstimmung gesorgt hat, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🎄🎅

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

A Masterpiece of Comic Timing

Um es kurz zu machen: Nein, so richtig Weihnachtsstimmung ist bei mir nicht aufgekommen. Das liegt aber weniger am Film, als an den äußeren Umständen. Macht aber auch nichts, denn ich konnte „Schöne Bescherung“ dennoch wertschätzen. Es gibt keinen zweiten Film, den ich bereits so häufig gesehen habe. Entsprechend kenne ich Timing, Dialoge und Inszenierung. All das spielt wahrlich großartig zusammen. Auch wenn der Film in großen Teilen sehr albern ist und auf Slapstick setzt, so sind es jedoch gerade die satirischen Elemente, die ihn über Standardkomödien herausheben. Hinzu kommt die schöne Weihnachtsatmosphäre und das Herz, das ihm in vielen Szenen innewohnt (z.B. der Dialog zwischen Clark und seinem Vater gegen Ende).

Die Kinder haben sich köstlich amüsiert und lautstark gelacht, was auch mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Der Anfang ist somit getan und die Weihnachtszeit kommt. Ganz egal, ob die zugehörige Stimmung da ist oder nicht. Am Wochenende werden wir schon einmal den Baum aufstellen. Der Rest wird sich schon ergeben. Und wie sagte Clarks Vater? Zur Not gibt es noch den Freund Whisky. 🥃

Fazit

Nachdem wir letztes Jahr mit „Kevin: Allein zu Haus“ samt Nachfolger ein großes Weihnachtsfilmprogramm hatten, gibt es dieses Jahr nur das Pflichtprogramm. Aber ich lasse mir für den kommenden Filmabend noch etwas einfallen. Bis dahin erwarte ich natürlich, dass auch ihr alle bei den Griswolds vorbeischaut, denn ohne kann es ja schließlich nicht Weihnachten werden: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm