Happy Deathday 2U – OT: Happy Death Day 2U (2019)

Nachdem wir am heutigen Samstag den Kindergeburtstag des Zwergofanten gefeiert haben, waren wir abends alle reif für die Falle. Dennoch wollte ich dieses Wochenende zumindest einen Film schauen. Die Wahl ist auf „Happy Deathday 2U“ gefallen, da mir der erste Teil letzte Woche doch recht gut gefallen hatte. Was das Sequel zu bieten hat, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Happy Deathday 2U (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Happy Deathday 2U (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Zurück in die Zeitschleife

War „Happy Deathday“ ein frischer Wind im auserzählten Slasher-Genre, stand zu befürchten, dass der zweite Teil nur mehr vom Gleichen zu erzählen weiß. Einerseits ist das auch so, andererseits bietet er viele neue Aspekte und setzt zudem einen anderen Schwerpunkt. War im ersten Teil noch „Und täglich grüßt das Murmeltier“ die offen zitierte Inspiration, darf nun „Zurück in die Zukunft II“ herhalten, um der völlig absurden Geschichte einen Bezug zu geben: Wir erleben bereits Gesehenes aus neuen Blickwinkeln und es kommt zu einigen pseudotechnischen Erklärungen. Eigentlich mag ich es überhaupt nicht, wenn Mysterien rückwirkend aufgelöst werden und eine schnöde Erklärung aus dem Hut gezaubert wird (siehe die Midi-Chlorianer in „Star Wars: Episode I“ oder die Entstehung der Xenomorphs in „Alien: Covenant“). Hier passt es jedoch wunderbar und eröffnet neue Möglichkeiten.

„Happy Deathday 2U“ ist noch einmal weniger Slasher als der Vorgänger. Der Humor wird aufgedreht und hier funktioniert der Film auch am besten. Gerne hätte ich Tree durch noch viel mehr alternative Universen stolpern sehen. Aber damit hätte sich der Film wohl zu weit vom Original entfernt. Am schwächsten ist er leider immer dann, wenn er doch wieder versucht auf den bereits bekannten Wegen zu wandeln. Hier hätte sich Christopher B. Landon ruhig mehr trauen dürfen. Aber wer weiß? Vielleicht ist es ja in einem eventuellen dritten Teil soweit?

Fazit

Für eine Fortsetzung im Horror-Genre ist „Happy Deathday 2U“ gar wunderbar gelungen. Humor und Darsteller (vor allem Jessica Rothe) sind famos. Wer den ersten Teil mochte, der kann bedenkenlos reinschauen. Ich würde mich tatsächlich über einen dritten Teil freuen. Dann aber völlig abgefahren und gerne auch die Slasher-Wurzeln zurücklassend: 7/10 Punkte.

Vinyl – Die komplette Serie (Staffel 1)

Nach dem letzten großen Serienmarathon habe ich mich einmal wieder einer kürzeren Show zugewandt, die mit 10 Episoden auch mehr oder weniger abgeschlossen ist. „Vinyl“ war 2016 neben „Westworld“ einer der großen HBO-Neustarts und konnte mit großen Namen wie Mick Jagger, Martin Scorsese und Terence Winter aufwarten. Letztere hatten mit „Boardwalk Empire“ bereits abgeliefert. Wieso floppte „Vinyl“ also und lohnt sich die Sichtung trotz der frühen Absetzung? 📀🎵🎸

Vinyl | © HBO

Vinyl | © HBO

Sex, Drugs & Rock’n’Roll (and More Drugs)

Bereits die erste Episode sprengt mit knapp 120 Minuten jegliche Grenzen. Wow. Inszeniert von niemand geringerem als Martin Scorsese fühlt man sich sogleich wie in einer musikalischen Variante von „Casino“ versetzt. Obwohl einerseits viel passiert und sich andererseits auch viel Zeit gelassen wird, sind die 10 Episoden wie im Fluge vergangen. Ich habe mich komplett abgeholt gefühlt und jede Sekunde dieser herrlich altmodischen Inszenierung genossen. Auch im weiteren Verlauf hat mich die Serie sehr an das klassische Gangsterkino von Scorsese und Co. erinnert: Erzählt wird eine typische Rise-and-Fall-Geschichte, nur dass wir erst kurz vor dem Fall der Hauptfigur in sie hineingeworfen werden. Es kommt zu einem gewalttätigen Todesfall, verbaler und physischer Gewalt sowie einem völlig übertriebenem Level an Drogenkonsum. Teils war dieser Handlungsstrang schon fast zu viel des Guten und manchmal scheint es schon fast nebensächlich, dass sich die Geschichte in der Musikindustrie der 1970er Jahre abspielt, was auch mein einziger Kritikpunkt an der Serie ist.

Hauptfigur Richie Finestra wird großartig von Bobby Cannavale verkörpert. Seine Performance lässt Erinnerungen an die großen Scorsese-Darsteller wach werden. An seiner Seite spielen u.a. Olivia Wilde (als Richies Ehefrau Devon Finestra) und Ray Romano in einer für ihn sehr ungewöhnlichen Rolle als Richies Geschäftspartner Zak Yankovich. Schauspieler und Inszenierung sind über jeden Zweifel erhaben. Hinzu kommen bekannte Musikgrößen der 70er-Jahre-Rock-Geschichte, welche teils durchaus imposante Auftritte hinlegen dürfen (u.a. die New York Dolls, David Bowie oder – weniger imposant – Elvis Presley). Audiovisuell ist „Vinyl“ wahrlich ein Hochgenuss und ich hätte gerne noch viel, viel mehr davon gesehen.

„Vinyl“ wurde leider viel zu früh abgesetzt

Auch wenn die zweite Staffel schon in trockenen Tüchern schien, wurde die Serie letztendlich abgesetzt. Anscheinend gab es Differenzen zwischen Showrunner Terence Winter und HBO. Der erhoffte Erfolg war „Vinyl“ wohl auch nicht. Normalerweise sind Zuschauerzahlen für den Pay-TV-Sender nicht unmittelbar ausschlaggebend (schon gar nicht nach nur einer Staffel), doch ein Wechsel an der Spitze des Senders war letztendlich der Sargnagel für die Serie. Für solch eine ambitionierte Produktion schon fast tragisch. Obwohl die Staffel nicht mit einem großen Cliffhanger endet, so bleibt am Ende doch das unschöne Gefühl, die Figuren gerade an einem Zeitpunkt in ihrem Leben zu verlassen, der große Veränderungen mit sich bringt. Es herrscht ein Gefühl des Aufbruchs – sowohl was die Musikwelt als auch die persönlicheren Entwicklungen angeht. Davon werden wir jedoch leider nichts mitbekommen.

Fazit

Teils als „Mad Men“ der Musikwelt bezeichnet, erinnert „Vinyl“ doch mehr an klassisches Scorsese-Gangsterkino mit weniger Gangstertum und mehr Musik. Die Wurzeln sind aber unverkennbar und diese Mischung ist für mich tatsächlich sehr attraktiv. Gerne hätte ich die weitere Entwicklung verfolgt, doch bin ich sehr froh, dieser zu unrecht viel zu früh abgesetzten Serie eine Chance gegeben zu haben. Wenn ihr ein Faible für Musikgeschichte habt und klassische Rise-and-Fall-Geschichten mögt, dann schaut unbedingt einmal bei American Century Records vorbei. Es lohnt sich: 9/10 (8.9) Punkte.

Happy Deathday – OT: Happy Death Day (2017)

Da wir Halloween in der Therme Erding verbracht haben, musste ich den #Horrorctober auf den November ausweiten. Mit „Happy Deathday“ wanderte heute somit ein Film in den Blu-ray-Player, der sowohl zum Gruseln als auch zum Miträtseln einlud. Ein Slasher-Film mit nur allzu bekanntem Twist… 👺🔪

Happy Deathday (2017) | © Universal Pictures Germany GmbH

Happy Deathday (2017) | © Universal Pictures Germany GmbH

Und täglich grüßt der Maskenkiller

Ich liebe Zeitschleifen. Ganz egal ob den, auch in „Happy Deathday“ ganz offensiv zitierten, Klassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“, die Sci-Fi-Varianten „Edge of Tomorrow“ oder „Source Code“, Episoden in Serien wie „Buffy the Vampire Slayer“ oder den großartigen Roman „Replay: Das zweite Spiel“, der so ziemlich das Beste in diesem Genre darstellt. In Anbetracht der Fülle an bereits erzählten Geschichten mit mehr oder weniger ähnlicher Prämisse, wirkt diese Variante nun nicht sonderlich originell. Die Kombination mit einem, sehr an Wes Cravens „Scream“ erinnernden, Slasher bringt zwar ein wenig frischen Wind, doch letztendlich habe ich mich wieder an den gleichen Dingen erfreut, wie bei den anderen Geschichten dieser Art.

Wie beim erwähnten Bill-Murray-Klassiker geht es vor allem darum, dass die Hauptfigur eine Entwicklung durchmacht, wodurch es ihr gelingt, der Zeitschleife zu entfliehen. Den letzten Twist hatte ich dabei nicht kommen sehen und fand ihn rundum gelungen. Auch davor gibt es einige kleinere Überraschungen sowie nette visuelle Ideen. Die Baby-Maske fand ich zudem extrem creepy. Aber ich bin auch anfällig für Slasher dieser Art. In Kombination mit dem beinahe schon satirischen Humor eine gelungene Mischung.

Fazit

„Happy Deathday“ ist wahrlich kein Meisterwerk, aber dennoch ein sehr sympathischer Vertreter der modernen Horrorwelle. Wenn ihr das Genre mögt und zudem noch auf Zeitschleifen steht, dann solltet ihr Christopher Landons Film nicht verpassen: 7/10 Punkte.

Die Hüter des Lichts – OT: Rise of the Guardians (2012)

Zum Ende der Ferien wollten wir den Kindern noch einen Filmabend gönnen. Nach längeren Diskussionen konnte wir uns letztendlich auf „Die Hüter des Lichts“ einigen, was auch eine wirklich gute Wahl war. Ob der bunte Abenteuerspaß rund um den Weihnachtsmann, den Osterhasen, die Zahnfee, den Sandmann und Jack Frost auch uns Eltern zu überzeugen wusste, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🎅🐰🦷⌛❄

Die Hüter des Lichts (2012) | © Twentieth Century Fox

Die Hüter des Lichts (2012) | © Twentieth Century Fox

Die Avengers des kindlichen Staunens

Eigentlich ist diese Idee so Banane, dass sie schon wieder gut ist: Weihnachtsmann, Osterhase, Zahnfee, Sandmann und Jack Frost kämpfen als Superheldentruppe zusammen gegen den schwarzen Mann, der Angst und Schrecken verbreiten will. Falsch umgesetzt hätte das wahrlich ein Desaster werden können, doch die auf der Buchreihe „The Guardians of Childhood“ basierende Geschichte ist wunderbar fantasievoll, temporeich und modern erzählt. Die bekannten Figuren haben ein glaubwürdiges und durchaus realistisches Update bekommen und die Action ist mitreißend, ohne jedoch zu übertrieben zu sein. Dabei lebt der Film ganz klar von seinen Schauplätzen und den mitreißend inszenierten Jagdszenen über die ganze Welt. Bei all dem Trubel bleiben auch die Emotionen nicht auf der Strecke und gerade Jack Frosts Geschichte weiß durchaus zu berühren.

Neben all dem Staunen und Wunder, was beides in eine schöne Botschaft eingewoben wurde, hat der Film im Grunde jedoch nur eine klassische Superheldegeschichte mit eben ungewöhnlichen Helden zu bieten. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn die Welt wirkt lebendig und sowohl wir Eltern als auch die Kids hatten viel Spaß mit „Die Hüter des Lichts“. Fast schon verwunderlich, dass es noch keine Fortsetzung gibt.

Fazit

Nachdem unsere Kids meinten, nach dem Film beim Zähneputzen streiten zu müssen, ist der nächste Filmabend in weite Ferne gerückt (ja, auch das gehört leider dazu). Insofern bin ich froh mit „Die Hüter des Lichts“ zumindest davor eineinhalb schöne Stunden verbracht zu haben. Gerade weil man nicht viel über den Film liest, möchte ich ihn euch umso mehr ans Herz legen: 8/10 Punkte.

Misery (1990)

Nachdem ich vor ein paar Wochen meine Top 5 der besten weiblichen Bösewichte aufgestellt habe, wurde ich darauf hingewiesen, dass doch Annie Wilkes fehlen würde. Daraufhin musste ich zugeben, dass ich „Misery“ bisher noch nicht gesehen hatte, was ich mit der heutigen Sichtung jedoch endlich geändert habe…

Misery (1990) | © MGM

Misery (1990) | © MGM

Welch wunderbar schauriges Kammerspiel

Auch wenn ich die Verfilmung des Stephen-King-Romans bisher noch nicht gesehen hatte, so kannte ich jedoch die Versatzstücke ihrer Handlung. „Misery“ gehört eben zu jenen Filmen, die sich zurecht ihren Platz in der Popkultur gesichert haben. Auch das grundlegende Thema des hilflosen Gefangenen, der plötzlich zurückkehrenden Peinigerin und auch viele andere Motive sind weithin bekannt. Rob Reiners Film ist jedoch so etwas wie der Archetyp für Filme nach diesem  Strickmuster. Eben das Original. Mit James Caan und besonders Kathy Bates ist „Misery“ herausragend besetzt. Neben ein paar durchaus wichtigen Nebenfiguren tragen sie die Geschichte auch komplett alleine. Der sich langsam steigernde Horror wird von Rob Reiner perfekt eingefangen und ist neben den großartigen Schauspielleistungen eindeutig seiner stilsicheren Inszenierung zuzuschreiben.

Der gemächliche Spannungsaufbau ist wahrlich Beispielhaft und ich musste häufiger an andere Genre-Klassiker, wie z.B. „Der weiße Hai“, denken. Die schneebedeckten Berge Colorados steuern zudem viel zur dichten Atmosphäre bei. Am Ende war ich doch beinahe überrascht wie positiv der Film doch für den Autoren Paul Sheldon ausgeht. Auch wenn „Misery“ oft fies und hinterhältig ist, so lässt der Film den Zynismus heutiger Genre-Filme vermissen. Für mich durchaus positiv, zumal sich der psychologische Horror auch bei der Hauptfigur bis weit nach dem eigentlichen Ende der Geschichte trägt.

Fazit

Ich bin wirklich froh, diesen Klassiker des Horrorkinos nachgeholt zu haben. Letztendlich ist er ein Kammerspiel, in dem die Spannungsschraube langsam und bedächtig, aber auch stetig und ohne Gnade, angezogen wird. Nun gibt es endlich auch von mir eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte.

Preacher – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 4)

Schon seit Mitte August habe ich nicht mehr über Serien geschrieben. Warum die lange Pause? War ich etwa abstinent? Nein, ich habe nur ein weiteres Großprojekt gestartet und die komplette Serie „Preacher“ gesehen. Eigentlich war ich dieser Serie immer eher ein wenig skeptisch gegenübergestanden, doch da mir „The Boys“ des gleichen kreativen Teams ziemlich gut gefallen hatte, wollte ich dem ungewöhnlichen Priester doch eine Chance geben. Warum das eine exzellente Entscheidung war und mir die Serie samt Charakteren doch ziemlich ans Herz gewachsen ist, lest ihr in der folgenden Besprechung… ⛪👼😈

Preacher | © AMC

Preacher | © AMC

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Seventh Son (2014)

Nachdem wir den heutigen Samstag komplett damit verbracht haben, den Garten einigermaßen winterfest zu machen (übrigens bei Sonnenschein und 20 °C), waren wir abends einigermaßen platt. Mit „Seventh Son“ ist die Wahl somit auf einen Film gefallen, der zumindest anspruchslose Unterhaltung versprochen hat. Ob diese Annahme korrekt war? ⚔🐲

Seventh Son (2014) | © Universal Pictures Germany GmbH

Seventh Son (2014) | © Universal Pictures Germany GmbH

Generisches Fantasy-Kino mit Schauwerten

„Seventh Son“ gehört in die Riege von Fantasy-Roman-Adaptionen, die nach dem Erfolg von „Der Herr der Ringe“ in Massen aus dem Boden schossen. Eigentlich war diese Welle 2014 schon größtenteils abgeebbt. Umso verwunderlicher also, dass es dieser doch recht aufwendig produzierte Film trotz seiner generischen Geschichte überhaupt bis in die Kinos schaffte. Mit Jeff Bridges und Julianne Moore hatte man zumindest zwei altehrwürdige Stars am Start und Auftritte von Kit Harington (bekannt als Jon Snow aus „Game of Thrones“) und Alicia Vikander (kurz darauf der Durchbruch mit „Ex Machina“ und bekannt als Lara Croft aus „Tomb Raider“) hatten durchaus das Potenzial, den Film auch für das jüngere Publikum interessant zu machen. Warum hat der Film also nur bedingt gezündet?

Die Geschichte ist unfassbar generisch. Hexenjäger jagen Hexen. Selbst das persönliche Schicksal von Master Gregory könnte nicht offensichtlicher sein. Alles fühlt sich an wie aus dem Baukasten. Doch leider hat man aus allen diverseren Bausteinen ausgerechnet die Bösewichte gebaut hat. Das wirkt leider ziemlich unglücklich und hinterlässt einen unschönen Nachgeschmack. Davon abgesehen haben mich die Schauwerte durchaus begeistert: Es gibt famos anzusehende  Landschaftsaufnahmen (gerade in 3D), die Effekte sind beeindruckend und selbst Jeff Bridges übertrieben grummelig nuschelnder Lehrmeister wusste mich irgendwann für sich einzunehmen. Sieht man von den offensichtlichen Schwächen ab, bietet Sergey Bodrovs Werk also durchaus brauchbare Unterhaltung.

Fazit

Wenn man seine Erwartungen herunterschraubt und über so manche (neben den Hauptdarstellern) unglückliche Besetzung hinwegsehen kann, dann macht „Seventh Son“ doch erstaunlich viel Spaß. Keinesfalls ein neuer Fantasy-Klassiker, doch für den kleinen Genre-Hunger zwischendurch ziemlich brauchbar: 6/10 Punkte.

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? – OT: Diary of a Wimpy Kid: Rodrick Rules (2011)

Der Tag heute war hart. So richtig hart. Entspannung war also dringend nötig. Die Frau richtet heute zudem einen Mädelsabend aus, sprich ich habe mich mit den Kindern in den Keller zurückgezogen und einen Filmabend veranstaltet. In den (alten) Player und auf den (kleinen) TV ist „Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme?“ gewandert, was speziell beim Zappelinchen, die etliche Bücher der Reihe kennt, für Begeisterung sorgte. Auch ich hatte mich nach dem netten ersten Teil auf die Fortsetzung gefreut…

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? (2011) | © 20th Century Fox

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? (2011) | © 20th Century Fox

Ein gelungener zweiter Teil der Reihe

Schon nach ein paar Szenen haben wir uns sogleich wieder zu Hause gefühlt: Alle bekannten Figuren sind wieder dabei, die Schauplätze sind größtenteils identisch und auch inhaltlich baut „Diary of a Wimpy Kid: Rodrick Rules“ konsequent auf seinem Vorgänger auf. Im Zentrum der Geschichte steht Gregs Verhältnis zu seinem großen Bruder Rodrick, welches recht typisch für Geschwister ist. Eben nicht immer einfach. Daran ändern auch diverse Bestechungsmaßnahmen der Mutter nichts. Wie sich die beiden dennoch zusammenraufen bildet grob das Handlungsgerüst des Films. Das ist weder sonderlich spektakulär noch innovativ erzählt, aber eben nett anzuschauen und wirklich unterhaltsam. Eben Coming-of-Age für die jüngere Generation.

Während der Sichtung habe ich einen lustigen Effekt festgestellt: Sowohl das Zappelinchen als auch insbesondere der Zwergofant haben zum ersten Mal erlebt, was Fremdschämen bedeutet. Dabei muss man sich anscheinend genauso hinter einem Kissen verstecken, wie bei gruseligen Szenen. Ist es nicht fantastisch, wie intensiv Kinder Filme noch erleben? ❤

Fazit

„Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme?“ ist eine typische Fortsetzung mit netten Ideen und schöner, wenn auch platter, Botschaft. Mir hat er mindestens so gut gefallen, wie sein Vorgänger. Auch der dritte Teil steht bereits im Regal und ich weiß jetzt schon, wer bald nach dem nächsten Filmabend fragen wird: 7/10 Punkte.

School of Rock (2003)

Heute hat sich für uns ein kinderfreier Abend ergeben, weshalb wir eigentlich etwas Außergwöhnliches unternehmen hätten können. Das Wetter war aber mies, nach Kino und Theater war uns nicht und somit haben wir einfach den neu eröffneten Inder getestet (sehr lecker!) und uns danach auf das Sofa zurückgezogen. So spießig sind wir inzwischen! Um dennoch ein wenig Schwung in die Bude zu bringen, habe ich „School of Rock“ in den Player geschoben, der schon viel zu lange auf der Liste stand… 🎸🎹🤘

School of Rock (2003) | © Paramount (Universal Pictures)

School of Rock (2003) | © Paramount (Universal Pictures)

Eine perfekte One-Man-Show von Jack Black

Warum hatte ich überhaupt Interesse an „School of Rock“? Hier muss ich eindeutig Richard Linklater nennen, der sich als Regisseur für einige meiner Lieblingsfilme (u.a. „Before Sunrise“ oder „Boyhood“) verantwortlich zeichnet. Doch auch Werke wie „SubUrbia“ oder „A Scanner Darkly“ haben ihn seit jeher als spannenden Filmemacher auf meinen Radar gebracht. „School of Rock“ schien mir aufgrund der recht formelhaft anmutenden Geschichte nie so wirklich interessant zu sein. Eher wie eine 08/15-Mainstream-Komödie. Sicher ist der Film irgendwie auch das – und doch besitzt er ein ganz eigenes Flair, das er vor allem Jack Blacks völlig ausgelassenem Spiel und der zelebrierten Liebe für Rockmusik in jeder Form zu verdanken hat.

Im Grunde wird hier die übliche „Dangerous Minds“-Formel auf den Kopf gestellt, sprich es kommt kein übermotivierter Lehrer an eine Klasse mit schwierigen Kindern, sondern ein als Betrüger auftretender Slacker (da haben wir wieder Linklaters Thema) trifft auf eine absolute Musterklasse. Mit wie viel Leidenschaft Jack Blacks Dewey Finn die teils stocksteifen Kinder für seine Musik zu begeistern weiß, ist eine große Freude. Im Abspann des Films merkt man deutlich, wie viel hier vermutlich improvisiert war und die Chemie, die zwischen Black und den Kindern herrscht, wirkt dadurch einfach unfassbar authentisch. Alles in allem ein Feel-Good-Movie, wie er im Buche steht.

Fazit

Auch wenn „School of Rock“ sicher nicht der außergewöhnlichste Richard-Linklater-Film ist, so greift er doch bekannte Themen auf und ist im besten Sinne großes Unterhaltungskino. Schon lange hatte ich kein solches Dauergrinsen mehr im Gesicht. Wenn ihr den Film noch nicht kennt, dann wartet nicht so lange wie ich, sondern schaut ihn euch am besten sofort an. Herrlich musikalische Unterhaltung: 8/10 Punkte.

Skyscraper (2018)

Nachdem ich am heutigen Brückentag ausnahmsweise arbeiten war, stand mir abends der Sinn nach entspannter Unterhaltung. Mit „Skyscraper“ ist einmal wieder ein 3D-Film in den Player gewandert – und was soll ich sagen? Auf audiovisueller Ebene hat das Action-Krampf ziemlich gut funktioniert. Davon abgesehen? Lest selbst… 🏢🤯

Skyscraper (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Skyscraper (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

„Stirb langsam“ für die YouTube-Generation

Okay, okay. Diese Aussage ist schon fast schon zu abwertend und wird dem Film nicht wirklich gerecht. Ein wenig Wahrheit ist aber durchaus dran. Im Grunde bekommen wir das gleiche Setting präsentiert, wie im ersten „Stirb langsam“-Film: Ein einsamer Kämpfer muss sich in einem topmodernen Hochhaus mit diversen Bösewichten herumschlagen. Nur dass der damals geerdete und verletzliche Bruce Willis durch den Übermenschen Dwayne Johnson ersetzt wurde. Entsprechend wurden auch alle anderen Elemente des Films auf 11 gedreht: das Hochhaus, die Technik und die Effekte. Einzige der Gewaltlevel bleibt recht familienfreundlich. Das alles mag nun nicht sonderlich verlockend klingen, doch hatte ich wirklich viel Spaß mit der völlig übertriebenen Action.

An der Seite von Dwayne Johnson spielt Neve Campbell (habe ich sie seit „Scream 4“ überhaupt einmal wieder gesehen?) und ihre Figur macht ebenfalls keine Gefangenen. Sehr sympathisch. Überhaupt ist der Ton des Films recht gelungen, sprich er nimmt sich ernst genug, um nicht in völligen Schwachsinn abzudriften, ist dabei aber humorvoll genug, um eine gewisse Selbstironie zu beweisen. Da funktioniert dann selbst der berühmte Sprung vom Baukran ins brennende Hochhaus.

Fazit

Für einen entspannten Filmabend kann „Skyscraper“ eine ziemlich perfekte Wahl sein. Wenn man eben mit den richtigen Ansprüchen an ihn herangeht. Das 3D hat den Film in meinen Augen noch einmal aufgewertet, was wohl auch zeigt, dass hier vor allem die Schauwerte im Mittelpunkt stehen. Aber auch das reicht manchmal vollkommen aus: 6/10 Punkte.