Die Hüter des Lichts – OT: Rise of the Guardians (2012)

Zum Ende der Ferien wollten wir den Kindern noch einen Filmabend gönnen. Nach längeren Diskussionen konnte wir uns letztendlich auf „Die Hüter des Lichts“ einigen, was auch eine wirklich gute Wahl war. Ob der bunte Abenteuerspaß rund um den Weihnachtsmann, den Osterhasen, die Zahnfee, den Sandmann und Jack Frost auch uns Eltern zu überzeugen wusste, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🎅🐰🦷⌛❄

Die Hüter des Lichts (2012) | © Twentieth Century Fox

Die Hüter des Lichts (2012) | © Twentieth Century Fox

Die Avengers des kindlichen Staunens

Eigentlich ist diese Idee so Banane, dass sie schon wieder gut ist: Weihnachtsmann, Osterhase, Zahnfee, Sandmann und Jack Frost kämpfen als Superheldentruppe zusammen gegen den schwarzen Mann, der Angst und Schrecken verbreiten will. Falsch umgesetzt hätte das wahrlich ein Desaster werden können, doch die auf der Buchreihe „The Guardians of Childhood“ basierende Geschichte ist wunderbar fantasievoll, temporeich und modern erzählt. Die bekannten Figuren haben ein glaubwürdiges und durchaus realistisches Update bekommen und die Action ist mitreißend, ohne jedoch zu übertrieben zu sein. Dabei lebt der Film ganz klar von seinen Schauplätzen und den mitreißend inszenierten Jagdszenen über die ganze Welt. Bei all dem Trubel bleiben auch die Emotionen nicht auf der Strecke und gerade Jack Frosts Geschichte weiß durchaus zu berühren.

Neben all dem Staunen und Wunder, was beides in eine schöne Botschaft eingewoben wurde, hat der Film im Grunde jedoch nur eine klassische Superheldegeschichte mit eben ungewöhnlichen Helden zu bieten. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn die Welt wirkt lebendig und sowohl wir Eltern als auch die Kids hatten viel Spaß mit „Die Hüter des Lichts“. Fast schon verwunderlich, dass es noch keine Fortsetzung gibt.

Fazit

Nachdem unsere Kids meinten, nach dem Film beim Zähneputzen streiten zu müssen, ist der nächste Filmabend in weite Ferne gerückt (ja, auch das gehört leider dazu). Insofern bin ich froh mit „Die Hüter des Lichts“ zumindest davor eineinhalb schöne Stunden verbracht zu haben. Gerade weil man nicht viel über den Film liest, möchte ich ihn euch umso mehr ans Herz legen: 8/10 Punkte.

Preacher – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 4)

Schon seit Mitte August habe ich nicht mehr über Serien geschrieben. Warum die lange Pause? War ich etwa abstinent? Nein, ich habe nur ein weiteres Großprojekt gestartet und die komplette Serie „Preacher“ gesehen. Eigentlich war ich dieser Serie immer eher ein wenig skeptisch gegenübergestanden, doch da mir „The Boys“ des gleichen kreativen Teams ziemlich gut gefallen hatte, wollte ich dem ungewöhnlichen Priester doch eine Chance geben. Warum das eine exzellente Entscheidung war und mir die Serie samt Charakteren doch ziemlich ans Herz gewachsen ist, lest ihr in der folgenden Besprechung… ⛪👼😈

Preacher | © AMC

Preacher | © AMC

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Seventh Son (2014)

Nachdem wir den heutigen Samstag komplett damit verbracht haben, den Garten einigermaßen winterfest zu machen (übrigens bei Sonnenschein und 20 °C), waren wir abends einigermaßen platt. Mit „Seventh Son“ ist die Wahl somit auf einen Film gefallen, der zumindest anspruchslose Unterhaltung versprochen hat. Ob diese Annahme korrekt war? ⚔🐲

Seventh Son (2014) | © Universal Pictures Germany GmbH

Seventh Son (2014) | © Universal Pictures Germany GmbH

Generisches Fantasy-Kino mit Schauwerten

„Seventh Son“ gehört in die Riege von Fantasy-Roman-Adaptionen, die nach dem Erfolg von „Der Herr der Ringe“ in Massen aus dem Boden schossen. Eigentlich war diese Welle 2014 schon größtenteils abgeebbt. Umso verwunderlicher also, dass es dieser doch recht aufwendig produzierte Film trotz seiner generischen Geschichte überhaupt bis in die Kinos schaffte. Mit Jeff Bridges und Julianne Moore hatte man zumindest zwei altehrwürdige Stars am Start und Auftritte von Kit Harington (bekannt als Jon Snow aus „Game of Thrones“) und Alicia Vikander (kurz darauf der Durchbruch mit „Ex Machina“ und bekannt als Lara Croft aus „Tomb Raider“) hatten durchaus das Potenzial, den Film auch für das jüngere Publikum interessant zu machen. Warum hat der Film also nur bedingt gezündet?

Die Geschichte ist unfassbar generisch. Hexenjäger jagen Hexen. Selbst das persönliche Schicksal von Master Gregory könnte nicht offensichtlicher sein. Alles fühlt sich an wie aus dem Baukasten. Doch leider hat man aus allen diverseren Bausteinen ausgerechnet die Bösewichte gebaut hat. Das wirkt leider ziemlich unglücklich und hinterlässt einen unschönen Nachgeschmack. Davon abgesehen haben mich die Schauwerte durchaus begeistert: Es gibt famos anzusehende  Landschaftsaufnahmen (gerade in 3D), die Effekte sind beeindruckend und selbst Jeff Bridges übertrieben grummelig nuschelnder Lehrmeister wusste mich irgendwann für sich einzunehmen. Sieht man von den offensichtlichen Schwächen ab, bietet Sergey Bodrovs Werk also durchaus brauchbare Unterhaltung.

Fazit

Wenn man seine Erwartungen herunterschraubt und über so manche (neben den Hauptdarstellern) unglückliche Besetzung hinwegsehen kann, dann macht „Seventh Son“ doch erstaunlich viel Spaß. Keinesfalls ein neuer Fantasy-Klassiker, doch für den kleinen Genre-Hunger zwischendurch ziemlich brauchbar: 6/10 Punkte.

Hercules (1997)

Nachdem wir den Wunsch der Kinder nach einem Filmabend schon mehrfach ausgeschlagen hatten (das Wetter war einfach zu gut, um sich vor den Fernseher zu setzen), war es heute endlich soweit: Mit „Hercules“ wanderte dann auch ein Disney-Film in den Blu-ray-Player, den ich bisher noch nicht kannte. Wie dieser letztendlich bei uns ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Hercules (1997) | © Walt Disney

Hercules (1997) | © Walt Disney

Disneyfizierung griechischer Mythologie

„Hercules“ zählt zu den letzten Filmen des Studios, bevor sie sich Anfang der 2000er Jahre an 3D-Animation versucht hatten. Viele Filme dieser Ära gelten als nicht besonders gelungen, doch ich finde gerade Werke wie „Ein Königreich für ein Lama“, „Der Schatzplanet“ oder den erst jüngst gesehenen „Lilo & Stitch“ durchaus sehenswert. Im Gegensatz zu den genannten Filmen ist „Hercules“ jedoch ein überaus klassischer Disney-Film geworden, auch wenn er sich nicht an Märchen, sondern der griechischen Mythologie bedient. Ansonsten haben wir aber alles, was wir bereits dutzendfach gesehen haben: Eine bekannte, disneyfizierte Geschichte, eine typische Heldenreise, lustige Sidekicks und schmissige Musical-Szenen. Alles in „Hercules“ wirkt einfach viel zu bekannt.

Audiovisuell ist „Hercules“ eine wahre Freude: knallbunt und verspielt. Mit skurrilen Figuren durchsetzt und tollen visuellen Einfällen. Die Songs machen Spaß, auch wenn mir keiner so wirklich im Gedächtnis geblieben ist. Einzig die frühen CGI-Effekte wirken ein wenig wie Fremdkörper im Film. Insgesamt hatte ich meinen Spaß mit der Geschichte, auch wenn die große Begeisterung ausblieb. Die Kids waren da deutlich begeisterter und gerade der Zwergofant hat trotz der teils wirklich düsteren Szenen in der Unterwelt gut durchgehalten. Vermutlich wird einfach groß. Schnief.

Fazit

Auch wenn ich „Hercules“ mochte und froh bin, ihn endlich gesehen zu haben, so mochte sich die übliche Disney-Begeisterung nicht so recht einstellen. Zweifellos ein extrem hochwertiger Animationsfilm mit vielen witzigen Ideen, aber inhaltlich doch zu sehr Schema F. Keiner meiner persönlichen Disney-Klassiker: 7/10 Punkte.

Das Sams im Glück (2012)

Heute hat es zum erstem Mal seit Wochen deutlich unter 30 °C. Kühl ist es immer noch nicht, doch die Voraussetzungen für einen Filmnachmittag waren schon lange nicht mehr so gut. Da wir aktuell „Das Sams im Glück“ aus der Bücherei geliehen haben, packten wir die Gelegenheit beim Schopfe und haben endlich den letzten Teil der Realfilmreihe rund um das Sams und die Familie Taschenbier geschaut.

Das Sams im Glück (2012) | © Universum Film GmbH

Das Sams im Glück (2012) | © Universum Film GmbH

Ein durchaus gelungener Abschluss der Trilogie

Im Gegensatz zum direkten Vorgänger „Das Sams in Gefahr“ aus dem Jahr 2003 orientiert sich der Film über weite Strecken wieder näher am ersten Teil: Der Sohn der Familie Taschenbier spielt keine Rolle mehr und die Schauspielerin Aglaia Szyszkowitz, die Frau Taschenbier bereits in „Das Sams“ verkörpert hat, kehrt zurück. Ansonsten wirkt „Das Sams im Glück“ noch einmal moderner inszeniert und wir Zuschauer bekommen einen kleinen Einblick in die Welt der Samse. Dies wäre nicht unbedingt nötig gewesen, hat aber die Kinder nicht weiter gestört.

Auch wenn die beiden Vorgänger oft schon reichlich albern waren, so wird der kindgerecht überzogene Slapstick hier auf die Spitze getrieben. Den Kindern hat das gefallen, für mich wäre weniger mehr gewesen. Das Finale wirkt recht endgültig und ich vermute, dass das Kapitel Sams, zumindest was diese Realfilmreihe angeht, nun endgültig abgeschlossen ist.

Fazit

Auch wenn „Das Sams im Glück“ für mich eindeutig der schwächste Film der Trilogie ist, so bietet er doch nette und kindgerechte Unterhaltung. Insgesamt wirklich empfehlenswert, da das „Das Sams“ zurecht zu den deutschen Kinderbuchklassikern zählt. Bamberg als Schauplatz ist zudem immer eine Reise wert, auch in diesem Teil: 6/10 Punkte.

The LEGO Movie (2014) (WS1)

Nach unserem Besuch im Legoland sind wir nach wie vor im Lego-Fieber. Da das Wetter heute nicht zu einem lauschigen Abend auf der Terrasse eingeladen hat, haben wir einmal wieder einen Filmabend veranstaltet. In den Player ist natürlich „The LEGO Movie“ gewandert, was ich mir mindestens ebenso sehr gewünscht habe, wie die Kinder. Wie der Film im Vergleich zu meiner ersten Sichtung abgeschnitten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

The LEGO Movie (2014) | © Warner Home Video

The LEGO Movie (2014) | © Warner Home Video

Everything Is (Still) Awesome

Im Legoland wurden wir mehrfach dem Trailer von „The LEGO Movie 2“ ausgesetzt. Auch die Sets des Films waren aufgebaut und wir hätten den Film im Park sogar sehen können. Wäre die Blu-ray bereits erhältlich gewesen, hätte ich direkt zugeschlagen. So muss nun aber der erste Teil noch einmal herhalten, was auch gar nicht schlimm ist, denn die Kinder kannten ihn noch nicht und auch ich habe mich sehr auf eine zweite Sichtung gefreut. Vielleicht liegt es am momentanen Lego-Wahn, aber ich hatte wieder genauso viel Spaß wie bei der ersten Sichtung. Dieses Mal sogar in 3D, was die visuelle Wucht von „The LEGO Movie“ tatsächlich noch einmal aufwerten konnte.

Inhaltlich war ich erneut erstaunt, auf wie vielen Ebenen „The LEGO Movie“ doch funktioniert:

  • Als Lego-Fanfilm (und -Werbefilm),
  • als fast schon ernsthaft düstere Dystopie,
  • als kunterbuntes Abenteuer,
  • als Parodie auf alles und jeden und
  • als Feiern der Kindheit und Kreativität.

Dabei wirkt der Film zu jederzeit leicht und unbeschwert. Die unterschiedlichen Elemente fügen sich, wie die titelgebende Bausteine, spielend zusammen und entführen sowohl kindliche als auch erwachsene Zuschauer auf ein kunterbuntes Abenteuer. Es ist unfassbar, wie viel Spaß der Film macht. Einfach nur toll. Einzig die Realszenen, so toll (wie auch naheliegend) ich die Idee auch finde, wirken ein wenig forciert. Aber vielleicht ist das nach 90 Minuten Non-Stop-Lego-Action auch einfach ganz normal. Die Kinder waren beide übrigens auch sehr begeistert. Speziell von dem Kniff das alles eine gespielte Geschichte war.

Fazit

Ich habe Lego als Kind geliebt, heute lieben meine Kinder Lego und auch ich bin nach wie vor davon begeistert. Sollte das hier tatsächlich nur eine gigantisch gute Content-Marketing-Masche sein, dann ziehe ich meinen Hut. Hier ist alles super! Nun freue ich mich noch mehr auf den zweiten Teil: 9/10 Punkte. Lohnen sich eigentlich „The LEGO Batman Movie“ und „The LEGO Ninjago Movie“ auch?

Ein Königreich für ein Lama – OT: The Emperor’s New Groove (2000)

Die kurze Arbeitswoche nach Ostern ist wie im Fluge vergangen. Meine Familie war mit Feriendingen beschäftigt und ich habe das Wochenende herbeigesehnt. Zum Abschluss der Osterferien habe ich einen Familien-Filmabend einberufen, bei dem die Wahl auf „Ein Königreich für ein Lama“ gefallen ist. Einen unterschätzen Disney-Film, den ich sogar im Kino gesehen habe…

Ein Königreich für ein Lama (2000) | © Walt Disney

Ein Königreich für ein Lama (2000) | © Walt Disney

Eine Buddy-Slapstick-Comedy in Perfektion

Als „Ein Königreich für ein Lama“ damals im Kino lief, ging meine Zivildienstzeit gerade zu Ende. In der Feriengruppe unseres Behindertenwohnheims hatte ich damals einen netten Jungen betreut, dem ich zusammen mit einer Kollegin einen Kinobesuch zum Geburtstag geschenkt habe. So kam es, dass ich diesen Disney-Film im Kino sah. Heute kann ich mich mehr an die Begleitumstände (wie umständlich doch Bahn fahren mit Rollstuhl war) erinnern, als an den Film selbst. Ich weiß nur noch, dass wir eine gute Zeit hatten und ich den Humor für Disney sehr erfrischend fand. Etliche Jahre später habe ich den Film noch einmal auf DVD nachgeholt, doch „The Emperor’s New Groove“ hat nie zu den Disney-Klassikern gehört, die einen besonders großen Stellenwert bei mir hatten. Mit „Atlantis“ und „Der Schatzplanet“ wurden kurz danach auch die vorerst letzten klassisch animierten Filme des Studios veröffentlicht, die ich überhaupt noch gesehen habe.

Heute fällt „Ein Königreich für ein Lama“ schon alleine durch seinen ungewöhnlichen Look auf: teils sehr artifiziell und überstilisiert, knallbunt und seltsam kantig. Irgendwie frisch und ungewöhnlich. Auch der Humor samt Brechen der vierten Wand wirkt nicht wie typisch Disney. Das Tempo ist extrem hoch und eine Slapstick-Szene jagt die nächste. Man muss schon wirklich am Ball bleiben, um alles mitzubekommen. Da fällt es auch nicht wirklich ins Gewicht, dass die Geschichte überaus simpel ist. Die ohnehin schon knappen 75 Minuten vergehen wie im Flug. Sowohl meine Kinder als auch ich haben viel gelacht und waren sehr begeistert von diesem seltsamen Lama und seinen Abenteuern.

Fazit

Wenn man von Disney-Klassikern liest, dann wird „Ein Königreich für ein Lama“ meist leider vergessen. Dabei ist es ein wundervoll temporeicher und extrem witziger Film, der wie im Rausch an einem vorbeizieht. Es fehlen die klassischen Songs und der Disney-Kitsch, doch Humor und Stil sind große Klasse! Von mir gibt es dafür eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte.

Vaiana: Das Paradies hat einen Haken – OT: Moana (2016) (WS1)

Ein seltsamer Tag mit ein wenig Sport und ein wenig unmotiviertem Nichtstun liegt hinter mir. Nachdem das Zappelinchen die letzte Woche im Schullandheim verbracht hat, wollten wir mit den Kindern heute einen Filmabend veranstalten. Nach vielen Diskussionen ist die Wahl letztendlich auf „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“ gefallen, den ich mit dem Zappelinchen vor gut zwei Jahren bereits im Kino gesehen habe. Der Zwergofant war zu Beginn nicht so begeistert. Ob wir dennoch einen gelungenen Filmabend hatten, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Vaiana: Das Paradies hat einen Haken (2016) | © Walt Disney

Vaiana: Das Paradies hat einen Haken (2016) | © Walt Disney

Der gelungenste Disney-Film der letzten Jahre

Auch ich hätte mich heute nicht unbedingt für „Vaiana“ entschieden, stehen doch noch zu viele ungesehene Kinderfilme im Regal. Doch schon nach ein paar Minuten war ich erneut verzaubert von der herrlichen Inselwelt und dieser mutigen jungen Dame namens Vaiana. Schon alleine der erste Teil des Films, der noch auf Motunui spielt, ist wunderbar erzählt und bringt einem sowohl die Charaktere als auch ihre Motivation spielerisch nahe. Mit Vaianas Aufbruch und ihrem Zusammentreffen mit dem Halbgott Maui bekommt die Handlung plötzlich ein enormes Tempo, ohne dass der Film jedoch seine Figuren aus den Augen verliert. Da stört es auch nicht, dass die Struktur des Films mit ihren unterschiedlichen Aufgaben und den damit verbundenen Schauplätzen doch ein wenig episodisch wirkt.

Disney ist sich ganz offenbar bewusst, dass sie mit Vaiana ein neues Rollenbild etabliert haben und sprechen sowohl die Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zu den klassischen Prinzessinnen an. Das mag alles ein wenig kalkuliert wirken und auch nicht wirklich neu (siehe „Merida: Legende der Highlands“), doch so erfrischend und erfreulich wie in „Vaiana“ wurde mit dem Klischee selten gebrochen. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase war übrigens auch der Zwergofant sehr angetan von der idyllischen und geheimnisvollen Inselwelt samt ihrer Bewohner – und allen voran der Abenteurerin Vaiana.

Fazit

Das Zappelinchen hat „Vaiana“ heute bereits zum dritten Mal gesehen und hat in jeder Szene mitgefiebert, mitgelacht oder mitgesungen. Ein größeres Lob kann man dem Film wohl nicht aussprechen. Auch ich bin erneut wirklich begeistert und kann mir nur vorstellen, dass der Film in seiner Originalfassung noch eine Spur gelungener ist. Die 10 Punkte sind in greifbarer Nähe: 9/10 Punkte.

Letztendlich sind wir dem Universum egal – OT: Every Day (2018)

Heute war war ein extrem voller Tag: Von einem Kindergeburtstag bis hin zum Rasenmähen, Vertikutieren und Co. waren wir von früh bis spät bei herrlichstem Wetter draußen. Da hat es sich schon fast komisch angefühlt, sich abends nicht auf die Terrasse zu setzen, doch bis es soweit ist, wird es noch dauern. Also ab aufs Sofa und mit „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ die Verfilmung eines wunderbaren Romans angeschaut. Ob die Adaption der Vorlage gerecht werden konnte?

Letztendlich sind wir dem Universum egal (2018) | © Splendid Film/WVG

Letztendlich sind wir dem Universum egal (2018) | © Splendid Film/WVG

Alles eine Frage der Perspektive

Ich hatte von der Verfilmung gelesen, kurz nachdem ich den Roman „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ beendet hatte. Schon damals war ich eher skeptisch, ob und wie diese Geschichte für das Kino adaptiert werden kann, aber ich habe mich auch auf den Film gefreut. Danach habe ich ihn jedoch aus den Augen verloren, bis er mir neulich in einer Verkaufsaktion aufgefallen ist. Aber auch nur aufgrund des Titels, denn das Cover sieht verdächtig nach 08/15-Teenie-Film aus. Dennoch war ich zu neugierig, als dass ich mich davon hätte abschrecken lassen. Nach der Sichtung kann ich nun sagen: Es ist eine typische Buchverfilmung. Der Kern der Geschichte ist definitiv da, doch die feinen Nuancen und Besonderheiten der Vorlage haben es nur bedingt in das neue Medium geschafft.

Am deutlichsten fällt wohl der Wechsel der Perspektive auf: Im Buch wird die gesamte Geschichte durch die Augen von A erzählt. Rhiannons Perspektive bleibt uns fremd. Der Autor David Levithan hat diese in einem zweiten Roman „Letztendlich geht es nur um dich“ verarbeitet, welcher vermutlich auch mit Grundlage für das Drehbuch des Films war. Die Geschichte wirkt dadurch deutlich konventioneller, wenngleich ich es bemerkenswert finde, wie konsistent A von den unterschiedlichen SchauspielerInnen dargestellt wurde. Im Gegensatz zum Buch steht die Liebesgeschichte noch viel deutlicher im Mittelpunkt und wir Zuschauer bekommen nur wenig Einblick in das vorherige Leben von A. Das fand ich schade, bedingt diese Änderung doch klar die Wahrnehmung von „Every Day“ als weitere Teenie-Romanze.

Fazit

Auch wenn wir in „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ nur einen Teil der Geschichte zu sehen bekommen und der Fokus zu sehr auf der Romanze liegt, so empfand ich den Film durchaus als gelungene Adaption. Zumindest hat er bei mir Erinnerungen an den Roman geweckt. Mit mehr Mut hätte etwas richtig Großes daraus werden können, doch auch so besitzt Michael Sucsys Film immer noch eine schöne Botschaft. Im Zweifel jedoch lieber das Buch lesen: 7/10 Punkte.

Sams in Gefahr (2003)

Nach einem guten Monat Pause, haben wir heute einmal wieder einen Filmabend veranstaltet. Das war auch bitter nötig, denn die Woche war sehr anstrengend und überhaupt ziemlich doof. Die Kinder haben sich „Sams in Gefahr“ gewünscht und somit sind wir erneut ins benachbarte Bamberg gereist, um neue Abenteuer mit der Familie Taschenbier und ihrem Sams zu erleben…

Sams in Gefahr (2003) | © Constantin Film

Sams in Gefahr (2003) | © Constantin Film

Eine durchweg sympathische Fortsetzung

Obwohl „Sams in Gefahr“ nur zwei Jahre nach „Das Sams“ erschienen ist, so wirkt der Film in vielerlei Hinsicht doch um einiges moderner. Dies ist einerseits ein Vorteil, wenn es generell um den Look des Films geht, andererseits aber auch ein Nachteil, wenn der Regisseur zu sehr auf eher unausgereifte CGI-Effekte setzt. Alles in allem erzählt aber auch der zweite Teil, der übrigens elf Jahre nach den Geschehnisses des Vorgängers spielt, eine sympathische Geschichte, in deren Zentrum der Sohn von Herrn Taschenbier steht. Mit Sportlehrer Daume gibt es zudem einen klassischen Bösewicht, der herrlich überzogen von Dominique Horwitz verkörpert wird.

Neben den, gerade für Kinder, sehr amüsanten Szenen mit dem Sams und seinen Wunschpunkten, überzeugt gerade die ein wenig absurde Geschichte rund um den Rollschuhverein samt etlicher skurriler Charaktere. Ja, daran konnten auch wir Eltern Vergnügen finden. Davon abgesehen ist der Film schön inszeniert und für den Handlungsort des idyllischen Bamberg gibt es gleich noch ein paar Bonuspunkte.

Fazit

Wie bereits den ersten Teil, hat der Zwergofant auch die Fortsetzung durchgehalten, was ja wahrlich keine Selbstverständlichkeit ist. Ich fand „Sams in Gefahr“ aufgrund der ein wenig übertriebenen Effekte nicht ganz so stark wie den altmodischeren Vorgänger, aber immer noch sehr sympathisch. Tatsächlich freue ich mich bereits auf unseren Filmabend mit dem dritten Teil der Reihe: 7/10 Punkte.