Drachenzähmen leicht gemacht 2 – OT: How to Train Your Dragon 2 (2014) (WS1)

Hoch die Hände… ja, es ist schon wieder Wochenende. Die Zeit rennt momentan und ich weiß gar nicht, wie ich alles noch in dieses Jahr packen soll, was in dieses Jahr gehört. Hinzu kommt die Gesamtsituation, aber ich möchte nicht schon wieder über das immer gleiche Thema schreiben. Also zum Film: Nach gut zwei Monaten Pause haben wir uns endlich „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ angeschaut. Dieses Mal auf den speziellen Wunsch des Zwergofanten. 🐉

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Eine nahezu perfekte Fortsetzung

Vor dem Hauptfilm haben wir uns noch den Kurzfilm „Dragons: Das große Drachenrennen“ angeschaut. Dieser hat mich eher ziemlich ernüchtert und die Vorfreude ist ein wenig geschwunden. Aber klar, dieser hat weder das Budget, noch den Bombast oder die Finesse, mit der „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ erzählt wird. Nachdem sich bereits meine Begeisterung über den ersten Teil bei der letzten Sichtung noch einmal steigern konnte, ist dieser Effekt auch bei der Fortsetzung eingetreten. Selbst wenn hier auf größer, schneller und weiter gesetzt wird, so wirkt die Geschichte unglaublich gut durchdacht und der gesamte Film sehr erwachsen. Am ehesten würde ich die Wirkung mit „Toy Story 3“ vergleichen, was ich als absolutes Kompliment sehe.

Vielleicht entspringt meine Begeisterung auch der gemeinsamen Sichtung mit den Kindern, die heute komplett mit dem Auf und Ab des Films mitgegangen sind. Von enthusiastischen Ausrufen, lautem Gelächter bis hin zu dicken Krokodilstränen. Es waren einfach alle Emotionen dabei. Und das nicht nur bei den Kindern. Hinzu kommt, dass „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ einfach unglaublich gut aussieht. Gerade in Kontrast zum vorher gesehenen Kurzfilm. Nachdem ältere 3D-animierte Filme, wie z.B. „Shrek“, inzwischen deutlich Staub angesetzt haben, wirkt dieser sechs Jahre alte Film als wäre er erst gestern produziert worden. Sehr beeindruckend.

Fazit

Wie ihr merkt, fand ich „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ heute enorm gelungen (und ich mochte ihn schon bei der ersten Sichtung sehr). Ich freue mich nun schon unbändig auf den dritten Teil. So richtig. Achja, das tolle 3D muss ich auch noch erwähnen: sehr immersiv, gerade in den Flugszenen. Aber damit bin ich (zusammen mit meinen Kids) ja eh alleine auf weiter Flur. Eine wahnsinnig gute Fortsetzung, die auf kompletter Linie zu überzeugen weiß: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Die unendliche Geschichte – OT: The Neverending Story (1984)

Eine anstrengende Woche liegt hinter uns. Ich habe für die Arbeit (zu) viele Stunden am Rechner verbracht, die generelle Stimmung zu Hause ist oft angespannt. Die momentane Situation zollt auch bei uns ihren Tribut. Deshalb wollten wir wenigstens entspannt mit einem Filmabend ins Wochenende starten. Dafür habe ich mir „Die unendliche Geschichte“ gewünscht und wider Erwarten konnten sich alle darauf einlassen. Wer am Ende am begeistertsten davon war, hebe ich mir für das Fazit auf…

Die unendliche Geschichte (1984) | © Constantin Film

Die unendliche Geschichte (1984) | © Constantin Film

Der große Fantasy-Film meiner Kindheit

Zunächst ein Rückblick in meine eigene Kindheit: Wir befinden uns in den 1980er Jahren. Unser TV empfängt die öffentlich-rechtlichen Programme, ein VHS-Rekorder sollte erst ein paar Jahre später Einzug halten. In diesen Jahren sind wir nahezu jede Ferien in den bayerischen Wald gefahren und haben stets im gleichen Gasthaus übernachtet. Natürlich freundeten wir uns über die Jahre auch mit der Gastwirtsfamilie an und diese war technisch schon einen Schritt weiter. An einem verregneten Nachmittag habe ich dann erstmals zusammen mit der jüngsten Tochter der Familie „Die unendliche Geschichte“ auf ihrem VHS-Rekorder geschaut. Seitdem sollte das Tradition werden und jedes Mal, wenn wir dort im Urlaub waren (mindestens einmal im Jahr), habe ich um einen weiteren Besuch in Phantásien gebettelt.

Natürlich war ich nach der ersten Sichtung des Films auch auf Michael Endes Vorlage angefixt. Diese habe ich regelrecht verschlungen. Und zwar die schöne Ausgabe mit rotem und grünem Text für die unterschiedlichen Welten. Natürlich habe ich diese stilecht mit Taschenlampe unter der Decke gelesen und mich dabei gefühlt wie Bastian Balthasar Bux höchstpersönlich. Auch wenn ich feststellen musste, dass Wolfgang Petersens Verfilmung nur den ersten Teil des Romans abdeckt und schon alleine deshalb keine besonders gelungene Adaption darstellt, so habe ich doch auch nach Kenntnis der Vorlage den Film stets als eigenständigen Fantasy-Film geschätzt.

Erstaunlich gut gealterte Effekte und Handlung

Bei der heutigen Sichtung nach all den Jahren ist mir aufgefallen, wie gut die praktischen Effekte doch gealtert sind. Sieht man einmal von den auffälligen Bluescreen-Freistellungen ab, dann können Modelle, Masken und Miniaturen immer noch begeistern. Gerade in der neuen und ungefilterten Abtastung, die auf der limitierten Nameless-Veröffentlichung zu finden ist. Großartig gelungen und für Fans des Film unbedingt zu empfehlen. Hinzu kommt Klaus Doldingers eingängiger Score sowie eine Handlung, welche die Zeit einfach wunderbar überdauert hat. Trotz all meiner Liebe für diese 1984er Fassung, wäre jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine werktreue Adaption als Miniserie?

Drei Editionen dieses wundervollen Films. Die Nameless-Edition (rechts oben) sei allen Fans dringend ans Herz gelegt:

Fazit

Ich kann „Die unendliche Geschichte“ nicht objektiv bewerten. Als Adaption ist der Film nur mäßig gelungen, dessen bin ich mir bewusst. Wenn man Wolfang Petersens Werk jedoch für sich betrachtet, dann ist er neben „Willow“ bestimmt der wichtigste Fantasy-Film der 1980er Jahre. Zumindest für mich. Meine Kinder waren durchaus angetan, aber nicht wirklich begeistert. Eine meiner ersten, ganz großen Filmlieben: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte, wohl aber nur weil er gemerkt hat, wie wichtig mir der Film ist.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Onward: Keine halben Sachen (2020)

Nachdem wir gestern keinen Filmabend mit der ganzen Familie hatten, musste natürlich heute zum Ende der Herbstferien noch einer veranstaltet werden. Pixars „Onward: Keine halben Sachen“ wollten wir eigentlich im Kino sehen, doch dann kam Corona und alle Pläne dieser Art waren dahin. Nun habe ich mir jedoch endlich die 3D-Blu-ray zugelegt und wir haben das Kino einfach nach Hause geholt… 👖💎🐉⚔

Onward: Keine halben Sachen (2020) | © Walt Disney

Onward: Keine halben Sachen (2020) | © Walt Disney

Ein wundervolles Coming-of-Age-Abenteuer

Zunächst einmal ist mir aufgefallen, wie unfassbar perfekt „Onward“ technisch umgesetzt ist. Vielleicht ist mir dieser Umstand deshalb so sehr aufgefallen, weil ich in letzter Zeit mit „Shrek“ und Co. doch einige Animationsfilme gesehen habe, die bereits ein paar Jahre auf dem Buckel haben. „Onward“ sieht in vielen Szenen fotorealistisch aus, was in Kombination mit den fantastischen Elementen für ein extrem immersives Gefühl sorgt. Auch das dezent und doch äußerst effektiv eingesetzte 3D trägt zu dieser Wirkung bei. Audiovisuell ist das moderne Fantasy-Abenteuer somit eine Wucht. Doch wie sieht es inhaltlich aus?

Ach, Pixar. Du schaffst es doch immer wieder, all die richtigen Knöpfe bei mir zu drücken. Eine Coming-of-Age-Geschichte, kombiniert mit dem Tod des Vaters und nostalgisch angehauchtem Eskapismus. Was kann man daran nicht lieben? Der Kniff, nur den Unterleib des Vaters zurückzubringen ist großartig! Die zugehörige Auflösung am Ende hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Oh man, Pixar, wie machst du das nur immer wieder? Hinzu kommt die klassische Heldenreise, die hier beinahe schon als Metakommentar zu lesen ist, und dabei doch unglaublich wahrhaftig wirkt. Durch das Thema und die jugendlichen Protagonisten wirkt „Onward“ deutlich weniger kindlich als viele andere Animationsfilme und ist dennoch für Kinder bestens geeignet. Sowohl das Zappelinchen als auch der Zwergofant waren mehr als begeistert.

Fazit

Ich finde es wirklich schade, dass „Onward“ durch die Corona-Krise so hart getroffen wurde und nun sein Dasein auf Disney+ fristen muss. Freunden von haptischen Medien sei gesagt, dass die Blu-ray-Box inklusive Bonus-Disc gar wunderbar gelungen ist. In jeder Hinsicht eine dicke Empfehlung. Bei der nächsten Sichtung könnte sogar noch locker ein Punkt mehr drin sein: 9/10 Punkte.

Hui Buh: Das Schlossgespenst (2006)

Wir starten ins lange Halloween-Wochenende. Die Kinder haben Herbstferien und ich zumindest zwei Tage frei. Das ist auch bitter nötig. Gefühlt sind wir momentan alle ein wenig ausgebrannt. Unternehmen werden wir natürlich nichts, doch zumindest einen Halloween-Filmabend hatten wir den Kids versprochen. Da die Kids natürlich noch zu jung für echten Grusel sind, ist meine Wahl auf „Hui Buh: Das Schlossgespenst“ gefallen. Was die deutsche Produktion zu bieten hatte? 👻

Hui Buh: Das Schlossgespenst (2006) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Hui Buh: Das Schlossgespenst (2006) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Unnötige Computeranimation und nette Gags

Ich habe mir nicht viel von „Hui Buh: Das Schlossgespenst“ erwartet. Durch die prominente Teilnahme von Michael Herbig konnte man schon ungefähr erahnen, was für eine Art von Film einen hier erwarten würde. Die meisten Gags ergeben sich aus überzogenem Slapstick, was besonders den Kindern gefallen hat. Nach dem Prolog wird Michael Herbig durch eine leider ziemlich unnötige Computeranimation ersetzt, was für mich der größte Schwachpunkt des Films ist. Besonders da es nur ein paar wenige Szenen gibt, in denen sich dieses Stilmittel auch auszahlt. Meist jedoch macht Hui Buh nicht mehr, als auch ein Mensch mit Maske hätte tun können.

Am meisten hat mich die Geisterstadt beeindruckt: In dieser gibt es wunderbar handgemachte Effekte zu sehen und tatsächlich nettes Worldbuilding. Mich hat das alles ein wenig an Tim Burtons „Beetlejuice“ erinnert. Gerade hier fällt Hui Buh übrigens besonders unangenehm auf, da nahezu alle anderen Geister einfach Menschen in Maske bzw. Kostüm sind und das so viel besser funktioniert als das CGI. Dabei ist die 3D-Figur nett gestaltet und erinnert stark an Michael Herbig, aber sie wirkt stets deplatziert und wie ein Fremdkörper im Film. Wirklich schade.

Fazit

Insgesamt ist „Hui Buh: Das Schlossgespenst“ ein netter Film, der vor allem durch eine falsche Designentscheidung negativ auffällt. Davon abgesehen hatten die Kinder viel Spaß und das ist schließlich die Hauptsache: 5/10 Punkte.

Shrek: Der tollkühne Held (2001) (WS1)

Nach einer anstrengenden Woche liegt nun ein forderndes Wochenende vor mir, weshalb mir der Wunsch der Kinder nach einem Filmabend ganz recht kam. Heute konnte sich Frau bullion durchsetzen und wir haben mit „Shrek: Der tollkühne Held“ einen wahren Klassiker des Animationsfilms gesehen. Meine letzte Sichtung liegt bereits 14(!) Jahre zurück und insgesamt hat der grüne Oger bereits 19 Jahre auf dem Buckel. Unfassbar. Dabei war „Shrek“ damals topmodern und der letzte Schrei…

Shrek: Der tollkühne Held (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Shrek: Der tollkühne Held (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine herrliche Parodie auf animierte Märchenfilme

Sein Alter sieht man „Shrek“ inzwischen deutlich an. Die Texturen wirken verwaschen, die Animationen teils etwas holprig. Von den menschlichen Figuren wollen wir gar nicht erst anfangen. Selbst Fiona, die ich in der letzten Besprechung noch gelobt hatte, wirkt teils wie eine Puppe. Heute sehen in Echtzeit gerenderte Videospiele teils besser aus. Aber das macht nichts, denn schon nach ein paar Minuten hatte ich die Optik vergessen und war, bis auf einzelne Ausnahmen, wieder voll drin in dieser kunterbunten Geschichte mit ihren wunderbaren Gags und den mitreißenden Songs. Es ist schon ein Brett, was hier als Soundtrack abgefeuert wird. Diesem kann man wohl auch einen großen Teil des Erfolgs zurechnen. Gerade wenn man an die frühen 2000er Jahre zurückdenkt. Bombe!

Aus heutiger Sicht überzeugt mich tatsächlich hauptsächlich die Entwicklung der Charaktere und die schöne Botschaft des Films. Neben all den verspielten Gags und den schmissigen Songs verbirgt sich hinter „Shrek“ tatsächlich eine Geschichte über Außenseiter, Selbstliebe und Akzeptanz. Gerade in unserer heutigen Zeit wichtiger denn je. Die Figuren sind extrem liebenswert und auch wenn die Welt ein wenig steril wirken mag, so ist sie doch mit zauberhaften Details durchsetzt.

Fazit

„Shrek“ ist auch nach knapp 20 Jahren immer noch ein herausragender Märchenfilm. Technisch ein wenig in die Jahre gekommen, hat er jedoch fast nichts von seinem Charme verloren. Immer noch sehr extrem sehenswert: 8/10 Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010) (WS2)

Nach einer, sowohl beruflich als auch insbesondere privat, wirklich anstrengenden Woche, haben sich die Kinder einen Filmabend gewünscht. Ich persönlich hätte heute nichts mehr gebraucht und wäre mit Whisky und Sofa schon zufrieden gewesen, doch so ist bereits zum dritten Mal in den letzten 10 Jahren „Drachenzähmen leicht gemacht“ in den Player gewandert. Wie bereits bei der Sichtung vor drei Jahren gewünscht nun endlich zusammen mit den Kindern. 🐉

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Welch wunderbare Coming-of-Age-Geschichte!

Hat mich bei der letzten Sichtung vor allem die audiovisuelle Qualität samt 3D beeindruckt, so stach für mich heute vor allem der Aufbau der Handlung heraus. Im Grunde erleben wir eine Coming-of-Age-Geschichte, in der sich Hicks von seinem seinem Vater emanzipiert und gegen etablierte Strukturen ankämpft. Er lebt den Wandel und überzeugt am Ende sogar die alten Sturköpfe seines Stammes. Welch schöne und gerade heute so wichtige Botschaft! All das ist natürlich dennoch in wunderbare Action-Szenen und famose Flugsequenzen verpackt, die immer noch unfassbar viel Spaß machen. Ja, speziell in 3D.

Dem Zwergofant war der Film oft zu gruselig und erst als sich Hicks und Ohnezahn angefreundet haben, hat er sich langsam entspannt. Und das obwohl er die grobe Handlung bereits durch seine Playmobil-Spielsets (siehe unten) kennengelernt hat. Auch das erste Buch der Vorlage haben wir vor ein paar Jahren zusammen gelesen, doch dieses unterscheidet sich doch ziemlich von der Handlung des Films.

Randnotiz: Während des Films hat uns übrigens eine Nachbarin geklingelt und berichtet, dass ein anderes Nachbarskind, dessen Bruder mit einem Cousin des Zwergofanten in die Klasse geht, positiv auf Corona getestet wurde. Und in der Schule des Zappelinchen gibt es auch den ersten Fall. Die Einschläge kommen näher. Das nur als private Notiz zum Nachvollziehen in ein paar Jahren.

Fazit

Die heutige Sichtung von „Drachenzähmen leicht gemacht“ hat mir aufgezeigt, wie perfekt der Film in nahezu jeder Hinsicht ist. Sowohl die Inszenierung als auch speziell das Drehbuch. Hier stimmt einfach alles und trotz der vielen Action-Szenen besitzt die Geschichte eine wunderbare Tiefe und eine Botschaft, die ich wirklich zu schätzen weiß. Einfach famos: 9/10 Punkte.

Die drei Musketiere – OT: The Three Musketeers (2011)

Manchmal sind die Gründe, sich einen bestimmten Film anzusehen, schon seltsam. Bei „Die drei Musketiere“ aus dem Jahr 2011 hat ausgereicht, dass wir kürzlich Bamberg besucht haben und der Film zu großen Teilen dort gedreht wurde. Was hat Paul W. S. Andersons 3D-Actioner sonst noch zu bieten? ⚔

Die drei Musketiere (2011) © Constantin Film (Universal Pictures)

Die drei Musketiere (2011) © Constantin Film (Universal Pictures)

Grober und doch unterhaltsamer Unfug

Man kann von Paul W. S. Anderson halten was man will, doch erkennt man seinen durchaus markanten Stil in jedem seiner Filme. Leider ist dieser oft ziemlich trashig, was gerade im Zusammenspiel mit viel CGI heraussticht. Die real gefilmten Szenen besitzen dagegen durchaus Charme in ihrer naiven und überbetonten Action. Zudem sieht das mit echten, stereoskopischen Kameras gefilmte 3D einfach unfassbar gut aus. Auch beim generellen Look scheiden sich die Geister: Er ist oft zu sauber, die Kostüme wirken wie Kostüme und doch passt all das irgendwie zusammen. Ich bin davon nicht unbedingt Fan, kann dem aber durchaus positive Seiten abgewinnen.

Inhaltlich ist „Die drei Musketiere“ grober Unfug. Einerseits recht klassisch erzählt, andererseits mit Fantasy-Elementen (u.a. Luftschiffe) angereichert. Auch diese krude Mischung hat für mich recht gut funktioniert, wobei ich die erste Filmhälfte deutlich lieber mochte. Und es gibt (einmal wieder) Mads Mikkelsen mit Augenklappe, wie er auf Notre Dame kämpft. Unfassbar(er Unfug). Aber ich wurde gut unterhalten, speziell eben von den geerdeteren Szenen, die u.a. in Bamberg gedreht wurden und wo ich selbst vor ein paar Tagen noch stand. Speziell die Alte Hofhaltung wird im Film wunderbar eingesetzt (siehe auch Bildzitat oben) und macht wohl meine liebste Szene des Films aus. Schon auf den ersten beiden Fotos sind zwei Drehorte des Films zu sehen. Ist das nicht toll (und auf dem dritten das „Das Sams“-Haus)? 😍

Fazit

Nein, ein sonderlich guter Film ist „Die drei Musketiere“ vielleicht nicht. Aber ich wurde gut unterhalten. Wer zudem die Drehorte kennt und, so wie ich, einen Mehrwert aus dieser Kenntnis zieht, der darf gerne noch einen Punkt aufschlagen. Schon alleine deshalb war es für mich ein tolles Filmerlebnis: 6/10 Punkte.

Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer (2018)

Nachdem der erste Urlaubstag recht vielversprechend begonnen hat, kam am frühen Nachmittag der Wolkenbruch und seitdem hat es nur noch geregnet. Somit gab es keinen lauschigen Abend auf der Terrasse, sondern zum ersten Mal seit einem Monat wieder einen Filmabend. Heute durfte sich das Zappelinchen den Film aussuchen und ihre Wahl ist auf „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ gefallen… 🐶🐧🐘

Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Als reiner Kinderfilm gerade noch brauchbar

Nachdem mich schon der Trailer recht wenig zu begeistern wusste, hat der Film meine Befürchtungen letztendlich bestätigt: „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ erzählt eine 08/15-Geschichte mit Versatzstücken, die man in anderen deutschen Kinderfilmen (z.B. „Fünf Freunde“ oder „Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“) bereits viel gelungener und vor allem charmanter gesehen hat. Hinzu kommen CGI-Effekte, die offenbar mit viel zu wenig Budget umgesetzt wurden, was zumindest mich jedes Mal wieder aus dem Film gerissen hat. Die viel zu laute und hektische Inszenierung sowie der völlige Verzicht darauf, die Motivation der Figuren zu erklären, hat die Sache nicht besser gemacht. Da konnten für mich selbst tolle Schauspieler, wie Meret Becker oder Christoph Maria Herbst, nichts mehr retten.

Was ich dem Film allerdings zugute halten muss: Den Kindern hat er gefallen. Sie haben oft sogar wirklich laut gelacht. Und nein, nicht aufgrund des völlig unnötigen Fäkalhumors. Aus Kinderperspektive betrachtet funktioniert „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ demnach wohl ganz gut. Aber ich bin mir sicher, dass er auch bei meinen Kindern nicht sonderlich lange nachwirken wird.

Fazit

Unter den vielen deutschen Kinderfilmen, die ich mit den Kindern in den letzten Jahren gesehen habe, ist „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ zweifellos der schwächste. Schade drum: 4/10 Punkte.

The Good Place – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 4)

Die letzte Filmbesprechung liegt vier Wochen zurück, die letzte Serienbesprechung sogar sechs Wochen. Auf diesem Blog erscheinen nur noch Laufberichte. Es ist zum verzweifeln! Doch heute ist es soweit und ich kann von einer famosen Serie berichten, die mir Serien-Papst Inishmore ans Herz gelegt hatte: „The Good Place“ hat mich über vier Staffeln begleitet und stets erfreut. Was es sonst noch zu berichten gibt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 👼😈

The Good Place | © NBC

The Good Place | © NBC

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Aladdin (2019)

Freitagabend, das Wetter ist bescheiden. Eine gute Gelegenheit also für den zweiten Film im Juli und den ersten Filmabend mit der Familie seit einem Monat. Verrückt wie die Zeit vergeht und was es immer zu tun gibt. Wie dem auch sei: Die Wahl ist heute auf die Realverfilmung von „Aladdin“ gefallen, auf die ich ziemlich gespannt war… 🐒

Aladdin (2019) | © Walt Disney

Aladdin (2019) | © Walt Disney

Als Zeichentrickfilm wäre das super gewesen!

Bisher stehe ich den Disney-Realverfilmungen ja durchaus wohlwollend gegenüber. „The Jungle Book“ fand ich sogar richtig großartig. „Die Schöne und das Biest“ nicht mehr ganz so famos, aber immer noch sehr schön umgesetzt. Auch „Aladdin“ macht über weite Strecken wirklich Spaß, ist in meinen Augen bisher aber der schwächste Versuch die Disney-Klassiker zu modernisieren. Und nein, die Frage ob das denn überhaupt nötig sei, möchte ich hier nicht diskutieren (die Antwort ist eh klar). Auch möchte ich gleich zu Beginn festhalten, dass mir Will Smith als Dschinni wirklich gut gefallen hat. Auch weil er nicht versucht Robin Williams zu kopieren, sondern seinen eigenen Stil findet. Überhaupt ist der Film immer dann am stärksten, wenn er sich ein wenig von der Vorlage entfernt, was leider nicht oft der Fall ist.

Ich konnte mich teils des Eindrucks nicht erwehren, dass der gesamte Film animiert besser funktioniert hätte. Verrückt oder? Als Realfilm wirken die Musical-Szenen oft zu kulissenhaft oder aufgesetzt. Dennoch mochte ich das kunterbunte Treiben. Ja, selbst ein paar typische Guy-Ritchie-Spielereien ließen sich entdecken. Aber im Großen und Ganzen hätte den Film jeder machen können. Disney fährt somit auf Nummer sicher und das Ergebnis ist ein unterhaltsames Musical-Abenteuer. Die Darsteller von Aladdin und Jasmin fand ich sehr überzeugend, Bösewicht Dschafar dagegen bleibt vollkommen blass. Sehr schade.

Fazit

Nun sage ich es doch: Gebraucht hätte dieses Remake wohl niemand. Die gut 120 Minuten vergehen jedoch wie im Flug und ich hatte viel Spaß mit dem Film. Dennoch würde ich mir das nächste Mal wieder das Original ansehen. Gerade die wundervollen Songs funktionieren darin einfach besser. Dennoch ist auch das Remake durchaus sehenswert: 7/10 Punkte.