Game of Thrones – Season 5

Kaum eine zweite Serie ist derzeit so populär, wie die Adaption von George R. R. Martins Fantasy-Epos. Wenn man, wie ich, auf die Veröffentlichung für das Heimkino wartet, dann hängt man dem Hype meist um ein gutes Jahr hinterher. So weiß ich momentan auch nicht wie „Game of Thrones – Season 5“ von den Fans aufgenommen wurde. Ich selbst war sehr gespannt auf die Umsetzung, da die Vorlage „A Dance with Dragons“ viele tolle Momente bietet und gleichzeitig den bisherigen Schlusspunkt der Romanreihe bildet. Ob die HBO-Adaption auch im fünften Jahr mithalten kann?

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Puh, es passiert wieder ganz schön viel in nur 10 Episoden, speziell da in der vierten Staffel nicht alle Handlungsstränge aus „A Feast for Crows“ verarbeitet wurden und nun ein Jahr weitergerutscht sind. Die Handlung der Vorlage wurde abermals deutlich gerafft, was ich aber nicht als großen Nachteil empfinde. Durch die Konzentration auf weniger Figuren wirkt die Geschichte stringenter und fokussierter. Andererseits lässt sie dadurch auch ein wenig die komplexe Epik vermissen, die der Roman so wunderbar von den Geschehnissen in dieser fremden Welt zeichnet. Auch wenn ich mich an vieles nur noch bruchstückhaft erinnern konnte, so ließen sich einige Lücken in der Erzählung doch durch die Kenntnis der Vorlage auffüllen. Die Unterschiede sind mir teils deutlich aufgefallen. Zudem treten Charaktere, die im Buch eine eigene Erzählperspektive hatten, hier nur als Nebenfiguren auf. Manches fand ich im Buch gelungener, doch die Adaption hat mich in diesem Jahr tatsächlich mehr mitgerissen.

Während die Geschichte zu Beginn eher bedächtig voranschreitet, was ich ganz famos fand, nimmt die Handlung über die letzten drei Episoden enorm an Fahrt auf. Auch wenn die schockierenden Szenen nicht so geballt kommen wie beim Red Wedding der dritten Staffel, so ist das fünfte Jahr der Serie an vielen perfiden Einzelszenen nicht zu überbieten. Speziell in der zweiten Hälfte der Staffel kommt man selbst mit Kenntnis der Vorlage oft nicht aus der Schockstarre heraus, zumal es auch Todesfälle gibt, die so nicht im Buch vorkommen. Am Ende der finalen Episode saß ich fast schon gelähmt auf dem Sofa und konnte einfach nicht glauben, dass es das gewesen sein soll. Gerade war ich so richtig von dieser Welt und ihren unzähligen Geschichten gefesselt – und nun wieder ein Jahr warten? Ich kann nur wieder die zukünftigen Zuschauer beneiden, die nach Abschluss der Serie eine Komplettsichtung vornehmen können.

Die imposanteste Szene war wohl tatsächlich der Kampf in der Arena in der Episode „The Dance of Dragons“. Ich liebe ja ohnehin Drachen im Film und was hier im wahrsten Sinne des Wortes abgefeuert wird, ist einfach ein großes Vergnügen. Doch auch neben den aufwendig inszenierten Kampfszenen, wie sie zum Beispiel auch „Hardhome“ oder „Mother’s Mercy“ zu bieten hat, überzeugen vor allem die kleineren Dialogszenen und hinterhältigen Attacken, mit denen uns die Autoren stets aufs Neue überraschen. Am meisten Platz nehmen die Schauplätze Castle Black und Meereen ein, was jedoch nicht bedeutet, dass in King’s Landung, Dorne und Winterfell weniger für die Handlung Relevantes passiert.

Auch wenn ich es nicht gedacht hätte, so hat mich die fünfte Staffel von „Game of Thrones“ bisher am meisten beeindruckt – vielleicht auch, weil sich die Serie langsam aber sicher immer weiter von der Vorlage entfernt. Nach diesen zehn großartigen Episoden kann ich nun gar nicht fassen, dass ich nun wieder ein Jahr auf die Fortsetzung warten muss, zumal das ganze Netz wieder explodieren wird. Und dieses Mal kann ich mangels Vorlage auch gespoilert werden. Es wird ein hartes Jahr. Vielleicht sollte ich mich einfach einschließen und noch einmal die ersten fünf Staffeln sehen, denn darauf hätte ich tatsächlich große Lust. Ein großes Kompliment für eine großartige Serie: 10/10 (9.7) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

34 Gedanken zu “Game of Thrones – Season 5

    • Den Handlungsstrang fand ich ehrlich gesagt schon in den Büchern eher schwach. Da hat es mir gut gefallen, dass direkt Jamie nach Dorne gefahren ist und man nicht unzählige neue Hauptcharaktere eingeführt hat.

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      • Das stimmt durchaus, allerdings hätte man diesen Handlungsstrang auch schwierig in seiner teils unnötigen Komplexität in der Serie abbilden können. Da habe ich tatsächlich lieber mehr Zeit mit Daenerys, Tyrion und Co. verbracht.

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  2. Ja herrlich, ich habe immer noch nicht die dritte Staffel beendet, was soll ich denn sagen bitte!? Ich glaub in meinem nächsten Urlaub mache ich nichts anderes, als GoT zu gucken, ist ja nicht so, dass die Blu-rays bei mir seit ihrer Veröffentlichung rumliegen…

    Immerhin machst du mir Mut, dass auch meine Faszination nicht abflauen wird, denn in solchen Dingen sind wir uns ja beinahe immer einig 😉

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    • Ich glaube, du machst es evtl. sogar richtig. Du kannst gleich zwei Staffeln am Stück schauen, was das Erlebnis noch einmal intensivieren sollte. Wie schon geschrieben, war ich auch nicht in dem Hype drin und habe nur jetzt geschaut, weil eben die Blu-ray veröffentlicht wurde. Nach nur einer Episode hat die Serie aber wieder solch einen Sog erzeugt, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Einfach fantastisch – und ich bin mir fast sicher, dass es mir nächstes Jahr ebenso gehen wird. Bis dahin hast du ja hoffentlich dann auch aufgeholt… 😉

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  3. YAAAAS! Du hast sie endlich gesehen! 😀 Hach, ich freu mich immer, wenn andere Menschen von meiner Lieblingsserie genauso begeistert sind wie ich 😉 Aaaber du hast schon Recht mit den letzten drei Folgen – die haben mich bei der Sichtung auch arg mitgenommen. Und dabei meine ich nicht einmal die letzten Szenen der Staffel, sondern eine einzelne davor, die mich wirklich verstört hat.

    Aber wie oben schon angemerkt, fand ich die Sand Snakes auch ziemlich schwach, da haben sie mir im Buch doch einen Tick besser gefallen.

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    • Mich hat tatsächlich auch eine andere Szene innerhalb der letzten drei Episoden besonders verstört – eine Szene mit Stannis und seiner Tochter. Und noch ein paar andere, was die Gesamtwirkung dieses finalen Trios noch einmal unterstrichen hat. Wirklich sehr packend und ich hätte tatsächlich am liebsten sofort weitergeschaut…

      Die Sand Snakes bekommen im Buch mehr Tiefe, das stimmt. Allerdings empfand ich den gesamten Dorne-Handlungsstrang als zu aufgeblasen. Das hat mir in der Serie besser gefallen. Eine gesunde Mischung mit vielleicht 12 Episoden insgesamt wäre vermutlich perfekt gewesen.

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      • Ja, genau die Szene meine ich wahrscheinlich auch ^^ Ich hatte nur Angst zu spoilern 😀 Ich hab ja Gottseidank das Glück, demnächst wieder gucken zu können, du musst ja leider noch etwas warten.

        Zumindest haben sie bisher nicht wirklich viel Effekt auf die gesamte Handlung, abgesehen halt von der Sache mit Myrcella. Aber ich habe auch noch immer nicht Buch 10 gelesen. Solange Buch 11 nicht kommt…

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      • Ich könnte aktuell gar nicht sagen, was in Buch 10 noch vorkommt, da bei mir die englischen Bände 4 und 5 ohnehin wie ein Buch wirken. Bis Band 11 dann in deutsch erscheint, wird es ja noch länger dauern als Band 6 auf Englisch! Aber ich weiß ohnehin nicht, ob ich mich sofort darauf stürzen würde – und ob der überhaupt noch kommt… 😉

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  4. Wurde von vielen schwächer gesehen, diese 5. Staffel. Auch ich habe diesmal die Höchstpunktzahl stecken lassen. Eben wegen des gemächlichen Einstiegs, den Kampfszenen in Dorne, den Sand Snakes, der Szene mit Sansa und Ramsay (die gesamte Folge war richtig schwach für GoT-Verhältnisse). Für mich war aber mit entscheidend, dass ich mit meinem angelesenen Buchwissen teilweise eben wie alle auf verlorenem Posten stand und mitzittern musste, was passieren würde. Und zum Schluss hat George R.R. ja wieder richtig derbe reingehauen (Was glaubst du, hat das eigentlich noch Sinn, dass er die Buchreihe fortsetzt? Der kommt doch nie wieder zeitlich auf Kurs mit der Serie). Oder wie ich in meinem Review schrieb:

    „…haben mich die letzten drei Episoden umgehauen und teilweise so fertig gemacht, dass ich kurz darüber nachdachte, den nächsten Tempel des vielgesichtigen Gottes aufzusuchen, um ebendort großes Wehklagen und Gejammere über die Herzlosigkeit von George R.R. Martin abzulassen.“

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    • Inzwischen habe ich auch ein wenig nachgelesen und die großen Kritikpunkte gefunden. Da kann ich mich tatsächlich nur bedingt einreihen: Mich hat der gemächliche Einstieg überhaupt nicht gestört, im Gegenteil. Dorne war auf das Nötigste runtergedampft, war mir durchaus entgegen gekommen ist. Die Szene zwischen Sansa und Ramsay war unschön, aber im Buch noch viel schlimmer – nur dass dort eben Jeyne Pool zum Opfer Ramseys wurde.

      Hmm, ob es sich lohnt die Bücher fortzusetzen? Ich denke schon, da sie eben einen viel epischeren Blick auf Westeros werfen und die Serie, wie sich in dieser Staffel schon schön gezeigt hat, eher eine alternative Version der Geschichte entwerfen. Dann eben nach dem Serienende. Doch warum nicht?

      Ein sehr schönes Fazit von dir übrigens! 🙂

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  5. Bei mir waren es auch die letzten drei Episoden, die mich umgehauen haben und sehe das daher ähnlich wie Inishmore. 🙂 Die Staffel lief so gemächlich vor sich hin, dass es mich am Ende aus den Socken geblasen hat. Wobei es bei mir vor allem die Schlacht im Norden war, in Hardhome, die sich aus einem kleinen Scharmützel plötzlich in eine ausgewachsene Schlacht mit den Untoten entwickelt. Von da an hab ich bis zum Ende der Staffel gebannt auf den Bildschirm gestarrt.

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    • Kann ich durchaus verstehen, doch für mich hat es eben gerade die Mischung gemacht: Viele ruhige Dialogszenen, endlich ein paar mehr Landschaftsaufnahmen in der Totale und dann gezielte Schläge in die Magengrube. Die letzten drei Episoden waren dann noch das Sahnehäubchen. „Hardhome“ war großartig, das stimmt! So kann es von mir aus gerne weitergehen… 🙂

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