A Quiet Place (2018) (WS1)

Am Ende eines recht entspannten Tages, den wir größtenteils mit dem Adventure-Game „Im Nebelreich“ verbrachten, stand abends noch ein Film auf dem Programm. Vor der Fortsetzung, die unter dem Weihnachtsbaum lag, wollte ich noch einmal den ersten Teil von „A Quiet Place“ sehen. Gesagt, getan. 🌽🤫

A Quiet Place (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

A Quiet Place (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

Familiendrama und Monsterhorror in Perfektion

Ich mochte „A Quiet Place“ bereits während meiner ersten Sichtung. Der Film bietet ein innovatives Endzeitsetting, eine starke Inszenierung, glaubwürdige Effekte und vor allem sympathische Figuren, mit denen man mitfiebern kann. Es ist wahrlich unfassbar schmerzhaft mit anzusehen, wie die Abbotts den gesamten Film über mit dem Verlust ihres bis dato jüngsten Familienmitglieds kämpfen. Jede einzelne Figur hat hier ihre Bürde zu tragen und die Emotionen schlagen voll durch. Letztendlich ist es auch das Familiendrama, was „A Quiet Place“ von anderen Genrevertretern abhebt. Hier hat John Krasinski (bekannt aus „The Office“ und „Tom Clancy’s Jack Ryan“) wahrlich ein gutes Händchen bewiesen, wie überhaupt beim gesamten Film, für den er sich als Drehbuchautor, Regisseur und männlicher Hauptdarsteller verantwortlich zeichnet.

Mit seinen knapp 90 Minuten Laufzeit ist „A Quiet Place“ unglaublich effizient erzählt. Es ist wahrlich kein Gramm Fett zu viel an dem Film. Das Pacing ist somit unglaublich gut, was aber nicht bedeutet, dass keine Zeit für ruhige Momente ist. Wenn es jedoch intensiv wird, dann gibt es keine Verschnaufpause. Ein Filmerlebnis, das mich selbst bei der Zweitsichtung auf der Sofakante sitzen ließ. Wer hier mit Logiklöchern kommt, der/dem kann ich auch nicht helfen. Ich war zu keiner Sekunde in Versuchung, über mangelnden Realismus nachzudenken, denn für mich ist die Logik des Films in sich schlüssig und konsistent. Und er ist einfach unfassbar mitreißend.

Fazit

Mir hat „A Quiet Place“ heute noch besser gefallen als bei der ersten Sichtung vor drei Jahren. Nun freue ich mich schon unglaublich auf die Fortsetzung, für die ich tatsächlich die Hoffnung habe, dass Krasinski die Geschichte der verbleibenden Familie Abbott schlüssig weitererzählt. Ein wunderbarer Film: 9/10 Punkte.

Ron läuft schief – OT: Ron’s Gone Wrong (2021)

Nach einem entspannten zweiten Feiertag, an dem wir mit der Patin des Zwergofanten einem EXIT-Game entkommen sind, wollten die Kinder abends unbedingt noch einen Film schauen. Da ja Ferien sind, hatte ich dem wenig entgegenzusetzen und somit gab es heute mit „Ron läuft schief“ direkt den nächsten Filmabend. Der Animationsfilm aus dem Hause 20th Century Studios läuft momentan noch im Kino, aber auch bereits auf Disney+, was die Sichtung für uns deutlich einfacher macht… 🤖

Ron läuft schief (2021) | © Walt Disney

Ron läuft schief (2021) | © Walt Disney

Viele bekannte Elemente und doch charmant

Die Kinder hatten den Trailer zum Film bereits mehrfach gesehen. Ich dagegen wusste gar nichts von ihm. Nach ein paar Minuten wähnte ich mich in einer schlechteren Kopie von „Die Mitchells gegen die Maschinen“ – ein Gefühl, das mich über den gesamten Film nicht komplett verlassen hat. Weiterhin musste ich aufgrund der Freundschaft zwischen Jungen und Roboter sehr an „Baymax: Riesiges Robuwabohu“ und „Der Gigant aus dem All“ denken. Das Design von Ron erinnert dagegen sehr an EVE aus „WALL·E“. Ihr seht schon, in „Ron läuft schief“ stecken etliche Versatzstücke bekannter Animationsfilme und bis ca. zur Hälfte der Laufzeit hatte ich das Gefühl, dass er nicht viel aus diesen Ansätzen macht.

Am Ende ist die Botschaft durchaus eine schöne und ja, auch die Beziehung zwischen Barney und Ron konnte mein Herz erweichen. Davor ist jedoch zu viel Apple-Bling und Social-Media-Fanciness im Film, was ich recht anstrengend fand. Das hatte „Die Mitchells gegen die Maschinen“ für mich doch deutlich besser gelöst. Ich muss es „Ron läuft schief“ aber schon zugute halten, dass der Film gefühlt immer besser wird bzw. er und seine Figuren gegen Ende immer mehr Substanz bekommen. Das sieht man heutzutage nicht mehr so häufig, denn meist steigert sich nur der Actionanteil.

Fazit

„Ron läuft schief“ ist ein netter Animationsfilm, der zwar die Finesse von Pixar-Produktionen vermissen lässt, letztendlich aber doch gut zu unterhalten weiß. Ins Kino muss man dafür vielleicht nicht, doch für einen Filmabend in den Weihnachtsferien ist er schon durchaus gut geeignet: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant:  9/10 Punkte.)

Das letzte Einhorn – OT: The Last Unicorn (1982)

Der erste Weihnachtsfeiertag liegt hinter uns. Wieder einmal habe ich zu viel gegessen und mich, trotz Lauf am Morgen, zu wenig bewegt. Am späten Nachmittag haben sich die Kinder mit ihren Geschenken beschäftigt und ich Fotos bearbeitet. Danach war noch ein Filmabend geplant, bei dem ich „Das letzte Einhorn“ eingelegt habe. Einer der wichtigsten Filme meiner Kindheit und ich war gespannt, wie er heute noch funktionieren würde… 🦄

Das letzte Einhorn (1982) | © Concorde Video

Das letzte Einhorn (1982) | © Concorde Video

Ein Zeichentrickfilm wie kein zweiter

Ich kann nicht mehr sagen, wann ich „Das letzte Einhorn“ zum ersten Mal gesehen habe. Ich weiß nur noch, wie sehr mich der Film beeindruckt und auch geängstigt hat: Die Harpyie, der rote Stier oder das sprechende Skelett. All diese Elemente haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Ich hatte Albträume davon und selbst bei den späteren Sichtungen habe ich vor diesen Szenen, ganz ähnlich wie bei „Die unendliche Geschichte“, einen gesunden Respekt gehabt. Am meisten ist mir jedoch die magische bzw. traumartige Geschichte in Erinnerung geblieben. Es wird nicht alles auserzählt und Teile der Handlung und der Motivation der Figuren bleiben der Interpretation überlassen. Ungewöhnlich für einen kindgerechten Zeichentrickfilm.

Auch stilistisch ist „Das letzte Einhorn“ ein besonderer Film. Der Stil erinnert an Anime, was kein Wunder ist, wurde er doch von dem Studio animiert, aus dem später Studio Ghibli (u.a. „Chihiros Reise ins Zauberland“) hervorging. Dabei sind die Animationen eher hakelig und nicht sonderlich flüssig. Auch die Hintergründe strotzen nicht vor Details, besitzen jedoch einen ganz eigenen Charme. Alles wirkt sehr kunstvoll und eigen. Damit ergänzt der Stil wunderbar die einerseits spröde, andererseits aber auch höchst emotionale und fast schon kitschige Geschichte. Das habe ich in dieser Mischung noch kein zweites Mal gesehen. Erwähnt werden muss natürlich auch der Soundtrack von Jimmy Webb und America, der selbst großartiger Kitsch ist und heute vermutlich bekannter als der Film selbst.

Fazit

Für mich war die heutige Sichtung stark von Nostalgie geprägt. Mich konnte der Film jedoch auch bestimmt 20 Jahre nach der letzten Sichtung erneut abholen. Er ist einfach etwas Besonderes. Der Rest der Familie war nicht sonderlich begeistert. Am ehesten noch der Zwergofant, wobei ich auch bei ihn eher das Gefühl hatte, er wolle sich mir zuliebe auf den Film einlassen. Für mich ein großer Teil meiner persönlichen Filmgeschichte und immer noch ein Lieblingsfilm: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 5/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Narcos: Mexico – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Nach den zwei kürzeren und, für den Moment, abgeschlossenen Serien „Squid Game“ und „Midnight Mass“ habe ich mich mit „Narcos: Mexico“ einmal wieder an eine umfangreichere Serie herangewagt. Das Spin-off zu „Narcos“ wollte ich schon länger sehen und mit der erst kürzlich erschienenen dritten Staffel, welche zugleich das Finale der Serie bildet, war der perfekte Zeitpunkt gekommen… ✈

Narcos: Mexico | © Netflix

Narcos: Mexico | © Netflix

Im Gegensatz zur Geschichte rund um Pablo Escobar war mein Vorwissen zu den Geschehnissen in „Narcos: Mexico“ doch eher gering bis nicht vorhanden. Umso spannender fand ich dieses Mal die weltpolitischen Verwicklungen, welche besonders in der finalen Staffel stärker in den Vordergrund treten. Doch von Anfang an:

Weiterlesen

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS12)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Auch wenn heute nur das Ende einer normalen Arbeitswoche war, und ich noch vier Tage vor mir habe, so hat es sich doch schon sehr nach Abschied angefühlt. Vermutlich war ich auch zum letzten Mal in diesem Jahr im Büro. Wehmütig? Vielleicht ein wenig. Nachdem ich den Film letztes Jahr eher spät gesehen habe, stand die Sichtung von „Schöne Bescherung“ dieses Jahr bereits heute auf dem Programm. Ob das für Weihnachtsstimmung gesorgt hat, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🎄🎅

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

A Masterpiece of Comic Timing

Um es kurz zu machen: Nein, so richtig Weihnachtsstimmung ist bei mir nicht aufgekommen. Das liegt aber weniger am Film, als an den äußeren Umständen. Macht aber auch nichts, denn ich konnte „Schöne Bescherung“ dennoch wertschätzen. Es gibt keinen zweiten Film, den ich bereits so häufig gesehen habe. Entsprechend kenne ich Timing, Dialoge und Inszenierung. All das spielt wahrlich großartig zusammen. Auch wenn der Film in großen Teilen sehr albern ist und auf Slapstick setzt, so sind es jedoch gerade die satirischen Elemente, die ihn über Standardkomödien herausheben. Hinzu kommt die schöne Weihnachtsatmosphäre und das Herz, das ihm in vielen Szenen innewohnt (z.B. der Dialog zwischen Clark und seinem Vater gegen Ende).

Die Kinder haben sich köstlich amüsiert und lautstark gelacht, was auch mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Der Anfang ist somit getan und die Weihnachtszeit kommt. Ganz egal, ob die zugehörige Stimmung da ist oder nicht. Am Wochenende werden wir schon einmal den Baum aufstellen. Der Rest wird sich schon ergeben. Und wie sagte Clarks Vater? Zur Not gibt es noch den Freund Whisky. 🥃

Fazit

Nachdem wir letztes Jahr mit „Kevin: Allein zu Haus“ samt Nachfolger ein großes Weihnachtsfilmprogramm hatten, gibt es dieses Jahr nur das Pflichtprogramm. Aber ich lasse mir für den kommenden Filmabend noch etwas einfallen. Bis dahin erwarte ich natürlich, dass auch ihr alle bei den Griswolds vorbeischaut, denn ohne kann es ja schließlich nicht Weihnachten werden: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Enemy Mine: Geliebter Feind (1985)

Momentan ist eine seltsame Zeit. Gegen Ende des Jahres fühle ich mich ja meist etwas von der Rolle, doch zurzeit ist es echt schlimm. Vermutlich habe ich mich heute auch deshalb für „Enemy Mine: Geliebter Feind“ entschieden. Weil ich damit Erinnerungen verbinde, doch dazu später mehr. Zudem gibt es ein neues RedLetterMedia re:View dazu, was wohl ein Zeichen ist. Also dann, auf zu fremden Welten… 👨‍🚀👽

Enemy Mine: Geliebter Feind (1985) | © 20th Century Fox

Enemy Mine: Geliebter Feind (1985) | © 20th Century Fox

Herrlich klassisches Sci-Fi-Kino made in Germany

Ich habe „Enemy Mine: Geliebter Feind“ irgendwann als Kind bzw. junger Teenager gesehen. Aber nicht komplett. Vermutlich bis zur 45-Minuten-Marke, also bis 21 Uhr. Damals starteten Filme schließlich allesamt um 20:15 Uhr nach der Tagesschau. Somit war ich also noch so jung, dass ich früher ins Bett musste. Auch weiß ich genau, dass ich den Film auf jeden Fall noch fertigschauen wollte, da mich die Geschichte unglaublich faszinierte. Allerdings habe ich das nie. Heute jedoch war es soweit und ich wurde mit einem wunderbar klassischen Sci-Fi-Drama belohnt.

Die Prämisse von zwei Feinden, die auf einem fremden Planeten stranden und die sich dort zusammenraufen, ist so einfach wie genial. Dennis Quaid spielt einen typischen, amerikanischen Draufgänger und Louis Gossett Jr. seinen außerirdischen Gegner. Natürlich kommt es, wie es kommen musste: Die beiden freunden sich unter widrigen Bedingungen an, es kommt zu einem tragischen Todesfall und einer der beiden muss ein Versprechen einlösen. All das ist wunderbar handgemacht inszeniert und strahlt viel Charme aus. Zumindest wenn man sich nach den ersten paar Minuten an die doch nicht mehr taufrischen Effekte gewöhnt hat. Speziell die Maske der/des Drac ist jedoch nach wie vor großartig. Auch die meisten Sets können sich sehen lassen. Die Gänge der futuristischen Raumstation habe ich selbst übrigens schon, nach einem Ritt auf Fuchur, in der Bavaria-Filmstadt erkundet.

Als Kritikpunkte kann ich höchstens den teils anstrengenden Score sowie das konstruierte und teils auch gehetzt wirkende Finale nennen. Das war schon zu schön, um wahr zu sein. Andererseits hätte mich ein düsteres Ende auch nicht glücklich gemacht. So oder so bin ich froh, den Film endlich komplett gesehen zu haben.

Fazit

Nun habe ich Wolfgang Petersens „Enemy  Mine: Geliebter Feind“ nach ca. 30 Jahren endlich zu Ende geschaut. Auch wenn die Faszination der damaligen Sichtung nicht komplett eingefangen werden konnte, so ist der Film für Sci-Fi-Fans doch immer noch lohnenswert. Die Geschichte um Toleranz und Akzeptanz ist zudem wirklich schön und in unserer heutigen Zeit auch wichtiger denn je: 8/10 Punkte.

tick, tick… BOOM! (2021)

Nach einem verregneten Sonntag, an dem ich laufen war und wir eine neue Gitarre für den Zwergofanten gekauft haben, habe ich mich abends sehr auf „tick, tick… BOOM!“ gefreut. Ich sehe Musicals ohnehin gerne und die Geschichte von Jonathan Larson ist mir seit meiner Sichtung von „Rent“ (und der zugehörigen Dokumentation) nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Nun also seine Biographie als Musical. Ich war gespannt! 🎼

tick, tick... BOOM! (2021) | © Netflix

tick, tick… BOOM! (2021) | © Netflix

Mitreißend, kraftvoll und lebensbejahend

Ich hatte zunächst vermutet, dass sich der Film viel stärker auf die Zeit direkt vor Jonathan Larsons tragischem Tod fokussiert. Jedoch springen wir fünf Jahre vorher in sein chaotisches Leben und begleiten ihn bei der Arbeit an seinem ersten Musical „Superbia“. Für die Erzählstruktur benutzt Regisseur Lin-Manuel Miranda einen geschickten Kniff: Wir wohnen einer Aufführung des Rock-Monologs „tick, tick… BOOM!“ bei und springen aus diesem immer wieder in Larsons tatsächliches Leben. Fiktion und dramaturgisch erhöhte Biographie gehen somit Hand in Hand. Und was soll ich sagen? Das funktioniert wahrlich fabelhaft!

Der Film „tick, tick… BOOM!“ lässt uns somit nicht nur am Musical des gleichen Titels teilhaben, sondern zeigt uns auch Jonathan Larson als Person und Künstler. Gespielt wird er von Andrew Garfield (zuletzt in „Under the Silver Lake“ gesehen) und das wahrlich großartig. Er geht völlig in seiner Figur auf, performt wie von Sinnen und trifft dennoch auch die ruhigen Töne. Ich war wirklich sehr begeistert: von den Songs, der Inszenierung und der emotionalen Tragweite. Auch wenn Larsons früher Tod nicht instrumentalisiert wird, so hatte ich am Ende doch Tränen in den Augen.

Fazit

Wenn ihr Musicals auch nur das Geringste abgewinnen könnt, und vielleicht auch noch „Rent“ kennt und mögt, dann schaut unbedingt in „tick, tick… BOOM!“ rein. Ich bin extrem begeistert und habe jede Sekunde genossen. Die Veröffentlichung auf Netflix macht es zudem leicht, den Film auch ohne Kino zu sehen. Das ist einerseits schade, andererseits, in Anbetracht der Pandemie, aber auch ein Segen: 9/10 Punkte.

Nachts im Museum 2 – OT: Night at the Museum: Battle of the Smithsonian (2009) (WS1)

Heute war ein eher müder Tag. Ich bin sehr spät ins Bett gekommen und viel zu früh aufgewacht. Morgens habe ich gleich gewerkelt (die Adventsbeleuchtung steht) und war danach eine Runde laufen. Nachmittags habe ich mit dem Zappelinchen für die Französisch-Schulaufgabe gelernt und dann war der Tag auch schon vorbei. Da gestern der Filmabend ausgefallen ist, stand heute „Nachts im Museum 2“ auf dem Programm, den ich zuletzt vor acht Jahren gesehen habe… 🛩

Nachts im Museum 2 (2009) | © 20th Century Fox

Nachts im Museum 2 (2009) | © 20th Century Fox

Ein netter Ausflug nach Washington, D.C.

An meine erste Sichtung von „Nachts im Museum 2“ kann ich mich nicht mehr sonderlich gut erinnern. Einzig Amy Adams als Amelia Earhart ist mir im Kopf geblieben und tatsächlich hat sie auch dieses Mal die Show gestohlen. Sehr erfrischend und tatsächlich eine schöne Chemie mit Ben Stiller. Hank Azaria sehe ich auch stets gerne, doch hier war sein Bösewicht schon beinahe zu überzogen dargestellt. Ansonsten lebt der Film nach wie vor von seiner Prämisse, Ausstellungsstücke lebendig werden zu lassen. In diesem zweiten Teil ist alles noch größer, bunter und lauter. Eine typische Fortsetzung eben.

Im Vergleich zum ersten Teil fand ich die Geschichte ein wenig zu gehetzt und ja, auch die Masse an Effekten wirkte auf mich eher ermüdend. Dabei ist der Film in nahezu jeder Szene unterhaltsam und funktioniert auch nach wie vor gut. Eben ein Kinder-Blockbuster und mehr sollte man auch nicht hinein interpretieren. Schön fand ich es, eine Jim-Henson-Figur (neben Darth Vader) zu sehen, da ich damals selbst die Jim-Henson-Ausstellung im Smithsonian-Museum besuchen konnte.

Fazit

Alles in allem war „Nachts im Museum 2“ genau der richtige Film für solch einen müden Tag. Ohne Sichtung in Gesellschaft wäre ich bestimmt eingeschlafen, doch das Lachen der Kids hat mir Energie gegeben. Einfach nette Unterhaltung, die eine Spur zu groß und effektlastig geworden ist: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Nachts im Museum – OT: Night at the Museum (2006) (WS1)

Aus der vergangenen Woche hätte man locker drei machen können. Somit war ich froh, als ich bei einem entspannten Filmabend auf das Sofa sinken konnte. Die Wahl fiel dieses Mal auf „Nachts im Museum“, den ich zuletzt 2009 noch ohne Kinder gesehen habe. Er war mir noch lebhafter in Erinnerung als die damalige Bewertung vermuten lassen würde. Wie er den Kids und mir heute gefallen hat? Lest selbst… 🤠🐒

Nachts im Museum (2006) | © 20th Century Fox

Nachts im Museum (2006) | © 20th Century Fox

Ein großer Spaß für die ganze Familie

Die Prämisse, dass die Exponate eines Museums nachts lebendig werden, ist so simpel wie hanebüchen. Dennoch funktioniert der Film erstaunlich gut. Am meisten ist mir von der ersten Sichtung tatsächlich die Atmosphäre des nächtlichen American Museum of Natural History im Kopf geblieben. Auch heute mochte ich diese. Allerdings bietet der Film kaum Verschnaufpause, da Regisseur Shawn Levy (zuletzt mit „Free Guy“ im Kino) stets in die Vollen geht. Eine slapstickhafte Actionszene jagt die nächste und Ben Stiller kann als überforderter Nachtwächter gekonnt aufspielen.

Die Kinder hatten insgesamt viel Spaß mit dem Film, gerade in der zweiten Hälfte. Dem Zwergofant war der Spannungsaufbau zu Beginn beinahe ein wenig zu intensiv, weil dieser sehr auf Atmosphäre und den Überraschungseffekt setzt. Als dann klar war, was der Clou ist, konnte auch er die wilden Abenteuer „Nachts im Museum“ genießen. Mich hat der Film wieder an meinen eigenen Besuch des American Museum of Natural History erinnert, auch wenn dieser bereits 13 Jahre zurückliegt.

Fazit

Für heute war „Nachts im Museum“ genau der richtige Film. Ich hatte mehr Spaß als bei meiner damaligen Sichtung, was vermutlich an der Gesellschaft lag. Nun sind alle schon heiß auf die Fortsetzung, an die ich mich selbst kaum noch erinnern kann. Für diesen Teil gibt es: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Midnight Mass (2021) – Besprechung der Miniserie

Zwar hatte ich schon viel Gutes über die Serie gelesen, doch ohne die vehemente Empfehlung von Dome wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, mir „Midnight Mass“ tatsächlich auch anzusehen. Schließlich ist es eine Geschichte von Mike Flanagan, der in den letzten Jahren mit den Gruselserien „Spuk in Hill House“ und „Spuk in Bly Manor“ große Erfolge feierte und der sich auch für die Verfilmung des „Shining“-Sequels „Doctor Sleeps Erwachen“ verantwortlich zeichnet. Ob die Serie für einen alten Angsthasen wie mich geeignet war? Spoiler sind zu erwarten. 👻

Midnight Mass (2021) | © Netflix

Midnight Mass (2021) | © Netflix

Die perfekte Symbiose aus Drama und Horror

Bereits nach der ersten Episode war ich geplättet und von der dichten Atmosphäre der kleinen Insel, auf der nahezu die gesamte Serie spielt, komplett vereinnahmt. Speziell zu Beginn wusste ich noch gar nicht, in welche Richtung sich die Serie entwickeln würde. Sie schien sich in Richtung Geistergrusel zu bewegen, was in Anbetracht des Prologs auch Sinn zu machen schien. Doch schon bald stellt sich die scheinbare Geistererscheinung als reine Visualisierung der Schuld unseres Protagonisten dar. Dieser wird übrigens von Zach Gilford gespielt, den Serienfreund*innen aus „Friday Night Lights“ kennen dürften. Ihm gegenüber spielt Hamish Linklater die zweite männliche Hauptperson, den Pfarrer Paul. Auch wenn sich Linklater in den letzten Jahren immer mehr dem dramatischen Fach zugewandt hat, so muss ich bei ihm stets an seine Rolle in „The New Adventures of Old Christine“ denken. Wahnsinn, was er seitdem für eine Wandlung durchgemacht hat.

Man of Science, Man of Faith

Inhaltlich macht Mike Flanagan mit „Midgnight Mass“ viele Türen auf: Es geht um Schuld, Sühne und Vergebung. Natürlich steht auch ganz offensichtlich Religion im Zentrum der Geschichte, bis hin zu religiösem Fanatismus. Dazwischen gibt es jedoch unzählige Schichten an Interpretationsmöglichkeiten. Ich warne an dieser Stelle noch einmal vor Spoilern! So kommt unser Pfarrer überhaupt nicht auf die Idee, dass es sich bei dem Wesen, das sich ihm annimmt, um etwas anderes handeln könne, als um einen Engel Gottes. Für uns Zuschauer ist es vom ersten Moment an offensichtlich, es hier mit einem Vampir zu tun zu haben. Vampire scheinen jedoch in der Serienwelt nicht zu existieren, denn kein(e) Protagonist*in spricht je diese Vermutung aus. Im Grunde geht es aber auch nicht um das monsterhafte Wesen, sondern wie Paul und seine Apostel es und seine Wunder auslegen. Wie diese vielleicht schon immer ausgelegt wurden. Für mich wohl der spannendste Aspekt der gesamten Serie.

„Midnight Mass“ ist offensichtlich eine religionskritische Serie, wobei Mike Flanagan seinen Figuren auch nicht abspricht, einen Sinn im Glauben (egal ob Christentum oder Islam) zu finden. Er stellt sich klar gegen extremistische Tendenzen, welche in der Serie erschreckend durch die Figur von Bev Keane (beeindruckend gespielt von Samantha Sloyan) zum Ausdruck gebracht werden. Es steckt jedoch noch so viel mehr in den nur sieben Episoden dieser Serie, dass ich in den nächsten Wochen bestimmt noch viel über sie nachdenken werde. Gerade auch, weil das Finale wunderbar abgeschlossen ist und es demnach bei dieser Miniserie bleiben wird. Eine Serie wie ein gutes Buch.

Fazit

Mich hat „Midnight Mass“ extrem beeindruckt: Die ruhige, bedächtige Erzählweise, die gezielt eingesetzten Schockmomente, die famosen Schauspieler*innen und vor allem der thematische Twist auf bekannte Horrorfiguren. Einfach fantastisch. Definitiv eine der besten Serien, die ich dieses Jahr gesehen habe. Eine dicke Empfehlung, auch wenn ihr sonst keine Horrorserien (ist auch keine) schaut: 9/10 (9.3) Punkte.