Shameless (US) – Season 9

Lange habe ich darauf gewartet, wieder in die verrückte Welt der Gallaghers zurückzukehren. Genau genommen war es nur ein knappes Jahr und dennoch habe ich gemerkt, dass die Zeit für „Shameless – Season 9“ nun gekommen war. Ein wichtiges Jahr für die Serie, die mit Fiona eine ihrer wichtigsten Figuren hinter sich lässt. Wie der Abschied gelingt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Shameless – Season 9 | © Warner Home Video

Shameless – Season 9 | © Warner Home Video

I want more out of life than this

Im Gegensatz zu den vorherigen Staffeln hat es dieses Jahr ein wenig gedauert, bis ich wirklich drin war. Gerade die erste Episode fühlte sich ein wenig wie ein Fremdkörper an, da sie eine sehr isoliert und zotig wirkende Geschichten erzählt. Danach hat sich die Serie wieder in vertrautere Gewässer begeben – und das sowohl inhaltlich als auch insbesondere von der Stimmung her: Die Mischung aus sehr ernsthaften und emotionalen Momenten und völlig absurder Eskalation ist es, was die Serie für mich selbst nach neun Jahren noch auszeichnet. Und natürlich all die wunderbar miteinander verwobenen Erzählstränge:

  • Frank wird Wahlkampfmanager für einen vorbestraften Politiker, befruchtet durch seine eine Samenspende sechs Eizellen seiner nervenkranken Freundin (gespielt von Katey Sagal, „Sons of Anarchy“) und nimmt an einer menschenverachtenden Marketing-Aktion teil.
  • Fiona macht in dieser Staffel wohl die größte Wandlung durch: Sie fällt unglaublich tief, was wirklich schmerzhaft anzusehen ist, nur um am Ende endlich ihr Leben ganz konsequent selbst in die Hand zu nehmen.
  • Bei Lip dreht sich alles um Verantwortung und Vaterschaft, sowohl was seine Ziehtochter Xan angeht als auch seine Rolle als Sponsor bei den Anonymen Alkoholikern.
  • Debbie und Carl haben Liebeskummer wegen der gleichen jungen Frau. Dies sorgt für allerlei Komplikationen.
  • Ian verbringt die Hälfte der Staffel im Gefängnis und hat in dieser Staffel insgesamt wohl am wenigsten zu tun.
  • Kev und Veronica haben unterschiedliche Ansichten zur Familienplanung und erleben auch sonst haarsträubende Abenteuer.
  • Liam bekommt endlich mehr zu tun, fliegt (dank Frank) von der Schule und zieht kurzzeitig aus.

Wie ihr seht, ist auch die neunte Staffel wieder vollgepackt mit verrückten und emotionalen Geschichten. Gerade Fionas Handlungsbogen ist mir sehr nahe gegangen und ihr Abschied, so unprätentiös dieser auch inszeniert war, hat mich doch bewegt. Ich bin gespannt, wie die Serie diese Lücke im kommenden Jahr füllen will. Ihre Rolle innerhalb der Familie übernehmen zwar schon länger Lip und Debbie, doch ihre Figur samt aller Stärken und Schwächen wird definitiv fehlen.

Fazit

Auch wenn „Shameless“ im neunten Jahr durchaus ein paar kleinere Schwierigkeiten hatte, so ist die Serie nach wie vor beeindruckend unterhaltsam. Neun Jahre. Unglaublich. Inzwischen wurde die Serie um zwei weitere Staffeln verlängert und danach ist Schluss. Diese werden wohl auch entscheidend, da wichtige Figuren fehlen werden. Ich freue mich zu sehen, wie es weitergeht: 9/10 (8.5) Punkte.

18 Gedanken zu “Shameless (US) – Season 9

  1. Ohne zu spoilern, kann ich sagen, dass Season 10 durchaus strauchelt. Am Ende dreht man aber ordentlich auf und findet zur alten Stärke zurück. Es bleibt also wohl wirklich bis zum Schluss zumindest auf einem guten Niveau (wenn man den Ausdruck bei dieser Serie benutzen will). 1-2 Überraschungen sind auch dabei, also kann die finale Staffel jetzt ruhig kommen. Ich habe Bock drauf und bin wirklich froh, dass man zu einem Ende findet, bevor die Luft raus ist, was halt durchaus langsam die Gefahr ist muss man sagen.

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      • Man merkt halt, dass man so langsam Ideen bzw. Entwicklungen wiederholt. Das ist immer das erste Zeichen dafür, dass man besser zum Ende kommt. Die Hochzeiten sind ohnehin vorbei, aber ich bin mir sicher, dass die sich mit einem Knall verabschieden werden. Das Finale von Season 10 war zumindest ein absolutes Highlight und eine Rückkehr zu besten Zeiten. Die Autoren wissen einfach genau, was sie da tun und das ist eben immens wichtig (wie man ja bei vielen anderen Serien sehen kann, die dann irgendwann koplett abstürzen; gerade wieder beim Doctor zu beobachten).

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      • Ja, die Wiederholung bekannter Muster ist mir auch in der 9. Staffel schon aufgefallen. Dennoch klingt das, was du schreibst, in meinen Ohren sehr positiv. Es ist eh ein Wunder, dass die Qualität so gut gehalten wurde. Welchen Doctor meinst du? „Doctor Who“?

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      • Ja, die Serie fängt sich bzw. hält sich. Wenn sie die letzte Staffel nicht komplett vergeigen – wovon ich nicht ausgehe, hat man da am Ende ne runde Serie über einen ungewöhnlich langen Zeitraum geschaffen. Normalerweise ist bei den meisten Serien so um Staffel 5 rum spätestens die Luft raus.

        Jap, das Writing von „Doctor Who“ ist momentan eine mittlere Katastrophe. Da ist jeder Aufsatz in der fünften Klasse tiefgründiger und spannender.

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      • Yep, das ist auch mein Eindruck. Eine beständig so hohe Qualität ist schon sehr ungewöhnlich. Das UK-Original ist ja auch so lange gelaufen.

        „Doctor Who“ habe ich nie gesehen und ich glaube dabei belasse ich es auch.

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      • Ich muss ja gestehen, dass mir das Original immer zu billig wirkte. Bin da nie reingekommen. Hatte was von Theaterbühne irgendwie.

        Ach, der Doctor war ne Zeit lang ganz cool und hatte so bis Staffel 6/7 einen Haufen grandioser Episoden. Aber seit dem geht es stetig bergab und dieses Jahr hat man einen Tiefpunkt erreicht, den man fast nicht mehr unterbieten kann. Schade drum, aber 12 Staffeln (ohn jetzt die Originalen 850 Staffeln mitzurechnen) sind nun mal dann auch meist zu viel. Da hätte man auch besser irgendwo einen Endpunkt gefunden.

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      • Ich habe auch nie wirklich in das Original reingeschaut. Auch eben aufrund des billigen Video-Looks.

        „Doctor Who“ müsste ich eigentlich schauen. Habe damals in den 90ern ein paar ältere Folgen gesehen und fand es ziemlich cool. Aber auch hier haben die ersten neuen Staffeln ja diesen Video-Look. Da komme ich nur schwer mit klar.

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      • DW hat den Vorteil, dass es einige Einstiegspunkte gibt, da die Serie ja mit jeder Regeneration quasi rebootet. Allerdings ist der beste Doctor Tennant und der kommt bereits in Staffel 2, also würde ich da nicht viel überspringen. Wenn du willst, kann ich dir mal ein paar Einzelepisoden empfehlen aus den ersten Staffeln, die dir einen Eindruck geben, womit du es da dann zu tun hättest. Der große Handlungsbogen ist ohnehin meist eher nebensächlich und viel gespoilert wird man da dann nicht.

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      • Danke für das Angebot. Vielleicht komme ich irgendwann einmal darauf zurück. Die nächsten drei Jahre bin ich aber bestimmt noch gut ausgelastet mit Serien, die eh noch hier rumstehen… 😉

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  2. Ian musste wohl einen Jediritter in einem Videospiel geben 😉
    Hat mir auch gut gefallen, diese letzte Staffel mit Fiona. Schade um deren Weggang, aber mit Frank ist immer genug Grund da, um die Hände vors Gesicht zu legen.

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