This Is Us – Season 6

Mit dieser finalen Staffel heißt es Abschied von einer Serie nehmen, die mich über die letzten vier Jahre intensiv begleitet hat. „This Is Us – Season 6“ war eine der wenigen Serien, die ich quasi live verfolgt habe, sprich live zur jeweilige Ausstrahlung (erst auf Prime Video, später auf Disney+). Es war auch eine der letzten, klassischen Network-Serien, die nicht exklusiv für einen Streaming -Dienst produziert wurden. Dennoch (oder gerade deshalb) hat sich die Serie einen Platz unter meinen Lieblingsserien sichern können. Warum das so ist, lest ihr hier… 👨‍👩‍👧‍👦

This Is Us – Season 6 | © NBC

This Is Us – Season 6 | © NBC

Ein schmerzhaft schöner Abschied

Die Autor*innen von „This Is Us“ waren stets darauf bedacht, neue Handlungsstränge möglichst organisch in die Gesamtgeschichte einzuführen. Das war auch bitter nötig, denn jedes neu eingeführte Element läuft aufgrund der detailliert erzählten Zeitebenen Gefahr, wie Retconning zu wirken. Da schon länger feststand, dass die sechste Staffel auch die letzte sein würde, konnten die Autor*innen wichtige Ereignisse bereits frühzeitig integrieren und neue Entwicklungen in Flashforwards anlegen. Dadurch wirkt die sechste Staffel rund, auch wenn durchaus noch neue Handlungsbögen aufgemacht bzw. im Detail auserzählt werden.

Letztendlich läuft in dieser Staffel natürlich alles auf den großen Abschied von Rebecca hinaus. Dieses Thema wird, gerade in den letzten vier Episoden, überaus intensiv zelebriert. Eben auf die hyperemotionale „This Is Us“-Art. Das muss man mögen und funktioniert, wenn dies der Fall ist, auch hervorragend. Die Stärke der Serie, ihre Geschichte über verschiedene Zeitebenen zu erzählen, kommt hier voll und ganz zum Tragen, da es der Rückblick auf ein langes und erfülltes Leben ist. Ich musste hier häufiger an „Six Feet Under“ denken, auch wenn die Schwerpunkte natürlich anders gesetzt sind. Unter uns kann ich es ja sagen: Ich habe die letzten Episoden wirklich durchgeheult wie ein Schlosshund. Dabei hätte ich die finale Episode beinahe verpasst, da diese noch nicht verfügbar war und erst eine Woche später veröffentlicht wurde. Nach sieben langen Tagen des Wartens war es dann endlich soweit und die letzten Minuten mit den Pearsons flimmerten über den Bildschirm.

Hyperemotionale Familien-Fantasy

Nicht alle Fans und Kritiker*innen mochten die finale Staffel. Für mich hat sie sehr gut funktioniert. Sie treibt auf die Spitze, was „This Is Us“ bereits in den vorhergehenden Jahren ausgemacht hat: Es ist eine Fantasy-Serie für Eltern, Geschwister und Kinder. Die Beziehungen der Figuren untereinander sind hyperemotional und nicht realistisch. Doch es fühlt sich so an. Wenn man mit ihnen leidet und lacht. In jeder Phase ihres Lebens, Erinnerungen durchlebt und sich selbst beim Schauen an das eigene Leben erinnert. Gerade ich als Vater mache mir häufig Gedanken, wie sie die Figuren in der Serie aussprechen: Die kleinen Momente, die man festhalten möchte. Die Zeit die viel zu schnell verfliegt und vom Alltag aufgefressen wird. Die Erinnerungen an die eigene Kindheit und was in dieser bereits für zukünftigen Beziehungen angelegt wurde. Der Umgang mit den eigenen Kindern. Die Lebenszeit, die einem wie Sand zwischen den Fingern verrinnt und ein Familienleben, das man nie so zelebrieren kann, wie es in „This Is Us“ dargestellt wird. Wunderbares Erzählkino, ziemlich over the top und doch geerdet. Für mich der krönende Abschluss dieser großartigen Familienserie:

  1. „This Is Us – Season 6“ (9.5 Punkte)
  2. „This Is Us – Season 4“ (9.5 Punkte)
  3. „This Is Us – Season 3“ (9.5 Punkte)
  4. „This Is Us – Season 2“ (9.3 Punkte)
  5. „This Is Us – Season 5“ (9.3 Punkte)
  6. „This Is Us – Season 1“ (9.2 Punkte)

Fazit

In meiner Serienwelt hinterlässt „This Is Us“ eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird. Das dachte ich damals schon bei „Parenthood“, doch dann kam „This Is Us“. Nun habe ich meine Zweifel, dass diese Serie in ihrem Genre noch getoppt werden kann. Sie ist das ultimative Familiendrama. Ich kann sie allen, die jetzt auch nur einen Funken Interesse zeigen, nur dringend ans Herz legen: 10/10 (9.5) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Die Schule der magischen Tiere 2 (2022)

Heute war ein komplett verregneter Tag, weshalb wir uns am späteren Nachmittag recht spontan zu einem Kinobesuch aufgemacht haben. Zum ersten Mal seit einem guten halben Jahr. Gesehen haben wir zufälligerweise die Fortsetzung des Films, den wir beim letzten Kinobesuch geschaut haben und zwar „Die Schule der magischen Tiere 2″. Wie uns der erneute Besuch der Wintersteinschule  gefallen hat? 🦊🐧

Die Schule der magischen Tiere 2 (2022) | © LEONINE

Die Schule der magischen Tiere 2 (2022) | © LEONINE

Wohlfühlkino für die ganze Familie

Da die Sichtung von „Die Schule der magischen Tiere“ noch nicht allzu lange her ist, habe ich mich sogleich heimisch gefühlt. Besonders deshalb, weil die Stadt Bamberg, welche ganz bei mir in der Nähe ist und deren Drehorte wir vor zwei Jahren besucht haben, die Kulisse für die Außenszenen abseits der Schule bildet. Das fand ich, wie immer wenn ich Drehorte kenne, großartig. Doch auch abseits davon konnte mich „Die Schule der magischen Tiere 2“ ausgezeichnet unterhalten. Also für einen typisch deutschen Kinderfilm mit sprechenden Tieren, Teenie-Romanzen und Gesang.

Man merkt der Geschichte und ihren Figuren an, dass mit der Vorlage von Margit Auer durchaus Substanz im Hintergrund ist. Die Welt und ihre Regeln wirkt durchdacht und ich mochte die Charaktere, auch wenn diese natürlich weiterhin extrem klischeehaft sind und agieren. Nein, große Überraschungen gibt es auch in Fortsetzung nicht, dafür wurden die Gesangsnummern natürlicher in die Handlung integriert. Das funktioniert alles schon recht gut und auch die Kinder hatten Spaß mit dem Film. Ob man ihn unbedingt im Kino sehen muss, ist dagegen fraglich. Schaden kann es aber auch nicht.

Fazit

Ich muss gestehen, dass mir „Die Schule der magischen Tiere 2“ besser gefallen hat, als er vermutlich sollte. Es war toll, einmal wieder im Kino gewesen zu sein und die strahlenden Augen der Kinder zu sehen. Der nächste Kinobesuch ist schon vorgeplant. Dann aber etwas Größeres. Das hier war rundum sympathisches Familienkino: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Star Wars: Das Erwachen der Macht – OT: Star Wars: The Force Awakens (2015) (WS2)

Nach einer fordernden Woche und vor dem langen Wochenende stand uns der Sinn nach einem Filmabend. Von Piratenabenteuern haben wir uns einmal wieder den Sternen zugewandt und nach eineinhalb Monaten Pause „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ in den Player geschoben. Genau an dem Tag, als sich der Zwergofant nach monatelangem Sparen endlich den (kleinen) LEGO Millennium Falke gekauft hat. Zufall? Ich denke nicht. 🚀

Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) | © Walt Disney

Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) | © Walt Disney

Einstieg ins letzte Kapitel der Skywalker-Saga

Inzwischen ist dies meine dritte Sichtung von „Das Erwachen der Macht“. Damals im Kino war ich ziemlich begeistert und auch beim zweiten Mal konnte mich die Fortsetzung aus der Feder J. J. Abrams‘ und Lawrence Kasdans überzeugen. Allerdings kenne ich inzwischen auch „Die letzten Jedi“ und „Der Aufstieg Skywalkers“ und weiß demnach um die fahrlässig zusammengeschusterte Gesamtgeschichte der jüngsten Skywalker-Trilogie. Aber darum soll es heute noch nicht gehen. Die lang erwartete „Episode VII“ hat mich auch heute wieder wirklich gut unterhalten, auch wenn die Geschichte nur ein Quasi-Remake von „Eine neue Hoffnung“ ist. Da sind Kasdan und Abrams für Disney eben auf Nummer sicher gegangen. Wer kann es ihnen verdenken?

Dafür gibt es, neben den alten Held*innen, etliche neue Figuren, die ich wirklich liebgewonnen habe. Allen voran natürlich Rey und Finn. Doch auch Poe Dameron macht in „Das Erwachen der Macht“ noch eine gute Figur. Hinzu kommt ein ziemlich spannender Bösewicht in Form von Kylo Ren, der einiges an Potenzial besitzt. So rund und glatt die Geschichte verläuft, so bombastisch sie inszeniert ist und so plump mancher Fanservice eingebaut wurde, so großartig hätte sich die gesamte Saga entwickeln können. Auch wenn ich die schwachen Fortsetzungen bereits kenne, so konnten sie keinen Schatten auf den ersten Teil ihrer Trilogie werfen. Der Film fühlt sich tatsächlich an, wie nach Hause kommen. Vielleicht nicht im besten, aber doch im vertrautesten Sinne.

Fazit

Mit etwas Abstand habe ich inzwischen vermutlich den realistischsten Blick auf „Das Erwachen der Macht“ seit ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. An der Wertung ändert dies nichts und doch fühlt es sich so an, als hätte ich wirklich meinen Frieden mit dem Film gemacht. Auch die Kinder waren zufrieden, selbst wenn sie ihn schwächer bewertet haben als die Original-Trilogie oder auch Teile der Prequels. Ich wünschte mir, dass ich die Fortsetzungen inzwischen auch gnädiger sehen kann. Das werden jedoch erst die kommenden Wochen zeigen. Diesen Teil mag ich, trotz seiner Schwächen, nach wie vor sehr gerne: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache – OT: Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales (2017) (WS1)

Die zweite Schulwoche ist zu Ende, die ersten Elternabende wurden besucht und so langsam habe ich das Gefühl, dass sich wieder etwas Normalität einstellen könnte. Zum Wochenabschluss gab es natürlich einen Filmabend und wir haben uns mit „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ den letzten Teil der übernatürlichen Piratenfilmreihe angeschaut. Wie er uns gefallen hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… ☠

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache (2017) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache (2017) | © Walt Disney

Ein unnötiger und recht unterhaltsamer Abschluss

Meine letzte Sichtung von „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ liegt inzwischen schon wieder über vier Jahre zurück. Verrückt. Kommt mir noch gar nicht so lange vor. Bei der heutigen Sichtung wollte der Funke nicht so recht überspringen. Alles hat sich zu sehr nach am Reißbrett entworfen angefühlt. Da fühlte sich selbst der ohnehin schon generische vierte Teil frischer an. Vielleicht gerade weil man krampfhaft versucht hat, an Gore Verbinskis Trilogie anzuschließen? Jedoch hat der Charme gefehlt. Das CGI war viel zu viel und in etlichen Szenen hat „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ ausgesehen, wie jeder x-beliebige Blockbuster der 2010er Jahre.

Trotz der Beliebigkeit macht der Film Spaß und ja, auch der Fanservice wirkt. Das Finale, als sich Elizabeth und Will wieder in den Armen liegen. Hach, schon irgendwie schön. Auch wenn die wunderbare Tragik des dritten Teils dadurch gemindert wird. Insgesamt ein wirklich unnötiger Film, der nur wenig Neues zu den Figuren beitragen kann und mir somit auch nicht sonderlich im Gedächtnis bleiben wird. Der Film gehört halt irgendwie dazu. Ich bin schon gespannt, wann Disney auf die Idee kommen wird und doch noch einen sechsten Teil bzw. eine Serie auf Disney+ in dieser Piratenwelt nachschiebt. Zuzutrauen wäre es ihnen. Für mich leider der schwächste Teil der Reihe:

  1. „Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2“ (9 Punkte)
  2. „Fluch der Karibik“ (9 Punkte)
  3. „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ (8 Punkte)
  4. „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ (7 Punkte)
  5. „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ (6 Punkte)

Fazit

Habe ich den Film bei der letzten Sichtung noch wohlwollender wahrgenommen, so haben sich seine Schwächen dieses Mal stärker in den Vordergrund gespielt. Auch die Kids waren nicht mehr so begeistert und somit ist es auch gut, dass wir uns bei den nächsten Filmabenden wieder anderen Welten zuwenden. Nett, mehr nicht: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten – OT: Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides (2011) (WS1)

Diese Woche hat sich der Filmabend, aufgrund eines Geburtstags am Freitag, auf den Samstag verschoben. Nach ein paar Diskussionen bezüglich der Filmwahl landete schließlich „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ in 3D im Blu-ray-Player. Obwohl ich den Film bereits einmal gesehen habe, waren meine Erinnerungen daran schon sehr verblasst. Ein schlechtes Zeichen? 🏴‍☠️

Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten (2011) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten (2011) | © Walt Disney

Ein einfach gestrickter Abenteuerspaß

Nachdem der Vorgänger „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ ein durchaus komplexes und düsteres Finale der ursprünglichen Trilogie war, ist „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ eher ein Gegenentwurf: Hier erleben wir ein von der Rahmenhandlung völlig losgelöstes Abenteuer mit Captain Jack Sparrow, das deutlich leichter und unbedeutender wirkt. Eben wie eine klassische Fortsetzung. Hier fällt deutlich auf, wie gut die ursprüngliche Trilogie eigentlich war und was Gore Verbinski und sein Team damit aufgebaut haben. Rob Marshalls Film wirkt dagegen ziemlich von der Stange. Durchaus unterhaltsam mit all den typischen Elementen, doch auch ohne Überraschungen oder sonderlich viel Mut.

Hatte die Reihe mit Barbossa und Davy Jones bisher stets imposante Bösewichte zu bieten, so bleibt Blackbeard leider eher blass. Deutlich besser gefallen hat mir erneut Penélope Cruz als Johnny Depps Gegenspielerin. Ansonsten wirkt alles ein wenig nach Schema F erzählt. Schön fand ich Jack Sparrows Flucht in London und so manchen, exotischen Schauplatz, besonders in 3D. Das unfassbar hohe Budget sieht man „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ durchaus an, sprich keine Szene wirkt billig, doch wirkliche Aha-Momente, wie in den beiden Vorgängern, waren für mich nicht dabei.

Fazit

Ich hatte viel Spaß mit „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ und den Kindern ging es ebenso. Doch bin ich mir sicher, dass ich mich auch bei der nächsten Sichtung nicht mehr wirklich an die Handlung erinnern können werde. Nötig wäre dieser vierte Teil also nicht gewesen, doch habe ich ihn erneut recht gerne gesehen. Ich kann mich insofern nur wiederholen und vergebe knappe 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Fresh Off the Boat – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 6)

Nach dem Finale von „Superstore“ war ich auf der Suche nach einer neuen Comedy-Serie, welche man abends noch schnell einschieben kann. Aufgrund diverser Empfehlungen bin ich letztendlich auf „Fresh Off the Boat“ gestoßen, was mir auch inhaltlich eine gute Wahl zu sein schien. Nachdem „The Goldbergs“ hier nicht greifbar ist, war ich froh, eine neue Familien-Comedy entdeckt zu haben. 👲🥟

Fresh Off the Boat | © ABC

Fresh Off the Boat | © ABC

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Obi-Wan Kenobi – Die komplette Miniserie (2022)

Die nächste „Star Wars“-Serie von Disney. Tatsächlich hatte ich für „Obi-Wan Kenobi“ wohl die größten Hoffnungen aller bisherigen Serien aus dem beliebten Franchise. Eben weil ich Ewan McGregor in der Rolle sehr gerne sehe und ich annahm, dass in seiner Figur noch viel Potenzial steckt. Letztendlich sollte alles ein wenig anders kommen, doch dazu mehr in der folgenden Besprechung… ✨

Obi-Wan Kenobi | © Walt Disney

Obi-Wan Kenobi | © Walt Disney

Inhaltlich leider ziemlich dünn und unnötig

Die Serie beginnt mit einem langen Zusammenschnitt der Ereignisse aus „Die dunkle Bedrohung“, „Angriff der Klonkrieger“ und speziell „Die Rache der Sith“. Für mich recht unnötig, da ich die Filme kurz davor erneut gesehen hatte. Für jede(n) andere(n) Zuschauer*in vermutlich auch, denn wer wird sich die Serie „Obi-Wan Kenobi“ ohne Kenntnis der Filmreihe anschauen? Aber sei es drum. Danach begegnen wir der Titelfigur und es war zu Beginn wirklich eine Freude, Ewan McGregor in dieser Rolle wiederzusehen. Teils erinnerte er schon mehr an Ben Kenobi, wie wir ihn aus dem allerersten „Star Wars“-Film kennen. Dann geht es weiter nach Alderaan und wir begegnen der jungen Leia. Damit haben für mich dann auch die Probleme angefangen, denn ich habe sie nicht mit der Leia aus den Filmen zusammenbekommen. Viel zu altklug und zu wenig Kind. Als hätte diese Rolle jemand geschrieben, der noch nie mit Kindern zu tun gehabt hat.

Im weiteren Verlauf der Serie dreht sich alles um einen einzigen Auftrag, der so simpel wie generisch ist: Leia wird entführt und von Obi-Wan gerettet. Dabei muss er in eine Basis des Imperiums eindringen und trifft im weiteren Verlauf natürlich auch auf Darth Vader. Mit den Inquisitoren gibt es auch neue Bösewicht*innen, welche seltsam comichaft überzeichnet wirken. Kein Wunder, entstammen sie doch ursprünglich den animierten Serien. Gerade die Motivation der Third Sister wird so fahrig und plump erzählt, dass es einfach nur bitter ist. In der Geschichte wäre viel Potenzial gewesen, welches leider kaum genutzt wird. Sehr, sehr schade.

Viel „Star Wars“-Look, kaum „Star Wars“-Gefühl

Es ist erstaunlich, wie gut die Serie teils den Look der „Star Wars“-Filme trifft. Gerade die Sets sehen toll aus und auch Vader im Sternenzerstörer weckt Erinnerungen an die Original-Trilogie. Toll anzusehen! Doch irgendetwas stimmt nicht: Die Welt wirkt kleiner, die richtige Stimmung kommt nicht auf. Die Geschichte scheint unbedeutend und selbst die bekannten Figuren kommen nicht an ihren Ursprung heran. Als würde eine unsichtbare Lücke klaffen, welche sich jedoch stark auf das Seherlebnis auswirkt. Somit saß ich größtenteils recht unbeteiligt vor dem Fernseher, habe die teils schönen Bilder bewundert und hätte mir insgesamt einen feingeschliffeneren Film rund um die Figuren gewünscht. Oder eben auch nicht, denn die Geschichte selbst füllt keine Lücke, an der man sich seit „Episode III“ gerieben hätte.

Fazit

Das liest sich nun alles so, als hätte ich gar keinen Spaß mit der Serie gehabt. Das stimmt so nicht, doch für „Star Wars“ war ich seltsam wenig mitgerissen. „The Mandalorian“ spielt da auf einem anderen Level und selbst mit dem ebenso unnötigen „The Book of Boba Fett“ hatte ich mehr Spaß. „Obi-Wan Kenobi“ tut nicht weh und hat ein paar schöne Bilder, doch ist das der Anspruch, den wir an solch eine Produktion haben wollen? Irgendwie nett, aber mehr auch nicht: 7/10 (6.7) Punkte.

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt – OT: Pirates of the Caribbean: At World’s End (2007) (WS2)

Auf den heutigen Filmabend habe ich mich schon seit Anfang der Woche gefreut. Das große Ziel nach den ersten fünf Arbeitstagen nach dem Sommerurlaub. Endlich entspannt durchschnaufen. Natürlich stand „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ auf dem Programm, nachdem uns zuletzt der erste Teil und der zweite Teil der Reihe zu begeistern wussten. Konnte das Finale der ursprünglichen Piraten-Trilogie auch für den erwarteten Entspannungseffekt sorgen? ☠

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Ein bittersüßer Abschluss der Piraten-Trilogie

Heute habe ich „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ nach der ersten Sichtung im Kino sowie der Wiederholungssichtung 2011 bereits zum dritten Mal gesehen. Nach den ersten beiden Begegnungen war ich nicht so begeistert, wie von den ersten beiden Teilen. Heute jedoch konnte ich dem Abschluss der Trilogie mehr abgewinnen. Schon ab den ersten Minuten eröffnet sich uns Zuschauer*innen der unglaubliche Bombast, mit dem Gore Verbinski sein Abenteuer inszeniert hat: Viele gebaute Sets, handgemachte Explosionen und aufwändige Kostüme. Auch heute noch herrlich anzusehen. Auch die VFX haben nichts von ihrer Qualität eingebüßt. Wenn ich alleine an den Endkampf im Strudel denke mit unzähligen CGI-Figuren im Regen, dann bin ich immer noch beeindruckt.

Die Geschichte ist deutlich düsterer als in den beiden Vorgängern. Zwar blitzt hier und da noch das bunte Piratenabenteuer rund um Captain Jack Sparrow auf, doch überwiegen die dramatischen und auch tragischen Elemente. Speziell das Finale der Liebesgeschichte zwischen Elizabeth Swan und Will Turner ist unerwartet bittersüß für einen Hollywood-Blockbuster dieser Größenordnung. Bei den letzten Sichtungen mochte ich diese Tragik nicht, doch heute hat sie mir gefallen. Es ist auch das Element, warum mir der dritte Teil bisher doch immer im Gedächtnis geblieben ist. Insgesamt bin ich ohnehin erstaunt, was die Drehbuchautoren aus der simplen Grundidee gestrickt haben. Eine eigene Welt mit ganz eigenen Regeln. Den Kindern waren die unzähligen Wendungen und Beziehungen der Figuren untereinander fast schon zu viel und ich musste während des Films einiges erklären. Dennoch hat sie die Düsternis erstaunlich wenig gestört. Das hatte ich nicht so erwartet. Aber das zeigt auch, dass „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ durchaus Humor besitzt, der eben nur gezielter eingesetzt wird. Ein Mix, der nicht immer rund wirkt, am Ende aber doch erstaunlich gut funktioniert. Damit definitiv einer der ungewöhnlichsten und interessantesten der großen Franchise-Filme.

Fazit

So gut wie heute hat mir „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ bisher noch nie gefallen. Dennoch bleibt es für mich der schwächste Teil der originalen Trilogie. Die ausbleibenden Fortsetzungen sind für mich ohnehin nur nette Zugaben. Die Kinder freuen sich dennoch bereits darauf. Ein beeindruckend stimmungsvoller Abschluss der Kerngeschichte: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Prey (2022)

Das letzte Urlaubswochenende, die Kinder sind aus dem Haus. So richtig aufraffen, etwas zu unternehmen (das hatten wir schon am Freitag mit einem Live-Escape-Room), konnte ich mich nicht. Also ein Filmabend und „Prey“ wollte ich schon seit Wochen sehen. Somit habe ich mich ins Jahr 1719 gestürzt und endlich das „Predator“-Prequel gesichtet. 🪓

Prey (2022) | © 20th Century Studios

Prey (2022) | © 20th Century Studios

Stilsicher, geradlinig und unterhaltsam

Als ich den Trailer sah, war ich zunächst skeptisch, ob das Konzept aufgeht. Der Clou bei den bisherigen Filmen war ja stets, dass der Predator gegen extrem bewaffnete Sonderkommandos usw. angetreten ist und selbst diese nichts gegen ihn ausrichten konnten. Nun also junge Komantschin, bewaffnet mit einem Beil? Doch meine Vorbehalte sollten sich schnell zerstreuen, denn Dan Trachtenberg (bekannt u.a. für „10 Cloverfield Lane“) baut eine schlüssige Welt auf und nimmt sich Zeit, die Figuren zu etablieren. So gibt es wunderschöne Landschaftsbilder zu sehen und wir lernen Narus Leben und ihr Bestreben, eine Jägerin zu werden, bis ins Detail kennen.

Der Predator wirkt zu Beginn wie ein Fremdkörper in dieser Welt, doch das ist er ja auch. Am stärksten ist „Prey“ immer dann, wenn er zuvor eingeführte Elemente aufgreift und sie im weiteren Verlauf der Geschichte aufgreift. Setup und Payoff weiß Trachtenberg wahrlich gekonnt einzusetzen. Das liebe ich sehr. Da fällt es auch gar nicht groß ins Gewicht, dass die Handlung natürlich sehr geradlinig ist und es auch keine inhaltlichen Überraschungen gibt. Damit ist „Prey“ quasi die Antithese zu Shane Blacks „The Predator“ aus dem Jahr 2018, der versucht hat, die Machismen aus dem Original wieder aufleben zu lassen und mit unzähligen Wendungen zu verknüpfen. Hier gibt es nur den geradlinigen Überlebenskampf einer jungen Frau. Obwohl ich Shane Blacks vielgescholtenen Film durchaus auf trashige Art und Weise unterhaltsam fand, so funktioniert „Prey“ doch so viel besser. In meinem Ranking (ohne die „Alien vs. Predator“-Filme) steht er somit gar an zweiter Stelle:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  4. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  5. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Fast schon schade, dass „Prey“ nur eine weitere Streaming-Veröffentlichung ist. Andererseits hätte ich ihn wohl auch nicht im Kino gesehen. Schade eigentlich. Auf jeden Fall hatte ich extrem viel Spaß mit dem Film und kann noch ergänzen, dass er Gewalt so zelebriert, wie man es von einem „Predator“-Film erwarten würde. Fans des Franchises sollten definitiv reinschauen: 8/10 Punkte.

Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2 – OT: Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest (2006) (WS2)

Da die restlichen Urlaubsabende bereits anderweitig verplant sind, gab es heute einen spontanen Filmabend. Natürlich haben wir „Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2“ eingelegt, der ganz hoch auf der Wunschliste der Kinder stand. Schließlich war „Fluch der Karibik“ vor ein paar Tagen ein monumentaler Erfolg. Auch ich hatte mich sehr auf die Fortsetzung gefreut, fand ich sie doch bei den beiden bisherigen Sichtungen ebenso gelungen, wie den ersten Teil. Und heute? ☠🦜

Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2 (2006) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2 (2006) | © Walt Disney

Eine herrlich überdrehtes und schlüssiges Sequel

„Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2“ macht genau dort weiter, wo der erste Teil aufgehört hat und das inhaltlich, was die Charaktere angeht und auch in Bezug auf Ton und Atmosphäre. Mit weitermachen meine ich nicht, dass eine reine Steigerung in Action- und Effektszenen stattfindet, sondern eine tatsächliche Weiterentwicklung. Mit Davy Jones und seiner Flying Dutchman stößt ein großer Teil der Mythologie dazu, ohne den die Trilogie nicht die wäre, als die wir sie kennen. So überdreht und spaßig die Slapstick-Elemente auf der Kannibaleninsel sind oder so herrlich der Schwertkampf auf dem Mühlrad inszeniert wurde, so düster sind bereits die Anleihen, welche sich im dritten Teil noch stärker manifestieren werden. Auch die Kinder haben diese Zweiteilung wahrgenommen und teils schallend gelacht, nur um sich im nächsten Moment vor Davy Jones‘ Crew zu gruseln.

Auch für den zweiten Teil muss ich wieder eine Lanze brechen, wie fantastisch die Effekte auch heute noch wirken. Speziell Davy Jones (sowohl nachts im Regen als auch im strahlenden Sonnenschein) ist nach wie vor ein Meilenstein der VFX-Kunst. Doch auch die Kombination aus praktischen Sets bzw. Requisiten und CGI in den Action-Szenen trägt viel zur Glaubwürdigkeit bei. Da sehen viele reine CGI-Sequenzen in modernen Filmen deutlich künstlicher aus. Gore Verbinski entwickelt somit nicht nur die Geschichte und ihre Figuren weiter, sondern auch die Welt mit all ihren audiovisuellen Eindrücken. Das ist immer noch ein riesengroßer Spaß.

Fazit

Für mich steht „Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2“ seinem Vorgänger in fast nichts nach. Das Setting und Captain Jack Sparrow mögen nicht mehr so originell erscheinen, doch das machen die neu eingeführten Elemente und Figuren fast schon komplett wett. Für mich immer noch eine der stärksten Fortsetzungen in solch einem großen Franchise: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)