Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt – OT: Pirates of the Caribbean: At World’s End

Gestern Abend habe ich endlich „Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt“ gesehen, einen der von mir mit größter Spannung erwarteten Filme diesen Jahres. Der zweite Teil war klar als Prolog zum großen Finale angelegt, weshalb meine Hoffnungen für den dritten Teil der Trilogie seit August letzten Jahres beständig gewachsen sind. Trotz unzähliger vernichtender Kritiken – es wurde teils sogar der Vergleich mit der „Matrix“-Trilogie gezogen – habe ich mich tierisch auf die Sichtung gefreut, woran ein paar positive Kritiken nicht ganz unschuldig waren.

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Zu Beginn von „At World’s End“ wird man sofort in die Handlung hineingeworfen. Gut also, wenn man im Vorfeld noch einmal die Gelegenheit hatte die Vorgänger zu sichten bzw. eine gelungene Zusammenfassung zur Hand hat. Insofern habe ich mich recht schnell wieder in der Piratenwelt zurecht gefunden. Captain Jack Sparrow ging dem Film die ersten Minuten noch ab, dafür durften wir mit Captain Sao Feng (Chow Yun-Fat) einen neuen Piraten im Bunde begrüßen. Es werden Allianzen geschlossen, es wird betrogen und hintergangen, es wird gekämpft, gestorben, gerettet und geheiratet. Ein buntes Treiben, das uns Gore Verbinski auch im dritten Teil seiner Piratenreihe präsentiert.

Die Handlung, die auf den ersten Blick recht verworren erscheinen mag, ist eigentlich recht simpel. Zu simpel um drei Stunden zu füllen. Gestreckt wird der Film durch bedeutungsschwangere Dialoge, stets überraschende Verräter und epische Kampfszenen. Leider nimmt sich der Film hier teils etwas ernst. Ihm geht die lockere Atmosphäre des zweiten Teils ab. Doch glücklicherweise stolpert noch ab und zu Captain Sparrow durch das Bild. Zwar nicht mehr so häufig, wie im Vorgänger, doch Johnny Depps Szenen stellen auch hier stets die wirklichen Highlights dar. Grandios unterhaltsam.

„Fluch der Karibik 3“ ist nicht der große Abschluss, den ich mir erhofft hatte. Dennoch ist der Film meilenweit von einem Disaster à la „Matrix: Revolutions“ entfernt. Der erste Teil um Captain Jack und Co. bot eine schlüssige und somit stimmige Geschichte, tolle Figuren und viel Spaß. Der perfekte Unterhaltungsfilm. Der Mittelteil der Trilogie war klar als solcher angelegt: Es wurden neue Figuren eingeführt, Handlungsstränge eröffnet und ansonsten wurde einfach voll und ganz auf Spaß gesetzt. Ich denke hier allein an die Kannibaleninsel, welche zwar keine direkte Bedeutung für die große Handlung hatte, aber einfach unglaublich viel Spaß machte. Der dritte Teil widmet sich wieder ganz der Handlung: Ein Fehler, denn so viel Substanz gibt es da gar nicht. Allein die letzten paar Minuten (Jack und Nussschale) haben wieder die reine Luft der Unterhaltung der Vorgänger geatmet. Insofern wäre ich einem vierten Teil nicht abgeneigt, wenn er sich wieder mehr auf die Stärken der Filme besinnt.

Aller Kritik zum Trotz ist „At World’s End“ immer noch ein großes Piratenspektakel, das sich nur teilweise zu ernst nimmt. Spaß macht der Film trotzdem, auch wenn ich mehr erwartet hätte: 7/10 Punkte. Nun habe ich auf alle Fälle wieder richtig Lust auf die Vorgänger bekommen.

18 Gedanken zu “Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt – OT: Pirates of the Caribbean: At World’s End

  1. Danke für das exzessive Pingen 😉 Mit der Zusammenfassung scheine ich der Welt echt einen großen Dienst erwiesen zu haben, da kommen auch täglich einige Suchanfragen bei mir an.

    Ich kann Dir nur zustimmen, die Selbstironie kommt manchmal etwas zu kurz. Liegt wahrscheinlich wirklich auch daran, daß der Einfluß von Captain Jack Sparrow hinter den vielen anderen Piratenkapitänen ein bißchen zurücktritt. Und viele der anderen Figuren, z.B. Will Turner, sind einfach nur ziemlich langweilig ist.

    Übrigens, falls gespoilert werden darf, ***achtung, spoiler ahead*****

    fand ich das Ende eigentlich recht überraschend, da ich ein etwas happyeres Happy End erwartet hätte. Da gurkt der jetzt zehn Jahre auf dem Meer rum, beschäftigt sich nur mit Leichen und wenn er die gute Keira dann mal wieder sieht, ist die ja auch immer schon zehn Jahre älter. Ist doch irgendwie doof, oder?

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  2. Will Turner fand ich schon in den Vorgängern recht schwach. In diesen war seine Rolle aber auch nicht so tragend, da meist Jack in der Nähe war.

    Das Ende fand ich auch überraschend. Allerdings hatte ich – als es soweit war – nicht damit gerechnet, dass Will nun einen so herausgeputzten Untoten abgibt. Naja, irgendwo müssen anscheinend Zugeständnisse gemacht werden. Ich denke sowieso, dass dies noch nicht das Ende der „Pirates of the Caribbean“ war. Ein Teil 4 drängt sich förmlich auf – und dann gibt es garantiert wieder einen Weg den Fluch um Will Turner zu brechen… 😉

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  3. Irgendwo habe ich was wegen einem 4. Teil gelesen, da hieß es glaube ich aber, dass Orlando Bloom aka Will Turner nicht mehr dabei sein wird … von daher hätte sich dann wohl dieses Problem erledigt.

    Ihr habt aber recht, mir (und Philipp) ging es genauso, dass wir das Ende nicht so ganz passend fanden. Vielleicht war das mit dem 4. Teil aber auch schon klar und man hat deswegen den guten Will gleich auf’s Abstellgleis gestellt?

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  4. Um Will wäre es meiner Meinung nicht schade. Ich habe übrigens auch gelesen, dass Bruckheimer eine Fortsetzung ohne Johnny Depp in Betracht zieht. Wer bitte soll sich das dann anschauen? Allerdings ist es auch noch viel zu früh solchen Gerüchten Beachtung zu schenken. Abwarten und Tee trinken.

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  5. Richtig, ich glaube es war auch die Rede von einem Spin-Off. Allerdings wüsste ich auch nicht, welcher Charakter da dann als Identifikationsfigur dienen sollte – die bisherigen 3 Filme leben einfach viel zu sehr von der Figur des Captain Jack Sparrow …

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