Fluch der Karibik – OT: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl (2003) (WS1)

Nach unserem beinahe zweiwöchigen Urlaub, der leider komplett von Corona geprägt war, sind wir wieder zurück im heimischen Hafen. Da das Wetter auch eher bescheiden war (und mein Test leider immer noch positiv ist) stand heute ein Filmabend auf dem Programm. Wie immer, wenn ich am Meer bin, habe ich auch Lust auf Filme, die rund um das Meer spielen und somit habe ich die Familie heute an „Fluch der Karibik“ herangeführt. Immer noch ein großer Spaß? 🏴‍☠️

Fluch der Karibik (2003) | © Walt Disney

Fluch der Karibik (2003) | © Walt Disney

Ein unwahrscheinliches Piratenabenteuer

Ich kann meine inzwischen beinahe 11 Jahre alte Besprechung des ersten Teils dieses unglaublich erfolgreichen Walt-Disney-Franchises nur zitieren:

Nachem Renny Harlins „Die Piratenbraut“ im Jahr 1995 so gnadenlos gefloppt ist, darf man es schon beinahe als Wunder betrachten, dass Disney das Multi-Millionen-Dollar-Projekt überhaupt in Auftrag gegeben hat. Dazu noch eine Idee, die auf einer Freizeitparkattraktion beruht. Insofern also nicht sonderlich erstaunlich, dass „Fluch der Karibik“ darauf getrimmt wurde für nahezu jede Zielgruppe als perfekter Unterhaltungsfilm zu funktionieren – und noch erstaunlicher: Es ist ihm tatsächlich gelungen. Abenteuer, Humor, Action, Romantik, angenehmer Grusel und eine neue Kultfigur. Ein Traum made in Hollywood – und das sowohl für die Produzenten als auch die Zuschauer.

Nach beinahe 20 Jahren ist der Glanz dieses Blockbusters ein wenig angestaubt, so wie die verfluchten Münzen aus dem Piratenschatz. Auch wenn der fünfte Teil immer noch unterhaltsam war, so kann man sich heute kaum noch vorstellen, wie frisch „Fluch der Karibik“ damals gewirkt hat. Damals, als es noch keinen öffentlich ausgetragenen Amber-Heard-/Johnny-Depp-Prozess gab, als Disney noch nicht alle anderen großen Unterhaltungsmarken geschluckt hatte und Gore Verbinski eher durch das gelungene Horror-Remake „Ring“ bekannt war. Selten wurde ich im Kino besser unterhalten als 2003 bei „Fluch der Karibik“ und dieses Gefühl sollte sich bis heute halten.

Auch für junge Pirat*innen ein großer Spaß

Natürlich hatte ich mich im Vorfeld der Sichtung gefragt, ob „Fluch der Karibik“ schon etwas für die Kinder sei, doch nach den düstereren „Star Wars“-Teilen war ich mir eigentlich recht sicher, dass es funktionieren wird. Das Zappelinchen hat zudem einen besonderen Bezug zum Film, denn sie hat erst dieses Jahr das Stück „He’s a Pirate“ aus Klaus Badelts bombastischem Score auf der Querflöte gelernt. Nach meinen Erzählungen war auch der Zwergofant heiß auf die Geschichte und somit waren die Voraussetzungen bestens. Wie zu erwarten hatten wir alle viel Spaß mit „Fluch der Karibik“, was an der Kombination aus vielen Elementen lag, die hier einfach perfekt zusammenkommen: Johnny Depp ist immer noch grandios in dieser ersten Iteration von Captain Jack Sparrow. Klaus Badelts Score mag heute totgenudelt wirken, doch funktioniert er immer noch fantastisch. Die Effekte wissen auch heute noch zu überzeugen: Speziell der Übergang zu den Skeletten im Mondlicht ist nach wie vor so herausragend, dass dieser sogar dem Zwergofant aufgefallen ist. Doch nicht nur die digitalen Effekte sind großartig, auch die tatsächlich gebauten Sets und praktischen Effekte zeugen vom Millionenbudget. Einfach eine (fast schon zu) runde Sache.

„Ich finde es toll, dass es hier auch kämpfende Piratinnen gibt und nicht nur Männer. Normalerweise wird das immer hintenangestellt, doch hier ist das nicht so.“
– Das Zappelinchen nach dem Film

Fazit

Ja, auch beinahe 20 Jahre nach seinem Entstehen, kann der erste „Fluch der Karibik“ immer noch überzeugen. Trotz seiner Laufzeit von knapp zweieinhalb Stunden ist er stets unterhaltsam und bombastisch inszeniert. Die Kinder waren noch begeisterter als ich vermutet hatte und nun freuen wir uns alle schon auf den zweiten Teil9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

13 Gedanken zu “Fluch der Karibik – OT: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl (2003) (WS1)

  1. Pingback: Fluch der Karibik – OT: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl (2003) | moviescape.blog

  2. Der erste Pirates-Film ist tatsächlich der einzige der Filmreihe, den ich nicht im Kino gesehen habe, weil er erst zur Heimkinoveröffentlichung auf meinem Radar aufgetaucht ist. Für mich aber immer noch der Inbegriff eines fast perfekten Unterhaltungsfilms, der wirklich rundum gelungen ist. In mancher Hinsicht mag ich den zweiten Teil tatsächlich lieber, weil er ziemlich interessante Sachen mit den Figuren macht, aber als in sich geschlossenes Abenteuer kann „Fluch der Karibik“ wirklich (und auch immer noch) vollauf überzeugen.
    Der Score hat tatsächlich eine relativ interessante Hintergrundgeschichte: Ursprünglich sollte Alan Silvestri komponieren (dann hätte „Fluch der Karibik“ wahrscheinlich eher wie „The Mummy Returns“ oder „Van Helsing“ geklungen), aber Jerry Bruckheimer war nicht begeistert. Gore Verbinski wollte daraufhin Hans Zimmer als Komponist gewinnen, mit dem er ja schon an „The Ring“ zusammengearbeitet hatte. Zimmer war zu diesem Zeitpunkt aber an „The Last Samurai“ gebunden, weshalb er schnell eine Themen-Suite mit einige Ideen ausarbeitete (die unter dem Titel „Pirates, Day One, 4:56AM“ auch veröffentlicht wurde), während Klaus Badelt und diverse andere Remote-Control-Komponisten dann die Ausarbeitung vornahmen. So unterhaltsam der Pirates-Score auch ist, man merkt ihm schon an, dass er unter sehr großem Zeitdruck entstanden ist, oft klingt er sehr billig und synthetisch. Ich bin allerdings ein sehr großer Fan von Zimmers (plus Team) Arbeit für den dritten Teil, bis heute meiner Meinung nach der beste Zimmer-Score.

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    • Das freut mich sehr zu lesen, dass auch du den zweiten Teil ebenso liebst. Für mich ist er auch fast noch unterhaltsamer als der erste, weil er eben noch mehr in diesen Abenteueraspekt springt. Für mich beides großartige Unterhaltungsfilme. Der dritte Fällt für mich dagegen etwas ab, weil er zu schwer und düster wirkt (auch wenn das durchaus etwas hat).

      Danke für die Hintergrundinfos zum Score! Mir war zwar bekannt, dass Zimmer viel gesteuert hat, was durch Badelt dann umgesetzt wurde, doch der genaue Ablauf war mir nicht bekannt. An den Score vom dritten Teil kann ich mich nicht mehr so gut erinnern, werde aber bei der kommenden Sichtung darauf achten.

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