Review: DUNE (2021)

Aktualisierung: Ich habe „Dune: Part One“ am 23. Februar 2024 zum zweiten Mal gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Es ist schon lange her, seit ich mich das letzte Mal wirklich heiß auf einen Kinofilm war. Zuletzt dürfte das wohl „Star War: The Last Jedi“ gewesen sein, der mich dann doch ziemlich enttäuscht hat. Beim Nachfolger war es noch schlimmer. Die letzten wirklich gelungenen Kinoerlebnisse waren für mich „Alita: Battle Angel“ und davor „Blade Runner 2049“ von Denis Villeneuve. Da dieser mit „Arrival“ auch einen der besten Sci-Fi-Filme der letzten Jahre inszenierte, war die Vorfreude auf seine Interpretation von „DUNE“ umso größer… 🏜

DUNE (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

DUNE (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Meine Vorgeschichte zu „DUNE“

Wenn ich an „DUNE“ denke, dann vor allem an David Lynchs Verfilmung aus dem Jahr 1984. Inzwischen weiß ich, dass diese nicht sonderlich angesehen ist. Für mich hat sie jedoch stets zu den großen Sci-Fi-Filmen gezählt. Ich mag das Produktionsdesign sehr, die Atmosphäre und die Schauspieler*innen. Allerdings habe ich den Film in den letzten 20 Jahren auch nicht mehr gesehen, weshalb mich meine Erinnerungen trügen mögen. Die TV-Miniserie ist mir dagegen als nicht sonderlich gelungen im Gedächtnis geblieben. Aber auch diese würde mich inzwischen fast einmal wieder reizen. Schon alleine für den Vergleich. Und dann natürlich habe ich angefangen, Frank Herberts Roman zu lesen. Ich bin noch ziemlich am Anfang (kurz nach dem Attentatsversuch durch den Hunter-Seeker bzw. Jäger-Sucher), doch macht mir das Lesen schon jetzt extrem viel Freude:

Für „DUNE“ lohnt sich der Kinobesuch

So sehr ich mich gefreut habe, den Film mit netten Kollegen im Kino zu sehen, so genervt war ich von dem Umstand, dass ich in der Nacht zuvor so gut wie keinen Schlaf abbekommen habe. Nach der Arbeit bin ich also schon ziemlich müde in die Stadt gefahren und hatte Sorge, dass ich auf den bequemen Sitzen des Deluxe-Kinos wegnicken würde. Diese Sorge sollte allerdings völlig unbegründet sein. Davor jedoch war ich zunächst einmal erstaunt, wie ernst das Kino inzwischen die 3G-Regel nimmt. Das war vor ein paar Wochen noch anders. Auch wenn das beim Einlass ein wenig nervig war, so hat sich dieser Kinobesuch für mich doch deutlich entspannter und sicherer angefühlt, was natürlich auch am großzügigen Platzangebot des Deluxe-Kinos liegen mag. Ohnehin eine Empfehlung dafür. Bild, Sound und Luxus sind den Aufpreis auf jeden Fall wert. Zumindest die 2-3 mal, die ich noch im Jahr ins Kino gehe. Doch nun endlich zum Film:

Zunächst einmal muss ich versuchen wiederzugeben, wie unglaublich bildgewaltig Denis Villeneuve „DUNE“ umgesetzt hat. So langsam ist seine Bildsprache auch eindeutig erkennbar: Manche Raumschiffe haben an „Arrival“ erinnert, manche Schauplätze samt Lichtinszenierung an „Blade Runner 2049“ – und doch ist „DUNE“ noch einmal etwas ganz eigenes. Gerade die Ankunft auf Arrakis wirkt unfassbar episch. Lange Kamerafahrten, sich langsam absenkende Raumschiffe und dazu der stets präsente, dröhnende Score von Hans Zimmer. Eigentlich eher ein Klangteppich, der stark an Villeneuves leider viel zu jung verstorbenen Hauskomponisten Jóhann Jóhannsson erinnert. Kein Score, den ich mir abseits des Films anhören würde, doch im Zusammenspiel mit den Bildern eine Wucht.

Inhaltlich bewegt sich Villeneuve sehr nahe an der Vorlage. Teils erweitert er diese sogar, um den Zuschauer*innen mehr Kontext zu geben, teils sind ganze Szenen 1:1 aus Frank Herberts Buch übernommen. Auch Details, die im Buch ausführlich erklärt werden, finden sich auf der Leinwand wieder, wenn auch oft nur im Hintergrund als Detail der Ausstattung. Diese sind dann meist nicht unmittelbar handlungsrelevant, verstärken aber das Worldbuilding und erfreuen Leser*innen des Romans natürlich. Für mich ein guter Weg, um eine vorlagentreue Adaption abzuliefern und dennoch im Zeitrahmen eines Kinofilms zu bleiben. Hier auch mein einziger Kritikpunkt: Am Ende hätte ich gerne noch weitergeschaut, denn wir springen mittendrin einfach aus der Geschichte raus. Dennoch ist „DUNE“ weit mehr als nur ein Prolog und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung. Dann auch garantiert wieder im Kino.

Fazit

Ich hätte noch viel mehr schreiben können: Über die famose Besetzung, das Gefühl der flirrenden Hitze, das der Film verbreitet, über die wundervollen Kostüme oder das Set-Design. Aber ich mache es wie Denis Villeneuve und springe aus der Besprechung, wenn es am schönsten ist. Ich freue mich nun extrem darauf, den Roman weiterzulesen und auch die David-Lynch-Version einmal wieder zu sehen, welche in ein paar Wochen einen neuen 4K-Release erfährt. So glücklich war ich schon lange nicht mehr, im Kino gewesen zu sein: 9/10 Punkte.

Good Will Hunting (1997)

Neulich hatte ich mit zwei befreundeten Kollegen ein Gespräch, was denn wohl die besten Filme wären. Voraussetzung war eine gewisse Massenkompatibilität und dass wir alle drei hinter der Wahl stehen könnten. Als irgendwann der Titel „Good Will Hunting“ fiel, konnten wir uns alle recht schnell darauf einigen. Auch ich, obwohl meine letzte Sichtung schon bestimmt knapp 20 Jahre zurückliegt. Zeit also für eine Auffrischung… 👱‍♂️🧔

Good Will Hunting (1997) | © STUDIOCANAL

Good Will Hunting (1997) | © STUDIOCANAL

Ein mehr als beeindruckendes Drehbuchdebüt

Noch mehr als der Film selbst, begeistert mich vor allem deine Entstehungsgeschichte: Wo in Hollywood wären Matt Damon und Ben Affleck heute ohne ihr oscarprämiertes Drehbuch? Man kann es sich nur schwer vorstellen. Klar waren sie auch vor „Good Will Hunting“ einem Nischenpublikum durch die frühen Kevin-Smith-Filme bekannt. Doch erst nach diesem Indie-Hit ging es mit ihrer Karriere steil nach oben. Kein Wunder, denn es ist wirklich beeindruckend, was die beiden Jungautoren hier auf die Beine gestellt haben. Das Drehbuch wirkt extrem authentisch, die Geschichte ist emotional und die enorme Präsenz der beiden Schauspieler auf der Leinwand unterstreicht, dass es sich bei „Good Will Hunting“ zweifellos um ihren Film handelt.

Gus Van Sants zurückhaltend dokumentarischer Filmstil fängt die Authentizität zudem gekonnt ein und der Soundtrack, der durchsetzt ist mit Songs von Elliott Smith, atmet 90er-Jahre-Indie-Luft zur Perfektion. Doch der eigentliche Star, neben Affleck und Damon, ist natürlich Robin Williams, der hier einfach die Rolle seines Lebens spielt. Wenn davon geredet wird, dass Williams irgendwann den Sprung ins ernsthafte Fach geschafft hat, was ohnehin eine engstirnige Definition ist, dann werden stets Filme wie „One Hour Photo“ oder „Insomnia“ genannt, doch für mich wird sein Sean Maguire stets eine seiner beeindruckendsten Rollen bleiben. Auch weil er Matt Damons Spiel durch seine Darbietung auf ein höheres Level bringt. Den beiden könnte ich wirklich stundenlang zusehen. Einfach nur herausragend.

Einen großen Kritikpunkt habe ich nicht: So manche Subplots hätten vielleicht noch etwas besser ausgearbeitet werden können (das hätte dann aber wohl vom Fokus des Films abgelenkt) und so manche Sprüche wirken heute schon etwas dated. Aber ich mag das ja, wenn man den zeithistorischen Kontext der Filme in Look und Drehbuch erkennt. „Good Will Hunting“ hat inzwischen ja auch schon 24 Jahre auf dem Buckel. Unfassbar. Dabei war er doch einer von den jungen, wilden Filmen. Als ich auch noch jung (aber eher nicht wild) war…

Fazit

Was soll ich schreiben? „Good Will Hunting“ ist tatsächlich einer dieser besonderen Filme, die zu den ganz großen Werken ihrer Zeit gehören und auf den man sich im Kreise von Filmfreunden schnell einigen kann. Nun warte ich bestimmt nicht noch einmal 20 Jahre, bis zu einem Wiedersehen: 9/10 Punkte.

Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby – OT: Honey, I Blew Up the Kid (1992)

Was habe ich mich diese Woche schon auf den Filmabend am Freitag gefreut. Meine Erkältung hatte mich am Dienstag so zerlegt, dass ich nicht einmal aus dem Home Office hatte arbeiten konnte. Nach einem Tag Pause habe ich mich dann wieder an die Arbeit gemacht, denn die letzten zwei Tage war ein Strategie-Offsite angesetzt, das ich keinesfalls missen wollte. Auch wenn dieses wirklich anstrengend war, geht es mir inzwischen deutlich besser. Zudem ist ja Freitag und damit Filmabend angesagt, bei dem wir „Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby“ ausgewählt haben… 👶

Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby (1992) | © Walt Disney

Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby (1992) | © Walt Disney

Eine typisch-untypische Fortsetzung

Der erste Teil „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ konnte mich vergangene Woche wirklich begeistern. An den zweiten Teil hatte ich nur noch wenige Erinnerungen. Allerdings wusste ich, dass mir dieser nicht so gut gefallen hat. Schon alleine, weil ich es spannender finde, in der Welt der Riesen Abenteuer zu erleben als wie „Godzilla“ durch Las Vegas zu stampfen. Dabei muss ich zugeben, dass ich die Prämisse für eine 90er-Jahre-Fortsetzung beinahe schon innovativ finde, denn es werden nicht einfach noch einmal Figuren geschrumpft, was wohl das naheliegendste  Szenario gewesen wäre. Somit besitzt „Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby“ einen anderen Look und auch eine andere Dynamik als der Vorgänger.

Wie bereits im ersten Teil, habe ich auch in der Fortsetzung vor allem über die fantastischen Effekte gestaunt. Es ist schon bemerkenswert, wie viel durch False-Perspective-Einstellungen herausgeholt werden konnte. In diesen Momenten wirkt „Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby“ auch überhaupt nicht veraltet, was abermals zeigt, dass das klassische Effektkino einfach deutlich besser altert als viele frühe oder auch nur ein paar Jahre zurückliegende CGI-Effekte. Die Rahmenhandlung fand ich dieses Mal deutlich schwächer, auch wenn es eine junge Keri Russell (u.a. bekannt aus der TV-Serie „Felicity“) zu sehen gibt.

Fazit

Insgesamt hatte ich auch mit „“Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby“ viel Spaß. Aufgrund der anstrengenden Woche war ich vermutlich auch nicht der aufmerksamste Zuschauer. Insofern vermutlich genau der richtige Film für diesen Abend. Die Kinder hatten ihren Spaß und nun steht noch das Finale der Reihe aus, das ich selbst noch nicht gesehen habe: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Palm Springs (2020)

Der heutige Samstag ist wie im Flug vergangen: Gegen Mittag war ich eine Runde laufen, danach habe ich Rasen gemäht und im Garten gewerkelt. Abends noch ein paar Flammkuchen gemacht und dann hat auch schon „Palm Springs“ gerufen, den ich schon länger sehen wollte. Inzwischen übrigens auf Prime Video verfügbar… 🌴

Palm Springs (2020) | © LEONINE

Palm Springs (2020) | © LEONINE

Let’s do the time loop again!

Eigentlich kann ich mich nun selbst in eine Zeitschleife begeben und noch einmal wiederholen, was ich damals in meiner Besprechung von „The Map of Tiny Perfect Things“ geschrieben habe:

Auch wenn das Genre inzwischen schon ziemlich ausgelutscht ist, so liebe ich es doch. Vielleicht auch, weil ich ich bis heute darauf warte, dass mit „Replay: Das zweite Spiel“ die beste Zeitschleifen-Geschichte verfilmt wird. Der Roman hatte Harold Ramis damals zu „Und täglich grüßt das Murmeltier“ inspiriert und steht somit auch indirekt Pate für „The Map of Tiny Perfect Things“. Natürlich wird auch in diesem Film das Original offen angesprochen. Ebenso wie „Edge of Tomorrow“. Autor Lev Grossman ist sich somit bewusst, dass seine Geschichte keine originelle Prämisse bietet, doch das was er daraus macht, ist durchaus erfrischend. Somit ist „The Map of Tiny Perfect Things“ für den romantischen Film das, was „Happy Deathday“ für den Horrorfilm war.

Auch in „Palm Springs“ wird vorausgesetzt, dass der Zuschauer das Prinzip der Zeitschleife bereits kennt. Es wird kein großer Hehl darum gemacht und lediglich wenn die weibliche Hauptfigur (gespielt von Cristin Milioti, der Mutter aus „How I Met Your Mother“) die Zeitschleife betritt, wird dieser Aspekt kurz angerissen. Im Grunde ist „Palm Springs“ eine absurde Komödie und eine Romanze, was nur deshalb so gut funktioniert, weil Cristin Milioti und Andy Samberg (Jake Peralta aus „Brooklyn Nine-Nine“) eine wunderbare Chemie zusammen besitzen. Mit J.K. Simmons (Fletcher aus „Whiplash“) gibt es zudem einen weiteren Schauspieler, der den Cast perfekt ergänzt und für so manch absurden Moment sorgt.

Wird das nicht langsam langweilig mit den immer gleichen Zeitschleife-Filmen? Für mich tatsächlich nicht. Ich mochte auch die neuen Aspekte, die „Palm Springs“ zum Genre bringt. Besonders schön fand ich übrigens die Mid-Credit-Szene, welche eine ganze Reihe an Möglichkeiten aufmacht. Herrlich! Zudem glaube ich, dass die immer gleiche(?) Prämisse noch nicht ausgereizt ist. Wenn ich konsequenter wäre, hätte ich an meiner Romanidee schon weitergeschrieben. Aber dafür müsste ich wohl selbst in einer Zeitschleife stecken…

Fazit

Auch wenn „Palm Springs“ nichts wirklich Neues erzählt, so mochte ich den lockerleichten bis absurd komischen Ansatz doch sehr gerne. Auch der RomCom-Aspekt hat mir sehr gut gefallen. Für 90 Minuten nahezu die perfekte Unterhaltung, an die ich mich morgen bestimmt noch gut erinnern kann: 8/10 Punkte.

Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft – OT: Honey, I Shrunk the Kids (1989)

Seit ich heute früh um 6 Uhr laufen gegangen bin, liegt ein ziemlich anstrengender Tag hinter mir. Auch der Schlafmangel der letzten Nacht macht sich bemerkbar. Ich bin wirklich froh, dass nun Wochenende ist. Eigentlich war heute ein anderer Film für den Filmabend geplant, doch da die Frau Lehrerin ausgefallen ist, haben wir uns kurzfristig umentschieden und ich habe den Kindern „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ vorgeschlagen. Einen Film aus meiner Kindheit. Wie er bei der heutigen Jugend ankam, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🐜

Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft (1989) | © Walt Disney

Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft (1989) | © Walt Disney

Geschrumpfte Kinder, riesengroßer Spaß!

„Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ ist einer jener Filme, welche auf dem Pausenhof der Grundschule Kultcharakter hatten. Ich kannte die gesamte Handlung noch weit bevor ich in den Genuss kam, den Film zu sehen. An die tatsächlichen Sichtungen kann ich mich noch gut erinnern, wenngleich mir eher einzelne Set-Pieces in Erinnerung waren und nicht der gesamte Film. Und eben diese wunderbar heimelige Disney-Atmosphäre der 1980er/1990er Jahre. Wobei ich aber auch sagen muss, dass „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ durchaus speziell wirkt und einige für Disney ungewöhnliche Härten und einen recht speziellen Humor besitzt. Vermutlich erklärt sich das, wenn man genauer hinschaut, wer sich für das Drehbuch verantwortlich zeichnet: Die Horror-Profis Stuart Gordon („Re-Animator“ oder „Fortress: Die Festung“) und Brian Yuzna (u.a. „Bride of Re-Animator“).

Was „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ speziell auszeichnet ist jedoch nicht das mehr oder minder originelle Drehbuch, sondern die wunderbaren Effekte. Genau so stelle ich mir einen Schrumpf-Genre-Film vor. Die herrlichen Sets und auch die Stop-Motion-Monster (z.B. Ameise oder Skorpion) besitzen alle unglaublich viel Charme. Da können heutige Filme dieses Subgenres, wie „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“, einfach nicht mithalten. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass der Film erstaunlich gut gealtert ist. Klar, wenn man mal von Klamotten und Technik absieht. Aber ich mag es ja sehr, wenn man Filme auch in ihrer Zeit verorten kann und habe gerade eine Schwäche für die späten 1980er und frühen 1990er Jahre. Auch meine Kinder haben sich daran nicht gestört.

Fazit

Ich habe „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ heute wieder sehr genossen. Meine letzte Sichtung liegt mindestens 20 Jahre zurück. Wenn das überhaupt reicht. Damals war es ja noch nicht so einfach, einen bestimmten Film immer dann zu sehen, wenn man darauf Lust hat. Die erste Fortsetzung habe ich nicht mehr als so stark in Erinnerung und die zweite habe ich nie gesehen. Der erste Teil ist jedoch in jeder Hinsicht großes Kino: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Luca (2021)

Da wir gestern bis spät nachts mit einer Freundin meiner Frau zusammensaßen, gab es keinen Filmabend am Freitag. Aber heute führte kein Weg daran vorbei. Momentan haben wir Disney+ drei Monate kostenlos zum Testen, weshalb ich mit „Luca“ sogleich das jüngste Werk von Pixar vorgeschlagen habe. Wie nicht anders zu erwarten ein voller Erfolg und zugleich quasi eine Urlaubsreise nach Italien… 🌊🧜‍♀️

Luca (2021) | © Walt Disney

Luca (2021) | © Walt Disney

Perfekter Urlaubsfilm für alle Daheimgebliebenen

Erst vor ein paar Wochen haben wir mit „Soul“ den letzten Pixar-Film gesehen und ich war extrem begeistert davon. Mit „Luca“ wurde auch das jüngste Werk des Animationsstudios direkt auf Disney+ veröffentlicht. Ich mochte den Trailer sehr und war dennoch gespannt, wie mir der Film letztendlich gefallen würde. Gerade nach „Soul“, der doch deutlich mehr high concept war, schien „Luca“ eher wie ein recht einfacher Abenteuerfilm angelegt zu sein. Warum das jedoch nichts Schlechtes ist, sollte ich in den letzten 100 Minuten erleben dürfen. Meine Kinder haben sich teils weggeschmissen vor Lachen und auch ich wurde so stark in diese Welt gesogen, dass ich mich jetzt schon auf eine weitere Sichtung freue.

„Luca“ lebt stark von seiner Audiovisualität: Wir bereisen ein virtuelles Italien, welches sich jedoch so echt anfühlt, dass es eine wahre Freude ist. Natürlich wirkt es so, weil es in jeder Hinsicht überhöht inszeniert ist. Allerdings nicht plump klischeehaft, sondern unglaublich herzlich und mit einem unfassbaren Blick fürs Detail. Kein Wunder, stammt Regisseur Enrico Casarosa doch aus eben solch einem Dorf, wie Portorosso. Die Geschichte um zwei junge Seeungeheuer, welche die Welt der Menschen entdecken ist voller Abenteuer, Humor und Herz erzählt. Eine Geschichte, um sich darin fallenzulassen und dem grauen Alltag zu entfliehen. Eskapismus in bestem Sinne. Am Ende hatte ich dann auch Tränen in den Augen. Pixar hat es tatsächlich einmal wieder geschafft.

Fazit

Wer, wie wir, dieses Jahr aufgrund von Corona nicht in den Urlaub gefahren ist, hat mit „Luca“ die perfekte Gelegenheit, sich das Urlaubsgefühl auf den heimischen Fernseher zu holen. Gute Laune ist garantiert und ich bin immer noch hin und weg von der Detailliebe der Filmemacher*innen. Eine große Empfehlung: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

The Kominsky Method – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Der Abschluss von „Modern Family“ (zumindest bist zur 10. Staffel) hat eine ziemlich große Lücke in meinem TV-Programm hinterlassen. Auf der Suche nach einer abgeschlossenen Comedy-Serie bin ich auf „The Kominsky Method“ gestoßen, welche recht vielversprechend schien. Eine Serie mit Michael Douglas, die in einer Schauspielschule in Hollywood spielt? Was soll da noch schief gehen? 🎬🧓

The Kominsky Method | © Netflix

The Kominsky Method | © Netflix

Während der Sichtung sollte sich zeigen, dass die Serie mit meiner Vorstellung von ihr eher wenig gemeinsam hatte. Dennoch war es famos, ein paar Hollywood-Altstars wieder vereint zu sehen und als sehr spielfreudig zu erleben:

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This Is Us – Season 4

Nach dem Serienmarathon mit „Bosch“ hat sich nun eine der wenigen Serien, die ich Staffel für Staffel verfolge, in mein allabendliches Programm geschlichen. Die Rede ist von „This Is Us – Season 4“ und ich musste eineinhalb Jahre seit der dritten Staffel auf die Sichtung warten. Warum mir der Abschied auch nach dieser Staffel wieder schwer gefallen ist, lest ihr in der folgenden Besprechung… 😭

This Is Us – Season 4 | © NBC

This Is Us – Season 4 | © NBC

So viele Emotionen in nur 18 Episoden

Die erste Episode der vierten Staffel hat mich stark an die allererste Episode der Serie erinnert: Man lernt drei neue Figuren kennen und kann sie und ihren Bezug zu den bekannten Charakteren lange nicht einordnen. Erst am Ende fallen die Puzzle-Stücke an ihren Platz. Da hatte mich die Serie wieder komplett gepackt und es war auch ein guter Einstieg nach der langen Abwesenheit. Von diesem Punkt aus entspinnt sich erneut ein Geflecht aus unterschiedlichen Geschichten bzw. Handlungselementen, die jeweils durch Ereignisse aus der Vergangenheit (und manchmal auch Zukunft) der Großfamilie Pearson gespiegelt werden. Der narrative Aufbau ist dabei so kunstvoll, dass mir dieser wahrlich Respekt abringt. Und da spreche ich noch gar nicht von den absolut passend besetzten Schauspieler*innen auf allen Zeitebenen. Das ist schon ein kleines bis großes Kunstwerk.

Inhaltlich wird es wieder sehr dramatisch und ja, man kann dem Drehbuch der Serie bestimmt vorwerfen, dass es uns Zuschauer*innen manipuliert. Die Grenze zum Kitsch, und damit zum Tearjerker, ist fließend und ich hatte wirklich auch bei jeder einzelnen Episode Tränen in den Augen. Aber ich sehe das nicht als Negativpunkt, denn jede Serie verfolgt ja das Ziel irgendeine Art von Emotion zu erwecken. Hier ist es eben oft Mitgefühl und Trauer, aber auch Freude und Zuversicht. Ich mochte wirklich jede einzelne Episode. In der zweiten Hälfte der Staffel gab es mit der „A Hell of a Week“-Trilogie und dem Besuch einer alternativen Realität mit „After the Fire“ ein paar fast schon fast experimentell anmutende Episoden, welche aber immer noch sehr in der Handlung der Serie geerdet sind. Das Finale wird dann noch einmal sehr dramatisch, gibt aber erneut einen Ausblick in eine durchaus versöhnliche Zukunft. Ein schöner Schlussakkord, der mich jetzt schon auf die kommende Staffel hinfiebern lässt. Filmfreunde sollten übrigens speziell die Augen offen halten, denn M. Night Shyamalan (Regisseur von u.a. „The Sixth Sense“ oder „The Village“) hat einen Gastauftritt.

Fazit

Spätestens mit der vierten Staffel hat sich „This Is Us“ den Platz unter den besten Familienserien gesichert. Vermutlich ist es für mich sogar die beste Familienserie, da sie sehr aktuell und am Puls der Zeit ist und durch ihre Erzählstruktur doch zeitlos wirkt. Mir ist es wieder sehr schwer gefallen, Abschied zu nehmen. Nun beginnt das Warten auf die letzten beiden Staffeln: 10/10 (9.5) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Shadow in the Cloud (2020)

Nach einem recht ereignislosen und leider auch verregneten Tag, hatte ich abends noch Lust auf einen Film. Da habe ich mich daran erinnert, dass „Shadow in the Cloud“, den ich ohnehin sehen wollte, auf Prime Video läuft. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde kam mir die knackige Laufzeit von gerade einmal 83 Minuten auch recht. Ob der Genre-Mix den Erwartungen gerecht werden konnte? 🛩👹

Shadow in the Cloud (2020) | © Capelight (Alive)

Shadow in the Cloud (2020) | © Capelight (Alive)

Gute Grundidee, leider nichts draus gemacht

Ich mag es ja, wenn Genres miteinander verknüpft werden. Völlig egal, ob Gangsterfilm und Vampir-Splatter in „From Dusk Till Dawn“ oder Kriegs- und Zombiefilm in „Operation: Overlord“. Nun also Kriegs- und Monsterfilm. Die Entstehungsgeschichte von „Shadow in the Cloud“ war turbulent und aufgrund eines #MeToo-Skandals gab es etliche Überarbeitungen des Drehbuchs. Viele Bälle also in der Luft. Leider dann doch zu viele. Dabei startet der Film recht vielversprechend und ich mochte die Begrenzung auf nur einen winzigen Schauplatz und das konsequente Dranbleiben an der Hauptfigur, gespielt von Chloë Grace Moretz (u.a. bekannt aus „Let Me In“). Die Atmosphäre war hier schön dicht und der Film hätte sich in jede Richtung entwickeln können. Dann jedoch der erste große Fehler: Das Monster (ein Gremlin) wird bereits viel zu früh in ganzer Pracht gezeigt. Nichts von „Der weiße Hai“ gelernt?

Je länger der Film voranschreitet, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass „Shadow in the Cloud“ nur existiert, weil die Macher irgendwie Zugang zu einer alten B-17 hatten. Und das Drehbuch dann halt irgendwie um diesen Fakt herum geschrieben wurde. Man sieht keine totalen Außenaufnahmen (nicht einmal beim Absturz) und auch sonst ist das Flugzeug-Set der einzige Handlungsort. Versteht mich nicht falsch, das hätte gut funktionieren können, doch leider wird nichts daraus gemacht. Das Drehbuch ist zudem größtenteils wirklich schwach und der Gremlin? Was sollte der eigentlich? „Shadow in the Cloud“ inszeniert ihn weder als bedrohliches oder gar gruseliges Monster, noch als mögliches Hirngespinst. Er ist irgendwie einfach da. Und dann der Ellen-Ripley-Gedächtnismoment am Ende. Ich weiß ja nicht. Das sah für mich alles nach erzwungenem Female-Empowerment-Motiv aus, ohne dass dieses jedoch in der Figur oder der Handlung spürbar gewesen wäre. Dazu passt auch der Abspann, der mindestens ebenso aufgesetzt wirkt. Wirklich schade.

Fazit

Ich mochte die erste Hälfte des Films recht gerne. Auch die effiziente Art der Inszenierung und die Atmosphäre. Es stört mich auch nicht, dass man versucht hat, das wohl geringe Budget zu übertünchen. Nur leider hat man es anscheinend einzig und allein auf eine seltsam egale CGI-Figur geschmissen und dafür an Autoren gespart. Ich hätte den Film sehr gerne gemocht, so ist er bestenfalls durchschnittlich: 5/10 Punkte.

Soul (2020)

Eigentlich war ich heute Abend unglaublich platt, als wir vom Schwimmen zurückgekommen sind. Dann jedoch haben die Kinder den drängenden Wunsch nach einem Filmabend geäußert und aus irgendeinem Grund haben wir Eltern diesem nachgegeben. Dafür habe ich mich mit Pixars „Soul“ für einen Film entschieden, den ich selbst schon lange sehen wollte. Ob er auch bei den Kindern ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🎹🎶🎷

Soul (2020) | © Walt Disney

Soul (2020) | © Walt Disney

Ein Film mit unfassbar viel Seele und Herz

Man hat über „Soul“ ja schon einiges gehört. Der Film ist ja bereits mit einigen Vorschusslorbeeren gestartet. Also auf Disney+, denn Kino war ja leider nicht. Auch die meisten Besprechungen danach waren sehr positiv, doch unter diesen fanden sich auch einige Stimmen, die meinten Pixar hätte hiermit einen reinen Kunstfilm für Erwachsene abgeliefert. Kinder würden sich langweilen oder keinen Zugang finden. Insofern war ich durchaus gespannt, mit was für einen Art von Film ich letztendlich rechnen könnte. Zu Pixar gehört es ja, dass die meisten Filme (z.B. „Coco“) von allen Altersklassen geliebt werden können. Bis zu einem gewissen Punkt war ich mir bei „Soul“ da selbst nicht so sicher…

Meine Sorgen sollten allerdings unbegründet sein: Die Handlung auf der Erde ist ziemlich realistisch inszeniert. Zwar besitzen alle Charaktere, inklusive Joe Gardener (übrigens die erste afroamerikanische Hauptfigur in einem Pixar-Film), eher einen Cartoon-Look, doch Schauplätze und Kamera könnten auch einem Realfilm entspringen. Ganz anders sieht es dann im Davorseits aus, welches eher abstrakt dargestellt ist. Hier habe ich mir auch für einen kurzen Moment gedacht, dass diese Abstraktionsebene, sowohl inhaltlich als auch visuell, vielleicht zu viel für die Kinder sein könnte. Dann jedoch springt der Film in eine herrliche Body-Switch-Komödie, welche teils zum Brüllen komisch ist und doch unfassbar viel Herz besitzt. Spätestens hier hatte „Soul“ uns alle für sich gewonnen. Das Finale ist dazu noch so herzerwärmend, dass mir fast eine Träne über die Wange gekullert ist. Seufz. Einfach schön.

Fazit

Für mich reiht sich „Soul“ zweifellos in die ganz großen Pixar-Werke ein. Inhaltlich ist der Film wunderbar ideenreich und unterhaltsam. Hinzu kommen die technischen Aspekt, die einfach nur beeindruckend sind. Ein voller Erfolg und das für die gesamte Familie. Pixar hat es einfach immer noch drauf: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)