From Dusk Till Dawn (1996)

Es gibt viele prägende Filme in meiner persönlichen Filmgeschichte. Doch kaum ein Film hat jemals soviel Eindruck hinterlassen, wie „From Dusk Till Dawn“. Ich erinnere mich noch genau an die erste Sichtung: Nach der überschwänglichen Empfehlung eines weiter entfernt wohnenden Freundes, habe ich – zusammen mit meinem damals besten Freund – den Film irgendwie aus der winzigen örtlichen Videothek geschmuggelt. Alleine das war für unter 18jährige schon ein kleines Abenteuer. Dann die Sichtung. Wow. Wir wurden förmlich überrumpelt. Dieser Film hat uns eine völlig neue Filmwelt eröffnet. Da mein Freund älter war und kurze Zeit später völlig legal die Videothek betreten durfte, folgten in den kommenden Wochen Filme wie „Braindead“ und alles weitere, was es von Tarantino oder Rodriguez gab. Mein Interesse am etwas anderen Film war geboren.

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„From Dusk Till Dawn“ war zudem einer der wenigen Filme, die ich auf VHS besessen habe – bzw. noch besitze: Die ungeschnittene Widescreen-Version aus UK, gekauft von besagtem 18jährigen Freund im WOM. Was war ich damals stolz. In den kommenden Jahren habe ich den Film unzählige Male gesehen, bis er sich irgendwann totgelaufen hatte. Nun – etliche Jahre später – die erneute Sichtung und ich kann immer noch verstehen, was mich damals so fasziniert hat.

Auch heute noch macht die Verbindung zweier Genres auf mich einen frischen und innovativen Eindruck. Doch im Gegensatz zu den ersten Sichtungen, gefällt mir die erste Hälfte deutlich besser. Diese ist typisch Tarantino und angereichert mit abgefahrenen Dialogen und dem schwärzesten Humor. Allein der Prolog. Fantastisch. Der Film ist hier wahrlich eine Gradwanderung zwischen An- und Entspannung. Er macht Spaß, doch es schwingt stets etwas Unangenehmes mit. Ich habe hier öfters an Rob Zombies „The Devil’s Rejects“ denken müssen – eine ähnliche Atmosphäre. Ab dem Titty Twister nimmt deutlich die Handschrift von Robert Rodriquez zu. Die nun folgenden Splattereinlagen machen immer noch Spaß – zumal auch hier der für Tarantino typische schwarze Humor vorherrscht – doch sind die Abnutzungserscheinungen etwas stärker, als in der ersten Hälfte.

Nachdem der Film in meinem Freundeskreis die Runde gemacht hatte, hat die Anzahl der an Halloween im schwarzen Anzug erscheinenden Jungs deutlich zugenommen. Die Zitate sind in den täglichen Wortschatz mit eingeflossen und Darsteller wie George Clooney oder Harvey Keitel wurden als Garant für gute Unterhaltung gewertet. Von Regisseur und Autor einmal gar nicht zu sprechen. Der Soundtrack wurde auf Parties rauf und runtergespielt und selbst heute höre ich ihn noch gerne. „From Dusk Till Dawn“ war ein Phänomen.

Nachdem ich nun unzählige Filme mehr gesehen habe, kann ich nur sagen, dass ich nach all den Jahren „From Dusk Till Dawn“ auch heute noch in mein Buch der coolen Filme aufnehmen würde: 9/10 Punkte.

20 Gedanken zu “From Dusk Till Dawn (1996)

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  2. 100% Zustimmung! „Was glaubst Du was ich will, Du alter mieser Penner. Ich will ein verdammtes Scheiß-Zimmer!“

    Und ich muß noch dazu sagen, dass ich überhaupt kein Freund von Splattern bin und trotzdem der letzten Hälfte etwas abgewinnen kann. Ist originell und geistreich gemacht, teilweise sogar mit Witz!

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  3. Die Dialoge sind teils schon wirklich genial – und so eingänglich. Damals sind sie bei uns natürlich auf sehr fruchtbaren Boden gefallen… 😉

    Ich habe generell nichts gegen Splatter, solange der Kontext stimmt. „From Dusk Till Dawn“ ist da immer noch ein glänzendes Beispiel für spaßigen Guts’n’Gore.

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