Let Me In (2010)

Nachdem meine Freizeit in den letzten Tagen gegen Null tendierte und sich die Besucherzahlen dieses Blogs in ähnlichen Regionen eingefunden haben, wollte ich vorerst nur noch effiziente Kurzkritiken verfassen. Irgendwo muss man ja anfangen. Doch nach einem anstrengenden Arbeitssamstag wanderte Matt Reeves „Let Me In“ auf die Mattscheibe – und hat mich komplett gefesselt. Folglich keine Kurzbesprechung. Als Filmfreund hat man es schon nicht leicht…

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Die Geschichte des Films hatte mich schon länger gereizt. Allerdings wusste ich nicht, welche Version ich mir ansehen soll. Das schwedische Original „So finster die Nacht“ aus dem Jahr 2008, oder das zwei Jahre später folgende US-Remake „Let Me In“? Die meisten werden sagen: natürlich das Original! Allerdings verstehe ich kein Schwedisch und liegt beiden Filmen eine Buchvorlage zugrunde. Aufgrund ebenfalls sehr guter Kritiken und meiner Kenntnis der Originalsprache, habe ich mich letztendlich für das Remake entschieden. Auf jeden Fall eine gute Wahl, wenngleich ich nun doch neugierig auf „Let the Right One In“ bin.

Es mag am heutigen Tag liegen, doch so mitgenommen hat mich schon lange kein Film mehr. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht. Dabei ist es nicht leicht das Gesehene emotional einzuordnen. Was das Genre angeht, bewegt sich der Film irgendwo zwischen Horror und Coming-of-Age, was ohnehin schon eine interessante Mischung ist. Auch die Charaktere sind nicht leicht zu greifen. Man fühlt sich von ihnen abgestoßen und fiebert dennoch mit ihnen mit. Die Trostlosigkeit der Wohnsiedlung sickert aus jedem einzelnen Frame – und doch gibt es irgendwo da draußen Hoffnung.

Der 80er Jahre Look ist Regisseur Matt Reeves („Cloverfield“) wirklich exzellent gelungen. Einzig ein paar CGI-Elemente wirken ein wenig befremdlich, jedoch könnte ich mir vorstellen, dass dies durchaus beabsichtigt war, um die animalische Seite Abbys zu unterstreichen. Am meisten konnten mich jedoch die beiden Jungdarsteller Kodi Smit-McPhee, den ich bereits in „The Road“ toll fand, und Chloë Grace Moretz, die ich seit „Kick-Ass“ immer für ein wenig überbewertet hielt, begeistern. Wirklich fantastische Leistungen!

Auch wenn ich die leise Stimme in meinem Kopf nicht ganz verdrängen kann, die behauptet das schwedische Original wäre bestimmt noch besser gewesen, wird mir „Let Me In“ wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Genau solche Genrefilme will ich sehen. Aufgrund des Remake-Faktors lasse ich bei der Bewertung noch wenig Luft für das Original – obwohl es ja häufig so ist, dass einem die Fassung, die man zuerst gesehen hat, auch weiterhin besser gefällt: 8/10 Punkte.

50 Gedanken zu “Let Me In (2010)

      • Ich fang mal chronologisch an und hab mir „So finster die Nacht“ geordert, bin mal gespannt wie er mir als Nicht-Horror-Gucker so gefällt.

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      • Das ist vermutlich auch der sinnvollere Weg. Ich habe erst kürzlich wieder ein vernichtendes Urteil über das Remake gehört – vielleicht kannst du danach kurz deinen Vergleich posten? 🙂

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      • Die Sichtung erfolgt am diesem WE, habe mir den Film daher gerade nochmal bei IMDB angeschaut. Da fiel mir auf, das der Kameramann Hoyte van Hoytema war, der ebenfalls „Her“ gefilmt hat.
        Wann wird der denn endlich von dir rezensiert, bin echt gespannt wie deine Bewertung dazu ausfällt?

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      • Ich bin gespannt, besonders auf den Vergleich! Was „Her“ angeht, so befindet sich dieser schon auf meiner Liste, da ich Spike Jonze ziemlich großartig finde. Bisher gibt es aber noch keine konkreten Sichtungspläne.

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  1. Ah, gut das du micht dran erinnerst. Ich hatte vor längerer Zeit schonmal den Plan den Film zu schauen, habe es dann aber doch wieder verdrängt.
    Das Original war mehr als großartig. Sowohl von dem Cast, als auch von der Atmosphäre des Films. Es hatte mich aber doch sehr interessiert, wie sich die US-Version schlägt. Zumal die beiden Schauspieler bereits vorher spannende Rollen hatten.
    Danke für den Tipp jedenfalls. 😉

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  2. In dem Fall fand ich sogar beide Filme sehr gelungen. Ich weiß nicht mehr genau, was, aber ich hatte schon den Eindruck, dass beide etwas Eigenes haben und erreichen. Außerdem gefiel mir auch die sonst sehr einseitige Chloë Grace Moretz hier ausgesprochen gut.

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    • Das ist doch einmal eine sehr erfreuliche Aussage! Auch ich hatte vor der Sichtung gelesen, dass das Remake eigenständige Elemente zu der Prämisse beiträgt. Was Chloë Grace Moretz angeht, so hatte ich exakt den gleichen Eindruck. Eine wirklich beeindruckende Leistung.

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  3. Beides tolle Filme, wobei der zweite ja teilweise ganze Einstellungen übernimmt. Du weißt aber schon dass Du genau mit der Begründung den Remake-Wahnsinn der Amis unterstützt? Statt zu synchronisieren, mal eben neu drehen. Dabei sind doch grade die deutschen Synchros heutzutage recht gut. Doch ich weiß, das sag ich dem falschen…

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    • Nur mit dem Unterschied, dass es das Remake eben schon gab und ich daher die Entscheidung hatte. Ansonsten hätte ich wohl auf die schwedische Tonspur samt Untertitel gesetzt. Davon abgesehen war die Sprache ja nicht der einzige Faktor, sondern in meinem Fall eben auch Verfügbarkeit und ein paar Dinge, die ich im Vorfeld über die Unterschiede zwischen beiden Filmen gelesen hatte.

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  4. Habe mir gerade die Vorgeschichte bei Wikipedia durchgelesen und das klingt schon unheimlich spannend! Ich kenne das Original leider nicht, aber dann werde ich mir bestimmt mal beide Filme anschauen.

    Übrigens eine sehr interessante Rezension!

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    • Dann bin ich schon einmal auf deine Besprechungen gespannt! Ich kann den Film – wie du ja schon gelesen hast – auf jeden Fall nur empfehlen, da die Geschichte wirklich eindringlich ist.

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  5. Ja, dem kann ich nur zustimmen. Ich war damals von dem Film auch absolut begeistert. Und gerade weil es sich um ein Remake handelt, macht es die Leistung tatsächlich noch ein bisschen besser. Und seit dem steht Chloë Grace Moretz auf meiner Liste von Schauspielern, von denen ich keinen Film verpasse – nach „Kick Ass“ stand sie das erstaunlicherweise nocht nicht.

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    • Ja, mich hat das Schauspiel der jungen Dame auch beeindruckt. Man hatte wirklich das Gefühl es wäre eine alte Seele, gefangen im Körper eines Kindes. Einfach fantastisch! Ich nehme an du hast auch nur das Remake gesehen?

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  6. Ich habe bisher auch nur das Remake gesehen und zwar letzten Winter. Habe es damals ganz genauso wie du als sehr stimmungsvoll und gelungen empfunden, vor allem weil zu dem Zeitpunkt Schnee draußen lag. Das hat das Erlebnis noch verstärkt. Direkt danach habe ich mir das Original geholt und wollte auf den nächsten Schnee warten … doch der kam nicht mehr. 😉 Vielleicht lass ich das mit dem auf den Schnee warten und sehe ihn mit einfach an, jetzt hätte ich auch genügend Abstand zu „Let me in“.

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    • Stimmt, wenn draußen Schnee liegt, dann funktioniert der Film bestimmt noch einmal besser. Allerdings hat auch der Kontrast (gestern war es bei uns eher frühlingshaft warm) einen interessanten Effekt gehabt und der Film konnte dennoch seine frostige Atmosphäre verbreiten. Also schau ruhig das Original (wenn du es ohnehin schon zu Hause hast) und berichte einmal darüber – würde mich sehr interessieren! 🙂

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  7. Ich habe vor gar nicht allzu langer Zeit (im Rahmen des Horrorctobers) das Original und das Remake direkt hintereinander geschaut und muss sagen, dass beide Filme ihre Daseinsberechtigung haben. Insgesamt hat mir das Original allerdings einen Tick besser gefallen, nicht zuletzt, weil im Remake ein wesentliches (und tragisches) Detail zu Abby bzw. Eli einfach ignoriert wird (oder ich hab’s verpasst).

    Dennoch zwei wirklich tolle Filme!

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    • Schön hier einmal zu lesen, dass auch das Remake eine Daseinsberechtigung hat. Was das ausgelassene Detail angeht, so kann ich mir schon vorstellen was du meinst (und nein, du hast da nichts verpasst). Ist auf jeden Fall ein interessanter Aspekt, wenngleich ich es hier eher faszinierend fand, dass man so gar nichts von der Vorgeschichte der Vampire mitbekommen hat.

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    • 2008 war ich nicht auf dem FFF, schade! War bestimmt ein tolles Kinoerlebnis, zumal das FFF-Publikum ja auch meist eher aufmerksam ist und solch ein Film somit selbst im Kino seine Wirkung entfalten kann.

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  8. Nach der Lektüre bekam ich den schwedischen Film ein bisschen später geschenkt. Das Buch war in einem Rutsch durchgelesen worden, selten hatte sich eine so spannende Geschichte so entwickelt, dass das Ende besser früher als später erreicht werden sollte, deshalb saß ich dem Film skeptisch gegenüber, bis er dann doch im DVD-Spieler landete.
    Die Atmosphäre aus dem Buch fand ich im Film nur angedeutet (vielleicht wäre ein bisschen mehr Dunkel im Raum besagter Atmosphäre zuträglich gewesen, dagegen spricht allerdings mein Horror vor Horror), trotzdem fand ich den Film spannend bis zum Schluss.
    Das Remake wollte ich aber seither trotzdem nicht ansehen. Es gibt Geschichten, die empfinde ich als so nachhaltig beeindruckend, dass ein zweites Ansehen für alle Zeiten absolut ausgeschlossen ist.
    Egal in welcher Form.

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    • Hmm, vielleicht sollte ich dann gar nicht auf das schwedische Original schielen, sondern lieber einen Blick auf die Vorlage werfen. Klingt auf jeden Fall sehr verlockend!

      Was du über solch besondere Geschichten schreibst, kann ich gut nachvollziehen. Dennoch reizt es mich immer wieder in solche Welten zurückzukehren, auch wenn die Zweitsichtung bzw. Sichtung einer anderen Fassung dann häufig mit Enttäuschungen verbunden ist.

      Zumindest das Buch ist gerade in den Warenkorb gewandert…

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  9. Klingt gut. Ich schleiche immer wieder um den Film rum und traue mich nicht, ihn zu gucken, weil ich das Original so stark fand. Aber du bist nicht der erste, der dem Remake gute Qualitäten zuschreibt, von daher sollte ich es mir vielleicht irgendwann auch mal anschauen.

    Und du guck gefälligst das Original!!!! 😀

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