Kong: Skull Island (2017)

Was für eine Woche. Tagsüber gearbeitet, abends das kranke Kind versorgt und nachts mit vielen Unterbrechungen nur sehr wenig geschlafen. Zeit für das Wochenende, Zeit für einen Film. Die Wahl fiel auf „Kong: Skull Island“ und das war auch gut so, denn dieser Art von Film hat es vielleicht nicht so sehr geschadet, dass wir ihn mit mehreren Pausen über fast vier Stunden strecken mussten. Ob sich die Reise nach Skull Island für uns dennoch gelohnt hat?

Kong: Skull Island (2017) | © Warner Home Video

Kong: Skull Island (2017) | © Warner Home Video

Perfekt inszenierte Monster-Action

Noch bevor es nach Skull Island geht, lebt der Film seine 70er-Jahre-Ästhetik großzügig aus. Man fühlt sich in einer Art Parallelwelt, in der „Apocalypse Now“ bereits die Popkultur der Vietnamkriegs-Ära geprägt hat und die Soldaten sich dessen völlig bewusst sind. In seinem Prolog wirkt „Kong: Skull Island“ dadurch wie ein Meta-Kommentar, was ich stilistisch durchaus spannend fand. Auch auf der Insel wird diese Ästhetik beibehalten und mit bombastischer Monster-Action kombiniert. Und wenn ich schreibe bombastisch, dann meine ich das auch so. Der Film sieht unglaublich gut aus und die Balance aus gebauten Sets und CGI funktioniert tadellos. Gerade in 3D sind die oft weitläufigen Landschaftsaufnahmen ein wahrer Augenschmaus. Selbst die großen Kampfszenen sind stets übersichtlich und ohne hektische Wackelkamera inszeniert, was für Freunde von Monster-Filmen, zu denen ich mich zweifellos zähle, ein großes Vergnügen ist.

Auf der inhaltlichen Seite hat „Kong: Skull Island“ dagegen weniger zu bieten. Dennoch funktioniert die Handlung für mich tadellos als geradlinige Abenteuergeschichte. Die Charaktere sind durchaus brauchbar und ihnen wird von der hochkarätigen Besetzung, u.a. Brie Larson („Raum“) oder Tom Hiddleston („Crimson Peak“), ausreichend viel Leben eingehaucht. Im Vergleich zu Peter Jacksons „King Kong“ aus dem Jahr 2005 ist dieser neue Auftritt des gigantischen Affen inhaltlich aber eher schwach auf der Brust.

Fazit

Mir hat „Kong: Skull Island“ extrem viel Spaß gemacht, was mit Sicherheit an meinem Faible für Monsterfilme liegt. Auch wenn mich unzählige Unterbrechungen immer wieder aus dem Film gerissen haben, so ist mein Gesamteindruck doch gut genug, um gespannt zu sein, wie sich Kong mit „Godzilla“ in einem gemeinsamen Film vereinbaren lässt: 7/10 Punkte.

Game of Thrones – Season 7

Wie lange musste ich warten, bis auch ich endlich in den Genuss von „Game of Thrones – Season 7“ gekommen bin – und dann ist nach sieben Episoden schon wieder alles vorbei. Doch damit bin ich zumindest nicht alleine. So erging es vor knapp einem Jahr auch den Zuschauern, die bereits bei der Pay-TV-Ausstrahlung eingeschaltet hatten. Bis zur Ausstrahlung der achten und finalen Staffel, müssen wir uns nun alle noch ein gutes Jahr gedulden. Bis dahin jedoch, könnt ihr euch noch meine Besprechung zur siebten Staffel zu Gemüte führen…

Game of Thrones – Season 7 | © Warner Home Video

Game of Thrones – Season 7 | © Warner Home Video

Die Herrschaft des Feuers

Dachte ich bereits, die finalen Episoden der sechsten Staffel seien an epischen Bilder nicht mehr zu überbieten, so setzt die Serie in ihrem siebten Jahr die Messlatte noch eine ganze Stufe höher. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass man endlich bombastische Drachen-Action zu sehen bekommt, wie es sie ohnehin viel zu selten in Film und Fernsehen gibt. Aufgrund der Produktionswerte kann ich auch verstehen, warum man sich auf sieben Episoden beschränkt hat. Die Effekte stehen denen großer Blockbuster in nichts nach und es ist einfach nur famos, die Drachen endlich im Einsatz zu sehen. Durch die Verdichtung der Laufzeit schreitet die Geschichte auch viel schneller voran, als man dies aus den vorhergehenden Staffeln gewohnt war. Dies sehe ich durchaus als positiven Punkt, wenngleich ich gerne auch mehr Zeit in Westeros verbracht hätte. Gerade die episch angelegt Episoden mit über 70 bis 80 Episoden Laufzeit lassen ein richtiges Kinogefühl aufkommen.

Zusammenführung offener Handlungsstränge

Müsste ich die Staffel mit nur einem Wort beschreiben, dann wäre dies wohl Payoff. Es fügt sich endlich vieles zusammen, was zuvor behutsam aufgebaut wurde. Die Drachen-Action (ich kann es nicht oft genug erwähnen) ist nur ein Teil davon. So treffen endlich Daenerys Targaryen und Jon Snow aufeinander. Arya und Bran finden zurück nach Winterfell und werden mit Sansa wiedervereint. Es kommt zum Zusammentreffen zwischen Tyrion und Cersei, dem auch alle anderen wichtigen Parteien beiwohnen. Der Night King demonstriert seine Macht und die große Bedrohung wird endlich greifbar. Selbst Theon Greyjoy bekommt seinen Erlösungsmoment mit Jon Snow und darf kurz darauf heldenhafte Anwandlungen zeigen. Das alles ist so dicht und packend erzählt, dass kaum eine Verschnaufpause bleibt. Durch die Auflösung dieser detailliert vorbereiteten Handlungsstränge stellt sich laufend ein Gefühl der Befriedigung ein, selbst wenn diese siebte Staffel letztendlich nur der Prolog zum großen Finale ist.

Fazit

Nun liegt bereits die zweite Staffel hinter mir, die über George R. R. Martins Vorlage hinausgeht. Mich würde tatsächlich interessieren, was dabei alles auf der Strecke geblieben ist bzw. ob die Showrunner es erneut geschafft haben, die komplexen Inhalte gekonnt zu verdichten. Ob man es jemals erfahren wird? Eines ist sicher: Auch die siebte Staffel von „Game of Thrones“ bietet famose Fantasy-Unterhaltung und ich kann eine Rückkehr nach Westeros schon jetzt nicht mehr erwarten. Ganz großes Serienkino: 10/10 (9.6) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – OT: Fantastic Beasts and Where to Find Them (2016)

Aktualisierung: Ich habe „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind″ am 10. Januar 2026 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einer ruhigen Woche auf meinem Blog, freue ich mich darauf pünktlich zum Wochenende einen neuen Film zu besprechen: Die Wahl ist heute auf „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ gefallen. Wieso? Ich habe die Podcasts der Second Unit zur „Harry Potter“-Reihe zu Ende gehört und nun wieder Lust bekommen, in diese Welt abzutauchen. Die originalen acht Filme wären mir zu zeitaufwendig und diesen ersten Teil der neuen Saga wollte ich ohnehin schon länger schauen…

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Willkommen bei den amerikanischen Zauberern

Im Gegensatz zu den Filmen der „Harry Potter“-Reihe, spielt „Fantastic Beasts and Where to Find Them“ in den USA. New York City, um genau zu sein. Und zwar im Jahr 1926. Im Grunde hat man es also mit einem Prequel zu „Harry Potter und der Stein der Weisen“ zu tun, was wohl in den kommenden Teilen noch weiter ausgebaut werden soll. Hier fand ich es jedoch ganz angenehm, dass die Bezüge zum berühmten Original eher subtil sind. Der Film fühlt sich aufgrund seiner Zeit und seines Schauplatzes auch ganz anders an, als die acht Filme rund um Harry Potter. Dennoch fand ich es herrlich, wieder sich bewegende Bilder sowie herumfliegendes Geschirr zu sehen – gerade in 3D ein visuelles Vergnügen.

Mit Newt Scamander begegnen wir auch einer neuen Hauptfigur, die in unserer Realität der fiktive Autor des titelgebenden Sachbuchs „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ ist. Eddie Redmayne macht seine Sache zwar durchaus gut, doch kann ich mich mit seiner Art zu schauspielern nicht so richtig anfreunden (siehe auch „Jupiter Ascending“). Am meisten begeistert hat mich wohl Dan Fogler, den ich bereits in „Fanboys“ und der kurzlebigen Comedy-Serie „Man Up!“ sehr mochte, und der hier einen großartigen Auftritt als sympathischer Sidekick hat.

David Yates hat, wie bereits seit „Harry Potter und der Orden des Phönix“, erneut die Regie übernommen und er zeigt, dass er diese magische Welt mühelos inszenieren kann. Gerade die ruhigeren Szenen, oder auch die ausgefallene Nebenhandlung im Koffer, haben mir gefallen. Die Hauptgeschichte jedoch ist leider unfassbar generisch und endet in einem ermüdenden Action-Finale, was viel von der zuvor aufgebauten Atmosphäre kaputt macht.

Fazit

Auch wenn „Fantastic Beasts and Where to Find Them“ kein perfekter Film ist (oder ein Film, der zu perfekt auf Blockbuster getrimmt wurde), so ist er doch ein großer Spaß für alle Freunde der Zauberwelt. Ich freue mich auf die Fortsetzungen und bin gespannt, für welchen Weg man sich entscheiden wird: Eigenständigkeit oder echtes Prequel. Kann man sich durchaus anschauen: 7/10 Punkte.

300: Rise of an Empire (2014)

Ein langer Tag mit Schnee, fettigem Essen und einem gewissen Maß an Lagerkoller geht zu Ende. Eigentlich zu spät aufs Sofa gekommen und zu müde für einen Film gewesen, habe ich dennoch „300: Rise of an Empire“ in den Player geschoben. Was die Fortsetzung zu Zack Snyders Action-Kracher „300“ zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

300: Rise of an Empire (2014) | © Warner Home Video

300: Rise of an Empire (2014) | © Warner Home Video

Eva Green rettet den Film vor der Belanglosigkeit

Tatsächlich sieht „300: Rise of an Empire“ wieder enorm gut aus. Die comichaften Schlachtszenen wirken noch perfekter und glatter – und das trotz der Hektoliter an CGI-Blut, die hier vergossen werden. Nein, Noam Murros Sequel ist nicht brutal, sondern einfach nur größer, bunter, lauter. Eine typische Fortsetzung eben. Das Übermaß an Gewalt verpufft komplett, da sie keinen Effekt auf unsere Charaktere hat. Es ist egal wer stirbt und wer lebt, was wirklich schade ist, denn so manche Kampfszene bietet wahrlich famos anzusehende Einstellungen.

Neben der fahrigen Erzählweise (im Prinzip eine Aneinanderreihung an Rückblenden), ist wohl die schwache Hauptfigur Themistokles einer der größten Fehler des Films. Hauptdarsteller Sullivan Stapleton bleibt komplett blass. Ihm fehlt jegliches Charisma, das Gerard Butler im ersten Teil noch zu verströmen wusste. Dafür gibt es mit Eva Greens Artemisia eine sehenswerte Gegenspielerin, die den Film auch fraglos dominiert. Eva Green (u.a. bekannt als Vanessa Ives in „Penny Dreadful“) ist sich hier für nichts zu schade und setzt ganz auf den Exploitation-Charme des Films. Leider nimmt sich der Rest des Fantasy-Actioners viel zu Ernst und kann nicht mit ihrer Performance mithalten.

Fazit

Auch wenn „300: Rise of an Empire“ kein wirklich guter Film ist, so hatte ich doch Spaß bei der Sichtung – und das lag vor allem an den teils toll anzusehenden Bilder und Eva Green. Nötig war diese Fortsetzung keineswegs, doch wer „300“ mochte, der kann ruhig einmal reinschauen. Oder eben auch nicht. Heute gesehen, morgen vergessen. Immerhin ein wenig gelungener als der „300“-Klon „Krieg der Götter“: 5/10 Punkte.

Penny Dreadful – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Um die Serie bin ich im vergangenen Jahr schon länger herumgeschlichen und die beständigen Empfehlungen verschiedenster Blogger (ganz besonders mwj) haben ihr Übriges getan, um mich zum Kauf der Komplettbox von „Penny Dreadful“ zu bewegen. Im Vorfeld wusste ich nur, dass die Serie die Horrorgestalten des viktorianischen Englands vereint und Eva Green die Hauptrolle spielt. Was hat „Penny Dreadful“ sonst noch zu bieten?

Penny Dreadful | © Paramount (Universal Pictures)

Penny Dreadful | © Paramount (Universal Pictures)

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The Great Wall (2016)

Ich war gerade dabei, mich etwas unentschlossen vor das Filmregal zu stellen, da schaute ich noch durch mein Feedly und entdeckte auf dem Medienjournal eine Besprechung von „The Great Wall“. Da der Film bei mir ungesehen im Regal stand, nahm ich das als Wink des Schicksals, packte die 3D-Brillen aus und begab mich ins China der Song-Dynastie…

The Great Wall (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Great Wall (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Monster, Pfeile und Matt Damon

Da uns der Tag (und mir zudem noch der 7-Kilometer-Lauf) in den Knochen steckte, schien der Fantasy-Action-Kracher genau das Richtige für einen entspannten Filmabend zu sein. Und so war es dann auch: Toll anzusehende Landschaftsaufnahmen (ganz besonders in 3D) läuten den Film ein und ehe man sich versieht, steht man mit Matt Damon und Co. auch schon vor der der Chinesischen Mauer. Dann geht es Schlag auf Schlag und wir werden in einen Kampf gegen unzählige fiese Monster geworfen, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt. Das alles ist sehr turbulent inszeniert und unterhaltsam anzusehen. Speziell die einzelnen Kampftaktiken wirken durchaus innovativ und geben uns ein Gefühl für diese Welt. Leider ist dies auch bitter nötig, denn in den Dialogszenen ist davon nicht mehr viel zu spüren.

Die Stärke des Films liegt ganz eindeutig in seiner audiovisuellen Opulenz und den mitreißenden Kampfszenen. Die Charaktere (u.a. auch Willem Dafoe) bleiben dagegen leider sehr blass und die Geschichte ist zu vernachlässigen. Matt Damon macht seine Sache als Söldner gut, der sich in dieser fremdem Welt zurechtfinden muss und dabei über sich hinauswächst. Besonders hat mir gefallen, dass die Dialogszenen in Mandarin nicht übersetzt waren und man somit noch mehr in das Setting eingetaucht ist. Überhaupt hätte ich gerne mehr über die Hintergründe erfahren, doch das hat man in dem Drehbuch wohl leider nicht vorgesehen.

Fazit

„The Great Wall“ ist, wie zu erwarten, ein bombastischer Actionfilm mit schönen Bildern und nur wenig Substanz. Das stört aber auch nicht, denn für die mal eben 90 Minuten Laufzeit bietet er gute Unterhaltung und nette Monsterkämpfe. Insofern kann ich mich guten Gewissens bei Wulfs Einschätzung einreihen: 6/10 Punkte.

Arielle, die Meerjungfrau – OT: The Little Mermaid (1989)

Es ist 2018! So ganz kann ich es noch nicht glauben, dass die Feiertage und die Zeit zwischen den Jahren tatsächlich schon wieder vorbei ist. Der Start ins neue Jahr fühlt sich für mich immer ein wenig seltsam an. Irgendwo zwischen Wehmut und ich möchte gleich jetzt sofort alles neu und anders haben. Aber darum soll es hier nicht gehen. Nach knapp vier Stunden Schlaf waren wir heute alle ein wenig matschig und außer einem ausgedehnten Neujahrsspaziergang, ein paar Brettspielen und – auf vielfachen Wunsch einer einsamen Dame – der Sichtung von „Arielle, die Meerjungfrau“ war nicht viel zu holen…

Arielle, die Meerjungfrau (1989) | © Walt Disney

Arielle, die Meerjungfrau (1989) | © Walt Disney

Unten im Meer

Auch wenn ich „Arielle, die Meerjungfrau“ als Kind und Jugendlicher bestimmt einige Male gesehen habe, gehört der Film nicht zu meinen persönlichen Disney-Klassikern. Das Zappelinchen besitzt jedoch die zugehörige CD und ist schon seit Jahren (ja, wir sind Rabeneltern) heiß darauf, endlich auch den Film zum Hörspiel zu sehen. Da ich keine innige Beziehung zu dem Film habe, entschied ich mich für die Synchronfassung aus dem Jahr 1998, weil auf dieser eben auch das Hörspiel basiert. Außer ein paar Stimmen, konnte ich keinen großen Unterschied zur Urfassung von 1989 ausmachen, was eingefleischte Fans natürlich anders sehen. Soviel zu den Rahmenbedingungen. Was hat der Disney-Klassiker sonst noch zu bieten?

Zu Beginn hat es für mich tatsächlich ein paar Minuten gedauert, bis ich in der klassischen 2D-Animation drin war. Ich habe eher auf die Kunstform geachtet, als dass ich mich in die Geschichte hätte fallen lassen können. Das war einerseits befremdlich, andererseits aber auch toll, weil man vielen Szenen die Handarbeit deutlich ansieht. Es ist wirklich herrlich, wie detailreich und liebevoll Charaktere animiert sind und die einzelnen Ebenen der Schauplätze zu einem dreidimensional wirkenden Raum montiert wurden. Doch auch inhaltlich hat mich das Märchen gepackt: Ja, im Grunde bekommt man nur eine klassische Liebesgeschichte mit Fish-out-of-Water-Element (im wortwörtlichen Sinne) zu sehen, die jedoch so charmant erzählt wird, dass man sich ihr nur schwer entziehen kann.

Fazit

Ich kann verstehen, warum „Arielle, die Meerjungfrau“ bis heute zu den großen Disney-Klassikern zählt. Die schöne Geschichte ist beeindruckend animiert und weiß sowohl inhaltlich als auch formal zu überzeugen. Die Songs sind mir immer noch im Kopf und ich habe nun Lust bekommen, die anderen Disney-Klassiker zeitnah einer weiteren Sichtung zu unterziehen. Da warten noch einige Meisterwerke: 9/10 Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht 2 – OT: How to Train Your Dragon 2 (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Drachenzähmen leicht gemacht“ am 27. November 2020 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Den heutigen Tag haben wir genutzt, um mit den Kids in einen Indoor-Spielplatz zu gehen. Entsprechend platt waren wir (ja genau, hauptsächlich wir Eltern) am Ende des Tages. Das hat uns jedoch nicht davon abgehalten, „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ in den Player zu schieben. Seit der gestrigen Sichtung des ersten Teils war ich richtig heiß darauf, nach Berk zurückzukehren…

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Größer, weiter, schneller und düsterer

Ja, „How to Train Your Dragon 2“ ist eine typische Fortsetzung. Auch merkt man, dass durch die TV-Serie die Zeit zwischen den beiden Filmen überbrückt wurde. Es gibt einige neue Elemente und die Charaktere haben einen sichtlichen Sprung gemacht. Das fand ich spannend, ist dies in Animationsfilmen nicht häufig der Fall. Doch auch Zuschauer, die, wie ich, direkt zur Fortsetzung gesprungen sind, können der Handlung problemlos folgen. Hicks sieht sich der Herausforderung gegenüber, die Nachfolge der Stammesführung antreten zu müssen. Bei seiner Flucht vor der Verantwortung stolpert er in ein Abenteuer, das ihn zum natürlichen Anführer macht, was sich auch erneut in Ohnezahns Charakter spiegelt. Erneut nicht sonderlich komplex, doch mit vielen schönen Szenen und famos inszenierten Flugszenen angereichert. Coming-of-Age mit Drachen, wenn man so will.

Ich mochte die Dynamik zwischen den Figuren wieder sehr. Auch der Sprung ins Teenager-Alter hat perfekt funktioniert. Die Einführung von Hicks‘ Mutter dagegen wirkte auf mich zu Beginn wie ein Deus-Ex-Machina-Moment, hat dann aber schnell an nötiger Tiefe gewonnen. Leider hat man daraus zu wenig gemacht und ich hätte gerne ein paar mehr Charakterszenen gesehen. Regisseur Dean DeBlois hat jedoch den bombastisch inszenierten Kampfszenen den Vorrang gegeben. Letztendlich funktioniert die Mischung doch wirklich gut, der Film hätte meiner Meinung nach aber noch stärker sein können. Insgesamt eine wirklich gelungene Fortsetzung.

Fazit

Mit „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ habe ich so ziemlich den Film bekommen, den ich nach dem tollen ersten Teil erwartet hatte. Ob der Kinofilm noch einmal besonders auf die Tube drückt, um sich von der TV-Serie abzuheben? Das kann ich (noch) nicht beurteilen. Allerdings mag ich die aufgebaute Welt und ihre Charaktere so sehr, dass ich gerade den ersten Roman der Vorlage bestellt habe. Aber auch auf den Abschluss der filmischen Trilogie bin ich schon richtig heiß: 8/10 Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Drachenzähmen leicht gemacht“ am 11. September 2020 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einem recht entspannten und doch irgendwie anstrengenden Tag, folgte am Abend mit „Drachenzähmen leicht gemacht“ die Sichtung eines Films, den ich bereits vor sieben Jahren gesehen und besprochen habe. Ganz konkret wurde mein erneutes Interesse an dem Franchise durch den Zwergofanten geweckt, der seit seinem fünften Geburtstag großer Fan der Drachen ist, ohne je auch nur einen Schnipsel davon gesehen zu haben. Ob mich der Film auch beim zweiten Mal packen konnte?

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Komm Ohnezahn, wir fliegen!

Was hatte ich Spaß mit dem Film! Doch fangen wir von vorne an: Die Geschichte ist zweckmäßig simpel und besticht durch ein unverbrauchtes Setting. Im Zentrum steht eindeutig die Beziehung zwischen Hicks und seinem Drachen Ohnezahn – und diese Szenen funktionieren sowohl auf der emotionalen als auch auf der inszenatorischen Ebene perfekt. Es macht so viel Spaß, mit Ohnezahn durch die Lüfte zu fliegen. Und ja, dieses Mal habe ich den Film in 3D gesehen und ja, es ist ein Zugewinn. Herrlich!

Die langsam entstehende Bindung zwischen dem Wikingerjungen und seinem Drachen hat mich heute auch stark an „Mein Freund, der Delfin“ erinnert: In beiden Fällen setzt sich ein Junge dafür ein, dass ein verletztes Tier durch eine Prothese wieder seine natürliche Bewegungsfähigkeit erlangt. Auch in diesem Film funktioniert dieses Handlungselement perfekt und die Spiegelung am Ende lässt erahnen, dass Ohnezahn und Hicks in Zukunft noch viel enger zusammenwachsen. Überhaupt fand ich es für einen Animationsfilm sehr beeindruckend, den finalem Kampf nicht ohne Konsequenz für die Hauptfigur enden zu lassen.

Fazit

Wie gerne hätte ich „How to Train Your Dragon“ mit dem Zwergofanten angeschaut, doch leider weiß ich, dass er sich viel zu sehr gefürchtet hätte. Wenn er nun Fragen zu den Drachen und ihren Reitern hat, kann ich diese jetzt aber endlich fundiert beantworten. Und wenn er dann soweit ist, freue ich mich schon sehr auf eine Rückkehr nach Berk (bis dahin besuchen wir bestimmt noch öfter die Playmobil-Version, die bei uns Einzug gefunden hat): 8/10 Punkte.

Doctor Strange (2016)

Aktualisierung: Ich habe „Doctor Strange“ am 15. Juni 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Es geht Schlag auf Schlag weiter mit meinem aktuellen Besuch im Marvel Cinematic Universe (MCU): Nachdem ich erst gestern „The First Avenger: Civil War“ gesehen habe, stand heute mit „Doctor Strange“ eine weitere Origin-Geschichte auf dem Programm. Wie sich Benedict Cumberbatch als unfreiwilliger Weltenretter so schlägt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Doctor Strange (2016) | © Walt Disney

Doctor Strange (2016) | © Walt Disney

Irgendwo zwischen „Inception“ und „Harry Potter“

Nachdem sich die Filme der großen Helden inzwischen fast ein wenig generisch anfühlen, so können Randfiguren wie „Ant-Man“ oder eben auch „Doctor Strange“ neues Terrain betreten. Tatsächlich fühlt sich diese Origin-Geschichte auch anders an, als die bekannten MCU-Filme: viel mehr Mystik und Fantasy. Die Effekte erinnern zudem sehr an Christopher Nolans „Inception“ und wissen gerade in 3D wirklich zu beeindrucken. Hier lohnt sich die zusätzliche Ebene und ich bin froh, diese Version des Films gesehen zu haben. In etlichen Szenen dieser Fassung wird das Cinemascope-Bild zudem auf IMAX geöffnet, was direkt noch einmal intensiver wirkt. Audiovisuell ist „Doctor Strange“ wahrlich ein Hochgenuss.

Wie lässt sich die mystische Handlung im MCU verorten? Ich hatte über weite Strecken tatsächlich nicht das Gefühl, einen Film des Marvel-Franchise zu sehen. Die Berührungspunkte sind (noch) sehr gering, auch wenn die Mid-Credit-Szene Lust auf eine Annäherung macht. Mit schwächeren Schauspielern hätte die ganze Geschichte auch leicht ein wenig überzogen wirken können, doch Benedict Cumberbatch und Tilda Swinton verleihen ihren Charakteren die nötige Ernsthaftigkeit.

Fazit

Ich mag Origin-Geschichten und „Doctor Strange“ ist mit Sicherheit eine der beeindruckendsten. Die Handlung ist nicht sonderlich komplex, wird aber mitreißend und einfallsreich erzählt. Benedict Cumberbatch ist ein wahrer Gewinn für das MCU, was die Messlatte für ein zukünftiges Zusammentreffen mit den Avengers höher legt. Selbst wenn man sonst nicht viel mit Marvel und Superhelden anfangen kann, kann man hier durchaus einmal reinschauen: 8/10 Punkte.