Fanboys (2009)

Zum 30. Jubiläum von „Star Wars“ wurden zwei Filme angekündigt, die sich dem Thema aus Sicht der Fans annehmen sollten. Der erste war Patrick Read Johnsons – bisher immer noch unveröffentlicher – „77“ (ehemals „25-5-77“) und der zweite Kyle Newmans „Fanboys“, welcher eine äußerst turbulente Entstehungsgeschichte hinter sich hat. Sieht man diese dem Film an?

Zum Hintergrund: Kurz bevor der Film veröffentlicht werden sollte, wurde dieser von seiner Produktionsfirma The Weinstein Company umgeschnitten und um einen der Haupthandlungsstränge erleichtert. Nach schlechter Publicity aufgrund dieser Kürzung wurde letztendlich entschieden eben diesen gekürzten Handlungsstrang doch wieder in den finalen Schnitt des Films aufzunehmen. Ob mit der aktuellen Version nun ein echter Director’s Cut vorliegt oder nur eine annähernd rekonstruierte Fassung scheint jedoch niemand so genau zu wissen. Ob es das Drama überhaupt wert war?

In meinen Augen nicht. Ich kann durchaus verstehen, warum den Weinsteins der Handlungsstrang um die tödliche Krebserkrankung nicht ins Konzept passte. Er fügt sich einfach nicht in den restlichen Film ein. Emotional passiert da nichts. Die Geschichte geht im restlichen Klamauk völlig unter und man hätte die Schwerpunkte von Grund auf anders verteilen müssen. Dann jedoch wäre der Film in Richtung emotionales Drama gekippt und so wie „Fanboys“ vermarktet wurde, wäre dies wohl auch keine Lösung gewesen. Ich möchte die Praktiken der Weinsteins hiermit nicht gutheißen – und offensichtlich war deren nachbearbeitete Version noch inkonsistenter – doch hier haperte es einfach bereits am Drehbuch.

Abgesehen von der Unstimmigkeit in der Prämisse (man hätte wahrlich irgendeinen Grund zwischen tödlicher Krankheit und reiner Schnapsidee finden können) bietet der Film teils wirklich fantastische Unterhaltung. Die Gags werden zwar oft mit der Brechstange präsentiert, doch treffen sie fast immer ins Schwarze. Die Helden sind genau so nerdig, wie sie eben sein müssen und werden zudem von einer wunderbaren Kristen Bell („Veronica Mars“) unterstützt. Herrlich sind ebenso die Cameos, allen voran William Shatner.

Am Ende lässt mich der Film – obwohl ich im Mittelteil wirklich viel Spaß mit ihm hatte – doch etwas unbefriedigt zurück, was zum größten Teil an der emotional unstimmigen Rahmenhandlung liegt. Auch wenn der Film für echte Fanboys durchaus den einen oder anderen Blick wert ist, hätte ich mir insgesamt irgendwie mehr erwartet: 6/10 Punkte. Nun wäre es an der Zeit, dass „77“ einmal zeigt, wie man es besser macht…

13 Gedanken zu “Fanboys (2009)

  1. Es ist wirklich ein netter Film, dem man es leider anmerkt, dass viel an ihm herumgedoktort wurde. Achja und es gibt sogar Kristen Bells [spoiler]Allerwertesten (Stuntdoubleärsche werden jetzt einfach mal ausgeschlossen)[/spoiler] zu sehen… 😉

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  2. Uh..wow. Nach deinem letzten Argument habe ich mich entschlossen, den Film doch anzuschauen. 😉
    Hab den hier rumliegen von nem Freund ausgeliehen. Aber bislang fehlte mir die Muße dazu. Ich würde auch viel lieber „77“ sehen.
    Mal schauen. Ich melde mich wieder 😉

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  3. Ich kann bisher ja auch nur nach dem Trailer gehen und wenn man diesen als Grundlage nimmt, dürfte mir „77“ doch deutlich besser gefallen, als „Fanboys“. Hoffe das wird nochmal was.

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  4. Ich halte den Film für langweiligen Mist. Ich war wirklich sehr gespannt auf ihn und habe die ganze Geschichte damals im Netz verfolgt, was im Grunde ein Metawitz ist, wenn man bedenkt, dass es ja den Protagonisten im Film ebenso geht. Und als Ergebnis gab es dann diesen lahmen Roadtrip zu sehen, an dem bei mir nichts zünden wollte. Drr wirkt wie eine Teeniekomödie aus den ausklingenden 90ern, es sind so viele Gags von der Kleiderstange, die so austauschbar sind, dass man sie auch in Roadtrip, Eurotrip usw. hätte verwenden können (ausser einiger weniger Star Wars vs. Star Trek-Sequenzen, die aber auch keine Fallhöhe haben).

    Aber das ist dann ja schon wieder ein Metaebene, wenn man bedenkt, dass der Film schließlich auch ’99 spielt, also in der Zeit, in der die Teeniekomödie ja gerade erst duch American Pie wiederbelebt wurde. Wohlwollend könnte man den Machern also auch clevere Absicht unterstellen. Aber so wohlwollend bin ich nicht.

    (Und warum muss man in solche Filme immer einen Jack Black-Imitator reinquetschen?)

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  5. Da habe ich den Film doch um einiges wohlwollender gesehen. Viele Gags fand ich auch wirklich klasse (Müllpresse, Jar Jar Binks-Tattoo, Trek vs. Wars usw.), doch ingesamt hätte man tatsächlich einiges mehr rausholen können. Der Teeniekomödienanteil war irgendwie abzusehen und ich war schon froh, dass man sich mit Softsex und Fäkalhumor zurückgehalten hat. Eine clevere Absicht der Macher sehe ich hier aber tatsächlich auch nicht… 😉

    Was sagst du zum Krebshandlungsstrang? Fandest du diesen auch so unausgegoren? Das hat mich irgendwie am meisten gestört. Man hätte diese verschenkte Zeit noch locker mit ein paar Anspielungen füllen können.

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  6. Als Idee fand ich es gut und war verärgert, als man das zunächst gestrichen hat. Aber es hat sich in der Umsetzung dann nicht wirklich eingefügt, wird dann ja tatsächlich auch nur ein paar mal kurz angerissen. Die Szene, in der der Krebskranke alleine im Kinosaal saß fand ich aber ganz gut.

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  7. Ich fand auch, dass man merkt, dass es nur Fragmente zurück in den Film geschafft haben bzw. das Drehbuch, was dieses Element der Geschichte angeht, nicht ganz ausgewogen war. Die Szene im Kino fand ich aber auch recht rührend (wenngleich er wohl deutlich mehr Spaß mit seinen Freunden gehabt hätte).

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