Die Herrschaft des Feuers – OT: Reign of Fire (2002)

Es gibt Filme, die sowohl bei den Kritikern durchfallen, als auch beim Massenpublikum schlecht ankommen – und dennoch schaue ich sie mir immer wieder gerne an. Zu diesen Filmen gehört auch „Die Herrschaft des Feuers“, der mich nun schon seit ca. 10 Jahren stets wieder vor den Bildschirm lockt. Warum ist das so? Und konnte mich Rob Bowmans Genremix auch bei der inzwischen dritten oder vierten Sichtung überzeugen?

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Mich hatte damals die Idee des Films begeistert: Drachenkämpfe in der Moderne. Wahnsinn! Das Filmposter versprach auch viel Action, was wohl für die größten Enttäuschungen sorgte: Entgegen der Erwartungen zeigt „Reign of Fire“ nicht den Kampf der Menschheit gegen die Drachen, sondern die Zeit danach. Die Erde ist verwüstet und letzte Überlebende versuchen in einem Endzeit-Setting, das „Mad Max“ Konkurrenz machen könnte, zu überleben. Ab und zu schaut auch ein Drache vorbei, doch die erwartete Helikopter vs. Drachen-Action beschränkt sich auf ein paar wenige – und deshalb vermutlich umso effektivere – Szenen.

Wie bei den meisten Geschichten, die eine kleine Gruppe Überlebender ins Zentrum stellen, welche gegen eine Bedrohung von außen (seien es nun Zombies oder Drachen) kämpfen müssen, stehen die zwischenmenschlichen Konflikte im Mittelpunkt. Christian Bales Charakter Quinn muss sich schon bald mit dem cowboyhaften Drachentöter Denton Van Zan (großartig verkörpert von Matthew McConaughey) herumschlagen, der eine ganz eigene Agenda verfolgt. All dies ist kein großes Drama, doch hat mir das Setting und die Dynamik zwischen den Figuren wirklich gut gefallen.

Was die Geschichte angeht, so wirkt sie teils nicht sonderlich durchdacht und oft ein wenig konstruiert. Sei es drum. Die Drachen sind absolut spektakulär und fantastisch in Szene gesetzt. Die Dialoge bewegen sich eher auf B-Movie-Niveau, doch gibt es immerhin ein paar schöne Oneliner. Außerdem kann wohl niemand einem Film böse sein, in dem Christian Bale und Gerard Butler in schlecht sitzenden Kostümen und mit Holzlichtschwertern einer Horde von Kindern „Star Wars“ vorspielen, da es in dieser Zukunft keinerlei Unterhaltungsmedien mehr gibt.

„Die Herrschaft des Feuers“ mag kein perfekter Film sein, doch kann ich die teils vernichtende Kritik absolut nicht nachvollziehen. Wer Drachen, Endzeit und „Star Wars“ mag, der sollte unbedingt einmal reinschauen. Ein originelles Konzept, das leider nur bedingt aufgeht – und mir dennoch bei jeder Sichtung viel Freude bereitet: 7/10 Punkte.

23 Gedanken zu “Die Herrschaft des Feuers – OT: Reign of Fire (2002)

  1. Nein, so ganz alleine stehst du nicht da ;). Es ist bei mir zwar ein paar Jahre her, dass ich den gesehen habe (darum jetzt auch keine langen Ausführungen), aber er war zumindest unterhaltsam. Nix wirklich großes, aber auch keine Zeitverschwendung.

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    • Na, das ist doch zumindest einmal eine Aussage! Meine letzte Sichtung muss auch mindestens 7 Jahre her sein, denn sonst hätte es bereits eine Besprechung dazu auf diesem Blog gegeben. Freut mich auf jeden Fall, dass ich nicht der einzige bin, der den Film unterhaltsam findet… 🙂

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    • Ein Punkt hin oder her ist ohnehin nicht sonderlich aussagekräftig. Bei mir hätte der Film teils 8 Punkte verdient gehabt, teils eben nur 6 – somit waren die 7 Punkte ein guter Kompromiss. Für mich ein schöner Gernemix, bei dem endlich mal was Neues probiert wurde.

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  2. Ich mochte den Film – voran natürlich Van Zan 😉

    Was mich enttäuschte, war das Ende. Ich töte den Hausherrn und alle Weiber lösen sich in Luft auf… Das hätte man besser lösen müssen.

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    • Ja, Van Zan war schon ein Kracher: ‚Only one thing worse than a dragon… Americans.‘ 😀

      Das Ende hat mich auch immer gestört, allerdings habe ich für mich nun eine Lösung gefunden: Es sagt ja niemand explizit, dass es der einzige männliche Drache war – eben nur in diesem Gebiet, woanders kann es also durchaus noch andere männliche Drachen geben. Zumindest nach meiner Logik… 😉

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  3. Meine Sichtung ist dann wohl gute 12 Jahre her, da ich ihn nur im Kino gesehen habe. Meine Güte ist das lange her! Dementsprechend kann ich mich kaum an den Film erinnern, fand ich glaub ganz ok. Mehr aber leider auch nicht. Hätte ihn sonst bestimmt schon mal wieder gesehen – oder gleich gekauft.

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    • Im Kino hatte ich den gar nicht gesehen, aber auch meine letzte Sichtung vor dieser dürfte gut 8 Jahre zurückliegen. Mich reizt das Setting sehr und ich bin mir sicher bei einem finanziellen Erfolg des Films, hätte diese Welt noch etliches Potential für Geschichten geboten.

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  4. Netter Film aus McConaughys erster Schaffensphase. Toller Charaktername (und Look), Film jedoch nur einmal bei seiner Pay-TV-Premiere gesehen (und auch wenig Bedürfnis daran etwas zu ändern). Da gönn ich mir lieber McConaughys aktuelle Karrierephase à la Killer Joe, Magic Mike, Mud oder True Detective.

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    • „Mud“ und „True Detective“ stehen auch noch auf meiner Liste. Werde ich beides so bald wie möglich nachholen. In „The Wolf of Wall Street“ soll er ja auch noch einen bemerkenswerten Auftriff gehabt haben. Du merkst: Ich habe viel nachzuholen… 🙂

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  5. Uiui.. 12 Jahre sind das schon? 😉 Ich habe den Film seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gesehen, fand ihn damals aber auch durchaus unterhaltsam. Da springen Leute aus nem Hubschrauber um fliegende Drachen zu töten – was soll denn daran schlecht sein?! 😉
    Spaß beiseite, ich finde man kann auch mit solchen Filmen durchaus seine Freude haben. Ich finde sowieso, dass ein Film, wenn er das ist was er sein möchte (und das ist dieser hier), er gar nicht soo schlecht sein kann. Es liegt einfach an der Erwartungshaltung. Und wenn man sich auf Denton Van Zan einließ, war das schon ein kurzweiliger Spaß. 😉 Und 7 Punkte passen da schon ganz gut finde ich.

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    • Eben das finde ich auch. Überhaupt gibt es sowieso viel zu wenige Drachenfilme – und dafür dass dieser bereits 12 Jahre auf dem Buckel hat, sind die Drachen-CGIs wirklich exzellent!

      Sowas in der Art würde ich gerne öfter sehen, doch so mittelgroße Monsterstreifen, wie dieser hier, oder auch „Tremors“ oder „Das Relikt“ sieht man heute irgendwie überhaupt nicht mehr. Das ist dann meist nur noch Voll-Trash à la Asylumn. Wirklich schade.

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  6. Ich glaube ja, dass es da ein ungeschriebenes Gesetz gibt, nach dem professionelle Filmkritiker einen Sci-fi oder Fantasy-Streifen entweder in höchsten Tönen loben oder total verreißen müssen. Ein Glück sind wir keine Profis und können auch mal Filme genießen, die nicht gleich genial sind. Und Christian Bale geht doch immer!

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    • Das hast du schön beobachtet. Kleinere Genrestreifen werden wirklich oft unnötigerweise abgestraft; in diesem Fall kannte ich vor diesem Eintrag übrigens niemanden, der den Film mochte. Insofern überrascht und freut mich die positive Resonanz ganz besonders!

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