Raum – OT: Room (2015)

Bereits der vierte Tag mit einer Filmsichtung. Ich scheine meinen Herbsturlaub ja wirklich perfekt zu nutzen (heute waren wir aber tatsächlich auch unterwegs). Nach dem leichten „Mein Freund der Delfin 2“ von gestern Abend, ist heute ein Film im Player gelandet, den ich schon viel zu lange vor mir herschiebe: Lenny Abrahamsons Romanverfilmung „Raum“ steht schon seit geraumer Zeit im Regal, doch aufgrund der Thematik hatte ich bisher noch nicht reingeschaut. Heute war es jedoch soweit…

Raum (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Raum (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Licht am Ende des Tunnels

„Raum“ war letztendlich genau das, was ich einerseits befürchtet, mir andererseits aber auch erhofft hatte: oft schwer zu ertragen, in unerwarteten Momenten leicht und hoffnungsvoll sowie emotional unfassbar mitreißend. Man kann als Elternteil einfach nicht aus seiner Haut und reflektiert die gezeigte Situation mit seinen eigenen Kindern. Das schmerzt und tut weh. Man geht dorthin, wo man nie hingehen möchte. Die größten Ängste, das Schlimmste vom Schlimmen. Durch die einzigartige Erzählperspektive erleben wir Zuschauer die grausame Situation aber durch die Augen eines Kindes. Und wie sich über den weiteren Verlauf des Films zeigen soll: Kinder sind großartig und viel härter im Nehmen, als man ihnen zugestehen möchte. An dieser Stelle muss ich auch gleich Hauptdarsteller Jacob Tremblay ein Lob aussprechen, der Jack so authentisch spielt, das ich mehrfach eine Gänsehaut hatte. Ganz groß.

Überhaupt ist die Besetzung perfekt gelungen, was ja auch durch Brie Larsons Oscar-Gewinn offiziell anerkannt wurde. Einzig William H. Macy (u.a. bekannt als Frank Gallagher aus „Shameless“) fand ich ein wenig verschenkt und seine Figur zu schwach angelegt. Doch davon abgesehen passt einfach alles. Ich habe schon lange nicht mehr so sehr mit Charakteren mitgelitten, wie mit Jack und Ma. Natürlich legt es Lenny Abrahamson auch darauf an, doch sind mir nicht nur in einer Szene Tränen über die Wangen gelaufen. Ich mochte es wirklich sehr, dass sich Emma Donoghue in ihrer Geschichte (auch das Drehbuch stammt von ihr) auf die Beziehung zwischen Jack und Ma konzentriert hat und der Thriller nur ein Nebenaspekt war. Die lebensbejahende Grundstimmung wirkt zudem nicht aufgesetzt, sondern tatsächlich hoffnungsvoll.

Fazit

Auch wenn der Film gerade in seiner ersten Hälfte oft nur schwer zu ertragen war, so überwiegt auch in dieser die Hoffnung, die Ma für Jack aufbaut. Getragen wird „Raum“ komplett durch seine famosen Schauspieler und das stimmige Drehbuch. Wer sich darauf einlassen kann, wird belohnt werden. Dennoch muss auch ich das Gesehene nun erst einmal sacken lassen. Ein unfassbar packender Film: 9/10 Punkte.

19 Gedanken zu “Raum – OT: Room (2015)

  1. Hätte ich geahnt, dass du den noch nicht gesehen hast, wärst du aber (nach dem großen Erfolg „Guck ARRIVAL“) sowas von mir mit „Guck ROOM!“-Kommentaren vollgeschmissen worden. Der Film hat sogar mich mitgenommen und ich hab nicht mal Kinder.

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    • Mensch, wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich schon viel früher reingeschaut. Doch ernsthaft: Es wundert mich nicht, dass der Film auch bei dir extrem gut ankam. Seit „Arrival“ wohl auch der beste Film, den ich gesehen habe. Hast du noch ein paar Tipps für mich? 😉

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      • Puh, so spontan in der Nacht fallen mir jetzt keine absoluten Guckbefehle ein, aber die hier haben in den letzten Wochen und Monaten mein Wohlwollen gefunden:

        Baby Driver
        The Big Sick
        Hunt for the Wilderpeople
        Kubo
        Wild Tales

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    • Ich fand die erste Hälfte auch bedrückender, die zweite aber mindestens ebenso emotional. War eben ein anderes Problem, mit dem die Protagonisten zu kämpfen hatten. Für mich insgesamt also eine wirklich runde Sache.

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  2. Pingback: Media Monday #332 | moviescape.blog

  3. Hui, dein Fazit kann ich komplett so unterstreichen.
    Ich habe den Film auch kürzlich gesehen und war anfangs auch hin- und hergerissen ob ich ihn überhaupt schauen soll oder nicht.
    Am Ende muss ich aber sagen, dass es sich auf jeden Fall gelohnt habe – einfach weil dieses schwere Thema auf unglaublich gute Art und Weise umgesetzt wurde.

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    • Ja, kann ich verstehen. Mich hat es auch gewundert, dass ich dem Film letztendlich so positiv gegenüberstehe. Der Lebensmut wurde toll transportiert und ich mochte es, wie stark und doch menschlich die Charaktere trotz der schwierigen Situation agiert haben. Bei mir wirkt der Film auch immer noch nach.

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