Harry Potter und der Orden des Phönix – OT: Harry Potter and the Order of the Phoenix (2007) (WS1)

Bevor es heute Abend in den aktuell im Kino laufenden sechsten Teil geht, habe ich mein Gedächtnis mit „Harry Potter und der Orden des Phönix“ noch einmal aufgefrischt. Neue Erkenntnisse gibt es kaum, die Vorfreude ist aber auf jeden Fall gewachsen.

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Im Vergleich zu den Vorgängern konzentriert sich Regisseur David Yates eher auf die Essenz der Geschichte, als auf die magische Atmosphäre von Hogwarts und der Zauberwelt im Allgemeinen. Das ist einerseits positiv zu sehen, da die Handlung verdichtet und ohne langatmiges Abschweifen erzählt wird, andererseits aber auch negativ, da viele Details auf der Strecke bleiben und es dem Film somit an Tiefe mangelt. Da ich Joanne K. Rowlings Vorlage über weite Strecken zu redundant und unfokussiert empfand, überwiegt bei mir die positive Einstellung in Bezug auf die filmische Adaption.

Wenn ich versuche „Harry Potter und der Orden des Phönix“ in die Gesamtgeschichte einzuordnen, dann fällt mir das nicht leicht. Es fehlt hier der Abenteueraspekt, der noch in den ersten beiden Teilen sowie dem vierten Teil vorherrschte, ebenso wie die vorantreibende Handlung eines „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Auch ist dieser fünfte Teil keine Exposition für das große Finale, wie sein direkter Nachfolger. Er befindet sich irgendwo zwischen den Welten. Für mich neben dem ersten Teil wohl der schwächste Abschnitt dieser epischen Geschichte.

Wie bereits nach der letzten Sichtung bin ich durchaus positiv angetan von dieser Adaption und deshalb auch äußerst erfreut, dass David Yates auch in den letzten zwei bzw. drei Teilen auf dem Regiestuhl Platz nimmt. Ich hoffe nur, dass die Hauptdarsteller nicht noch älter wirken, als bereits in diesem Film. Die Frisuren (kein militärischer Kurzhaarschnitt mehr für Harry) verprechen zumindest schon einmal Besserung. Mehr zum aktuellen Teil dann morgen. Hierfür gibt es zunächst erneut verdiente – und so wie ich meine Leser kenne durchaus anfechtbare – 8/10 Punkte.

14 Gedanken zu “Harry Potter und der Orden des Phönix – OT: Harry Potter and the Order of the Phoenix (2007) (WS1)

  1. „nd so wie ich meine Leser kenne durchaus anfechtbare – 8/10 Punkte.“

    Wie recht du doch hast. Der bisher schwächste Teil der Reihe – zumindest, wenn man den Halbblutprinzen noch nicht gesehen hat…

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  2. Bin dennoch gespannt, zumal ich die Vorlage um einiges besser fand, als beim Orden des Phönix. Aber das kann sich ja auch negativ auf das Filmerlebnis auswirken. Heute Nacht weiß ich mehr.

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  3. Ich kann mit deiner Kritik leben. Mich störten nur einige kleinere Aspekte, zum Beispiel hätte es der Integration von Grawp nicht gebraucht, was einem schon die schlechte Animation erspart hätte. Aber wie Staunton hier spielt und besetzt wurde … das hätte man sich auch bei Broadbent gewünscht.

    Aber ich bin – aufgrund deiner hohen Ansicht bzgl. Goblet of Fire – dennoch zuversichtlich, dass sich auch der sechste Teil bei dir um die 8/10 bewegen wird 🙂

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  4. Stimmt. Grawp fand ich auch viel zu comichaft, wenngleich ich die Animation an sich nicht wirklich schlecht fand. Da hätte ich mir einfach einen anderen, realistischeren Look für die Riesen gewünscht.

    Insgesamt sehe ich dem Halbblutprinzen auch positiv entgegen. Ich erwarte auch keinen Jahrhundertfilm, sondern gute Unterhaltung im Sinne der Vorlage.

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  5. Ich habe bis jetzt noch keinen Harry Potter gelesen oder gesehen. Liebäugle aber damit, mir die bisherigen fünf zuzulegen, da momentan bei Amazon recht günstig. Kann man sich die Filme ohne die Bücher gelesen zu haben ansehen?

    Mein Bruder hat sich gestern Abend auch den Halbblutprinzen angesehen, und fand ihn recht gut.

    Wünsche dir viel Spass heute Abend bei dem Film.

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  6. Kann man sich die Filme ohne die Bücher gelesen zu haben ansehen?

    Filmisch gesprochen: ja. Aber es geht eben viel von der zentralen Handlung verloren, die weitaus tiefgründiger ist, als es die Filme zu präsentieren wissen. Allen voran der Snape-Subplot, der im fünften Buch beginnt. Ich erwähnte es in meiner Besprechung, dass Harry, Snape und Voldemort eine große Gemeinsamkeit haben: Hogwarts bedeutet ihnen alles, weil es die Flucht aus ihrem traurigen Leben darstellt. Und die Buchreihe wirft ein interessantes Licht auf diese drei Figuren und wie sie sich unterschiedlich entwickeln. Das ist für mich eigentlich DIE Geschichte aus Harry Potter schlechthin: Harry-Snape-Voldemort. Also wenn überhaupt würde ich empfehlen das Geld für die DVDs in alle 7 Romane zu investieren. Aber das ist nur meine Meinung 🙂

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  7. @DarKesT: Ich würde sagen die Filme funktionieren auch ganz gut ohne die Vorlage zu kennen. Allerdings muss ich Flo Lieb zustimmen, dass die epische Breite und Tiefgründigkeit der Geschichte in der Verfilmung etwas auf der Strecke bleibt. Besonders charakterliche Feinheiten, wie in der erwähnten Harry-Snape-Voldemort-Konstellation lassen sich nur erahnen, wenn man die Vorlage kennt. Dennoch würde ich mich nicht von den Filmen abhalten lassen und wer weiß? Vielleicht bekommst du durch diese ja Lust die Bücher zu lesen.

    @Flo Lieb: Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Ich kann bei „Harry Potter“ jedoch beide Erzählformen genießen, da die Filme für mich den Geist der Bücher transportieren. Die ausgelassenen Feinheiten denke ich mir eben dazu. Insofern kann ich Adaptionen als unterhaltsame Fantasyblockbuster genießen… 🙂

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