Media Monday #310

Nach einer extrem sonnigen Woche, in der mein Medienkonsum ziemlich in den Keller gegangen ist, war es gar nicht so leicht die passenden Antworten auf die aktuellen Fragen des Medienjournals zu finden. Bald steht hier außerdem ein weiterer Blog-Geburtstag an, den ich über die letzten Tage schon fleißig vorbereitet habe. Spürt ihr auch schon die Auswirkungen des sommerlichen Wetters auf euer Freizeitverhalten? Ich persönlich sitze zurzeit abends zum Lesen ja ganz gerne auf der Terrasse…

  1. Das Pfingstwochenende war ziemlich verregnet, was unserem Garten zugute gekommen ist.
  2. Neulich habe ich gehört, was Maren im „Blogger privat“-Interview auf Radio Fritz zu sagen hat.
  3. Die Vorstellung in nicht einmal einem Monat einen Halbmarathon zu laufen, ist mir persönlich ja viel zu absurd.
  4. Von dem, was mir dieses Jahr bisher an Lektüre untergekommen ist, zählt „Ready Player One“ immer noch zu meinen Favoriten.
  5. James Franco hätte ich in „Alien: Covenant“ kaum wiedererkannt, schließlich taucht er nur in einem kurzen Video-Clip auf.
  6. Das Talent eine Dauerkarte für alle möglichen Gedankenkarusselle zu besitzen, würde ich am liebsten ablegen.
  7. Zuletzt habe ich die BBC-Serie „Luther“ gesehen und das war über vier kurze Staffeln tolle Unterhaltung, weil der Ermittler einen ganz anderen Stil pflegt als seine US-TV-Kollegen.

Luther – Season 1 to 4

Nachdem ich letzte Woche bei meinem Interview in der Sendung Trackback auf Radio Fritz noch von „Luther – Season 1 to 4“ erzählt habe, bin ich inzwischen auch durch mit meiner Sichtung. Wie es sich für eine BBC-Serie gehört, ist die Episodenzahl pro Staffel begrenzt und Qualität steht vor Quantität. Nicht nur deshalb erinnert „Luther“ teils an den BBC-Hit „Sherlock“, der ebenfalls einen genialen Ermittler porträtiert. Man merkt sofort, dass man eine britische Serie schaut, unterscheiden sich sowohl der Ton der Erzählung als auch die formalen Aspekte doch deutlich von den US-Pendants. Was „Luther“ sonst noch zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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5 Kultserien die ich gerne verfilmt sehen würde

Goranas heutige Aufgabe im Rahmen von Die 5 BESTEN am DONNERSTAG klingt eigentlich ganz einfach, doch letztendlich ist mir keine passende Serie eingefallen. Auch wenn ich Remakes oder Reboots nicht pauschal abgeneigt bin, so kann ich mir nicht vorstellen die Grundidee einer geliebten Serie mit anderen Schauspielern noch einmal als Film vorgesetzt zu bekommen. Ich habe die Aufgabe deshalb für mich uminterpretiert und mir Filmfortsetzungen von Kultserien überlegt. So wie es zum Beispiel bei „Entourage“ gemacht wurde…

Das Thema für Ausgabe #47 lautet:

5 Kultserien die ich gerne verfilmt sehen würde

  1. „Bored to Death“ (2009-2011) – Ich glaube diese wunderbar skurrile Serie würde sich vorzüglich für einen Film eignen. Man könnte die Charaktere in noch mehr völlig abstruse Situationen stecken und hätte eine Film-noir-Komödie, die bestimmt unglaublich witzig wäre.
  2. „Community“ (2009-2015)Six seasons and a movie!
  3. „Mad Men“ (2007-2015) – Aufgrund des zeitlosen und visuell hochwertigen Stils, eignet sich die Serie rund um John Draper und die Werbewelt der 60er Jahre perfekt für einen Film. Wie gerne würde ich sehen, wie sich Draper und Co. in den 70er oder 80er Jahren durchschlagen…
  4. „The Shield“ (2002-2008) – Ein kleiner, dreckiger Action-Reißer, der zeigt was Vic Mackey heute macht. Das könnte wunderbar funktionieren und müsste nicht einmal viele Bezüge zur Serie haben.
  5. „The West Wing“ (1999-2006) – Ja, so einen Film bräuchten wir gerade heute. Das Weiße Haus besetzt mit lauter Idealisten, die tatsächlich das Beste für Land und Leute wollen und dazu die typischen Aaron-Sorkin-Dialoge. Politischer Eskapismus in Perfektion.

Media Monday #309

Auch wenn ich grade ein langes Wochenende hinter mir habe, fühle ich mich so ausgelaugt wie selten: Nachdem mich schon vor zwei Wochen eine Erkältung plagte, die ich nicht auskuriert habe, hat sie nun mit voller Wucht zurückgeschlagen. Tolles Timing so kurz vor den Pfingstferien. Mag auch gar nicht so recht zu den sommerlichen 30 °C passen. Doch genug gejammert. Irgendwie muss es ja gehen. Was ich sonst noch Spannendes (und ja, das gab es definitiv!) erlebt habe, lest ihr in meinen Antworten auf die aktuellen Fragen des Medienjournals. Viel Spaß dabei!

  1. Immer wenn ich Wald, Wasser und Felsen sehe, bekomme ich Lust zu wandern, so wie bei unserem diesjährigen Ausflug am Vatertag.
  2. „BFG: Big Friendly Giant – Sophiechen und der Riese“ ist so eine Lektüre, an die ich mich immer gerne erinnern werde, denn es ist eines der ersten richtigen Bücher, die ich meinen Kindern vorgelesen habe.
  3. Müsste ich mich entscheiden, würde ich Terry Pratchett als meine/n Lieblings-Autor/in bezeichnen, schließlich habe ich auf der Scheibenwelt schon unglaublich viel Zeit verbracht.
  4. „Jurassic Park“ ist überraschend gut gealtert, wenn man bedenkt, dass der Film bereits 24 Jahre auf dem Buckel hat – gerade die Kombination aus CGI und Animatronics ist immer noch beeindruckend.
  5. Insbesondere früher habe ich ja unglaublich gerne Computer- und Videospiele gespielt, da die Zeit inzwischen jedoch knapp geworden ist, musste dieses Hobby vorerst weichen.
  6. „Alien: Covenant“ ist tatsächlich deutlich simpler geraten als ich vermutet/erwartet hätte, denn die spannende Themen, die „Prometheus: Dunkle Zeichen“ aufgemacht hatte, wurden einfach weggewischt.
  7. Zuletzt habe ich auf Radio Fritz in der Sendung Trackback ein Interview in der Rubrik „Blogger privat“ gegeben und das war ziemlich aufregend, weil ich meine Stimme zuvor noch nie im Radio gehört hatte.

Hilfe, ich bin im Radio: Trackback Interview „Blogger privat“

Es lohnt sich gar nicht, um den heißen Brei herumzureden: Am 20. Mai hat mich moep0r von omgwtfbbq1337.de in der Sendung Trackback auf Radio Fritz für die Rubrik „Blogger privat“ nominiert. Danach ging es Schlag auf Schlag: E-Mail-Einladung, Vorgespräch (übrigens während des Vatertagsausflugs) und die Aufzeichnung des Interviews heute Nachmittag. Puh, ganz schön aufregend. Speziell da mich zurzeit Halsschmerzen aus der Hölle quälen und ich noch ein paar Stunden vor dem Interview fast keinen Ton herausbekommen habe. Wie es letztendlich gelaufen ist, hört ihr hier:

Sendung vom 27. Mai 2017 | Radio Fritz

Sendung vom 27. Mai 2017 | Radio Fritz

Wenn ihr die Sendung hören wollt, besucht den Blog von Trackback oder ladet euch hier direkt die MP3-Datei (Anmerkung vom 15.09.2022 // Beides leider nicht mehr online). Meine wohlklingende Stimme ist ab 21:08 zu hören. Um direkt den entsprechenden Ausschnitt zu hören, reicht hier auch ein Klick auf Play:

Hört natürlich auch rein, um zu erfahren wie bullion denn nun ausgesprochen wird, warum Filmsammlungen besser als Streaming sind und ob ihr von mir für das nächste Interview nominiert wurden… 🙂

Weitere Interviews…

Alien: Covenant (2017)

Gestern hat es sich ziemlich spontan ergeben, dass die Kinder bei den Großeltern übernachteten und wir somit „Alien: Covenant“ im Kino sehen konnten. Neben „Blade Runner 2049“ der Film, den ich dieses Jahr am meisten herbeigesehnt habe. Speziell aufgrund meiner kürzlichen Zweitsichtung von „Prometheus: Dunkle Zeichen“ war ich extrem gespannt, wie Ridley Scott die mysteriöse Geschichte um die Ingenieure und ihre Schöpfungen fortführt. Ob sich das Warten (und dass ich mich mit fieser Erkältung ins klimatisierte Kino geschleppt habe) gelohnt hat? Spoiler sind zu erwarten.

Zwischen „Prometheus“ und „Alien“

Auf den ersten Blick hat „Alien: Covenant“ alles zu bieten, was ich mir von einer Fortsetzung erhofft hatte. Der Look erinnert so sehr an den ursprünglichen „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“, dass es eine wahre Freude ist. Ridley Scott hat die filmische Brücke also nicht nur inhaltlich (z.B. Zusammensetzung der Crew), sondern auch formal geschlagen. Somit verwundert es auch nicht, dass sowohl das erste Drittel wie auch das letzte Drittel des Films beinahe schon wie ein Remake des Originals von 1979 anmuten. Ich habe es wirklich sehr genossen einmal mehr in dieses wunderbar ausgearbeitete Universum einzutauchen und bekannte Klänge zu vernehmen sowie auch Mechanismen zu erleben. Doch einen Moment, bitte. Was ist nun eigentlich aus Elisabeth Shaw, dem Androiden David und ihrer Reise zum Planeten der Ingenieure geworden? Stimmt, da gibt es ja noch den Mittelteil des Films…

Typisch „Alien“-Sequel: Alles wird auf Null gesetzt

Gerade im inhaltlich interessanten Mittelteil krankt die Geschichte leider. Ich habe mich gefühlt wie damals, als ich das erste Mal „Alien 3“ gesehen habe: Jegliche inhaltliche Entwicklung wird ignoriert und die Ausgangssituation einfach auf Null gesetzt, damit man abermals die gleiche Geschichte erzählen kann. Über die Jahre habe ich den Film dennoch lieben gelernt. Ob mir das bei „Alien: Covenant“ auch gelingen wird? Wie gern hätte ich mehr über die Abenteuer von Shaw und David auf dem Heimatplaneten der Ingenieure erfahren. Aber nein: Shaw ist tot, David entpuppt sich als wahnsinniger Androide mit Gotteskomplex, der einfach mal so alle Ingenieure auslöscht. Keine Antworten, keine weiteren Mysterien, einfach alles auf Null gesetzt.

Ich fand es zwar durchaus interessant, David – nachdem er in „Prometheus: Dunkle Zeichen“ noch eher eine ambivalente Figur war – als verrückten Wissenschaftler inszeniert zu sehen, der mit seinem Bruder Walter über Schöpfung und Götter philosophiert (wenngleich die Flötenszene auch ein wenig albern war). Letztendlich hat David durch seine Genexperimente Eier, Facehugger und Xenomorphs erschaffen. Hier hatte ich tatsächlich einen kleinen Midi-Chlorianer-Moment, der viel von der Faszination für diese Kreaturen genommen hat. Nein, mir hat diese Entwicklung wirklich nicht gefallen und ich finde es unendlich schade, dass Scott und Co. die gesamte Mythologie, die sie noch im Vorgänger mühevoll aufgebaut hatten, einfach über Bord werfen. Glücklicherweise spielt Michael Fassbender wieder unglaublich gut, so dass es trotz der enttäuschenden inhaltlichen Entwicklungen eine wahre Freude ist, seinem verrückten Androiden (und das passt inhaltlich natürlich wieder perfekt zum Franchise) zuzusehen.

Fazit

Ich hatte hohe Erwartungen an „Alien: Covenant“ und mir eine deutlichere Entwicklung in Richtung „Prometheus: Dunkle Zeichen“ gewünscht. Leider haben sich Scott und 20th Century Fox jedoch für den sichereren Weg entschieden und übereilt die Brücke zu den beliebten Originalen geschlagen. Was nun noch in den nächsten beiden Filmen gezeigt werden soll? Auch wenn die Enttäuschung auf inhaltlicher Sicht wohl überwiegt, so war ich jedoch zu jeder Sekunde gefangen von den Bildern und der Atmosphäre. Der Film atmet das „Alien“-Franchise noch viel stärker als der Vorgänger und ja, tatsächlich bin ich dem jüngsten Neuzugang in dieser Hinsicht völlig verfallen. Ein spannendes und auf jeden Fall lohnendes Kinoerlebnis, bei dem sich noch zeigen muss, ob es überdauert: 7/10 Punkte.

Vatertag 2017: Schwarzachklamm & Brückkanal

Nachdem ich die Eindrücke unseres Osterausflugs immer noch nicht verarbeitet habe, möchte ich zumindest unsere Wanderung zum Vatertag 2017 zeitnah festhalten. Sprich gleich heute. Nachdem wir letztes Jahr nur in einer kleinen Runde unterwegs waren, haben wir uns heute zu elft aufgemacht, um die Schwarzachklamm und den Brückkanal zu erkunden.

Unsere Wanderung startete an einem kleinen Wehr.

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Die 5 besten Bösewichte in Filmen und Serien

Nachdem letzte Woche die besten „Filmkreaturen“ an der Reihe waren, hält Gorana erneut eine spannende Aufgabe für uns bereit: Dieses Mal stehen Die 5 BESTEN am DONNERSTAG ganz im Zeichen der menschlichen Abgründe. Was fällt euch am heutigen Vatertag zu diesem Thema ein?

Das Thema für Ausgabe #46 lautet:

Die 5 besten Bösewichte in Filmen und Serien

  1. Roy Batty (Rutger Hauer) | „Blade Runner“ (1982) – Der Film war in den letzten Ausgaben häufiger zu Gast, doch was soll ich auch machen? Ridley Scotts Sci-Fi-Klassiker ist in vielerlei Hinsicht famos, eben auch beim Bösewicht. Natürlich könnte man streiten, ob Roy Batty als menschlicher Bösewicht durchgeht, doch ist das nicht genau der Punkt des Films?
  2. Arthur Mitchell (John Lithgow) | „Dexter“ (2009) – Wer John Lithgow bisher eher aus humorvollen Rollen kennt, der wird hier seine helle Freude haben. Ihr dachtet sein Auftritt als Antagonist in „Cliffhanger“ wäre fies? Dann schaut euch diese Staffel von „Dexter“ an. Selten wurde ein Bösewicht so abgrundtief böse gespielt. Großartig!
  3. Hans Landa (Christoph Waltz) | „Inglourious Basterds“ (2009) – Ich habe lange überlegt, ob ich Hans Landa in meine Liste aufnehmen soll. Den Film habe ich (im Gegensatz zu den anderen Nennungen) bisher erst einmal gesehen, doch hat Christoph Waltz einfach Eindruck hinterlassen. Wirklich beeindruckend.
  4. Stansfield (Gary Oldman) | „Léon: Der Profi“ (1994) – Gary Oldman war ja längere Zeit auf Bösewichte abonniert, doch keinen hat er so überzeugend und beängstigend gut gespielt wie Stansfield. Alleine sein erster Auftritt, in dem er zu Beethovens 9. Sinfonie Mathildas Familie auslöscht. Unfassbar.
  5. Ben Linus (Michael Emerson) | „Lost“ (2006-2010) – Der letzte Bösewicht in dieser illustren Runde ist Ben Linus, den man bis zur letzten Episode nicht wirklich greifen kann. Welche Agenda verfolgt er? Ist er wirklich böse? Kann man ihm nicht doch trauen? Er hat die Serie sehr bereichert und ist einer der Gründe, warum ich tatsächlich noch einmal auf die Insel zurückkehren würde.

Noch nicht genug? Mehr Bösewichte aus Film und Serie… 🙂

Media Monday #308

Auch der schönste Sonntag geht einmal vorbei. Heute waren wir fast den gesamten Tag draußen, haben gegrillt, waren spazieren und haben den Kindern beim Toben zugesehen. Rundum gelungen. Am Samstag dagegen habe ich die meiste Zeit am Haus gearbeitet, da es immer noch ein paar Bereiche gibt, die noch fertiggestellt werden müssen. Laufen war ich leider überhaupt nicht, da mich eine Erkältung geplagt hat, doch kommende Woche muss ich es wieder angehen. Aber nun warten erst einmal die Fragen des Medienjournals auf mich. Euch einen guten Start in die neue Woche! 🙂

  1. Wenn es so richtig skurril und abgedreht wird, dann könnte es gut sein, dass man gerade „Silicon Valley“ von HBO schaut.
  2. „Fear the Walking Dead“ hat mich irgendwo auf dem Weg verloren, denn in der zweiten Staffel fand ich die Charaktere so dämlich geschrieben, dass ich einfach nicht weiterschauen konnte.
  3. Ich konnte mich ja kaum je so gut mit einer Figur identifizieren wie mit Adam Braverman aus der Serie „Parenthood“, zumindest seit ich Vater bin.
  4. In Sachen Comedy-Serien habe ich das Genre durch klassische Sitcoms, wie „Friends“ oder „Seinfeld“, kennen und lieben gelernt.
  5. „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ hat mich ja als Lektüre schwer begeistert, schließlich besitzt das Buch eine wunderbar frische Idee, die zudem gut umgesetzt wurde.
  6. Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber der mitunter gruseligste Film war für mich der spanische Genre-Beitrag „[Rec]“ – die letzten 15 Minuten haben mich im Kino um Jahre altern lassen.
  7. Zuletzt habe ich Ridley Scotts „Prometheus: Dunkle Zeichen“ zum zweiten Mal gesehen und das war erneut ein famoses Erlebnis, weil der Film das bekannte „Alien“-Franchise um viele interessante Aspekte erweitert.

Prometheus: Dunkle Zeichen – OT: Prometheus (2012) (WS1)

Gerade ist „Alien: Covenant“ angelaufen und ich hege die zarte Hoffnung, dass ich den Film tatsächlich noch im Kino sehen werde. Folglich war es nach fünf Jahren auch an der Zeit, meine Erinnerungen an „Prometheus: Dunkle Zeichen“ aufzufrischen. Der Vorgänger hatte mir damals exzellent gefallen. Allerdings habe ich inzwischen so viele vernichtende Worte über den Film gehört und gelesen, dass ich leichte Zweifel hatte, ob er mir auch heute noch gefallen würde, doch lest selbst…

Ein selbstbewusster Neuanfang

Das „Alien“-Franchise zeichnet sich nicht gerade durch Konsistenz aus. Ob spontane Genre-Wechsel von Horror („Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“) zu Action („Aliens: Die Rückkehr“) oder unzählige Male umgeschriebene Drehbücher („Alien 3“) – als Fan der Reihe hat man schon so einiges mitgemacht. Dennoch war der Ruf nach einer Fortsetzung zu „Alien: Die Wiedergeburt“ stets da. Neun Jahre später war es dann endlich soweit und im Vorfeld herrschte viel Unklarheit darüber, um was es sich bei „Prometheus“ eigentlich handeln sollte: ein Sequel oder ein Prequel? Gar ein Reboot? Oder doch etwas ganz Anderes? Letztendlich ist Ridley Scotts Sci-Fi-Epos eine Mischung aus alldem und doch etwas ganz Eigenes: eine Geschichte im „Alien“-Universum, die mit den Versatzstücken des Franchises spielt und doch viel größer ist. Und ich kann Ridley Scott nur dafür danken, diesen Weg eingeschlagen zu haben, denn auch bei der heutigen Sichtung hat mich sein Film wieder enorm gepackt.

Woher kommen wir eigentlich?

„Prometheus“ macht es einem als Zuschauer nicht leicht: Einerseits ist der Film ein typischer Sci-Fi-Reißer mit Monstern, klischeehaft geschriebenen Redshirts und teils sehr blutigen Szenen. Dem gegenüber steht der philosophische Unterbau, der Fragen nach Schöpfung, Glaube und einer größeren Mythologie aufmacht. Für viele Zuschauer mag das nicht zusammenpassen, doch für mich funktioniert es einfach wunderbar. Ich liebe die Space-Trucker-Atmosphäre, die Scott im ersten Drittel des Films wieder sehr gekonnt einfängt, ebenso wie horrorlastigen Actionszenen sowie die Fragen, die in der Geschichte aufgemacht werden. Im Zentrum der Handlung steht, ganz in Tradition der Reihe, abermals eine Frau, doch neben ihr rückt ein Androide in den Fokus. Auch ein solcher hatte in den ersten beiden Filmen eine tragende Rolle, hier spiegelt er zudem den Kern der Geschichte wider, was ich ganz und gar famos fand. Dies hätte leicht nach hinten losgehen können, doch Michael Fassbender spielt David so eindringlich und doch nuanciert, dass es eine wahre Freude ist.

Neben dem Inhalt ist bei Ridley Scott natürlich die Form extrem wichtig und hier überzeugt „Prometheus“ auf ganzer Linie: Ich liebe die Weyland-Yutani-Designs, die Raumschiffe und Uniformen, die technischen Spielereien und natürlich die von H. R. Giger inspirierte Welt auf LV-223. Was Monster angeht, so gibt es auch in diesem Film einiges zu sehen, wobei nichts auch nur annähernd den ikonografischen Facehuggern oder Xenomorphs das Wasser reichen kann. Am meisten beeindruckt haben mich wohl tatsächlich die humanoiden Engineers und ich bin gespannt, wie in der Fortsetzung letztendlich der Bogen zu den klassischen Aliens gespannt wird.

Fazit

Meine Sorge mich aufgrund etwaiger Beeinflussungen in Drehbuchschwächen oder   Logiklöchern zu verlieren, war völlig unbegründet. Ich habe „Prometheus“ genossen, wie damals bei der ersten Sichtung im Kino. Einzig das famose 3D habe ich tatsächlich vermisst. Wer hätte das gedacht? Auch dieses Mal werde ich wieder viel über die Geschichte nachdenken und mir eigene Erklärungen zurechtlegen. Ich mag es sehr, dass der Film nicht alles erklärt und uns Zuschauern Spielraum für Spekulationen lässt. Dabei funktioniert „Prometheus“ auch wunderbar als audiovisuell starker Sci-Fi-Trip, mit dem man einfach viel Spaß haben kann. Falls ihr die alten Filme liebt und um diesen Neuanfang bisher einen bogen gemacht habt: Lasst euch nichts erzählen und macht euch selbst ein Bild. Ein toller Film: 9/10 Punkte.