Alien: Covenant (2017)

Gestern hat es sich ziemlich spontan ergeben, dass die Kinder bei den Großeltern übernachteten und wir somit „Alien: Covenant“ im Kino sehen konnten. Neben „Blade Runner 2049“ der Film, den ich dieses Jahr am meisten herbeigesehnt habe. Speziell aufgrund meiner kürzlichen Zweitsichtung von „Prometheus: Dunkle Zeichen“ war ich extrem gespannt, wie Ridley Scott die mysteriöse Geschichte um die Ingenieure und ihre Schöpfungen fortführt. Ob sich das Warten (und dass ich mich mit fieser Erkältung ins klimatisierte Kino geschleppt habe) gelohnt hat? Spoiler sind zu erwarten.

Zwischen „Prometheus“ und „Alien“

Auf den ersten Blick hat „Alien: Covenant“ alles zu bieten, was ich mir von einer Fortsetzung erhofft hatte. Der Look erinnert so sehr an den ursprünglichen „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“, dass es eine wahre Freude ist. Ridley Scott hat die filmische Brücke also nicht nur inhaltlich (z.B. Zusammensetzung der Crew), sondern auch formal geschlagen. Somit verwundert es auch nicht, dass sowohl das erste Drittel wie auch das letzte Drittel des Films beinahe schon wie ein Remake des Originals von 1979 anmuten. Ich habe es wirklich sehr genossen einmal mehr in dieses wunderbar ausgearbeitete Universum einzutauchen und bekannte Klänge zu vernehmen sowie auch Mechanismen zu erleben. Doch einen Moment, bitte. Was ist nun eigentlich aus Elisabeth Shaw, dem Androiden David und ihrer Reise zum Planeten der Ingenieure geworden? Stimmt, da gibt es ja noch den Mittelteil des Films…

Typisch „Alien“-Sequel: Alles wird auf Null gesetzt

Gerade im inhaltlich interessanten Mittelteil krankt die Geschichte leider. Ich habe mich gefühlt wie damals, als ich das erste Mal „Alien 3“ gesehen habe: Jegliche inhaltliche Entwicklung wird ignoriert und die Ausgangssituation einfach auf Null gesetzt, damit man abermals die gleiche Geschichte erzählen kann. Über die Jahre habe ich den Film dennoch lieben gelernt. Ob mir das bei „Alien: Covenant“ auch gelingen wird? Wie gern hätte ich mehr über die Abenteuer von Shaw und David auf dem Heimatplaneten der Ingenieure erfahren. Aber nein: Shaw ist tot, David entpuppt sich als wahnsinniger Androide mit Gotteskomplex, der einfach mal so alle Ingenieure auslöscht. Keine Antworten, keine weiteren Mysterien, einfach alles auf Null gesetzt.

Ich fand es zwar durchaus interessant, David – nachdem er in „Prometheus: Dunkle Zeichen“ noch eher eine ambivalente Figur war – als verrückten Wissenschaftler inszeniert zu sehen, der mit seinem Bruder Walter über Schöpfung und Götter philosophiert (wenngleich die Flötenszene auch ein wenig albern war). Letztendlich hat David durch seine Genexperimente Eier, Facehugger und Xenomorphs erschaffen. Hier hatte ich tatsächlich einen kleinen Midi-Chlorianer-Moment, der viel von der Faszination für diese Kreaturen genommen hat. Nein, mir hat diese Entwicklung wirklich nicht gefallen und ich finde es unendlich schade, dass Scott und Co. die gesamte Mythologie, die sie noch im Vorgänger mühevoll aufgebaut hatten, einfach über Bord werfen. Glücklicherweise spielt Michael Fassbender wieder unglaublich gut, so dass es trotz der enttäuschenden inhaltlichen Entwicklungen eine wahre Freude ist, seinem verrückten Androiden (und das passt inhaltlich natürlich wieder perfekt zum Franchise) zuzusehen.

Fazit

Ich hatte hohe Erwartungen an „Alien: Covenant“ und mir eine deutlichere Entwicklung in Richtung „Prometheus: Dunkle Zeichen“ gewünscht. Leider haben sich Scott und 20th Century Fox jedoch für den sichereren Weg entschieden und übereilt die Brücke zu den beliebten Originalen geschlagen. Was nun noch in den nächsten beiden Filmen gezeigt werden soll? Auch wenn die Enttäuschung auf inhaltlicher Sicht wohl überwiegt, so war ich jedoch zu jeder Sekunde gefangen von den Bildern und der Atmosphäre. Der Film atmet das „Alien“-Franchise noch viel stärker als der Vorgänger und ja, tatsächlich bin ich dem jüngsten Neuzugang in dieser Hinsicht völlig verfallen. Ein spannendes und auf jeden Fall lohnendes Kinoerlebnis, bei dem sich noch zeigen muss, ob es überdauert: 7/10 Punkte.

46 Gedanken zu “Alien: Covenant (2017)

  1. Ha, auf diesen Beitrag habe ich gewartet, um endlich meinen angestaunten Senf abgeben zu können 😉
    Du sprichst viele der Punkte an, die mich enttäuscht haben: Quasi ein Remake von „Alien“, aber ohne auch nur eine Szene bieten zu können, die man in den ersten Teilen nicht besser gesehen hat. Der „Midichlorianer“-Moment, der auch nicht wirklich durchdacht ist (da empfehle ich die aktuelle Red Letter-Media-Talkrunde, die das Ganze schön auf den Punkt bringt [https://youtu.be/fmwyWerz5KI]). Die Crew, die wirklich nur Alienfutter darstellt und zu der man keine Bindung aufbauen kann – soll ich als Kinozuschauer mir da also vorher auf YouTube die Promoclips zusammensuchen? Und die dummen Entscheidungen diverser Figuren, welche mittlerweile einen Schmerzgrad erreicht haben, bei dem ich mir denke: Okay, ich könnte auch Kolonist oder Wissenschaftlicher mit Schwerpunkt „außerirdische Planeten und auf was man dort achten muss“ werden.

    Die Story um die beiden Roboter fand ich durchaus interessant, da hätte man mehr zeigen, mehr draus machen müssen. Weshalb ist David zu Frankenstein geworden? Weshalb löscht er alle Ingenieure aus? Weshalb nutzt er seine geliebte Shaw als Versuchsobjekt, um die Xenomorphen zu erschaffen? Das alles ordentlich und mit einem Schuss Horror erklärt (als Ekelmoment wie in „Prometheus“ hätte sich da einiges an Herumgeprokele filmen lassen), ich wäre einigermaßen zufrieden gewesen. Stattdessen drückt Scott halt eben noch ein paar Alienviecher rein, die bei mir überhaupt nichts auslösen konnten. Und vergeht sich an der Mythologie, an dem Geheimnis, woher diese Wesen stammen.

    Fassbender in allen Ehren, aber er alleine kann das Ding auch nicht retten. Der Kniff am Schluss war soweit vorhersehbar, das ist einfach nur schludrig. Auch hier gilt: ein bisschen mehr Mühe und die Schluss-Szene hätte mir Gänsehaut bereiten können. Für mich fühlte sich das Ganze an wie eine Chuck Lorre-Produktion in der 8. Staffel – die Leute gucken es weiter, weshalb also groß anstrengen?

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    • Danke für deinen, wie immer, sehr treffenden Kommentar. Hätte ich einen Verriss geschrieben, dann hätte er wohl ziemlich genau so ausgehen. Allerdings habe ich mich dann doch auf das Gute Film (und das gibt es durchaus) konzentriert.

      Bindung zur Crew kam bei mir übrigens durchaus auf, da es für mich nur eine weitere Konstellation der Original-Crew war. Da war also schon genügend Identifikationspotenzial vorhanden, auch weil viele der Redshirts eben sehr klischeehaft agieren. Das hatte mich aber auch schon bei „Prometheus“ nicht gestört.

      Am schlimmsten fand ich, wie wohl auch du, das Vergehen am Mythos Xenomorph. Das hätte nicht sein müssen bzw. hätte eben deutlich subtiler über die kommenden zwei Filme erzählt werden müssen. Shaws plötzlicher und sinnloser Tod hat mich doch sehr an Hicks‘ Ableben erinnert.

      Trotz aller Fehler habe ich die Atmosphäre sehr genossen und fand auch das Xenomorph spannend in Szene gesetzt (ja, trotz CGI). Mal sehen, in welche Richtung sich die Reihe in Zukunft noch entwickelt…

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      • Du bist eben eher der Luke Skywalker der Filmberichterstattung. Das geht ja auch absolut in Ordnung. Bei TV-Serien konzentriere ich mich ebenfalls lieber auf die guten Aspekte und lasse vieles nicht so Gelungene in den Hintergrund treten. Aber bei meinem Liebling Alien(s) bin ich empfindlicher als Darth Vader im Force Choke-Modus. Da wird das Wiedereintauchen in die Atmosphäre der Filme (inklusive dem bekannten Score) eben von den ganzen Unzulänglichkeiten zunichte gemacht. Wenn man zu den Klassikern nichts wirklich Bedeutendes hinzufügen kann, (und wie geschrieben, die Story um David hätte da Potenzial gehabt bei richtiger Umsetzung), soll man es bleiben lassen. Punkt.

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      • Das hast du aber schön gesagt. Ich verstehe deine Punkte auch durchaus, lieber Darth Vader, doch glaube ich auch, dass Filme nicht durch Fortsetzungen zerstört werden können. Es ist eben nur schade um die ungenutzten Chancen und die gab es hier leider am laufenden Band…

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  2. Tja, wer heutzutage noch was von einem Franchise-Film erwartet, kann nur bitter enttäsucht werden (ich weise mal nicht darauf hin, dass das bei Ridley Scott um so mehr der Fall ist, weil er nur Scheiße am Fließband labert und sonst nix).

    Der Film hat keine Charaktere, keine Spannung, keine Atmosphäre. Alles wirkt lieblos hingeschludert, die Mythologie wird komplett weggeschmissen und das Xenomorph entmystifiziert, was einfach keine gute Sache ist. Dazu kommt dann das wohl schlechteste CGI der Neuzeit (ernsthaft, die Chestburster-Szene ist ja wohl an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten; da konnte ich das tanzende Alienbaby in „Spaceballs“ ernster nehmen).

    Kein Totalausfall aber unfassbar durchschnittlich, langweilig und dumm. Also definitv ein schlechter Alienfilm. Scott sollte sich verpissen und doch noch Blomkamp ran lassen, anstatt sein Franchise jetzt noch komplett zu zerstören.

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    • Da frage ich mich doch echt einmal wieder, warum du dir weiterhin Filme von Scott anschaust, wenn du den Herren und sein Schaffen so verabscheust.

      Auch ich fand den Film bei Weitem nicht perfekt, konnte aber genügend positive Dinge für mich rausziehen, eben wie die fantastische Atmosphäre. Achja, das CGI-Alien fand ich auch gelungen… 😉

      Ob es Blomkamp besser gemacht hätte, kann ich nicht sagen, würde mir einen „Alien 5“ unter seiner Regie aber auf jeden Fall anschauen.

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      • Ich verabscheue sein Schaffen nicht nur sein schwachsinniges Gelaber. UNd Filme wie dieser bestätigen mich halt auch in dieser Meinung. Gibt es einen plausiblen Grund dafür, einfach alles, was man bei „Prometheus“ den ich bspw. ganz gut fand, einfach komplett wegschmeißt? Wo steckt da bitte der Sinn? Dann kann ich die ganze Scheiße auch gleich sein lassen und einfach ein storyloses Actiongewichse fabrizieren, wie es heutzutage nun mal angesagt ist.

        Zum CGI sag ich nix mehr. Da sind mir die Leute heutzutage einfach zu verblendet. Das Vieh sah aus wie 5 Minuten Photoshop, aber okay …

        Ob es Blomkamp besser gemacht hätte, kann ich auch nicht sagen, zumal der auch nicht gerade nur Knaller abgeliefert hat. Aber frisches Blut kann so einer Reihe halt nur gut tun, wenn man sie schon nicht ruhen lassen kann, einfach weil er vermutlich einen anderen Ansatz verfolgen würde, anstatt sowas halbgares zusammengeschustertes abzuliefern. Vorausgesetzt natürlich, dass das Studio ihm da nicht reinquatscht, was ich bei Covenant zum Teil vermute.

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      • Genau das ist der Punkt. Ich glaube auch, dass „Alien: Covenant“ nicht Scotts Vision ist, sondern dass hier ein großer Teil vom Studio kam („Wir brauchen das Xenomorph und Facehugger und Eier! Die Ingenieure können dafür weg…“), allerdings wird man es wohl nie genau wissen. Nach „Prometheus“ ist ja wohl Damon Lindelof abgesprungen, so dass es keine vorgegebene Richtung mehr gab. Insgesamt wohl drehbuchtechnisch ein ziemliches Desaster, auch hier muss ich wieder an „Alien 3“ denken.

        Ich glaube beim CGI-Alien hat eher gestört, dass es wie ein Mini-Xenomorph aussah und nichts vom Chestburster des Originals hatte. Gut gemacht fand ich es dennoch, aber das ist wohl Geschmackssache.

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      • Normalerweise sollte Scott aber ja auch etwas Einfluss haben. Aber er hat sich ja auch selbst schon von Prometheus distanziert und meinte dann, jetzt macht er halt den Alienfilm, den die Fans wollen. Ich bin Fan und wollte den nicht. Ich hätte lieber den Ansatz von Prometheus weiterverfolgt gesehen. Das war wenigstens mal was neues. Aber am Ende muss man es ja dann immer versuchen allen recht zu machen und dabei kommt dann eben sowas halbgares raus. Der Film ist auch bei weitem nicht schlecht, nur eben für Alienstandards meiner Meinung nach scheiße. Halb Remake, halb Fortsetzung, halb mystisch, halb entmystifizierend. Das passt einfach alles nicht wirklich zusammen.

        Der Vergleich mit Teil 3 drängt sich da natürlich schon auf, auch was die verworfenene Ideen angeht, aber der hatte zumindest noch sowas wie Eigenständigkeit.

        Mich hat beim CGI-Alien nebenbei eher gestört, dass es aussah wie aus einem Asylumfilm. Ich rede hier aber wohlgemerkt nur von dem Chestbursteralien. Die Szene ist eine komplette Katastrophe. Das große sah ganz gut aus. Da hab ich nix zu meckern. (okay, hab ich doch, weil CGI, aber ich hab mich halt damit abgefunden)

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      • Ich glaube durchaus, dass Scott einigen Einfluss hat, was seine Filme angeht. Allerdings ist es eben auch ein Big-Budget-Projekt und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viel interne Politik hier betrieben wird. Das kann einem Film nur schaden – und bei den Kritikpunkten bin ich ganz bei dir.

        Auf die Chestburster-Szene muss ich noch einmal achten, die ist mir wirklich nicht negativ aufgefallen. War eben nur auch nicht sonderlich ikonografisch, gerade im Vergleich zum John-Hurt-Chestburster. Leider.

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      • Ja, aber dann sollte er doch vielleicht auch einfach mal sagen: „Leute. Ich mache den Scheiß nicht mit.“ Ist ja nun wirklich nicht so, dass er sich um Arbeit sorgen machen müsste.

        Ja gut, dass man sowas wie die Original-Chestburster-Szene heute nicht mehr zu sehen kriegt, war ja vorher klar. Aber dann wirklich sowas billiges rauszuhauen ist schon sehr armselig. (Und das ist ausnahmsweise nicht Scotts Fehler, denn die Animationen macht er ja nicht selbst).

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      • Tatsächlich glaube ich wirklich, Ridley Scott ist etwas an der Reihe gelegen. Ob er noch den kompletten Durchblick hat, steht natürlich auf einem anderen Blatt… 😉

        Und wie gesagt: Die Chestburster-Szene muss ich mir noch einmal anschauen. Die habe ich echt nicht als so schlecht in Erinnerung (war aber auch durch Schüttelfrost geplagt).

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      • Scott ist laut eigener Aussage überhaupt nicht im Bilde, da er al gesagt hat, dass er keinen der Alienfilme geguckt hat. Hätte durchaus helfen können. Der Typ ist halt ne ganz eigene Hausnummer an Egomanie. Wobei ich das Problem hier durchaus eher an anderen Stellen sehe.

        Mal generell zu Scott: Mein Problem bei seinen Filmen ist einfach diese durchgehend präsente Lahmarschigkeit. Ich habe meist das Gefühl, dass einfach nichts passiert und nichts voran geht und dann langweile ich mich und das ist nun mal der Todesstoß für jeden Film. Jetzt aber eben die Kehrseite der Medaille: Im Horrorgenre ist genau dieser langsame Aufbau absolut hervorragend, um Intensität und Spannung aufzubauen. Das ist Scott beim Original hervorragend gelungen und bei Covenant zum Teil auch. Dann wird zwar alles direkt wieder mit dem Arsch eingerissen, aber das ist nicht das Thema. Generell ist Scotts Stil also genau richtig für die Reihe, nur krankt es ganz extrem an Stories und Charakteren.Ein Problem das seine früheren Filme nun wirklich nicht haben. Wenn das dann aber nun mal alles zusammen kommt, wird es bei mir ganz eng und ich kann da dann einfach nicht mehr viel gutes dran finden, weil eben die Schwächen nicht mehr ausgeglichen werden.

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      • Also „Lahmarschigkeit“ als Hauptkritikpunkt ist zumindest eine Aussage, die ich bisher noch nicht gehört habe. Dafür schon einmal Respekt, auch wenn ich es nicht nachvollziehen kann. Selbst bei den Scott-Filmen, die ich nur ganz okay fand konnte ich das nicht feststellen. Gerade den ruhigen Inszenierungsstil, der für dich bei „Alien“ ja noch funktioniert hat, mochte ich auch bei seinen jüngeren Werken wie, zum Beispiel, „Königreich der Himmel“. Und ja, auch das erste Drittel in „Alien: Covenant“ fand ich in dieser Hinsicht wirklich gelungen (und selbst hier sind wir wohl gar nicht soweit auseinander).

        Zum Thema Egomanie: Ja, diesen Wesenszug hat er bestimmt, wie vermutlich die meisten größeren Regisseure. Sonst bringt man es wohl zu nichts in dem Job (was nicht heißt, dass ich das sonderlich sympathisch finde).

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      • „Königreich der Himmel“ ist beispielsweise so ein unfassbares Schnarchfest, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Fürchterlich langweiliger Film, der das eben für mich auch nicht mit einer guten Story oder guten Charakteren auffängt. Das war alles einfach nur grauenhaft „lahmarschig“. Aber ja, das erste Drittel bei Covenant hat mir auch ganz gut gefallen. Nur danach geht es ziemlich den Bach runter mMn, was aber eben nicht an Scott alleine liegt, sondern eher am Gesamtpaket. Da passt einfach nicht mehr viel zusammen.

        Klar, Egomanen sind da keine Seltenheit. Und Scott bildet da ganz sicher keine Ausnahme. Aber wenn man schon eine Fimreihe wiederbeleben will, sollte es ja wohl Vorraussetzung sein, sich die Filme dann auch anzugucken, damit man weiß, womit man es zu tun hat. Das geht wirklich schon in den Bereich der absoluten Uneinsichtigkeit, dass andere viellecht auch mal nen guten Film machen können.

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      • Ich mag von „Königreich der Himmel“ sogar den noch viel längeren Director’s Cut und finde die Atmosphäre von diesem gerade in den ruhigen Szenen famos. So unterschiedlich kann also die Auffassung sein.

        Was Aussagen wie „Die anderen Teile habe ich nicht gesehen.“ oder auch „Die Vorlage habe ich nie gelesen.“ bzw. „Das [hier irgendein europäisches Land einsetzen] Original habe ich nie gesehen.“ angeht, bin ich sowieso immer skeptisch. Das ist doch nur Gelaber… 😉

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      • Kommt drauf an. Wenn man halt wirklich auf einem Egotrip ist und meint, dass einem die Reihe vielleicht damals unberechtigt weggenommen wurde, dann kann ich mir schon vorstellen, dass Leute wie Scott dann auch einfach eingeschnappt sind und sich vom Rest lossagen und nicht anerkennen, dass sie zu „ihrem Werk“ gehören. Es kommt ja immer drauf an, wie das abläuft. Ich hab keine Ahnung, warum damals nicht Scott Teil 2 gemacht hat sondern Cameron. Aber vielleicht ist da ja was vorgefallen mit dem Studio und Scott hat dann eben nur seinen Film anerkannt.

        Ich sags mal so: Wenn ich als Autor eine Geschichte an einen Verlag verkaufen würde und der würde dann für die Forsetzung Sebastian Fitzek ranholen wäre ich auch angepisst. Und lesen würde ich das dann ganz sicher nicht. NIcht wegen Fitzek, sondern eben, weil es eine von mir geschaffene Welt ist, die halt mir gehört und da sollte niemand anderes drin rumpfuschen, wenn ich es nicht erlaube. Das würde ich nicht als Erweiterung meiner Welt anerkennen und will dementsprechend auch nichts damit zu tun haben. Als „Kreator“ hat man einfach so ein bisschen Ego oder nennen wir es einfach „Liebe zum eigens Erschaffenen“ … Moment mal, genau um das Thema „Schöpfung“ geht es ja eigentlich in „Prometheus“ und „Covenant“. Verarbeitet Mr. Scott da eventuell genau das?

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      • Scott kam zum ersten Teil ja auch „nur“ als Auftragsregisseur. Den Film hat er aber zweifellos zu seinem gemacht, gar keine Frage. Insofern durchaus verständlich, dass er die Reihe als seine betrachtet. Warum nun allerdings damals Cameron den zweiten Teil übernommen hat, habe ich gar nicht mehr im Kopf. Ich kann mir nach dem Erfolg des ersten Teils kaum vorstellen, dass Fox Scott rausgeschmissen haben. Vielleicht hatte er damals auch keine Lust mehr?

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      • Ich weiß es auch nicht. Aber Erfolg heißt ja nix, wenn vielleicht was anderes vorgefallen ist. In der Branche prallen ja ständig Egos aufeinander. Vielleicht war er aber auch einfach nur mit was anderem beschäftigt – obwohl nee, gerade in der Zeit hatte er nichts Großes am Start, sehe ich gerade. Keine Ahnung. Ist halt nur eine Möglichkeit. Irgendeinen Grund muss es aber ja haben, dass er – ob gesehen oder nicht – die anderen Alienfilme nicht anerkennt. Und der Punkt bleibt ja der, dass das eben ein Problem im Kanon der Reihe ist, wenn man einfach macht, was man will, ohne Rücksicht auf alles was bisher da war.

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      • “They didn’t ask me!” he told The Hollywood Interview in 2008. “To this day I have no idea why. It hurt my feelings, really, because I thought we did quite a good job on the first one.”

        Da hat man aber ja dann auch so ein bisschen die Antwort, warum er etwas angepisst ist/war. Wobei er zumindest Teil 2 scheinabr doch gesehen hat. (Was aber auch wieder beweist, dass der Typ alle 2 Wochen was anderes erzählt, weswegen ich den sowieso nicht mehr ernst nehmen kann).

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      • Yep, zumal er ja auch noch mit „Legende“ beschäftigt war. Aber okay, vermutlich war sein Stolz tatsächlich ein wenig verletzt, zumal die Reihe spätestens ab Teil 3 ohnehin Konsistenz vermissen lässt (was nicht heißt, dass ich die weiteren Teile nicht auch sehr mag).

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      • Ich mag an der Reihe in erster Linie den immer neuen frischen Ansatz. Auch wenn Teil 3 unter starken Logiklücken und einem völlig zusammengeschusterten Drehbuch zu leiden hat, sieht man schon im Ansatz, wozu Fincher im Stande gewesen wäre, wenn man ihn gescheit hätte arbeiten lassen. Und Teil 4 mag ich aufgrund des durchaus vorhandenen Trashfaktors. Der ist teils schon arg dämlich und an den Haaren herbei gezogen. Selbst „Prometheus“ hat ja dann wieder neue Ideen (und scheinbar wollte Scott ja schon damals auf die Schöpfungsgeschichte eingehen, also schließt sich da sozusagen ein Kreis).

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      • Ja, das hätte bestimmt auch mit Animatronics gut funktioniert, was aber auch wohl nichts von der sonderbaren Anmutung genommen hätte. Die CGI fand ich hier tatsächlich auch nicht fehl am Platz, die Inszenierung aber sehr dick aufgetragen und nur wenig subtil.

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  5. Ich glaube, ich werde kein Freund dieser Reihe mehr. „Prometheus“ mochte ich schon nicht, aber einfach nur, weil da die Erwartungen von Scott so hoch geschraubt wurden und am Ende nicht so wirklich das gewünschte Alien-Prequel geliefert wurde. „Covenant“ fand ich ein bisschen besser, allerdings fand ich den Film recht unausgegoren: zum Teil Fortsetzung, zum Teil schlechtes „Alien“-Remake. Irgendwie schade, dass Scott nie so richtig den passenden Ton zu treffen scheint.

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    • Hatte Scott bei „Prometheus“ denn ein „Alien“-Prequel versprochen? Ich dachte eher er wollte eine ganz eigene Geschichte machen, die eben nur im Weyland-Yutani-Universum spielt. Das hat für mich auch super funktioniert. Bei „Alien: Covenant“ sehe ich es eher wie du: Hier wurde zu viel gleichzeitig gewollt.

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      • Eine Zeitlang wurde PROMETHEUS doch schon als das große Prequel angepriesen… aber gut, selbst ohne so eine Ankündigung würde man doch sofort an ein Prequel denken, oder nicht? 😉

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      • Irgendwann in der Mitte der wirren Marketing-Kampagne mag das gewesen sein, das stimmt. Ich jedoch mochte den frischen Ansatz sehr, weshalb ich „Alien: Covenant“ auch als Rückschritt empfinde.

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