Mad Men – Season 7

Einmal mehr geht eine große Serie zu Ende, die mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen ist. Ich würde sogar soweit gehen das wunderbare Zeitportrait als eine meiner absoluten Lieblingsserien zu bezeichnen. Obwohl das Finale von „Mad Men – Season 7“  bereits 2015 ausgestrahlt wurde, so wirkt es auch noch ein Jahr später nach und ich habe noch keine aktuelle Serie auf dem Radar, die diese Lücke zu schließen vermag. Auch wenn alle Welt von „Breaking Bad“ und „The Walking Dead“ schwärmt, so wird für mich immer „Mad Men“ das Kleinod unter den Eigenproduktionen des Kabelsenders AMC bleiben. In mehrerer Hinsicht das Ende einer Ära.

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Die ursprünglich in zwei Teilen ausgestrahlte finale Staffel setzt nahtlos an die vorangegangenen Ereignisse an. Don und Megan führen eine Fernbeziehung, was genauso wenig funktioniert, wie man das erwarten würde. Peggy ist trotz ihres beruflichen Erfolges frustriert und auch die anderen Charaktere befinden sich in einer Art Schwebezustand. Dons Karriere ist zerstört und er muss wieder von vorne anfangen. Die Rollen zwischen ihm und Peggy vertauschen sich, was eine wirklich interessante Dynamik mit sich bringt, besonders da sich Don in dieser Beziehung nicht wie ein egoistisches Arschloch verhält, sondern tatsächlich wie ein Mentor. Zumindest meistens und immer dann, wenn man es am wenigsten erwarten würde. Die Beziehung zwischen den beiden ist wohl eine der wenigen ehrlichen in dieser Serie, was sich auch im letzten Telefonat zwischen Don und Peggy zeigt.

Kurz vor dem Abgrund jedoch wendet sich das Blatt. Sterling Cooper & Partners wird von McCann Erickson gekauft und unsere Hauptfiguren scheinen den großen Preis gewonnen zu haben. Doch wie es in der Werbung eben so ist, bleibt am Ende nichts zurück. Nur Schein, keine Substanz. Das große Finale wirkt seltsam aus der Serienwelt entrückt, passt aber doch zu den vorhergehenden Staffeln, ihn denen Don bereits öfter aus seinem Alltag ausgebrochen ist. Am Ende ist er ganz unten und doch glücklich. Hat er die Werbewelt tatsächlich hinter sich gelassen? Oder am Ende doch wieder nur Inspiration aus seinen neuen Erfahrungen gezogen? Das Ende ist offen und das ist gut so. Denn das Leben geht auch für die Charaktere von „Mad Men“ weiter, selbst wenn wir den wichtigsten noch kurz für eine letzte Szene begegnen dürfen. Wie Werbung selbst zeigt uns die Serie hier nur das, was wir sehen wollen. Und Don? Don bleibt ein Mysterium. Ob er als Relikt der alten Werbewelt in die neue Ära starten wird, bleibt der Vorstellung des Zuschauers überlassen. Ich persönlich glaube, er kehrt zurück.

Was die qualitative Einordnung der einzelnen Staffeln angeht, so fällt mir das bei dieser durchgehend herausragenden Serie sehr schwer. Ich habe alle Staffeln als exzellent in Erinnerung. Dennoch habe ich es versucht und bin gespannt, wie eure Reihenfolge (gerne mit Begründung in den Kommentaren) aussieht:

  1. „Mad Men – Season 4“ (9.7 Punkte)
  2. „Mad Men – Season 3“ (9.7 Punkte)
  3. „Mad Men – Season 2“ (10 Punkte)
  4. „Mad Men – Season 5“ (9.5 Punkte)
  5. „Mad Men – Season 7“ (9.5 Punkte)
  6. „Mad Men – Season 1“ (10 Punkte)
  7. „Mad Men – Season 6“ (9.2 Punkte)

Mir ist der Abschied von „Mad Men“ so schwer gefallen, wie schon lange bei keiner Serie mehr. Ich würde gerne noch weiterverfolgen, wie sich die Charaktere in den 70er Jahren entwickeln. Da gäbe es bestimmt noch viele spannende Geschichten zu sehen. Man soll jedoch aufhören, wenn es am schönsten ist – und das hat Matthew Weiner auf jeden Fall geschafft. Er lässt und Zuschauer hungrig nach mehr zurück. Eben wie eine gute Werbung: 10/10 (9.5) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

19 Gedanken zu “Mad Men – Season 7

  1. Zitat: „Auch wenn alle Welt von „Breaking Bad“ und „The Walking Dead“ schwärmt, so wird für mich immer „Mad Men“ das Kleinod unter den Eigenproduktionen des Kabelsenders AMC bleiben. In mehrerer Hinsicht das Ende einer Ära.“
    Das kann ich guten Gewissens so unterschreiben. 🙂
    Vielleicht ist „Halt And Catch Fire“ (über die Computerbranche in den 1980ern), auch von AMC, ein halbwegs adäquater Ersatz.

    http://www.kino.vieraugen.com/dvd/mad-men-s7-2/

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  2. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich wurde auch regelrecht rührselig als es zu Ende ging. Und irgendwie bezeichnend (für die Qualität und Dynamik der Figuren), dass eine der Serien mit dem wenigsten Plot schlechthin, dennoch eine der, wenn nicht DIE beste ist 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Wobei ja wirklich immer noch die Frage ist, was genau denn viel Plot ausmacht bzw. ob das erstrebenswert ist. Viele Wendungen, viele Schauplätze, viele Entwicklungen? Oder Charaktere, die sich weiterentwickeln und eine sich daraus ergebende Handlung, die faszinierender ist als jeder Thriller?

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  3. Mit Staffel 5 habe ich aufgehört. Die Staffel 4 gehört aber zum besten der TV- Geschichte. Aber ich finde es generell toll, wenn eine Serie gut zu Ende getragen wird. Vielleicht komme ich noch dazu die anderen Staffeln zu sehen X)

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