Jojo Rabbit (2019)

Nach einer kurzen Arbeitswoche, die sich aber wie eine komplette angefühlt hat, habe ich mich abends auf einen Filmabend gefreut. Normalerweise brauche ich immer etwas länger, bis ich mich für den richtigen Film entschieden habe, doch heute ist die Blu-ray von „Jojo Rabbit“ sofort in den Player gewandert. Taika Waititis Film wollte ich schon unbedingt im Kino sehen, doch leider lief er nicht mehr, weshalb wir auf „Knives Out“ ausweichen mussten. Doch heute war es endlich soweit… 🐰

Jojo Rabbit (2019) | © 20th Century Fox Home Entertainment

Jojo Rabbit (2019) | © 20th Century Fox Home Entertainment

Humor und Grauen in perfekter Kombination

Im Vorfeld gab es viel Gerede, ob man denn über Hitler und das Grauen dieser Zeit lachen dürfe. Mir stellte sich diese Frage gar nicht, denn spätestens nach dem wundervollen „Wo die wilden Menschen jagen“ war mir klar, dass Taika Waititi einer der wenigen Regisseure ist, welche die delikate Balance zwischen Humor und Drama auf den Punkt zu treffen vermögen. Und so ist es auch in „Jojo Rabbit“, in dem Taika Waititi selbst als imaginärer Hitler auftritt. Dieser ist so überzogen angelegt, dass nie Zweifel besteht, dass er nur eine Reflektion der Gedankenwelt des Hitlerjungen Jojo ist und mit der historischen Figur nur wenig zu tun hat. Den selbst erklärten Nazi Jojo sympathisch zu zeichnen, ist wohl das große Kunststück des Films, was in großen Teilen dem jungen Schauspieler Roman Griffin Davis zuzuschreiben ist. Jojos Entwicklung über den Verlauf des Films, ist der emotionale Kern der Geschichte.

Überwiegen im ersten Drittel noch die humorigen Zoten, entwickelt sich im zweiten Drittel ein behutsames Drama. Scarlett Johansson spielt Jojos Mutter und gibt dieser in ihren wenigen Szenen eine solche Tiefe, dass es bemerkenswert ist. Die wichtigste Beziehung im Film ist jedoch die zwischen Jojo und dem jüdischen Mädchen Elsa, gespielt von Thomasin McKenzie, welche seinen kompletten Charakter neu formt. Das letzte Drittel des Films entwickelt sich dann zum bitteren Kriegsfilm, welcher jedoch immer noch von feinem Humor durchzogen ist.

Ein emotionaler Schlag in die Magengrube

Schon lange hat es kein Film mehr geschafft, mir so die Füße unter dem Boden wegzuziehen. Dabei war die Entwicklung völlig absehbar und auch nicht überraschend. Doch die Art und Weise, wie Taika Waititi (auch Regisseur von „5 Zimmer Küche Sarg“) uns Zuschauern und auch Jojo diesen einen verlustvollen Moment präsentiert (Stichwort: Schmetterling), ist einfach nur meisterhaft. Danach ging bei mir erst einmal gar nichts mehr. Dabei war das bei weitem nicht die einzige emotionale Szene des Films. Ich denke hier gerade an Sam Rockwells Figur oder auch Jojos Freund Yorki.

Obwohl Taika Waititi „Jojo Rabbit“ sehr modern inszeniert und die Klischees des Kriegsfilms weitgehend auslässt, so gelingt es ihm famos, uns das Dritte Reich glaubhaft durch die Augen eines zehnjährigen Jungen nahezubringen. Die Botschaften des Films sind weder subtil noch werden sie verkünstelt erzählt, doch sie sind vielfältig, wahrhaft und universell. Lasst uns den Kindern ein Vorbild sein und das heute mehr denn je. An dieser Stelle auch noch einmal danke an den Nerdtalk-Podcast für den famosen Gewinn:

Fazit

Ihr habt es vermutlich schon rausgelesen: Mich hat „Jojo Rabbit“ über die Maße begeistert. Damit konnte sich Taika Waititi bisher mit jedem Film noch einmal steigern. Ich hoffe sehr, dass er neben großen Franchise-Filmen à la „Thor: Ragnarok“ weiterhin kleine Perlen wie diese dreht. Eine dicke Empfehlung: 10/10 Punkte.

Gosford Park (2001)

Die Sichtung von „Downton Abbey“ zählte dieses Jahr zu meinen größten Serien-Highlights. Mit dem Film zur Serie liegt auch meine letzte Begegnung mit den liebgewonnenen Figuren hinter mir. Somit blieb mir nur noch mit „Gosford Park“ zu den Ursprüngen des Epos zurückzukehren. Wobei das dem Film nicht wirklich gerecht wird. Alles Weitere in der folgenden Besprechung… 🏰

Gosford Park (2001) | © STUDIOCANAL

Gosford Park (2001) | © STUDIOCANAL

Der böse Zwilling von „Downton Abbey“

Für Kenner von „Downton Abbey“ ist es unglaublich zu sehen, wie viele Elemente davon sich bereits in „Gosford Park“ finden ließen: Die Bediensteten, die Aristokratie und die daraus resultierende Zweiklassengesellschaft. Die Inszenierung des Landsitzes, die Kamerafahrten durch die Gänge. All das hat mich fast schon zuhause fühlen lassen. Hinzu kommen vertraute SchauspielerInnen, allen voran natürlich Maggie Smith, die hier bereits eine frühe Version ihrer berühmten Countess of Grantham zum Besten gibt. Einfach herrlich anzusehen!

Ist „Gosford Park“ somit nur eine frühe Version von „Downton Abbey“? Nein, denn während Julian Fellowes‘ Serie ein sehr idealisiertes Bild der Beziehung zwischen Bediensteten und Aristokraten zeichnet, so rückt in „Gosford Park“ die dreckige Realität in den Vordergrund. Zwar inszeniert Regisseur Robert Altman seinen Film als schwarze Komödie, doch können so manche Lacher den düsteren Unterton nicht überspielen. Der Mord, die versammelten Verdächtigen und der überzeichnete Ermittler (gespielt vom stets gerne gesehenen Stephen Fry) wecken Erinnerungen an Murder-Mysteries à la Agatha Christie oder eben den 2019er „Knives Out“. Jedoch ist dies bei Weitem nicht der Hauptaspekt des Films.

Fazit

Mir hat „Gosford Park“ schon alleine aufgrund seiner Verwandtschaft zu „Downton Abbey“ ausgezeichnet gefallen. Er ist toll gespielt, inszeniert und erzählt eine unterhaltsame Geschichte. Nicht nur für Freunde von Julian Fellowes‘ Serie eine große Empfehlung: 8/10 Punkte.

Downton Abbey (2019)

Nach einem verdienten freien Tag, an dem es eigentlich gar nichts zu tun gab, ich aber irgendwie doch die ganze Zeit am rennen war, sind wir abends recht spät aufs Sofa gekommen. Deshalb wollte ich mich auch nicht mit der Filmwahl aufhalten und habe direkt „Downton Abbey“ in den Player geschoben. Die Serie hatten wir erst vor knapp zwei Wochen beendet und ja, es hat sich angefühlt, wie nach Hause zu kommen… 🏰

Downton Abbey (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Downton Abbey (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Wie eine übergroßes Weihnachts-Special

Schon während der ersten Klänge des Scores hatte ich eine Gänsehaut. Diese hat sich gesteigert, bis zum ersten Mal das Anwesen selbst in einer wunderschönen Kamerafahrt ins Bild kam. Hach. Einfach nur toll! Der Rahmen der Handlung, dass die die britische Monarchie zu Gast auf Downton Abbey sein würde, war perfekt gewählt, um das Leben der Figuren ordentlich aufzuwirbeln. Dabei hat man es tatsächlich geschafft, den gesamten Cast wieder zusammenzutrommeln und zwar sowohl oben als auch unten. Dabei entwickeln sich die Figuren weiter und ich habe mich speziell für Thomas Barrow gefreut, der zum ersten Mal seit Beginn der Serie ein wenig persönliches Glück erfährt. Doch auch viele andere Figuren (z.B. Violet Crawley oder Tom Branson) werden konsequent weitererzählt. Das mochte ich sehr.

Insgesamt sollte man von „Downton Abbey“, dem Film, aber nicht erwarten, dass er etwas anderes wäre als eine Sonderfolge der Serie. Er fühlt sich an wie ein noch einmal pompöseres Weihnachts-Special, was ich aber nicht schlimm finde. Wie sollte er auch etwas komplett Neues erzählen? Ich habe diese Rückkehr nach Downton Abbey auf jeden Fall sehr genossen und würde mich auch sehr über eine Fortsetzung freuen. Als wir den letzten Blick auf das Anwesen geworfen haben, war ich sogar ein wenig traurig, denn im Gegensatz zum Finale der Serie, gibt es aktuell kein weiteres Kapitel. Der Film im Regal (in einer wunderschönen Edition, siehe Foto unten) war immer noch das Versprechen einer baldigen Rückkehr:

Fazit

Vermutlich werden sich ohnehin nur Fans der Serie an den Film „Downton Abbey“ heranwagen. Und diese werden keinesfalls enttäuscht sein. Ich hatte enorm viel Spaß, den liebgewonnen Figuren erneut einen Besuch abzustatten. Deshalb gibt es von mir komplett subjektive 9/10 Punkte.

Asterix im Land der Götter – OT: Astérix: Le Domaine des dieux (2014)

Hurra, endlich sind Ferien! Ja, auch in Zeiten der Corona-Krise ist das wichtig. Sehr sogar. Nicht nur die Kinder freuen sich auf die Pause vom Homeschooling, auch wir Eltern (besonders Frau bullion) sind froh, dass dieser Stressfaktor zumindest pausiert. A propos Stressfaktor: Auch ich bin mehr als Reif für das Wochenende und somit war die Vorfreude auf den gemeinsamen Filmabend groß. Leider jedoch gab es davor Zoff und letztendlich durfte nur der Zwergofant mitschauen. Die Wahl fiel deshalb auf „Asterix im Land der Götter“, den er schon seit langer Zeit sehen wollte…

Asterix im Land der Götter (2014) | © LEONINE

Asterix im Land der Götter (2014) | © LEONINE

Asterix und Obelix in der dritten Dimension

„Asterix im Land der Götter“ war der erste CGI-Film der Reihe. Aber nicht für uns, denn wir haben ziemlich genau vor einem Jahr bereits „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ im Kino gesehen. Somit war ich schon vorbereitet auf den Look, der mich auch hier wieder vollends zu überzeugen wusste. So und nicht anders muss eine zeitgemäße Modernisierung aussehen. Toll! Im Gegensatz zum direkten Nachfolger, hat „Asterix im Land der Götter“ jedoch eine Comic-Vorlage und zwar den Klassiker „Die Trabantenstadt“. Dies merkt man dem Film auch an, da er inhaltlich tiefer und irgendwie klassischer wirkt als sein Sequel. Vielleicht bilde ich das aber auch nur ein, da ich den Comic noch von früher kenne.

Mit „Asterix im Land der Götter“ habe ich nun tatsächlich jeden animierten Asterix-Film (erneut) gesehen und in diesem Blog besprochen. Nachdem Lufio erst vor ein paar Tagen sein großes Asterix-Ranking veröffentlicht hat, will ich es ihm gleich tun:

  1. „Asterix erobert Rom“ (1976) | 9/10 Punkte
  2. „Asterix bei den Briten“ (1986) | 8/10 Punkte
  3. „Asterix und Kleopatra“ (1968) | 8/10 Punkte
  4. „Asterix: Sieg über Cäsar“ (1985) | 8/10 Punkte
  5. „Asterix im Land der Götter“ (2014) | 8/10 Punkte
  6. „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ (2018) | 8/10 Punkte
  7. „Asterix: Operation Hinkelstein“ (1989) | 7/10 Punkte
  8. „Asterix der Gallier“ (1967) | 7/10 Punkte
  9. „Asterix und die Wikinger“ (2006) | 6/10 Punkte
  10. „Asterix in Amerika“ (1994) | 6/10 Punkte

Fazit

Ich muss sagen, dass so ein Familienfilmabend zu zweit nicht halb so schön ist wie zu viert. Aber manchmal muss man eben konsequent sein. Dennoch hatten der Zwergofant und ich viel Spaß. Das 3D war wieder einmal sehenswert und hat den Szenen eine angenehme Tiefe gegeben. Inhaltlich konnte mich „Asterix im Land der Götter“ wirklich überzeugen, weshalb er klar zu den gelungensten Asterix-Filmen zählt. Da freue ich mich doch direkt auf einen weiteren Teil: 8/10 Punkte.

Asterix und die Wikinger – OT: Astérix et les Vikings (2006)

Heute ist ein aufregender Tag: Zum ersten Mal übernachten unsere Neffen und Nichte bei uns. Der Nachmittag stand also ganz im Zeichen Brett- und Videospielen. Nach dem Abendessen war der einhellige Wunsch, einen Filmabend zu veranstalten. Noch einiger waren sich die fünf Kinder bei der Wahl des Films, weshalb „Asterix und die Wikinger“ den Weg in den Player fand. Auch für mich war das die erste Sichtung.

Asterix und die Wikinger (2006) | © LEONINE

Asterix und die Wikinger (2006) | © LEONINE

Der letzte klassisch animierte Asterix-Film

Bereits der Vorgänger „Asterix in Amerika“ kam mir immer unglaublich modern vor. Dabei liegen zwischen den beiden Filmen noch einmal 12 Jahre. Unglaublich. Selbst „Asterix und die Wikinger“ hat inzwischen 14 Jahre auf dem Buckel. Doch ich muss schon sagen, dass er ziemlich gut aussieht. Animationen und Hintergründe sind deutlich sauberer gezeichnet und es macht Spaß, den beiden Galliern bei ihren Abenteuern zuzusehen. Auch inhaltlich wirkt die Geschichte moderner, was damals ein wenig forciert gewirkt haben mag, doch heute ist mir, bis auf die unpassenden Musikeinlagen, nichts wirklich negativ aufgefallen. Selbst SMSix fand ich durchaus witzig bzw. Gags dieser Art nicht halb so schlimm wie befürchtet.

Von den modernisierten Elementen einmal abgesehen, ist die Geschichte nicht sonderlich innovativ. Sie wirkt sogar recht altbacken. Eben ein typisches Asterix-und-Obelix-Abenteuer. Insgesamt muss ich jedoch sagen, dass mir dieses ein wenig besser gefallen hat, als „Asterix in Amerika“. An die großen Klassiker der Reihe, kommt jedoch auch dieser Teil bei weitem nicht heran. Nun bin ich doch gespannt, wie sich der erste 3D-animierte Teil „Asterix im Land der Götter“ gibt. Den zweiten Film „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ fand ich ja recht sehenswert.

Fazit

Sowohl die eigenen Kids als auch die Gäste waren ziemlich begeistert von „Asterix und die Wikinger“. Zumindest gab es die einen oder anderen Lachanfälle. Ich selbst hatte auch meinen Spaß, doch gehört dieser Teil für mich zu den schwächeren Asterix-Filmen. Insgesamt dennoch nette Unterhaltung: 6/10 Punkte.

Asterix in Amerika – OT: Asterix in America (1994)

Nachdem ich mich kaum vom heutigen #AbenteuerArbeitsweg erholt hatte, ist meine bessere Hälfte auch schon wieder zur Tür hinaus, um zu strawanzen. Da das Wetter eher bescheiden ist (sprich heute kein Spieleabend auf der Terrasse), stand mit „Asterix in Amerika“ ein weiterer Filmabend auf dem Programm. Sehr zur Begeisterung des Zwergofanten, der sich schon lange eine Fortführung unserer Komplettsichtung der Filmreihe wünscht… 🤜🐗🤛

Asterix in Amerika (1994) | © STUDIOCANAL

Asterix in Amerika (1994) | © STUDIOCANAL

Kommt leider nicht an „Die große Überfahrt“ ran

Mit der Comic-Vorlage „Die große Überfahrt“ verbinde ich eine ganz besondere Erinnerung: Ich war 10 Jahre alt und lag nach meiner Blinddarmoperation im Krankenhaus. Jedes Husten oder Lachen hat mir körperliche Schmerzen verursacht. Bei einem Besuch schenkten mir meine Eltern den oben genannten Asterix-Band. Das Ergebnis: Ich habe mich wortwörtlich vor Lachen gekrümmt. Freiwillig. Bis heute ist er einer meiner liebsten Asterix-Bände. Ein paar Jahre später hörte ich von der Verfilmung und war natürlich extrem heiß darauf. Die tatsächliche Sichtung war jedoch eine große Enttäuschung, da es gerade die unfassbar lustigen Szenen des Comics nicht auf die Leinwand geschafft haben. Wie der Film nun etliche Jahre später auf mich und meine Kids gewirkt hat?

Die Animation ist nett anzuschauen, selbst wenn die frühen CGI-Elemente aus heutiger Sicht mehr als befremdlich wirken. Da war der direkte Vorgänger „Asterix: Operation Hinkelstein“ deutlich stilsicherer inszeniert. Inhaltlich wurde das Comic um etliche Elemente erweitert, was nicht weiter schlimm wäre, hätte man den großartigen Humor der Vorlage mit übernommen. Leider jedoch ist davon kaum etwas übrig geblieben. Selbst die Gurugurus heißen nicht mehr Gurugurus. Und werden auch nicht mit Bär gefüllt. So viele verpasste Chancen. Dafür gibt es unpassende Gesangseinlagen, die eher wie gewollt und nicht gekonnt wirken. Schade.

Fazit

Speziell die Kinder hatten viel Spaß mit dem Film und auch ich muss zugeben, dass er über weite Strecken doch recht gut funktioniert. Warum man die brillante Vorlage jedoch so sträflich ignoriert hat, mag sich mir einfach nicht erschließen. Kein Totalausfall, aber bestimmt der schwächste unter den bisher von uns gesehenen Asterix-Filmen: 6/10 Punkte.

Hercules (1997)

Nachdem wir den Wunsch der Kinder nach einem Filmabend schon mehrfach ausgeschlagen hatten (das Wetter war einfach zu gut, um sich vor den Fernseher zu setzen), war es heute endlich soweit: Mit „Hercules“ wanderte dann auch ein Disney-Film in den Blu-ray-Player, den ich bisher noch nicht kannte. Wie dieser letztendlich bei uns ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Hercules (1997) | © Walt Disney

Hercules (1997) | © Walt Disney

Disneyfizierung griechischer Mythologie

„Hercules“ zählt zu den letzten Filmen des Studios, bevor sie sich Anfang der 2000er Jahre an 3D-Animation versucht hatten. Viele Filme dieser Ära gelten als nicht besonders gelungen, doch ich finde gerade Werke wie „Ein Königreich für ein Lama“, „Der Schatzplanet“ oder den erst jüngst gesehenen „Lilo & Stitch“ durchaus sehenswert. Im Gegensatz zu den genannten Filmen ist „Hercules“ jedoch ein überaus klassischer Disney-Film geworden, auch wenn er sich nicht an Märchen, sondern der griechischen Mythologie bedient. Ansonsten haben wir aber alles, was wir bereits dutzendfach gesehen haben: Eine bekannte, disneyfizierte Geschichte, eine typische Heldenreise, lustige Sidekicks und schmissige Musical-Szenen. Alles in „Hercules“ wirkt einfach viel zu bekannt.

Audiovisuell ist „Hercules“ eine wahre Freude: knallbunt und verspielt. Mit skurrilen Figuren durchsetzt und tollen visuellen Einfällen. Die Songs machen Spaß, auch wenn mir keiner so wirklich im Gedächtnis geblieben ist. Einzig die frühen CGI-Effekte wirken ein wenig wie Fremdkörper im Film. Insgesamt hatte ich meinen Spaß mit der Geschichte, auch wenn die große Begeisterung ausblieb. Die Kids waren da deutlich begeisterter und gerade der Zwergofant hat trotz der teils wirklich düsteren Szenen in der Unterwelt gut durchgehalten. Vermutlich wird einfach groß. Schnief.

Fazit

Auch wenn ich „Hercules“ mochte und froh bin, ihn endlich gesehen zu haben, so mochte sich die übliche Disney-Begeisterung nicht so recht einstellen. Zweifellos ein extrem hochwertiger Animationsfilm mit vielen witzigen Ideen, aber inhaltlich doch zu sehr Schema F. Keiner meiner persönlichen Disney-Klassiker: 7/10 Punkte.

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks – OT: Astérix: Le secret de la potion magique (2018)

Beim Teutates! Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Aufmerksamen Lesern meines Blogs dürfte nicht entgangen sein, dass der Zwergofant oftmals ein rechter Angsthase ist, wenn es um Filme geht. Mit der bewährten Asterix-Methode™ habe ich ihn jedoch über die letzten Monate für seinen ersten Kinobesuch fit gemacht. Heute war es endlich soweit: Wir haben „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ im Kino gesehen – und ja, der Zwergofant hat bis zum Ende durchgehalten… 😀

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks (2018) | © Universum Film GmbH

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks (2018) | © Universum Film GmbH

Funktioniert Asterix in 3D und ohne Vorlage?

Normalerweise achte ich ja sehr darauf, Filmreihen in der richtigen Reihenfolge zu sehen. Obwohl uns noch „Asterix in Amerika“, „Asterix und die Wikinger“ und „Asterix im Land der Götter“ (der erste 3D-animierte Asterix-Film) fehlen, wollte ich die einmalige Gelegenheit eines Kinobesuchs nicht verstreichen lassen. Für uns war es somit auch das erste Mal Asterix und Obelix in moderner 3D-Technik. Ob der Sprung in die 3D-Welt gelungen ist? Oh ja! Ich bin wirklich ziemlich begeistert, wie gut der Film in der zusätzlichen Dimension funktioniert. Alle Charaktere sind noch eindeutig erkennbar, das gallische Dorf fühlt sich immer noch so an, wie man es kennt, und doch wirkt die Welt noch viel lebendiger. Einfach toll! Und das schreibe ich in dem vollen Bewusstsein, dass der Charme der klassisch animierten Filme ein wenig fehlt.

Auch inhaltlich konnte mich „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ wirklich überzeugen, auch wenn er keine klassische Comic-Vorlage hat. Interessanterweise haben mich einige Elemente der Geschichte (Miraculix hat einen Unfall, Experimente mit dem Zaubertrank und eine düstere Gestalt, die mit den Römern kollaboriert) stark an den erst jüngst von uns gesehenen „Asterix: Operation Hinkelstein“ erinnert. Allerdings finde ich, dass die Elemente hier noch einmal besser funktionieren. Einzig das Finale mit den übergroßen Kontrahenten fand ich ein wenig übertrieben. Jedoch hat gerade dieses den Kindern ausgezeichnet gefallen.

Fazit

Nun liegt er also hinter uns, der erste Kinobesuch mit der ganzen Familie. Der Zwergofant hatte viel Spaß und hat sich kein einziges Mal gefürchtet. Die Asterix-Methode™ hat perfekt funktioniert! Ich muss allerdings zugeben, dass der erste Kinobesuch mit dem Zappelinchen noch ein wenig magischer war, was vielleicht auch dem gewählten Film zuzuschreiben ist. Für den Zwergofant war „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“ jedoch die perfekte Wahl und auch ich kann den Film kaum objektiv bewerten, was ich hier glücklicherweise auch nicht muss: 8/10 Punkte.

Asterix: Operation Hinkelstein – OT: Astérix et le Coup du menhir (1989)

Da meine bessere Hälfte einmal wieder strawanzen ist, haben die Kinder und ich es uns vor dem Fernseher gemütlich gemacht und bereits den zweiten Asterix-Film innerhalb einer Woche gesehen: Mit „Asterix: Operation Hinkelstein“ beginnt für mich die Ära der Filmreihe, zu der ich keinen großen Bezug mehr habe und die nostalgischen Gefühle größtenteils ausbleiben. Wie sich das auf die Bewertung auswirkt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Asterix: Operation Hinkelstein (1989) | © STUDIOCANAL

Asterix: Operation Hinkelstein (1989) | © STUDIOCANAL

Der Film kommt nicht gegen die Vorlage an

„Der Seher“ gehört für mich zu den großen „Asterix & Obelix“-Bänden. Ich habe den Comic damals unzählige Male gelesen und vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum „Asterix: Operation Hinkelstein“ für mich nicht so gut funktioniert, wie die vorhergehenden Filme. Obwohl „Asterix bei den Briten“ drei Jahre zuvor entstanden ist, wirkt die Animation und auch die musikalische Untermalung hier ein wenig wie ein Rückschritt. Vielleicht liegt es an der geballten Ladung psychedelischer Sequenzen und dem poppigen 80er-Jahre-Soundtrack, aber für mich besitzt der Film nicht mehr so viel Charme. Auch die Geschichte wirkt kleiner: Es gibt kein großes Abenteuer, keine Reise, keine exotischen Länder und Figuren.

Fast wirkt „Asterix: Operation Hinkelstein“ wie eine Rückbesinnung auf „Asterix der Gallier“, nur dass es in diesem noch keine weiblichen Figuren gab, während hier die Frauen in der finalen Schlacht eigenhändig das römische Lager in Schutt und Asche legen. Zumindest auf dieser Ebene ein deutlicher Fortschritt. Ansonsten mag ich immer noch die Geschichte rund um den Seher, wenngleich sie für mich in der Vorlage deutlich besser funktioniert hat. Ansonsten gibt es viele Albernheiten und visuelle Spielereien zu sehen, was zwar nett anzusehen ist, die Handlung aber nicht wirklich weiterbringt.

Fazit

Insgesamt ist „Asterix: Operation Hinkelstein“ keinesfalls ein schlechter Film, aber für mich doch ein deutlicher Rückschritt, was auch an meiner fehlenden Beziehung zu ihm liegen mag. Und doch hatte ich meinen Spaß damit. Auch den Kindern hat er, gerade in der actionreicheren zweiten Hälfte, sehr gut gefallen, was meiner unentschlossenen Wertung den nötigen Ausschlag nach oben gegeben hat: 7/10 Punkte.

Asterix bei den Briten – OT: Astérix chez les Bretons (1986)

Haben wir erst letztes Wochenende mit „Sams in Gefahr“ einen Filmabend im Kreise der Familie veranstaltet, forderten die Kinder zum Beginn der Faschingsferien sogleich eine Fortsetzung. Wir Eltern haben uns breitschlagen lassen und nach einer hitzigen Diskussion fiel die Entscheidung letztendlich auf „Asterix bei den Briten“. Der Wunsch des Zwergofanten kam nicht bei allen gut an, wurde letztendlich aber akzeptiert…

Asterix bei den Briten (1986) | © STUDIOCANAL

Asterix bei den Briten (1986) | © STUDIOCANAL

Die spinnen, die Briten!

Lagen zwischen den bisherigen „Asterix & Obelix“-Filmen stets mehre Jahre, so schließt „Asterix bei den Briten“ zeitlich nahtlos an den direkten Vorgänger „Asterix: Sieg über Cäsar“ an. Der Stil hat sich nicht weiterentwickelt, höchstens noch weiter perfektioniert. Man hat inzwischen wirklich das Gefühl, einen lebendig gewordenen Comic-Band zu sehen. Ich mag diesen Stil sehr und auch inhaltlich hat der fünfte Film der Reihe so einiges zu bieten: Die Jagd durch Großbritannien und speziell Londinium weiß auch heute noch mitzureißen und es ist zwar klischeehaft, aber auch recht amüsant wie die Eigenheiten der Briten aufs Korn genommen werden.

„Asterix bei den Briten“ gehört nach „Asterix erobert Rom“ zu den von mir als Kind am häufigsten gesehenen Asterix-Abenteuern. Entsprechend bekannt sind mir viel Szenen und Sprüche vorgekommen. Damit hat es sich mit den nostalgischen Gefühlen, was diese Filmreihe angeht, aber auch erübrigt, denn die Filme ab „Asterix: Operation Hinkelstein“ habe ich höchstens ein- oder zweimal gesehen. Wenn überhaupt.

Fazit

Für mich beschließt „Asterix bei den Briten“ die klassische Reihe an Asterix-Filmen. Ich hatte bei der Sichtung nostalgische Gefühle, doch auch meine Kinder, speziell der Zwergofant, hatten wieder Spaß an der bunten Geschichte. Ich für meinen Teil bin nun gespannt, wie mir die kommenden Filme gefallen werden, auch wenn der nächste Familienfilmabend bestimmt ein wenig auf sich warten lassen wird: 8/10 Punkte.