Asterix bei den Briten – OT: Astérix chez les Bretons (1986)

Haben wir erst letztes Wochenende mit „Sams in Gefahr“ einen Filmabend im Kreise der Familie veranstaltet, forderten die Kinder zum Beginn der Faschingsferien sogleich eine Fortsetzung. Wir Eltern haben uns breitschlagen lassen und nach einer hitzigen Diskussion fiel die Entscheidung letztendlich auf „Asterix bei den Briten“. Der Wunsch des Zwergofanten kam nicht bei allen gut an, wurde letztendlich aber akzeptiert…

Asterix bei den Briten (1986) | © STUDIOCANAL

Asterix bei den Briten (1986) | © STUDIOCANAL

Die spinnen, die Briten!

Lagen zwischen den bisherigen „Asterix & Obelix“-Filmen stets mehre Jahre, so schließt „Asterix bei den Briten“ zeitlich nahtlos an den direkten Vorgänger „Asterix: Sieg über Cäsar“ an. Der Stil hat sich nicht weiterentwickelt, höchstens noch weiter perfektioniert. Man hat inzwischen wirklich das Gefühl, einen lebendig gewordenen Comic-Band zu sehen. Ich mag diesen Stil sehr und auch inhaltlich hat der fünfte Film der Reihe so einiges zu bieten: Die Jagd durch Großbritannien und speziell Londinium weiß auch heute noch mitzureißen und es ist zwar klischeehaft, aber auch recht amüsant wie die Eigenheiten der Briten aufs Korn genommen werden.

„Asterix bei den Briten“ gehört nach „Asterix erobert Rom“ zu den von mir als Kind am häufigsten gesehenen Asterix-Abenteuern. Entsprechend bekannt sind mir viel Szenen und Sprüche vorgekommen. Damit hat es sich mit den nostalgischen Gefühlen, was diese Filmreihe angeht, aber auch erübrigt, denn die Filme ab „Asterix: Operation Hinkelstein“ habe ich höchstens ein- oder zweimal gesehen. Wenn überhaupt.

Fazit

Für mich beschließt „Asterix bei den Briten“ die klassische Reihe an Asterix-Filmen. Ich hatte bei der Sichtung nostalgische Gefühle, doch auch meine Kinder, speziell der Zwergofant, hatten wieder Spaß an der bunten Geschichte. Ich für meinen Teil bin nun gespannt, wie mir die kommenden Filme gefallen werden, auch wenn der nächste Familienfilmabend bestimmt ein wenig auf sich warten lassen wird: 8/10 Punkte.

Asterix: Sieg über Cäsar – OT: Astérix et la Surprise de César (1985)

Weiter geht es mit der Filmreihe rund um die widerborstigen Gallier: Da die Frau heute zur ersten Weihnachtsfeier des Jahres ausgeflogen ist, haben wir die Gelegenheit genutzt und „Asterix: Sieg über Cäsar“ in den Player geschoben. Ein weiterer Filmabend, auf den sich speziell zwei Zuschauer sehr gefreut haben…

Asterix: Sieg über Cäsar (1985) | © STUDIOCANAL

Asterix: Sieg über Cäsar (1985) | © STUDIOCANAL

Obelix im Liebestaumel

Es ist wirklich erstaunlich: Wenn man die Asterix-Filme am Stück schaut, kann man regelrecht mit ansehen, wie sich die Technik weiterentwickelt. War der direkte Vorgänger „Asterix erobert Rom“ teils noch recht experimentell in seiner Inszenierung, so wirkt der neun Jahre später entstandene „Asterix: Sieg über Cäsar“ fast schon zu professionell. Die Hintergründe, Figuren und Animationen sehen allesamt absolut hochwertig aus und wissen zu begeistern. Dennoch habe ich ein wenig den ungestümen Charme des vorangegangenen Films vermisst.

Auch was die Geschichte angeht, kann „Asterix: Sieg über Cäsar“ leider nicht ganz mit dem Vorgänger mithalten. Mir war der Fokus auf Falbala und Tragicomix zu groß. Dennoch macht es unglaublich viel Spaß, Asterix und Obelix bei ihrem kurzen Einsatz in der Fremdenlegion und der Erkundung Roms zu begleiten. Auch Idefix bekommt endlich einen größeren Auftritt, was für die Kinder zu den spannendsten Momenten geführt hat. Mir selbst waren noch etliche Szenen im Kopf, wenngleich ich diesen Film in meiner eigenen Kindheit auch nicht wirklich oft gesehen habe.

Fazit

Wer die Asterix-Reihe liebt, wird auch mit „Asterix: Sieg über Cäsar“ viel Freude haben. Gerade audiovisuell ist der Film ein Schmaus – und es gibt endlich das Titellied, das ich bei den vorherigen Filmen vermisst habe. Ein echter Ohrwurm. Der nächste Film „Asterix bei den Briten“ ist mir wieder besser im Gedächtnis. Hierfür gibt es jedoch erst einmal völlig verdiente 8/10 Punkte.

Asterix erobert Rom – OT: Les Douze Travaux d’Astérix (1976)

Heute war es einmal wieder soweit: Wir haben den Kindern versprochen, einen Film mit ihnen zu sehen. Die Wahl ist natürlich auf „Asterix erobert Rom“ gefallen, dem nächsten Film in der bei uns zuletzt äußerst beliebten Reihe. Auch ich habe mich sehr darauf gefreut, ist es doch der Asterix-Film, den ich als Kind am meisten geliebt habe…

Asterix erobert Rom (1976) | © STUDIOCANAL

Asterix erobert Rom (1976) | © STUDIOCANAL

Auf der Suche nach Passierschein A38

Seit dem Vorgänger „Asterix und Kleopatra“ sind acht Jahre vergangen und diesen Sprung sieht man auch am Stil und in der Technik. Die Figuren ähneln deutlich mehr den Charakteren der Comics, was hier umso erstaunlicher ist, besitzt „Asterix erobert Rom“ doch keine Vorlage, sondern ist eine extra für den Film geschriebene Geschichte. Gerade in der Blu-ray-Fassung kann man die handgezeichneten Elemente eindeutig identifizieren, was ein wenig angestaubt wirken mag, für mich aber unglaublich viel Charme ausdrückt. Auch mit Effekten wird nicht gegeizt und gerade die Szenen in der Höhle der Bestie sind herrlich experimentell und wirken fast schon psychedelisch.

Die größte popkulturelle Wirkung hatte wohl die achte Aufgabe, in der Asterix und Obelix Passierschein A 38 aus dem Haus, das Verrückte macht besorgen müssen. Eine wahrlich herrliche Sequenz, die immer noch perfekt funktioniert. Doch auch die anderen Aufgaben mag ich nach wie vor sehr gerne. Der Film wirkt durch diese Aufteilung zwar ein wenig episodisch, doch ich mochte als Kind gerade die Vielfalt und den Abenteuercharakter, den „Asterix erobert Rom“ dadurch besitzt. Tatsächlich konnte ich heute noch viele Dialoge mitsprechen und auch die Kids hatten viel Spaß mit diesem Abenteuer von Asterix und Obelix.

Fazit

Auch heute noch bin ich begeistert vom Ideenreichtum der Autoren und der wunderbar fantasievollen Umsetzung. Der Humor funktioniert noch immer und ist teils herrlich subversiv, was ein Grundelement der Comics ist, welches perfekt in diese extra für das Kino geschriebene Geschichte transportiert wurde. Damals zweifellos mein Lieblingsfilm der Reihe, was sich mit dieser Sichtung bestätigt hat: 9/10 Punkte.

Asterix und Kleopatra – OT: Astérix et Cléopâtre (1968)

Ein volles Wochenende samt Geburtstagsfeier liegt vor uns. Frau bullion hat die Gelegenheit genutzt und sich davor noch einen Abend abgesetzt. Für den Rest der Familie bedeutet das natürlich einen weiteren Filmabend. Somit sind wir recht zeitnah in den Genuss von „Asterix und Kleopatra“ gekommen, worüber sich alle verbliebenen Zuschauer sehr gefreut haben…

Asterix und Kleopatra (1968) | © STUDIOCANAL

Asterix und Kleopatra (1968) | © STUDIOCANAL

Endlich ein filmgewordener Asterix-Comic

Es ist fast schon unglaublich, was für einen Qualitätssprung die Reihe seit „Asterix der Gallier“ gemacht hat. Seit diesem ersten Film war nur ein Jahr vergangen und doch fängt die, inzwischen auch schon 50 Jahre alte, Fortsetzung die Comic-Vorlage so viel besser ein. Angefangen beim Zeichenstil und dem Timing der Animationen, bis hin den typischen Elementen der Comic-Reihe: Hier stimmt einfach alles bzw. schon deutlich mehr, als noch beim ersten Film. Auch die Kinder haben bei „Asterix und Kleopatra“ deutlich mehr laut gelacht, was letztendlich auch mich stärker mitgerissen hat.

Ich konnte mich aus meiner eigenen Kindheit noch an viele Szene erinnern und besonders die Songs waren mir noch im Ohr. Wenn ich aus heutiger Sicht die Handlung betrachte, so fällt die stetige Überlegenheit und Unbesiegbarkeit der Gallier natürlich stark auf. Als Kind hat mich das nicht gestört und tatsächlich wird dieses Element gar wunderbar offensiv und mit viel Humor erzählt (z.B. der wiederholte Angriff auf die Piraten). Dies macht wohl auch viel vom Charme der Reihe aus und erinnert mich inzwischen etwas an die Dynamik in Bud-Spencer- und Terence-Hill-Filmen.

Fazit

Wir drei hatten wirklich enorm viel Spaß mit „Asterix und Kleopatra“. Die Kinder waren danach total aufgedreht und hätten am liebsten schon den nächsten Teil eingelegt. Doch, wie schon erwähnt, steht uns ein anstrengendes Wochenende bevor. Den nächsten Teil („Asterix erobert Rom“) habe ich als den stärksten in Erinnerung und freue mich deshalb schon sehr auf unseren nächsten Filmabend: 8/10 Punkte.

Asterix der Gallier – OT: Astérix le Gaulois (1967)

Was für ein Tag! Das Zappelinchen hatte heute eine kleine, ambulante OP (sie war sooo tapfer!), ich habe zehn Stunden im Keller verbracht und Möbel aufgebaut (der Zwergofant war mir dabei eine große Hilfe) und Frau bullion war abends einmal wieder strawanzen. Aufgrund der tollen Leistungen der Kinder, war ein Fernsehabend als Belohnung gesichert. Die Entscheidung ist auf „Asterix der Gallier“ gefallen, von dem ich mir einen entspannten Filmabend für alle Zuschauer erhoffte…

Asterix der Gallier (1967) | © STUDIOCANAL

Asterix der Gallier (1967) | © STUDIOCANAL

Auch nach über 50 Jahren noch unterhaltsam

Ich muss zugeben, dass es gerade der erste Asterix-Film bei mir damals eher selten in den Videorekorder geschafft hat. „Asterix erobert Rom“ war unangefochten an der Spitze, doch selbst die anderen Filme haben den ersten filmischen Auftritt des Galliers stets verdrängt. Die Geschichte ist zu gewöhnlich und der Zeichenstil nicht sonderlich ausgefeilt. Das habe ich selbst als Kind gemerkt – und dennoch habe ich ihn über die Jahre immer mal wieder gesehen. Da der Zwergofant neulich eine Asterix-CD aus der Bücherei mitbrachte, dachte ich, es sei vielleicht eine gute Idee, die Kinder an dieses europäische Kulturgut heranzuführen. Und das war es auch.

Mir waren viele Szenen noch im Kopf und manche Sätze der Neusynchro aus dem Jahr 1984 hatten sich mir ins Gedächtnis eingebrannt. Allerdings hatte ich auch die Befürchtung, dass „Asterix der Gallier“ für die Kinder zu angestaubt wirken könnte. Die Animationen sind nicht gut gealtert und man merkt, dass der Film bereits damals nicht alles aus dem Stoff herausgeholt hat. Aber was soll ich sagen? Es war der erste Film, bei dem der Zwergofant keine Angst hatte. Das Zappelinchen hat ein paar Mal laut gelacht. Und ich? Ich habe mich einfach an den Reaktionen der Kinder erfreut.

Fazit

Nein, „Asterix der Gallier“ ist auch aus heutiger Sicht mit dicker Nostalgie-Brille kein großer Klassiker des Animationsfilms. Es sind die ersten Gehversuche des Galliers in einem neuen Medium. Aufgrund der gelungenen Rahmenbedingungen und des stressigen Tages mit Happy End, drücke ich aber gerne zwei Augen zu und lasse die Bewertungen der Kinder mit einfließen: 7/10 Punkte. Der nächste Asterix-Abend ist schon beschlossen… 🙂

Boston – OT: Patriots Day (2016)

Endlich Urlaub! Nach einer äußerst anstrengenden Woche ist es nun endlich soweit. Entspannung, Familie, Freizeit. Leider hat uns der bereits befürchtete Magen-Darm-Fluch eingeholt und meine Frau niedergestreckt. Natürlich pünktlich zum Urlaub. Mehr will ich dazu noch gar nicht sagen. Ich widme mich lieber dem Film „Boston“, den wir gemeinsam begonnen, aber den ich letztendlich alleine beendet habe…

Boston (2016) | © STUDIOCANAL

Boston (2016) | © STUDIOCANAL

Wahre Begebenheit als packender Thriller

Das Attentat vom Boston-Marathon liegt noch nicht lange zurück. Überhaupt noch nicht lange. Und schon wird ein Film daraus gestrickt. Auch wenn ich diese schnelle Verarbeitung von Katastrophen (welcher Art auch immer) ein wenig skeptisch sehe, so muss ich auch zugeben, dass mich Aufarbeitungen nahere historischer Ereignisse, wie z.B. „Captain Phillips“, bisher durchaus mitzureißen wussten. An „Patriots Day“ haben mich die positiven Besprechungen gereizt, wenngleich ich aufgrund von Peter Berg, der immerhin „Battleship“ verbrochen hat, durchaus skeptisch war. Doch die Sorge war unbegründet, stellt er verschiedenste Personen in den Mittelpunkt und bietet über weite Strecken eine dokumentarisch anmutende Aufarbeitung des Anschlags.

Auch wenn mir die groben Eckpfeiler der Ereignisse noch gut im Gedächtnis waren, so fand ich den Film doch erstaunlich spannend und packend inszeniert. Selbst Mark Wahlberg macht als bodenständiger Held eine gute Figur. Dennoch lebt der Film weniger von seinen einzelnen Charakteren, als dem Kaleidoskop an Schicksalen, deren Leben das Attentat von Boston erschüttert hat. Dabei ist „Patriots Day“ weit weniger patriotisch, als man das bei dem Thema erwarten würde.

Fazit

„Boston“ ist eine glaubhaft wirkende Rekonstruktion des Attentats vom Boston-Marathon 2013. Durch die Kombination aus dokumentarischen Aufnahmen und ausgespielten Einzelschicksalen, bleibt der Film extrem packend und weiß sowohl Adrenalin als auch Emotionen heraufzubeschwören: 8/10 Punkte.

Der Adler der neunten Legion – OT: The Eagle (2011)

Wochenende, Zeit für einen Film. Mit „Der Adler der neunten Legion“ habe ich mich für eine nur allzu bekannte Geschichte entschieden, von der ich mir dieses Mal eine gelungenere Umsetzung erwartete. Ob Kevin Macdonald das liefern konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Der Adler der neunten Legion (2011) | © Concorde Video

Der Adler der neunten Legion (2011) | © Concorde Video

Ein Buddy-Movie im zweiten Jahrhundert

Wie bereits erwähnt, basiert „Der Adler der neunten Legion“ auf der gleichen Prämisse wie Neill Marshalls „Centurion“ aus dem Jahr 2010. Marshall hatte einen kleinen, dreckige Actionfilm aus der Geschichte gemacht, während Kevin Macdonald das historische Setting ernster nimmt und deutlich weiter ausholt. So dauert es beinahe eine Stunde, bis sich der Suchtrupp hinter den Hadrianswall (übrigens die Vorlage der Mauer aus „Game of Thrones“) begibt und das Abenteuer beginnt. Im Norden angekommen, wird eine ähnliche Verfolgungsjagd wie in „Centurion“ abgespult, nur ohne jemals deren Intensität zu erreichen. Nett, aber eben auch nicht mehr. Dabei sind die Kampfszenen ähnlich hektisch inszeniert, nur dass sie relativ blutleer bleiben. Und der teils unpassende Buddy-Movie-Aspekt (was sollte denn die letzte Szene?) hat nicht wirklich zum Positiven beigetragen.

Kevin Macdonald hat mit „Sturz ins Leere“, „Der letzte König von Schottland“ und „State of Play“ drei Filme inszeniert, die ich durchaus schätze. Selbst sein lediglich unterhaltsamer U-Boot-Thriller „Black Sea“ konnte mich überzeugen. „Der Adler der neunten Legion“ fällt für mich dagegen in jeder Hinsicht deutlich ab, da er einerseits ziemlich dröge, andererseits aber auch unnötig hektisch wirkt. Letztendlich hatte ich mit Neill Marshalls Variante der Geschichte mehr Spaß.

Fazit

Auch wenn „The Eagle“ ein paar schöne Bilder und durchaus Atmosphäre besitzt, so kommt er über einen bestenfalls durchschnittlichen Eindruck nicht hinweg. Letztendlich hat man das alles schon besser gesehen, was nicht wirklich für den Film spricht. In jeder Hinsicht mittelmäßige Unterhaltung: 5/10 Punkte.

300: Rise of an Empire (2014)

Ein langer Tag mit Schnee, fettigem Essen und einem gewissen Maß an Lagerkoller geht zu Ende. Eigentlich zu spät aufs Sofa gekommen und zu müde für einen Film gewesen, habe ich dennoch „300: Rise of an Empire“ in den Player geschoben. Was die Fortsetzung zu Zack Snyders Action-Kracher „300“ zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

300: Rise of an Empire (2014) | © Warner Home Video

300: Rise of an Empire (2014) | © Warner Home Video

Eva Green rettet den Film vor der Belanglosigkeit

Tatsächlich sieht „300: Rise of an Empire“ wieder enorm gut aus. Die comichaften Schlachtszenen wirken noch perfekter und glatter – und das trotz der Hektoliter an CGI-Blut, die hier vergossen werden. Nein, Noam Murros Sequel ist nicht brutal, sondern einfach nur größer, bunter, lauter. Eine typische Fortsetzung eben. Das Übermaß an Gewalt verpufft komplett, da sie keinen Effekt auf unsere Charaktere hat. Es ist egal wer stirbt und wer lebt, was wirklich schade ist, denn so manche Kampfszene bietet wahrlich famos anzusehende Einstellungen.

Neben der fahrigen Erzählweise (im Prinzip eine Aneinanderreihung an Rückblenden), ist wohl die schwache Hauptfigur Themistokles einer der größten Fehler des Films. Hauptdarsteller Sullivan Stapleton bleibt komplett blass. Ihm fehlt jegliches Charisma, das Gerard Butler im ersten Teil noch zu verströmen wusste. Dafür gibt es mit Eva Greens Artemisia eine sehenswerte Gegenspielerin, die den Film auch fraglos dominiert. Eva Green (u.a. bekannt als Vanessa Ives in „Penny Dreadful“) ist sich hier für nichts zu schade und setzt ganz auf den Exploitation-Charme des Films. Leider nimmt sich der Rest des Fantasy-Actioners viel zu Ernst und kann nicht mit ihrer Performance mithalten.

Fazit

Auch wenn „300: Rise of an Empire“ kein wirklich guter Film ist, so hatte ich doch Spaß bei der Sichtung – und das lag vor allem an den teils toll anzusehenden Bilder und Eva Green. Nötig war diese Fortsetzung keineswegs, doch wer „300“ mochte, der kann ruhig einmal reinschauen. Oder eben auch nicht. Heute gesehen, morgen vergessen. Immerhin ein wenig gelungener als der „300“-Klon „Krieg der Götter“: 5/10 Punkte.

Krieg der Götter – OT: Immortals (2011)

Vor knapp drei Monaten habe ich meinen neuen Fernseher mit Tarsem Singhs „The Fall“ eingeweiht und dabei einen wundervollen Film entdeckt. Daraufhin habe ich mir vorgenommen auch Singhs „The Cell“ einmal wieder zu sehen und seinen „Krieg der Götter“ nachzuholen. Letzteres habe ich heute tatsächlich getan. In voller Opulenz in 3D. Was kann da noch schief gehen?

Krieg der Götter (2011) | © Constantin Film

Krieg der Götter (2011) | © Constantin Film

Wenn „Kampf der Titanen“ auf „300“ trifft…

Diesen Gedanken hatten wohl die Produzenten des Films. Zack Snyders „300“ war ein veritabler Erfolg und auch der Mythologie-Actioner „Kampf der Titanen“ hat an der Kinokasse überzeugt. Warum also nicht den visionären Regisseur Tarsem Singh verpflichten und ihn ein Best-of der beiden Filme drehen lassen? Kann ja nicht viel schief gehen. Auch ich wurde durch viele durchwachsene Kritiken gewarnt, hatte jedoch noch Hoffnung. Singh wird es schon richten. Und manchmal sind ja selbst visuell herausragende Schlachtgemälde interessant. So dachte ich. Doch dann bekam ich GZSZ in der Antike. Mit hanebüchenen Dialogen, komplett verwirrenden Sprüngen in der Handlung und einer Charakterzeichnung, die einfach nicht vorhanden ist. Dazu noch ein Henry Cavill (ja, unser Superman aus „Man of Steel“) in der Hauptrolle, der wirkt als würde er sich in einer Schauspielklasse an Improvisation versuchen. Schade nur um John Hurt in einer völlig verschenkten Nebenrolle.

Ich hatte den Film wirklich schon komplett abgeschrieben, doch in den letzten 20 Minuten dreht Tarsem Singh noch einmal richtig auf. Dann bekommen wir endlich den Kampf Götter gegen Titanan zu sehen, auf den wir die ganze Zeit gewartet hatten. Hier spritzt das Blut in Zeitlupe und ja, das funktioniert in seiner völlig überstilisierten Gewaltdarstellung. Singhs Stil kommt auch davor in ein paar wenigen Szenen durch, die durchaus beeindruckend anzusehen sind. Jedoch hilft das auch nicht gegen das miese Drehbuch und die unsagbar langweiligen Dialogszenen zu bestehen.

Fazit

Ich bin wirklich guter Dinge an „Immortals“ herangegangen. In den Kampfszenen und Landschaftsaufnahmen überzeugt Tarsem Singhs Film auch erneut auf ganzer Linie. Doch der Rest der Geschichte versinkt in gepflegter Langeweile, dilettantischen Dialogen und einer konfus erzählten und doch unfassbar simplen Geschichte. Nein, das war leider wirklich nichts. Am besten wäre es gewesen, Singh hätte sich komplett auf die übertriebene Action konzentriert. Also schaut euch die letzten 20 Minuten an, dann habt ihr alle Highlights gesehen: 4/10 Punkte.

Brooklyn: Eine Liebe zwischen zwei Welten (2015)

Eigentlich hätte ich schwören können, dass ich heute keinen kompletten Film mehr durchhalte: In der vorangegangenen Nacht hatte ich nur fünf Stunden geschlafen und ich war heute Nachmittag 15 km laufen. Doch eine Woche so ganz ohne Film geht ja auch nicht, also habe ich „Brooklyn: Eine Liebe zwischen zwei Welten“ eingelegt, den ich schon lange sehen wollte. Ob es das Drama geschafft hat, mich trotz der schlechten Voraussetzungen wachzuhalten?

Wunderbar altmodisches Kino

Schon während der ersten paar Einstellungen hatte mich der Film gepackt. Speziell Michael Brooks zeitlos schöner Score hatte es mir angetan. Hinzu kommt ein historisches Setting, das gar nicht einmal so weit entfernt scheint und dabei doch wie aus einem anderen Jahrhundert wirkt. Das natürlich zurückgenommene Spiel Saoirse Ronans („Wer ist Hanna?“) trägt zudem viel zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Man ist als Zuschauer bei ihr und begibt sich mit ihr auf die Reise in eine unsichere Zukunft. Ronans Eilis ist mutig und zerbrechlich zugleich. Das Wichtigste ist jedoch die Entwicklung, die ihr Charakter durchmacht: wunderbar zurückhaltend und doch kraftvoll gespielt. Es ist eine Freude ihr zuzusehen.

Die Geschichte ist dabei weder sonderlich innovativ, noch einzigartig. Es ist die zurückhaltende und nicht auf Effekte oder Drama setzende Art der Inszenierung, die „Brookly“ so besonders macht. Einzig der Auslöser für Eilis‘ Entscheidung, ihre weitere Zukunft betreffend, wirkt ein wenig forciert. Im Kontext der Geschichte ist das aber auch egal, denn es ist die einzig logische Konsequenz, dass sie ihren eigenen Weg geht und ihre eigene Geschichte schreibt. Dass dies nicht ohne schmerzhaftes Zurücklassen und Abschiede funktioniert, zeigt Regisseur John Crowley auf herzzerreißende Weise.

Fazit

„Brooklyn: Eine Liebe zwischen zwei Welten“ ist ein unsentimentales, romantisches Drama, das voller wundervoller, kleiner Momente steckt. Man spürt sowohl Eilis‘ Verzweiflung als auch ihre Stärke und ihren Mut. Tatsächlich hat es mir zu keiner Sekunde die Augen zugezogen, was nur für den Film spricht. Wenn euch also der Sinn nach dieser Art von altmodischem Kino steht, dann kann ich euch John Crowleys Drama nur ans Herz legen: 8/10 Punkte.